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p*fä<ll€» ix Suita. ** mit Antertzaltungs -Anlage „Issussrirte Sonnlags-Zeitung" •"* pttmoaS« Hf.» (lenwote).

M 172.

JuLöa, DimsLag, den 30. Juli 1901.

28. JahrgMg.

W Zolltarif und Handelsverträge.

Die Gegner des Grundsatzes, der h ei mischen Arbeit durch eine geeignete Zollpolitik den ihr durchaus nothwendigen Schutz ange­deihen zu [offen, find nach der Veröffentlichung der neuen Zollvorschlage der Reichsleitung flugs mit ihrer alten Behauptung wieder auf dem Plane erschienen, daß mit solchen Zöllen Handels­verträge sich nicht würden aufs neue abschließ n laffrn. Behauptungen sind leichter ausgestellt als bewiesen; und namentlich absprechende Behaup­tungen kann Jedermann nach Belieben aus dem Mermel schütteln. Es ist sehr einfach, irgend etwas zu bestreiten und den Gegenbeweis zu er­warten. Aber diesmal ist auch dieser Gegen­beweis leicht.

Der achte Paragraph in dem Entwürfe deS neu oorgeschlagenen Zolltarifgesetzes sieht neue und schärfere Maßregeln für Zollkriege vor. Die Gegner der Schutzzölle erheben nun ein großes Rufen und sagen: daraus könne man schon ersehen, daß die Reichsleitung selbst nicht an die Möglichkeit glaub«, mit den vorgeschla­genen Zollsätzen neue Handelsverträge abzu- ! schließe» Der fragliche Paragraph lautet:

„Zollpflichtige Maaren, die aus Staaten her­stammen, welche deutsche Schiffe oder deutsche Maaren ungünstiger behandeln als diejenigen anderer Staaten, tonnen neben dem tarifmäßigen Zollsätze einem Zollzuschlage bis zum doppelten Betrage dieses Satzes oder bis zur Höhe des vollen Werthes unterworfen werden. Tarifmäßig zollfreie Maaren können unter der gleichen Voraussetzung mit einem Zolle in der Höhe bis zur Hälfte des WertheS belegt werden. Diese Maßnahmen werden nach erfolgter Zustimmung des Bundesrathes durch kaiserliche Verordnung verfügt. Die ge­troffenen Anordnungen sind dem Reichstage sofort oder, wenn er nicht versammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritt mitzutheilen. Sie sind außer Kraft zu fetzen, wenn der Reichstag die Zu­stimmung nicht erlheilt.«

rEin einziger Blick auf den Wortlaut dieses Para­graphen lehrt uns, daß es sich einzig und allein um ganz unumgänglich noth- wendige Abwehrmaßregeln handelt, daß auch nicht die Spur einer Absicht dann ausge­drückt ist, muthwillig auf das immerhin unerquick­liche Gebiet der Zollkriege sich zu begeben. Andere Staaten sind stets mit den allerschärfsten Zoll­maßregeln vorgegangen, wenn es sich nur darum handelte, die Arbeit des eignen Landes gegen die •fremben Erzeugnisse zu schützen; und von den Ver­einigten Staaten von Amerika, von Kanada, von Rußland und von andern Ländern hat Deutsch­land lange Zeit hindurch bei allen möglichen Ge­legenheiten ausgesprochene Zollmißhandlungen sich gefallen lasten müssen, obne die geeigneten Waffen zur Abwehr bei der Hand zu haben. Dieser Mangel an wirksamen Vertheidigungsmitteln hat sich ganz besonders während der letzten zehn Jahre fühlbar gemacht gegenüber den sehr umfangreichen Befugnissen, über die die Zollverwaltung der Ver­einigten Staaten von Amerika verfügt; und das Vorhandensein dieses Mangels wird ohne weiteres von Jedem anerkannt, der einigermaßen sachver­ständig ist. Es bedeutet also nichts mehr und nichts weniger als eine Entwaffnung des deutschen Reiches auf dem zollpolitischen Felde, wenn man ihm nach wie vor die Mittel versagen will, mit denen allein es sich wehren kann gegen feind-

Die Mammsschwesteru.

Frei nach dem Englischen von Clara Rheinau.

i22 ------ (Nachdruck verboten.)

11. Kapitel.

Während die Gemüther der Villabewohner die erste Aufregung und Erschütterung Über die Ereignisse der letzten Tage noch nicht Über­wunden hatten, war Fräulein Bassett in ihrem stillen, verdunkelten Zimmer in Westfields zu neuem Leben erwacht. Obschon sie nur wenig sprach, bemerkten ihre aufmerksamen Wärterinnen Hoch bald, daß ihr Gedächtniß zurückkehre. Ihre wenigen Fragen betrafen alle die Zeit ihres Un­falls, und in den langen Zwischenpausen schienen ihre Gedanken kaum je zur Ruhe zu kommen. Am Montag nach Herrn Morgan's Abreise von Brüssel war sie besonders unruhig und murmelte deständig Worts vor sich hin, welche ihre Wärterinnen nach ihrer Weise deuteten:

»Hören Sie, Frau Dybell," flüsterte die Ene, „zum sünften Mal sagt sie nun schon das Nämliche: »Sind meine Briefe abgesandt?' Ich möchte wissen, welche Briefe sie meint."

„Wahrscheinlich wollte sie gerade einige zur Post bringen, als der Wagen umstürzte," war die Erwiderung. „Ich weiß, daß sie auf dem Wege nach Vearford waren. Ach, da fällt mir ein, sie hatte eine Ledertasche in der Hand, die der Verwalter vom Wege aufyob und hierher brachte. Sie hängt dort bei ihren Kleidern, vielleicht sind die Briefe darin. Soll ich einmal ttachsehen?"

selige Handelspolitik aller Länder. Es ist eine un­mittelbare Vaterlandsfeindlichkeit, eine offene Gegnerschaft gegen die heimische Arbeit und deren Erzeugnisse, wenn man das Reich wehrlos lasten will gegenüber fremder Ungunst.

Rundum, wohin wir blicken, sehen wir Be­strebungen, die darauf abzielev, daseigneLand und seine Betriebsamkeit stärker als bisher gegen den Wettbewerb des Auslandes zu schützen. Wenn alles schutzzöllnerisch rüstet, soll Deutschland dann allein ohne solche Rüstung bleiben, nur damit ein winziger Bruchtheil seiner Bevölkerung, nämlich ein bestimmter und sehr eng begrenzter Kreis von Händlern, desto mühe­loser und erfolgreicher sich bereichern könne? Ein solches Verlangen würde unverständig, ungerecht und Über die Maßen begehrlich in dem Sinne derer sein, die es stellen; darum muß es unbe­dingt zurückgewiesen werden.

Außerdem ist es vollkommen zwecklos, mit solchen eigensüchtigen Aussprüchen die ohnedies vorhandenen Gegensätze noch mehr zu verschärfen und die handelspolitische Lage noch mehr zu ver­wirren. Man weiß doch, daß eine Mehrheit für neue Handelsverträge im Reichstage nur dann zu finden ist, wenn gleichzeitig mit diesen neuen Handelsverträgen für manche unserer deut­schen Erzeugntffe die Einfuhrzölle erhöht werden. Ohne eine solche Erziehung keine neuen Handels­verträge — warum also dieser unverständige und leidenschaftliche Kampf gegen Windmühlen?

Bi vis pacem, para bellum — wenn du den Frieden willst, sei auf den Krieg gerüstet! Andere Länder verstärken fortgesetzt ihre han­delspolitische Wehr gegen das Ausland und da­mit auch gegen das deutsche Reich. Wenn dieses bei dem allgemeinen schutzzöllnerischen Wettlanse nicht überrannt und zu Boden getreten werden soll, dann muß es gegen alle zollpolitischen Angriffe gerüstet sein; und bann, wenn es das sein wird, werden andere Länder mehr als jetzt fich davor hüten, mit seinen Jntereffen in un­liebsamer Weise zusammenzustoßen. Nur diesen Sinn hat der vorgeschlagene achte Paragraph des neuen Zollgesetzentwurses; und er entspricht nur einer unleugbaren Nothwendigkeit. Der Handelsverkehr mit Deutschland ist für alle an­deren Länder außerordentlich begehrenswerth; Deutschland hat deswegen eine sehr starke handelspolitische Stellung unter den Staaten der Erde. Es würde darum wirth- schaftlicher Selbstmord sein, wenn es sich nicht mit den nothwendigen Waffen gegen Ausbeutung und Uebervortheilung von außen her in aus­reichendem Maße versehen wollte.

Derrtfches Keich.

Berlin, den 29. Juli.

• Gi«e Zusammenkunft zwischen Kaiser «ab Aar wird von einem Berliner Montagsblatte in folgender Weise angekündigt: Ende August ober Anfang September sollen angeblich bk beiden Monarchen auf hoher See zusammentreffen, unb zwar in bet Ostsee vor Weichselmünde. Von bort aus würbe fich bann bei Zar zu seinen hesfischen Verwandten begeben. Die Bestätigung ber Meldung bleibt abzuwarten.

„Das können Sie," oersktzk Fran Sim- mouds, die erste Wärterin; und die andere brachte nach kurzem Suchen zwei versiegelte Briese herbei und fragte mit gedämpfter Stimme:

„Goll mein Mann sie heute Nachmittag zur Pest bringen? Es wird sie vielleicht ruhiger machen."

Die Wärterin nickte und als die Kranke das nächste Mol dieselbe Frage stellte, erwiderten die beiden Frauen, in dem Bewußtsein, recht ge­handelt zu haben, daß die Briefe besorgt seien, sie brauche sich deshalb nicht mehr zu beun­ruhigen.

Fräulein Baffett's Verstand war entschieden wieder ganz klar, denn sie stellte die gleiche Frage nicht mehr, schien aber mit zunehmenden Kräften sehr begierig, zu erfahren, was sich während der Zeit ihrer Krankheit ereignet habe. Zweimal fragte sie, ob Frau Wilson sie besucht habe; und als man in der Villa hiervon be­richtete, beeilte sich die Same, den Wunsch der Kranken zu erfüllen.

Da die Aerzte nur eine kurze, harmlose Unterhaltung erlaubten, berührte Frau WUson anfangs nur einige Dorfneuigkeiten und war froh, daß das gedämpfte Licht und die Bettvor­hänge der Patientin den verstörten Ausdruck ihrer eigenen Züge verbargen.

Aber Fräulein Baffett mußte Verdacht haben, daß Ellinor ihre Freunde ins Vertrauen gezogen hatte, denn sie fragte plötzlich:

„Also geht hier alles feinen gewöhnlichen Gang?'

„Hier in Westfields? O ja, ganz wie immer."

h Ki» WiniKerwechjel in Arenhen er« scheint wieder einmal am politischen Horizonte. Aber auch die allerkühnsten politischen Bericht­erstatter wagen es nicht, ihn für die nächste Zeit in Aussicht zu stellen. Herr von Balan, der neue Regierungspräsident in Köln, hat bei seinem Abschiede von Potsdam gesagt: „Ich weiß, daß ich zurückkehre . . . ."Der Kaiser soll Herrn von Balan gesagt haben, daß er ihn zum Re- gierungsprästedenten in Potsdam haben wolle. Der jetzige Potsdamer Regierungspräsident von Moltke soll dann Oberpräsidendent der Provinz Brandenburg, der gegenwärtige Oberpräfident von Bet h mann-Holl« weg aber Minister werden. Dieser Letztere wurde, wie bekannt, bereits unter den Kandidaten für das preußische Ministerium des Innern genannt, als Freiherr von Rheinbaben dieses vertauschte gegen die Nachfolgerschaft des Herrn von Miquel. Daß solche Vermuthurgen für spätere Zeit nicht hervorragende Bedeutung beanspruchen können, versteht sich von selbst. Immerhin lohnt es, sie zu verzeichnen.

+ Der neue Außenhafen van Gmdeu soll, wie bekannt, am 7. August in feierlicher Weise eröffnet werden. Der Kaiser wird der Fest­lichkeit beiwohnen; Reichskanzler Graf Bülow wird ebenfalls dorthin kommen und von dort aus an Bord der Kaiseryacht „Hohenzollera" den Kaiser nach der @ibe begleiten, um den Feld- marschall GrafenWaldersee bei seiner Rück­kehr aus Ostasien zu empfangen. Der Außen­hafen von Emden ist ein Riesenwerk. Er steht in unmittelbarer Verbindung mit dem Meere und wird zu jeder Zeit für Segelschiffe frei und un- oehindert zugänglich fein. Das Fahrwasser der Unterems ist erheblich vertieft worden. Der neue Emdener Außenhafen hat eine Tiefe von lP/a m unter gewöhnlichem Hochwasser. Bei tief ab­fallender Ebbe werden noch Schiffe mit 8 m Tiefgang flott bleiben. Der Kostenaufwand für diesen Außenhafen beträgt nicht weniger als 8,962,000 Mk. Die 850 Meter lange Kaimauer kostet allein 21/* Millionen Mark. Der Binnen­hafen mit dem Vorfluthkanal kostete 6,884,000 Mark.

* Die Aefnltale der Dolkszähluug vom 1. Dezember 1900 werden nur nach und nad dem Publikum durch das statistische Am zugänglich gemacht werden. Wie eine Noti! der genannten Behörde besagt, wird das endgiltige Ergebniß auf Grund der sogenannten ll-Liste im amtlichen Auftrage sämmtlichen 489 preußischen Landrathsämtern im Laufe der Monate September und Oktober dieses Jahres fettens des königlichen statistischen Bureaus hand­schriftlich zugesandt werden und für jede Stadt, jede Landgemeinde und jeden Gutsbezirk Zahlen­angaben bieten: über 1. die bewohnten Wohn­häuser, 2. die unbewohnten Wohnhäuser, 3. andere bewohnte Baulichkeiten, Hütten, Zelte, Schiffe und dergleichen, 4. gewöhnliche und EinzelhauSholtungen, 5. Anstalten, 6. die orts­anwesende Bevölkerung nach dem Geschlecht und 7. nach der Konfession. In ähnlicher Weise wird sämmtlichen Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern — etwa 2300 an der Zahl — eine Nachweisung über die obengenannten Er-

„Unb bei Ihnen zu Hause? Nichts Neues?" „Ganz entschieden nichts, was ich Ihnen sagen werde," dachte Frau Wilson, die deutlich fühlte, daß sie nimmermehr vergeffen könne, daß Reden Silber, Schweigen aber Gold sei. Laut erwiderte sie: „Nichts, was Sie besonders in» teressiren könnte, Fräulein Bassett."

„£>!* Dann nach einer längeren Pause: „Und Ihr Bruder, Herr Morgan?"

„Erholt fich langsam wieder, wie ich hoffe. Er mußte in Geschäften verreisen — in einer persönlichen Angelegenheit. Wir erhielten heute aus Paris Nachricht von ihm."

„Und Fräulein Graham?"

Die Frage verrieth so deutlich Fräulein Bassetts Jdeenverbindung, daß Frau Wilson fich nicht enthalten konnte, auf die Anspielung zu antworten. Es war doch sicher keinerlei Gefahr dabei, diesen Jrrthum aufzuklären.

„Fräulein Graham hat fich über den Unfal sehr aufgeregt," begann fie. „Aber, Fräulein Bassett, der Gedanke, den Sie hatten, und den ich theile, ich gestehe es — wir sprachen nat) dem Konzert in Norchich davon, wie Sie fich erinnern werden — war ein großer Jrrthum. Beide dachten nie an Derartiges."

Fräulein Baffett's entstelltes Gesicht krampfte sich nervös zusammen. Sollten all' ihre Umtriebe vergeblich gewesen sein? Aber sie enthielt sil i jeder Bemerkung und sagte nut mit klagendem Tone:

„Fräulein Graham hat mich niemals besucht. Sie hatte kein Verlangen nach mir!"

„Ein Wunder, wenn sie es gehabt hätte!" dachte Frau Wllson, sich der letzten stürmischen Scene erinnernd, welche die Beiden ja nach Elli-

Mittelungen nebst anderen statistischen Aufnahmen Über die Zahl der Haushaltungen, der Gasthöfe usw. zugehen. Die gejammten Resultate über die Volkszählung nach Religion und Sprache werden am 1. November festgestellt sein.

h Kine Iahrordttttttg für Antomoliile st soeben für die Provinz Brandenburg erlassen worden. Danach muß jedes Motorfahr- eug eine Erkennungsnummer tragen. Während ier Dunkelheit und innerhalb der Ortschaften darf fie Fahrgeschwindigkeit niemals 15 Kilometer in ter Stunde übersteigen. Außerhalb der Ortschaften darf die Fahrgeschwindigkeit in angemessener Weise erhöht werden. Zur Abhaltung von Wettfahrten auf öffentlichen Straßen und Plätzen bedarf es der Genehmigung der zuständigen Behörde. Die Fahr» ordnuug ist, wie man sieht, sehr milde. Sie hätte getrost ein wenig schärfer sein können. Namentlich vermißt man die Festsetzung einer höchsten» zu­lässigen Fahrgeschwindigkeit auf offener Land- iraße. Vielleicht holen andere Provinzen oder Bundesstaaten das nach, was in diesem Sinne in diesen ersten deutschen Fahrordnungen für Auto­mobile fehlt.

4- Die Derttnreittiguttg der Gewässer ’iilbet den Gegenstand einer kürzlich erlassenen preußischen Ministerialverordnung. Danach sollen regelmäßige Begehungen derjenigen Fluß- laufe und Seen vorgenommen werden, die bereits in erheblichen Maße verunreinigt wurden, oder bei denen eine solche Verunreinigung zu ermatten ist. Die Bürgermeister unb Amts Vorsteher sollen bei ber Regierung ober bei ben Laudräthen ein Verzeichniß ber in ihrem Bezirke vorhandenen und nicht schiffbaren Gewässer einreichen, die Verunreinigungen ausgesetzt find, und sie sollen gleichzeitig die muthmaßlichen Anlässe zu den Verunreinigungen angeben. DaS auf diese Weise gesammelte Material ioll die Unterlage bieten zu Berathungen über Maßregeln, durch die man die weitere Verunreinigung unserer Gewässer verhüten könne. Wie wichtig dieses wirthschaft- liche Kapital ist, weiß Jedermann. Aber schwerlich wird man den widerlichen unb gefunb» heft-schädlichen Verunreinigungen unserer Flüsse unb awbeten Gewässer steuern können, wenn man nicht ben Fabriken, Bergwerken unb ähn­lichen gewerblichen Anlagen bie Verpflichtung auserltgt, ihre Abwässer in besondere Abzugs­kanäle unb Sammelbehälter, anstatt in bie Flüsse unb anbere Gewässer zu leiten, unb zwar so, baß fie auch nicht etwa die Umgegtnb burch üble Gerüche ober dergleichen belästigen. Die Ableitung der Schmutzwafferfluthen durch besondere Abzugskanäle ist ja schon in vielen Städten in vorzüglicher Weise gelungen.

*.* betritt, 29.Juli. Der Kaiser hielt gestern, wie aus Molde berichtet wird, den Gottesdienst auf der „Hohenzollern" ab und sah Abends einige Gäste der dort eingetroffenen „Victoria Luise" zur Abendtafel, darunter Exzellenz von Lucanus. DaS Wetter war bedeckt und etwaS kühler, an Bord Alles wohl. — Das deutMe Panzergeschwader hat auf der mückkehr aus China am Sonntag Malta pasfirt Das zu seiner Einholung entsandte Panzergeschwader unter dem Oberbefehl des Prinzen Heinrich ist am Samstag in Cadix eingetroffen. Heute dürfte die Begrüßung beider Geschwader erfolgt sein. — Ein militärischer Freund der.Deutschen Warte« sendet diesem Blatt folgende intereffante Mittheilung: Große Aufmerksamkeit erregte gestern der Schaukasten der königlichen Hofjuweltere I. Godel u. Sohn, Fried- nor's Schilderung mit einanber gehabt hatten. Der Doktor unb seine Frau waren übereingetom» men, über jene Episode mitNemanden zu sprechen. Sie glaubten auf Fräulein Bassett's Schweigen rechnen zu dürfen, so lange biefe von Ellinor's Gastfreunbschast so gänzlich abhängig war. So lautete benn Frau Wikson's Antwort etwas steif, aber boch auch roieber begütigend:

„Fräulein Graham ist natürlich an Kranken­zimmer nicht gewöhnt; sie wußte ja auch, baß Sie in geschickten Hänben waren. Sie wünschte ausbrücklich, baß man Ihnen bie größtmögliche Aufmerksamkeit unb Sorge erzeige."

„Sie hätte aber selbst kommen sollen," war bie fast weinerliche Erwiderung. „Es würbe ihr nichts geschähet haben; vielleicht aber — vielleicht aber — o Wärterin, mein Kopf — ber Schmerz, ber schreckliche Schmerz kommt roieber!"

„Ich glaube, für heute haben wir genug ge­sprochen," sagte Frau Simmonbs, fich bem Beite nähernb. „So bars ich wohl bie Damen bitten, fich jetzt von Ihnen zu verabschieben."

„Es mag für immer sein!" bemerkteFraulem Bassett. „Ich habe Herrn Pott gebeten, an meine — meine Freunde in Dorsetshire zu schreiben. Sie wußten, baß ich bald hier Weggehen wollte, unb Jemand wirb mich hier abholen, sobalb ich werbe reifen können. Ich möchte fort von hier. Herr Graham wirb bald hier eintreffen, da muß ich fort fein!"

Die Wärterin blickte roarnenb Über das Bett, unb Frau Wilson war natürlich gleich bereit, emen Besuch zu beenben, ben sie nur ans Nächstenliebe unternommen hatte. Da Ellinor angegangen war, fuhr fie rasch roieber nach Hause; ihre ge*