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mit Nnterßakümgs-Aeirage „IfiuKrirte Sonntags-Zeitung" *"* petersgaS» ll». * (Satmonk).
KuLöa, Dienstag» den 23. Juli 1901.
M 166.
28. Jahrgang.
G Die neuen Landwirthjchastszölle?
Der gute Freund des Stuttgarter .Beobachters scheint richtig gehört zu haben. Die Angaben, die er dem genannten Blatte über die muthmaßlichen .Zollsätze für landwirthschaftliche Erzeugnisse in dem neuen Zolltartfents>u.fe gemacht hat, scheinen zutreffend zu sein. Die ,Köln. Ztg.' meint, „nach untrüglichen Anzeichen" könnten die Zweifel daran nicht mehr lange aufrecht erhalten werden; und auch von verschiedenen anderen Seiten wird die Meinung ausgesprochen, daß die Angaben der Wahrheit entsprechen. Es handelt sich dabei, um es kurz zu wiederholen, .um folgende Getreidezollsätze :
<6 M. für den Doppelztr.Roggen, bnHandelsverträgen 8 M. 61/1» » » ff Weizen, „ „ 51,» „
6 „ „ „ „ Hafer, „ 5 „
4 ft tf ff tf ®etfte, „ • 3 „
Außerdem sollen nach dieser Angabe Erhöhungen der Einfuhrzölle eintreten für Stiere, Kühe und /Jungvieh, Schweine und Gänse, Fleisch und Speck, Wurst, Butter, Käse und Eier. Die Zollermäßi- gung für die Staaten, mit denen uns Handelsverträge verbinden, würde danach eine Mark für den Doppelzentner Getreide betragen; die Zollsätze würden kaum anders sein, als vor der Giltigkeit unserer gegenwärtigen Handelsverträge. Denn damals wurde für den Doppelzentner Roggen oder Weizen ein Zoll von 5 Mark Bezahlt. Den Vertragsmächten aber wurde vor zehn Jahren eine Herabsetzung auf 31/a Mark Einfuhrzoll für den Doppelzentner Getreide bewilligt, also eine Begünstigung um 1,50 anstatt, um 1 Mark, wie jetzt vorgeschlagen sein soll.
Auch jetzt kann es sich ja immer nur um einen Vorschlag handeln, von dem man noch gar nicht weiß, ob er auch in derselben Form an den Reichstag gelangen werde; denn erst muß der Bundesrath darüber berathen. Und von denjenigen Bundesstaaten, die jetzt noch besondere Vorberathungen mit Vertretern von Landwirthschast, Handel und Industrie vornehmen, muß man wohl annehmen, daß ihre Regierungen noch nicht entschlossen seien, im Bundesrathe für diesen Vorschlag zu stimmen. Dazu würde in erster Reihe Bayern gehöre»; und auch diese Wahrnehmung stimmt also mit der Vermuthung überein, daß die bayerische Regierung auch noch gegen diese Zollvorschläge ablehnend sich verhalte. Stimmen die Ziffern mit den thatsächlich gemachten Vorschläge überein, dann hat man weiter vorauszusetzen, daß sie von der preußischen Regierung vorgeschlagen worden seien.
Von der Höhe dieser angeblich vorgeschlagenen Zollsätze soll heute nicht die Rede sein. Das hieße leeres Stroh dreschen. Um solche Betrachtungen anzustellen, muß man zunächst wiffen, ob die Angaben wirklich richtig seien.
Heute sollen nur die Bemerkungen beleuchtet werden, die die freihändlerische Presse an diese Mittheilungen über die vermuthlich vorgeschlagenen neuen Getreidezölle knüpft: „Ein Monstrum von Zolltarif" — das ist noch eine der gelinderen Bezeichnungen der Freihandelspreffe für die gedachten Zollsätze, die — nochmals sei darauf auf-
Die Mammsschwestern.
Wei nach dem Englischen von Clara Rheinau.
16 ------ (Nachdruck verboten.)
e „Etwas recht Schlimmes, Fräulein Graham," sagte er ernst. „Herr Morgan saß in diesem Wagen und Fräulein Baffett saß bei ihm. Im Hause erzählten sie mir, daß Herr Morgan hierher gekommen sei, um auf Sie zu warten. Da Sie aber lange ausblieben und er noch Nöthiges auf der Post in.Bearford zu besorgen hatte, ließ er einspannen, um htnüberzusahren Gerade im letzten Augenblicke kam Fräulein Baffett herunter und fragte, ob sie mitfahren könne, da sie auch dort zu thun habe. Ich stand hier nebenan auf dem Felde urd sah sie daher kommen. Plötzlich scheute das Pferd beim Anblicks einiger Kinder, die Aehrenbündel auf dem Kopfe trugen, und ging in rafmdem Tempo durch. Herr Morgan hatte die Zügel fest gefaßt, und ich konnte sehen, wie er Fräulein Baffett, die herauöspriugen wollte, auf ihrem Sitze zurückhielt; es wäre wahrscheinlich Alles gut abgegangen, wenn nicht das Frauenzimmer gerade, als sie über die Brücke fuhren, wie toll geschriem und sich an den Zügel festge- klammert hätte. Damit war das Unglück geschehen, der Wagen stürzte hinunter und ein Wunder ist's, daß sie nicht beide den Hals brachen.
„Wer — wer von ihnen — ist verletzt?" stammelte Minor. „Wo sind sie?"
„Ich ließ einen Wagen vom Felde kommen und Fräulein Bassett nach Westfields zurückfahren. Dann schickte ich nach Herrn Pott, der schon bei
merksam gemacht! — sich kaum von denjenigen aus der Zeit vor den gegenwärtigen Handelsverträgen unterscheiden. Und dieses sogenannte „Monstrum" soll eine große Gefahr bedeuten für den Abschluß neuer Handelsverträge. Eines dieser Blätter, das freilich schon in unvortheil- hafker Weise bekannt ist durch die Schwülstigkeit und übertriebene Gestaltung feiner Ausdrucksweise, leistet sich sogar den Satz: „Es ist Pflicht des gesammten Volkes, laut und einmüthig gegen diese Auspowerung (Ausbeutung) unseres Landes und gegen die Jsolirung vom Welthandelsverkehr Protest zu erheben. Ein Stmm gegen diese Spottgeburt von volkswirthschaftlichem Unverstand und Jnteressenpolitik muß sich erheben ....*' Es ist das .Berliner Tageblatt', dem diese schriftstellerische Spottgeburt entsprungen ist, das so sehr in volkswirthschaftlichen Unverstand und in Jntereffenpolitik der Getreidehändler verrannt ist, daß es ihm als „Auspowerung des Volkes" erscheint, wenn der Kern und die Grundlage unseres ganzen deutschen Volkes einen kleinen Schutz erhalten soll gegen den Untergang, von dem es bedroht wird! Natürlich fehlt. auch nicht die .Frankfurter Zeitung' auf demselben Plane. Diese meint, das „Erstaunen über die Höhe der Zollsätze sei . . . ganz allgemein", vergißt dabei hinzuzusetzen, daß sie damit die Stimmung, das Erstaunen in den Kreisen der ihr befreundeten Getreidespekulation beschreiben will.
Den vertragsmäßigen Zoll von 5 J6. für Roggen haben wir, wie gesagt, bereits gehabt, ohne auch nur mit einem einzigen unserer Handelsvertrags- Staaten in Zwiespalt zu gerathen. Rußland hat sich damals diesen Zoll ganz ruhig gefallen laffen und würde daS natürlich jetzt auch wieder thun. An dem Einfuhrzoll für Weizen hat das Zarenreich aber gar kein Jntereffe, denn eS liefert uns keinen Weizen. Italien, Frankreich und England kümmern sich um unsere Getreidezölle überhaupt nicht, und was Australien oder die La Plata-Staaten sagen, kann uns kalt laffen. Die Preßstimmen aber, die aus Oesterreich-Ungarn dazu laut werden, enthalten nicht die allergeringste Andeutung dafür, daß man dort Besorgniß oder Gegnerschaft hege. Sogar die freisinnige.Neue Freie Pr.' in Wien, Börsenblatt im wahren Sinne des Wortes, weiß der Sache im österreichischen Jntereffe eine gute Seite abzugewinnen. „Der deutsche Zolltarif," so schreibt daS genannte Wiener Börsenblatt, „muß also in unserer Monarchie die schnellste Erledigung des Ausgleiches auf die Tagesordnung setzen." In Oesterreich erhofft man also von der Erhöhung der deutschen Setreidezölle Vortheile anstatt Nachtheile; und im Ganzen genommen sieht man, daß von Gefahren für den Abschluß von neuen Handelsverträgen auch nicht einen einzigen Augenblick lang die Rede sein kann.
Im Innern würden die Freihändler ftohlocken, wenn die neuen Getreidezölle eine so geringe Erhöhung erhalten würden. Nach außen hin verlegt sich die Häudleipreffe auf'S Schreien, um womöglich für die besonderen Jntereffen ihrer Hintermänner noch günstigere Bedingungen herauszudrücken.
ihr ist. Sie sprach kein Wort, es scheint sehr schlimm mit ihr zu stehen."
„Und — Herr Morgan?"
„Er kam am besten weg, Fräulein Graham, aber das will nicht viel heißen."
Ellinor athmete dennoch erleichtert auf, und Harris erzählte weiter:
„Glücklicherweise kam gerade Herr Dr. Wilson mit seinem Landauer vorüber. Er half uns Herrn Morgan in den Wagen tragen und fuhr ihn sofort nach Hause."
„Dann muß ich sofort nach der Villa," erklärte Fräulein Graham augenblicklich; „bestellen Sie zu Hause, daß man mich heute Abend dort abholt. Mit dem Pferde machen Sie, was Ihnen am besten, am barmherzigsten scheint. Sagen Sie auch, daß man Herrn Pott Alles zur Verfügung stellt, was er für Fräulein Baffett braucht. Gehen Sie jetzt gleich nach Hause zurück?"
„Noch nicht gleich, Fräulein. Herr Morgan, der nicht ganz daS Bewußtsein verloren hat, vertraute mir seine Bri se au. Ich versprach ihm, auf den Postboten zu warten und sie ihm mitzugeben. Er wird bald hier vorüberkommen."
„Dann geben Sie ja Acht, daß Sie ihn nicht verfehlen," sagte Ellinor, „denn dies würde Herrn Morgan sehr unangenehm fein" — und ohne noch einen Augenblick weiter zu verlieren, eilte sie au einem Wiesenpfade nach der Villa. Hier Iras sie Frau Wilson in größter Bestürzung, halb weinend vor Augst um den geliebten Bruder, im Garten auf und ab schreitend. Man hatte sie aus seinem Zimmer veroannt, während der Doktor mit geschickter Hand, den wohlerfahrenen Jacris als Assistenten zur Seite, Richards doppelten Arm
Deutsches Reich.
Berlin, den 22. Juli.
X Staatssekretär vo« Muttkamer. Auf das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs von Puttkamer ist, wie die .Berliner Neuesten Nachrichten' hören, bis jetzt noch keine Ent- cheidung ergangen. Ebenso verlautet nach der Versicherung desselben Blattes etwas über die Gründe, durch die der Staatssekretär zu dem Abschiedsgesuche bewogen worden ist; die Vollendung des siebzigsten Lebensjahres könne als Beweggrund doch wohl nicht ernstlich in Betracht gezogen werden. In änderen Blättern ist die Vermuthung ausgesprochen worden, daß das Abschiedsgesuch nicht vollkommen freiwillig, aber doch wenigstens durch Gründe veranlaßt ei, die außerhalb der Person des Staws- ekretärs liegen sollen. Als rnuthmaßlicher Nachfolger wird Herr von Köller genannt, etzt Oberprästdent von Schleswig-Holstein. In Herrn von Köller ist eine politische Richtung verkörpert, die mit einer Versöhnung rationaler Gegensätze nichts gemein hat. Man weiß das von den Dänenausweisungen aus Schleswig- Holstein. Herr von Köller ist ein sogenannter „stramm nationaler Mann".
+ Die vayerifche Negierung mtb die Hetreidezölke. Auch die /Münchener Allgem. Zeitung' bestätigt die Meldung, daß innerhalb.der bayerischen Regierung keine Stimmung vorhanden sei für eine wirksame Erhöhung der Getreidezölle. Sie verzeichnet gleich der ,Korr. f. d. Centrums- preffe' die Thatsache, daß „die Sachverständigen des bayerischen LandwirthschaftSrathesbei den gegenwärtig in München schwebenden Verhandlungen den Eindruck gewonnen" haben, daß „seitens der bayerischen Regierung die Absicht bestehe, zu hohen Zollforderungen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten und die mittlere Linie nicht zu verlaffen." Uebrigensschweben gegenwärtigVerhandlungen über die Verösfentli chung des ganzen Entwurfes, genauer gesagt Entwurf-Vorschlages. Diese Maßregel würde jetzt ohne Zweifel am allerzweckmäßigsten sein.
a Der Wahlkreis Wemek-Aeydekrrrg wird, wie schon erwähnt, augenscheinlich nach der Hauptwahl noch eine Stichwahl durchzumachen haben, zwischen dem konservativen Litauer Matsch ull und dem Sozialdemokraten Braun. Bei der Hauptwahl int Jahre 1898 handelte es sich der Hauptsache nach um einen Litauer und um einen Konservativen. Die Sozialdemokraten haben seit damals etwa 1000 Stimmen gewonnen, die Freisinnigen ebenso viel verloren.
X Der fszialdemokralifche Martei- Sericht ist erschienen, genau gesagt der Bericht der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion über ihre parlamentarische Thätigkeit. Das ganze Machwerk ist eine einzige hohle Redensart, ein fades Spiel mit Worten, ohne daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auch nur eine einzige That aufführen könnte, die sie im Interesse des Arbeiterstandes unternommen habe. Mit dem Anscheine besonderer Genugthuung wird dagegen mit dem alten Ladenhüter geprunkt, daß die Sozialdemokratie im Reichstage auch diesmal dem Reiche den
bruch einrichtete. Die beiden Damen hörten draußen das schmerzliche Stöhnen des halb bewußtlosen Patienten, und mährend Ellinor todtenbleich wurde, brach Frau Wilson in lautes Schluchzen aus.
„O wäre ich doch früher nach Hause gekom- men und hätte ihn oder wenigstens dieses unglückselige Fräulein Baffett zurückgehalten!" flüsterte Ellinor ganz schuldbewußt und in großer Bestürzung.
„Oder hätte er überhaupt nicht nach Vrarford gewollt! WaS konnte er nur dort zu thun haben?" entgegnete Frau Wilson, nicht weniger bestürzt, wenn auch wohl in anderem Sinne,
„Es thut mir so leid," fuhr Ellinor fort, die Augen voll Thränen, „für ihn und für uns Alle. Ich hätte ihn heute so sehr — sehr gern gesprochen."
„Vielleicht werden wir ihn, wer weiß wie lange, nicht sprechen," war Frau Wilsons kalter Trost. „Robert hält entschieden darauf, daß seine Kranken ruhig gehalten werden."
Und der Doktor sagte genau dasselbe, als er eine Stunde später mit den neuesten Nachrichten von seinem Patienten herunter kam. „Nach einer solchen Erschütterung, wie diese war, bedarf er mehrere Tage lang der äußersten Ruhe," lautete sein Ausspruch. „Die ganze Ausdehnung deS angerichteten Unheils läßt sich noch gar nicht übersehen. Jarris und ich werden die Pflege übernehmen, und die Damen mflffen ihn uns überlassen, bis das Schlimmste vorüber ist."
Dagegen gab es kein Auflehnen. Ellior mußte sich folgsam entfernen und die neuen Sorgen dieses ereignißvollen Tages mit nach West- fiels zurücknehmen. Erst am nächstfolgenden Abend erhielt Frau Wilson die Ei laubniß, einen
Etat nicht bewilligt habe. Wenn die Sozialdemokratie den Ausschlag darüber zu geben hätte, würde sie sich schön hüten, das zu thun. Und n einzelnen deutschen Bundesstaaten wird der 8tat auch ganz flott von der Sozialdemokratie ewilligt, wie männiglich bekannt, trotz des „grundsätzlichen Gegensatzes der Arbeiterklaffe gegen den kapitalistischen Klaffrustaat" mitsammt einem „kulturfeindlichen Militarismus", wie der Bericht sich auSdrückt. Mit den grundsätzlichen Gegensätzen innerhalb der deutschen Sozialvemo- !ratie ist eS also bereits so weit gediehen, daß >ie sozialdemokratische Reichstagsfraktion gründ« ätzlich auf einem ganz anderen Boden der Staatsverfaffung steht, als die „Genoffen" in einer Reihe einzelner deutscher Bundesstaaten. Man begreift je länger, desto beffer, warum bei dem nächsten Parteitage die Leitung der Sozialdemokratie grwiffe Dinge hinter verschloffene« Thüren verhandeln laffen will.
+ Der Sühnegaug des Mriuzen Flchn« nach Berlin wird von der ,Ostastatischen Korre- pondenz' bezeichnet als „eine Erwiderung des Besuches des Bruders des deutschen Kaisers in Peking durch den Bruder deS Kaisers von China." Das ist eine starke Leistung in der Fälschung rer Thatsachen. Denn es handelt sich bekanntlich um einen Bußgang, durchaus nicht um einen Besuch aus freundschaftlichen Beweggründen. Zn dieser falschen Auffassung haben aber die deutschen Vertreter in China mitgeh offen; denn sie habe« dem Prinzen Tschun einen so prächtigen und festlichen Abzug bereitet, als handele es sich wirklich um einen Besuch aus herzlicher Freundschaft. Die genannte .Ostasiatische Korrespondenz' aber wird beeinflußt von der Chinesischen Gesandtschaft in Berlin!
* Kirre für die Lehrerschaft wichtige Kutscheiduug fällte kürzlich das Oberoerwaltungs- gerichr. Nach dem Lehrerbesoldungsgesetz von 1897 erhalten nur verheirathete Lehrer und solche, die einen eigenen Hausstand führen (in der Regel gemeinschaftlich mit Verwandten), die volle Miethsentschädigung, die anderen nur zwei Drittel davon. In einer Stadt war den Lehrern, die sich ver heiratheten, die volle Miethsentschädigung erst vom Ersten des nächsten Quartals ab ovsaezahlt worden, ein Gesuch an die städtischm B Hörden UM Gewährung der für verheirathete Lehrer festgesetzten höheren Miethsentschädigung für das betreffende Quartal aber abschlägig be- schieden worden. Infolge deffen betraten die Lehrer den Klageweg. Das Oberverwaltungsgericht entschied nunmehr kürzlich dahin, daß die Lehrer berechtigt sind, vom Tage ihrer Ver- heirathung ab die höhere Miethsentschädigung zu beziehen, sodaß ihnen die Differenzbezüge nachzuzahlen sind.
* A«k de» 71 deutsche« Kise«- Sah«e«, die im Monat Juni mit einer Ge- sammtlänge von 43,952,87 Kilometer im Betriebe waren, wurde auS dem Personenverkehr eine Einnahme von 47,450,419 Mark. 7,065,289 Mark weniger als im Vorjahre erzielt. Der Güterverkehr trug 88,637,993 Mark ein, 1,576,185 Mark weniger als im gleichen Monat 1900. Bei den Mindereinnahmen aus dem Personenverkehr im
Blick in das Krankenzimmer zu werfen. Zum erstenmal feit feinem Unfall hatte der Schlaf den Patienten Überwältigt. Aber es war keine erquickende Ruhe, deren er sich erfreute, denn feine Lippen bewegten sich unbehaglich unter dem Einfluß eines quälenden Traumes.
Mehrmals murmelte er einige Worte vor sich hin und Frau Wilson lauschte gespannt, bi» sie zuletzt deutlich höcte: „Wir können nicht heirathen — noch im$ner nicht. Ich hätte es nicht versprechen sollen--o wäre ich doch
mein eigener Herr!"
Eine unruhige Bewegung erweckte den Schlafenden zu neuen Leidens stunden, und seine Schwester hatte kaum Zeit, unbemerkt davonzuschleichen. Aber das, was sie gehört hatte, genügte, um von Neuem ihren Verdacht wachzurnsen. Sie war überzeugt, daß das Gespenst einer alten Liebesgeschichte sich zwischen ihren Bruder und Ellinor drängte, und ihre Gedanken beschäftigten sich fortwährend mit der Frage, wie sie ihn au8 diesen, nach ihrer Ueberzeugung gewiß unwürdigen Feffeln befreien könne. Schließlich faßte sie den unseligen Entschluß, ein wenig Vorsehung zu spielen und die Hinderniffe aus seinem Wege zu räumen, einerlei, welcher Mittel sie dazu bedürfen würde.
In Westfields lag untetbeffen Fräulein Baffett zwischen Leben und Tod, und eine Woche lang erschien es sehr unwahrscheinlich, das sie wieder genesen werde.
An ärztlichem Beistände und sorgfältiger Pflege fehlte eS ihr nicht.
„Sparen sie an nichts, was ihr dienlich sein könnte," hatte Ellinor am ersten Tage angeord-
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