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28. Jahrgang.
Julöa, Freitag, den 19. Juli 1901
ft Monarchenznsammenüünfte. Von dem
ft Zlochmal» der JaKAfickel. Für die
meisters von Krosigk hat nunmehr daSOber.
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------ (Nachdruck verboten.)
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Die Namensschwestern.
Irei nach dem Englischen von Clara Rheinau.
Fabrikant Meng hi ns »Aachen betont, oaß hier die ersten Kreise stolz darauf sind dem Vin- crnzveretn und Elisabethverein anzugehören, die Vereine würden die Fürsorgeerziehung gern in die Hand nehmen.
Abfl. Landgerichtsdirektor Schmidt meint, wenn die Verhältnisse so lägen, wie in Effen, müffe man allerdings neue Vereine bilden, zunächst möge man aber versuchen, die Vincenzvereine neu zu bel-ben sollen. Die Familienerziehung sei grundsätzlich vorzuziehen, aber nicht durchführbar, die Anstaltserziehung müffe dort ein treten, wo ein moralischer Reiniquagsprozeß nothwendig sei, wenn er selbständig sei.
Msgr. Werthmann bemerkt, die einzelnen Vereine sollten nur gemeinsam marschiren, jedoch
groß. Tr bitte, den CharitaSverband zu beauftragen, an alle Kirchenvorstände auf dem Lande die Aufforderung zu richten, Familien zu benennen.
Msgr. Dr.Werthmann hält es für richtig, in den einzelnen Diözesen Zentralstellen für diesen Zweck zu schaffen.
Bürgermeister Dr. Talbot wünscht eine Organisation aller charitativen Vereine in den einzelnen Orten zum Zweck der Durchführung des Fürsorgegesetzes. In Aachen werde die Einrichtung einer vorläufigen Unterkunftsstelle für gefährdete Mädchen beabsichtigt. Die Zentralen für die Anmeldung von Familien würden beffer für den Umfang der einzelnen Regierungsbezirke eingerichtet, da die Diözesen ost zu groß seien. Bevor man die Kinder in die Familien gebe, müffe man ihren Charakter bei einem Aufenthalt in Anstalten erkunden.
Geistl. Rath Müller-Aßmannshausen räth den Vereinen, die vorläufige Unterkunft nicht selbst zu besorgen, sondern entsprechende Anträge beim Landrath zu stellen. Es seien Fälle oor- gekornrnen, wo der Vormundschaftsrichter erklärt habe, die Kinder seien von privater Seite schon untergebracht und Fürsorgeerziehung daher nicht
ihrem Stande gewählt hat. Wir Morgans find ein wenig stolz auf unfern Namen und unsere Vorfahren, Fräulein Bassett."
„Und die Liebe mag jede andere Ungleichheit ebnen,“ sagte Fräulein Bassett salbungsvoll, um anzudeuten, daß das Spiel noch nicht ganz gewonnen sei.
„O, die Liebe ist allmächtig,“ versetzte Frau Wilson unbefangen. „Sie verleitet uns oft zu viel seltsameren Handlungen, als sie je van Fräulein Graham fordern wird.“
Bei dieser sehr allgemeinen Bemerkung wurden Fräulein BaffeU's dunkele Züge von einer glühenden Röthe übergoffen, die sofort einer ungewöhnlichen Bläffe wich. Aber sowohl ihr veränderter GestchtsauSdruck, als Ellinor'S nervöse Erregung entzogen sich bald der Beobachtung in dem dunkeln Wagen, der in diesem Augenblick vorfuhr. Herr Morgan wählte seinen Platz neben dem Kutscher und dke kleine Gesellschaft rollte rasch der Heimath entgegen.
Am nächsten Morgen saß Ellinor, eine aus- gezeichnete Reiterin, schon frühzeitig im Sattel, um nach der Villa hinüber zu reiten. Von ihrem Vorrechte als Hausfreundin Gebrauch machend, klopfte sie, ohne abzusteigen, mit ihrer Reitpeitsche an eines der großen Fenster von Frau Wilfon'S Frühstückszimmer.
Sie sah wunderbar frisch und strahlend aus, als ob ihr etwas sehr Freudiges begegnet wäre.
„Ich habe Nachricht von Papa erhalten,“ rief sie, al« ihre Freundin da» Fenster öffnete. Spätestens in einem Monat, vielleicht schon in 14 Tagen wird er hier sein. Und — und mit
nöthig.
Pfarrer Rieg aus Württemberg, wo bte Zwangserziehung ähnlich wie in Preußen eingestellt ist, berichtet, daß die 4 Landarmenverbände, denen auch die Kosten aufgetragen sind. Anmelde- u .........
stellen für geeignete Familien eingerichtet haben, jtalienifchen Königspaare war behauptet worden.
Von anderer Seite wird angeregt, die wetbe im Spätsommer oder Herbst am Zaren- Provinzial- Vincenzvereine möchten die lokalen I Lce in Petersburg einen Besuch machen. Die Vereine auf das Fürsorgeerziehungsgesetz auf- Behauptung klang wenig wahrscheinlich und> wtrd merksam machen. ;eM unmittelbar al« falsch bezeichnet. Schon früher
Fabrikant Rich. Schmitt aus Fulda tbedt zutreffend berichtet worden, daß da» italienische mit, daß in der Diözese Fulda von den M cenz- Königspaar in diesem Jahre noch gar keine Be- oereinen ein Diözesanverwaltungsrath zur Aus- tuÄe an fremden Höfen machen werde. Die ersten führung des Gesetzes sich gebildet habe. Diese Besuche müßten dann doch auch an den Höfen der Zentralstelle steht in enger Verbindung mit den Dreibundmächte stattfinden. , kirchlichen und weltlichen Vereinen. Den Vmcenz- Nochmals der JaK Aickel. Für die vereinen werde durch das Gesetz direkt neue8 gtmittelung des Mörders des Rrtt- Leben zugeführt. . meisters von Krosigk hat nunmehr daSOber-
In Essen ist ein Hermann Joseph-Verem ktegsgericht des ersten Armeekorps in Königs- zur Ausführung des Gesetzes begründet. Der I h„g eine Belohnung von eintausend Vincenzverein fei für diese Aufgabe nicht geeignet, gjjari ausgesetzt. Der Sergeant Hickel, der da chm in den Industriestädten nur Arbeiter und Dom Kriegsgericht in Gumbinnen sreigesprochen kleine Handwerker angehörten. Der Oberbürger- wurde, kommt also ganz augenscheinlich alS meister habe dem neuen Verein eine Absage zu ----- - J-*-i -
tbeil werden lassen, da er alles mit seinen Armen- pflegem allein machen wolle. Man werde sich dadurch aber nicht beirren lassen.
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Thäter auch für das Oberkriegsgericht gar nicht in Betracht. Nichtsdestoweniger befindet R der Sergeant Hickel nach wie vor in Haft. Der Geheime Kriegsrath und frühere Staatsanwalt Dr. Romen gibt sich in einer langen Dar- legung in der .Deutschen Juristenzeitung' außer- ordentliche Mühe, um zu beweisen, daß der Sergeant Hickel gar nicht in Haft behalten, sondern auf Grund neuer Verdachtsgründe „neu verhaftet“ worden sei. Wenn Jemand „neu verhaftet“ werden soll, muß er sich vorher unberingt in Freiheit befunden haben. Wenn aber Jemand aus der Haft in den GerichtSsaal und aus dem GerichtSsaal noch erfolgter Frersprech- ung in die Haft zurückgeführt wird, kann au® die allerspitzigste Spitzfindigkeit eines Junsten nicht den Beweis dafür erbringen, daß es sich um eine Neuverhaftung handele. Von Bedeutung ist der Umstand, daß ein höherer Beamter de» Kriegsministeriums kS ist, der die Festhaltung
Deutsches Keich.
Berlin, den 18. Juli.
163.___________
6. Charitastag in Aachen.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
C.P.C. Aachen, 18. Juli 1901.
Eine imposante Schaar von Freunden und 'Freundinnen der Charitas füllte gestern Abend den großen Saal des Zoologischen Gartens bei der ersten öffentlichen Charitas-Ver- fammlung. Als erster Redner entwarf Herr Prälat Dr. BelleSheim (Aachen) ein glänzendes Bild von dem gemeinnützigen Wirken der Aachener Armenschwestern vom hell. Franziskus. Es sind jetzt gerade 50 Jahre vergangen, seitdem Franziska Schervier in Aachen diesen charita- tiven Orden stiftete.
Herr Profeffor Dr. Schröder (Münster): Die Mutterliebe ist die opfermüthigste Liebe, sie ist das Urbild der CharitaS, ihre Uebung auf geistlichem wie leiblichem Gebiete ist der Beruf aller Jungfrauen und Frauen, insbesondere aber der christlichen. Bei dem charitativen Wirken der Jungfrauen und Frauen ist der mütterliche Beruf, die mütterliche Liebe der Ausgangspunkt. Gott hat denselben auch ganz besondere Gaben zur Ausübung des charitativen Berufes gegeben. Mögen unsere Frauen den christlichen Geist bei ihren Kindern erhalten, das ist das erste und wichtigste Gebiet, wo sie charitativ wirken müssen. Die Erziehung bleibt daS vornehmste für die .Zukunft jedes Menschen; das Erziehungsrecht bleibt der Mutter, und sie kann durch Niemanden ersetzt werden, wenn sie selbst auch alle anderen ersetzen kann. Die Zukunft des menschlichen -Geschlechtes hängt davon ab, ob die Frauen ihre soziale ErziehungS-Arbeit ausüben. Alles, was sie in der Erfüllung dieser Aufgabe hindert, ist von den Frauen nie und nimmer als ihre Pflicht zu erachten. Die Frauen sollen ihre charitatioe Arbeit auch auf das Gesinde erstrecken. „Frau Meisterin“ hieß es früher, und das Berhältniß zwischen Dienstboten und Hausfrau war so eng, wie es jetzt feiten mehr angetroffen wird. Mögen unsere Frauen auch die Mütteroereine, die Elisa- bethoereine hochhalten, um durch sie Elend, Armut und Krankheit zu lindern. Denken Sie auch an den Afrika - Verein deutscher Frauen und Jungfrauen!
P. Dalmatius (Venloo): Soll die Kluft zwischen Arm und Reich, die sich in unserer Zeit aufgethan hat, wieder geschloffen werden, dann genügt es nicht, Gold und Silber in die Kluft zu werfen; es muß jeder sich selbst Hineinoersenken, Arm und Reich müffen sich vereinigen zu einem großen Kreuzzuge der Charitas. Möge der heilige Drang in allen Katholiken auf wallen, um sie hinzureißen zu Tdaten, die den Armen versöhnen mit feinem Elend, seinem Gotte. Der Arme steht heute im Reichthume eine Herausforderung, die ihm höhnend zürnst, daß das Elend sein wird immerdar, und darum haßt er diejenigen, die beffer bedacht sind als er. Die öffentliche Armenpflege kann diese Kluft nicht be- fetttgen, denn eS fehlt ihr an Siebe. Der Arme verlangt Freunde, die ihm mit Liebe entgegenkommen. Die Armenfrage will mit dem Herzen erfaßt und gelöst sein. Das thut der Charitas- Berband; er ruft allen heute zu: der Arme fühlt den Mangel an selbstloser Liebe. Wer Liebe von euch hat, der theile sie aus! Ich rufe diese Worte
„WaS ist Ihnen? waS haben Sie?“ fragte tr erschreckt. „Hat die Musik Sie so sehr an- gegriff-n?"
„Rein, o nein,“ flüsterte Ellinor, „eS ist — eS ist — nichts. Nur jenes schreckliche Lied, dieses leidenschaftliche „Komm, Margarita, komm!“ aus Sullivan's neuer Cantate — ich bin keine Margarita, daß weiß ich, ich bin nur Ellinor; aber mir war, als ob Jemand mich riefe! O, Herr Morgan,“ fügte sic bebend bei, „ich — ich — möchte hier bleiben; aber manchmal scheint es mir, als müßte ich zurückkehren!“ Ein Schluchzen unterdrückend und ihr Spitzentuch fester um sich ziehend, schmiegte sie sich, wie hilfesuchend, an ihren Begleiter an.
Nur die Worte, nicht die Bewegungen des jungen Paares waren den beiden älteren Damen entgangen, lieber Fräulein Bassett'- langes Gesicht huschte ein eigenthümliches Lächeln.
„Fräulein Graham erwartet ihren Vater m t großer Ungeduld,“ sagte sie in halblautem Tone zu ihrer Gefährtin; „ich hoffe, er wird bei seiner Ankunft zufrieden sein mit der Art und Weise, in der seine Tochter über ihre Zukunft verfügte.“
„Ich hoffe eS ebenfalls," antwortete Frau SBilfon, angefeuert durch diese nicht rnißzuver- stehende Bemerkung. „Aus alle Fälle wird Herr Graham finden, daß seine Tochter nicht unter
jener bei ihr seltenen Schüchternheit, die sie so sehr verschönte, „kann ich mit Herrn Morgan sprechen?"
„Mein Bruder ist schon seit einer Stunde irgendwo in Westfields,“ entgegnete Frau Wilson. „Harri» schickte nach ihm, ich glaube wegen des Karpfenteiche». Bedürfen Sie seiner?"
„Ich fürchte, ich bedarf seiner immer“ gestand Ellinor, „und gerade jetzt' — mit einem leichten Erröthen — „so ganz besonder». Aber vielleicht begegne ich ihm. Wenn nicht, werde ich ihn suchen und zu mir in'» Haus bitten lassen. Ich habe an Papa einen Brief geschrieben, den er in Neapel finden wird. Ich will ihn jetzt selbst zur Post bringen. Kann ich dort etwa» für Sie besorgen?"
„Danke, nein."
„Soll ich vielleicht Herrn Morgan'» Briefe mitbtingen, wenn deren angekommen find?"
Frau Wilson belustigte diese» beständige Hereinziehen Morgan's in die Unterhaltung natürlich sehr. Aber sie war entschloffen, vorläufig nichts zu sehen und lehnte dankend ihr Anerbieten ab mit dem Bemerken, ihres Bruders Briefe befänden sich jeden Morgen in de» Doktors Posttasche.
„O, dies ist aber wirklich nicht der Fall!“ rief Ellinor sehr bestimmt. „Ich habe sie schon oft in dem kleinen Gefach mit der Aufschrift .postlagernd“ auf dem Postamt liegen sehen. Deßhalb geht er auch wahrscheinlich so oft nach Vearford hinüber, und so dachte ich ihm einen Weg zu sparen.“
„Sehr liebenswürdig von Ihnen," sagte Frau Wilson. „Aber Sie find entschieden beffer über
sei es das Prinzip des CharitaSverbandeS, überall einen gewissen Zusammenschluß zu erbeten. «,
Als letzter Redner verbreitete sich hieraus Dr. rned. B lum-M.-Gladbach über die gesundheitliche und sittliche Bedeutung der Wohnungsfrage mit besonderer Berücksichtigung der Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankhett. An der Hand eines überaus reichhaltigen statt- stischen Materials wies Redner nach, daß Volks- ge undheit und Volksgesittung mit den WohnungS- verhältniffen in engster Beziehung stehen. Erne Abhilfe der bestehenden Wohnungsnoth könne nur durch ein ReichSwohnungsgesetz und andere gesetzliche Maßnahmen geschaffen werden. Aufgabe der sozialen und charitativen Bereimgungen fei es in erster Reihe, das Jntereffe für die Wohnungsfrage zu erwecken und wach zu hauen und damit eine vernünftige Wohnungspoltttk in die Wege zu leiten.
Lebhafter anhaltender Beifall lohnte den Redner für feine formvollendeten und Wit« reichen Ausführungen, die trotz der vorgerückten Zeit bis zum letzten Augenblick bte gespannte Aufmerksamkeit der Versammlung fanden. — Schluß der Sitzung 1 Uhr.
(Schluß folgt.)
seine Angelegenheiten unterrichtet als ich," sügte sie in etwas scharfem Tone bei, der Elltnor erschreckte. .
„Nun, schelten Sie aber nur nicht mit ihm, bat sie schmeichelnd, besorgt, ein Geheimniß ver- rächen zu haben; „es wird irgend ein auSRdi- scher Freund sein, der ihm auf diese Weise schreibt. Bitte sprechen Sie doch nichts mehr darüber.“ . „ _
„Nun, so will ich es nicht thun, wenigstens nicht jetzt,“ versprach Frau Wilson gutmütig. Wenn Ellinor nicht eisersüchtig war, warum sollte sie eS fein? Nichtsdestoweniger grübelte sie nach der Entfernung der jungen Dame etwas unbehaglich über die Neuigkeit nach und besann sich, wie sie den Namen des unbekannten Brief- schreiberS erfahren könne. Ein günstiger Zufall wollte, daß ihre Neugierde sehr bald befriedigt WUtUm die Mittagszeit kehrte RAard koih- bespritzt von seiner Arbeit heim. Nachdem er feine Kleider gewechselt hatte, setzte er sich an den Schreibtisch in feinem eigenen Zimmer, um feinen zweiten wöchentlichen Bries an Simöeab« jufaffen. Heute fiel ihm diese Ausgabe doppelt schwer, denn wieder mußte er von einem neuen Aufschub melden. Zweimal begann er seine Epistel, zerriß aber jedesmal die unvollendete Seite in kleine Stücke. Dann schrieb er die Adresse auf die Briefhülle und begann »um dritten Mal. Aber kaum hatte er die ersten i Worte „Meine Liebe" geschrieben, al8 er hinunter gerufen wurde, um mit dem Verwalter von I Westfields zu sprechen.
insbesondere den Arbeitern und Handwerkern zu, I < en Mitgliedern der katholischen Arbeiter- und i i kfeCenoereine. Arbeitet in selbstloser Liebe und ' < lott wird euch dereinst beim Gerichte auSzeich- nen als die Wohlthäter der Menschheit.
ES verdient Erwähnung, daß die gestrige allgemeine Versammlung im Zoologischen Garten an ca. 3000 Personen besucht war. Die Theilnehmerzahl der berathenden Versammlungen lelrug bisher ca. 300. Die heutige Versammlung eitete ein Bericht deS Benediktinerpatres Dr. Rem. Zörster au8 MaredsouS über die Charitas I n Belgien ein.
Redner schilderte die charitattve Thatigkeit der katholischen Universität durch die Schule für wlitische und soziale Wiffenschaften und die zöhere Philosophie und besprach bann die außerordentliche Förderung des Wohlergehens des Volkes durch da« katholische Regierungssystem.
Msgr. Werthmannn nimmt aus dieser Anregung Veranlassung, den deutschen Katholiken zu empfehlen, sich dem eingehenden Studium der | »elgischen Charitas zu widmen, da man hier ganz i iberraschende neue Gebilde der Charitas stnde.
Frau Dr. Trimborn-Köln referirt hierauf I Iber die Bahnhofsmission in Köln und Rachen, in dem sie zuvor ein anschauliches Bild der protestantischen inneren Mission gab. Zu der katholischen Bahnhofsmission im Rheinland gab Weihbischof Schmitz den Anstoß. In Köln befänden sich eine Reihe von Vermietherinnen, die zuziehende Mädchen in Stellen brächten, bje sie gar nicht wünschten. Achtzig Damen des marianischen Schutzvereins Üben in Köln die Bahnhofsmission. Aehnliche Vereine gibt es in München, Berlin, Breslau, Mainz und Aachen. Auch Düffeldorf will jetzt zu der Einrichtung übergehen. Die Rednerin gab ein drastisches Bild von der Arbeit der Kölner Bahnhofsmission und bittet die Geistlichkeit auf die Bahnhofs- Mission Überall aufmerksam zu machen, damit die Mädchen Vertrauen gewinnen. (Beifall.)
Abg. LandgerichtSdireklor Srhmitz-Düffel- dorf sprach hierauf über die Mitwirkung katholischer Vereine zur Ausführung deS Fürsorgegesetzes. Redner bittet jeden > Einzelnen, den Segen des Gesetzes hinauSzutragen bis in daS letzte Dorf, die letzte Hütte.
Kaplan C l a a se n - Düffeldorf führt aus, das soziale Milieu führe viele Jugendliche in die Se- sängniffe; die jugendlichen Gefangenen in Düffel- dorf wünschten fast durchweg nicht wieder in ihre Familie zurückzukommen, sondern in Fürsorgeerziehung gebracht zu werden. Um das Fürsorgegesetz populär zu machen, sei die Verbreitung der Schriften deS Vorredners über bad Gesetz, bie vom Minister Frhrn. v. Rheinbaben als ganz hervorragenb bezeichnet seien. Die Broschüre, bie in einer kleineren unb einer größeren Ausgabe bei Schwann-Düffelborf erscheint, heißt: „Weg- weiser zum Fürsorgeerziehungsgesetz.“
Propst Harkort-Bochum bezeichnet es als außerorbentlich schwierig, geeignete Familien zu finden, bte bie Fürsorgeerziehung übernehmen könnten, unb begrüßt bie Anregung, bie Kirchen- vorstänbe mit biefer Aufgabe zu betrauen. Aus Bochum seien schon eine große Reihe von Kin- btrn untergebracht, bas Bedürfniß nach weiterer Ausbkhnung ber Fürsorgeerziehung sei aber noch