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M 161. Jutöa, Mittwoch, den 17. Juli 1901. 2& Jahrgang?
6. Charitastag in Aachen.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
CP.C. Aachen, 16. Juli 1901.
Nach einem feierlichen Hochamt in der Münster- kirche begann heute Morgen im Burtscheider Kurhause die Generalversammlung des Charitasverbandes. Die bereits gestern genannten Ehrengäste nahmen an den Verhandlungen Theil.
EhrenstistsherrPfarrer Metzmacher richtete einen herzlichen Willkomm an die erschienenen Mitglieder und die Vertreter der Behörden, insbesondere den Oberpräsidenten Exzellenz Raffe. Der Erzbischof ist leider am persönlichen Erscheinen verhindert. Der Redner verbreitete sich nach der Begrüßung über das Wesen und die Bedeutung der Charitas. Richt Reichihümer, nicht die Zahl derer, die mit uns arbeiten, nicht die glatten Verhältnisse, in denen die Charitas wirkt, vermag uns Gottes Segen zu geben. Wollen wir Gottes Segen und damit wahren Erfolg für unser charitatives Wirken, dann müffen wir opfern können, in der Nachfolge Jesu uns selbst opfern, d. h. auch geringe Dienste ausübk N, Dienste, die uns keinen Ruhm bringen bei den Menschen, Dienste, die der Eitelkeit nicht schmeicheln. Wir müffen uns selbst entäußern können, unter Umständen verzichten aus ein kostbares Gewand, ein glänzendes Fest, einen theuren Haus- zierrath, um einmal für die Charitas um so tiefer in die Börse greifen zu können. Wir müffen gewillt sein, persönliche Unbequemlichkeiten auf uns zu nehmen und alle persönliche Empfindsamkeit bei Seite setzen. Nur so üben wir wahre Charitas, die CharitaS, die uns Macht gibt über die Herzen der Armen, der Kranken an Herz und Körper. Wir können nicht Noth und Elend aus der Welt schaffen, aber wir können trösten und indem wir unsere Opferwilligkeit durch die That beweisen, der Verbitterung entgegen wirken, die so leicht das Herz des Nothletdenden erfüllt. Noch gibt es leider so viele, die jene als Sonderlinge betrachten, die Frieden in die Brust des Armen und Elenden zu pflanzen sich bestreben. Möge der Charitastag der heiligen CharitaS in den Kreisen dieser noch abseits stehenden Welt eine neue Armee gewinnen gegen daS soziale Elend. Redner verweist auf die sozialen Bestrebungen des Kaiser- und des heiligen Vaters und beschließt mit einem Hoch auf beide Autoritäten, in daS die Anwesenden lebhaft einstimmen. Die Versammlung beschließt dann die Absendung von Huldigungstelegrammen an Kaiser und Papst.
Namens der Regierung begrüßte dann der O b e r- präsidentExcellenz Rasseden Charitastag und bemerkte: Gewiß ist in den letzten Jahrzehnten durch Reichs- und Staatsgesetz sehr viel zur Hebung der Lage der Bedrängten und Armen in unserem Volke geschehen, aber es bleibt unendlich viel für die christliche Nächstenliebe zu thun, um der Seelen- und Letbesnoth der Aermst-n in unserem Lande zu begegnen. Es geschieht ja Manches seitens der einzelnen Lokal-Vereine, es fehlt aber noch die Zusammenfaffung und Regelung dieser Thätigkeit. Es ist ein Verdienst des Charitas- VerbandeS, und ich danke ihm von meiner Stelle
Die Namensschwestern.
Frei nach dem Englische» von Clara Rheinau.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
„Fräulein Graham's Wagen!" meldete der Diener in diesem Augenblick, und Ellinor sprang aus, laut klagend, daß sie nun in diesem schrecklichen Kasten davon rumpeln rnüff«, während es doch fünfzigmal schöner gewesen wäre, zu Fuß zu gehen, oder hinüber zu rudern."
„Allein in beiden Fällen hätten Sie einer besonderen Schutztruppe bedurft," bemerkte Oberst Mellin lächelnd.
„Die ich sicher gesunden hätte," rief sie heiter. „Herr Pott hat ja fast den gleichen Weg mit uns, nicht wahr?"
Aber obgleich ihre muthwillig funkelnden Augen einen Moment auf dem behäbigen Dorfmedikus ruhten, blitzten sie rasch wieder zu Richard Morgan hinüber, klar andeutend, wen sie zu ihrem Begleiter erkoren haben würde.
„Eine nette, junge Dame, das läßt sich nicht leugnen," wandte sich der Oberst zu Frau Wilson, als der Wagen nach Westfields abgefahren war. „Wenn sie sich auch in chre neue Stellung noch nicht recht zu finden weiß, nichts entschädigt doch für den Mangel einer guten Erziehung. Sind fie nicht auch dieser Ansicht, Herr Morgan?"
„Ich fürchte, nein," versetzte dieser so rasch, daß Oberst Mellin mit einem kaum unterdrückten Lächeln abwaudtr, um genau dem gleichen Ausdrucke in Frau Wilsons Zügen zu begegnen.
aus dafür, daß er auf diesem Wege vorgegaugen ist. Sie dürfen überzeugt sein, daß ich und die Zweige meiner Verwaltung sich von Herzen freuen, wenn unsere Arbeiten sich verbinden.
Oberbürgermeister Veltmann richtete eben- falls herzliche Worte der Begrüßung an die Versammlung, indem er an die fortwährende Unterstützung der charitativen Bestrebungen durch den Oberpräsidenten erinnerte und auf die charitativen Anstalten der Stadt Aachen verwies.
Msgr. Dr. Werth mann dankte den Vertretern der Behörden und machte Mittheilung von den Begrüßungs-Kundgebungen des Fücstbischofs von Breslau, des Erzbischofs von Freiburg, der Bischöfe von Rottenburg, Fulda, Ermland, Münster, Trier, Straßburg, Würzburg, Osnabrück und Speyer, sowie der Weihbischöfe von Köln und Breslau. Außerdem sandten Begrüßungs- Schreiben der Vorsitzende der schlesischen Malteser- Ritter Graf Praschma und Graf Hompesch.
Zu Ehrenvorsitzenden des Charftastages wurden gewählt: SliftSprobstDr. Buschmann- Aachen, Prälat Nottebaum-Aachen, Ober- bürgermeister Veltmann-Aachen; als Vor- sitzender fungirt Msgr. Werthmann, als Vizepräsident Dechant Stoff-Koffel, als Schriftführer Stadtrath Menghius-Aachen und Kaufmann Klinkenberg-Aachen. -P äfident der heutigen Hauptversammlung ist Bürgermeister Talbot, der morgigen Graf Droste-Vische- ring-Erbdroste.
Die Versammlung erthrilte hierauf dem Kasfirer Dr. Krebs-Freiburg Decharge. Aus dem Kaffenberichte geht hervor, daß die Ge- sammtetnnahmen des letzten Jahres (bis 1. Juli) 15773 Mark betrugen, die Ausgaben 15560 Mark. Das Gesammtvermögen des Verbandes beträgt 13803 Mk. Davon find in Baar vorhanden 6553 Mark.
Msgr. Werthmann theilte hiexaufmit, daß dem Verbände als Mitglieder angehören: 8 Bischöfe, 10 Mitglieder von Fürstenhäusern, 135 Mitglieder des Adels, 207 Vereine im, Anstalten , 49 Mitglieder von Domkapitel, 742 Seelsorger und 786 Laien.
Unter großem Beifall der Versanwiung erklärten hierauf Oberpräsident Ra fe und Regierungs - Präsident von Hartmann ihren Beitritt zum Verbände.
Für die Ausbildung von ländlichen Krankenpflegerinnen sind rund 4300 Mark verwendet worden; davon gab der Verband 950 Mark, der Oberpräfident Raffe aus Provinzialfonds 1000 Mark, durch Kreis- und Gemrindebeiträge wurde der Rest gedeckt.
Der Vorsitzende gedachte dann der verstorbenen Mitglieder deS Verbandes, insbesondere des verstorbenen Kölnischen Oberhirten und des Legations-Raths von Kehler-Berlin, dem es noch vor seinem Tode gelang, einen Charitasverband für Berlin zu gründen.
Per Akklamation wählte die Versammlung hierauf die Mitglieder des Ausschusses. Die bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt und außerdem der Präsident des Obrrlandeskullus- gerichts, Rintelen, Fabrikant Kern-Aachen, Justizrath Trimborn-Köln, Graf Praschma,
Beide ahnten nicht im Entferntesten, daß Richards rasche Antwort durchaus nicht von einer plötzlichen Bewunderung der Erbin eingegeben war, sondern von dem Gedanken an das holde Wesen, das seine Jugend fern von England verbracht hatte, aber an feinem, taktvollen Benehmen wohl der vornehmsten Dame dort nicht nachstand.
6. Kapitel.
Inzwischen machte Richard Morgan die niederdrückende Entdeckung, daß sein Aufenthalt in England sich unerwartet in die Länge ziehen werde. Ehe die ersten vorbereitenden Arbeiten in Westfields nur recht im Gange waren, hatte der April sein Ende erreicht, und ehe» Herr Barker sich von einem Gichtanfalle erholte und von der darauf folgenden Badereise zurückkehrte, war auch der Mai beinahe vorüber. So kam der Hochsommer heran und jeder der beiden Pläne, die Richard Morgan nach England ge- lockt hatten, schien noch weit von seiner Ausführung entfernt.
Fräulein Graham selbst war in sehr wankel- müthiger Stimmung, nJjm aber Richard's Dienste unaufhörlich in Anspruch. Bald drängte sie ihn, die Arbeiten möglichst zu beschleunigen; dann wieder schien sie geneigt, die ganz; Sache bis zum nächsten Frühjahr aufzuschieben. Auch Herr Barker hatte wegen der geplanten Theil- baberschaft noch keine Entscheidung getroffen. Obgleich einige Unterredungen mit Richard ihn völlig überzeugten, in iyrn den richtigen Mann gefunden zu haben, bat er stch doch Bedenkzeit aus. Ec glaubte eS der Würde seiner Firma
Graf Droste-Bischering und Dr. Weiß- München.
Hiermit war der geschäftliche Theil erledigt und eS folgte die allgemeine Berathung.
Zunächst referirte Bürgermeister Dr. Talbot- Aachen über Wohlfahrtsanstalten und Wohlfahrts- einrichtunge« in der Stadt Aachen. In dankens- werther Weise ist den Mitgliedern des Kongreßes eine von dem Referenten und dem Hauptlehrer Wagels herausgegebene Broschüre, die diese Materie eingehend behandelt, übergeben. Aus dem Referat sei erwähnt, daß das Fürsorgegesetz bereits jetzt in Aachen erfreuliche Früchte getragen hat. Die freie Armenpflege arbeitet mit der städtischen Hand in Hand. Auffallend ist, daß das Steigen und Fallen der Noth wenig beeinflußt wird vom Auf- und Niedergang der Industrie. Der höchste Prozentsatz der Unterstützten, nämlich 51 emfällt auf Altersschwache (31% Kranke). Von den Altersschwachen waren % vorzeitig Altersschwache. Daneben waren in Siechenanstalten noch 184 Männer und 114 Frauen untergebracht. Der Referent führt den hohen Prozentsatz der frühzeitig Invaliden zurück auf die früher weitver- breitete Kinderarbeit, das Zusammenarbeiten der beiden Geschlechter mit seinen fittlichen Schäden, die frühen Heirathen, den Mißbrauch geistiger Getränke und der vielfach leichtlebige Sinn der Bevölkerung. Das Aachener Volkrbureau hat bei seiner Thätigkeit noch nicht den erwarteten Anklang bei der Bevölkerung gesunden, der Versuch, für die Bedürftigen billige Nahrungsmittel zu be- ziehen, hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Die Wohnungsnoth wird durch mehrere gemeinnützige Gesellschaften bekämpft- Der Kreis der charitativen Anstalten in Aachen ist sehr reich, auf vielen Gebieten ging Aachen als erste Gemeinde vor; es hatte z. B. die erste Entbindungsanstalt. Redner schloß seine Aurfühiungen mit der Bemerkung, die Stadt Aachen sei gern bereit, in noch engere Verbindung mit der privaten Wohlthätigkeit zu treten.
Msgr, Werthmann knüpfte an das Referat die Aufforderung, in Aachen einen lokalen Charitas verband zu gründen.
Nächster R-se ent war Profeffor Dr. med. Wes euer-Aachen. Er behandelte das Thema: Die Bekämpfung der Trunksucht in ihrer chari- tativen und sozialen Bedeutung. Redner streifte die Schädlichkeit des Alkoholgenuffes und besprach dann die Mittel zur Bekämpfung der Mißstände. Zunächst verlangte er eine weit ausgedehntere Be- theiligung aller praktischen Aerzte in dem Kampfe gegen den Alkoholismus. Die Zurückhaltung der Aerzte findet Redner erklärlich durch die rigorose Bekämpfung der Vertreter der Mäßigkeitsbewegung unter einander. Der praktische Arzt stehe im Allgemeinen auf dem Standpunkt, daß ein mäßiger Alkoholgenuß nicht schädlich sei. Hebet das Maß der Schädlichkeit sei man im Einzelnen noch nicht einig, weshalb die Aerzte vielfach eine ab wartende Stellung einnähmen. Ec halte dos für ein Unrecht und erkläre 18 für eine Pflicht unter allen Umständen, den Alkohol- mißbrauch zu bekämpfen. Was die Anwendung des Alkohols als Heilmittel angehe, sei die erdrückende Mehrheit der praktischen Aerzte einig, daß der Alkohol ein Heilmittel sei, jedoch müffe schuldig zu fein, in einer so wichtigen Lache keine hastige Entscheidung zu treffen.
Richard Morgan war wie auf die Folter gespannt; die eigene Häuslichkeit schien ihm wieder in weile Ferne gerückt, es war ihm nicht einmal möglich, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann er Aimör nach England abholen könne. Jeder seiner Briefe, dieser ersten schüchternen Siebesbtiefe seines Lebens, verrieth die trübe Stimmung, in der er sich befand. Endlos zogen sich ihm die Tage dahin, und die frische, heitere Laune, die er mit herübergebracht hatte, wich unter dem Einfluffe steter Sorge wieder der früheren Zurückhaltung.
Manchmal erfaßte ihn das Bei langen, seinen freundlichen Schwager ins Vertrauen zu ziehen; aber der Gedanke, daß Eheleute keine Geheim- ntffe vor einander haben dürfen, legte ihm stets wieder Schweigen auf. So verbrachte er denn, Geschäfte vorschiebend, fast den gaizrn Tag auf dem Fiuffe oder in den Anlagen von Westfields, und an den Abenden studirte er auf seinem Zimmer, um vertraulichen Unterredungen mit seiner Schwester aus dem Wege zu gehen.
Ellinor Graham bemerkte diese Veränderung sehr bald.
„Ihr Bruder ist in der letzten Zeit gan- anders geworden," sagte fie eines Tages zu Frau Wilson, als sie sich wieder einmal un- eingeladen beim zweiten Frühstück in der Villa eingesunven hatte. „Warum ist er so still? Hat er etwas, das ihn quält?"
Ein flüchtiges Lächeln huschte bei dieser Frage über Frau Wilsons Gesicht. „Vielleicht — es kann schon sein," versetzte sie gedehnt.
es dem Arzt stets zur Pflicht gemacht werden, dem Patienten genau die tägliche Dosts vorzuschreiben, genau so wie dies bei andern differenten Mitteln geschehe. Weingeist fei kein Brustthee, wo es auf ein paar Taffen nicht an- komme. Sobald der Alkoholgenuß nicht mehr zu dem Heilzwecke nothwrndig sei, müffe der Genuß selbstverständlich aushören; bei chronisch kranken Kindern müsse die Verordnung des Alkohols natürlich sehr zurückhaltend sei«. Der Werth des Alkohols als Nahrungsmittel ist bei gesunden Menschen sehr zweifelhaft, bei Kranken fthlen einwandfreie Prüfungen. Als Genußmittel ist der Alkohol weniger schädlich als oft behauptet wird. Die Alkohol genießenden Völker find in ihrer Entwickelung stets weiter vorgeschritten im Gegensatz zu den Anhängern des Islams, die den Alkoholgenuß ganz ver- werfen. Alkohol ist in bestimmten Gaben zw-if.llos ein Gift; aber bei allen Giften gibt es Grenzen, unter denen ihr Genuß entweder fein schädlicher oder ein direkt heilsamer ist. Die von den Abstinenten empfohlenen Effah- aetränke enthalten auch Gifte, so eine Tasse Kaffee % der überhaupt für eine Dosts zulässigen Menge Kaffein, eine Taffe Thee %, eine Taffe Chokolade % der zulässigen Menge deS b. t-effenden Giftes. c
Als Grundsätze für den Alkoholgenuß stellte Redner dann auf.
1) Die völlige Enthaltung ist nothwendig für gesunde Kinder dis zum 14. Lebensjahr, dann für alle Trinker resp. solche die es gewesen und geheilt sind, weiter für die, deren direkte Ascendenten Trinker waren und für Geisteskranke und gehellte Geisteskranke. Höchst empfehlens- werlh ist die Enthaltung auch für die, deren Eltern geisteskrank waren.
2) Die Enthaltung von gewohnheitsmäßigem Alkoholgenuß ist geboten für jugendliche Personen zwischen dem 14 und 18 Jahre, bei Nierenkrankhelten, vielen Leber- undHerzkranken, Epileptikern, Hysterikern, Gichtkranken, Personen die Neigung zu Schlaganfällen haben, manchen Darm- und Magenkranken. Bel schweren Fällen dieser Krankheiten ist absolute Abstinenz empfehlenSwerth.
3) Die absolute Mäßigkeit ift erforderlich für ave Übrigen nicht gesunden Personen.
4) Eine relative Mäßigkeit ist bte Pflicht aller Personen. Darunter ist zu verstehen ein dauernd mäßiger Genuß mit Gestattung, bei besonderen Gelegenhefte» etwas mehr zu trinken, aber nicht bis zur Birauschtheit.
Totale Abstinenz hält Redner auch noch für alle diejenigen für nothwendig, die sich mit der Heilung von Trinkern beschäftigen, sowie für die Agitatoren für die Mäßigkeitsbewegung. Das Quantum Alkohol, das dem Gesunden nicht schadet, schätzt Redner auf 40 bis 50 Gramm täglich; es würde das bei 4% Alkoholgehalt 1 % Liter Bier und bei Wein % Liter pro Tag ausmachen.
Je konzentrirter der Spiritus ist, desto stärker ist natürlich die Wirkung und bedenklicher der Genuß. Redner konstatirt, daß die von ihm proklamirten Grundsätze vom Charitasverbande, sowie vom deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke gethrilt werden. Vom St^te
„Das ist sehr schade!" rief Ellinor ganz unbefangen. „Können wir ihm nicht darüber hinweghelfen, was es auch fein möge?“
„Hm, Sie könnten es vielleicht," antwortete Frau Wilson bedeutungsvoll, aber doch etwa- weniger lebhaft als sonst; denn sie fühlte, daß sie sich aus gefährlichem Boden befände.
„Ach," sagte Ellinor, „dann ist es wirklich, wie ich dachte," und während eines Zeitraumes von zwei Minuten — eine lange Pause für fie! — verhielt sie sich schweigend, während die ältere Dame in geheimer Erregung ihre nächsten Worte erwartete. Aus ihrer Träumerei erwachend, suhr Ellinor fort: „ES würde mir sehr, sehr leid thun, in irgend eher Weise Ent- täuschung zu bereiten, «d ich weiß, er Aiöchte die Arbeit beginnen. Aoec ich denke manchmal, es wäre klüger, noch damit zu warten, dann könnte er mit mehr Befriedigung, — mehr Autorität anS Werk gehen. Aber von hier weg darf er n-cht, ich kann ihn nicht entbehren. Er ist so sehr gescheidt und stets so hilfsbereit, nicht wahr?" , ,
Frau Wilson stimmte ihr vollständig bei.
„Hnd Harris hat ihn immer tausenderlei zu fragen, denn es gibt so Vieles, was ich nicht verstehe. Ich möchte wissen, ob er damit einverstanden wäre, hier als — Geschäftsführer kann ich nicht gerade sagen, auch nicht ganz als Herr, aber doch etwas dergleichen zu handeln, bis ich — bis wir unseren Weg klarer vor unS sehen."
Fräulein Graham schloß ihre Rede in sichtlicher Verlegenheit, die sich nur auf eine Weise deuten ließ. Frau Wilson hatte Mühe, ihre