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mit Nntertzattungs -Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung" •" peteMsaffe Rf. » (Bofmenu).
M 159.
Iu0öa, Montag, den 15. Juli 1901.
28. Jahrgang.
0 Haushaltungsschulen und ihr Einfluß.
Urberall hört man Klagen darüber, daß die jungen Mädchen lieber Arbeit in einer Fabrik, als eine Stellung im Haushalte annehmen. Gewisse Leute suchen diese Klagen als unberechtigten Eigennutz derjenigen hinzustellen, die das Halten von Dienstmädchen sich leisten können — so als ob diese Letzteren nur den Mangel des Angebotes und insolgedeffen das Steigen der Dienstmädchenlöhne bedauerten und wünschten, das Angebot möge wieder so reichlir > wie früher werden und damit gleichzeitig niedrigere Löhne herbeiführen.
Diese Verdächtigungen mögen in vereinzelten und dann natürlich tadelnswerthen Fälle» das Richtige treffe». Im allgemeinen haben ste keine Berechtigung. Denn die schrankenlose Abwendung der jungen Mädcken von der Arbeit im Haushalte zu der Fabrikat be t birgt tausend Schäden in sich, auch gerade für diejenigen Männer, deren Ehefrauen solche Mädchen einmal werden wollen. Ein Mädchen nämlich, das in der Führung eines Haushaltes gar keine Erfahrung sich erwerben konnte, weil es stets nur in der Fabrik arbeitete, wird eine schlechte Hausfrau sein und erst nach einer Reihe von Jahren — wenn überhaupt! — die nothwendigen Kenntniffe und Erfahrungen sic । aneignrn, um dem Haushalte mit Erfolg vor» stehen zu können. In den Händen einer guten Hausfrau bedeutet das Geld doppelt so viel, als bei einer schlechten HauSwirthin; und deswegen ist diese Frage von der allergrößten Bedeuluni gerade für den Erwerbsstand der Arbeiter und Arbeiterinnen selbst. Und außerdem spielt die Moralfrage eine wichtige Rolle dabei — neben vielen anderen Punkten von mehr untergeordneter Bedeutung.
Die Errichtung von Haushaltungsschulen für Arbeiterfrauen und Arbeitertöchter ist darum eine höchst wichtige Angelegenheit, der man gar nicht genug Aufmerksamkeit und Pflege an- {-deihen lassen kann. Die Erfolge, die man icher damit erzielt hat, sind durchaus gut zu nennen; sie ermuntern also desto mehr zur Nachahmung der bereits vorhandenen Haus» Haltungsschulen. Es hat sich gezeigt, daß die Abwendung der jungen Mädchen von der Arbeit im Haushalte zum Theil auch darin seinen Grund hat, daß sie die Vorzüge und Annehm, lichkeiten dieser Beschäftigung gar nicht kennen und deswegen zur Fabrikarbeit greisen; daß aber die Haushaltungsschulen vielfach die natürliche Neigung der jungen Mädchen zur häuslichen Beschäftigung wieder geweckt, sie nicht nur in geeigneter Weise belehrt, sondern sie auch vollkommen von der Annahme der Fabrikarbeit obgebracht und gänzlich der Hausbeschäftigung wieder zugeführt hat.
Ein guter Beispiel dafür bietet die märkische Stadt Luckenwalde mit ihrer sehr stark entwickelten Textilindustrie und darum auch sehr starkem Anreize zu weiblicher Fabrikarbeit. In dieser Stadt erhalten alle Konfirmandinnen der bestehenden vier Volksschulen während des letzten Halbjahres ihrer Schulzeit an je zwei Tagen in der Woche je drei Stunden Unterricht im Haus-
Die Wamensschweflern.
Frei nach dem Englstchen von Clara Rheinau.
9 ------ (Nachdruck verboten.)
„Nun, Fräulein Graham scheint fich als Herrin von Westfields sehr zu gefallen," bemerkte Richard, sich der stolzen Miene erinnernd, mit der sie ihn aus ihrem Gebiete wies. „Aber wie kommt es, daß Niemand bei ihr ist? Sie ist viel zu jung, um allein hier zu wohnen."
„O, was dies betrifft," entgegnete Frau Wilson, die Leute in Australien nehmen es in diesem Punkte lange nicht so genau, wie wir. Ihr Vater schrieb kehr vernünftig an Robert, daß er Geschäfte halber nicht so rasch von Sidney weg könne, unsere Veranstaltungen für seine Tochter aber sehr dankbar annehme. Robert halte ihm nämlich mitgetheilt, mir würden Fräulem Basset so zu sagen als Ge- sellschaftsdame W-stfields zurückhalten; und daß et unbedingtes Vertrauen in den Testamentsvollstrecker seiner Muller setzen könne, wußte er natürlich. Wenn seine Tochter hier bleibt, wird er ohne Zweifel bald nachkommen."
„Wenn !" wiederholte Richard erregt, „Fräulein Graham wird doch sicher wiffen, ob sie hier bleibt, oder nicht, ehe sie diese kostspieligen Arbeiten unternehmen läßt."
„Gewiß weiß sie daS," war die rasche Antwort, „das „wenn" bezog fich nur auf Herrn Grahams' unbestimmtes Kommen. Erst letzte Woche sagte mir Fräulein Eüinor mit großer
haltuugswesen. Die Mahlzeit, die hergestellt werden soll, wird zunächst besprochen, im An- schluffe daran die Bedeutung und die Verwendung der dazu nothwendigen Nahrungsmittel, ihre Zusammensetzung, ihr Nährwerth, ihr Preis. Außerdem werden dabei Unterweisungen eingeflochten über die beste Art der Ofenfeuerung, der Lüftung, der Behandlung von Wäsche und vieles Andere mehr. Wenn dann das Mahl fertig ist, werden die in der Lehrküche vorhandenen Tische ganz einfach, aber sauber und appetitlich gedeckt, und die Kinder haben abwechselnd das Vertheilen des Fleisches und das Vorlegen der Speisen zu besorgen. Nachher wird das benützte Geschirr abgewaschen und olles wieder in Ordnung gebracht. Am Schluffe des Haushaltungskurses wird „großes Reinemachen" abgehalten, so daß die Mädchen einen Einblick in alle häuslichen Arbeiten gethan haben, wenn sie den Haushaltungskursus verlassen.
Es ist nun sehr interessant, die Folgen dieser Veranstaltung zu betrachten: mit nur ganz vereinzelten Ausnahmen haben sich die S bülerin« nen, ob ste nun sonst in der Schule Gutes leisteten oder nicht, dem Haushaltungsunterrichte mit Eifer, Aufmerksamkeit und Fleiß gewidmet; und durchschnittlich die Hälfte der Schülerinnen tritt am Ende des Unterrichtes in häuslichen Dienst. Die jungen Mädchen finden Geschmack an dieser häuslichen Beschäftigung, und so hat man es in Luckenwalde durch die Einrichtung dieses Haushaltungsunterrichtes so weit gebracht, daß die Mädchen, die sonst fast ohne Ausnahme nac i beendeter Schulzeit Arbeit in der heimische Textilindustrie suchten und sanden, in großer Zah sich wieder der Arbeit im häuslichen Kreise zu- wenden. Das ist ein Unternehmen, das sicherlich des Schweißes der Edelsten werth ist!
Aehnlich gute Erfahrungen hat man in an- deren Städten mit den HaushaltungSschulen gemacht. So wird namentlich in neuester Zeit auch Vortreffliches berichtet Über die Erfolge der neu in Elbing errichteten Haushaltun^schule. Man kann nur wünschen, daß die < ulen Erfahrungen, die man damit an einzel >-a Orten machte, Nachahmung des Beispiels in all n Städten und Bezirken erzeugen möge, wo nur 'rrendwie der Anreiz dazu in den gegebenen Verhältniffen vorhanden ist.
Derrtsches Keich.
Berlin, den 13. Juli.
+ Kir» ve«es Schulpflicht - Gesetz ist im preußischen Kultusministerium im Entwürfe fertig gestellt worden. Danach soll die Schulpflicht beginnen mit dem nach d.m sechsten Lebensjahre folgenden Aufnahmetermin. Aus Rücksicht auf körperliche Beschaffenheit eines Kindes kann die Regierung den Schulantritt au ein Jahr hinausschteben. Der Krei»schu!infpektor kann dies auf angemeffene Zeit thun aus per- sönlichen Gründen, worunter zurückgebliebene geistige und körperliche Entwickelung verstanden werden soll. Die Entlassung aus der Schule soll erfolgen mit dem Entlaffungstermin, der au: das 14. Lebensjahr folgt. Die Regierung be
Befriedigung. sie habe ihren Eitern geschrieben, daß sie in Norfolk wohnen zu bleiben gedenke."
„Um so besser," sagte Richard mit sichtlicher Erleichterung. „Also Robert, mit Deiner Er- laubniß werde ich das Boot wieder in Beschlag nehmen, und mir einen allgemeinen Ueberbltck über meine Arbeit verschaffen."
„Sei es so," entgegnete sein Schwager, „ich werde Dir bis hinüber Gesellschaft leisten und Dich mit dem Verwalter bekannt machen. Harris ist ein vortrefflicher Bursche, Du wirst eine tüchtige Stütze an ihm btben. Ich werde vor Mittag nicht zurück sein, Jeffie. Da drüben hält sich ein wunderschöner Wafferoogel auf, den ich beobachten möchte. Dein Herr Bruder wird die armen Schlucker ohnehin aus ihrer natürlichen Wohnstätte vertreiben, also muß ich ihre Bekanntschaft machen, so lange ich die Möglichkeit habe."
Dis Siebenuhrstunde fand nufer Trio in vortrefflicher Laune, die wenigen Gäste empfangend. ;)ie beiden Herren waren fehr befriedigt von hrer kleinen Forfchungstour zurückgekehrt und Frau Wilson, zu jeder Zeit eine liebenswürdige Wirthin, strahlte vor Vergnügen, als ste bemerkte, wie Fräulein Graham mit besonderer Vorliebe die Gesellschaft ihres Bruders aufsuchte. Sie hatte Oberst Mellin und Gemahlin, sowie den guten Doktor Pott kaum flüchtig gegrüßt, als ste mit einer anmuthigen Kopfbewegung Richard an ihre Seite winkte und lächelnd be- !«tm: „Ich glaube, Sie werden mir viel zu agen haben, Herr Morgan. Ich sah Sie den ganzen Morgen auf dem Waffer und hatte fast Lust,
stimmt, ob die Entlassung einmal oder zweimal im Lause eines Jahres stattfindet. Für taubstumme Kinder dauert die Schulpflicht bis zum vollendeten 16. Lebensjahre. Kürzlich wurde von einem Offiziösen versichert, der preußische Landtag sollte nur mit den allernothwendigsten Gesetzentwürfen belastet werden. Dabei vergeht kaum eine Woche, ohne die Ankündigung eines Gesetzentwurfes. Wo soll das am Ende hinaus?
+ ZurDiätenfrage im ZÜeichslage brachte kürzlich die ,Franks. Zig/ eine Mittheilung aus Berlin, in der es u. A. hieß: „Graf Bülow hat thatsächlich aus eigener Ueberjeugung, allerdings nur in Privatgesprächen, sich für die Nothwendigkeit und Nützlichkeit von Diäten ausgesprochen . . . ." Die Mittheilung ist richtig. Mindestens kennzeichnet sie augenscheinlich den persönlichen Standpunkt des Reichskanzlers zu dieser Frage in zutreffender Wei,e, wie bereits vor einiger Zeit in der ,Fuld. Zig/ ausgeführt wordenist. Daß der Bundesrath mit dem entsprechenden Befchluffe des Reichstages sich beschäftigt und ibn einstweilen dem zuständigen Ausschüsse zur Vor- berathung überwiesen hat, ist bekannt. Somit if noch nicht alle Hoffnung barauf geschwunden, daß schließlich doch der Bundesrath em Einsehen gewinnen und dem Befchluffe des Reichstages beitreten werde.
VdZ. Der Wereinsvrmd d««1scher Zahnärzte hatte an sämmtliche deutschen Aerztekammern und Aerzte-Kreisver- eins-Ausschüsse das Ersuchen gestellt, es für unstatthaft zu erklären, daß opprobirte Aerzte bei Zahnoperationen, welche Zahntechniker ausführen, die Narkose übernehmen. Der Ausschuß der preußischen Aerzte-Kammern, sowie fast sämmtliche Aerztekammern des deutschen Reiches haben dieses Ersuchen der Zahnärzte ab gelehnt, so daß es nach wie vor den Aerzten gestattet ist, bei Zahntechnikern Narkosen auszuführen. Die von den Zahnärzten ausgesprochene Auffassung, daß Zahntechniker den Kurpfuschern gttich zu stellen feien, wurde von keiner Aerztekammer getheilt, es wurde hervorhoben, daß die Zahntechniker zur Behandlung von Krankenkass amitgliedern zugelaffen feien, sofern die Mitglieder eine solche Behandlung wünschen. Das Berhältniß zwischen Arzt und Kurpfuscher sei ein ganz anderes, wie das zwischen Zahnarzt und Zahntechniker. Die Zahntechniker üben in der Mehrheit ihren Beruf erst dann selbständig aus, wenn sie sich in langen Jahren als Lehrling, Gehilfen und Assistenten für düsen Berns vorbereitet haben und solchen Personen könne man die Zuverlässigkeit nicht absprechen.
h Die Insel Iernando Ao im Meerbusen von Guinea scheinen die Spanier vorläufig behalten zu wollen. Der Finanzminister hat in der spanisch?» Volksvertretung bei der Berathung über den Etatsooranschlag für 1902 die Frage der Abtretung dieser Insel besprochen und dabei dargelegt, daß Deutschland bereits seit dem Jahre 1892 der spanischen Regierung wiederholt den Vorschlag gemacht hat, die Insel durch Verkauf an Deutschland übergehen zu loffen. Aber schon im Jahre 1892 habe die konseroatioe Regierung des Herrn Silvela de» Vorschlag abgelehnt, und auch die gegen
auch hinüber zu rudern und ihnen Gesellschaft zu leisten. Ja Marypoint liegt unser Haus an der Bucht, und ich bin selbst ein halbes Amphibium. Doch ich dachte, mit m inem unvermeidlichen Geplauder würde ich Ihre tiefsinnigen Berechnungen stören, und so ließ ich Sie denn in Frieden, wofür sie mir dankbar sein müffen."
„Ich bin cs in der That," entgegnete Richard ernst, „denn wir hatten einige Stunden charfen Ofiwind, wobei Sie sich gewiß eine Erkältung zugkzogen batten."
„Ach, dummes Zeug!" entfuhr es ihren Lippen. „Wir Mädchen auf der andern Seite der Welt find nicht so zimperliche Geschöpfe, rote man ste fier erzieht mit ihrem späten Ausstehen und Schlafengehen! Und ihre späten Mahlzeiten hier —• mein Gott, das ist unhöflich!" S'e drängte rasch ihre weiteren Worte zurück, als ste Frau Mellin's Auge mit vorwurfsvoll entsetztem Blick auf sich ruhen fühlte. „Aber wirklich," — sich rasch von Herrn Morgan zu helfen Schwester wendend — „ich wollte nicht unhöflich sein. Dieses Mahl wird mir ohne Zweifel viel Vergnügen machen, ich habe mich den ganzen Tag »arauf gefreut."
„Dann wollen wir es auch jetzt in Angriff nehmen," beruhigte Frau Wilson das junge Mädchen mit einem Lächeln, das zu sagen schien: „O, wir leide verstehen einander."
Die kleine Gesellschaft begab sich jetzt paarweise in das Speisezimmer. Auf dem Wege dahin erklärte Frau Wilson in halblautem To"e dem Obersten, daß ihre junge Nachbarin wirklich
wärtige liberale Regierung scheine den festen Willen zu haben, die Insel Fernando Po den Spaniern zu erhalten und den Einfluß und den Handel Spaniens in de» entsprechenden Gebiete» so viel wie möglich zu entwickeln. So wird berichtet. Deutschland hat seit 1885 das Recht, eine Kohlenniederlage aus der genannten Insel zu unterhalten. Das Deutsche Reich kann die Ablehnung seines Kaufangebotes also verschmerzen.
x Kay-rische Negierung und LanH «irlHichastliche Zölle. Von anderer Seite ist verschiedentlich die Behauptung ausgestellt worden, daß die Bayerische Regierung nicht oder nur wenig Lust habe, in eine ange- meffene Erhöhung der landwirtbschaft- liehen Schutzzölle zu willigen. Man sagt, die bayerische Regierung nehme damit Rücksicht auf die großen Brauereien, die durch ihre Abgaben der bayerischen Staatskaffe sehr erhebliche Einnahmen zusüyren, die aber naturgemäß wenig Freude habe» an einer beträchtlichen Erhöhung der Getreidezölle. An dieser Stelle ist eine solche ablehnende Haltung der bayerischen Regierung stets als durchaus unwahrscheinlich bezeichnet worden; man konnte nicht annehmen, daß die bayerische Regierung in so brüsker Weise in Widerspruch sich setzen würde gegen die Anschauungen einer ungemein großen Volksmehr- heil ihres Landes. Die bayerische Regierung ist in der That nicht gesonnen, das zu thun. In diesen letzte» Tagen ist der Bayerische Land- wirthschafisralh versammelt gemeßen, und dieser hat eine Entschließung angenommen, die für „einen wesentlich verstärkten Zollschutz für sämmtliche Zweige der landwirthschrftlichen Erzeugung als unumgänglich nothwendig" eintritt. Mehrere Redner gaben den vorher gekennzeichneten Befürchtungen Ausdruck, worauf ein Vertreter des Ministeriums des Innern den Standpunkt darlegte, den die bayerische Regierung in der Behandlung dieser Frage ein« nimmt. Herr Oberregirrungsrath Brettreich gab nämlich im Namen der bayerischen Regierung die bestimmte Erklärung ab, daß die genannte Regierung durch ihre Vertreter bei der Berliner Zollkonserenz „für eine angemessene Erhöhung der Getreidezölle elngetreten fei". Die bayerische Regierung sei „bestrebt, die Erhöhung der land- wirthschaftlichen Zölle so weit zu treiben, wie es möglich ist". Die Frage der Getreidezölle ist unmittelbar vorher in einer Versammlung des Konservativen Vereins für den Ries in Nördlingen behandelt worden. Dabei äußerte sich der 3bg. Lutz- Heidenheim, er habe „von einem eir flußreichen Führer einer einflußreichen Partei" vernommen, daß dem Reichstage folgende Zollsätze vorgeschlagen werden sollten: 6 Mmk für den Doppelzentner Weizen, 5 Mark für Roggen, 41/« Mark für Hafer und 4 Mark für Gerste. Die genannte Versammlung »ahm einstimmig eine Entschließung an, in der gleicher Zollschutz für alle vier Hanptgetreidearten verlangt wird.
X Die RietzverLa«fsgenssse»schafte« bezwecken den gemeinschaftlichen Transport und Verkauf von Vieh. Während für den einzelnen Landwirtb nur der totale Absatz in Betracht
ein sehr liebenswürdiges Mädchen sei: so warmherzig, so natürlich, es fehle ihr nur der äußere Schliff, der ja leicht nachzuholen wäre.
„Dann, meine werthe Frau Doktor, beginnen Sie doch recht bald mit ihrer Erziehung," entgegnete der Oberst höflich. „Es wäre schade, für Westfields eine Herrin zu haben, die feiner nicht würdig wäre."
„Aber das ist sie in der That", flüsterte Frau Wilson mit Nachdruck, „hochherzig und edeldenkend, wie Wenige. Ihre Offenheit wird nur zu bald schwinden, fürchte ich, wenn sie mehr mit der Welt in Berühung kommt, und ihre Manieren werden sich unter freundlicher Leitung rasch ihrer Umgebung anpaffen."
Der Oberst lächelte und blickte bedeutungsvoll |U Ellinor hinüber, die wieder lebhaft aus ihren Tischnachbar Richard Morgan einsprach. Mit der größten Unbefangenheit nahm sie ihn fast aus- chlteßlich für sich in Anspruch und erzeigte ihm >ei der Tafel Aufmerksamkeiten, die ihn mehrmals in die peinlichste Verlegenheit versetzten. Nicht viel bester erging es seiner Schwester, als äe bemerkte, welchen Anstoß Ellinor's ungenirtes Wesen bei Frau Mellin erregte, die jeden Verlaß gegen die Etikette so streng zu rügen pflegte. Ihre Miene drückte die höchste Mißbilligung aus, während die Herren mit sichtlichem Ergötzen dem unbefangenen Geplauder der jungen Ausländerin lauschten.
„Sie finden wohl noch immer viel zu thun n Westfields?" fragte Dr. Pott leise zu seiner Nachbarin, Fräulein Bastelt. „Dieser Wechsel in der Beschäftigung muß Ihnen fast wie ein Spier