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^»^7'.!.",.'.7^" ' mit Itnterhaltungs-Meikage „Ilkustrirte Sonntags-Zeitung:'

M 158.

Jutöa, Samstag, den 13. Juli 1901.

28. Jahrgang.

* Erstes Matt, j

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Einladung

1« 48. Gk«Ntl'Vrch«»l»sz der LathrliKe» veuWMs ii OsnabrSck 1901.

Deutsche Katholiken!

In den Togen vom 25. bis 29. August d. I. hat Osnabrück, die älteste Bischofs stadt des Sachsenlandes, die Ehre, die General-Ver­sammlung der Katholiken Deutschlands in ihren Mauern beherbergen zu dürfen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist ver­stosse«, seidem diese großartige Kundgebüng ka­tholischen Geistes und Wirkens im goldenen Mainz ins Leben trat. Oft richteten sich unsere Blicke fast mit einem gewiffen Neidgefühl auf die Stätten der Generalversammlungen. Konnten wir doch kaum hoffen, jemals dieser Ehre theil- hastig zu werden. Schon zweimal tagte die Generalversammlung in unserer Nähe, in der Schwesterstadt Münster. Erst als durch Er- richtung eines in seiner Art in Deutschland eivz g dastehenden Bauwerkes, des „Osnabrücker Ver- einshauseS", den Vertretern des katholischen Deutschlands eine würdige Stätte bereitet war, durften wir den vertrauensvollen Schritt wagen, dieselben in unsere Stadt einzuladen.

Wir find uns dabei wohl bewußt, daß wir vor einer schweren, unsere Kraft fast über­steigenden Aufgabe stehen. Wir vertrauen aber dem echt katholischen Sinn der Einwohner un­serer Diözese in den Nordischen Missionen. Wir hoffen auf den gut katholischen Geist unserer Landbevölkerung, welche ohne Zvefel in Scharen herbeieilen wird. Wir erwarlrn von den uns stammverwandten Söhnen der rothen Erde, daß ste uns in altwestfältscher Treue durch ihr zahl­reiches Erscheinen zu Hilfe kommen werden. Wir setzen endlich unsere Zuversicht auf das ka­tholische Deutschland, welches uns in diesen Ziagen viele seiner besten Söirne senden wiib.

Die große geschichtliche Bedeutung unserer Vaterstadt läßt ebenfalls erhoffen, daß wir hier zahlreiche Gäste von Nah und Fern begrüßen dürfen.

Zählt doch die alte Sachsenstadt der Jahre schon über elfhundert, und darf sie ihren Ursprung auf den großen Kaiser Karl zurückführen. Schwere Stürme, die im Laufe der Zeiten über unser Gemeinwesen hereinbrachen, sind siegreich über­wunden, und hat Osnabrück namentlich in den letzten drei Jahrzehnten tinen glänzrnden Auf­schwung genommen. Große Männer, deren Namen zu den ersten in Deutschland zählen, lebten und wirkten am Strande der Haase. Vor allem aber dürfen wir jenes bedeutenden Mannes nicht oer- geffen, deffen Wiege in der Nähe Osnabrücks stand, und der seine Werdejahre in unserer Stadt verbrachte: Ludwig Windthorst. An dem Feste des heiligen Ludwig beginnt die General­versammlung. Möge dieser Umstand für den Verlauf des Ganzen von guter Vorbedeutung sein!

Osnabrück ist durch den denkwürdigsten aller Friedensschlüffe als Stadt des Friedens vor

Die Mammsschwestern.

Frei nach dem Englische« von Clara Rheinau.

-8 ------ (Nachdruck verboten.)

Es schlug gerade sechs Uhr, als tr in die frische, kühle Morgenluft hinaustrat und das Bootshaus der Villa aufsuchte, in der Absicht, sich selbst hinüber zu rudern. Der Fluß funkelte und glitzerte im Sonnenschein; gerade gegenüber lag Westfields; das Haus, ein stattliches, geräumiges Gebäude, halb versteckt hinter Tannen und Ulmen, ausgedehnte Anpflanzungen -von smaragdgrün angehauchten Lärchen, schlanken Birken im Frühlingsgewande und stämmigen Eichen mit noch kahlen Aesten, zogen sich bis an den Rand des Wassers herab, während ostwärts ein langgtstreckter Garten riesige Sträuße von Apfeldlüthen aufwies und ton allen Seiten nur durch fein schilfiges Ufer eingeschlossen war.

In wenigen Minuten hatte Richard Morgan diesen Punkt erreicht. Eme Strecke weiter unten dehnte sich die große seichte Fläche aus, die seine Kunst wieder in trockenes Land um­wandeln sollte, aber er zögerte, nur hier und da leicht sein Ruder bewegend, bei dem hübschen allen Garten und malte sich aus, wie seine Aimse von dusem Erdenfleck entzückt sein würde. Während er mit Ergötzen die glatt gefiederten Staate beobachtete, die mit großem Elfer auf dem Rasen nach einem Frühstück suchten, und die zwei reizenden Bachstelzen, die zierlich hin And her trippelten, gab er achtlos seinem Boot

der ganzen Welt gekennzeichnet. Im Geiste des Friedens wird auch die diesjährige General­versammlung tagen. Wir wollen unsere, und zwar nur unsere, Angelegenheiten berathen.

Wohlan denn, katholische Brüder und Freunde aus den weiten Gauen unseres geliebten Vater­landes, lenket in den Tagen vom 25. bis 29. August ds. I Eure Schritte zu unserer schönen Haasestadt! Können wir es auch den lebhaften Söhnen des Rheines nicht gleichthun an Glanz und Rrichthum, so galt doch unser altes Osnabrück von jeher als ein Ort, in welchem ehrenfester BHrgrrstun und altsächstsche Gastfreundschaft eine sichere Heimstatt haben, und kann die Umgebung der „holden Braut des Osning" auch den sonnigen Hügeln des Rheins nicht ebenbürtig an die Seite stellen, so bietet sie doch eine reiche Fülle land­schaftlicher Schönheiten. So rufen wir denn all den lieben, hochverehrten Gästen zu: „Zu ernster, einträchtiger, fruchtbringender Arbeit wie auch zu frischer, fröhlicher Geselligkeit, herzlich willkommen!"

Osnabrück, im Juli 1901.

Das Lokal-Komitee.

® Kaiserliches Kabinet und Stadt Berlin.

Die Ablehnung der Bestätigung des Stadt« rathes Kauffmann als zweiter Bürgermeister von Berlin beschäftigt die Presse in sehr umfang« reichem Maße. Der Fall ist insofern auch recht intrreffant, als es bisher noch niemals vorge- kommm war, daß eine van den Berliner Stadt­verordneten vorgenommene Bürgermristerwahl nicht die Bestätigung der Krone gefunden hätte. Manche mußten recht lange sich gedulden, bis sie die Bestätigung erhielten; so namentlich Herr Kirschner, jetzt Oberbürgermeister von Berlin. Aber eine runde Ablehnung ist etwas Neues in der Geschichte der Stadt Berlin.

Ueber diesen neuen Fall sich ein irgendwie bestimn-tes Urtheil zu bilden, ist sehr schwer. Die Nachrichten dm über entstammen hauptsächlich der .Freisinnigen ZeUung' des Herrn Abg. Eugen Richter, und das ist keine gute Quelle dafür. Daß diese Zeitung in der Behandlung der An­gelegenheit nicht mit der erforderlichen Vorsicht und Gewtffenhastigkell oorgeht, kann man schon daraus ersehen, daß sie sich selbst bereits berich­tigen muß. Zuerst hatte die ,Freis. Zeitung' mit aller Bestimmtheit behauptet, das preußische Staats Ministerium habe sich in einer Sitzung mit der Angelegenheit beschäftigt und den Beschluß gefaßt, die Bestätigung der Bürgermeisterwahl zu empfehlen; jetzt muß sie zugeben, daß sie darüber geschrieben hat, ohne hinreichend genau unter­richtet zu sein. Denn sie gibt jetzt die Behauptung von dem Statt finden einer Sitzung preis und sucht sich dahin zu verbessern, daß Graf Bülow als Ministerpräsident und der Minister des Innern die Bestätigung der Wahl befürwortet hätten. Die .Freisinnige Zeitung' meint, auf die „Form" komme es ja nicht an; es handele sich dabei ja nur um einen „Wortstreit".

Um eine leere Form handelt es sich dabei jedenfalls nicht. Es ist eine ganz andere Sache, wenn ein StaatSmtnisterium in seiner Gesammtheit

nach ausdrücklicher Beraihung einen förmlichen Beschluß faßt, al« wenn ein einzelner Minister eine persönliche Anschauung darüber hegt. Das leuchtet doch wohl Jedermann ohne weitere« ein. Diese Ausrede der .Freisinnigen Zeitung' ist also recht schwach.

Hauptgewicht legt die .Freisinnige Zeitung' aus den angeblichen Umstand, daß Reichskanzler Graf Bülow die Bestätigung der Wahl befürwortet habe. Es kommt dem genannten Blatte weniger auf die Ablehnung des Stadtrathe« Kauffmann als Berliner Bürgermeister, als vielmehr darauf an, den Anschein eines Gegensatzes zwischen dem Reichskanzler und Ministerpräsidenten auf der einen und der Krone und dem kaiserlichen Kabinet aus der andern Seite zu erwecken. Diese Behauptungen ruhen indessen auf ebenso unsicherer Grundlage. Die .Kölnische Zeitung' hat — wie sie sich aus­drückte — „authentisch festgestellt", daß die Akten der Bürgermeisterwahl dem Ministerpräsidenten gar nicht vorgelegen haben. Die .Kreuz-Zeitung' schreibt: „Von einer Stellungnahme des Staats­ministeriums für die Bestätigung Kauffmann's ist an Stellen, die es wissen müssen, nichts bekannt. Alles, was darüber von den freisinnigen Blättern geschrieben wird, um einen Gegensatz zwischen dem ©laatsminiflerium und der Krone zu kon- struiren, beruht in der That aus bloßen Ver- muthungen." In der .Deutschen Tageszeitung' aber steht zu lesen: „Zur Nichtbestätigung de« Stadtraths Sauff mann werden die merkwürdigsten, zum Theil sehr unzutreffenden Nachrichten in die Welt gesetzt ... al» ob ein Gegensatz zwischen dem Kaiser und seinen Rathgebern, in erster Linie dem Reichskanzler Grafen Bülow bestände. Wir haben Grund, einer au« dem Reichskanzler nahe stehenden Kreisen stammenden Information Glauben zu schenken. Danach befindet sich Graf Bülow in vollster Übereinstimmung mit dem Monarchen und hat die Nichtbestätigung de» Stadtrathe» Kauffmann gebilligt.

Damit ist wohl der Beweis geliefert, daß die Behauptungen der .Freisinnigen Zeitung' nichts weniger als zulässig sind. Mit diesem Beweise verliert aber der ganze Fall sehr den sensationellen Beigeschmack. Und damit wird auch die weitere Behauptung desselben Blattes sehr zweifelhaft, daß die „Militär-Affäre" den einzigen Grund der Nichlbestätigung gebildet habe und die Ablehnung der Bestätigung auf Betreiben des kaiserlichen Militärkabinels erfolgt fei — wobei unter „Militär-Affäre" die zwangs­weise Verabschiedung des Herrn Kauffmann aus dem OsstzierkorpS zu verstehen ist. Bevor man darüber ein Ulthetl fällt, muß man zunächst ab­warten, ob die K nnzeichnung des Falles über­haupt zutrifft. Träfe sie zu, dann würde der Fall freilich ein recht eigenartiges Aussehen ge­winnen. Denn er gehört ohne Zweifel unter die Zuständigkeit des preußischen Ministerium- des Innern, nicht aber unter diejenige des kaiserlichen MilitärkabinetS, womit aber nicht der geringste Zweisel ausgesprochen werden soll an dem Rechte der Bestätigung oder Ablehnung, das der Krone selbstverständlich zusteht.

Gleichzeitig ist die Rede von einem zweiten „Falle". Es handelt sich dabei um die liebet« sührung von städtischen Straßenbahnlinien über die Prunkstraße „Unter den Linden", wegen

deren Genehmigung die städtischen Behörden beim Kaiser vorstellig geworden find, aber ein rundes Nein vom kaiserlichen Civilkabinet alS Antwort erhalten haben sollen. Oberbürger­meister Kirschner soll deswegen eine Audienz bAm Kaiser erbeten haben, aber von Neuem ab­schlägig beschieden worden sein — kurz und gut, die Stimmung z oischen dem Hofe und der Stadt Berlin ist augenscheinlich nichts weniger als rofig. Oberbürgermeister Kirschner bat aus­drücklich jegliche Auskunft über diese Angelegen­heiten verweigert, wodurch die Wahrscheinlichkeit dieser Annahme natürlich nicht wenig erhöht wird.

Deutsche» Deiche

Berlin, den 12. Juli.

+ Aerzog Karl Eduard von Koönrg- chstha wird mit kaiserlicher Genehmigung vom 1. Oktober d. I. ab die Hauptkadettenan­stalt in Gr.-Lichterfelde bei Berlin besuchen. Die weitere Ausbildung des jugendlichen Herzogs wird mit sieben Studiengenossen fortgesetzt.

h. Gymnasiasten als Merschrvörer. Wegen Gehermbündetei ist, wie bekannt, schon mehrfach gegen polnische Gymnasiasten Untersuchung ein­geleitet worden, in der Provinz Posen ebenso wie in der Provinz Wrstpreußen. Die neueste solche Untersuchung ist soeben in Thorn abge­schloffen worden, und es soll nun auf Grund dieser Untersuchung gegen ungefähr 60Gymnastasten Anklage wegen Geheimbündelei erhoben werden. Den jungen Leuten selbst wird auf diese Weise srühzeittg der Haß gegen das preußische Regiment eingeimpft; in den Augen der Nationalpolen werden sie dagegen zu jugendlichen Märtyrern gestempett. Zweifel an der Richtigkeit dieser Taktik müssen auch demjenigen aussteigen, der ein aus­gesprochener Gegner aller großpolnischen Agita­tion ist.

* ISrsi Aohenlotze nnb die Mresse. Ueber feine Beziehungen zur Presse äußerte sich der verstorbene Altreichskanzler einmal in folgen­der Weise: „Ich glaube im Allgemeinen nicht sehr an die menschliche Dankbarkeit, aber eine Ausnahme habe ich immer bei der Presse beobachtet. Ich habe mir stets Mühe gegeben, di? Presse anständig zu behandeln, und bin mit chr fast immer in sehr guten Beziehungen ge­blieben. Arn charakteristischsten zeigte sich daS nicht bann, wenn mich die Presse unterstützte, sondern dann, wenn sie mich bekämpfte. Ich habe dann immer gesehen, mit welch m Wider­streben sie zu Angriffen gegen mich und meine Politik vorging, wie sie mich immer persönlich aus dem Streite herauszuhalten suchte, und wie es ihr offenbar im Innern schmerzlich und pein­lich war, ihrer Uebergeugung folgend, gegen mich auftrtten zu müssen. Diese Art der Kampf­führung habe ich ihr höher angerechnet, als wenn sie mich und meine Politik mit Lob bedeckte. Ich habe daS bei Blättern oller Richtungen gesehen, und daraus ist mir die Urberzeugung geworden, daß die Presse in Bezug auf Dankbar- kett und Zuverlässigkeit eine Ausnahme­stellung einnimmt." — Das find Worte, die nicht nur die Presse ehren, sondern mehr noch den, der sie gesprochen.

einen so heftigen Stoß, daß es sich auf einer Schlammbank feftfubr

„Das kommt vom Eindringen in fremdes Gebiet!" rief eine Stimme ganz in der Nähe, und zu feinem Staunen schoß aus ehrt Ein­buchtung ein anderes Boot hervor, deffen Insassin, eine junge Dame mit dunkeln, lebhaften Augen und kurz geschnittenem lockigem Haar, ihm einen entschieden verweisenden Blick zuwarf. „Zehn Fuß vom Lande ist mein Besitzthum. Wenn Sie das nicht vorher wußten, guter Mann, so denken Sie wenigstens in Zukunft daran," sagte sie. „Können Sie fich allein frei machen, oder soll ich einen Gärtner zur Hilfe herbeirufen?"

Herr Morgan zog augenblicklich feine Mütze.

„Ich bedauere unendlich, unrechtmäßig hier eingedrungen zu fein, und versichere, daß ich es nie mehr ohne Erlaubniß thun werde. Ich danke Ihnen sehr, aber ich kann mit dem Boot schon allein fertig werden. Ich habe wohl die Ehre, mit Fräulein Sllinor Graham zu sprechen?"

Während er sprach, hatte ihn die junge Dame scharf und neugierig betrachtet. Dieser Eindringling war, trotz seiner etwas groben Kleidung, nicht die Person, für die sie ihn ge­halten hatte. Er war über ihren Verweis weder beschämt, noch unterwürfig in seinen Ent­schuldigungen gewesen. Er mußte ein Gentleman sein — wer, wollte sie sofort ergründen.

„Ach, ich sehe. Sie sind fremd hier," sagte le. „Das erklärt Ihren Jrrthum. Ja, ich bin kllinor Graham, Bars ich fragen, woher Sie dies wissen?"

„Von Ihnen und von meiner Schwester," antwortete Richard Morgan, über ihre viel sanftere Sprechweise lächelnd. „Sie sagten mir, Westfields sei Ihr Eigenthnm! Meine Schwester sagte, Westfields gehöre einem Frl. Graham."

„Ihre Schwester?"

„Frau Dr. Wilson."

„Allmächtiger Himmel!" rief Fräulein Ellinor, sich so plötzlich vorwärts neigend, um ihm die Hand zu schütteln, dvß ihr Boot in heftiges Schwanken gerieth. „Und ich hätte Sie beinahe von hier vertrieben! Also Sie sind der Künstler mit Pumpen und Maschinen, der Tausende in meine Börse füllen soll. Ich bin außerordentlich erfreut, Sie zu sehen. Achtung! es ist steinig auf dieser Seite. Senken Sie Ihr Ruder hier herüber und Sie können sofort abstoßen."

Morgan folgt! ihrem Rache und hatte fein Boot wieder sehr rasch flott gemacht. Fräulein Graham brachte gewandt ihre eigene Barke an dessen Längsseite. „Ich hoffe, Sie hielten mich nicht für unverschämt grob," fuhr sie fort. „Aber wissen Sie, die Leute hier scheinen sich in mir eine Negerin oder sonst etwas Außer­gewöhnliches vorgestellt zu Haden, weil ich aus Australien komme. Sie drückten sich immer hier herum und starrten mich an, bis ich schreck­liche Drohungen ausstoßen mußte. Ich gelobte, daß ich den nächsten, der tarne, wenn er klein genug sei, ohrfeigen, oder wenn er zu groß fei, ser Polizei Übergeben werde. Aber da Ihr Besuch ein rechtmäßiger ist, will ich beides unter­lassen."

„Sehr verbunden," sagte Richard Morgan,

fich lächelnd verneigend. „Also habe ich nun die Er­laubniß, meine Untersuchungen fortzusetzen?"

„Aus alle Fälle," versetzte Fräulein Ellinor, „aber bitte, sagen Sie mir zuerst, wann Sie wiederkommen werden. O, mein Gott" — ein komischer Ausdruck trat in ihre entschieden hübschen Züge, — „wie würde Mama fich über diese Bemerkung entsetzen! Sie gibt fich so viel Mühe mit meiner Erziehung. Aber ich meinte ja auch nur, wann Sie mit Ihren Plänen nsw. beginnen würden und hierher kämen, mir die- selben zu zeigen. Ich langweile mich hier so entsetzlich, daß ich schon zu meiner Unterhaltung mit den Geschäften beginnen möchte."

„Aber Sie find doch sicher nicht allein hier, Fräulein Graham?"

„Eigentlich nein — in der Thai aber ja. Mein Vater konnte nicht und meine Mutter wollte nicht mit mir herüber kommen; und ich mußte doch auf alle Fälle mein neues Besitzthum in Augenschein nehmen. Ich — ich hatte meine Gründe dazu. Aber die Leute, denen ich an- o erfreut war, reiften weiter nach Schottland, und so habe ich denn vorläufig als einzigen Schutz hier nur ein Wesen — ein zweibeiniges, — das ich um keinen Preis los werden kann — Bassett mit Namen. Wenn Sie mich be­uchen, werden Sie dieselbe sehen und mich be­mitleiden. Und Sie werden doch kommen, Herr Morgan?"

„Erst in einigen Tagen, wenn ich ausführ, ichen Bericht bringen soll," versetzte er. „Heute laben wir Mittwoch, so will ich denn Lebewohl sagen, Fräulein Graham, bis Freitag."