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mit ZtrüerHattungs-Iieilage „Muflrirte Sonntags-ZeitunKi«

JK 158.

Jutöc^ Samstag, den 13. Juli 1901.

28. JahrgMg.

Ul Drittes Matt. || ' ..................................

Ein amerikanisches Urtheil über den Burenkrieg.

Da8 amerikanische Kriegs-Departement hatte den Kapitän Re ich mann nach Südafrika ent­sandt, um den Krieg als Beobachter und Sach­verständiger mitzumachen. Dieser amerikanische Offizier hat nun kürzlich den Bericht über seine Beobachtungen vollendet, der von dem Washingtoner Kriegs-Departement amtlich veröffentlicht wird. Bei den freundschaftliche» Beziehungen zwischen England und den Vereinigten war nicht anders zu erwarten, als daß der Bericht des amerikani­schen Vertreters die Engländer mit möglichster Milde behandelt und beurtheilt, trotzdem läßt sich aber nicht verkennen, daß besonders 'zwischen den Zeilen manch' scharfe Kritik der englischen Kriegsführung schlummert. Besonders läßt Kapitän Reichmann mit genügender Deutlichkeit durchblicken, daß es den Engländern noch weit schlechter ergangen wäre, wenn die Buren ihnen nur in Bezug auf die Zahl der Streitenden, Munition, Verproviantirung und Geld einigermaßen eben­bürtig gewesen wären, und er gesteht zu, daß die Engländer nur durch diese Ueberlegenheit eventuell siegen können. In allen anderen Beziehungen sind nach Rrichman» die Buren leistungsfähiger. Um den Engländern diese bittere Pille einiger­maßen schmackhaft zu machen, sagt der amerika­nische Osfizier zur Kritik der Buren dann, daß die Burrn, obschon immer noch gute Schützen, längst nicht mehr die große Geschicklichkeit in dieser Hinsicht an den Tag legten, für welche sie ehedem berühmt waren, und bemerkt darüber weiter:

Disziplin gab eS unter den Buren gar nicht, und die Verschwendung von Munttion war ganz unerhört. Buren, welche auf einem Eisenbahnzuge fuhren, pflegten aus den Fenstern nach den Ameisenhügeln zu fchießen, an welchen sie vorbeifuhre«. Ein Enkel des Präfidenten Krüger, der als offizieller Führer den fremden Offizieren beigegeben war, versuchte, diesem Un­fug Einhalt zu thun, kam aber entmuthigt zurück, denn er vermochte nichts auszurichten. Nach Aus­bruch des Krieges wurde keine Munition impor« lirt, und die Regierung der Republik errichtete später Fabriken. Ausländische Freiwillige spielten eine große Rolle in dem Burenkriege, darunter befanden sich frühere Offiziere fremder Armeen, Amateurs und Abenteurer. Die Buren sind mehr Jäger als Krieger, und wenn es galt, einen Posten bis zum äußersten zu halten, waren eS die Ausländer, welche diese Aufgabe durchführten. Bei.Angriffen hatte» d'e Ausländer ebenfalls das wichtigste zu leisten. (?) Bei dem berühmten Angriffe auf Gpionkop bestand z. B. das Hauptdetachement fast ausschließlich aas Aus­ländern. Bei dem mißlungenen Angriffe auf Mafeking Übernahm ein Detachement von Aus- ländern Vie Führung, und General Gnyman, der schlechteste der Buren-Generäle, versäumte es, die Verstärkungen zu senden, welche er versprochen hatte.

Die „Fremdenlegion" zählte nicht mehr als -600 bis 800 Mann, darunter etwa 320 Hol­länder, 75 Italiener unter Kapitän Ricardi, der mit Agutnaldo in den Philippinen gefochten hatte, und 40 Skandinavier. Die irländische Brigade zählte 150 Mann uns wurde von einem früheren Offizier des 6. amerikanischen Kavallerieregiment« kommandirt. Die deutsche Hilfstruppe zählte 200 Mann. Dann waren französische und russische Detachements von je 25 Mann und eine Kom­pagnie amerikanischer Scout« von etwa 50 Mann im Felde, endlich noch ein Kontingent von Irisch- Amerikanern, welch« al« Ambulanzpersonal ver­kleidet von Chikago nach dem Burenlande ge­kommen waren. Kapitän Reichmann beschreibt'eine Anzahl von Gefechten, denen er beigewohnt, und gibt dann ebenfall« eine Darstellung de» Lager­leben« bei den Buren. „Während meine« fieben­monatlichen Aufenihalte« sah ich niemals einen betrunkene» Bur", konstatirt er, „und da« schlimmste, wa« ich an profanen Aeußerungen hörte, war da« holländische Aequtvalent für „All­mächtiger". Im Lager, oder bet einem Halt auf dem Marsche holte der Bur seine Bibel oder sein Gesangbuch hervor, und nach Dunkelwerden wurden Psalmen von den Gruppen gesungen. Die Männer, welche die Buren im Kampfe führten, leitete» auch da« Gebet. Das religiöse Gefühl herrschte in allen Lagen vor, und persönlich waren die Buren ebenso entsetzt über da« Ntedermetzeln der Feinde, wie über ihre eigenen Niederlagen."

Wa« die Verletzung der Kriegsgebräuche an­betrifft, so sagt Kapitän Reichman» darüber: „Solche angeblich ungesetzlichen Vorkommnisse waren nicht auf die Buren beschränkt, sie kamen bet bett Engländer» ebenfalls »er Wen» sie von

den Briten begangen wurden, hatten die Buren wenig darüber zu sagen; wenn sie auf der Buren­seite begangen wurden, so stand eine Horde von Kriegskorrespondenten da, um die Buren zu ver­leumden. Der Bur ließ dem verwundeten Briten dieselbe Sorgfalt zu theil werden wie den eigenen Leuten und die britischen Gefangenen wurden freundlich behandelt. War dem Buren hauptsächlich fehlt, ist militärische Disziplin. Wenn irgend eine taktische Bewegung den Osfi- ziren oder den Leuten mißfiel, so wurde sie eben nicht ausgeführt, und manche gutgeplante Affäre wurde dadurch ruinirt. Unter Feuer handeln die Buren bemerkenswerth kaltblütig und über­legt. Sein Mangel an Initiative hindert aber den Bur daran, die Früchte seines Sieger einzu- heimsen, wenn eine englische Attacke zurückge­schlagen war; er war zufrieden, wenn der Feind die Flucht ergriff. Die Buren waren über die Be­wegungen des Feinde» stet» ziemlich gut unter­richtet. Bei der Uebermittelung von Nachrichten spielte da» Zweirad eine wichtige Rolle. Die Radfahrer hielten sich nicht an die Landstraßen,, sie folgten Fußpfaden und häufig ritten sie quer über die pfadlose Prärie. Man konnte sie in dem Hauptquartier jeden Generals finden. Der Helio­graph wurde ebenfalls zum Austausch von Nach­richten verwendet."

„Was militärische Taktik anbetrifst, so hat dieser Krieg keine neuen Prinzipien hervorge­bracht, wenn auch einzelne bekannte taktische Be­wegungen besonders scharf hervortraten. Während die Auswahl vorzüglicher Defensivpositionen und ihre größere Treffsicherheit den Buren Bortheile verschaffte und zum Theil ihre numerische Schwäche ausglich, konnte doch die Ueberlegenheit ihrer Ge­schütze nicht die Kärglichkeit derselben wett machen. Die hauptsächliche Ursache der Burenniederlagen war der Mangel an Geschützen." Die britischen Streitkräfte kritisirt Kapitän Reichmann u. A. folgendermaßen: „Die britische Kavallerie war weder in genügender Zahl vorhanden, noch auch war dieselbe für ihre Aufgabe gedrillt. Be­rittene Infanterie mußte in vielen Fällen als Aus­hilfe verwerthet werden. Die britischen berittenen Truppen werden niemals den Buren gleichkommen, bis sie nicht gelernt haben, als Kavallerie zu reiten und als Infanterie zu kämpfen. Die einzige Lehre, welche wir daraus ziehen mögen, ist, daß wir nicht genug von unserer Sorte Kavallerie haben können. Weiterhin hat der Krieg die bedeutende Ueber­legenheit der Kruppschen und Creusot- geschütze über die englischen Armstrong- geschütze ergeben. Die Lydditegranate kann kaum als ein Erfolg in Feldoperationen bezeichnet werden."

Man sieht deutlich, daß der amerikanische Offizier den Engländern wohl will und die Buren in keiner Weise übermäßig preist, sonst könnte er nicht die völlig haltlose Bemerkung machen, die 6—800 Fremden im Burenlager hätten bei den Angriffen auf die Engländer „da» Wichtigste ge­leistet". Um so größeren Eindruck muß die An­erkennung, die er den Buren spendet, auf jeden unbefangenen Leser machen: die Moral ist jeden­falls, daß der einzelne Bur dem einzelnen Eng­länder immer und zwar bedeutend überlegen ist.

(Köln. Volksztg.)

Vermischte«.

• »reßk-hk«« an» - Kehricht. Während der Nanalinhalt der Großstädte schon längst einem schönen Beruf entgegengesührt wird, indem er fich mit Hilke der Pumpstationen über Rieselfelder ergießt und hier eine Vegetation von wahrhaft tropischer Ueppigkeit hervorzaubert, bildet der Etraßenkrhricht fortwährend das Schmerzenskind der Stadtväter. Noch immer i» es nicht gelungen, den Kehricht in befriedigender Weise aus der Stadt zu schaffen, geschweige denn nutzbar zu machen. Ein schwedischer Fachmann, K. Tingstrn, der von der Stadt Stockholm auf eine Studienreise durch Europa und Amerika geschickt wurde, bezeichnet eS sogar als unbestreitbare Thatsache, daß das städtische Reintgungswesen, obgleich ersetzt als einer der wichtigsten Zweige der Wirksamkeit der Stadtgemeinden betrachtet werde, fast in der ganzen civilisirten Welt auf einem ver- hältnißmäßig niedrigen Standpunkt stehe, namentlich be­treffs der Frage, was am letzten Ende mit dem Kehricht zu geschehen habe. Nun leuchtet aber auch in dieser Be­ziehung ein Hoffnungsstern. In Frankreich ist kürzlich das Verfahren aufgetaucht, den Kehricht aller Art zu Preßkohlen zu verwandeln, eine Erfindung, die nach langwierigen Experimenten geprüft und in allen Ländern patenttrt worden ist. Dem skandinavischen Fachblatte „Norden" zufolge besteht das Verfahren darin, daß der Kehricht, der Abfall der Schlächtereien und Fischmärkte und sonstige Ueberbleibsel, gebrauchtet Torfgrus, Stroh, Papier rc. zerhackt und pulverifirt und diese Maffe mit verschiedenen Zusätzen, wie Holzstoff, Teer und Naph­thalin, versehen wird. DaS Ganze wird dann in Knet- aparaten bearbeitet und nach einem Trocknungsprozeß zu Briketts gepreßt, was die Feuchtigkeit noch mehr ver­ringert. Neber daS derart i« Paris auS dem Kehricht gewonnene Produkt hat der Direktor deS dortigen Munizipal-LaboratoriumS, der den Brennversuch« bei­wohnte, rin Urtheil abgegeb«, in dem es heißt; »Die fertig« Briketts hab« ein« schwach« Gasgeruch, brenn« leicht und geb« langsam Wärme ab. Bei vollkommener Herstellung werden sie weniger Asche und mehr Wärme liefern. Dir Analyse »eicht deutlich, daß

ihre Heizkraft sehr groß ist, und wenn die Asche zur Hälfte veringert wird, was leicht bewirkt werden kann, so wird die Heizkraft dieser Briketts derjenigen der gewöhnlichen Kohlen gleich sei», wobei fie noch den Vorzug haben, oaß sie weniger schnell verbrennen, keinen Rauch entwickeln und die Wärme, die beim Ver­brenn« en> steht, langsam abgeben." Somit würde also den Städten die erfreuliche Aussicht blühen, dm Kehricht, statt ihn zu verbrennen, was übrigens bis jetzt trotz verschiedener Berbrennunrsöfen auch noch nicht völlig gelingt, in einer Weise nutzbar zu machen, mit der allen Seiten gedient wäre. Die Stadt­verwaltungen würden auf billige Weise ihren Kehricht loS oder bekämen noch gar Geld zu, und den Gesell­schaften, die sich etwa bildeten, um aus Kehricht Briketts herzustellen, würde es nie an oilligem, reichlichem und leicht zugänglichem Rohmaterial fehlen.

* Ofuftx Rath. Nervenkranker (dem der Arzt etwa« verschrieben): „Unb wie soll ich's halten mit der Lebensweise?" — Arzt: „Leben Sie weise!"

* Muser- Dienfiöoten. Frau: „Sie haben doch bei Frau Müller nur 140 M Lohn bekommen, warum verlangen S e denn von mir 160 M. — Neue Köchin: „Weil Sie auch noch Liebe zu ihren Kindern verlangen — die brauchte ich bei Frau Müller nicht zu haben!"

• YerdLchttg. Vermiether (zu seiner Frau): „Du, Alte, ich glaube immer, :er Student, der sich bei uns eingemiethet hat, ist gar kein Sudent!" — Frau: DWieso?" - Vermiether: „Er studirt mir zu mel!"

* Kasernenhofßküthe. Unteroffizier (zu emem Rekruten, der sich beim Bajonettfeckten ungeschickt an­stellt): „Lehmann, wenn Sie den „Wallenstein" hätten ermorden sollen, wär' der Mann heut' noch am Leben!

* Meue Kezeichnnng. Der kleine Pepi: „Onkel, du sollst gleich nach Hause kommen — ein eingeschriebener Briefträger ist da!"

Das Telephon, durch welches dec Prioaltele- graphie eine so ungeheuere Ausdehnung verschafft worden ist, hat auf seinem eigenen Gebieie neue Bedürfnisse hervorgerufen und den Wunsch ge­zeitigt, neben der Lauttelegraphie auch eme ein­fache Schrifttelegraphie zu besitzen, deren Hand­habung keine Hebung erfordert. Dieses Bedürsn'ß hat zu zahlreichen Erfindungen gefühlt, und ganz besonder« hat sich das Bemühen der E. findet auf die Konstruktion eines einfachen Drucktelegraphen gerichtet, welcher die Depesche in üblichen Schrift- zeichen niederschreibt. Die Forderung der Einfach­heit und die der Zuverlässigkeit und der Billig­keit des Apparates sind schwer zu erfüllen, uns erst feit kurzer Zeit ist es gelungen, einen solchen Drucktelegraphen für den Privatoeikehr zu schaffen. Der Apparat, welcher diesem Zwecke 'dient, ist der Ferndrucker von Siemens und Halske, ein in der Konstruktion und Handhabung sehr ein­facher Drucktelegraph. Wie unsere Abbildung er- kennen läßt, ähnelt der Fernorucker in seinem Aeußeren der Schreibmaschine, deren Tastatur so­gar nahezu unverändert für den Ferndrucker über­nommen worden ist. In dem Kasten hinter der Tastenplatte befindet sich der Druckapparat, welcher au« einem leichten, von einem Uhrwerk getriebenen Typenrädchen D und dem für die Bethättgung desselben bestimmten Elekiromechanismus besteht.

Wenn nun an dem als Sender dienenden Ferndrucker eine Taste z. B. a gedrückt wird, so wird an dem zweiten Ferndrucker, der in diesem Falle als Empfänger dient, das rasch umlaufende Typenrädchen genau in der Stellung angehalten, in welchem fich sein Buchstabe a über dem auf eine kleine Rolle gelegten Papierstreifen befindet. In diesem Augenblicke tritt dann ein Elektro- magnet in Thättgkeit, welcher die Rolle mit dem Papierstreifen gegen da» Typenrädchen drückt und dadurch den Buchstaben a abdruckt. Lassen wir jetzt die Taste a am Sender lo», so läuft da« i Typenrädchen i« Smpfänger weiter und der

Literarisches.

Das Juliheft der »Wahrheit^ (Herausgeber Dr. Armin Kausen in München, Verlag der Königs. Hofbuchhandlung von Jos. Bernklau in Leutkirch) empfiehlt sich durch eine abwechslungsreiche Folge zeit­gemäßer und interessanter Auffätze. (Jedes Heft ist einzeln käuflich. Preis 50 Pfg., Jahrespreis 4 Mk.) An leitender Stelle geht Cato der „Entarteten Kunst", dem Ueberbrettl-Unwesen, zu Leibe und stützt sich dabei ausschließlich auf Urtheile aus dem liberalen Lager. In einem längeren Artikel „Der Prote­stantismus und Deutschland" wägt Germa­nns die Stellung, welche der Protestantismus in Deutschland einnimmt, und diejenige, welche dem Katholizismus gebühren sollte, in historisch-kritischen Betrachtungen gegeneinander ab. Der Verfasser kommt zu dem Schluffe, daß uns zur Stärkung des natio­nalen katholischen Bewußtseins gegenüber den Ge- schichtsfälschuugen auf protestantischer Seite eine Volks- thümliche Gesammtdarstellung der katholischen Ge­schichte Deutschlands dringend Noth thäte. I. Leute geht dem Mayer'schen Essay „Wie Bayern ei« moderner Staat wurde" mit kurzen kritischen Glossen zu Leibe. Ein übersichtliches Bild über „Die französischen Orden im Orient" hat Dr. Dannecker entworfen. Koch-Breuberg bietet einen geschichtlichen Abriß über „Das Hau« Parma". „Unser Verhältniß zu Heinrich Heine" unterzieht Jos. Franken einer kritischen Würdigung. Eine beachtenswerthe Studie Dr. R o d y' S über „Roseggers Himmelreich" bildet den wür­digen Schluß des Juliheftes.

Popierstreifen wird um eine Buchstabenbreite vor­geschoben. Nunmehr können wir eine zweite Taste drücken und alsbald wird auch der zu dieser Taste gehörige Buchstabe im Empfänger abgedruckt. E» läßt sich also die Nachricht, welche man Über- mttteln will, Buchstabe um Buchstabe aufschreiben Md steht dann für die spätere Kenntnißnahme auf dem Papierstreifen.

Wie man sieht, ist die Handhabung dieser Telegraphen die denkbar einfachste, da fie mit der­jenigen der Schreibmaschine gleich ist und dieser Umstand ermöglicht die Verwendung de» Fern- druckers für den privaten Telegraphenverkehr. Denken wir uns, daß in einer Großstadt neben dem Telephon auch ein Ferndrucker aufgestellt ist und alle diese Ferndrucker an eine Centrale ange­schlossen sind, welche die jeweils verlangte Ver­bindung zwischen zwei Ferndruckern herstellt. Dan» kann die eine an die andere Stelle tele« graphiren und die Nachricht ist bei der letzteren in Druckschrift fixirt, kann also, wenn der Adressat nicht gerade anwesend ist, später von ihm abge- lefen werden. Darin — in der Fixirung der Nachricht — besteht der Vorzug de» Ferndruckers vor dem Telephon, welches allerding« durch den ersteren nicht verdrängt, aber ergänzt werden soll.

Es wird sich die Uebermittelung solcher De­peschen mittelst des Ferndruckers auch auf weitere Strecken, von Stadt zu Stadt vollziehen können, da die neueren Versuche eine tadellose Ueber­mittelung von Berlin nach Hannover ergeben haben. Für die allererste Anwendung hat die Gesellschaft m. b. H. Elektrischer Ferndrucker in Berlin, welche die Verwerthung diese« Apparate» übernommen hat, die Verbindung der Theilnehmer mit dem Haupttelegraphenamte ausersehen, durch welche die unmittelbare Aufgabe und Empfang­nahme von Telegrammen ermöglicht wird. Mit der wachsenden Verbreitung de» neuen Verkehrs­mittel» soll bann auch der Verkehr der Therl- nehmer unter fich eingeführt werde«.

Hart. Ynsf.Beseke. Berlin S.W

I233Z