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Iuröa, Freitag, den 12. Juli 1901.

M 157.

28. Jahrgang.

G Engländer und Buren.

Die Engländer haben ein neues „Kultur­mittel" entdeckt, um die Buren zu zähmen: sie fangen an, die Buren aufzuhangen. Die erste Hinrichtung durch den Strang ver­zeichnet eine Kapstädter Drahtmeldung aus Cradock. Der Gehängte sollte dadurch gestraft werden für „Verrath und versuchten Mord". Ein anderer „Aufständischer" sollte an demselben Tage ebenfalls durch den Strang in Middelburg hingerichtet werden. Beide Orte liegen im Kaplande. Es wird sich in beiden Fällen vermuthlich um Kapland-Holländer handeln, die mit den kämpfende» Freistaat- Buren gemeinsame Sache gemacht haben. Aber es können auch Freistaat-Buren gewesen sein, die der englischen Rohheit zum Opfer gefallen find; denn man hat vielen derselben den britischen Treu-Eid mit Gewalt abgepreßt, und man hat dadurch einen Vorwand erhalten dazu, solche Zwangsbriten als englische Unterthanen zu behandeln und fie als „Mörder und Ver- räther" zu bestrafen, wenn fie dem Zuge ihres Herzens und dem Drange ihrer vaterländischen Pflicht folgen und die Waffen führen gegen die ungerechten Eroberer, die ihrem Volke Heimath, Land und Selbständigkeit raube» wollen gegen alles Völkerrecht und gegen alle menschliche und göttliche Gerechtigkeit.

Durch die Steigerung der Rohheit in der Mißhandlung der Buren werde» die Briten nun hoffentlich nichts Anderes erreichen, als eine ent­sprechende Steigerung der Erbitterung und der Kampfeslust gegen das brittsche Regiment auch bei den Kapland-Buren und massenhaften Uebergänz dieser Letzteren zu den kämpfenden Schaaren ihrer Landsleute. Daß diese Schaaren kräftigen Zuzug in der Kapkolonie erhalten, haben Berichte des britischen Oberbefehlshabers Kitchener bereits zugegeben. Hoffentlich verzehnfacht fich dieser Zuzug jetzt. Außerdem ist die Hand­lungswesse der Engländer auch noch unklug in einem andern Sinne. Denn die Buren können fich rächen. Der Burenführer Scheepers steht mit seinen Schaaren mitten in der britischen Kapkolonie und hat die Stadt Murraysburg eingenommen und besetzt. Die Engländer brennen ohne Roth Hunderte von Buren­farmen nieder und verwüsten die Felder der Buren. Jetzt zahlen es ihnen die Buren mit gleicher Münze heim: in Murraysburg zeugen jetzt davon die geschwärzten Branvtrümmer des britischen Regie» ungSgebäudes und die Ver­wüstung vieler Britenniederlaffungen. Das ist auch roh, aber es ist Nothwehr. Und nur die Engländer tragen die Schuld daran, daß der südafrikanische Krieg in so wüster Weise aus­artet. Wie die Engländer widerrechtlich bie Burenfreistaaten als britische Gebiete in Anspruch genommen und besetzt haben, so hat nun auch umgekehrt Scheepers Murraysburg sür Gebiete des Oranjefreistaates erklärt. Nun braucht auch Scheepers nur die Engländer, die dort wohnen, «inen Treu-Eid für den Oranje-Freistaat schwören zu kaffen, um bei allernächster Gelegenheit Grund dazu zu gewinnen, diejenigen Engländer an den nächsten Baumast hängen zu laffen, die bei seind- seligen Handlungen gegen Burentruppen betroffen

Die Namensschwestern.

Frei nach dem Englischen von Clara Rheinau.

7 —— (Nachdruck verboten.)

4. Kapitel.

Im Bahnhof von Wtarfred, der nächsten Bahnstation bei Bridgeham, saß Frau Dr. Wilson in ihrem hübschen Landauer und er­wartete sreudig erregt die Ankunft ihres Bruders.

„Ich will die Zügel halten, gehen Sie auf den Bahnsteig und empfangen Sie Herrn Morgan," hieß sie den Diener; und da der Zug Verspätung hatte, blieb ihr noch hinreichend Zrit, fich das bevorstehende Wiedersehen aus« zumal«».

Seit ihres Bruders letztem Besuche in Bridgeham waren über fünf Jahre vergangen, und damals hatte eine ernstliche Meinungsver­schiedenheit zwischen ihnen seine Abreise be­schleunigt Ihre Charaktere waren sehr ver­schieden, und sie hatte sich inzwischen oft Vor­würfe gemacht, Richards Neigungen zu wenig Rechnung getragen zu haben.

Ihr Briefwechsel war in all den Jahren srhr spärlich gewesen, und nie hatte fich bisher tin triftiger Grund gefunden, ihn zurückzurufen, vtfct erst schien eine glückliche Verkettung von umständen die besten Aussichten für seine Zu­kunft zu bieten. Ihre Stiefmutter war tobt und ®er Rest d<s väterlichen Vermögens fiel endlich den Kinder» zu, spät allerdings, doch einige

werden. Jetzt bleibt den Buren gar nichts An­deres mehr übrig, alS' den Krieg bis aufs Messer fortzusetzen. Der Verzweiflungskampf ist ihnen aufgedrungen worden. Leicht aber kann er zum vollkommenen Schaden derjenigen auS- fallen, die ihn den Buren aufdrangen.

Die erneute gewaltthätige Herausforderung der Buren durch die Engländer ist deswegen auch verwunderlich, weil diese Letzteren ganz genau der Thatsache fich bewußt sind, daß es mit ihren Sachen in Südafrika nicht gut bestellt ist. Die Briten sind im Vergleiche zu ftüher schon recht zahm geworden. Das beweisen die stets von neuem gemachten Versuche, mit dem Burengeneral Botha Friedensoerhandlungen an- zuknüpfen, und die große Nachsicht, die dabei dem Burengeneral entgegengebracht wurde. Man gestattete Herrn Louis Botha, die britischen Kabel zu benützen, um in Geheimschriftdepeschen mit dem Präsidenten Krüger in Verbindung zu treten, nachdem Herr Botha erklärt hatte, er könne nur dann verhandeln, wen» er sich mit dem Oberhaupts der Republik Transvaal in telegraphische Verbindung setzen dürfe. Lord Kitchener mußte also auf Umwegen den Präsi­denten Krüger noch immer als das Oberhaupt von Transvaal anerkennen, und das ist ein ganz gewaltiger Unterschied gegen den ursprünglichen englischen Uebermuth, mit dem man zuerst die bedingungslose Unterwerfung von den Buren forderte.

Lord Kitchener bot den Buren vollkommene Amnestie für alle Vorkommnisse während des Krieges und vollständige Gleichberechtigung der englischen und der holländischen Sprache in den Schulen und auch vor Gericht an. Aber stolz haben die Buren es von Neuem abgelehnt, auf dieser Grundlage zu verhandeln. Sie verlangen die Anerkennung ihrer Unabhängigkeit, oder aber fie kämpfen; und da fie durchaus nicht den Eindruck der Schwäche machen, hat man sich darauf gefaßt zu machen, daß dieser Kampf noch recht lange währen wird.

Vor einiger Zeit ging durch die Presse die Nachricht, die Engländer wollten die B u en nicht mehr als kriegführende Partei, sonder-, als Re­bellen, als Aufständische betrachten und b-handeln. Sollten die Hinrichtungen in Cradock und in Middelburg als den Anfang in der Betätigung dieser veränderten AuffaffungSweise zu betrachten sein, dann würde freilich eine neue Verschärfung der Leidenschaften die nothwendige Folge sein und auf's Neue die Enttüstung der ganzen gefitteten Welt gegen die unmenschlich grausame Kriegfüh­rung des „stolzen Albion" wachrufen. Dann soll­ten die Völker Europas nicht mehr zögern, ihre heiligsten Güter, Völkerrecht und Menschlichkeit, geg-n diese Barbarei der Briten auf's nachdrück­lichste zu wahren.

Deutsches Deich.

Berlin, ben 11. Juli

* Der Aeichsauzeiger' veröffentlicht heute die Ernennung des Regierungs - Präsidenten Freiherrn von Richthofen in Köln zum Ober-Präsidenten der Provinz Ost­preußen und den Polizei-Präsidenten von

Tausend kommen zu keiner Zeit des LebenS un­erwünscht. Richards Antheil würde beinahe genüge», ihm den Eintritt in jene Firma zu verschaffen, die ihm sofort eme angenehme Stellung sicherte. Aber konnte nicht auch Alles viel glänzender fich gestalten? «ot nicht der Umstand, daß Westfields jetzt eine junge, liebens­würdige Herrin besaß, eine herrliche Reihe von Möglichkeiten dar, die sich unter geschickter Be­handlung vielleicht in Tbatsachen umwandeln ließen? DaS prächtige Befitzthum, auf das fie einst selbst fich Hoffnung gemacht, konnte nun doch in ihre Familie kommen und fie schmiedete tausend kleine unschuldige Pläne, um das er­wünschte Ziel herbeizuführen. „Aber ich kann nicht vorsichtig genug sein," überlegte fie, „bie leiseste Andeutung könnte Richard ver­scheuchen. Meine Schuld soll eS nicht sein, wenn dieser Besuch nicht angenehm beginnt und herrlich endet. Ach! endlich der Zag und da ist er ja schon!"

Frau Wilson begrüßte ihren Bruder mit so warmer Herzlichkeit, daß dieser aus seiner Str» suukenheit erwachte, i» die ihn bie Trennung vor» Aimör versetzt hatte. Gr kam seiner Schwester mit einer Freundlichkeit entgegen, die frühere Reibereien vergeffen ließ und ein guter Einoerständniß für die Zukunft versprach.

Als das Handgepäck untergebracht und alles wieder auf seinem Platze war, rollte der Wagen zwischen blühenden Heckeuzäunen dahin, an bteiren, unregelmäßigen Feldern vorüber. Hoch in ben Lüften sangen bk Lerchen ein Willkommenslied. In herzlicher Weise drückte Frau Wilson immer

Balan zu Potsdam zum Präsidenten der Regierung zu Köln.

4- chestörter Aekigiousuulerricht. In Dob rzy ca in der Provinz Posen ertheilte eines Tage« der Pfarrer in gewohnter Weise in der Kirche Unterricht an die Erflkommunikanten. Da erschien auf einmal der Bürgermeister mit einem Gendarmen in der Kirche und in quirirte den Pfarrer darüber, was dieser denn treibe, was die Kinder auf die Schiefertafeln schrieben, die fie vor sich liegen hatten, und anderes mehr; kurz und gut, der Bürgermeister nahm fich eine Reihe von Dingen heraus, bie ihm ganz und gar nicht zu­kamen. Der Vorwano, der ihm zu seinem un­berechtigten Eindringen in die Kirche dienen mußte, war der, daß der Pfarrer polnischen Sprach­unterricht an Kindern ertyeile, nicht nur Reli­gionsunterricht ; und die Ertheilung solchen Sprach­unterrichtes ist bekanntlich verboten. Aber erstens batte der Bürgermeister keinen Anlaß zu seinem Eindringen in bie Kirche erhalten durch eine An­zeige; sondern er unternahm den Einbruch in ein Gebier, das ihm in dieser Form verschlossen ist, mit einem Vertreter der bewaffneten Macht nur auf gewiffe Gerüchte hin, die in Dobrzyca um­hergetragen wurde». Und zweitens hat der Bürgermeister eines Ortes doch wahrhaftig nicht das Recht, in den Religionsunterricht sich zu mischen, den ein Geistlicher ertheilt. Der Herr Erzbischof von Stablewski hat, nun, wie schon telegraphisch gemeldet, gegen den Bürgermeister von Dobrzyca in Folge jener Vorgänge Be­schwerde erhoben bei der Regierung, in der er anläßlich der Eindringens des Bürgermeisters und des Gendarmen gegen jegliche Einmischung weltlicher Behörden beim Religionsunterrichte in der Kirche Widerspruch erhebt. Außerdem hat der Herr Erzbischof gegen den Bürgermeister und den Gendarmen wegen der gewaltsamen Ein­dringens derselben in die Kirche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Die Beschwerde ist ebenso berechtigt wie die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Nun werden wir sehen, ob rS noch immer „Richter in Berlin gibt".

x Deutschland «nd Kanada Die Kanadier, bie nach einem allbekannten Dichter­worte Europas übertünchte Höflichkeit nicht kennen, scheinen auch auf dem Gebiete der Zollpolitik nichts wissen zu wollen. Kanada hat, wie männiglich bekannt, zuerst gegen das Verhältniß der Meistbegünstigung mit Deutschland ver­stoßen. Natürlich hat nun auch die deutsche RetchSregierung fich nicht mehr an das Ver­hältniß gebunden erachtet, so daß der kanadischen Einfuhr nach Deutschland nicht mehr die Be­handlung der Maaren einer meistbe­günstigten Nation zugestanden wurde. Jetzt aber stellen fich die Kanadier an, als ob ihnen damit das größte Unrecht geschehe, und die Ge­treidebörse in Montreal hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der „die Zeit für gekommen erklärt wird, daß Kanada Ver­geltungsmaßregeln gegen D-utschland ergreife". Die Herren Getreidehänvler in Montreal scheinen ihre Bedeutung ganz erheblich zu überschätzen. Wähnen fie wirklich, daß ihre Entschließung in Deutschland irgendwelchen Eindruck Hervor­rufen könnte?

ft WeiStiche Aahnangeflelkte. Die Be-

wieder ihre Freude über deS Bruders Rückkehr aus, so daß dieser selbst einen Anflug von Be­friedigung fühlte, daß er gekommen war. Hierzu gesellte fich eine mächtige Sehnsucht, Aimee in dieser lieblichen frischen Umgebung an seiner Seite zu haben und ein starkes Verlangen, von seiner süßen Braut zu sprechen, ihr Lob zu fingen, daß die Versuchung fast Vorsicht und Schüchternheit hätte vergeffen machen. Aber in bet nächsten Minute verschloß er sein Geheimniß »lebet tief in bie eigene Brust.

„Ich sah in ben letzten Jahren unsere Stiefmutter nicht mehr," plauderte Frau Wilson. „Sie wat ja im Ganzen nicht so übel, aber daß fie Papa heirathete, konnte ich ihr nie ver­zeihen, es war eine grausame Ungerechtigkeit gegen uns Alle. Und wie Papa dazu kam, kann ich mir gar nicht erklären. Aber je älter ich werde, desto mehr muß ich staunen über die thörlchten Streiche, die bie Männer bei ber Wahl ihrer Lebensgefährtin machen. Eine ganz vermögenslose Frau ist doch schließlich ein Hemmschuh für ihren Gatten, denkst Du nicht auch so?"

„lieber diesen Punkt vermag ich nicht zu ent- scheiden," versetzte er, wahrheitsgetreuer, als er ahnte. „Aber muß denn jedermann nach Geld helrathen?"

„Natürlich nicht! Aber eine gewiffe Gleich- beit in den Vermögensverhältnissen oder Aus­sichten sollte doch immer vorhanden sein."

„War auch Wilson dieser Ansicht?" fragte ihr Bruder etwas boshaft.

„Allerdings nicht," lachte feine Schwester.

fchästigung weiblicher Personen wird demnächst bei den preußischen Staatseisenbahnen eine erhebliche Erweiterung erfahren, namentlich in den Güter­abfertigungsstelle» und im allgemeinen bei der Bedienung ber Schreibmaschinen. Im ganzen ge­nommen werden also jetzt weibliche Arbeitskräfte beschäftigt bei der Ausgabe der Fahrkarten, beim Telegraphen- und Fernsprechdlenste, bei der Güter­abfertigung und tm Kanzleidienste. Zu irgend­welchem Nachtdienste dürfen weibliche Personen nicht herangezogen werden. Nach einem Probe­dienste von sechs Monaten erfolgt entweder bie Entlassung ober biätarische Beschäftigung mit einem Jahresgehalte von 720 bis 900 Mark.

* Ki« alkgemeiuer internationaler Aergarveiterstreik ist für den 1. November geplant. Der Ausschuß des französischen Berg­arbeiterbundes beschloß unter Bezug auf die Beschlüsse des Londoner Kongresses, das inter­nationale Bundeskomitee davon zu unterrichten, daß die Möglichkeit eines allgemeinen Inter- nationalen BergarbelterausstandeS am 1. Noo. zu erwägen sein werde. Wenn die Forderungen der französischen Bergarbeiter nicht erfüllt würden, so würden fie am 1. November in den allge­meinen Ausstand treten. Der Ausschuß hat ferner beschlossen, das internationale Komitee zu ersuchen, bie verschiedenen Regierungen zur Veranstaltung einer internationalen diplomatischen Konferenz aufzufordern, durch bie ein Min­destlohn für all« Länder eingeführt werden

soll.

ft Die stnanzieKe Wirkung der 45tägigen ZrSckfatzr-Kar ten soll nach der .Deutschen Tages- ztg/ sür ben preußischen Fiskus in einem Ausfall von 40 Millionen Mark bestehen. Das Blatt behauptet zwar aus zuverlässiger Quelle geschöpft zu haben, trotzbem find Zweifel an der Richtigkeit dieser Meldung geboten. Es ist ein alter Ersah« rungssatz, daß jede Verbilligung der Fahrpreise eine Vermehrung des Verkehrs im Gefolge hat. Ob diese Vermehrung deS Verkehrs bei Berech­nung des Einnahme-Ausfalles richtig in Rechnung gestellt worden ist, bleibt abzuwarten. Wir hegen aber starke Zweifel, denn in unserem Nachbar­staate Holland, wo man seit Jahren die 30tägige Giltigkeit ber Fahrkarten eingeführt hat, hat man sogar eine erhebliche Vermehrung ber Einnahmen erzielt. Und was in Holland erreicht wird, dürfte doch in dem verkehrsreicheren Deutschland um so sicherer herausgeschlagen werden.

* Au» Anlegung von Mündelgeldern sind nach einem Beschluß der Bunbesraths auf Grund des § 1807 des Bürgerlichen Gesetz­buches verbriefte Forderungen gegen eine inlän­dische kommunale Körperschaft ober bie Kreditanstalt einer solchen Körperschaft geeignet, wenn die Forderungen von Seiten des Gläubigers kündbar sind oder einer regelmäßigen

Tilgung unterliegen.

* Bur Aerhittmrg der OeffS-ekch-ler« ober einer ihr ähnlichen, leicht übertragbaren Darmseuche, bie im letzten Frühjahr mehrfach von Geflügelausstellungen verschleppt worben ist, hat, wie die ,Berl. Korr/ mlttheili, ber Minister für Landwirthschaft die amtSthlerärztlicheBeaussichtigung sämmtlicher öffentlicher Geflügelausstellungen an« geordnet. ____________

„»bet Robert besaß selbst genug, um feiner Neigung folgen zu können."

„Und rote geht es meinem Schwager?" er­kundigte sich Richard, um von einem Thema ab- zulenken, das ihm peinlich war.

„O vortrefflich; er schreibt eben ein Buch über „Einheimische Vögel" und möchte Dich etwas über bie Störche in Holland fragen. Diese lltterarische Beschäftigung nimmt ihn so ein, daß ihm die Zeit leib thut, die er für West­fields opfern muß."

„Für Westfields? In welcher Wesse nimmt ihn dies in Anspruch?"

„grau Graham bestimmte ihn doch zu ihrem Testamentsvollstrecker; schrieb ich Dir nicht, daß fie gestorben fei?"

„Du bemerktest nur, Westfields fei in andere Hände übergegangen, aber ich hatte keine Ahnung, in welcher Welse. Jetzt verstehe ich, dies schließt wahrscheinlich die Uebergabe bet Besitzung an den Erben tn sich."

„Von dessen Dasein wir keine Ahnung hatte». Eine - Person auS Australien."

„Ach, dieser Herr wird vermuthlich tn großem Stil" Verbesserungen vornehmen, und dleS ist der Grund, warum man meiner bedarf. Was für

ein Mann ist er?" __

„Gar kein Mann," antwortete Frau Wilson lächelnd. „Westfields hat abermals nur eine Herrin, Fräulein Minor Graham."

„Versteht fie etwas von derarttge» Geschäften, war es ihre eigene Idee?"

„Das nicht gerade. Harris, der Verwalter, machte ihr den Vorschlag, und fie sah sogleich