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M 155. Julöa, Mittwoch, dm 10. Juli 1901. 28. Jahrgang.
• Das französische Kulturkampss- gesetz und Deutschland.
Das französische sogenannte Vereinsgesetz, das so treffend von dem Rundschreiben des heiligen Vaters als ein Ausfluß der chrifteu- feindlrchm Gesinnungen im modernen Frankreich gebrandmalkt wird, unterliegt einer ganzen Reihe falscher Deutungen und irrthümlicher A»ffuflungen. Dis eine davon ist die mit großer Zähigkeit festgehaltene Behauptung, die Kurie werde sich schon in das Unabänderliche finden und nothgedrungkn gute Miene zum bösem Spiele machen. Triumphirend weisen die Leute die so gestimmt sind, auf den Schluß des Rundschreibens des heiligen Vaters hin, in dem Len Dienern der Kirche eine „milde und nach- flchtige Haltung- zur Pflicht gemacht wird aber verschweigt dabei, daß unmittelbar vorher auch die Nothwevdigkeit einer „festen und würdigen Haltung" hervorgehoben wird. Man kann also aus demselben Satze auch genau das Gegentheil herauslesen; und auf jeden Fall — darauf sei nochmals hingewiese»! — muß der Vatikan erst das weitere Vorgehen der französischen Regierung abwarten, bevor er selbst seine genaueren Maßnahmen dagegen stellt.
Nun aber kommt eine andere Auffassung zum Vorschein, die umgekehrt die Wirkungen des französischen Vereinsgesrtzes ein wenig in ihrem Umfange zu überschätzen scheint. Einzelne deutsche Blätter äußern nämlich die Meinung, eine Folge dieses Gesetzes werde eine förmliche Umwälzung in der Gruppirung der Mächte sein. Frankreich betrachtete sich bisher, wie bekannt, noch aus der Zeit seiner Könige her als die berufene und vom Vatikan anerkannte Schutzmacht der Christen im Orient; und die neuesten Ereignisse haben bewiesen, daß auch die moderne französische Republik an diesem Grundsätze nicht rüttel« lasten möchte. Nunmehr — so meinen einzelne Blätter — wird der Vatikan in aller Form dieses Vorrecht eines berufenen Beschützers der Christen int Orient dem Lande Frankreich wegnehmen und dasselbe dem Deutschen Reiche anbieten. Man möchte sogar behaupten, daß das Reich in Rom große Anstrengungen mache, um vom Vatikan an Stelle Frankreichs mit dieser Rolle betraut zu werden. Vermuthlich beruhen auch diese Ver- muthungen nicht auf Thatsachen. Das Deutsche Reich hat wohl hinlänglich bewiese«, daß es seine Angehörigen in allen Theilen der Wel zu schützen versteht, auch im Orient; und daß man im Vatikan für diese feste und thatkrästige Haltung des Reiches in der Beschützung christlicher Jatereffen im Auslande Anerkennung und Dank hegt, ist ebenso bekannt. Warum sollte das Deutsche Reich wünschen, daß ein neuer Streit entbrenne um alte Vorrechte und Titel, die in unserer Zeit kaum noch thatsächltchen Werth haben? Das Deutsche Reich thut seine Pfl cht in der Vertretung und Beschützung christlicher Jntereffen und namentlich der deutschen Missionen und Christen im AuZ lande; Frankreich aber wird sich niemals das Recht nehmen lasten, seine eignen Angehörigen in überseeischen Ländern ebenso selbst zu beschützen. Deswegen können die Dinge und die Gruppirung der Mächte trotz des französischen Ausnahmegesetzes gegen die Orden und Kongregationen genau so
Die Namensschwestern.
Frei nach dem Englische« von Clara Rheinau.
6 ------ (Nachdruck verboten.)
In einer kleinen Abendgesellschaft bei Frau Elliot wurde Aimör zu fingen aufgefordert. Bereitwillig setzte sie sich an das Piano, und bald lauschte Alles wie verzaubert der herrlichen Stimme, die das wehmülhige Lied „Heimath, süße Heimath" mit wahrer Vollendung oortrug.
„Warum wählten Sie gerade dieses Lied?" fragte Richard, als es ihm später gelungen war, die Sängerin in dem kleinen Gewächstzause ihrer Wirthin allein zu sprechen.
„Warum? — ich weiß es kaum. Vielleicht —" mit einem verrätherischen Beben in der Stimme — „weil ich selbst keine Heimath habe."
„Ein Band zwischen uns," bemerkte er ernst und bewegt. „Senn ich bin nur ein Wanderer und werde eS vielleicht bis zum Ende meiner Tage bleiben, wenn ich nicht — wenn ich nicht — ein Wesen finde —"
Etwas vermint brach er ab, aber ihre Augen begegneten einander und die seinigen erzählten besser als Worte, was er zu sagen hatte. Heiß erröthend senkte Aimöe das Köpfchen unter seinem wartenden Blicke; aber als sie nach einigen Sekunden schüchtern wieder aufsah, las Richard die ^sehnte Antwort in den lieblichen Zügen. Er wußte, daß er von nun an eine Heimath habe ,n "em treuen Herzen einer liebenden Braut.
bleiben wie bisher; das Deutsche Reich jedenfalls wird keine Lust verspüren, Mißstimmung in Frankreich zu erregen wegen eines Titels, der ür das Reich keine Bedeutung hat. Der fran- >östsche Kulturkampf ist eine innerfranzösische Angelegenheit, die für die Republik Frankreich nicbts weniger als ein Ruhmesblatt in seiner Geschichte bedeutet, die aber auf keinen Fall Anlaß für andere Staaten sein kann, sich in die französischen Sachen einzumischen. Dadurch würde len Katholiken und den Orden in Frankreich nichts geholfen, sonst aber Verwirrung und Zer- würfniß gestiftet werden. Es ist also schwer zu begreifen, wie sonst ernsthafte Blätter auf so abenteuerliche Anschauungen verfallen können. Im Vatikan selbst wird man nur eine lächelnde Kritik dafür haben.
Deutsches Keich.
Berlin, den 9. Juli
+ Die preußische Annakvorkage kommt nächsten Winter wieder — so und nicht and-rs ist eine Aeußerung zu deuten, die Herr Minister von Thielen am letzten Montag in Koblenz gelhan hat. Dort wurde ein'Festmahl abgehalten anläßlich einer Jubelfeier der Rheinstrom- Verwaltung; und bei diesem Festmahle hat der genannte Minister bie Aeußerung gethan: er werde Gelegenheit haben, seinen bekannten Standpunkt in der Wafferstraßevfrage in der nächsten Tagung deS preußischen Landtages ebenso zu vertreten, wie bisher. Man kann das schwer begreifen. Aber das offiziöfe Drahtbureau der Regierung verbreitet geflissentlich die Aeußerung des Ministers, und somit scheint das unbegreifiicheEreigniß wahr werden zu wollen. Die Ausdauer der preußischen Regierung sollte beffer edleren Aufgaben zugewandt werden. Daß das Centrum die Wiederkehr der Wasservorlage im nächsim Winter durchaus nicht wünscht, hat der Abg. Herold b»r Regierung mit aller nur möglichen Dnulichkeit wiederholt auseinandergesetzt. Der E clg kann doch also in der Zukunft schwerlich «■ anderer sein, als er in der Vergangenheit bish r gewesen ist. Nun, wir werden ja sehen!
h, I« der Irage vom gteHgioerunter« richte an höheren Schnken schreibt die offiziöse ,Nordd. Allgem. Ztg/ unter dem Aufgebote einer gewissen Entrüstung, daß die Lehrpläne, die jetzt zur Ausführung gelangen sollen, „aus Anlaß der vor zehn Jahren durchgeführten Schulreform im Einvernehmen mit den geistlichen Behörden beider Konfessionen festgestellt und im Jahre 1892 veröffentlicht und daß diese nun unverändert übernommen worden sind." Nur für den protestantischen Religionsunterricht habe eine unwesentliche Ergänzung stattgefunden." — Wirklich? Aber warum denn die Entrüstung! Diese ist nicht nur überflüssig, sondern auch ein wenig verdächtig!
X Air s-s«it-« - Misst-« in Lüdivg- hanse« bildet noch immer den Gegenstand von Auseinandersetzungen in der Presse. Die Mission wurde abgebrochen auf die Anordnung der bischöflichen Behörde in Münster hin. Landrath Graf Wedel erwiderte in einem Lokalblatte auf die Kritik, die die katholische Press- an der
3. Kapitel.
So beglückt sich auch Richard Morgan fühlte in dem festen Besitze seiner liebreizenden Braut, so «taten es doch recht ernste Gedanken, die ihm von nun an manche Stunden trübten. Sorglos, sich stets einer gewissen Unabhängigkeit erfreuend, hakte et bisher dahin gelebt, und nun siel es ihm schwer cm die Seele, daß er in seinem Berufe sich keine sichere Existenz geschaffen hatte. Weltklugheit hatte er nie besessen und war stets mehr geneigt gewesen, zu brechen als zu biegen; nun machte er sich, vielleicht ungerecht bittere Vorwürfe über seine Vergangenheit. Seine Vermögenslosigkeit war die einzige Schranke, die sich zwischen seine baldige Verbindung mit Aimse stellte, und er grämte sich fast unablässig darüber. Sie aber, vor der sein ganzes Inneres offen lag, suchte ihm Alles leicht zu machen; utb oft gelang es ihrer finnigen Heiterkeit, die Sorgen von seiner Miene und den Kummer aus seinem G^müth zu scheuchen.
„O, ich fürchte mich vor nichts, jetzt, da ich nicht mehr allein bin!" sagte sie ihm; und der Widerhall vergangenen Leid's in ihrer Stimme wurde von einer neuen freudigen Zuversicht übertönt, so daß er es als eine Feigheit empfand, den frohen Muth des jungen Kindes nicht zu theilen.
„Aber ich habe nie halb so viel verdient, als ich gesollt hätte und gar keine Ersparnisse gemacht," beschuldigte er sich einst wieder, als sie an einem Märzabende in Sicht des großen weißen Hauses, so zu sagen unter den Augen von Aimöe's treu besorgter, mütterlicher Freundin, unter den knospen-
Unterbrechung der Mission übte; denn die nschöfliche Behörde war erst durch das Land- rathsamt in Lüdinghausen auf die Sache aufmerksam gemacht worden. Alsdann folgte eine Erklärung des Herrn Pfarrers Wesselink in Lüdinghausen und dieser ein Nachtrag desselben Verfassers. Nunmehr ist eine weitere Kundgebung des Landrathes erschienen, in der dieser in scharfen Ausdrücken sich verwahrt dagegen, daß Herr Pfarrer Wesselink ihn „ungerechtfertigter und unwahrer Anschuldigungen" zeihe. Herr Pfarrer Weffelink hat aber fast gleichzeitig öffentlich erklärt, daß er mit feinen Darlegungen den Herrn Landrath persönlich nicht habe beleidigen oder kränken wollen. Run kommen — und das ist das Bemerkenswertheste an der ganzen Sache! — die kulturkämpferischen Scharfmacher und fallen über den--
Landrath von Lüdinghausen her. Dieser ist ihnen noch nicht schneidig genug vorgegangen. Es erscheint ihnen als zu große landräthliche Höflichkeit, daß der Landrath nicht einfach die Gendarmen nach der Ktrche entsandte und die Jesuitenmissionäre auf den Schub bringen ließ, sondern erst den Umweg über die bischöfliche Behörde in Münster wählte. Das ist ein starkes Stückchen! Gerade in diesen Tagen sind wir anläßlich des Todes des Fürsten Hohenlohe an die Rede erinnert worden, mit der dieser als neuer Reichskanzler im Reichstage sich einführte. Unter allgemeinem Beifalle sagte damals Fürst Hohenlohe, in unserer Zeit müßten die staatlichen Regierungen im Einvernehmen arbeiten mit den kirchlichen Autoritäten. Wo bliebe da der allgemein und heiß ersehnte Kulturfriede, wenn die Behörden nach den Vorschriften dieser Kultur- kampfshetzer arbeiten wollten? Der Fall in Lüdinghausen hat von Neuem klar bewiesen, daß wir die Jesuiten unbedingt nöthig haben für die hinreichende Ausübung unserer katholischen Missionen. Wann also wird nun wenigstens den Jesuiten wieder die Ausübung seelsorgerischer Thätigkeit und da« Halten von Vorträgen gestattet werden? Dre Beseitigung des schmachvollen Ausnahmegesetzes ist eine kulturelle Nothwendigkeit und eine Ehrensache Deutschlands!
tt Wohin die ArS-it-rgrosche« «»««der«! Unlängst tagte in Nürnberg eine Dele- girten - Versammlung deS deutschen Metallarbeiter-Verbandes. Was kostete diese Versammlung? Man höre und staune: 24860 Mark! Allein die Fahrgelder und die Diäten für die Herren Delegirten-Genossen machen das nette Sümmchen von 21784 Mark aus. Die Anfertigung des Versammlungsberichtes ist mit 700 Mark in Rechnung gesetzt, die Druckarbeiten außerdem mit 1183 Mark; das En pfangskomitee erhielt 141, das Lokalkomitee empfing 666 Mark, und so geht es weiter. Kurz und gut, die Herren Delegirten haben außerordentlich gut und umfangreich für sich gesorgt mit den Arbeitergroschen der Genossen. Äb-r gewisse Leute werden auch, wie es scheint, bei den Arbeitern niemals alle.
4- Ais englische „Ieenndschaft". Was die Engländer unter Freundschaft für Deutschland verstehen, haben sie neuerdings wieder einmal in recht augenfälliger Art bewiefen. In der britischen Kolonie Straits Settlements auf der
den Zweigen einer stillen Allee einherwandelten. „Sehr wenig ist mir von meiner Familie zugekommen ; mein Liebling, Du wirst sehr arm mit mir werden!"
Sie schüttelte energisch das seine Köpfchen. „N cht, was ich arm nenne, Richard. Geld macht rucht all unsren Reichthum aus."
„Aber einen sehr schätzens werthen Theil davon, mein Kind; auf alle Fälle ein Etwas, das wir nicht entbehren können. Um Deinetwillen wünschte ich mehr davon zu besitzen "
„Dann wünsche um meinetwillen nichts Derartiges," kam die rasche Antwort. „Das Geld macht so wenig glücklich, ich weiß er, Papa und ich hatten nie viel davon, aber wn brauchten es nicht. Er schien immer zu fürchten, daß ich nach Reichthum Verlangen trage und warnte mich stets vor deffen Gefahren. Es freute ihn innig, wenn ich ihn versicherte, daß mir am Gelbe nichts liege."
„Aber mein unpraktischer kleiner Liebling, Dein Vater kannte doch deffen Werth so gut, daß er hart arbeitete, um etwas für Dich bei Seite zu legen."
„Ach, und ob er arbeitete!" sagte Aimöe, und ihre Stimm? bebte in verhaltener Wchmuth bei der schmerzlichen Erinnerung. „O, Richard, Du weißt nicht, wie er sich förmlich zwang, Jahr um Jahr nichts als Kopiren anzufertigen. Nur für solche sei er der Bezahlung sicher, sagte er stets; mit Originalen sei ein Risiko verbunden. Und es war Alles für rwch. und Alles ging verloren. O bitte, lass» uns nicht nach Reichthum streben, ro’.r beide können ihn recht gut entbehren."
hinterindischen Halbinsel Malacca werden sehr viele chinesische Arbeiter beschäftigt, die bisher •um größten Th eile auf deutschen Schiffen von China nach Malacca herüberkamen. Das paßte den Engländern nicht mehr. Jedenfalls auf das Anstiften britischer Schifffahrts - Konkurrenz hin Jat der gesetzgebende Rath der Kolonie beschloffen, daß die Ems-chr chinesischer Deck-Passagiere fortan nur noch durch englische Schiffe bewerkstelligt werden solle. Die deutschen Schifffahrts-Gesellschaften werden durch diefen gewaltthätigen Beschluß empfindlich geschädigt, namentlich die Hamburger Packetsahrt - Gesellschaft. Man kann es dieser darum nicht verdenken, daß sie die Hilfe des Auswärtigen Amtes gegen die englischen „Freunde" nachgesucht hat. Derlei würde in einem deutschen Schutzgebiete niemals möglich sein. Wir übertreiben eher die Gastfreiheit gegen die Unternehmer aus anderen Staaten, als daß wir sie durch engherzige Maßregeln nach der Art der britischen Straits Settlements schädigen.
h, Die Nerfonenwage« her v-ISge werden, wie halbamtlich bestätigt wird, in der bereits angekündigten Weise abgeändert. Die Fenster der vorhandenen Wagen sollen so eingerichtet werden, daß man im Rothfalle durch sie entkommen kann. Die reuen Wagen sollen seitliche Ausgänge erhalten.
4- Deutsche und «srdanrerikanische Nserdezncht. Die Klagen über den Rückgang der deutschen Pferdezucht find nichts weniger als neu. Mancher war und ist geneigt, sie in das Gebiet derjenigen Klagen zu., verweisen, auf die zu achten es sich nicht lohne, weil sie aus den agrarischen Kreisen herstammen. Ihre Berechtigung ist nichts desto weniger für jeden auch nur einigermaßen sachverständigen Menschen längst vollkommen erwiesen. Außerordentlich lehrreiche Aufschlüffe über die Gründe, aus denen die schlechten Verhältnisse der deutschen Pferdezucht entspringen, enthält die soeben erschienene Arbeit eines Grasen Pourtales-Glum- bowitz, die zuerst als ein Bericht in der schlesischen Landwirthsschastskammer erstattet wurde. Der Versaffer kennt aus eigener Erfahrung sehr genau die Verhältnisse deS nordamerikanischen Pferdemarktes. Er rechnet mit vollkommener Beweiskraft vor, daß ungefähr dasselbe nord- amerikanische Pferd auf den Markt in Hamburg für 450 bis höchstens 500 Mark gebracht werden kann, das dem deutschen Pferdezüchter selbst ungefähr 1000 Mark kostet, und dabei beträgt der deutsche Einfuhrzoll für ein Pferd unter zwei Jahren nur zehn, für ein erwachsenes Pferd nur zwanzig Mark. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika erheben dagegen einen Einfuhrzoll oon 126 Mark für ein Pferd, das weniger als 630 Mark werth ist, und bei thenerern Pferden sogar einen Zoll, der ein Viertel des Werthes ausmacht. Von einer Ausfuhr deutscher Pferde nach der nordamerikanischen Staatenunion kann daher niemals die Rede sein, während umgekehrt amerikanische Pferde in großer Anzahl nach Europa und namentlich auch nach Deutschland gebracht werden. Schwere kaltblütige Stuten im Atter von drei bis fünf Jahren kann man im Westen der Vereinigten Staaten für durchschnittlich vierhundert Mark das Stück kaufen, und die Bahnfracht von dort bis
„Wir beide" — er wiederholte die traulichen Worte, die für den Augenblick wenigstens seine Befürchtungen von der Zukunft zum Schweden brachten. „Sei es denn |o, mein Liebling, wir wollen tapfer unser neues Leben beginnen. Es müßte seltsam zugehen, wenn ich nicht bald ein paffendes Heim für Dich bereiten könnte."
„Und darf ich dabei helfen?" frügte Aimöe schüchtern. „Man sagte mir früher oft, daß ich durch Musikunterricht verdienen könne. Ich wünschte es stets, selbst als Papa noch lebte, aber er wollte nichts davon hören. Jetzt könnte ich es versuchen, während wir warten."
„Nein, mein Li-dling," versetzte Richard zärtlich. Wir werden nicht lange zu warten haben, und ich könnte es ebenso wenig ertragen wie Dein Vater, Dich in Anderer Dienste zu sehen. Die große Frage ist nur die, wo wir unser Heim ausschlagen werden."
„Wo? Ei, in England, bat Aimöe, „ich sehne mich so, dort zn wohnen."
„Sei es denn in England, wenn sich das irgendwie ausführen läßt. Das Schlimmste ist nur, Leute meiner Art gibt es dort schon zu viele und der Kampf um's Dasein wird deßhslb doppett so schwer fein, als anderswo."
„Dann bestimme Alles, wie Du es am besten findest," sagte Aimör. „Aber," fügte sie sehnsüchtig bei, „England grfi-l mir s» gut, als ich vor vielen Jahren mit Papa dort war. Ermatte damals für ein Londoner Haus und nahm mich mit hinüber. Ich erinnere mich kaum noch an etwas, ausgenommen schöne Felder mit gelben