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für JwfCTotfj. SZÄ“' mit Anlrrhallungs -Anlage „Ikluffrirte Sonntags-Zeitung" "" Br. 2 (»enarak).

M 146. ' Jutöa, Freitag, den 28. Juni 1901. 28. Jahrgang.

Wegen des Feiertags Peter «nd Paul wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Moutag ausgegeben.

Deutsches Keich.

Berlin, den 27. Juni.

+ Die preuhifche« Staatsstnanze« werden von dem bekannten OffiziosuS, der auch unter dem neuen Finavzm.nisteriurn seine Thätigkett fortgesetzt, als fortsetzt großartig und glänzend ge­schildert. Immerhin muß er zugeben, daß der Endabschluß der Generalstaatskaffe für 1900 einen Ueberschuß des Vorjahres und kleiner, als man schätzungsweise im Jaruar angenommen und demgemäß angekündigt hatte. Die Eisenbahn­verwaltung erhält ihre 30 Millionen für unvor­hergesehene Ausgaben, und für die Schulden­tilgung verbleibt mehr als die gesetzmäßig dafür vorgesehene Summe von 40 Millionen.

X Laudwirthschaftkiche Schutzzölle in verschiedeuk« Staate«. Das Deutsche Reich hat im Vergleiche mit anderen Staaten keine hohen landwirthschaftlichen Schutzzölle. Spanien, Portugal, Italien, Schweden, Frankreich, Oester­reich-Ungarn, zum Theil auch Rumänien und sogar Belgien, haben höhere Einfuhrzölle als Deutschland, für die verschiedenen Getreidesorten, für Mehl und für Vieh. Der Einfuhrzoll für den Doppel-Centner Weizen beträgt beispielsweise in Portugal 6,80 — Spanien 6,48 — Italien <6.07 — Frankreich 5.66 — Deutschland 3 50 Mark, während der in Deutschland gleich hohe Zoll für Roggen bis über 7 Mark in Portugal steigt und in den meisten Ländern höher als int Deutschen Reiche ist. Aehnlich steht es mit den Einfuhrzöllen für Rindvieh, Schweine und Schafe.

+ Die ZleöerfMmrs von Eiseuvnh«- zstgeu wird demnächst ein Gegenstand gerichtlicher Verhandlungen fein. Im Stadtbahnhofe Friedrich­straße in Berlin hatten zwei Fahrgäste in einem noch nicht voll besetzten Abtheil zweiter Klaffe Platz gesunden, um nach Potsdam zu fahren. Auf dem Stadtbahnhsfe Charlottenburg drängten sich in das Abtheil aber so viele weitere Reisende, daß schließlich nicht weniger als 21 Personen — «inundzwanzig! — fitzend und stehend darin unter­gebracht waren. Jene beiden Fahrgäste erhoben Widerspruch dagegen, erzielten damit aber bei den Bahnbeamten vom Dienst keinen Erfolg. Es blieb bei der unsinnigen Ueberfüllung. Daraufhin haben die Beiden eine Klage gegen die Bahnverwaltung auf Rückgabe des Fahrgeldes angestrengt. Rach «oraufgegangenen Gerichtsentscheidungen gibt der Erwerb einer Fahrkarte noch nicht das Recht auf ordnungsmäßige Beförderung mit einem bestimmten Eisenbahnzuge. Aber anders liegt doch entschieden der Fall, wenn Fahrgäste bereits in einem Eisen­bahnzuge Platz gefunden haben und es wird ihnen Hinterher der einigermaßen erträgliche Aufenthalt darin durch äußere Umstände unmöglich gemacht,

Zwei Winge.

Frei nach dem Englischen von A. Michola.

AI ------ (Nachdruck verboten.)

„In der andern Welt werden wir es er» sahren, Albert, warum wir so lange getrennt waren. Ich kann es nicht begreifen, aber Gott weiß, warum er (8 that. Also dachtest Du nie an die Möglichkeit, daß ich gerettet sein könnte, Albert?"

„Nir mal«, niemals I Ich betrauerte Dich als todt. Gott segne den Mann, der Dir das Leben rettete. Und Du glaubtest, ich sei von dem Wrack, dem schrecklichen SBrad, hinweg geschwemmt worden?"

„Ja, Albert. Die Leute, unter denen ich wohnte, erzählten mir später, daß Niemand ge­rettet worden sei. Und ich hatte keinen Grund, an ihren Worten zu zweifeln."

„Und seitdem . . murmelte er. „O Ella, ich ging damals nicht nach Spanien — ich konnte eS nicht ertragen. Ich begab mich nach Indien, in der Hoffnung dort zu sterben; aber ich mußte weiter leben und hatte Glück in allen meinen Unternehmungen. Als reicher, aber einsamer. Anglücklicher Mann kchrte ich nach England zurück. Ich nahm meine Schwester und deren Kinder als meine Familie an, und sie wohnten seitdem in meinem Hause. Dies ist die Geschichte meine« Lebens, nun erzähle mir die Deinige."

Aber,m-t einem plötzlichen Schrei war sie aufgesprungen.

die bte Angestellten der Eisenbahn nicht ändern wollten, obwohl sie sie ordnungsgemäß hätten ändern müssen. Auf jeden Fall sollte endlich und endlich einmal dem Unfug der unsinnigen Ueber­füllung von Abtheilen ein Ende gemacht werden. Ein Bahnabtheil mit 21 oder auch nur 15 oder 16 Menschen zu füllen ist unanständig und gesund­heitsschädlich.

4- Zum Leipziger Aauükrach. Auch der Leipziger Krach hat zur Verhaftung eines Bankdirektors geführt: A. H. Ex ner, Direktor der Leipziger Bank, ist in der Nacht von Mitt­woch auf Donnerstag auf Anordnung der Staats- anwaltschast in feiner Villa in Konnewitz bei Leipzig verhaftet worden. Der Stand der Finanzen der Leipziger Bank nimmt sich ja nach der Ausstellung der Bankleitung ganz hübsch aus: 159 Millionen Aktiven und nur 92 Millionen Verbindlichkeiten. Unter den Aktiven befindet fich aber ein Posten aufgeführt, der lautet „Hl1/» Millionen Debitoren", und dieser Posten ist mehr als zweifelhaft. In demselben stecken die Forde­rungen an die mehrfach besprochene Treber- Trocknungs-Gesellschast in Raffel. Von der Ein­dringlichkeit dieser Forderungen hängt es ab, ob und wie große Verluste die Gläubiger der Leip­ziger Bank erleiden werden. Die Verhaftung des Direktors Exner hat ungeheures Aufsehen in Leipzig hervorgerufen. Sie ist auf eine ano­nyme Anschuldigung hin erfolgt, und man kann der Staatsanwaltschaft nur dankbar sein für die Energie, die ste auch in diesem Falle ent­wickelt. Früher süßte man gewöhnlich nur die kleinen — Leute, und man ließ die Großen laufen. Vor einigen Monaten wurden die Aktien der Leipziger Bank mit 170 verzeichnet, vor wenigen Tagen noch mit 140, heute nur noch mit--

zehn. Leider ist zu befürchten, daß dem Zu­sammenbruche der Leipziger Bank noch andere Rakastrophen in der Leipziger Geschäftswelt folgen werden.

fi Geplantes Attentat -ege« Kaiser Iraaz Joseph? Kaiser Franz Joseph weilte in diesen Tagen, um Truppen zu besichtigen, in dem großen Lager an Bruck a. d. Leitha. Seine Person ist sehr sorgfältig Überwacht wor­den, ein Umstand, der wegen seiner Neuheit Auf­sehen erregte. Nun wird bekannt, daß auch zwei Personen verhaftet wurden unter dem Verdachte, einen anarchistischen Mordversuch gegen Raifer Franz Joseph zu planen. Von Basel.aus waren die österreichischen Behörden darauf aufmerksam gemacht worden, daß ein Schweizer Anarchist in solcher Absicht nach Bruck gereist sei. Die Be­nachrichtigung erfolgte anonym, fand aber die größte und peinlichste Beachtung. Die ganze Bahnstrecke von Wien bi- Bruck war während der Fahrt des Monarchen durch doppelte Posten­kette bewacht. Der Eine der Verhaft» tm war ein Arbeiter aus dem Ranton Tessin, bei dem man verdächtige Briefe fand.

X Arauufchweig, 27. Juni. Der wel- fische Parteitag sandte am verfloffenen Sonntag an den Herzog von Cumberland ein Begr Üßungs, Telegramm, in welchem die Worte: „Unserem allo er ehrten Landesherrn" angewandt waren. DaS Tele­graphenamt in Braunschweig nahm das Tele­gramm anstandslos an. Dos Berliner Tele­

graphenamt schloß jedoch dasselbe von der Wetterbeförderung aus mit der Begründung, daß die Worte: „Unserem alloerehrtenLändes- herrn", unzuläffig seien. Da, wie die .Braun- schweiget Neuesten Nachrichten' hervorheben, erst am 23. v. Mts. die Braunschweigische Landes-Synode den Herzog von Cumberland al? rechtmäßigen Landesherrn anerkannt hat, so darf man auf den Ausgang der Beschwerde, welche der Führer der Braunschweiger Welfen, Graf von der Schulenburg, an zuständiger Stelle gespannt hat.

© Ikottrveil (Württemberg), 27. Juni. Das Schwurgericht veruttheilte einen ge­wissen Steinhardter wegen eines bei Muehringen ausgeführten Raubmordes zum Tode und zu 6 Jahren Zuchthaus.

A«sla«r»

* Arüsset, 27. Juni. Die Kammer- Sektion nahm gestern den Antrag betreffend die Sonntagsruhe an. Ein sozialistischer Antrag betreffend die Minimallöhne wurde ebenfalls angenommen.

□ Ilotterdam, 27. Juni. In der An- spräche, die Präsident Rrüger bei feiner Ankunft hierselbst am Mittwoch gehalten hat, berührte er keine politischen Verhältnisse, betonte nur, England habe seit dem Zuge Ja- rnesons sich zum Rtiege vorbereitet.

S Aaris, 27. Juni. Am Mittwoch wurde im Hochverrathsprozeß Sur Saluces das Urtheil gesprochen. Der Graf wurde zu 5 Jahren Verbannung verurtheilt unter Zubilligung mildernder Umstände. Für die Ver- urtheilung stimmten 72 Senatoren; 58 enthielten sich der Abstimmung. Lor Saluces begibt sich zunächst zum Herzog von Orleans.

* Marseille, 27. Juni. In Jndochina treiben laut Mittdeilungen, die der Dampfer „Himalaya" aus Tonking nach Marseille über­bracht hat, in dem Grenzgebiet von Tonkmg und Aüman chinesische Räuberbanden ihr Un­wesen. Der chinesische Grenzkommandant lasse die Banden und selbst chinesische Soldaten ruhig auf tsnkinestsches Gebiet Übertreten, dort tauben und französische Posten angreifen. So feien kürz­lich Franzosen in Nouhohai, im Nordosten von Caobany angegriffen und drei Tage lang von den Chinesen belagert worden. Die französischen Ftemdenlegionäte retteten die Sage. E n Soldat fiel, drei wurden verwundet. Einen anderen Angriff machten die Chinesen bei Sunglu, 30 Rilometer von Baolac, auf'tonktnefische Schiffe. Sie zündeten die Baracken bet Schützen an, die sich durch die Reiben Der Angreifer nach Dougvan durchschlagen mußten. Sie verloren dabei fünf Todte und sechs Verwundete.

* Mi-», 27. Juni. Graf Gilbert Hohenwarth-Gerlach wurde unter Ver­leihung des Großkreuzes deS Franz Josephs- OrdenS von dem Posten eines Generalkonsuls in Tanga (Deutsch-Ost-Afrika) enthoben und zum außerordentlichen Gesandten und bevoll­mächtigten Minister für Oesterreich bei der mexikanischen Regierung ernannt. Bekanntlich unterhielt Oesterreich-Ungarn seit der Erschießung

deS Kaisers Maximilian am 19. Juli im Jahre 1868 keine Gesandtschaft in Mixiko.

• Bukarest, 27. Juni. Die außer- ordentliche Parlaments-Session wurde hrute eröffnet. Ministerpräsident Sturdza verlas eine königliche Botschaft, welche besagt, das Parlament fei zu dem Zweck einberufen, um mehrere die Finanzlage betreffende Fragen zu tegds. Auch soll die Ausliefe» rungs - Konventio n mit Oesterreich zur Verabschiedung gelangen.

Kokales«

Fulda, 28. Juni.

* Wir wollen nicht verfehlen, in letzter Stunde nochmals recht eindringlich auf die drei Der- sammluuge« der K-utrumspartei hinzu- weisen, die morgen in Hilders, am Sonntag im Fuldaer Stadtsaale und am Montag in Salmünster abgehalten werden. Alle Wähler der Centrumspartei, insbesondere auch die Mit­glieder des Volksvereins für das katho­lische Deutschland und alle anderen katholischen Vereine müssen es als eine Ehrenpflicht betrachten, diesen Versammlungen beizuwohnen, um so mehr, als unsere Abgeord­neten Über ihre parlamentarische Thätigkeit Be­richt erstatten und Rechenschaft ablegen werden.

—* Als Delegirter des Hessischen Städtetages hat sich Herr Oberbürger­meister Ar. Antoni nach Diez zum Nassauischen Städtetag begeben.

[:] Am königlichen Lehrerseminar dah,er haben bereits heute die Kommerf-rie« ihren Anfang genommen. Die übrigen höheren Lehranstalten, sowie die Volksschulen schließen erst mit dem Ablauf der nächsten Woche.

Ö Die schon not einiger Zeit angekündigte Aa«sk»ir-sr- für die katholischen Et- ziehungsanstalten in Sannerz und Maberzell wird vom nächsten Montag ab bei den katholischen Familien unserer Stadt abge- halten werden. Gewiß werden alle Katholiken der Mahnung des Hochw. Herrn Bischofes fol- gnib gerne für die Erhaltung und Förderung dieser segensreich wirkenden Anstalten sein Scherf- lein beitragen."

~~ Einem hier öfters besonders von Fremden unangenehm empfundenen Mangel wird gutem Vernehmen nach demnächst abgeholfen werden. Herr Posthalter Ignaz Veldung beabfichtigt nämlich, eine Anzahl Droschke« (Fiaker) aufzu­stellen. E» ist nicht zu zweifeln, daß bei der Aus­dehnung, die Fulda gegenwärtig besitzt und bei dem steigenden Fremdenverkehr ein solches Institut ptofperiten wirb. u .

W. Gern machen wir im Interesse des Zühönkknös darauf aufmerksam, daß in den nächsten Tagen eine Liste bei Derjenigen Herten kreisen wird, die noch keine Gelegenheit hatten, Mitglied zu werden. Der Jahresbeitrag von 2 Mark ist gering und wird nur im Interesse unserer Rhön verwandt. Mit Rücksicht auf das fünfundzwanzigjährige Stiftungsfest deS Klubs, welches am 10.—12. August d. I. hier statt-

„Wo ist er?" rief sie, „Rudolf, Rudolf, komme herein!"

Die Stimme drang übet die Rosen in den Garten hinaus, und Rudolf eilte hinein. Aber ehe et die Thür öffnete, hatte Albert mit hef­tigem Griffe feiner Gattin Hand erfaßt.

„Wer ist er?" fragte er, „dieser junge Mann, der Dich Mutter nennt? wer ist er, Ella?"

Seine Augen blitzten, seine Lippen waren ge­öffnet, als ob er nach Äthern ringe. Sie neigte ihr blondes Haupt übet ihn und flüsterte:

„Er ist unser Sohn — Dein Sohn und der meinige."

Ein Ausdruck seligen Glückes breitete sich über feine Züge. Als Rudolf eintrat, fand er feinen Vater tnieenb, das Gesicht in den Händen ver­borgen. Seife trat er auf ihn zu — er hatte ganz die sanfte, zarte Art feiner Mutter geerbt — und legte liebevoll feine Hand auf das ge­beugte Haupt.

„Batet," sagte er weich, „wie danke ich Gott, daß er Dich unS zurückgegeben hat. Wie wunder­bar, daß wir nicht gleich anfangs den Zusammen­hang erriethen!"

Albert war aufgefprungen, und Vater und Sohn hielten fich in langer, inniger Umarmung umschlungen.

„Ich habe einen Sohn!" rief Albert, „eine Frau und einen Sohn! Ich glaubte mich allein n der Welt — und wie reich gesegnet bin ich I Ich weiß kaum, was ich spreche, Ella. Willst Du mich lehren, Gott für mein Glück zu danken?"

Rudolfs dunkle Augen füllten sich mtt Thränen.

„Und zu danken, daß wir einander so nahe

und uns doch fremd waren!" sagte er. „Ich kann es noch kaum fassen, daß ich einen Vater habe."

24. Kapitel. .

Das Frühstück blieb unberührt, als die drei glücklicyen Menschen jetzt Hand in Hand sich niedersetzten und Ella die Geschichte ihres Sehens erzählte. Sie sprach bewegt von den langen, traurigen Jahren, Die sie in Sardosa zubrachte, von dem gütigen Künstler, der ihren begabten Sohn mit nach Rom nahm, von dem friedlichen Leben, das sie dort führte; von ihrem Stolze auf den geliebten Sohn, der so große Erfolge errang, von der ruhigen Zeit, die sie unter ihren Blumen und Vögeln im Quellenhof verlebte.

Wie bezaubert lauschte Albert Nugent der weichen, melodischen Stimme seiner Frau. Er ahnte, waS sie verschwieg: ihr eigenes tapferes Kämpfen und Ringen mit den Sorgen des Sebens, ihre Heldengeduld, ihre edle Selbstverleugnung — und er neigte fein Haupt in ehrerbietiger Huldigung vor ihrer Güte, ihrer Reinheit und Charakterstärke.

„Ich kann es noch nicht glauben," sagte er, „ich fürchte jeden Augenblick, auS einem be­glückenden Traume zu erwachen."

Rudolf blickte besorgt in der Mutter Gesicht, das ihm auffallend bleich erschien.

„Wie gedankenlos bin ich doch!" rief er. „ES ist beinahe Mittag, und Mutter hat heute noch nichts genossen. Ich will sogleich dafür sorgen."

Bald darauf setzten fich Vater, Mutter und Sohn zum ersten gemeinschaftlichen Mahle nieder;

Albert erklärte die Taffe Thee, die seine Frau ihm reichte, für einen Göttertrank Es war rührend zu sehen, wie er jede ihrer Bewegungen beobachtete, jedeS ihrer Worte in sich zu trinken schien. Wenn sie das Zimmer verließ, folgte er ihr.

„Ich kann nicht anders," sagte er lächelnd; ich wage nicht. Dich auS Den Augen zu lassen, aus Angst, Du könntest mir wieder verloren gehen."

Nach beendigtem Frühstück gingen sie alle i» den Garten hinaus und setzten fich unter den hohen Bäumen in der Nähe des Wassers nieder. ES war noch so Vieles zu erzählen, so Viele« aufzuklären.

Mit erregter Miene wandte Albert sich plötz­lich zu seinem Sohne:

„Rudolf," rief er, „in meiner Selbstsucht hätte ich Deiner bald vergessen. Ist jene Geschichte wahr, die Miriam erzähtte? Siebte sie Dich und gab Dich für einen reichen Freier auf?"

Ella blickte eifrig auf. „

O Mutter, laß mich sprechen I" bat Rudolf. Miriam sprach die Wahrheit, Vater; ober glaube mir, sie ist nicht so sehr zu tadeln, wie Du denkst. Ihrer wunderbaren Schönheit wurden so viele Huldigungen dargebracht, daß es begreiflich war, wenn sie nicht auf allen Glanz verzichten und das bescheidene Heim tijeilen wollte, das ich ihr später hätte bieten können. Sie wurde schwer in Ver­suchung geführt."

„Jo," versetzte Albert Nugent, „auch n * suchte sie. Möge Gott mir vererb ; *’< t Strafe ist, daß diese Stunde, die ro ,r o.. t ui*