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Juwa, Mittwoch, den 26. Juni 1901

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1899

betreffende Angaben aus:

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Die Krankheitskosten vertheilen sich auf:

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31 918 163 Mk.

24 562 651 „

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Arzt...........

Arznei und sonstige Heilmittel . .

Krankengelder.........

Anstaltsverpflegung, Sterbegelder

Wöchnerinnenunterstützung . .

Zusammen 145 324 242 Mk.

Der Zuwachs an Mitgliedern beträgt gegen das Vorjahr rund 400000; davon entfallen 200000 auf die Ortskrankenkassen, 100000 auf die Betriebskrankenkassen, 40000 auf die einge­schriebenen Hilftkassen und 25 000 auf die Ge- meindekrankenversicherung. Einen Rückgang um 13000 weisen allein die landesrechllichen Hilfs- kaflen auf.

Die Erkrankungsfälle und die Krankheitstage und hiermit zugleich auch die Krankhettskosten auf ein Mitglied find höher als in den fünf voran­gegangenen Jahren, wohl infolge der 1899 wieder in größerem Umfange verbreiteten Influenza.

Das Vermögen der Kaffen ist in diesem Jahre denn auch nur um 4^2 Millionen Mark gestiegen, während der Zuwachs früher von Jahr zu Jahr 11 bis 15 Millionen betrug.

Reklame»- u«d Auzeigevtheil.

Für Besitzer von Fahrrädern und Motorfahrzeuge« empfiehlt es sich, sich nach dem Werthe einer guten Be­reisung zu erkundigen. Von Fachleuten wird der Conti­nental Pneumatic als ein erstklassiges Fabrikat em­pfohlen.

Berlin ist eine Vereinbarung getroffen worden, daß diese Firma das offizielle Verkehrsbureau auf der Ausstellung übernimmt und ihre Orgam- ation in den Dienst der Propaganda für du Ausstellung stellt. ‘ .

Im Anschlüsse an die geschäftlichen Müthc> lungen wurde beschloffen, den Handrlsmimster Möller zubitten, in dasEhrenprasidium cinzutreten. _ .

Herr Professor Roeder berichtete ergänzend über die Audienz bei dem Kaiser und über die kunsthistorische Ausstellung, die an Güte und Menge einen Umfang anzunehmen scheine, wie man in den kühnsten Hoffnungen nicht zu glauben gewagt habe. Ferner referirte Herr Professor Roeber über ein Projekt des Herrn Hagenbeck- Hamburg, welcher ein indisches Dorf aus die Ausstellung bringen will. Der Arbeits­ausschuß erklärte sich im Grundsatz mit der Zu- laffung einer solchen Attraktion einverstanden.

Durch Zuwahl wurde Herr Jns-rimr Macco-Siege« in bat Vorstand gewählt. Es wurde ferner auf einen durch Herrn Däcker erläuterten Antrag des Ma-chinenausschuffkS be­schloffen, eine Anzahl von Firmen außerhalb des Ausstellungsgebietes, welche Pumpenanlagen und dergleichen unter Zubilligung ganz besonderer Vortheile für die Ausstellung zu liefern bereit sind, zuzulassen.

Um den Wünschen nach einer reicheren Ausgestaltung des großen Portals des Hauptausstelluiigsgebäudks Rechnung zu tragen, genehmigte der Arbeitsausschuß des Bau- ausschusses, welches die Herren Professoren Kree- sattel und Schill erläuterten und bewilligten hier- sür eine Summe von 25 000 M.

Herr Oberbürgermeister a. D. Haumann be­richtete, daß der Eintrittspreis für die Ausstellung bis 10 Uhr Morgens auf 2 M, von 10 Uhr ab auf 1 M. und von Abends 6 Uhr ab auf 50 Pfg. festgesetzt sei. Em Be- schluß üb-r das Abonnement wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt.__

Vermischtes.

* Gut gemeint. Junger Arzt (vom Spaziergang heimkehrend): „Zum Kuckuck, Frau, das ist ja ein Gläubiger von mir, der im Salon sitzt! . . . Und den Kerl bewirthest Du mit Kaffee und Kuchen?" — Frau (erschreckt): „Ach, Egon, ich-habe gedacht, das ist unser erster Patient, und den wollte ich doch bis zu Deiner Rückkunft festhalten!" —

Fortmlffkud

werden Bestellungen für das 3. Quartal auf die ,Fuldaer Zeitung' von allen Postan­stalten, Landbriefträgern und von unserer Expedition (Har­monie) entgegengenommen.

■r* Neu hinzukommende Abonnenten erhalten die Zei­tung vom Tage der Bestellung ab bis zum 30. Juni gratis.

W Anzeigen sind in der ,Fuldaer Zeitung' von sicherer Wirksamkeit.

«r Industrie und Börsengesetz.

Wenn den Herren von der Börse und vom großkapitalistischen Handel irgend etwas nicht gefällt, dann sagen sie gewöhnlich, das seien Be­strebungen der Agrarier; da müßte« sich doch sofort alle politischen Kreise vereinigen, um die begehrlichen Sonderbestrebungen der habsüchtigen Agrarier zu bekämpfen und zu unterdrücken. Nun, wenn die Agrarier einmal etwas thun sollten, was ihnen nicht zukommt und was die übrigen Erwerbsstände ungebührlich belasten würde, dann würde die krästige Abwehr sicherlich nicht ausbleiben, sondern ganz von selbst ein# treten. In der gegenwärtigen Zeit ist derlei in­dessen nicht zu befürchten. Die Landwirthschast gehört jetzt nicht zu den Bevorzugten, sondern muß hart um ihr Dasein kämpfen. Und voll­kommen verkehrt ist die neuerdings häufig auf­gestellte Behauptung, nur die Agrarier seien es, die aus Haß gegen daS bewegliche Kapital durch­aus nicht zugeben wollten, daß das Böcsengesetz „verbessert" werden sollte, wie jene Kreise der Börsenintereffen und der reinen Spekulation sich ausvrücken.

Man vergißt dabei immer und immer wieder — oder rechnet dabei auf die Vergeßlichkeit der Urbrigen! — daß das Börsengesetz in seiner jetzigen Fassung und mit seinen Bestimmungen über daS börsenmäßige Termingeschäft noch garz jung und von einer riesengroßen Mehrheit im Reichstage gutgeheißen worden ist. Das allein schließt die Möglichkeit aus, daß die Gegnerschaft gegen das freie Termingeschäft ausschließlich „agrarisch" sei. Von besonderem Interesse ist es aber, daß auch die Industrie sich durchaus ablehnend verhält gegen die Ansprüche der Börsenspekulation auf die erneute Freigabe des Termingeschäftes. Ein Blatt, das rein industrielle Interessen ver­tritt, die Rheinisch - Westfälische Zeitung' in Essen, stellt dies in einer so vorzüglichen und so überzeugenden Art und Weise dar, daß ihre Ausführungen einer kurzen Wiedergabe durchaus werth sind.

Vor allen Dingen bezeichnet das genannte Industrie-Organ den Ersatz des Börsen­registers durch das Handelsregister, wie die Mehrheit der Börsenkommission ihn ver­langt, als unannehmbar, da sonst das Börsen­register vollkommen werthlos sei und fügt sehr richtig hinzu: „Wir möchten jedoch die Frage erheben, warum denn diejenigen Personen, die das Differenzgeschäft so sehr pflegen, sich davor scheuen, sich in das Börsenregtster eintragen zu laffen .... Aus der Weigerung, dieses Börsen­register anzuerkennen, geht mit einer unfehlbaren Sicherheit hervor, daß die Börsenkreise selbst empsinoen, daß die spekulative Ausnützung der Differenzgeschäfte volkswirthschaftlich nicht nützlich und ost schädlich ist. Um so weniger hat der Staat Grund, alle in das Handelsregister ein­getragenen Personen anzuhalten, dir Betheiligung an solchen Börsengeschäften anzuerkennen .... Es muß immer wieder hervorgehoben werden, daß ja dieses Geschäft kein vom Staate aner­kanntes Geschäft ist, sondern auf Treu und Glauben geht. Auch beim gewöhnlichen Spiel wird auf Treu und Glauben gewürfelt, und es gilt als unanständig, die entstandenen Verbindlichkeiten nachher zu verweigern ... Aber was die Börse hier verlangt, das ist: der Staat soll den Mann sogar zwinge», seine Schuld anzuerkennen."

Diese Ausführungen eines Blattes, dessen Darlegungen die Anschauungen unserer Groß­industrie genau wiederzugeben pflegen, ver­stärken noch sehr erheblich die bereits vor­handene Annahme, daß für die Wünsche der Mehrheit der Börsenkommission im Reichstage eine Mehrheit nicht zu finden sein werde. Was die Regierung hierbei will oder nicht will, hat keine maßgebende Bedeutung. Ohne oder gegen den Willen des Reichstages kann ja an dem Börsengesetze nichts verändert werden. Aber thatsächlich kann man es fich ja schwer vor­stellen, daß die Regierung entgegen dem Willen einer guten Mehrheit der Volks- nertretung zum ausführenden Organ der­jenigen Wünsche sich machen sollte, die eine besondere Eigenthümlichkeit der gewerbsmäßigen Börsen-Spekulation find. Ueberträgt man ' diese Verhältnisse auf politische Parteien, so stellt die Sache fich so, daß die Regierung fich damit zur Dienerin derjenigen Parteien machen würde, die in Opposition zu ihr stehen, der Freifinnige« und der Sozialdemokraten, daß die Regierung aber •wenigen Parteien verletzen würde, auf die fich in ihrer Politik stützen muß. DaS würde, angesehen von den alsdann unbegreiflichen

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Kikerarischrs.

Songer» Faschen-Wustk Ikvnms. Vierzehn Bändchen ausgewählter Musikalien und Lieder. Verlag von P. I. Tanger in Köln. Preis jedes Bänd­chens 1 Mk.

Wohl selten hat in den Kreisen der Musikfreunde ein Werk einen solch allgemein-n Beifall gefunden, wie das von der Hofmustkalienhandlung P. I. Tanger in Köln a. Rh. herausgegebene Taschen- Musik- Album, von dem bis jetzt 14 Bändchen erschienen sind. Durch eine sorgfältigeAuSwahl gediegener Stücke, durch eine hübsche Ausstattung in be­quemem Format, schön kartonnirt, namentlich aber auch durch den äußerst billigen Preis hat dieses Album in kurzer Zeit eine weite Verbreitung gefunden, und allgemein steht man dem Erscheinen weiterer Bändchen freudig entgegen. Der Inhalt der bis jetzt vorliegenden 14 Bändchen ist folgender: 1) 100 Volkslieder, 2) 101 Vesellschafslreder -Kommersbuch), 3) 75 beliebte Lieder, 4) 44 Arien, 5) 40 Rheinlieder, 6) 100 Spiellieder, 7) 103 Kinderlieber, 8) 60 Jugendlieder, 9) 50 KarnevalS- lieder. (Nr. 1—9 für Mittesftimmen mit leichter Klavier­begleitung.) 10) ib beliebte Tänze, 11) 20 neue Tänze. 12) 20 Märsche (10—12 für Klavier); .3) 36 Biolin- länze, 14) 144 Männerchöre. Jedes Bändchen ist auch einzeln in allen Buch- und Musikalienhandlungen zu haben oder direkt vom Verleger zu beziehen.

a Düsseldorfer Ausstellung im Jahre 1902.

Am letzten Donnerstage fand int Sitzungs- saale der Ausstellung unter dem Vorfitze des Herrn Geheimraths H. Lu eg eine Sitzung des Arbeitsausschusses der Ausstellung statt, welcher u. A. die Herren Regierungspräsident von H o l l e u f f e r, Landeshauptmann Geheimer Oberregierungsrath Dr. Klein undOberbürger- meister Marx beiwohnten. Aus den geschäft­lichen Mittheilungen de? Herrn Vorsitzenden heben wir das Nachstehende hervor: An Platzmüthe werden etwa 40000 Mark mehr eingehen, als im Voranschlag mit 960,000 Mk. vorgesehen war. Von den bis jetzt ausge- schrübrnen 932000 Mark, von denen vie Hälfte fällig war, find bis zu 15. Juni 420000 Mark eingegangen. Die Mehreinnohme wird zur Vergrößerung und Verschönerung der Bauten benutzt. Die Maschinenhalle ist derartig vorge­schritten, daß die Herstellung der Masckinen- fundamente geschehen kann. Sie Fassaden werden Anfang Juli fertig, so daß dann die Halle in Benutzung genommen werden kann. Die Kesselhäuser find sämmtlich in Arbeit. Dasselbe gilt von den Dampfschornsteinen. Die Haupttndustriehalle Ift in ihren Hinterbauten nahezu vollendete Es ist mit der Legung des Fußbodens begonnen worden. Die große Kuppel ist angefangen, und es soll bis Ende Juni eins Höhe von 30 Meter» erreicht werden. Die mancherlei Baute« an diese Halle haben hier und da Abänderungen und in Folge dessen Verzögerungen verursacht, es ist jedoch als sicher anzunehmen, daß die Halle bis zum 15. Oktober in Benutzung genommen werden kann. Die Erweiterungsbauten der Halle I und III werden am 1. Juli begonnen und mit der Haupthalle gleichzeitig fertig. Das Hauptbier­restamant wird bis zum 1. September in der Hauptsache fertig fein. Mit dem Bau des Hauptweinrestaurants wurde erst am 15. Mai begonnen, da sich konstruktive Schwierigkeiten ergaben und den Anforderungen der Baupolizei genügt werden mußte. Der Bau wird indessen bis zum 15. August unter Dach sein und gegen 15. Oktober in Benutzung genommen werden können.

Von den Privat baut en sind Krupp, der bergbauliche Verein, der Bochumer Verein und die Gutehoffnungshütte bereits so weit vorge­schritten, daß die Montage der Eisenkonstruktion um ein großes Stück gefördert ist. Die rhei­nische Metallwaarenfabrik hat vor 14 Tagen, die Firma Düsseldorfer Eisenbahnbedarf in Verbindung mit den übrigen Waggonfabriken in der verflossenen Woche mit den Bauten begonnen. Alle übrigen größeren Gebäude werden in der zweiten Hälfte dieses Monats in Angriff ge­nommen werden. Mit den kleineren Pavillons und Gebäuden' wird sämmtlich im Juli be­gonnen werden. Es sind das Bauten, die leicht in vier Monaten fertig gestellt werden können. Die Pavillons bis zu 20 Quadrot­meter werden noch rechtzeitig fertig gestellt, wenn sie im nächsten Jahre begonnen werden.

Für die Bekanntmachung der Aus­stellung im Inlands und im Auslande wird in systematischer und energischer Weise gearbeitet. Die Presse des Inlandes und Auslandes wird in regelmäßigen Zwischenräumen mit Nachrichten über die Ausstellung versehen und man dar wohl sogen, daß so rechtzeitig und so intensiv noch auf keine Ausstellung aufmerksam gemacht worden ist. Die sorgfältig gepflegten Beziehungen zu den ausländischen Vertretern der im Ausstellungs­gebiet gelegenen Werke erstrecken sich nicht nur über das näher gelegene Ausland, Rußland, Eng­land, Frankreich, Italien, Spanien, Türkei, sondern weit hinaus bis nach Sydney, Buenos Ayres, Nordamerika, nach China und Japan. Ueberall hin werden das Agitation kmaterial und Plakate versandt. Das nunmehr fertig gestellte Plakat wird in einer Auflage von 60000 Exemplaren angefertigt werden, und man gedenkt feine Vertheilung so vorzunehmen, daß dasselbe möglichst auf allen deutschen Eisenbahnstationen, : und zwar gerade auf den kleinsten und aller« : kleinsten Stationen und Haltestellen angebracht wird. Der preußische Eisenbahnminister, sowie । die Generaldirektionen der bayerischen, sächsischen, württembergischen, badischen und ReichSeisen- bahnen haben für alle Stationen in der entgegen­kommendsten Weife den unentgeltlichen AuShang ! bewilligt. Mit den deutschen Privatverwaltungen : sowie mit verschiedenen Bahnen deS Auslandes find Verhandlungen angeknüpft. I« zweiter : Linie wird das Plakat in den größeren Hotels und Restaurants Deutschlands auSgehängt, so : daß lange vor Eröffnung die wichtigsten Kreise , des In« und Auslandes auch durch das Plaka ■ auf die Ausstellung aufmerksam gemacht fein werden. Mit der Firma Hugo Stangen in

W Fuldaer

Jefttaltt einspaltige Detit- zeile oder deren Raum 15 Pfo.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt

mit Zlnterhattungs -Beilage „Illustrirte Sonnlags-Zeitung

Grundsätzen an fich, ein ganz ausgesprochener taktischer Fehler fein, von dem man eigentlich kaum annehmen kann, daß die Regierung ihn zu begehen Lust haben sollte.

Manche meinen, ausgeschlossen sei die Aufhebung des Verbotes des Terminhandels in Getreide und Mühlenerzeugniffen, möglich aber die Wiederzulaffung in Bergwerks- und Jndustriepapieren. Auch das kann man nicht recht glauben, namentlich gerade jetzt nicht, unmittelbar nach oder eigentlich noch mitten in einer Krise, die zum Theil durch ungesunde Börsentreibereien mit Industrie- und Bergwerks- werthen hervorgerufen worden ist. Sollte die Wiederzulaffung des börsenmäßigen Termin­geschäftes in solchen Werthen dennoch erfolgen, dann würde das eine furchtbare Schädigung des Bergbaues und der Industrie selbst bedeuten. Bergbau und Industrie sollten mit aller Kraft, deren sie fähig find, solchen Möglich­keiten vorbeugen.

Krankenversicherung imJahre 1899.

Aus dem soeben erschienenen zweiten,Viertel- jahrshest zur Statistik des Deutschen Reichs' ziehen wir folgende die Krankenversicherung im Jahre

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28. Jahrgang.