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Fuldaer
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JE 143.
mit Nnlerhaktmlgs -Meikage „ZlluKrirte Sonntags-Zeitung"
JuLöa, Dienstag, den 25. Juni 1901.
tn< und Verlag ix* Fuldae* Xdlra>ra*NI p«U*»g«8« lt*. 8 (DaruuiMl.
28. Jahrgang.
0 Bon der Höhe der Getreidezölle.
Vor Kurzem wollte eine Zeitung erfahren haben, die in Berlin abgehaltene Minister« berathung sei zu dem Ergebniffe gelangt, daß der Einfuhrzoll für Brodgrtretde im autonomen Tarif nicht mehr als fünf Mark betragen solle. Sanz neuerdings glaubte rin Berliner Lokalblatt auS angeblich ebenso zuverlässiger Quelle berichten zu können, daß nach der Ansicht einer Mehrheit im Bundesrathe der zukünftige Setreidezoll nicht mehr als fünf Mark ausmachen solle. Beide Meldungen scheinen miteinander übereinzustimmen. Thatsächlich aber könnten sie auch einander vollkommen widersprechen; denn aus der zweiten Meldung ist nicht zu ersehen, ob ein Zoll von dieser Höhe im autonomen Tarif oder aber im Mindestzoll in diesem Betrage gemeint ist. Einen Setreidezoll von fünf Mark für den Doppelzentner haben wir nämlich in dem autonomen Tarif schon jetzt. Aber er wird nicht angewandt. Denn allen denjenigen Staaten gegenüber, mit denen wir Handelsverträge haben, gilt der Meistbegünstigungszoll von drei Mark fünfzig Pfennig für den Doppelzentner. Ein zukünftiger Zoll von fünf Mark im autonomen Tarif würde also an den gegenwärtigen Zuständen gar nichts ändern. Ein zukünftiger Mindestzoll von dieser Höhe würde eine Erhöhung des Zolles für den Doppelzentner Brodgetreide um eine Mark fünfzig Pfennige bedeuten. Das muß man stets unterscheiden von einander, wenn man von der zukünftigen Höhe der Setreidezölle spricht. Eigentlich versteht sich das ganz von selbst. Aus vielen Zeitungsnotizen ersieht man aber stets von neuem, daß diese wichtige Unterscheidung noch lange nicht in das allgemeine Volkrbewußtsein übergegangen ist. Deswegen ist es nothwendig, von Zeit zu Zeit wieder darauf hinzuweise«.
Wenn man jetzt von der zukünftigen Höhe der Getreidezölle spricht, so weint. man im Allgemeinen den Mindestbk trag des Zolles, den Mintmalzoll, unter den in keinem Falle heruntergegangen werden soll. Und wenn die landwirthschaftlichen Kreise ganz besonders die Nothwendigkeit der Einführung eines Doppeltarifs betonen, dann bedeutet das in der Hauptsache nichts weiter, als daS außerordentlich berechtigte Verlangen, es möge in dem neuen Zolltarif recht klar und scharf die gesetzliche Bestimmung zum Ausdrucke kommen, daß gewisse Zölle auf keinen Fall und keinem einzigen ausländischen Staate gegenüber unter einen gewissen Satz hinuntergehen dürfen, der als Minimalzoll bezeichnet ist. Am klarste« kann daS dargestellt werden durch einen Doppeltarif. Alsdann erhalten diejenigen Staaten, mit denen wir Handelsverträge abschließen, den kleinsten Zollbetrag zugebiüigt, den Minimalzoll. Die Her- künfte aus anderen Ländern aber, mit denen unS Handelsverträge nicht verbinden, unterliegen dem höheren Zollsätze deS Doppeltarifs.
Eine jener vorerwähnten Zritungsmeldunge« behauptete aus angeblich »durchaus zuverlässiger, wohl unterrichteter Quelle", der zukünftige Zoll- satz für Getreide soll im autonomen Tarif fünf Mark betrage«, also in dem Tarif für die-
Zwei Hlinge.
Frei nach dem Englischen von A. M i ch o l a.
28 ------ (Nachdruck verboten.)
„Ich bedauere, Ihnen keine Antwort geben zu können, Mylord."
„Dann müssen wir es auf andere Weise versuchen" rief Albert Nugent erregt. „Wollen Sie mir sagen, wo die blonde Haarflechte ist — ich Me mehr Werth auf sie, als auf mein ganzes Vermögen."
- „Ich bin ganz außer Stande, Sie zu verstehen, Herr Nugent," versetzte Rudolf, in grenzenlosem Erstaunen ihn anblickend.
„Das heißt. Sie wollen mich nicht verstehen, Sie wollen mir nicht antworten! Sie glauben, Zhre Stellung, Ihr berühmter Name werde Sie ichützen — aber dies wird nicht der Fall sein, veruehsn Sie mich deutlich. Um Ihrer Jugend willen würde ich Sie geschont haben, aber Sie stoben mir keine Ursache, Gnade für Recht ergehen
«,Jch wiederhole, daß ich Sie nicht verstehe, js*n nN"öent. S'e ließen mich hierher rufen, stellten verschiedene Fragen wegen meines cm mich, Sie sprachen viel von Gnade ©u. .Meinung — darf ich nun fragen, wessen Sie mich beschuldigen?"
feiend beschuldige Sie," erklärte Albert Nugent auso-Ei. "bkesen Ring, den Sie für den Ihrigen Radni/"' Q,UJ "einem Hause entwendet zu haben."
s erröthete heiß, ein Strom von leiden-
jenigen Staate», mit denen wir keine Handels- vertrüge abschließen. Daraus würde folgen, daß der Zoll für die Einfuhr aus den Handelsvertragsstaaten niedriger werden müßte, also nicht oder kaum höher als jetzt; und das würde auf eine unmittelbareTäufchung hinauslaufen. Reichskanzler Graf Bülow ist wiederholt in seinen Parlamentsreden in so bestimmter und nachdrücklicher Form für eine angemessene Erhöhung des Setreidezolls in dem Sinne ringe- treten, daß der Landwirthschaft dadurch eine wesentliche Hilfe zu Theil werden solle, daß solche Vorgänge unter der Leitung desselben Reichskanzlers zu den Unmöglichkeiten gehören. Wohl weiß man, daß gewisse Bundesregierungen Gegner der berechtigten landwirthschaftlichen Forderungen sind oder waren; noch vor wenigen Wochen durchlief einen Theil der Presse die unwidersprochen gebliebene Meldung, daß die badische Regierung nur eine Zollerhöhung von fünfzig Pfennigen für den Doppel-Centner bewilligen wosse. Aber es ist vollkommen unmöglich, daß der Reichskanzler'eine ähnliche Ansicht hegen konnte, als er im Reichstage, im preußischen Herrenhause und im preußischen Abgeordnetenhause immer und immer wieder.der Landwirthschaft einen angemessenen und sicheren Zollschutz versprach. Denn das wäre ja nichts weiter als ein Hohn, als eine politische Unredlichkeit gewesen, und eine solche kann man doch selbstverständlich dem Kanzler des Deutschen Reiches ganz und gar nicht zutrauen.
Und da nun derReichskanzler so bestimmt sich äußerte, mußte man von vornherein annehmen, daß er damit in vollkommener Uebereinstimmung mit dem Kaiser sich fühlte. Deswegen klingt es jetzt ebenso unglaublich, wenn jetzt liberale und freihändlerische Blätter ab und zu das Gerücht zu verbreiten suchen, der Kaiser sei ein Gegner der Zollerhöhungen für landwirthschaft- liche Erzeugnisse.
Eine Riesenmehrheit des Reichstages tritt entschieden für solche Zcckerhöhungen ein. Wenn die Verbündeten Regierungen sie ab lehnen wollten, was würde geschehen? Die Regierung würde den politischen Ast, ans dem sie sitzt, selbst absägen. Sie würde die g, ^ze große landwirthschastliche Bevölkerung des Reimes durch eine solche ungerechte Härte mit der bitte, sten Unzufriedenheit erfüllen und würde als Freunde nur die Freisinnigen und Sozialdemokraten gewinnen. Die bestehenden Handelsverträge würden von einem Jahre zum andern verlängert werden müssen. Aber Reichskanzler Graf Bülow hat im Reichstage selbst gesagt, daß diese Verträge der Verbesserung bedürfen; der Reichskanzler würde sich also auch in diesem Punkte in Widerspruch mit sich selbst bringen. Und auch das gehört doch sicherlich zu den politischen Unmöglichkeiten. Es sollte sich also Niemand durch solche Meldungen, wie die vorher erwähnten, bange machen lassen. Wenn es auch heftige Kämpfe geben wird um dir thatsächltche Gestaltung des neuen Zolltarife«, so liegen doch solche Dinge, wie jene Meldungen sie an die Wand malen, nicht innerhalb de« Bereiches der Möglichkeit.
schastlichen Worten drängte sich ihm auf die Lippen, heftige Entrüstung sprach au» seinen Augen, aber ein Blick auf Miriam'« bleiches Antlitz gab ihm die Kraft, sich zu beherrschen.
„Sie vergessen sich, Herr Nugent," sagte er mit stolzer Ruhe. „Ich bin ein Gentleman, und doch nehmen Sie keinen Anstand, mich ohne Beweise eines häßlichen Verbrechens zu beschuldigen. Bitte, erklären Sie sich näher."
Nie hatte er so groß, so nobel ausgesehen — das edle Haupt voll Stolz zurückgeworfen, Trotz und Entrüstung in den bleichen, geistreichen Zügen. Albert Nugent fühlte sich seltsam bewegt, als sein Auge fast wohlgefällig auf ihm ruhte.
„Ich habe das Recht auf meiner Seite," sagte er. , Dieser' Ring ist au« meinem Hause entwendet worden, ich finde ihn in Ihrem Besitz, sicher bin ich doch befugt zu fragen, warum ? Antworten Sie mir und vielleicht läßt sich die Sache Niederschlage«, so weit Sie dabei detheiligt find. Es muß noch eine schuldigere Person geben, als Sie."
Rudolf glaubte, daß Herr Nugent auf Miriam anspiele, aber er wollte nicht derjenige fein, der ihre Schuld bekannt machte.
„Ich habe nichts mehr zu bemerken", sagte er kurz.
„Dann muß die Gerechtigkeit ihren Lauf haben. Ich werde Sie verklagen, einen goldenen Ring und andere Werthgegenstände auS meinem Hause gestohlen zu haben. ES ift ein Detektive zur Hand — möge er seines Amtes walten."
„Warte noch, Onkel!" rief Lady Norton plötzlich, „Du bist im Unrecht. Dieser Herr,
Deutsches Deich«
Berlin, den 24. Juni.
x Der Kaiser und Kerr KaM«. Der Generaldirektor der großen Hamburger Dampfschifffahrtsgesellschaft, Herr Ball in, ist ohne Zweifel ein sehr tüchtiger, vielleicht sogar ein sehr hervorragender und bedeutender Geschäftsmann. Daraus folgt aber noch nicht, daß er preußischer Minister oder aber in den Adelsstand erhoben werden müßte. Was sollte wohl daraus werden, wenn alle hervorragenden Geschäftsleute in dieser Weise ausgezeichnet werden sollten? Nun aber ist Herr Ballin ein Jude, und eine gewisse Art von Zeitungen verfällt regelmäßig in einen Taumel von Entzücken, der sich durch ein riesiges Reklamegeschrei nach außen hin kenntlich macht, wenn ein Jude einmal in den oberen Regionen liebenswürdig empfangen und in irgend einer Weise ausgezeichnet wird. Der Kaiser interesfirt sich für alles, waS zur Schifffahrt gehört; infolgedessen ist auch auf Herrn Ballin ei» Stück von diesem Interesse gefalle», und Herr Ballin hat einen Orden bekommen. Sofort sind Zeitungen von dem Schlage des «Berliner Tageblatt und Genossen bei der Hand gewesen, um Herrn Ballin mit einem Glorienschein zu umkleiden, worauf nun in einem Hamburger Blatte in der Tonart der Offiziösen erklärt wird, daß die „Preßgerüchte über die Uebernahme eines MinisterporteseuilleS unbegründet sind". Die Richtigstellung war nicht nothwendig. Daß Herrn Ballin vom Kaiserder Adel anqebotrn, diese Auszeichnung indessen von Herrn Ballin abgelehnt worden fei, ist bisher unwidersprochen geblieben. Es wird wohl also wahr fein. In den oberen Regionen möge man aus dieser widerlichen Verherrlichung des Herrn Ballin von Neuem die gute Lehre ziehen, daß es fein Bedenken hat, mit bestimmten Herren in so liebenswürdige Beziehungen zu treten. Die entsprechende Presse wird unverzüglich davon unterrichtet, um die vertraulichen Vorgänge aus- zunützeu zu Rekiamezwecken für die bestimmten, bekannten Herren. Daß man einen dieser letzteren gleich bis zum Minister vorrücken lassen möchte, ist allerdings eine ungewöhnlich grobe Nummer dieser Reklameschreiberei für Stammesund Glaubensgenossen.
© Ieldmarfchaik Hraf Mattersee hat sich am Sonntag Vormittag an Bord des Dampfers „Gera" begeben und damit die Heimreise an- getreten. An Bord de« Schiffes hatte sich da» Oberkommando vollzählig eingefunden. Außerdem waren 300 Rekonvalescenten an Bord. Bald darauf fuhr die „Gera", welche einen mächtigen Heimathwimpel aufgezogen hatte, unter dem Salut sämmtlicher im Hafen liegenden Kriegsschiffe ab. Sie hat zunächst 9 Tage direkte Fahrt bis Batavia.
+ „Klerikale Intoleranz"? Durch die .Nationalliberale Korrespondenz" war eine Meldung i» die Presse übergegangen, die für jeden verständigen Menschen den Stempel der Unwahrheit vollkommen deutlich zur Schau trug. Danach sollte der Pfarr-r Popp in Et. Blasien einem sterbenden Katholiken die Sakramente verweigert haben, obwohl dieser sie sehnlichst verlangte, und zwar deswegen, weil er an eine Pro
ben Du einen Dieb nanntest, ist ein Heid, der lieber Schmach, Schande und Gefangenschaft erduldet, als mich verrathen hätte — aber dies soll nicht sein."
Sie sah nicht mehr bleich und zaghaft aus, stolz und entschlossen trat sie vor unb wandte sich zu Rudolf:
„Sie sind ein Held," sagte sie in weichem Tone „und Sie beschämen mich. Keine Stimme erhebt sich zu Ihrer Bertheidigung — ich erhebe die meinige. Lionel, und Da, Orkel Albert, höret mich: Herr Blanche ist unschuldig — ich gab ihm den Ring!"
„Du ?" rief Herr Nugent, „das ist vollständig unmöglich!"
„Und doch ist es wahr," fuhr sie tapfer fort. „Ich gab ihm den Ring und es war eine Feigheit von mir, einen Unschuldigen anklagen zu lassen. Ich bin schuldig und nicht er!"
„Du?" wiederholten die beiden Herren in höchstem Erstaunen, und Lord Norton fügte bei:
„Du mußt von Sinnen fein, Miriam. Was hast Du mit Deines Onkels gestohlenen Juwelen zu thun?"
„Mit feinen Juwelen — nichts mit diesem Ringe — alles. Laßt mich erklären. Du wirst mir Deine Liebe entziehen, Lionel — ich kann eS nicht ändern, ich habe dieses tapfere Herz schon genug gemartert. Ich will die volle Wahrheit sagen. Onkel Albert und Du, mein Gatte, ich habe Euch beide getäuscht! Dieser Mann, der sich wie ein gemeiner Dieb hätte einkerkern lassen, um mein Geheimniß zu be-
testantin verhetrathet war, also vor ter Kirche „in wilder Ehe lebte" usw. usw. — jedes Wort gehässiger Unsinn. Aber alle die Zeitungen, die eS sich zum besondern Vergnügen machen, die katholische Kirche anzufeinden, druckten gläubig und mit augenscheinlichem Behagen den Unsinn nach, den die.Nationalliberale Korrespondenz' erfunden hatte und bewiesen dadurch aufs neue ihre vollkommene. auf gänzlicher Unkenntniß katholischer Dinge beruhende Unfähigkeit, katholische Verhältnisse zu beurtheilen. Herr Stadtpfarrer Popp in St. Blasien hat den Zeitungen nunmehr eine Berichtigung auf Grund des Preßgesetzes zugehen lassen, daß die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende unwahr ist. Was fangen nun die Kulturkampfbläiter mit der Berichtigung an? Als klassisches Beispiel dafür höre man, was die ,Berliner Nachrichten' dazu zu sagen haben:
„Es wäre erwünscht, wenn die «Nationalliberale Korrespondenz' sich näher über ihre Mittheilung äußern wollte. Die in den Blättern sich neuerdings häufenden Berichtigungen seitens der katholischen Geistlichkeit beweisen erstlich, daß die llngenauig- keiten der Berichterstatter zu solchen Berichtigungen leicht geeignete Handhaben bieten, und zweitens, daß in diesem Vorgehen des Klerus System liegt".
Der Klerus, das wird zugegeben, wird verleumdet durch falsche Meldungen. Aber gleichzeitig wird der Klerus getadelt, weil er es wagt, gegen solche Verleumdungen Widerspruch zu erheben. Ist das nicht eine ganz ungeheure, boden- lose Ungerechtigkeit? Und solche Leute wagen es. Über „katholische Intoleranz" zu zetern. Deutscher Gin» liegt aus keinen Fall in so heimtückischem Verfahren!
h Dum neue« Zolltarif bringt die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' die nachfolgende Kundgebung aus amtlicher Quelle:
„Raum ist der Entwurf des Zolltarifgesetzes „dem Bundesrathe zuzegangen, so werben auch „schon in einzelnen Blättern mit bem Anschein „der Eingeweihtheit Angaben über einzelne Tarif« „sähe verbreitet. Wir wiederholen auch gegen« „über diesen neuen Ausstreuungen unsere frühere „Feststellung, daß alle in der Presse aufgetauchten „Mitthe luugen über den Inhalt des neuen Zoll- „tarsss auf willkürlicher Rombination beruhen.
Wie lange die Geheimhaltung möglich sein wird, wird man ja sehen.. Allzulange wird sie wohl nicht währen.
* Die Meldungen über eine neue Mikiiär- vorkage sollen nach dem »Hannoo. Kour.' info» fern völlig unzutreffend sein, als die Regierung nicht daran denkt, für die 43 neuen In« fanterieregimenter zu zwei Bataillonen die dritten Bataillone nachzufordern. Dagegen werde sie wahrscheinlich im kommenden Winter die 7006 Mann verlangen, die bei Feststellung der FriedenSpräsenz durch daS Gesetz vom 20. März 1899 vom Reichstage gestrichen wurden unter Annahme einer Resolution, welche die nachträgliche Bewilligung dieser 7006 Mann unter bestimmten Voraussetzungen in Aussicht stellte. — In dieser Resolution versprach der Reichstag in neue Erwägung Über die Forderung eintreten zu wollen" wenn nachweislich die zweijährige Dienstzeit mit den bewilligten Mannschaften nicht durchzuführen fei. Vorläufig sind aber noch nicht einmal alle im Jahre 1899 mehr bewilligten Mannschaften eingestellt. 1149 sind wahren — dieser Man, war vor drei Jahren in Leadale mein Verlobter! O Lionel, zerschmettere mich, wenn Du willst, aber um Gottes willen sieh mich nicht mit solch vorwurfsvollen Blicken an!
Rudolf Blanche kam nach Leadale, um zu malen, und dort lernten wir.unS kennen und lieben. Er legte fein Herz, feine Siebe, seinen Genius mir zu Füßen, in jener Zeit malte er mein Bild „Eine ungekrönte Königin". Ich war seiner großen Liebe ganz unwürdig, aber ich versprach sein Weib zu werden, denn ich liebte ihn wirklich. Aber bald wurde ich meines Versprechens müde. Ich sehnte mich nach dem, was er mir niemals geben konnte — nach Rang und Reichthum, nach Pracht und Luxus. Da kamst Du, Onkel, und versuchtest mich — Du fülltest mir Herz und Seele mit neuem Ehrgeize, mit neuem Verlangen nach Reichthum und ich — o Schmach über mich — ich brach mein Wort, ich stieß die große, treue Liebe Rudolfs von mir. Ich gestand ihm stolz, daß ich ihn liebe, aber den Reichthum vorziehe, und ich trennte mich von ihm mit bitteren, herzlosen Worten, weil er arm war.
> Ihr könnt mich nicht schlimmer beurtheilen, als ich selbst es thue, ich bringe keine Entschuldigung vor, denn es gibt keine für mich. Meiner Mutter und Schwester verbot ich, ein Wort über diese Sache zu sprechen. Ich täuschte Dich, Onkel, als ich Dir sagte, daß mein Herz frei fei; ich täuschte Dich, lieber Mann, ich sprach die Unwahrheit Über meine Beziehungen zu Rudolf. Ich heirathete Dich — möge Sott