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M 139.
28. JahrgMg.
Iuköa, Donnerstag, 6 en 20. Juni 1901.
mit Zlnterhaltungs -Aeilage „Zssußrirte Sonntags-Zeitung" Vet«r»gajl« Nr. i tDarmomel.
• Eine Rede des Kaisers.
Der Kaiser weilte in diesen Tagen an der Unterelbe, um an den Regatten theilzunehmen, die dort abgehalten wurden. Nach der Beendigung dieser Schiffswettsahrten fand an Bord der Dampsyacht Prinzessin Viktoria Luise ein Festmahl statt, an dem der Kaiser und auch fein, Bruder, Prinz Heinrich, theil- nahmen. Der Oberbürgermeister von Hamburg, Herr Mönckeberg, hielt eine Rede, die in ein Hoch auf den Kaiser ausklang. Darauf antwortete der Kaiser in einer bedeutsamen Ausführung, die man als eine erneute Friedenskundgebung des Monarchen bezeichnen kann. Manche Anklänge an frühere Ausführungen des Kaisers finden sich darin; auch der Satz: „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser" — und zwar in Verbindung mit dem anderen Gedanken, daß auch Industrie und Landwirthschaft im Innern des Landes blühen müssen.
Wie das offiziöse Wolff'sche Telegraphenbureau mittheilt, sagte der Kaiser „etwa" Folgendes:
Für die beredten Worte Euerer Magnificenz sage Ich Ihnen Meinen herzlichsten Dank. Ich spreche Ihnen und allen Meinen Kameraden auf dem Wasser Meine Freude aus, daß eS Mir vergönnt ist, unter Ihnen wieder einmal als Theilnehmer an den Wettfahrten des Norddeutschen Regattavereins zu erscheinen. Seine Magnificenz hat uns in kurzer und markiger Ansprache ein Bild der Entwickelung unseres Vaterlandes auf dem Gebiete des Wassersports und seiner Beziehungen zum Auslande im letzten Jahre in so trefflicher Weise geschildert, wie eS besser und schöner nicht geschehen konnte. Meine ganze Aufgabe für die Zukunft wird fein, daß das, wozu jetzt die Keime gelegt worden find, auch in Ruhe und Sicherheit aufsprießen kann. Wir haben uns, trotzdem wir noch keine Flotte haben, so wie sie sein sollte, den Platz an der Sonne erkämpft. Es wird nun Meine Aufgabe sein, dafür zu sorgen, daß dieser Platz an der Sonne unS unbestritten erhalten bleibt, damit ihre Strahlen befruchtend wirken können auf den Handel und Wandel nach Außen, die Industrie und die Landwirthschaft nach Innen und auf den Segelsport in den Gewässern, denn unsere Zukunft liegt auf dem Wafser. Je mehr Deutsche auf das Wasser hinauskommen — sei es nun im Wettstreit des Segelsports, sei es auf der Reife über den Ozean oder im Dienste der Kriegsflagge, — desto besser ist eS für uns. Denn hat der Deutsche erst einmal gelernt, seinen Blick auf das Weite, Große zu richten, so verschwindet das Kleinliche, das ihn im täglichen Leben hin und wieder umfängt. Wenn man aber diesen hohen und freien Blick haben will, so ist wohl eine Hansastadt her geeignetste Standpunkt dafür; und was wir vorher aus der Geschichte unserer Entwickelung vernommen haben, ist doch wohl weiter nichts, als waS Ich schon einmal heroorgehoben, als Ich Meinen Bruder hinaussandte auf die ostastatische Station: Wir haben die Konsequenzen gezogen aus dem, was Kaiser Wilhelm der Große, Mein unvergeßlicher Großvater, und der große Mann, dessen Denkmal wir soeben enthüllt haben, 018 ihre Schöpfung unS hinterlassen haben. Die Konsequenzen bestehen darin, daß wir dort einsetzen, wo in alter Zeit die »hat aufhören müssen, weil die belebende und be- nie Kraft des Kaiserthums fehlte. So möge es denn nun die Aufgabe Meines HauseS sein, bis ans lange Jahre hinaus in tiefem Frieden Handel und Wandel zu fördern und zu schützen. Ich erblicke in den Ereignissen, die sich in China abgespielt haben und die in der jetzigen Heimkehr der Truppen ihre Beendigung finden, eine Gewähr dafür, daß der europäische Friede auf lange Jahre gesichert ist, denn die Leistungen der einzelnen Kontingente haben eine auf gegenseitiger Hochachtung und Kameradschaftlichkeit bastrende Beurtheilung hervorge-
Zwei Mnge.
Frei nach dem Englischen von A. Michela.
24 ------ (Nachdruck verboten.)
„Du bist mein guter Engel," sprach Rudolf, ehrerbietig der Mutter die Hand küssend. Und dann plauderten sie noch lange über Rudolfs Zukunft, die sich nun ganz anders gestalten würde.
„Ich hatte nicht die Absicht, wieder nach London zu gehen," bemerkte er. „Ich wollte den Rest meines Lebens bei Dir zubringen, Mutter. Aber Du ermuthigst mich, Du spornst mich an. Wenn der Frühling kommt, werde ick mein Bild aus die Ausstellung schicken und mich selbst wieder in das Gewühl des Lebens wagen."
Es lag etwas von dem frühem Feuer in feinen lebhaften Worten, das in der Mutter neue Hoffnung erweckte.
„So ist's recht, Rudolf," ries sie freudig. "«S gehört Charakterstärke dazu, einen Kummer utederzukämpfen. Nur bedenke, mein Kind, in London wirst Du wieder mit ihr zusammen- treffen — glimmendes Feuer flammt leicht von Neuem auf."
„Fürchte nichts, Mutter, ich kann stark fein, ro‘e Du. Es thut mir weh, auch Frau Dono- ®an nnd Klara meiden zu müssen; sie waren stets voll Güte gegen mich "
Bon diesem Tage an wurde Miriam'S Name nie mehr zwischen beiden genannt, aber, wenn es möglich war, liebte und verehrte Rudolf feine
rufen, die nur zum Bestände des Friedens beitragen kann. In diesem Frieden werden aber, so hoffe Ich, unsere Hansestädte blühen und unsere neue Hansa wird ihre Bahnen ziehen und ihre neuen Absatzgebiete erkämpfen und erwerben; und da kann Ich Mich als Oberhaupt des Reiches nur über jeden Hanseaten — mag er nun Hamburger, Bremer oder Lübecker sein — freuen, welcher hinausgeht und mit weitem Blick neue Punkte sucht, wo wir einen Nagel einschlagen können, um unser Rüstzeug daran aufzuhängen. Deswegen glaube Ich wohl aus Ihrer aller Herzen zu sprechen, wenn Ich mit Dank anerkenne, daß der Direktor dieser Gesellschaft, welcher dieses wunderbare Schiff, nach dem Namen Memer Tochter getauft, uns heute zur Verfügung gestellt hat, als kühner Unternehmer der Hansa hinausgegangen ist, um für uns friedliche Eroberungen zu machen, Eroberungen, deren Früchte dereinst unsere Enkel einheimsen werden. In der freudigen Hoffnung, daß dieser unternehmende hanseatische Geist sich immer weiter auäbreiten möge, erhebe Ich mein GlaS und bitte alle diejenigen, welche Meine Kameraden auf dem Waffer sind, mit Mir einzustimmen in ein Hoch auf den Segelsport und den hanseatischen Geist.
Von ganz besonderer Bedeutung find die Worte, mit denen der Kaiser er als die „Aufgabe seines Hauses bezeichnete, bis auf lange Jahre hinaus in tiefem Frieden Handel und Wandel zu fördern und zu schützen". Auch in den chinesischen Ereigniffen erblickt der Kaiser nur eine „Gewähr dafür, daß der europäische Friede auf lange Jahre gesichert ist", ein Gedankengang, der bereits in der Ansprache enthalten war, mit der der Kaiser vor einigen Wochen im Okfizierskasino des zweiten Garderegiments in Berlin den französischen General Bonnal auszeichnete. Es wird manche Leute geben, die die chinesischen Ereignisse mit ein wenig anderen Augen ansehen. Nichtsdestoweniger wird das deutsche Volk dem Kaiser aufrichtig dankbar sein für diese Ausführungen an Bord der Hamburger Dampfyacht; es ist ein schönes Wort, wenn es ein deutscher Kaiser als die Aufgabe seines Hauses und als seine ganze Aufgabe für die Zukunft bezeichnet, den Frieden zu erhalten, um unter den Segnungen des Friedens Handel und Wandel, Industrie und Landwirth- schast zu fördern und zu schützen. Aus diesen Ausführungen entnimmt man, daß auch nach des Monarchen Anschauung nicht unsere ganze Zukunft „auf dem Wasser liegt". Handel und Wandel im Innern des Reiches müssen die Grundlage bleiben, auf der alles Uebrige sich ausl.iut, das Rückgrat des Körper«, der seine Hände nach verschiedenen „Plätzen an der Sonne" jens-its der Weltmeere ausstrecken will.
48. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.
(!!) Osnabrück, 18. Juni.
Die Arbeiten der einzelnen Kommissionen sind, soweit es bisher möglich war, in erfreulich er Weise gefördert, davon legte die am Mittwoch voriger Woche abgehaltene Vorstands-Sitzung des Lokal- Komitee's Zeugniß ab. Es war diese Sitzung anberaumt, um die Beschlüsse der Kommissionen zu hören, und soweit sie annehmbar erschienen, vorstandsseitig zu genehmigen.
Zunächst referirte der Herr Vorsitzende der Redner-Kommission, daß Tages zuvor in einer Konferenz mit zwei von der Central-Leitung delegirten Herren dar Programm für die öffentlichen Versammlungen der Generalversammlung definitiv festgelegt sei; es find 11 Themata br-
Mutter noch mehr als bisher. Er arbeitete fast unablässig an seinem Gemälde und wandte die ganze Macht seines Genies auf dessen meisterhafte Ausführung.
Es stellte die Balkonszene aus „Romeo und Julia" dar. Wie eine bleiche Blume hing der Mond am klaren italienischen Nachthimmel, feine silbernen Strahlen übergossen den malerischen alten Palast, aber fein volles Licht beschien Julia's wunderbar schönes Antlitz — das Antlitz Miriam Donooan's, aber vergeistigt, idealistrt, Rudolf wußte selbst nicht, wie eS gekommen.
Das Bild kam auf die Ausstellung und die Welt war entzückt davon, wie im vergangenen Jahre von der „Ungekrönten Königin". Die Kunstkritiker spendeten ihm ungeteiltes Lob, und Rudolf sah sich plötzlich unter die Berühmtheiten des Tages versetzt. Man suchte eifrig feine Gesellschaft, sein Urteil in Kunstsachen war ausschlaggebend. Er konnte jeden Preis für feine Bilder fordern und in einem Jahr erhielt er mehr Bestellungen, al8 er in dem dreifachen Zeitraum ausführen konnte.
Aber so glänzende Erfolge machten ihn nicht übermüthig; voll Demnth dankte er dem Himmel, daß er ihm eine Mutter gegeben, die ihn in der Stunde der Verzweiflung gelehrt, tapfer und mutig fein Kreuz zu tragen, anstatt sich unter der Last desselben zu Boden drücken zu lassen.
20. Kapitel.
Miriam Donovan hatte daS ersehnte Ziel er- reicht. Sie war Lady Norton und damit, wie sie hoffte, auch ihres OnkelS Erbin geworden.
stimmt und die Kommission hat bereits mit den in Aussicht genommenen Rednern sich in Verbindung gesetzt.
Den Löwenantheil an den Vorarbeiten hatte inzwischen, wie gewöhnlich, die Preß-Korn« miffion. In einer ganzen Reihe von Vollsitzungen und Sitzungen der für einzelne Fragen gebildeten Unterkommissionen hat sie wacker gearbeitet. Der Kontrakt mit dem Stenographischen Bureau desReichstages ist durch sie abgeschlossen und die Ausarbeitung einer Festschrift (Führer durch Osnabrück) ist von ihr in die Wege geleitet; die- selbe wird im Verlage der Pillmeyer'schen Buchhandlung (I. Jonscher) spätestens gegen Mitte August fertig gestellt fein, ein früherer Termin war nicht zu ermöglichen, da einige 60 Bilder in derselben enthalten sein sollen, deren photographische Aufnahme und Clichirung viel Zeit in Anspruch nimmt. Ferner hat die Preß-Kommis- fion die Herausgabe von Ansichts-Postkarten vorbereitet, welche schon zu Anfang August erscheinen werden. Auch diese sind photographisch neu ausgenommen und werden die schönsten und hervorragendsten Ansichten unserer Vaterstadt wiedergeben. Der Kontrakt mit der Firma F. Schöningh wegen Herausgabe der Stenogramme :c. der Verhandlungen des Katholikentages ist abgeschlossen. Das Werk, welches auf etwa 30 Druckbogen berechnet ist, wird ebenfalls Bilder enthalten, Porträts der Präsidenten, der Hauptredner rc. Ferner hat die',Preß-Kommission bezw. dir Redaktion der Fest-TageSzeitung mit einem Redakteur abgeschlossen und die anderweitigen noch nöthigen Drucksachen in Auftrag gegeben.
AuS der Bau-, AusschmÜckungs- und Ordnungs-Kommission, die ihre Thätig- keit naturgemäß erst später entfalten werden, wurde durch ihre Vorsitzenden referirt. Es soll, um noch mehr Raum für die Versammlungen zu gewinnen, an der Gartenfront des Weißen SaaleS eine Tribüne aufgerichtet werden, welche es ermöglicht, daß noch 500 Personen mehr in den kombinirten großen Sälen des Vereinshauses plagtet werden können. In Verbindung mit der Preßkommission werden auch die Plätze für die Vertreter der Presse, die Stenographen, ferner ein Raum für die Uebertragung der Stenogramme, sowie auch eine besondere Post-, Stenographen- und Telephon-, sowie eine Sanitätsstation errichtet werden.
Der Vorsitzende der Festkommisston machte eine Reihe von Vorschlägen, welche seitens des Vorstandes angenommen wurden. Die Abende an den drei Haupttagen der Generalversammlung find fo vertheilt, daß der Montag und Dienstag Abend für die Kommerse der großen Studenten - Korporationen angesetzt sind, der Mittwoch wird wahrscheinlich dem Feste der katholischen kaufmännischen Vereine reservirt bleiben, während gleichzeitig am Mittwoch die Sorten der Studenienvereine „UnitaS" im Unionssaale und dem zugezogenen Gelben Saale ihren Festkommers abhalten werden. Ein Gartenfest mit Brillantfeuerwerk rc. wurde in Aussicht genommen und verschiedene Unterkommisfionen gebildet, um einzelne Aufgaben der Kommission noch eingehender zu bearbeiten. Von einem AuSfluge am Donnerstag glaubte man cor«
Albert Nugent war entzückt über die Heiralh seiner Nichte, ober noch hatte er kein Testament zu ihren Gunsten gemacht — es war ihm stets, als ob eine geheimnißvolle Macht ihn davon zurückhalte.
Lord Norton fühlte sich unbeschreiblich glücklich. Er war zu sehr von seiner eigenen Leidenschaft für feine junge Gattin eingenommen, um zu be- merken, daß deren Liebe für ihn weit weniger feurig war, als die fetnige. Miriam war eine geborene Königin, gewöhnt Huldigungen als etwas ihr Gebührendes entgegen zu nehmen. Lord Norton überhäufte sie mit Geschenken und Aufmerksamkeiten jeder Art, er legte feinen Reich- thum ihr zu Füßen, ihr leisester Wunsch war ihm Befehl.
EineS Morgens trat er in daS elegante Zimmer seiner Gattin und fand diese mit Briesschreiben beschäftigt. Sie blickte flüchtig auf und es entging ihr, daß ein leichter Schatten feine sonnige Heiterkeit verdüsterte. Lord Norton warf sich in eine Sophaecke und bemerkte verstimmt:
„Ich habe heute schon eine recht unangenehme Erfahrung gemacht, Miriam."
„Heute schon?" wiederholte sie gleichgiltig. „Wem bist Du begegnet, Lionel?"
„Rudolf Blanche — und ich weiß wirklich nicht, wie ich mir sein seltsam! s Benehmen deuten soll."
Wenn er seine Frau schärfer beobachtet hätte, so wäre ihm deren augenblickliche Bestürzung nicht entgangen. Aber schon in der nächsten Sekunde fragte sie ruhig: „Ist er wieder in London? Ich wußte nichts davon."
läufig Abstand nehmen zu sollen, da der Garten im Klubhause der Georgmarienhütte für nicht ausreichend gehalten wurde und man eine Fahrt zur Porta Westfalica für zu weit hielt, da der Ausflug erst nach Beendigung des Festessens wird beginnen können. ~ „
Weitere Vorschläge behielt sich die Festkommisston vor bis zur Feststellung bezw. Veröffentlichung des offiziellen Festprogramms. Wir wolle» hier noch bemerken, daß man auch von einer Ausstellung von Erzeugnissen der Kunst und des Kunsthandwerks glaubte absehen zu sollen, da man sich nicht die Schwierigkeiten verhehlte, welche eine solche Ausstellung bringen würde. Ueber weitere Vorschläge bezw. Beschlüsse der Kommissionen können rote heute noch nichts Bestimmtes berichten, da die Entschließungen Über einzelne Vorschläge vorläufig noch zurückgestellt sind und die Verhandlungen am vorigen Mittwoch sich so ausdehnten, daß man die Sitzung wegen vorgerückter Zeit schließen mußte. Im Ganzen hat die Versammlung ein anschauliches Bild von der erfreulichen energischen Thäiigkeit der einzelnen Kommissionen geliefert, sodaß rote mit Fug und Recht auf em gutes Gelingen der Katholikenverfammlung uns Rechnung machen dürfen.
Deutsches Deich«
Berlin, den 19. Juni.
* Ein großartiger Empfang des Grafe« Msldersee ist in Aussicht genommen. Prinz Heinrich soll, wie bereits kurz gemeldet, ihm mit drei Linienschiffen und zwei Kreuzern bis Cadix entgegenfahren; eine große deutsche Flotte soll sich im Mittelmeere sammeln, und mit dem heimkehrenden Feldmarschall Besuche in Spanien, Frankreich und England abstatten. Ein englische» Blatt läßt sich sogar aus Cherbourg melden, Kaiser Wilhelm werde mit einem Kriegszeschwader den von China zurückkehrenden deutschen Truppen entgegenfahren und sich an deren Spitze stellen. Das deutsche Geschwader werde in Cherbourg halten, wo sich ihm das französische Nordge- schwader anschließen werde; Präsident Loubet werde nach Cherbourg kommen, um den Kaiser auf der Rhede zu begrüßen. Die Zusammenkunft werde etwa Ende August stattfiaden. Man kann der,Köln. VolkSztg/ nur zustimmen, welche bemerkt: Das ist nun wohl Phantasie, ab» auch die feierliche Bewillkommnung des Grafen Walderfee am Ausgange de» Mittelmeeres halten wir für überflüssig. So große Thaten hat der Oberbefehlshaber doch nicht vollbracht, daß man darüber in einen Siegesrausch geraden müßte, als hätte er ganz China erobert. Je mehr Dekoration man heutzutage für nothwendig halt, um so greller tritt hervor, wie dürftig es um die Thaten steht. _ , .
* Im Reichstagswahlkreise A«isS«,g-Mnk- tze!«-Auh,o,1 ist der Präsident des OberlandeS- kulturgerichts Wirkt. Geh. Oberregierungsrath Rintelen in Berlin-Charlottenburg als Kandidat der Centrumspartei aufgestellt worden-
ft Miede,0-reva«g de» Aersietzr». Al» gutes Verkehrszeichen wurde in diesen Ta„en angeführt der starke Verkehr auf den Strecken der preußischen Staatsbahnei^ähren^e^MonatS ^^Epr^^i^ bei Niemand auS, Miriam. Blanche ist gegenwärtig einer der glänzendsten Sterne am Himmel der Kunst. Gestern wurde er fogar mit einem königlichen Auftrage beehrt.
Sie zeigte nicht das geringste Interesse für feine Worte, sondern schrieb eifrig an ihrem
„Als ich ihn sah," fuhr Lord Norton fort, „trat ich mit warmer Begrüßung auf ihn zu. Anfangs schien er an mir vorüber gehen i« wollen. Aber als ich ihn anredete und ihn aus- forderte, unS zu besuchen, erwiderte er in kalter, stolzer Weise. Ich kann es nicht verstehen."
„Gib Dir doch keine Mühe darum," versetzte Miriam gleichgiltig. „Was liegt daran, rote solche Leute sich benehmen."
„Aber ich habe ihn gern; er ist ein guter Mensch, ein edler Charakter, fein verändertes Wesen muß einen guten Grund haben. Gewiß habe ich ihn unbewußt beleidigt — ich muß ihn Wiedersehen. Dies erinnert mich an Etwas. Jedermann spricht entzückt von feinem neuen Bilde, der „Julia". Wir wollen eS unS morgen anfehen, wenn Du keine andere Verabredung hast."
Miriam hätte viel darum gegeben, ablehnen zu können, aber eine unbestimmte Angst hielt sie zurück; sie selbst bat am nächsten Morgen den Gatten, sie in die Akademie zu führen. Um diese Zeit waren die Säle nicht überfüllt, und sie konnten ungehindert Rudolfs Meisterwerk in Augenschein nehmen. Lord Norton stand in schweigender Bewunderung vor dem herrlichen Gemälde. Auch Miriam sprach nichts, sie war