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28. Jahrgang

Inwa, Mittwoch, den 19. Ium 1901.

M 138

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N.cht nur bei den Wahlen für die Abgeord­netenkammer hat das Volk der Niederlande für positives Christenthum und für die Politik aus­reichenden Zollschutzrs gegen das Ausland sich entschieden. Genau dieselbe Entscheidung ist un­mittelbar vorher bei den Wahlen für die Provinz stände gefallen. Auch bei diesen Wah­len haben die Liberalen eine vollkommene Nieder­lage erlitten, und zwar nicht etwa in den länd­lichen Wahlbezirken, sondern auch in großen Han­delsstädten, die sie brSher als ihre ganz sicheren Domänen betrachteten, so beispielsweise in Amster­dam. Nur dort können bei den Stichwahlen die Liberalen noch auf einige Sitze rechnen, wo sie in die Stichwahl mit Demokraten oder Sozial­demokraten gekommen find; denn in solchen Fäl­len erhalten sie die Unterstützung der Katholiken und der protestantischen Konservativen, also nach holländischer Bezeichnung der Antirevolutionäre.

Die Provinzstände haben die Verwaltung ihrer Provinz zu führen. Dazu gehört die Aufsicht über die Gemeindeverwaltungen, die Verwaltung der Wege, Wasserstraßen und Zölle. Schon deswegen stad auch die Wahlen für diese Prooinzstände wichtig. Dazu aber kommt noch etwas Andere«. Die Provinzstände haben nämlich au« fich heraus die Mitglieder der ersten Kammer zu wählen. Wenn also die Provinzstände in ihrer Mehrheit au« liberalen Leuten bestehen, dann wird auch die erste Kammer eine liberale Mehrheit auf­weisen. Ist aber der entgegengesetzte Fall einge­treten, dann wird aus Neuwahlen zur ersten Kammer ebenfalls eine antiliberale Mehrheit her­vorgehen. Das neue Ministerium, das die Nach­folge des liberalen Kabinets Pierson antreten wird, wird nun auf keinen Fall mit der gegen­wärtigen ersten Kammer weiter wirthschaftrn. Dieses neue Ministerium wird vielmehr auch die erste Kammer auflösen, in der gegenwärtig die Liberalen eine Mehrheit haben, und von den neu gewählten Provinzständen auch eine neue erste Kammer wählen lassen, die alsdann eine Mehr­heit von Katholiken und Antirevolutionären haben wird. Und dann wird der Liberalismus als MehrheitSpartei mit einem Schlage aus allen Körperschaften verdrängt sein: aus dem Ministe­rium, aus, b >r ersten Kammer, aus der zweiten Kammer und aus den Provinzständen. Das Volk der Niederlande hat sein Urtheil gesprochen über den Liberalismus. Er verschwindet in der Versenkung, genau ebenso wie in anderen Ländern.

Und welche Parteigrupptrung tritt an seine Stelle? Ein Bund zwischen den Katholiken und den Antirevolutionären, das heißt, in deutsche Verhältnisse übertragen, die verbündeten Konservativen und Centrumrmänner. Bei den romanischen Völkern machen die zer­setzenden Elemente der Liberalen, Radikalen und Demokraten Fortschritte. Die germanischen Völker besinnen sich zuerst wieder auf das, war noch rhut. Die Germanen sind der wahre Hort christlich­konservativer Anschauungen!

19. Kapitel.

An einem klaren September-Morgen saß Ru­dolf Blanche im Schatten einer hohen Ulme, eifrig beschäftigt, die vielfarbige Pracht des herbstlich gefärbten Laube« auf die Leinwand zu bannen. Sein Gesicht sah bleich und verfallen aus, es zeigte tiefe Schatten um die schönen Augen, ernste Linien um den festgeschlossenen Mund.

Man las in seinen Zügen, daß er schwer ge­litten hatte an Leib und Seele, daß aber der see­lische Schmerz bei weitem der härtere gewesen war.

Rudolf'- Hände waren schmal und abgezehrt, sie vermochten den Pinsel nicht mehr mit so festem Griffe zu halten, wie in frühern Tagen. Und doch fühlte er in der Ausübung seiner Kunst eine Befriedigung, die ihn zeitweise alles Uebrige ver­gessen ließ. Dann aber kamen wieder Stunden, wo die Erinnerung W quälte, der Pinsel seiner matten Hand entfiel und seine Augen mit träu­merischem Ausdrucke in's Leere starrten.

An diesem schönen Morgen trat Frau Blanche aus dem Hause, eine Nummer der Londoner ,Time»' in der Hand haltend. Sie sah bleich und bekümmert aus, als sie zu ihrem Sohne heran­trat und zärtlich ihren Arm um seine Schultern legte.

„Rudolf," sagte sie mit einem schmerzlichen

Aber ihrem Aerger darüber, daß die katholische Kirche und die Polen etwas thun, woran sogar sie nichts auszusetzen wissen, müssen sie doch auf irgend eine Weise Luft machen; und so drehen sie die Sache so, al« thue da« die katholische Kirche nur bei den Polen und mit der Absicht, die Polen „ durch ein neues Mittel zu stärken in ihrem wirtbschaftlichen Kampfe gegen die Deutschen ..." Zwischen den Zeilen liest man: lieber wäre es uns, den hakattstischen Menschenfreunde», wenn alle Pole« zusammen der Schnapsteufel holen wollte; nun muß na­türlich die katholische Kirche kommen und ihren besonderen Schützlingen, den Polen, diese Gunst erweisen, uns aber um die schöne Hoffnung bringen . . . Gemeiner Haß und Unkenntniß sprechen gleichzeitig aus solchen Schreibereien. Die Kirche nimmt überall dieselbe Stelle zur Mäßigkeitsbewegung ein, natürlich nicht nur bei den Polen. Das sollte Jeder wiffen, der sich auf das Gebiet einer solchen öffentlichen Kritik

I wagt. Die Kirche würde ihre Pflicht nicht er­füllen, wollte sie rheilnahmslos an dem Krebs­schaden der Schnapspest vorübergehen, bei den Polen oder anderwärts. Das sichtliche Be­dauern darüber, daß auch die Polen dieses Segens der Kirche theilh astig werden, ist der Gipfelpunkt aller hakatistischrn Gehäsfigkeit. Wer wundert fich nach solchen Erfahrungen noch

I darüber, daß die leidige Gegnerschaft zwischen \ Deutschen und Polen in den Ostmarken des | Reiches von einem Jahre zum andern an

Schärfe zunimmt? Es kann ja leider gar nicht anders sein!

4- Aemkxrsstatiftik. Nach der vorläufigen Mittheilung des Kaiserlichen Statistischen Amts zur KonkurSstatistrk gelangten im ersten Viertel­jahr 1901 im Deutschen Reich 2663 neue Kon­kurse zur Zählung, gegen 2266 im ersten Viertel­jahr 1900. Es wurden 281 Anträge auf Konkurs­eröffnung wegen Mangels eineS auch nur die Koste» des Verfahrens deckenden Maflebetrages abgewiesen und 2382 Konkursverfahren eröffnet; von letzteren hatte der Gemeinschulduer in 1524 I Fällen ausschließlich die Konkurseröffnung bean­tragt. Beendet wurden im ersten Vierteljahr 1901: 1604 (1. Vierteljahr 1899: 1392) Konkurs- verfahren, und zwar durch Schlußoertherlung 1105, durch Zwangsvergleich 347, in Folge all­gemeiner Einwilligung 41 und wegen Masse­mangels 111. In 562 beendeten Konkursoer- fahren war ein G'äubigerauSschuß bestellt.

Lächeln, „die meisten Heilmittel find biiter; ich habe Dir eines von großer Bitterkeit gebracht."

Ueberrascht blickte Rudolf auf, eine Ahnung der Wahrheit durchzuckte ihn.

„Ich werde es tapfer zu nehmen wiffen, liebe Mutter."

„Aber ich muß Deinem Wunsche entgegen handeln, mein Sohn," fuhr Frau Blanche in ihrer ernsten, liebevollen Weise fort, „und einen Namen nennen, den Du nie mehr hören wolltest. Ich bringe Dir hier den Bericht über die Ver­mählungsfeierlichketten von Miriam Donovan. Es ist beffer, wenn Du davon erfährst, so lange ich bei Dir bin, um Dich zu trösten."

Rudolf war bi« auf die Lippen erblaßt. Bei ihren ersten Worten schrak er zusammen, als ob er einen Dolchstich erhalten hätte. Dann legte er ruhig seinen Pinsel nieder; aber trotz aller Selbstbeherrschung konnte er ein leises Stöhnen nicht unterdrücken — einen Laut, der das Mutter­herz durchbohrte.

„Ich hatte keinen Grund, es anders zu er­warten," sagte er leise» „Wer ist es, Mutter, der nun besitzt, was einst mein war?"

Ein langes, erwartungsvolles Schweigen trat ein; ihm war, als ob die Sonne zu scheinen, die Vögel zu fingen aufgehört hätten.

„Dies wird Dich am meisten schmerzen, mein Kind," erwiderte der Mutter sanfte Stimme. „Es ist Lord Norton von Elverstone, Dein Freund und Patron."

Rudolf fuhr auf, sein Antlitz erglühte, seine Stirnabern schwollen an. Er ballte die Fäuste

Iwei Hlinge.

Frei nach dem Englischen von A. Michola.

28 ------ (Nachdruck verboten.)

„Um es vielleicht später zu bereue»," er­widerte Klara, „dann hätte Alles noch viel schlimmer kommen können."

Und mit diesem schwachen Tröste mußten sich Miriams tief betrübte Angehörige zufrieden geben.

Etwa zwei Wochen später nach den geschil­derten Virfällen theilte Lord Norton den Damen wit, daß Rudolf Blanche gefährlich erkrankt im Hause seiner Mutter in Deepdale liege. Frau Donovan und Klara sprachen ihr herzliches Be­dauern über diese Kunde aus, nur Miriam gab lein Zeichen von Thetlnahme. Selbst Lord Norton wunderte sich über ihre Gleichgiltigkeit gegen den Mngen Kürstler, mit dem die Familie doch immer« $ ” ™ freunblidjen Beziehungen gestanden hatte.

»Ich ^e die Absicht, ihn zu seiner Erholung mach Elverstone einzuladen," fuhr er, zu Frau Donovan gewendet, fort. „Ich hege eine Hoch­schätzung für Blanche, die an Freundschaft grenzt."

Miriam blickte bei diesen Worten leicht er- röthend auf, enthielt sich aber jeder Bemerkung, und obschon sie Lord Nsrton täglich sprach, er­kundigte sie sich nicht ein einziges Mal nach Ru­dolfs Befinden. Klara jedoch sandte im Namen ihrer Mutter einen Brief voll zarter Theilnahme und ängstlich liebevoller Beiorgniß nach Deepdale ab. Sie ahnte nicht, daß sie dabei ihre Gefühle werrikth, daß Rudolfs Mutter ihr Geheimniß

Stimme', einer von den deutschen Benediktinern I! herausgegebenen Zeitschrift, bringt noch nach- . träglich einen genauen Bericht über den Besuch des Kaisers in der Abtei Maria-Laach, der die voraufgegangenen Berichte in manchen, recht interessanten Einzelheiten ergänzt. Abt Benzler versicherte dem Kaiser, daß die Klostergemeinde an dem offenen Bekenntnisse des christlichen Glaubens durch den Kaiser in Bonn sich sehr erbaut habe, worauf der Kaiser erwiderte: „Ja, das thue ich. Ich habe das schon gestern in Bonn auf dem Kommers der Studenten gesagt und habe ihnen die christlichen Grundsätze einzu­schärfen gesucht. Ich halte es für nöthig, daß ihnen das von oben gesagt wird." Als der | Kaiser die an der Kopitelwand verzeichneten „Stufen der Demuth" las, machte er bei der vierten Stufe (in darin et asperia patientiam amplecti — in schwierigen Verhältnissen sich in Geould fassen) die Bemerkung: „Das ist auch etwas für mich." Bei dem Anblicke sehr schöner, kräftig gehaltener Zeichnungen des Paters Andreas sagte der Kaiser: „Das ist recht, daß man wieder zurückgeht auf die alten Meister. So habe ich es gern, das ist viel schöner, als so manches moderne Zeug."

+ Die Aieichsarrgetzörigkeit der Deut- scher» im Anstande ist eine Frage, die in neuerer Zeit bereits mehrfach besprochen worden ist. Außer den gewöhnlich ihm vorgelegten Be- rathungsstoffen soll fich der Kolonialrath bei feiner bevorstehenden Zusammenkunft auch mit dieser Frage beschäftigen, und zwar in der Gestalt eines besoudern neuen Gesetzentwurfes darüber. Ver- muthlich wird der Entwurf später auch dem Bei- rathe für das Auswanverungswesen zur Begut­achtung vorgelegt werden.

ft I-r A-ich»ta«saösesrd«-te Schrempf sollte nach den Behauptungen eines süddeutschen Sozialdemokratenblattes Unterstützungen vom Bunde der Landwirthe empfangen für seine parlamen­tarische Thätigkeit. Nach einer sehr entschiedenen Erklärung des genannten Abgeordneten ist die Be­hauptung unwahr.

+ WitztgSe!tsSefireS«vge« Sei de« Note». Der Schnapsteufel spielt überall eine böse Rolle. In ganz besonderem Maße ist da» aber der Fall bei der polnischen Bevölkerung im östlichen Deutschland, sodaß im Interesse dieser Bevölkerung nicht« freudiger zu begrüßen ist, als ein Kreuzzug gegen diese männermordende Schnaps- pest. Jeder Menschenfreund ohne Unterschied de« Volkrstamme-, dem er gehört, muß dieser Ansicht fein. Aber unsere Hakatisten hören auf, Menschen­freunde zu fein, wenn es sich um die Polen handelt. Da« ersteht man auf« Neue aus folgendem Bei- fpiel. In der Provinz Posen macht die Kirche mobil gegen den Schnapsteufel. Erzbischof Dr. von Stablewski hat am letzten Sonntag an den Posener MäßigkeitSverein ein Schreiben gerichtet, in dem er mit Bevollmächtigung des Papstes kirchliche Gnaden demjenigen zufichert, der erfolg­reich an diesen Mäßigkeitsbestrebungen sich be- theiligt — kann e« etwa» Vortrefflichere» geben, al» wenn die Kirche auch In dieser Weise ihre Kulturmission zu erfüllen bestrebt ist? An diesem Streben selbst können nun sogar die kultur- kämpferischen Hakatisten nichts tadeln; sie würden sich sonst der allgemeinen Verurtheilung ausfetzen.

Erscheint «glich, «. Ausnahme der Soun-und Feier­tage. «iertellährl. z,,ug,prrt, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in «ulda und aus- LärtSlM-SOPf.

• Ende der liberalen Herrschast in Holland.

MitfrohenHoffnungen waren diesmal dieGegner derL beralen in den Niederlanden in den Wahlkampf gezogen. Aber, daß es den Liberalen so schlecht dabei gehen würde, rote es ihnen gegangen ist, das hatten auch Ihre Gegner nicht zu hoffen gewagt. Um sich die Größe dieser Niederlage richtig vor- zustellen, muß man sich noch einmal die Ziffern des Wahlaussallks ins Gedächtniß zurückrufen, die bewndern Eindruck machen, wenn man sie vergleicht mit der Zusammensetzung der letzten Kammer.

Alte Kammer: 47 Liberale, 23 Katho­liken, 21 Antirevolutionäre, 4 Radikale, 4 Sozra- . listen und 1 Christlich'Historischer.

Neue Wahlen: 9 Liberale, 23 Katho­liken, 23 Antirevolutionäre, 2 freisinnige Demo­kraten, 1 Christlich-Historischer, 42 Stichwahlen. Bei diesen Stichwahlen kommen im Ganzen ge­nommen nut 27 Liberale in Betracht, außerdem 11 Katholiken, 26 Antirevolutionäre, 9 Sozia­listen, 9 freisinnige Demokraten und drei Christ­lich-Historische.

Die Katholiken, Antirevolutionären und Christlich-Historischen unterstütze» einander. Di? letztgenannten beiden Gruppen stehen auf dem Bode« der orthodoxen Protestanten, die zuletzt aufgeführte hat außerdem kulturkämpferische Neigungen. Diese letztere Gruppe ist eine be­sondere Erscheinung in der Stadt Utrecht und in deren Umgegend. Diese drei Gruppen haben neben dem positiven Christenthum noch einen gemeinsamen Charakterzug: Sie sind Schutz­zöllner und streben unter der Anführung der katholischen Politiker namentlich einen kräftigen Zollschutz für die landwirthschaftlichen Ezeug- uiffe an. Drr Führer der Katholiken ist der bekannte Professor Dr. Schaepman, der Leiter der Antirevolutionäre ist Dr. Kuyper, Von diesem Letztem wird angenommen, daß er die Neubildung des Ministeriums übernehmen werde; denn das liberale Kabinet Pierson ist durch den Ausfall der Neuwahlen vollkommen unmöglich geworden.

Nicht nur die Liberalen nach altem Zuschnitt haben eine völlige Niederlage erlitten. Die neu- gegründete Partei der freisinnigen Demo­kraten, mit der man dem verrotteten Liberalis­mus einen neuen Aufschwung geben wollte, hat ebenfalls gar keine nennensroerthe Erfolge zu ver­zeichnen, so daß durch diese Neuwahlen zur hol­ländischen zweiten Kammer dem Liberalismus im Ganzen genommen ein vernichtendes Uriheil ge­sprochen ist. Ader auch der Sozialdemokratie ist es schlecht gegangen, wie aus den Ergebnissen der neuen Wahlen zu ersehen ist. Die holländi­schen Sozialdemokraten konnten in der Hauptwahl nicht einen einzigen ihrer vier Kammersitze be­haupten ; ihr Führ erTroelstrahat seinen Wahl­kreis unwiederbringlich verloren.

D Meimrrrischer Landtag.

Weimar, 18. Jnm.

Die außerordentliche Tagung des Landtags, zu welcher derselbe auf den 17. ds. einberufen worden war, gilt auSschltehlich der Erledigung von Eifen­bahnprojekten.

Die Regierungsvorlage und der ihr beigefügte, mit Preußen einstweilen getroffene Etaatsvertrag besagen, daß die Preußische Regierung fich bereit erklärte, folgende Eisenbahnen für eigene Rechnung $« bauen;

1) von Eisenberg nach Porstendorf.

2) von Gerstungen über Berka a. SB., Vacha, Eiterfeld »ach Hünfeld mit Abzweigung von Wenigentaft nach Geisa.

3) die schmalspurigen «inien Salzungen—Vacha und Dorndorf—Kaltennordheim (Feldabahn) zu de» Anlagekosten von 1108 897 Mk. 65 Pfg. zu erwerben und murmelte eine Verwünschung zwischen den bleichen Lippen.

Da neigte sich die Mutter über ihn: „Nicht so, mein Sohn, o nicht so," mahnte sie liebevoll. „Die Rache ist mein, ich will vergelten!" — spricht der Herr."

„Nur einmal," tief et wild, „nur einmal muß ich sie verfluchen, die mich umgarnte; die Falschheit, die Lüge, die mich mit Füßen trat! Mein Hirn steht in Feuer — nur einmal laß mich sprechen, Mutter, dann rotil ich verstummen!"

Es mar bet bittere Aufschrei eines tief Der« mundeten Hetzens, bas seine Marter nicht mehr schweigend zu ertragen vermochte. Mit sanften, liebevollen Worten suchte bie Mutier ihn zu be­ruhigen, ihm seine Selbstbeherrschung roieber zu geben.

„Möge Gott mir vrrzühen!" sagte er enb> lich, „unb auch Du, Mutter, vergib mit; ich schäme mich dieser heftigen Aufwallung, ich be­reue sie. Sieh', ich bin jetzt ganz ruhig, das Fieber der Leidenschaft ist erloschen — laß mich

I selbst den Bericht in der Zeitung lesen."

Et nahm das Blatt aus ihrer Hand und las langsam Wort für Wort die ausführliche Beschreibung >det HochzeitSfeiet; bann legte et es ohne jede Bemerkung zur Seite.

„Die Zeit bringt Linderung für jedes Leid," | tröstete die Mutter. „Der liebe Gvtt wird Dir seinen Trost nicht vorenthalten. Du stchst nicht allein in der Welt, Du hast Deine Kunst."

„Und Dich, Mutter; Du weißt, wie ich Dich liebe, hatte mich nicht für unbantbar, weil ich I mich so vergessen konnte — eS wat nut für

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Deutsches Deich.

Berlin, den 18. Juni

-V Aochmals der Kaiser in Maria- Laach. Das Juniheft bet ,Gt. Benediktus- rimil—l' I lipil »Hilf >111 »Ml M—■ aus jeder Zeile las und den innigen Wunsch hegte, ihr Sohn hätte diesem liebenswürdigen jungen Mädchen, da» seiner stolzen Schwester so wenig zu gleichen schien, feine treue Neigung zu­gewendet.