Einzelbild herunterladen
 

Äk, »glich,

>ahme der Sonn- und Feier­tage. «ierteljöhrl.

A,,n,«prrt, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in grulba und auS* r würts l M dOPf.

KuldarrMAertung

Inserate, DR einspaltige Petit» »eile oder deren RaumIbPfS-Fte» klamm die Petit­zeile 2ö Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährtz

fii» Ailtt-t^I. V-ezelle» ta S-lt«. ** mit NninHaltunffs-Acikage „Zlluffrirte SoMags-Zeilung" •“ Vetersgaile ßf. * (Darmome».

■pwTiimi ii ii ......... ixan*.

M 137. " Iuröa, Dienstag, den 18. Juni 1901 28. JahrgWg

esc Industrie, Handel und Arbeitsmarkt.

Die deutsche Industrie hat sicherlich während der btzten Jahrzehnte einen glän» zenden Aufschwung genommen. Der Um­sang ihrer THLti^ket ist rteseng.oß geworden geoen früher; ihre eirzelnen Erzeugnisse fi»d Lkfser und darum gesuchter geworden, als ehedem — kurz und gut, Deutschland Hot allen Grund, stolz auf seine Industrie und ihre Entwickelung zu se.n; sie verdiente die Pflege durchaus, di« ihr währen) der letzten beiden Jahrzehnts zu theil geworden ist. Aber die unverkennbaren, die großen Fortschritte Deutschlands auf dem Gebiete der Industrie haben in vielen Köpfen Verwirrung und Unklarheit angrrichtet: Hal sich doch sogar ein Marn von drm weitest B icke und der reichen Erfahrung dcS ebemaltgen Ruchskanzlers zu der absondetlichen Asußerung verleiten kffen, Deutschland entw ckele sich ur. autbaltsam z m Jndustriestaate! Nein, ein Jn- dustriestaat soll Deutschland nicht sein, und auch nicht einseitig ein A rarstaat Mtt richtigem Ausgleiche der Jntereffen sollen alle, Industrie, Gewerbe, Handel und Landwirthlchast, ihre Rechnung finden. Leben und leben lassen — der alte Wahlspruch muß gelten für jeden B- rufsstand unseres Erwerbslebens und für sein Verhalten den anderen Berufsständen gegen- über.

Die Industrie hat sich mächtig entwick lt, und nicht minder der deutsche Handel. Vir- gleicht man die V-rhältn.ffe in dem Jahrzehnt von 1881 b s 1890 mit denen der folgenden zehn Jchre von 1891 bis 1900, so findet man, daß die deutsche Emfuhr von 34 Milliarden in dem einen auf 48 Milliarden in dem anderen Jahrzehnt gestiegen und die Ausfuhr in den ent- sprewenden Zeiträumen von 32 auf 37 Milliarden sich emporgkschwungen hat. Und die gesteigerte deutsche Arsfuhr hat ihren Grund zu allermeist in der bedeutenden Entwickelung der deutschen Industrie; das, was auSgeführt wird, besieht zum allergrößten Theile aus den Erzeugnissen dieser Industrie. „

Aber diese Zahlen an sich erregen Bedenken; die Emsuhr ist im Vergleiche zur Ausfuhr un- verbältnißmäßtg stärker gewachsen — die Ein­fuhr um beinahe 30, die Ausfuhr um kaum mehr als 13 vom Hundert. Für ein Land ist eS natürlich vortheilhaster, wenn das Verhältniß umgekehrt ist, wie jetzt in den Vereinigten Staaten von Amerika; deren Ausfuhr hat während deS letzten Jahres die Einfuhr um nicht weniger als 2700 Millionen Mark übertroffen. Die nordamerikanische Bundesrepublik har also in ihrer Handelsbilanz neuerdings ein riesenhaftes Plus zu ihrem Vortheile, denn die genannte Geldsumme, um die dir Einfuhr von der Aus­fuhr überragt wird, kommt dem Lande als Har delsgewinn zu Gute, und damit seiner Be­wohnerschaft im Allgemeinen. Wenn dagegen die Verhältnisse sich so entwickeln, wie bei unS in Deutschland unter her Einwirkung*der geltenden Handelsverträge, dann kommt zwar in einseitiger Weise die Handelswelt auch auf ihre Rechnung; denn sie verdient bei der Einfuhr ebenso wie bei der Ausfuhr. Deutschland als Allgemeinheit, in

Zwei Winge.

Frei nach dem Englischen von A. Mich ola.

23 ------ (Nachdruck verboten.)

„£> Mutter, Du kennst sie nicht, sie wird sich niemals ändern. Doch auch Du hattest einen schweren Kummer in Deiner Jugend; sage mir, läßt sich ein solcher überwinden? Wird die Zeit meinen Schmerz zu lindern vermögen? Wird ihr Gesicht, ihre Stimme mich nicht immer­fort verfolgen?"

Frau Blanche dachte daran, wie das Rkguiem der Wogen unablässig in ihren Ohren tönte, wie noch jetzt nach einundzwanzig Jahren das Gesicht deS geliebten Mannes ihr noch immer vor Augen schwebte — wir konnte sie den Sohn der ihr vertraute, damit trösten, daß die Zeit ihm Vergessen bringen werde?

Sie neigte ihr süßes, trauriges Antlitz über ihn und flüsterte ihm zu, daß der allgütige Gott ihm Trost und Erleichterung senden werde. Sie suchte auf jede Weise seinen Muth, seine Hoffnung zu beleben, sie überhäufte ihn mit mütterlichen LiebeSbeweisen, aber für eine Zeit- lang schien Alles »ergebens.

„Mutter," sagte er P'ötzlich, „wenn ich diesen Schlag überwinden soll, so darf Miriam's Name nie mehr zwischen uns genannt werden. Mag auch die Erinnerung mich foltern, ich will nicht mehr von ihr sprechen, sie soll tobt für mich sein."

Und so kam eS, daß Frau Blanche ihres

der Gesammthkit seiner Bewohner, Hot keine Vorthrile davon. Die ungemein gesteigerte Ein- fuhr im Vergleiche zu der bei weitem weniger gewachsenen Ausfuhr bedeutet, daß Deutschland dem AuSlande g'oße Summen als Verdienst zu­wendet, selbst aber aus dem AuSlande nur ver­gleichsweise geringe Geldbeträge empfängt.

Früher war das Verhältniß ander«, In dem Jahrzehnt von 1881 bis 1890 waren Einfuhr und Ausfuhr des deutschen Reichs« einander ziemlich gleich. Die überraschend starke Ver­schiebung diese« Verhältnisses bat sich vollzogen während der letzten Jahre, unter dem Einflüsse der geltenden Handelsverträge. Da» umgekehrte Bild bieten die nordamerikanischen Vsreinsstaaten dar: unter der Herrschaft de« Hochschutzjolle«, den diese eingesührt haben, ist bei ihnen Einfuhr und Ausfuhr nicht etwa nur gleich geworden; die Aus­fuhr hat die Einfuhr um die vorher erwähnte Riesensumme während des letzten Jahres über­flügelt. Die Nutzanwendung dieser Thatsachen ist leicht: wir in Deutschland müssen wieder kräftigere Schutzzölle einsühren; wir müssen bei allem Be­streben, neue Handelsverträge von längerer Dauer abzuschließen, mehr an uns selbst und an dir un­bedingte Rothwendigkeit denken, dar Verhältniß zwischen Ausfuhr und Einfuhr wieder günstiger für un« zu gestalten.

Und auch mit der Entwickelung der Industrie muß man recht vorsichtig verfahren, wenn man richtig damit verfahren will. Selten kommt in der Industrie ein Aufschwung, ohne auch eine Krise nach sich zu ziehen, und in einer solchen stecken ihr jetzt wieder einmal tiefer darin, als Mancher anzunehmen geneigt ist. Die vielen Kon­kurse, verkrachte Banken und dergleichen reden eine bedauerliche deutliche Sprache; der kleinere Mittelstand ist cs mit verlornen Ersparnissen, der von solchen Krisen stets am empfindlichsten ge­troffen wird. Aber auch für die Arbeiter sind sie traurig. Beim Aufschwünge kann die Industrie nicht genug Arbeitskräfte an sich ziehen. Kommt dann die Krise, so muß diese auch von zahl­losen beschäftigungslosen Arbeitern be­klagt werden. Nach den statistischen Aufzeichnungen für den Monat April entfielen auf dem großge­werblichen Arbeit-Markte auf je hundert offene Arbeitsstellen nicht weniger als 144 Arbeitsucher — Ziffern, die man geradezu erschreckend nennen muß.

Der kleine Bürger und der Arbeiter find dir Opfer solcher Krisen. Der ländliche Arbeiter wird während deS Aufschwunges vom Pfluge fortgelockt. Er gibt sein ruhiges und sicheres Leben auf, wird dann das Opfer einer industriellen Krise und leidet mit Weib und Kindern schwere Noth. Das find ungesunde Zustände, gegen die Schuh geschaffen werden muß; und das kann nur so geschehen, daß man die Landwirthschaft wieder ertragsreicher macht und damit auch dem landwirthschaftlichen Arbeiter zu besserem Lohne verhilft. Gleichzeitig liegt das im Interesse der Industrie­arbeiter. Diese haben dann, wenn der Arbeiter- zuzug vom Lande her schwächer wird, weniger unter der sogenannten Lohndrückerei zu leiden und ernten alsdann durch desto bessere Lölme mehr als bisher von aufsteigenden Verhältnissen in ihrer Industrie.

Sohnes Wunsch achtend, niemals die Frage stellte, die ihr damals auf len Lippen schwebte: „Wie ist der Name von Miriam's Oekel?" Welche Veränderung wäre in ihrem Leben vor- gegangen, wenn sie es ersahren hätte!

Am nächsten Morgen lag Rudolf in heftigem Fieber, die seelische Erschütterung war zu Kroß für ihn gewesen. In banger Sorge wachte die Mutter an seinem Lager, sie suchte in den Mienen der Aerzte zu lesen, und als Tag um Tag verging, ohne eine Veränderung zu bringen, konnten diese ihr nur wenig Hoffnung mehr geben.

Erne Vorstellung war eS besonders, die den Kranken bei Tag und Nacht verfolgte — er glaubte, Miriam stände am Fußende seines Bettes, mit blutbefleckten Händen, ein spöttisches Lächeln um den schönen Mund. Manchmal schrie er wild auf und flehte um Hilfe, da sie ihm das Herz aus der Brust reißen wolle, dann wieder bat er in sanften Tönen um Milde und Erbarmen. ES waren furchtbare Stunden für die arme Mutter die mit all ihrer Liebe und Sorge diese Qualen nicht lindern konnte.

Endlich wich das Fieber, die klare Ver­nunft kehrte zurück. Rudolf erhob sich von seinem Krankenlager, der Schatten seiner selbst, aber im gewissen Maße auch von der Heftigkeit seiner Leidenschaft geheilt.

Während der nun folgenden Wochen der langsamen Genesung sah er mit Rührung, wie sehr feine geliebte Mutter im Dorfe geehrt und geliebt wurde. Jeder Tag brachte Geschenke in den Ouellenhof, auserlesene Früchte, seltene

ES ist also ganz ö richt, behaupten zu wollen, daß die Bestrebragen, der Landwirth- schäft wieder auf die Beine zu helfen, einen arbeiterfeindlichen Zug an sich trügen.

Deutsches Keichs

Berlin, den 17. Juni.

X Me chetreidezökke zahlt das Aus- lared. D-e Freihändler gehen hauptsächlich mit zwei Behauptungen krebs-n. Erstens soll der deutsche Arbeiter durch Getreidezölle zu sehr be­lastet werden. Zweitens soll bei einer Erhöhung der Gktreidezölle der erneute Abschluß von Handelsverträgen mit Rußland, Oesterreich- Ungarn, Rumänien, Amerika u. s. w in Ge­fahr gebracht werden. Daran denkt man gar nicht, daß zwiscke- diesem Erstens und Zweitens ein unlöslicher Widerspruch besteht. Wenn näm­lich der deutsche Brodverbraucher den Getreioe- zoll bezahlt, dann müssen diese Zölle dem Aus­lande vollkommen gleichgiltig sein; was kümmert es den rumänischen Landwirth alsdann, ob der deutsche Verbraucher mit 5 oder mit 8 Mark Zoll für den Doppelzentner belastet wird! Wenn der deutsche Verbraucher den Zoll be­zahlt, dann muß dieser Letztere vollkommen ein- flußlos sein bei der Neugestaltung der Handels­verträge. Angenommen aber, dre auswärtigen Staaten haben ein unmittelbares Interesse an der Höhe der deutschen Getreidezölle, dann kann das doch nur dadurch möglich und begründet fein, daß sie selbst diese Zölle zu tragen haben; sonst würde ihnen dieses Interesse ohne Zweifel vollkommen fehlen. Wenn aber die auswärtigen Staaten den Zoll tragen, bann fällt dieser wiederum nicht dem deut­schen Verbraucher zur Last, dann wird der Einwurf hinfällig, daß erhöhte Ge- treidezöll; den deutschen Arbeiter schädigen würden. Kurz und gut, die Freihandeispreffe wird einen der beiden Einwürfe fallen lassen müssen, wenn sie vor dem Richtrrstuhle der folgerichtigen Vernunft bestehen will- Beide Einwände gemeinsam aufrecht erhalten wollen, bedeutet nichts mehr und nichts weniger als unmittelbare Unvernunft.

* K<msi A« meine« Eifer, f- tzin' ich §etae«. Auf die fortgesetzten Herausforderun­gen der „Agrarier" durch die Freihandelspreffe, die schon so thut, als sei die Getreidezoll-Erhöhung eine abgethane Sache, an die kaum roch gedacht werde, und als herrsche in Regierungskreisen jetzt eine agrarseindliche Stimmung, antwortet das Organ des Bundes der Landwirthe, die.Deutsche TageSztg/, mit einer „Warnung" an dir Städter. Wenn man der Landwirthschaft nicht aus ihrer bedrängten Lage heraushelfen, nicht da­für sorgen wolle, daß sie für das Getreide einen einigermaßen lohnenden Preis erhalte, so werde ihr nichts Anderes übrig bleiben, als zu einem den Händlern und einem städtischen Gewerbe sicher nichts weniger als er- wünschten Mittel der Selbsthilfe zu greifen, näm­lich landwirthschaftliche Genossenschafts­bäckereien zu errichten. Zvischen den niedern Ketreidepreisen und den hohen Brodpreisen in den Städten bestehe ein ungerechtfertigt hoher Abstand,

schöne Blumen; Hoch und Nieder, Reich und Arm wetteiferten, dem guten Sohne der guten Frau Blanche irgend eine Aufmerksam!« t zu erzeigen.

Auch Lord Norton vergaß seiner nicht. Rudolf hatte durch seine Mutter wegen einiger Gemälde, die er noch in Arbeit hatte, an ihn schreiben lassen, und der junge Edelmann hörte mit warmer Theilnahme von der lebensgefähr­lichen Erkrankung dts begabten Künstlers.

„Er muß sich in Elvrrstone übermüdet haben," sagte er sich; „ich habe zu große Anforde­rungen an ihn gestellt." Und von dem edlen Wunsche geleitet, ein vermeintliches Unrecht wieder gut zu machen, sandte er ganze Kisten mit seltener. Weinen, feinen Delikatesse», unter­haltenden Büchern, kurz Alles, was Kranke er- reuen kann, in den Quellenhof. Was aber Mutter und Sohn noch höher schätzten, waren eine fast tätlichen Bitten um Nachricht über Rudolfs Befinden. Er lud ihn dringend ein, sobald er reisefähig wäre, einige Zeit zu seiner Erholung in Elverstone zuzubringen.

„Würdest Du gerne hingehen?" fragte seine Mutter, als sie ihm den Brief vorgelesen. „ES wäre eine hübsche Abwechselung für Dich, Lord Norton ist wirklich sehr gütig."

„Nein; Mutter, mir ist, als könne ich gerade diesen Ort nie mehr im Leben betreten, eS knüpfen sich zu viel schmerzliche Erinnerungen daran. DaS ganze vergangene Jahr arbeitete ich dort in der Meinung, für —"er brach kurz ab. „Ich werde hier bei Dir genesen, liebe Mutter."

verursacht durch den unverhältnißmäßigen Nutzen der Getreidehändler und Terramspekulanten und die hohen Lebensansprüche der Städter. Land- wirtbschaftliche Genossenschaften könnten da« Brod zu einem Preise liefern, der ihnen einen höheren Getreidepreis, als fie jetzt erhielten, sichere, habet aber doch wesentlich niederer sich stellen würde, als der heute in den Städten übliche. Dabei bekäme die städtische Bevölkerung ein besseres, kräftigere» Brod, als jetzt, und sei somit an der Frage mit interesfirt. Wenn ein solcher Plan zur Aus­führung gelangen würde, so möchten allerding» manche Leute das nichts weniger als gleichgiltig ansehen, vor allem die SBäder. Geaen den Vor­wurf, daß durch ein dera-tigeS Projekt dieser Erwerbsstand in seiner Existenz gefährdet roeibe, schützt daS Bundesorgan die Landwirschaft im Voraus schon durch den Hmwe's auf die Fuhr­leute und Kutscher, um deren Ex sterz nach Ein­führung der Eifer bahnen auch Dlsentanb sich ge­kümmert habe. Man möge durch ausreich nde Zsllerhöhung den Getreidebau rentabel macken, dann könne die Landwirthschaft von her Errich­tung von Genoffenschastsbäckereien urd M tzaere en absehen. Aus dieser Erörterung des Burides- organs steht man, wozu die gegenseitigen An­reißereien zwischen Manchestermä''nern und „Agrariern" zu führen, vermögen. Ihren wirk­lichen Interessen dienen dadurch beide nicht, ab­gesehen bjöon, daß eine Verständigung über bie große Streitfrage immer mehr erschwert wird.

S Der Aoulraütvruch ländlicher Ar- Seiler ist jetzt auch zum Gegenstände eines Ge­setzentwurfes im Herzogthum Sachsen-AI ten- bürg gemacht worden. Bei dieser Art von Gesetz­gebung handelt es fich, wie bekannt, weniger um die Bestrafung Vertragsbrüchiger Arbeiter selbst, als um die Bestrafung solcher Leute, die Arbeiter zum Vertragsbrüche verleiten und die Unternehmer dadurch mitunter schwer schädigen.

• Die AerRehrsvertzäktnisse sind auch im Monat Mai nicht; weniger als schlecht ge­wesen. Man ersieht das aus den Ziffern, die über den Verkehr auf den preußischen StaatS- bahnen mitgetheilt werden. Danach hat der Mat dieses Jahres gegen denselben Monat des Vor­jahres eine Mehreinnahme von 6,600,000 Mark gebracht, so dsß die Mehreinnahmen für April und Mai zusammengenommen mehr als acht Millionen betrogen.

-f- Die Sozialdemokratie hinter ver- schksssenett Ghüre«. Bisher haben die Herren Genossen immer renommirt mit der uneinge­schränkten Orffentlichkeit ihrer Versammlungen und Verhandlungen. Aber es kracht im sozial- demokratischen Hause, und nun hat man augen­scheinlich große Angst davor, daß die Zänkereien innerhalb der Partei einen gar zu schlechten Ein­druck vor der Orffcntlichke t machen möchten, daß es einmal ähnlich zugehen möchte wie bet den französischen „Genossen" im Nagram-Saole im vorigen Jahre in Paris und in diesem Jahre in Lyon. Für den sozialdemokratischen Parteitag dieses Jahres ist die Heimlichke.t vieler Ver­handlungen beschlossene Sache, ohne daß die sozialdemokratische Parteipr-ffr wrß, wie sie diesen Rückzug hinter verschlossene T^üren decken «soll. Das Berliner sozialdemokratische Zentral­organ hatte zunächst erzählt, es handele sich bei den

Sie drängte ihn nicht, sie war so glücklich, ihn bei sich zu haben, ihn mit ihrer Liebe zu umgeben, zu hegen und zu pflegen, bis die alten Kräfte, die alte Energie, wiederkehren würden.

Nach einigen Wochen war Rudolf wieder im Stande zu arbeiten; aber er fühlte mit tiefem Weh, daß er die frühere Frische, die jugendliche Elastizität verloren habe. Er begann ein neues Bild, das, wie erjagte, seinen Namen unsterblich machen sollte, und er vollend tte es während der langen Wintermonate, die er unter seiner Mutter Dach in Deepdale verbrachte.

18 Kapitel.

Miriam Donovan fühlte sich wunderbar er­leichtert, als Rudolf sie verlassen. Sie hatte eine heftige Szene befürchtet — sie war in Angst gewesen, er würde ihre Mutter oder gar ihren Onkrl anrufen, aber er hatte seinen Urtheils- spruch wett besser ertragen, als sie erwartete. Sie beglückwünschte fich selbst, daß eS ihrer Schlauheit gelungen war, daS einzige Hinder­niß, daß sich zwischen sie und die Erfüllung ihrer stolzesten Wünsche drängte, hinweg zu räumen. Nun war sie frei, Stufe um Stufe bis zu jener Höhe zu steigen, die selbst in ihre« wildesten Träumen ihr unerreichbar dünkte. Ihrem Onkel, der eine eigenthümliche Vorliebe für Rudolf gefaßt hatte, würde dessen plötzliches Verschwinden aus der Gesellschaft sehr auf­fallend sein, aber es war ja nicht ihre Aufgabe, eine Erklärung hierfür zu geben.

Erst als die Dunkelheit hereinbrach, verließ sie das Gewächshaus und suchte ihre eigenen