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JI& 135. Jul^öa, Samstag, den 15. Juni 1901. 28. JahrgMg.

O Deutschland und Rußland.

Die russischen Liebenswürdigkeiten bei dem Grenzverkehr zwischen Deutschland und Rußland mehren sich. Bisher hatte man nur von den allerhand kleinlichen Maßregeln etwas ver­nommen, die gegen den Grenzverkehr von Ober- schlesten über Kattowitz nach Sosnovice beliebt wurden. Anfänglich hieß es, nur die jüdischen Händler sollten davon betroffen werden. Sehr bald wurde aber klar, daß die Raffen, genauer gesagt, chr Finavzminister Witte, den ganzen Grenzoerkehr meinten. Dabei ist es geblieben trotz aller Vorstellungen, die die preußischen Staatsbehörden in Oberschlesirn dagegen erhoben haben.

Nun fängt dasselbe Spiel augenscheinlich auch im Trenzierkehr zwischen der Provinz Posen und Rußland an. y« Alexandrowa ist rS vorgekommen, daß ein russischer Gendarm den preußischen Schaffner eines preußischen Schlafwagens um seinen Paß befragte, und daß dieser Schaffner, da er natürlich einen Paß nicht führte, sondern auf sein Dienstbuch und auf seine regelmäßigen Fahrten nach Warschau verwies, mit Gewalt aus dem ihm anoertrauten Eisen­bahnwagen entfernt wurde. Der Wagen wurde mit einem russischen Schaffner besetzt und so nach Warschau mitgenommen. Gleichzrttig wird be­richtet, daß dieses Verfahren nicht auf den Uebergriff eines einzelnen russischen Gendarmen, sondern auf einen allgemeinen Befehl des Gen- darmerie-Obersten zurückmführen sei. Die einzig richtige Antwort auf solche Ausschreitungen an der Grenze kann nur die sein, daß die preußische Gtaatsbahnverwaltung keine Schlafwagen mehr über die russische Grenze hinüber läßt. Den Schaden davon wird nur Rußland haben. Einigermaßen erbärmlich ist es aber, mit be­lämmertem Pathos auf diese kleinlichen Grenz- -plackereien hinzuweisen und daraus Warnungen herzuleiten vor der Erhöhung unserer Schutzzölle.

Daran wird dadurch nichts geändert, daß neuerdings der Zestungskrieg des russischen Finanz. Ministers v. Witte gegen die deutschen Zoll- adfichten von Neuern ausgenommen wird. Meh­rere Petersburger Blätter, die den Winken des genannten Ministers folgen, haben Betrachtungen an die Zoll-Konferenz in Berlin angekn^ft und haben sich dabei, sichtlich auf ein bestimmtes Kom­mando hin, in dem Sinne ausgesprochen, daß Handelsvertrags-Verhandlungen mit Deutschland auf der Grundlage etneS DoppeltariseS oder auch eines Minirnaltarifes für Rußland „ausgeschlossen und unmöglich feien". Angeblich sollen sich „maß­gebende Petersburger Stellen" ganz bestimmt in dem gleichen Sinne geäußert haben.

Vor allen Dingen ist daran etwas sehr wunder­bar: weder die Petersburger Zeitungen, noch auch die angeblichen „maßgebenden Stellen" kennen die Zollabfichten Deutschlands. Deswegen ist der neu vom Zaune gebrochene Zeitungsstreit lächerlich und von vornherein in Deutschland vollkommen unwirksam. Damals, al- die Preßkofaken des

Zwei HUnge.

Frei nach dem Englischen von A. Michola.

M ------ (Nachdruck verboten.)

16. Kapitel.

Wie ein Träumender verli ß Rudolf das Haus, in dem er die bittersten Erfahrungen seines Lebens gemacht hatte. Niemand beachtete sein Weggehen, selbst Klara war zu sehr von ihren Gästen in Anspruch genommen, um sich weiter um ihn zu kümmern.

Planlos schritt er die breiten Straßen ent« lang; er hörte, er sah nichts, was um ihn not« siwg; er war betäubt, wie Jemand, der plötz- «ch einen tödtlichen Schlag erhalten hatte. Die vorübergehenden blickten ihm staunend nach, was schöne blaffe Gesicht mit dem verzweiflungS» ??üen Ausdrucke und den wild blickenden dunkeln Augen fiel Jedermann auf.

Der warme Frühlingstag ging zu Ende, die «aSlampen glänzten bereits gleich Sternen in ounkeln Straßen. Die Luft war sehr frisch geworden, die Schatten der Nacht breiteten sich langsam über die geschäftige Stadt. Die Park- Av.te waren noch nicht geschlossen, und ohne zu «r.en' wohin seine Schritte ihn führten, trat JSff in den Park. Die Vögel schliefen in den SnenhJ1" Ieifet Luftzug wehte ihm süßen d»^„s"duft zu, aus weiter Ferne hörte er das

57 «raufen und Tosen der Weltstadt.

«ras und baS kühle, thaufrische ' unb endlich umgab ihn vollkommene Stille;

Herrn v. Wüte zuerst und in noch rüderer Ton- art gegen die deutsche Zollpolitik der Zukunst loszogen und dabei den Reichskanzler Grafen Bülow persönlich angriffen, antwortet« dieser im Reichstage: Er rechne es sich zur Ehre an, wegen seiner Fürsorge für die deutsche Land- wirthschaft von außen her angegriffen zu werden. Die Petersourger Herren hätten daraus die gute Lehre ziehen können, daß die Angstmeierei der deutschen Freihandelspreffe weder den Grundsätzen der deutschen Reichsregierung entspricht, noch auch das deutsche Volk hinter sich hat, sondern eine gekünstelte Mache sehr ungeschickter Art ist.

Der Entwurf des neuen deutschen Zolltarifes ist noch nicht fertig. Wenn er wird fertig und dann auch bekannt geworden fein, dann mögen sich die Herren in Petersburg darüber äußern. Erst dann kann man solche Aeußermigen über­haupt ernstlich nehmen; vorerst aber nicht. Und alsdann wird man es in Petersburg sich noch zehnmal überlegen, bevor man im Ernste zu der Behauptung zurückkehren wird, Handelsvertrags- Verhandlungen mit Deutschland seien auf der Grundlage des neuen deutschen Zolltarifes „aus­geschloffen und unmöglich". Man wird sich noch zu rechter Zeit an die bedenkliche Niederlage erinnern, die man mit dem ersten Zollkriege gegen Deutschland zur Zeit der Kanzlerschaft des Grafen von Caprivi erlitt; und diese nütz­liche Erinnerung wird eine heilsame Abkühlung auf die erhitzten Petersburger Köpfe ausüben. Aber sollten die Raffen nochmals mit einem Zollkriege gegen Deutschland es versuchen wollen, dann wögen sie immerhin den Versuch machen; der Erfolg wird nicht anders sein, als ehedem bei dem voraufgegangenen Versuche ein Jahr­zehnt früher. Dem deutschen Reiche muß das Wohl seiner Angehörigen höher stehen, als die besonderen russischen Interessen, und von diesem Gesichtspunkte aus muß es handeln, ob nun die Russen Freude davon haben oder nicht, und ob die Händlerpreffe und die Freihandelsblätter in Deutschland zehnmal Ach und Weh rufen und krampfhafte Anstrengungen machen, die Sache des Auslandes gegen die eigenen deutschen Mil- bürger verfechten zu helfen.

Mit ganz besonderer Auszeichnung wurde vom Zarenpaare der neue deutsche Botschafter in Peters­burg empfangen, al» ob man damals den un­günstigen Eindruck habe verw.scheu wollen, den der erste Rttt der Witte'schen Preßkofaken in Deutsch­land Hervorrufen mußte. Jetzt folgt den Nach­richten von erneuter Petersburger Preßfehde gegen deutsche Zollpläne auf dem Fuße die Meldung, der Zar werde auf die Einladung des deutschen Kaiser» hin an den Flottenmanövern vor Danzig theilnehmen. Vorher hatten wir erfahren, daß der Zar in einem besonders herzlich abgefaßten Tele­gramm den Kaiser zu dem Wirken de» Grasen Waldersee in China beglückwünscht hatte. Die Drähte zwischen Berlin und Petersburg befinden ich also in recht erfreulichem Zustande, und somit können wir da» Schmollen und die kleinlichen Grenzplackereien des Herrn Ministers von Witte mit doppelter Gleichgiltigkeit ertragen. Sie im- poniren uns nicht!

kein Parkwärter näherte fich ihm mit lautem, schwerem Schritt. Unter einem weitästigen, blühenden Kastanienbaume legte er sich nieder; fein Hirn brannte wie Feuer, seine Stirn glühte, seine bleichen Lippen waren wie verdorrt.

Er vergrub sein Gesicht in das weiche Gras, der kühle Thau that chm wohl, der Nachtwind erfrischte ihn. Die bleichen Sterne erschienen am Himmel und blickten wie mitleidig auf ihn herab; eS war, als ob die Natur ihn trösten wolle für das unendliche Weh, das ein Menschen­kind ihm $ «gefügt hatte. Während er so still und regungslos unter Gottes Himmel lag, wurde er sich kaum klar darüber, was oorge- allen war. Er fühlte nur, daß ein tödtlicher Kummer ihn getroffen, ein schwerer Schlag ihn zu Boden geschmettert hatte. Niemand war da, >er ihn hätte trösten, ihm Muth und Vertrauen hätte einflößen können. Die Mutter, die ihn am meisten likbte, weilte in der Ferne; aber sie würde ihn lieber tobt, als in solch' entsttzlicher Verzweiflung gesehen haben. Von Zeit zu Zeit entrang sich seinen Lippen ein heißes Gebet, Golt möge ihn durch den Tod von seinen Qualen erlösen.

Die Kastanienblüthen fielen auf ihn herab. Das leise Murmeln des Nachtwindes klang wie ein Schlummerlied, und ein seltsames Gefühl, kein Schlaf, aber eine völlige Erstarrung kam über ihn. Eine bleierne Schwere schloß ihm die Augenlider, und völliges Vergeffen nahm seinen Geist gefangen.

Als et dir Augen wieder öffnete, war der Tag berests angebrochen, die Sonne schien hell

Dentsche« Keich,

Berlin, den 14. Juni.

+ Der Wahlkreis des Ireiherrn vor» Stumm. Der Ausfall der Ersatzwahl in dem Wahlkreise Ottweiler - St. Wendel • Meisenheim, auch ehedem Königreich Stumm genannt, ist in Wirklichkeit ein Triumph für das Crntrum, ob­wohl der Wahlbewerber des Centrums, Herr Abg. Fuchs aus Köln, mit feinen 14952 Stimmen, um 772 Stimmen hinter dem nationalliberalen Geheimen Bergrath Prietze zurückgeblieben ist. Noch im Jahre 1893 war der Freiherr von Stumm dem Centrumskandidaten um nicht weniger als 6500 Stimmen voraus, und bei der Wahl vom Jahre 1898 siegte Herr von Stumm im zweiten Wahlgange über das Centrum mit 16 896 gegen 13 432 Stimmen. Aller Voraus­sicht nach wird bei den Wahlen von 1903 der Wahlkreis dem Centrum zufallen, wenn dar Nicht schon früher geschehen sollte. Wahlbeeinflussungen, von Unternehmern und Bergbehörden auf die Arbeiter und Bergleute ausgeübt, sind in dem Wahlkreise von jeher an der Tagesordnung ge­wesen. Diesmal find sie noch derber iinb offener aus geübt worden, als je zuvor. Der Wahl­bewerber deS Centrums, Herr Abg. Fuchs, hat in zwei telegraphischen Beschwerden an den Minister des Innern mehrere der stärksten Fälle von Wahlbeeivfluffung unter gleichzeitiger Nennung von glaubhaften Zeugen festgenagelt; es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß die Wahl­prüfungskommission deS Reichstages und danach das Plenum deS Reichstages einen Strich durch die letzte Rechnung von Ottweiler-St. Wendel machen. Hat man doch Bergleute und Steiger aus ihren Lohnstellungen hinauSgejagt, well sie das Recht der freien Wahl, das ihnen durch die Verfaffung gewährleistet ist, für sich in Anspruch nahmen und eine Agitation für den national- liberalen Kandidaten ablehnten. Solche Verstöße gegen daS verfassungsmäßige Recht von Reichs­bürgern, zu Gunsten eines Wahlbewerbers dürfen und können nicht ungeahndet bleiben und des- wegen liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, daß die Wahl noch vor Ablauf der gegenwärtigen Mandatsdauer des Reichstages wird erneuert werden müffen. Sehr bemerkenswerth ist daS Verschwinden der Sozialdemokratie in dem fraglichen Wahlkreise. Im Jahre 1890 erhielt ein sozialdemokratischer Kandidat 2591 Stimmen. Bei der Hauptwahl von 1898 wurden nur noch 112 sozialdemokratische Stimmzettel abgegeben; diesmal fehlen diese Letzteren voll­ständig, obwohl auch diesmal ein sozialdemokra­tischer Wahlbewerber in der Person des Buch­halters L hmann aufgestellt war. Vermuthlich finden sich unter den als „zersplittert" bezeichneten Stimmen, im ganzen 107, einige wenige Zettel für den „Genoffen" Lehmann. Thatsächlich ist die Sozialdemokratie durch daS Cent rum bei den Arbeitern und Bergleuten in dem Wahl­kreise Ottweiler-St. Wendel verdrängt worden.

X Beschleunigte Erhebungen Über die Lage der Landwirlhschafl sollen, wie wir in Nr. 132 der ,Fuld. Ztg.' mittheilten, im ganzen Reichsgebiete veranstaltet werden. Die Thatsache, daß diese Erhebungen auf Grund eines Bundesrathsbeschluffes vom 17.

und warm, die Vögel fangen ihr Morgen lieb, die Thautröpfchen schimmerten gleich Diamanten auf Blumen und Gräsern. Rudolf schauderte vor Kälte unb fragte sich mit einem dumpfen Schmerzgefühl, was mit ihm vorgegangen sei. Was bedeutete nur der brennende Druck auf feinem Kopfe, die entsetzliche Schwere, die seine Glieder zu lähmen schien? Warum lag er im Grase hier draußen im Park, anstatt zu Hause an seiner Arbeit zu fein?

Es war ein entsetzlicher Augenblick für Rn- wlf, als die Erinnerung zurückkehrte, zuerst langsam, allmählich — dann wie eine stürmische, wilde Woge, trostlose Verzweiflung mit fich sührend. Hätte er seinem Schmerze in Thränen Luft machen können, so würde er weniger ge­litten haben; aber seine Augen blieben trocken, und die nagende Pein in seinem Innern drohte thm die Brust zu zersprengen.

Die Sonne flieg höher, und Rudolf hörte aus einem entfernten Theile des Parkes die röhlichen Stimmen spielender Kinder. Jetzt erhob er sich, er wollte um keinen Preis hier gefunden werden. Mehr taumelnd als gehend erreichte er daS Prrkthor, und ein barmherziger Samariter, der ihn von einer tödtlichen Krank­heit befallen glaubte, rief eine Droschke für iHv jetbei. Er vermochte noch, seine Adresse zu lammeln; dann aber erinnerte er sich an nichts mehr, bis der Wagen vor seiner Wohnung hielt. Das kleine Dienstmädchen, da« ihn einließ, blickte erschrocken auf fein geisterhaft bleiches Gesicht.

„Sind Sie krank, Sir?" fragte das Mädchen theilnehmend: aber Rudolf gab keine Antwort.

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Januar 1899 erfolgen, veranlaßte uns zu d«r Bemerkung: „ES macht einen mehr at8 wunder­lichen Eindruck, wenn man liest, daß jetzt, nach zweieinhalb Jahren, wirklich ein Beschluß aus­geführt werden soll, den der Bundesrath im Januar 1899 gefaßt hat." In Bezug hierauf theilt uns nun das kgl. Landrathsamt in dankenswerther Weise mit, „daß auf Grund des erwähnten Bundesrathsbefchluffes bereits für die Jahre 1899 und 1900 dieselben statistischen Erhebungen stattgefunden haben, wie fie jetzt sür 1901 im Sange sind." Wenn dem so ist — und wir haben keinen Grund, es zu bezweifeln, — dann fällt jener „wunderliche Eindruck" weg, den die Fassung der Berliner Meldung über die beschleunigten Erhebungen dieses JahreS erregen mußte. Auch wird die von uns an die vermeintliche Verzögerung geknüpfte Schluß­folgerung, „daß bei dem Bunsrsrath recht knappes Interesse besteht für die Behandlung landwirthschaftlicher Fragen" durch diese Berich­tigung erheblich abgeschwächt, aber doch leider noch nicht ganz hinfällig. Das würde vielmehr 1 rst dann der Fall sein, wenn auf die zahlreichen Erhebungen nun endlich auch einmal Thaten folgten.

* WilitarSSttttge« und Leutenoth. Einer Anordnung des Kaisers zufolge ist im Hin­blick auf die Erntezeit und der statistisch sestgestellten „Leutenoth" auf dem Lande in der Heranziehung von Landwehrleuten und Reservisten zu Hebungen große Rücksicht beobachtet worden. In der Hauptsache sind alle in Landwirthschastsbetrieben beschäftigten Personen, für welche in diesem Jahre eine Militärübung fällig war, bereits eingezogen ge­wesen, um sie für die Zeit der Ernte den Landwirthen frei zu halten. WaS jetzt noch eingezogen wird, ist in den Fabriken und sonstigen industriellen Betrieben beschäftigt, wenn­gleich auch nicht alle Landarbeiter während der Erntezeit übungSfrei fein können. Es ist in diesem Jahre das erste Mal, daß die Militär- behörbe in dieser Weise schonend vorgeht und zwar in ^olge der zahlreichen Bittschriften an den Kaiser, in welchen in den früheren Jahren übungspflichtige Landarbeiter um Befreiung von U bungen während der Erntezeit baten.

ft Staatliche Kohlengrusen. Geheimniß- vollts Dunkel schwebt über dem Plane des An­kaufes v.on Kohlengruben im Rnhrrevier durch den Staat. Man kanst freilich Vorbereitungen dazu nicht öffentlich treffen. Da aber unmittel­bar nach dem Abgänge deS preußischen Handels» Ministers Brefeld in der Presse die Meldung er­schien, dieser habe Unterhandlungen in diesem Sinne a»geknüpft, fällt der Grund zu weiterer Geheimhaltung fort, und die Sache ist dadurch überreif zur dringenden Erledigung geworden: entweder — ober! Nach neueren Zeitungs­berichten soll es sich um die Gmbenfelder der Gewerkschaften Wattrop und Minister Achenbach handtln; gleichzeitig aber soll die Firma Krupp nach dem Besitze trachten. Wahrscheinlich möchte diese Letztere dai Eindringen des F skas in die b shrr ungestörten Kreise des Kohlensyndikates um jeden Pnis verhindern!

+ Unfälle Sei« Aergvau. Im Allge­meinen hat man nicht die richtige Vorstellung von

So rasch es ihm möglich war, ging er die Treppe hinauf und betrat sein Atelier. Auf einer Staffelei stand ein halb vollendete- Bild, Skizzen, Farben, Pinsel, Z-ichenstifte lagen in malerischer Unordnung umher.

Wie verwirrt blickte er um sich. WaS hatte Ich ereignet, seitdem er zum letztenmal hier ge- tanben hatte? Ihm schien es, als ob er Jahr- ehnte seitdem durchgelebt habe. Wessen Gesicht »lickte ihn von der Staff-lei so spöttisch an, mit einer kalten, grausamen Schönheit? Er trat sicht hinzu unb heftete lange unb fest seinen Blick daraus.

Erst vor drei Wochen hatte er dieses Ge­mälde begonnen; es war für Lord Norton be- timmt und stellte Kleopatta vor, wie fie Mark Antonius empfängt. Er hatte Miriam skizstrt, wie sie an jenem Ballabende bei Lord Norton erfchienen war.

Nach einiger Zett wandte er sich ab und ließ seine Blicke durch das Zimmer schweifen iber die Werkzeuge seiner Kunst. Würde er e wieder einen Pinsel zur Hand nehmen, da sie Quelle seiner Kunsteingebung versiegt war?

„Nie wieder," sagte er sich, „nie wieder."

Die stolzen klare« Augen auf der Leinwand chienen ihm höhnisch zuzulächeln; es war, als ob die feinen Sippen sich öffnen wollten, um )ie grausamm Worte zu wiederholen, die ihn ast von Srnnen gebracht hatten.

„Nein," murmelte er, „Da sollst meiner nicht länger spotten." M t einem raschem Ent­schlüsse trat er an die Staffelei, zog ein kleines, fcharfrs Messer hrrars, z rschnitt langsam und