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Jutöa, Samstag, den 15. Juni 1901.
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28. JahrgMg.
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Die Radikalen in Norwegen richten sich immer mehr ein auf den Bruderkrieg im eignen Lande: Mit 69 gegen 37 Stimmen hat der Storthing die Aufwendung tion 3380000 Kronen für die Befestigung der Hauptstadt Christiama
Buchhändler in
Stettin, hat unrecht bekommen vor dem Reichs«
allerneuesten Tarifentwurfe von dem System des Doppeltarifs gänzlich abgegangen werden, auch bei den einzelnen Tarifsätzen für landwirthschaftliche Erzeugnisse. Wie das sich vereinigen lasten soll mit der wiederholt abgegebenen Erklärung des Reichskanzlers, daß er für angemessenen Zollschutz der Landwirthschaft entschieden eintreten wolle, ist vorläufig sein Geheimniß. Dem beschränkten Unterthanenverstande bleibt das einstweilen ein Räthsel.
Am dritten Tage ihres Beisammenseins haben dann die versammelten Minister auch berathen über die „Finanzlage des Reiches und ihre Rückwirkung auf die einzelstaatlichen Finanzen" — so verkündete ein offiziöser Waschzettel. Was die Minister wollen, weiß man ja längst: sie wollen, daß Staatsfinanzen und Reichsfinanzen nichts mehr mit einander zu thun haben; sie wollen möglichst viele ständige Einnahmen für das Reich, damit der Reichstag mög- ! lichst wenig zu sagen habe über die Finanzwirthschaft des Reiches. So malen sich die Dinge in den Köpfen der Finanzminister. Andere Leute denken natürlich ganz anders darüber: die wollen gerade umgekehrt, daß dem Reichstage die ausgiebige Einwirkung auf die Verwaltung und Gestaltung der Reichsfinanzen nicht entzogen werde, und dieser Ansicht wird zum Glücke wohl auch immer die Mehrheit des Reichstages huldigen.
Der Kulturkampf soll angeblich vorbei und begraben sein; wenn aber einmal Jesuiten in Deutschland Missionen halten wollen, um das Chrlsten- thum und die Moral in den Herzen und im Bewußtsein der Katholiken zu stärken und dadurch der Ordnung und der guten Sitte die einzig wahre und unveränderlich feste Stütze und Grundlage zu geben, kommt der Polizeibüttel, verweist auf das Ausnahmegesetz gegen die Jesuiten und verbietet die Mission- So war es wieder einmal in Lüdinghausen in Westfalen, wie vorher auch in vielen andern Orten und Fällen — aber wenn fremde Sozialdemokraten und Anarchisten ihre Brandreden an das Volk bringen wollen, hindert sie Niemand daran. Das ist ein Verfahren der preußischen Staatsregierung, das wegen
ZU Weginn des Jubiläums
-al miser Kochrv. Kerr Mschof folgendes Kirterrschreiöen erlassen: Geliebte Diözesanen!
gefolgt waren, dre aber durch ihre Berufsarbeiten und andere Hindernisse abgehalten wurden. Auch ihnen sollen die Gnaden eines Jubeljahres ;u Theil werden. Und darum hat der HI. Vater das
rung wolle nicht eher einen neuen Kandidaten de« Vatikan vorstellen, bevor dieser nicht seine Sin* willigung ertheilt habe zu der Errichtung einer katholischen theologischen Fakultät an der Universität in Straßburg. Die Behauptung klingt unwahrscheinlich !
Sehr wichtig ist eine Verfügung der Regierung in Wür t temberg: Danach wird für alle Ortschaften mit mehr als 3000 Einwohnern eine Wohnungsaufsicht vorgeschrieben, die sich zu beschäftigen hat mit den gesundheitlichen und sittlichm Verhältnissen in den kleinen Wohnungen, namentlich derjenigen, in denen Schlafgänger ausgenommen werden, und mit den Wohnungen der Arbeiter, Lehrlinge und Dienstboten. Möchten nur bald alle anderen deutschen Bundesstaaten diesem vortrefflichen Beispiele folgen!
Die parlamentarischen Berathungen in Oesterreich haben ihr Ende erreicht: Die große wirth schaftliche Vorlage ist vom Abgeordnetenhause und Herrenhause gut geheißen worden, und bann ist der Reichsrath nach einer an Ereignissen überreichen Sitzungsperiode in die Ferien gegangen — zum ersten Mal seit langer Zeit in ordnungsmäßiger Weise. Hoffentlich wird es nun auch im Laufe absehbarer Zeit möglich werden, die einzelnen Punkte der Nationalitätenfrage parlamentarisch zu behandeln und zu regeln. Lebhafter noch, als in den letzten Jahren zuvor, ist im Verlaufe der letzten parlamentarischen Verhandlungen in Wien und m Budapest die Nothwendigkeit des engen Bündmffes mit Deutschland und der Erhaltung des Dreibünde- betont werden.
Die Italiener nur haben allerhand an diesen Dingen auszusetzen und zu mäkeln: Als kürzlich in der Abgeordnetenkammer zu Rom der Etat des Auswärtigen Amtes berathen wurde, stellte der Abgeordnete Demarinis die alte Behauptung auf, Italien habe weniger Jntereffe am Dreibunde, als Oesterreich-Ungarn und Deutschland; Oesterreich wolle den Dreibund nur ausnützen, um nach und nach Bosnien und Albanien und das ganze adrratlsche Meer in seinen Besitz zu bringen — und beinahe Die ganze italienische Kammer mitsammt ihrem Präsidenten klatschte lauten Beifall. Es ist merkwürdig, daß die Italiener kein Gefühl dafür haben, wie lächerlich sie sich durch solche Mätzchen machen. Daß gerade Italien die allergrößten Vortheile vom Dreibünde hat, der nehmende, Deutschland aber tm Dreibünde der gebende Theil ist, weiß doch nachgerade
haben — natürlich!
Auf dem südafrikanischen Kriegsschauplätze ist alles beim alten: Einmal siegen die Buren, ein ander Mal die Engländer. Im Großen und Ganzen, und das ist die Hauptsache, machen die Engländer keine Fortschritte. Die Frau desBnren- generals Louis Botha ist in Europa, zuerst in
wegen wurde jenes Urtheil in Nürnberg gefällt. Aber Graßmann beruhigte sich nicht dabei, . sondern ging I mit seiner Sache bis ans Reichsgericht; und dieses hat das Nürnberger Urtheil entsprechend dem Anträge des Reichsanwaltes bestätigt. Damit ist nun der weitern Verbreitung der schmutzig-tollen Schrift im Reiche Einhalt gelhan.
Die deutschen Katholiken betrauern wiederum den Verlust zweier ihrer Führer durch den unerbittlichen Tod: in Berlin verschied infolge Altersschwäche der Legationsrath a. D. und Centrumsveteran Friedrich v. Kehler; in Wolfstein in der Pfalz nahm der Geistliche Rath und Dekan Dr. Hammer Abschied von diesem Leben, nachdem er vorher von einem Schlaganfalle heimgesucht worden war. Jener erreichte ein Alter von 80, dieser von 64 Jahren. Beide ragten hervor durch seltene Gaben des Geistesimd des Gemüthes. In Friedrich v. Kehler betrauern wir I einen der Gründer der Centrumspartei und langjährigen Führer und Vorkämpfer gerade der Berliner Katholiken und des frisch erblühenden katholischen Lebens in Berlin; in Dr. Hammer verlieren wir einen unserer begabtesten und volksthümlichsten Redner und Schriftsteller! Sie mögen in Frieden ruhen!
Von der Besetzung des Bischofsstuhles in M e tz wurde in diesen Tagen behauptet, die Regie-
jedes politische Kind. , ,
Das französische Parlaments le den wird stark durch die Thatsache beeinflußt, daß nachst- dem Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer stattfinden müssen. Man wirft mit ungeheueren Plänen um sich: Altersversicherung der Arbeiter, Einführung einer neuen Einkommensteuer, Einführung der einjährigen Dienstzeit bei den Fußtruppen. Aber an eine ernste Bearbeitung dieser große» Fragen denn kein Mensch. Das alles sollen Schlagworte werdm für die nächste Wahlen. Leider ist keine AussM mehr vorhanden, daß das sogenannte Veremsgesetz, das Ausnahmegesetz gegen die kirchlichen Genossenschaften, im Senate eine wesentlich andere Gestalt, als in der Abgeordnetenkammer erhalten werde. Der Raub und die Ungerechtigkeit werden Gesetz werden.
Ebenso wie im preußischen Abgeordnetenhause, wird im belgischen Parlamente ab und zu der Antrag von Kulturpaukern eingebracht. Die Gesandtschaft beim Vatikan aufzuheben. Aber der Antrag wird regelmäßig abgelehnt, so auch diesmal wieder sowohl in der belgischen Abgeordnetenkammer, als auch im Senat. In dieser Letzter» erfolgte diesmal die Ablehnung mit der sehr starke» Mehrheit von 40 gegen 20 Stimmen. Die belgischen Spielhöllen in Spaa und Ostende sollen nun endlich aufgehoben werden. Aber zwei Jahre »st den genannten Städten noch die Erlaubniß des weitern
Wochen-Wunöschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 15. Juni.
seiner Unklugheit vollkommen unbegreiflich ist. Für das Gefühl der Katholiken sind solche Zustände und Ungerechtigkeiten unerträglich. Es wird einmal der Tag kommen, an dem die verbündeten Regierungen es bereuen werden, daß sie sich hartnäckig dem gerechten Verlangen nach der Beseitigung dieses thörichten und schmachvollen Ausnahmegesetzes widersetzt haben.
Freund Graßmann, der tolle Buchhändler in
gericht. Das Landgericht in Nürnberg hatte am 23. März auf Einziehung und Unbrauchbarmachung der Graßmann'schen Schrift „Auszüge aus der Moraltheologie des hl. Alfons von Liguori" erkannt, weil dadurch Papstthum, Priesterstand und die Sakramente der Ehe und Beichte beschimpft werden. Wie , „ _
bekannt, hat der tolle Buchhändler die wahnsinnige nach der Landseite bestimmt. Behauptung aufgestellt, die katholische Kirche verbreite Die neuen span ischen Cortes sind am durch die befolgten Grundsätze dieser Sittenlehre Un- 11. Juni durch die Königin-Regentin eröffnet woroen. zücht, der katholische Priester kenne nicht den Segen Auch der liberale Ministerpräsident S ag ast a darf der Ehe, sondern nur den Beischlaf, er erkenne das es mit dem Vatikan nicht völlig, verderbm: In oer Schamgefühl der Jungfrauen nicht an usw. Des- Thronrede wird gesagt, der Papst sei Wmens, Dem
DaS innerpolitische Ereigniß der jüngsten Tage ist die sogenannte Zollkonferenz, die in der voraufgegangenen Woche im Reichskanzlerhause in Berlin abgehalten wurde. Daß Minister der größeren Bundesstaaten auf die Einladung des Reichskanzlers Grafen Bülow hin an der Berathung theilnahmen, ist bekannt. Unbekannt ist und soll zunächst bleiben, was die Herren Minister beschloffen haben. Es soll eine vollkommene Einmüthigkeit der Ansichten geherrscht haben, wurde von der einen Seite berichtet, während Andere wissen wollten, es sei zu scharfen gegensätzlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Reichskanzler auf der einen und süddeutschen Ministern auf der andern Seite gekommen. Wir glauben's nicht! Wahrscheinlicher klingt big weitere Meldung, daß der Entwurf
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wichtigen Dinge gemeinschaftlich nut den entsprechenden Ministern der einzelnen Bundesstaaten beräth, ist hübsch von ihm; daß er das in diesem Falle erst so spät gethan hat, weniger hübsch. Leider soll augenscheinlich, wenn nicht alle Anzeichen trügen, in dem
hl. Kirche die Ablässe nimmt, auf sechs Monate dieses Jahres geöffnet. Der hl. Vater fordert nun aber auch Luch Alle auf, diese leichten Mittel anzuwenden, um (Euere Schulden gegen die Gerechtigkeit Gottes abzutragen. Gewiß, dieser Schatz der Gnaden ist Luch niemals verschlossen und Ihr könnt in jedem Augenblicke daraus schöpfen. Aber welche Gelegenheit ist dafür günstiger, als gerade die des Jubiläums, wo die Diener der Kirche mit weitgehenden Vollmachten für die Vergebung der Sünden ausgerüstet sind, wo nicht bloß zwei oder drei im Namen Gottes versammelt sind, wo die Gebete vieler Millionen von allen Lnden der Lrde zum Himmel steigen, wo alle Glieder der großen Gottesfamilie auf dem ganzen Lrdenrunde 'sich in denselben Hebungen der Frömmigkeit vereinigen und sich eine hl. Gemeinschaft guter werke vollzieht! Ohne Zweifel gegenüber diesem Sturme der Bitten und Thränen werden Ströme der Barmherzigkeit Gottes über die Lrde sich ergießen, wird sich das Herz unseres Lrlöfers weit mehr zur Vergebung und Lrbarmung neigen.
Darum, geliebte Diözesanen, beschwöre ich Luch Alle im Herrn, dem Aufrufe des hl. Vaters an (Euere katholische Gesinnung zu entsprechen. G Ihr, die Ihr vielleicht seit einer Reihe von Zähren fern von Gott lebt, benützet das hl. Jubiläumsjahr, in welchem die Gnaden fo reichlich Luch geboten werden, um die traurige Bürde (Euerer schweren Verschuldungen abzulegen und den Nachlaß der Strafen zu erlangen, die Ihr der göttlichen Gerechtigkeit schuldet, wer weiß es, ob Jfyr jemals auf Eurer irdischen Pilgerschaft wieder ein Jubiläum erleben werdet? Ach wie glücklich werdet Ihr in (Euerer Todesstunde sein, wenn Ihr mit vertrauen auf diese überaus gesegnete Zeit bes Jubiläums zurückblicken könnt, in der jhr Hand an die Ordnung (Eueres Gewissens gelegt und mit einer Vergangenheit von Unruhe und Schuld gebrochen habt.
Zhr aber, fromme gläubige Seelen, für welche die Hebung der christlichen Pflichten eine süße Gewohnheit ist, werdet Luch sicherlich die kostbare Gunst, welche die hl. Airche gewährt, in ihrer ganzen Ausdehnung zu eigen machen und großmüthig in der Kraft (Eures Glaubens und (Eurer Frömmigkeit alle die Bedingungen, die sie vorfchreibt, erfüllen, fo daß die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes an Luch Nichts mehr finde, was für feine Liebe zu Luch ein Hinderniß wäre.
Die zahlreichen Gemeinden vollends, welche in diesem Jahre das Glück einer Volksmission haben, werden sich erst recht die unberechenbaren übernatürlichen Schätze des Jubiläums > icht entgehen lassen, und mit dem Opfer und der Selbstüberwindung, die gewiß Manchem die Teilnahme an der Mission auferlegt, auch noch die Opfer und die Mühe der vorgeschriebenen judiläums- werke, insbesondere die Kirchenbesuche, edelmüthig und starkmüthig verbinden.
Vereinigen wir denn Alle, geliebte Diözesanen, unsere Bitten und guten Werke, auf daß das hl- Jahr des Jubiläums in Wahrheit für uns ein großes hl. Jahr der Vergebung, des Verdienstes und Friedens werde. Jch darf es wohl rühmen, daß die Diözese Fulda noch immer sich der Kirdje gegenüber ergeben und gläubig gezeigt hat. Darum, um das allerorts emporblühende Gute zu stärken, aber auch um das allerorts sich mehrende Böse zu mindern und um den kirchenfeind- I «chen Angriffen gegenüber die beste Antwort zu geben, holen wir von Neuem hl. Begeisterung an dem Gnadenschatz der hl. Kirche und der mächtige Segen des Jubiläums wird sich über die ganze Diözese ergreßen und einen neuen Aufschwung des religiösen Lebens zur Folge haben. Amen.
Ls segne Luch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der hl. Geist.
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I spanischen Volke seine mächtige Unterstützung auch ! fernerhin zu leihen. Gleichzeitig aber kündigt diese spanische Thronrede »ach dem Beispiele Frankreichs ein Gesetz gegen die Orden und geistlichen Genossenschaften an! Den Kernpunkt des Regierungsprogramms bildet natürlich die Festigung der Finanzen; die Konservativen sind patriotisch genug, der liberalen gegnerischen Regierung ihre Unterstützung dabe» zu versprechen. Dies war die letzte Thronrede der Königin-Regentin. Im nächsten Jahre erreicht der junge König Alfons XIII. seine Großiahr,gleit.
Marokko hätten die Franzosen so gern mit ihrem „Protektorat" beglückt, das heißt also. Ls eingeheimst. Die Ermordung eines ftanzofischen Kaufmanns sollte den äußern Anlaß dazu bieten. Aber England und Spanien widersprachen der Ausführung dieser Absichten sehr nachdrücklich, und so wurden den Franzosen die Trauben zu sauer. Jetzt versichern sie, niemals Absichten auf Marokko gehabt
Als der hl. Vater im vorigen Jahre das verschlossene goldene Thor der Peterskirche öffnete und em Jubehahr für Rom verkündete, eilten Hunderttaufende aus allen Theilen der katholischen
7" und auch gar Manche aus der Diözese Fulda — nach Rom, um dort am Grabe des •T 1 Oubelablaß zu gewinnen und fo der Gerechtigkeit Gottes Genüge zu leisten, um
dort den Glauben zu stärken, um dort an den Gräbern so vieler hl. Märtyrer zu neuem Glaubens- kben sich zu entflammen. Hnd all' die unzähligen Pilger, welche das große Glück hatten, den Stellvertreter Thrrst» m St. Peter zu scha»»en, von seinen zitternden Händen gesegnet zu werden, mit »hm zum Himmel um Barmherzigkeit zu rufen — all' diese Pilger werden diese kostbaren Augenblicke nie mehr vergessen.
2IIs Leo XIII. die hl. Pforte wiederum schloß, da schaute nun fein liebendes Auge hin auf die vielen Millionen Katholiken, die gerne seiner Einladung: „Rom ruft Luch Alle an sein He gefolgt wären, die aber durch ihre Berufsarbeiten und andere Hindernisse abgehalten wurden. Ai
Kraft der durch dl- J«dilS«msbuUe vom 25. D-r-mdrr 1900 Uns verliehene« Apostolischen Uoümacht verordne« Mir, was folgt:
1. Das Jubiläum wird hierdurch für das Bisthum Fulda verkündigt. Die Dauer desselben erstreckt sich auf das halbe Jahr vom 23. Juni bis 23. Dezember d. I.
Alle Gläubigen der ganzen katholischen Welt, auch jene, welche schon im heiligen Jahre 1900 nach Rom gekommen waren und dort oder anderswo in irgend welcher Art den Jubiläumsablaß gewonnen haben, können einmal innerhalb der genannten sechs Monate in der Diöese Fulda den Jubelablaß erlangen. . 2. Am 23. Juni wird die Eröffnung des Jubiläums feierlich begangen. Zu diesem Ende ist
dasselbe »n allen Kirchen am Vorabend durch feierliches Geläute anzukündigen. Vor dem Beginn des Hochamtes wird durch Absingung des Hymnus Veni creator mit dem Versikel und der Oration cko Spiritu Sancto die Gnade des hl. Geistes angerufen und am Schlüsse des Hochamtes findet Aussetzung des heiligsten Sakramentes und sakramentaler Segen statt.
,r Täglich ist während des Jubiläums nach der Psarrmesse „die offene Schuld" wie in der hl. Fastenzeit zu beten.
4. Am 23. Dezember wird das Jubiläum feierlich' geschlossen durch eine Abendandacht vor ausgesetztem hochwürdigsten Gute und durch das feierliche Te Denn» unter dem Geläute der Glocken, (x , 5. Um den Jubiläumsablaß zu gewinnen, haben die Gläubigen während des genannten halben wahres, also bis zum 23. Dezember er.,
a) an 15 entweder unmittelbar oder mit Unterbrechung auf einander folgenden Tagen jedesmal vier Kirchen zu besuchen und in jeder 5 Vater unser und 5 Ave Maria oder andere Gebete von gleicher Dauer für die Erhöhung der kathol. Kirche, die Ausrottung der Irr-1 Are, die Eintracht unter den Fürsten und das Heil des christlichen Volkes zu verrichten. Für die Stadt Fulda werden als die vier zu besuchenden Kirchen bezeichnet: die Domkirche, die Stadtpfarrkirche, die Kirche zum hl. Geist und die St. Michaelskirche, oder statt letzterer die Klosterkirche auf dem Frauenberge. An solchen Orten, an welchen drei oder zwei Kirchen sich befinden, werden die Pfarrer ermächtigt, diejenigen zu bezeichnen, welche besucht werden müssen und zwar so, daß 4 Besuche herauskommen. Wo nur eine Kirche oder öffentliche
< ,. Kapelle sich befindet, muß diese 4 mal des Tages besucht werden;
d) ihre Sünden reumüthig zu beichten und die hl. Kommunion in irgend einer Kirche oder Kapelle würdig zu empfangen.
«nn 6" Die Reisenden können diesen Ablaß gleichfalls gewinnen, sobald sie nach Ablauf der sechs | Wenn r "" ,^ren, Wohnsitz oder sonst an einen bestimmten Aufenthaltsort sich begeben haben, mr.'sl/E nach Erfüllung der anderen Bedingungen fünfzehnmal die Kathedrale oder die Haupt- oder ” 7tc^ ^res Wohn- oder Aufenthaltsortes besuchen.
find h; ^"jemgen Personen, welche wegen Krankheit oder anderer Umstände halber verhindert BeickMn^^bschrlebenen Kirchenbesuche zu machen, können ihre Beichtväter (auch außerhalb des dafür andere fromme Werke auflegen.
hl. $tottnim?er' ^lche noch nicht zum Tische des Herrn zugelassen sind, können auch ohne die einmal hi»o°? empfangen, den Jubelablaß gewinnen, wenn sie anstatt der hl. Kommunion
V r Uei Don Men Heiligen beten.
e*WÖa, am Feste des hl. Bonifatius, den 5. Juni 1901.
t Adalbert«»,
van Anlda. *