Einzelbild herunterladen
 

JuLöa, Samstag, den 8. Juni 1901

M 129

28. Jahrgang.

t.

Römische Briese

Uen-

8.

ligeS

es

,nd.

zur aller

weiter reden al» diesem bevorstehenden Ereignisse und von den Festlichkeiten, welche man dazu plante.

iereinS ko««» einem

[er.

ohn» jben

Die Savoten Monaten

«ng

788

1.

ewantBortli»: Fü» die XedLktw« Jot Sa im, für Jektaa I.parzrll«» in Sulla.

am allt

ei».

Mts.- illung Lheil- iams> n an«

am en» ion um llee

r am statt» .Pro. Bor- teren Auf.

Bug.

jenen [lieber

M. Zuui, samm» n der liegen, es.

nett »ten zen. ung

L

Auf der Todtenliste der letzten Woche steht ferner der ehemalige Reichstag»- und Ländtagsabgeordnete Franz Freiherr Schenk vonStauffenberg, verstorben am 3. Juni auf seinem Gute Risstiffen in Württemberg. Der bayerischen Abgeordnetenkammer gehörte er seit 1866 an; von 1873 bis 1875 war er Präsident derselben, in den Jahren 1876 bis 1879 erster Vizepräsident des Reichstages. Er gehörte ur­sprünglich der nationalliberalen Partei an, machte aber die „Sezession" nach links mit und schloß sich im Jahre 1884 auch der deutschfreisinnigen Partei an. Von 1893 an gehörte er nicht mehr dem Reichs­tage an. Freiherr von Stauffenberg zeichnete sich aus durch einen edeln Charakter von seltener Rein­heit; er war einer der beliebtesten Vertreter der libe­ralen Richtung und erfreute sich auch bei den politi­schen Gegnern der höchsten Achtung.

Das österreichische Abgeordnetenhaus hat am letzten Samstag in dritter Lesung die Wirth- schaftlichen Gesetze angenommen, darunter vornehm­lich also auch die Vorlage über den Bau neuer Wasserstraßen. In Oesterreich fehlt es nicht an zahlreich vorhandenen und geeigneten Arbeitskräften; noch mehr, man begrüßt die Ausführung dieser groß­artigen Verkehrsvorlagen als willkommene Gelegen­heit zur Beschäftigung für viele Arbeiter. Auch darf man bei der Beurtheilung dieser Gesetze nicht ver­gessen, daß in Oesterreich das Netz der Verkehrs­adern thatsächlich noch sehr erhebliche Lücken auf­weist. Nebenher ist die Wirkung erfreulich, daß der Völkerhader ein wenig in den Hintergrund ge­drängt und der Reichsrath wieder arbeitsfähig wurde.

legt aber weniger an der Bertheidiger-Thätigkeit >er Staatsanwaltschaft, vielmehr an der sachlichen Unzulänglichkeit der meisten Denunziationen und an der erheblichen Denunzierwuth unseres Publi» kumS, welches selten Civtlunrecht vom Strafmn echt zu unterscheiden vermag. Unser Staatsanwalt ist un einmal der am me sten gefürchtete schwarze Ran», bei dessen Nennung dm biedern Bürger chon eine Gänsehaut überfällt. Jeden Taz kann man bei den geringfügigsten Cioil-S.reiligkelten

In den österreichischen und ungarischen Dele­gationen ist, wie alljährlich, der Dreibund Gegen-

Die Königin Elena, die bisher als Ausländerin in gewissen Kreisen wenig beliebt war, hat nun auf einmal sich die Sympathie des ganzen Volkes erworben. Anderseits war allerdings die Ent­täuschung wegen des diesmal ausgebliebenen Thronfolgers recht groß. Die echten „Patrioten" waren außer sich, denn alle ihre so reichen Hoff­nungen, mit einem wirklichen, in Rom geborenen „Prinzen von Rom", dem alten päpstlichen Rom, mit allen seinen Erinnerungen und vielleicht auch der katholischen Kirche selbst den Todesstoß zu ver« setzen, waren zu Wasser geworden. Jedoch trösteten sie sich schnell und wer da» Manifest des Bürger­meisters Colonna von Sonnino las, welches von allerlei schwülstigen Phrasen strotzte, konnte im ersten Augenblick wirklich glauben, daß mit der kleinen Jolanda von Saooien ein neue« goldene» Zeitalter über unsere gegenwärtige Dynastie und ganz Italien hereingebrochen sei. Ein glücklicher Zufall war e» für die Jtalianisfimi übrigen», daß Jolanda am Vortage de« Verfassungsfeste« ge­boren wurde, welche« hier immer 'besonder« ge­feiert wird. So erschienen denn — Vielen unbe­wußt — die Paraden, die Illuminationen, die Beflaggung der Stadt gewissermaßen al» Aus­bruch des Volksjubels zu Ehren der Neugeborenen de« Quirinals. Die auf gestern Abend angesetzte Girandola, jene« berühmte, großartige Feuerwerk auf dem Mavte Pinclo verregnete leider voll­ständig. Gegen 7 Uhr zog ein starkes Gewitter über Rom hin und durchnäßte die Feuerwerks­körper, sodaß an ein Abbrennen gar nicht zu denken war. Die große Parade dagegen fiel sehr glänzend au». Der König erschien bei derselben an der Seite seine» montenegrinischen Schwager», de» Prinzen Mirko. Bel der Hin- und Rückfahrt zum Paradefelde war der königliche offene Wagen der­artig von den Äürajfven ver Leibwache umgeben, daß weder die Insassen noch der Wagen selbst zu sehen waren. Der König ernannte den anti­klerikalen Ministerpräsidenten Zanakdelli zum Ritter

Diesmal aber haben auch, zum Unterschiede gegen frühere Jahre, die tschechischen und magya­rischen Heißsporne zugegeben, daß der Dreibund vortheilhaft sei für Oesterreich-Ungarn, und daß es Wünschenswerth sei, ihn unverändert aufrecht zu er­halten. Der Budgetausichuß der österreichischen Delegation beschloß, dem Minister des Aeußern Grafen Goluchowski für dessen würdige und erfolg­reiche Leitung der auswärtigen Politik volles Ver­trauen und wärmsten Dank auszusprechen. Der von dem Abgeordneten Marquis Bacquehem verfaßte Be­richt des bezeichneten Ausschusses betont die Thatsache von der einmüthigenAnsicht des Ausschusses, daß der Abschluß der neuen Handels v ertr ä ge auf einer für alle Theile annehmbaren Grundlage möglich fein werde. Auch in dem Berichte des auswärtigen Ausschusses der ungarischen Delegation ist betont, es fei unmög­lich' daß zwei politisch eng mit einander verbundene Staaten gleichzeitig in wirthschastlichem Kriege leben könnten.

CZ2 Rom, 3, Juni 1901, Geburt der Prinzessin Jolanda von ist da« Ereigniß der Woche. Seit hörte man in Rom fast von Richt«

rkunde *6 bei eiligen, große uni sichtig 7Min

ms.

hoto«

billig [

Hsrtj

[2817;

Wochen-Wunöschau.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 8. Juni.

stadt südwärts von Dover. Dort haben die Dubliner Füsiliere gemeutert, so daß ein zwei Stunden langer Kampf nothwendig war, um die Aufrührer zu über­wältigen.

Das deutsche Panzergeschwader hat am 1. Juni von Wusun aus die Heimreise nach Deutschland angetreten. Das Geschwader besteht aus fünf Linienschiffen und dem kleinen Kreuzer Heia und wird demnächst Singapur anlaufen. Das chinesische Expeditionskorps wird auf die Stärke einer gemischten Brigade vermindert; diese verbleibt dann bis auf weiteres in China. Im ganzen werden 12,500 Mann der Verbündeten Truppen in China bleiben, so daß ohne Zweifel nach dem Grafen Walderfee noch ein einheitliches Ober­kommando nöthig ist. Am Abend des 1. Juni hat dieser im Kaiserpalaste zu Peking ein Abschiedsmahl veranstaltet; am Morgen des 3. Ium ist er nach Japan abgereist, von wo er gegen Ende dieses Monats über Batavia nach Deutschland zurückkehren wird. Leider hatte er noch zu allerletzt die unangenehme Aufgabe, einen neuen blutigen Streit­fall zwischen englischen und französischen Soldaten in Tientsin zu schlichten, wobei mehrere Soldaten getöbtet und verwundet wurden. Die Schlichtung des Streites gelang aber auch diesmal.

de» hohen Ordens der Santtissima Annunziata.

Dieselbe Auszeichnung sollen auch die Senatoren j die Drohung hören: "„Der K-rl nug mir vor Visconti-Venosta und San Marzans erhalten. 'den Staatsanwalt!" Und die Ausführung dieser

»6 Bnut en» Vertag le» gnlbatt XctirtünUkfN

• peteregage Ur. 8 Cbaraonie).

Die Staatsanwaltschaft.

«on Alfred Masson, Rechtsanwalt und Notar.

Wer eine Strasthat zur richterlichen Bestrafung bringen will, muß sie zunächst der Staats­anwaltschaft anzeigen. Gehen die Anzeigen bei anderen Behörden ein, so haben diese fie an di« Staatsanwaltschaft weiter zu geben, welche dann selbständig zu prüfen hat, ob Anklage zu erheben ist oder nicht; selbst nach formeller Er» öffnung und Abschließung der Voruntersuchung

durch den Untersuchungsrichter gehen die Akten zunächst an die Staatsanwaltschaft, welche eben das Anklage-Monopol hat. Bis auf gewisse Ausnahmen kann nur sie öffentlich anklageu. Niemand anders. Freilich entscheidet das Vor» gehen der Anklage-Behörde die Erhebung der An­klage nicht endgiltig; nothwendig ist, daß da- zu» tändige Gericht auf Antrag der StaatSanwslt» schäft den Anklage-Beschluß erläßt.

Damit ist das einer Strafanzeige auSgesrtzte Publikum schon etwa« gegen die naturgemäße Einseitigkeit des öffentlichen Anklägers geschützt. Freilich bestimmt die Strafprozeß-Ordnung, daß auch die Staatsanwaltschaft die für die Nicht- chuld des Beschuldigten sprechenden Momente zu »erückstchtigen hat, ja sogar in seinem Interesse gegen ein ihm ungünstiges Urthetl Rechtsmittel einlegen kann. Indessen ist dies in der Praxis ein frommer Wunich geblieben. Es kann nun einmal Niemand auS seiner Haut heraus. So wenig wie der berufsmäßige Vertheidiger auf das lnklagen drefstrt ist, ebenso wenig ist eS der An­läger auf die Berthetdigung. Und wenn daS Gesetz vom Ankläger verlangt, er solle auch zu­gleich den Vertheidiger spielen, so verlangt eS eben Unmögliches.

Damit soll keineswegs verkannt werden, daß »er öffentliche Ankläger häufig viel Gutes wirken ann dadurch, daß er unbegründete An» lagen zurückweist; der Sachkundige weiß, daß etwa zwei Drittel aller Denunziationen schon an dieser Schwelle der Justiz scheitern. Dies

Im Hofstaate des hl. Vaters haben meh­rere Veränderungen stattgefunden: Der bisherige Oberhosmrister Cagiano wurde Majordomus und erhielt den bisherigen Dienstkämmerer Bisleti zum Nachfolger. Von der bekannten Energie und Umsicht deS Letzteren erwartet man die Beseiti­gung verschiedener Unzuttäglichkeiten, welche unter seinem Vorgänger Cagiano sich eingebürgert haben. Schon vor einem Jahre konnte ich von einem EntlaffungSgrsuche melden, welches der lang­jährige Kommandant der päpstlichen Schweizer­garde, Oberst Courten, eingereicht habe. Nun­mehr hat der hl. Vater dies Gesuch bewilligt und den bisherigen Oberleutnant Meyer Frei­herrn von Schauensee zum Obersten und Kom­mandanten der Garde ernannt. Dadurch haben viele Ausrückungen der übrigen Offiziere stattge­funden.

Durch *ba8 Breve des hl. Vaters an ben Beneblktinerabt Delatte von Solesmes ist nun­mehr der jahrelang mit soviel Erbitterung ge­führte römische Choralstreit beendet. Der Heilige Vater lobt die Studien der g-lehrten Benediktiner in Sachen des gregorianischen Ge­sanges und erwähnt rühmend die Choralausgabe von SolesmeS, welche, wie er wüßte, weit und breit bekannt und in täglichen Gebrauch genommen sei. Er fordert schließlich alle diejenigen, nament­lich auS dem Stande der Ordens- und Wett­priester auf, dem Beispiele der Benediktiner von Solesmes nachzueifern und mitzuarbeiten in Theorie und Praxis an dsr Pflege der alten Melodien des hl. Gregor des Großen, aber in gegenseitiger Lieb? und mit dem nöchigen RrspeK vor der Kirche. Auf diese Weise Nur könnten die Bestrebungen Vieler um ein und denselben Gegenstand, nach dem Beispiel der Benedikt ner von SoleSmeS, von Nutzen fein. Schließlich hebt Leo XIII. die ursprüngliche Form der gregoria­nischen Melodien hervor, sowie deren mit Ernst gepaarte Lieblichkeit, welche so gewaltigen Ein­druck auf das menschliche GemÜth zu machen im Stande seien. — Unser Landsmann, der Kompo­nist P. Hartmann, dessen neueste Hymne mit großem Erfolge vorgestern hier aufgeführt wurde, wurde durch die Ernennung zum „Advokaten von St. Peter" ausgezeichnet.

Zum ersten Mal feit langer Zeit sind franzö­sische Offiziere vom deutschen Kaiser einge­laden worden, der Berliner Parade beizuwohnen und Gäste deutscher Offiziere zu fein. Der französische General Bonnal und sein Adjutant Oberstleutnant Galtet waren dieser Ehre theilhaftig geworden. Bei einem Festmahle im Osfizierskasino des zweiten Garderegiments in Berlin hat der Kaiser diesem Er­eignisse einen Trinkspruch gewidmet, in dem er auf die Seltenheit des Ereignisses hinwies und gleichzeitig auf die Waffenbrüderschaft deutscher und französischer Soldaten in China. „Deutsche und französische Truppen haben zum ersten Mal Schulter an Schulter gegen einen gemeinsamen Feind in guter Waffen­brüderschaft und treuer Kameradschaft gekämpft" — so sprach der Kaiser und General Bonnal hat sich einem Vertreter des Pariser ,Figaro' gegenüber sehr befriedigend ausgesprochen über die „korrekte, ja mehr als korrekte Aufnahme", die ihm in Berlin zu Theil E »erben ist. Der französische General, ber Leiter

französischen Kriegsschule ist, würbe vor seiner' Heimreise vom Kaiser mit bem Kronenorben erster Klaffe, sein Adjutant mit der zweiten Klasse desselben Ordens ausgezeichnet.

Nicht minder erfreulich ist eine vom Kaiser sau- - .. . ---------------------

geordnete Maßregel für den Besuch französischer . Uand wiederholter Auseinandersetzungen gewesen. Offiziere in Elsaß-Lothringen: in der Er- *““* "**'**• .....x ““

theilung von Erlaubnißscheinen für solchen Besuch sollen fortan Erleichterungen eintreten. Diese Maß­regel hat in Paris denselben guten Eindruck hervor­gerufen, wie der liebenswürdige und ehrenvolle Empfang des Generals Bonnal in Berlin.

SrschetM täglich, «. Ausnahme der , @onn« und Seiet» I itage. BiertelMrl.

iMMMreü »hueBrmgeriohn und Bestellgeld in «ulda und auS- i»ärtSlÄ.b0Pf.

Aufs herzlichste ist in Berlin und Potsdam die jugendliche Königin WilhelminavonHolland mit ihrem Gatten, dem Prinzen Heinrich, empfangen worden. Drei Tage lang dauerte ber Aufenthalt der königlichen Gäste, und sie haben überall, wohin sie kamen, nur freundliche Gesichter gesehen und herzliches Willkommen gefunden. Der Empfang war kein künst­lich gemachter, das wird auch die jugendliche Königin der Niederlande empfunden haben; er war der lebhafte Ausdruck der aufrichtigen Gesinnungen der gefammten Bevölkerung ohne Unterschied. Bei dieser Gelegenheit hat auch der jugendliche Großherzog von Mecklenburg-Schwerin seinen Erstlingsbesuch am Kasserhofe gemacht.

Am 31. Mai hat in Mayenern schönen Rhein- >lanbe der katholische Lehrerverband des Deutschen Reiches seine Generalversammlung ab­gehalten. Durch den Abt Benzler vom Kloster Maria ^Laach sandte der Verband ein Huldigungstelegramm an den Kaiser, in dem er das Gelöbniß unwandel­barer Treue und das feierliche Versprechen ablegte, baß fei- e Mitglieder in ihrem Berufe als Volksschul- lehrer alle Kraft einsetzen würden, um die Jugend in ~ie»e und Treue zu Thron und Altar heranzubilden. Umgehend hat der Kaiser dem Abte von Maria Laach das nachfolgende Antworttelegramm zugehen lassen: „Ich habe mich gefreut, durch Ihre Ver­mittelung aus der ehrwürdigen Abtei Maria Laach «inen Huldigungsgruß zu erhallen und habe das Ge- lobnitz der katholischen Lehrerschaft, ihre ganze Krast daran zu setzen, die ihr anvertraute Jugend in Siebe und Treue zu Thron und Altar zu erziehen, mit Be­friedigung entgegen genommen. Ich danke Ihnen herzlich und ersuche Sie, den Betheiligten meinen 'königlichen Dank und mein Vertrauen zu ihrer ernsten und verantwortungsvollen Arbeit zum Ausdrucke zu bringen. Wilhelm R."

Graf Wilhelm von Bismarck, der jüngere der beiden Söhne des ersten Reichskanzlers, ist nach 'kurzem Leiden auf seinem Gute Barzin gestorben und ebenda am letzten Montag bestattet worden. Der Tod des Grasen hat allgemein überrascht, denn man hatte gar nichts vernommen von seiner Erkrankung. Auch Professor Schweninger, der nach Varzin berufen worden war, glaubte so wenig an das Vorhandensein emer Lebensgefahr, wie Graf Bismarck selbst; da machte unversehens ein Herzschlag dem Leben bes- sett en ein Ende. Der Verstorbene begann seine Be­amtenlaufbahn in Elsaß-Lothringen, wurde bann Hilfsarbeiter im Reichskanzleramte, Landrath in Hanau, Regierungspräsident in Hannover und 1895 Oberpräsident der Provinz Ostpreußen. Ueberaö, wo er thätig war, hat er sich Freunde erworben durch die Tüchtigkeit seiner Amtsführung und die Liebens­würdigkeit seines Auftretens. Er hinterläßt einen Sahn und drei Töchter. Aus Rücksicht auf biefen - Ä"f?ll 'st die Enthüllung des Bismarck-Denkmals 'n Berlin vom 3. auf den 16. Juni verschoben worden.

Das Centrum hat eines seiner thätigsten parla- anentarifchen Mitglieder durch den Tod verloren, Enlich den Abgeordneten Bender zu Vallendar am Nhem der im Reichstage den zweiten Koblenzer «rahlkreis vertrat. Der vom Leben Abberufene war «wer der pünktlichsten uyd fleißigsten Arbeiter im «eichstage, außerdem bei Freund und Gegner ohne ^"lerfchicd beliebt wegen feines liebenswürdigen und üets freundlichen Wesens. Zuletzt hat er in der Meinkommission des Reichstages mitgewirkt und nach ew. Abschlüsse der Arbeiten dieser Kommission die der einzelnen Mitglieder derselben zum B-i/n . de einer Ballade gemacht, die allgemeinen 1 Setön«. ?” Reichstage sand und große Fröhlichkeit

Sm bulgarischen Parlament werden böse Dinge verhandelt: Ministeranklagen. Die Minister Jvantschow ^und T onts che w haben im vergangenen Jahre alte deutsche Güter­wagen für die bulgarische Bahn zu einem Preife angekauft, der mindestens doppelt so hoch war, als er hätte fein sollen. Das Geschäft wurde durch einen Agenten Namens Weißenberg vermittelt. Wie­viel die Herren Minister für die Vermittelung des Geschäftes erhalten haben, entzieht sich der öffent­lichen Kenntniß. Sogar bem Fürsten Ferdinand wurde die Sache zu arg. In einem veröffentlichten Briefe schrieb er: „Ich erwarte, daß die Urheber dieser schmutzigen Geschichte, die dem Staate so große und überflüssige Opfer bereitet hat, ermittelt und exemplarisch bestraft werden."

Dem italienischen König ist eine Prin­zessin geboren worden. Einen Prinzen erwartete man. Aber da es nun eine Prinzessin ist, sind auch dieser die lebhaftesten Ovationen dargebracht worden. Der König von Italien, geboren am 11. November 1869, ist feit dem 24. Oktober 1896 vermählt mit der am 8. Januar 1873 geborenen Prinzessin von Montenegro. Das Haus Savoyen ist durch so viele Prinzen vertreten, daß auch das Ausbleiben eines männlichen Thronerben gar keine Verlegenheit Her­vorrufen würde. Der König hat aus Anlaß der Geburt feiner Tochter eine Amnestie gewährt für eine Reihe von Vergehen und Verbrechen.

In Spanien hören die Unruhen nicht auf. Der Schauplatz der neuesten Tumulte ist die Hafen­stadt C o r u n na, Hauptstadt der nordwestlichen Provinz Galizien. Die Unruhen begannen mit einem Ausstande ber Angestellten des Zollamtes; sie ührten zu blutigen Kämpfen zwischen den Aus- tänbigen unb ben Gendarmen, wobei mehrere ge- tödtet und viele verwundet wurden. Zahlreiche Arbeiter nahmen Partei für die Ausständigen. Schließlich ist die Ruhe gewaltsam durch die be­waffnete Macht wiederhergestellt worden. Es find gleichzeitig Gerüchte aufgetaucht von einem geplant gewesenen Anarchisten-Attentate gegen die Königin. Genaues darüber, ob die Gerüchte auf Wahrheit beruhen, ist indessen nicht bekannt geworden.

Das französische sogenannte Vereins« le s etz, b. h. also das Ausnahmegesetz gegen die kirchlichen Orden unb Genossenschaften, ist von ber Kommission des Senats durchberathen worden, ohne erheblich verändert zu werden. Nur empfiehlt die Kommission eine besondere Prüfung des acht­zehnten Paragraphen, der -von der V e r t h e i l u n g der Güter der geistlichen Genossenschaften handelt.

Die belgische Bürgergarde hat ein neues Beispiel von Meuterei in Antwerpen gegeben, die so schlimm war, daß die Polizei zum Schutz der Offiziere eingreifen mußte; unb ähnliche Ereig­nisse finb zu verzeichnen aus bem britischen Lager zu Schorucliffe, einer kleinen Kusten-

tinfpalltge Berit» »eile ober tnea Rauml5Pfg.,Re» Hamen die Petit» geile 25 Pfg.; bei Wederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt

inb

e ien I« tNa