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nnf AlnLerßattlmgs -Beilage „IKuffrirte Sonntags-Zeitung

M 127.

JuLöa, Mittwoch, den 5. Juni 1901

28. Jahrgang.

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lander und forderte zum Schluß feine Zuhörer

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^fsen ^jenes für ihn so bedeutungsvoll gewordenen

einen düstern Schein; denn schon begann im fernen Osten der Morgen zu grauen.

Tief betrübt, zerschmettert in seinem Gewissen, beschämt vor seiner eigenen Seele wankte der Graf nach Hause zurück, nicht um den müden Körper zur Ruhe zu legen, sondern um mit Sehnsucht die Stunde abzuwarten, wo er durch die Polizei Nach­forschungen anstellen konnte nach dem armen Kinde, das jetzt der Stachel seines Gewissens ge­worden. Auch den Behörden gelang es nicht, irgend eine Spur von dem gesuchten Kinde auf­zutreiben. Es ward nicht mehr gefunden.

Aber eine edle Seele, die in den Irrwegen des Lebens sich verloren hatte, ward wiederge­funden. Der Graf, in dem Innersten feiner Seele von dem Vorfall erschüttert, und von der Gnade Gottes ergriffen, verließ die Welt, um fortan sich und fein Leben Gott zu weihen.

Seinen Namen aber verewigt ein Asyl für

St. Kamillushaus.

zu Wrrden-Heidhausen a. d. Ruhr.

Der Orden bet KamiManer, dessen Mit­glieder aus Priestern und Laienbrüdern be­stehen, die sich alle vornehmlich der Kranken­pflege widmen, gründete im vorigen Jahre, an­geregt durch den Mäßigkeitsausschuß drS Cha- ritasverbandes für Westdeutschland, und unter« stützt von der geistlichen und weltlichen Obrig­keit, die erste Heilanstalt für alko,hol- kranke Männer in Deutschland.

Als solche verfolgt die Anstalt den Zweck, Männern alltt Stände, die vom AlkoholtSmus und drffen schädlichen Folgen frei werden wollen, hilfreiche Hand zu bieten, indem sie nicht nur durch streng durchzuführende abstinente Lebens-

P. Van Hecke, Missionar aus der Kongre­gation der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria, früherer Feldgeistlicher im Heere der Buren, hielt am 2, Juni d. I. vor dem kath Volksoerein zu Amsterdam eine Rede über seine Erfahrungen bei den Buren.

In der neuerrichteten Heilanstalt findet der Pensionär Alles vereinigt, was ihm den Aufent­halt tri derselben angenehm gestalten kann. Ge­legen inmitten schöner Tannenwaldungen und Parkanlagen, die zu den schönsten Soaziergängen entladen, erbaut auf freier, lustiger Höhe, welche den höchsten Punkt des Landkreises Effen bildet,

gestattet das St. Kamillushaus von jedem seiner Fenster aus die herrlichste Aussicht, sei es in das hochiomantische Ruhtttzal mit seinen lieblichen Seitenthälern, sei es in das bergische Land, sei es endlich bis in den westfälischen Jndustriebezirk einerseits und bis au die F ukhen des Rheines andererseits. Auch das Jmere des Hauses ist mit allem Komfqzt der N uze t ausgestattet. Das Erdgeschoß enthält gemeinsame SpeifesSle, Musik­zimmer, Lesesaal, Billardzimmer rc. Außerdem besitzt die Anstalt Badeeinrichtung, Gasbeleuchtung und Dampfheizung für das ganze Haus, Wasser­leitung rc.

seinen moralischen und körperlichen gesundheit­lichen Zustand einzureichen.

frrantasertU»: Für dir Redaktion Jo(. Sa km, k»» Jaftrak J. Parzelle» in Fulda.

Die Anstalt steht in unmittelbarer Verbindung mit der neben derselben erbauten und prächtig ausgestattelen Kirche» deren Emporen zur aus­schließlichen Benutzung für die Kranken der Heil-

□ Die Buren sind nicht katholiken- feindlich.

I diesen doch nur 200 Kinder katholischer Eltern. Der Pater bemerkte, daß die Katholiken in Transvaal mehr Freiheit genießen als in den englischen Kolonien und führte zur Bekräftigung unter anderem an, daß die Transvaal-Regierung ihnen kostenlos ein Stück Land überlassen habe, um auf demselben eins Kirche zu erbauen.

Als die Buren den Guerillakrieg begannen, hat Botha selbst dem Pater gerathen, nach Europa zurückzukehren. „Wij zullen uw reis betalen", hat er brigefügt, und Botha hat ihm auch die Reisekosten bezahlt. „Ja, die Buren sind von Natur sehr gut!» schloß der Pater.

Zuletzt erzählte er noch das eine und andere über die uauöthige harte Behandlung von

i Uhr, ige der ) höfl. m prä- scheinen md.

Auch muß «er schall beendigt werde zu Gunsten • - - 1 ber Buren.

Messieurs, faites le jeu! rief es, und ber Graf setzte seine Dublonen ein. Er halte „Glück" und gewann in kurzer Zeit eine hohe Summe. Doch bald kehrte das „Glück" ihm den Rücken, und noch schneller, als er gewonnen, hatte er alles wieder verloren. Die ganze Barschast, die er noch besaß, bestand in einigen hundert Franken. Er wagte einen Berzweiflungsstreich und warf sie hin. Der Bankhalter aber rief: le jeu est fait! und strich den ganzen Gewinn ein.

Langsam erhob sich der Graf, äußerlich schein­bar volle Selbstbeherrschung bewahrend. Als er aber der Ausgangsthür des Saales zuschritt, starrte ihm aus dem griffen Wandspiegel ein furchtbar verzerrtes, leichenblaffes Antlitz entgegen. Es war I sein eigenes. Mechanisch zog er in der Garderobe | seinen Ueberrock an, den ein Diener mit ver­schlafenem Gesicht ihm reichte. Er zündete sich eine Cigarre an; es war feine letzte. Einer von den Dienern zuckte bedenklich die Schulter und zwinkerte dem andern zu: „Hat wieder einen!"

In der That durchzogen schreckliche Gedanken das Gehirn des Grafen, und wenn nicht ein I schützender Engel Gottes eingriff, so konnte in einer Viertelstunde alles mit ihm vorüber sein. In trübes Sinnen versunken, schritt er dieselbe Treppe hinunter, auf welcher er gekommen. Sein Schritt war mehr ein Wanken, als ein Gehen zu nennen. Und so stieß er, ohne es zu merken, wiederum an das schlafende Kind, das er in den Aufregungen der eben verlebten Ereigniffe ganz vergessen hatte. Es lag noch in derselben Stellung ruhig athmend aus der Steintreppe, als ob es auf den weichsten Kiffen gebettet wäre. Er hatte offenbar ununterbrochen geschlafen, denn in der kleinen Hand lag noch unverändert das Goldstück, welches der Graf bei feinem Eintritte hineingelegt hatte.

Ein Gedanke, halb aus Aberglauben, halb aus Verzweiflung entsprungen, fuhr durch die Seele

! sich zumeist zum Zwecke der Unterhaltung, des Spieles, oft auch religiöser und politischer Um­triebe wegen zusammenfinden. Schon war er in ber Nähe bes hohen Gebäubes. Hellerleuchtete große Fenster warfen ihren Schein in ble dunkle Nacht hinaus, unb hin unb wieder sah man drinnen eine Gestalt in unklaren Umrissen an denselben' vorüberhuschen.

Graf X. . . trat raschen Schrittes in den hohen Thorbogen. Sei es, daß die Erinnerung des eben beendeten Schaustückes im Theater seine Phantasie noch erfüllte, sei es, daß die Wechsel­fälle des Spieles und die Aussicht auf die Mög­lichkeit eines hohen Gewinnes schon seine Seele umgaukelten — wir können nämlich hinzufügen, daß ein ziemlich leichtfertiges Leben und die sog. „noblen Passionen" die Kassen des Grafen er­schöpft und sein väterliches Erbe nahezu ver­schlungen hatten — der Graf schien ganz in Ge­danken versunken, arks denen er erst erwachte, als er beim Einbiegen auf die breite, mit Teppichen belegte Treppe, an einem Gegenstände stolperte. Es war ein kleines Mädchen, das vor Hunger und Ermüdung eingeschlafen, mit dem Köpfchen wider einen Pfeiler gelehnt, dasaß. Neben dem Kinde stand ein Körbchen mit welken Blumen. Das blaffe, magere Gesicht der schlummernden Kleinen zeigte Unschuld des Herzens und Elend des Lebens zum wehmuthstimmenden Bilde ver­eint. Von mitleidiger Rührung ergriffen, zog der Graf seine Börse hervor, entnahm ihr, ohne es näher zu besehen, ein Geldstück und steckte es der Kleinen in die mageren, gefallenen Händchen, die sie wie mechanisch schloß und etwas Unverständ­liches dazu murmelte. Es war ein Zwanzig- Frankenstück.

Der Graf ging weiter, und in wenigen Se­kunden befand er sich im großen, hellerleuchteten I Spielsaale. Solch ein Spielsaal, auch „Spiel­hölle" genannt, gleicht einem unheimlichen Abgrunde, der unter seiner glitzernden, schimmernden, gold­verheißenden Oberfläche Verzweiflung, Tod und Verderben birgt. Geh' nicht zu nahe hin, junger Mann, dem des Lebens Freuden winken, und den das Schicksal mit Glücksgütern gesegnet hat, sonst wird es von dir heißen: „Halb zog es ihn, halb sank er hin, da wars um ihn geschehen." Es herrschte dumpfe Stille in dem Saale. Man hörte nur das schrille Rusen der Spielleiter und das Rollen unb Klingen ber Gelbmünzen. Wer die Gesichter der Spielenden und Umherstehenden mit psychologischem Blicke betrachtete, konnte leicht alle Grade menschlicher Affekte, von der fieber­haftesten Hoffnung, bis zur dumpfesten Verzweif­lung hier beobachten. Wohl auch zuckte es aus dem einen ober anderen Gesichte wie Weiter- :

stch blickend, ob ihn niemand sähe, beugte er sich über das schlafende Kind, öffnete vorsichtig die kleine Hand und nahm das blitzende Goldstück zu sich. Die Leidenschaft des Spiels, die Gier nach Geld hatte die edle Regung von vorhin vernichtet.

Wohl war das Herz des Grafen nicht so ver­dorben, daß er nicht, von großen Gewinnen träumend, sich vorgenommen hätte, dem armen Kinde das Geraubte reichlich zu ersetzen. Wie ein Rasender eilte er in den Spielsaal zurück und warf das Geld auf den grünen Tisch. Er gewann. Er setzte wieder ein und gewann abermals. Das „Glück" war ihm so hold, daß er in weniger als einer Stunde eine verhältnißmäßig ungeheure Summe eingezogen hatte. „Armes Kind", sprach er zu sich selber, „nun sollst du reichlich ent­schädigt werden und dein ganzes Leben keinen Mangel mehr leiden." Mit auffallender Schnellig­keit eilte er auf und davon. Seine Spielgenossen schauten ihm verwundert nach und konnten sich sein Benehmen gar nicht erklären. Führt ja doch der Weg von den Spielhöllen, Theatern u. dgl. ge­wöhnlich nicht zu den Stätten des Elendes, um das Loos ber Selbenben zu erleichtern.

Mehr laufenb als gehend, war ber Graf ble Treppen hinabgeellt, um seinem im Grunbe gut­gesinnten unb wohlwollenben Herzen Genugthuung zu verschaffen unb bas, wie er sich nicht ohne Grunb sagen mußte, geraubte Geld zurückzugeben. Das arme Kind, welches für ihn zum Lebens­retter geworden, sollte zeitlebens glücklich fein. Er kam an die Ecke, wo er das Kind verlassen und — sie war leer. Er schaute sich um nach allen Richtungen, vermochte jedoch keine Spur von dem kleinen Mädchen zu entdecken. Er lief die nächste Straße entlang, wendete seine Blicke nach rechts und nach links, es war alles teer und tobten« stille, nur die nachtmüden Straßenlampen warfen

kraut, ' Essig- rchwei- i , Hä- j rdiuen »lkerei- ’ mpfiehlt;

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Nr. 2r

ISS, Nr. 4.

des Grafen. „Wie wäre es," sagte er sich fast schneller, als er es dachte, „wenn du mit diesem Geldstück, bas in ber Hand ber schlafenden Un­schuld geruht, dein Glück noch einmal versuchtest?» Und mit ber scheuen Miene eines Verbrechers um

P Van Hecke war den Burenkommandos im Herbst 1899 nach Natal gefolgt. In unge­künstelten Worten erzählte er, wie dieselben unter Abstngung von Psalmen und voll Muth in den Kampf zogen. Auf die Belagerung von Lady- smuh war der Pater jedoch nicht sehr gut zu sprechen. Er meinte, die Buren hätten die Stadt sehr leicht einnehmen können, hätten sie nur gleich Anfangs einen kräftigen Angriff ausgeführt. „Aber Joubert," sagte der Sprecher, „war viel zu alt und viel zu gut, um Krieg zu führen; er konnte es nicht mit ansehen, wenn ein Mensch getöbtet wurde." Voll Lob war er über die Tapferkeit unb den Unternehmungsgeist Bothas.

Die alten erprobten Soldaten Englands sind

leuchten, bas einen nahen, tödtlichen Schlag vor- rf»WHWl UV6t, , ausver kündigte. Armer Graf X., wie wirb es I atme Walsen, bas er gründete aus den Erträg- dir ergehen. niffen jenes für ibn fo bedeutunasvoll aemorbenen

u, See. !cht, str. Zecht m ttjesHe- Malta- 0.12. ff. jer Pfd.

Volf.

dir einspaltige Petit­zeile oder deren Raum 15 Pfg.,Re­klamen die Petit- zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewähr».

Irscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- unb Stier' tagt.»iertesiährl. K»,ug«prei» ohne Bringerlohn unb Bestellgeld in Rulba und au6- »ärtSlM.50Ps.

Mit kontagiösen ober psychischen Leiden be­haftete ober sittlich verkommene Kranke finden in der Anstalt keine Aufnahme.

Jeder Penstonär hat auf Ehrenwort zu ver­sprechen, daß et sich für die Dauer seines Aufent­haltes in der Anstalt sämmtlicher alkoholhaltiger Getränke enthalten und die Bestimmungen der Hausordnung gewiffenhaft befolgen will. Um ihm die Haltung deS erstgenannten Versprechens zu erleichtern, wird am Tage des Eintrittes mit­gebrachtes Geld dem geistlichen Leiter der Anstalt in Verwahrung gegeben.

Die Pensionäre des St. Kamillushauses gliedern sich in drei Klassen. Jeder Pensionär der 1. Kiaffe bewohnt in der 1. Etage zwei große und schön ausgestattete Zimmer. Für die 2. Klaffe ist die 2. Etage bestimmt, in der jedes der Zimmer, welche wie in ber 1. Etage be­schaffen ftiib, einen Pensionär aufnehmen soll. Die 3. Klaffe endlich bewohnt die 3. Etage.. „ , . - ------- — ö------

Dre Pensionäre dieser Klasse haben stch zur na? , Aussage des Paters sämmtlich ent- körperlichen Arbeit zu verpflichten; doch wird auch roe~E ^fallen, verwundet ober krank nach Europa für Pensionäre der beiden ersten Klaffen eine ge-1 ,

regelte, leichte körperliche Thätigkeit dringend ge­wünscht. Die Erträge dieser landwirthfchaftlichen und der sonstigen beruflichen Arbeiten kommen der Anstalt zugute.

Der Pensionspreis beträgt für die 1. Klaffe Mich 7 Mark; für die 2. Klaffe täglich 3,50 Mark; für die 3. Klaffe täglich 1,25 Mark. — Alkoholfreie Getränke sowie Arzneien rc. werden, ,,, - ■ - —

^tra berechnet. — Werden außergewöhnliche führte et an, daß stch in einer katho- “Mudje des Arztes ber Anstalt gewünscht, fo ist Men Schule 900 Kinder befinden und unter das ihm dafür zustehende Honorar von dem "" °nn »-"-'M, M

Krönten selbst zu entrichten. — Beim Eintritt ist der volle Pensionsbetrag für ein Vierteljahr unb bann jedesmal nach Verlauf von zwei Monaten öet Abtrag für das folgende Vierteljahr zu zahlen. »s..^-der Pensionär soll die nothwendigen für Sonn- und Werktag mit- Ä ebenso die nothwendlgs Leibwäsche.

Remigung der letzteren von der Anstalt Ed dafür Extravergütung ÄS T besondere Ansprüche verpflichte? iu sprechender Entschädigung.

M^ar verpflichtet sich schriftlich, e sechs Monate in oer Anstalt zu bleiben i

*, < <j**- Hausordnung in allen Thesien zu ,— ——7.ö. y»»» 'v^m»viuuu um

Wiederholte Uebertretung der Haus- durenfraueu und Butenkindern durch die Eng- e. § Entlassung au8 der Anstatt nach stch. I v ,-rdrrtr zum Schluß fr!«- Zuhörer eine?f Än iss d-r Anstalt soll den Charakter ft Herrn der Heerscharen zu bitten, auf S felbOÄIebenS tragen. Auch muß ' ™ h* <w“ “ -------------- ~

bie «n-^brständllch vorausgesetzt werden, daß

Son^ «nd^-iÄ psiichtgemäßen Gottesdienst an drlnaend a-D.besuchen. Außerdem wird an dem

un? an bem1 I „ Es war an einem kalten Herbsiabende bes

gebet sich betheiliger ferner * baß' ^^nd' Jahres 18 . ., als ein elegant gekleideter Herr

auch an Werktagen bem bl rCon ber italienischen Oper direkt dem Verfamrn-

und öfter die hl. Sakrament--8,« be$roo^en lungsorte eines adeligen Klubs znschritt. Solche

9 tttramente ^ps°''g-n. I Klubs, liebe Leser, sind Vereine von Herren, ble

zurückgekehrt. Die jetzt noch vorhandenen Truppen setzen sich aus Freiwilligen zusammen.

Sehr rühmte er das gute Herz und die GotteSsurcht der Buren. Die Buren, sagte P. Van Hecke, sind den Katholiken aünstig gesinnt. Sie gestatten ihnen alle Freiheit in Ausübung ihrer Religion, die Erbauung von Kirchen und Schulen und senden selbst ihre Kinder in die katholischen Schulen. Zum Be-

weife dieselben an völlig alkoholfreies Leben ge­wöhnen will zu ihrem leiblichen und g ästigen, r , -

Nutzm, sondern auch vor allem bestrebt ist, unter anstatt bestimmt sind. Da sich an dem KamiUus- d«m Segen Gottes durch Anwendung der ^fe eine Haltestelle ber elektrischen Straßenbahn Gnabenmitlel der hl. Kirche die sittliche Kraft - Elberfeld befindet, fo ist es von den ihrer Pensionäre zur endgiltigen Ueberwindung I Laoten Essen, Düsseldorf, Elberfeld auf bequeme ihres Fehlers zu heben. " Weise und in kurzer Zeit zu erreichen. Die Lage,

Die Anstalt soll ein Kurhaus fein int wirk- Errichtung und Verwaltung der neu erbauten lichen Sinne des Wortes. Wenn nicht besondere katholischen Heilanstalt für alkoholkranke Gründe unb Umstände es erheischen, wird keinem Enner in Deutschland berechtigen zu der An- Kranken der freie Ausgang aus der Anstalt ver- "ahme, daß sie dem wohlthätigen Zwecke, dem wehrt sein. Es wirb aber vorausgesetzt, daß ”e dienen soll, bestmöglichst entsprechen wird, jeder Pensionär den ernsten Willen Hube, sich Anfragen und Anmeldungen sind an den vor einer Neigung, die sein ganzes Lebensglück Präfekten des St. Kamillushauses in Werden- zu zerstören droht, frei zu machen und deshalb | Hemhausen a. d. Ruhr zu richten, gerne bie Opfer oringe, welche die Hausregel zu feinem eigenen Besten von ihm fordern muß.

Jeber Pensionär hat vor der Aufnahme ein beglaubigtes Zmgniß über feine Personalität unb

Marktberichte.

I yIrankfrreta.M.,3.Juni. (Getreidemarkt« bericht, mitgecheilt von Joseph Strauß, Agent, der sich bei An-und Berkäusen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Gegend 17.75-18.00 Mk., Weizen frei hier (kurhesstscher) 18.00 Mk., Weizen, La Plata und Kansas (kleberreicher Weizen) 17.75 bis 18.00 Mark, Red- winter und russische Sorten (kleberreicher Weizen) 17.75 biS 18.00 Mark, Roggen, hiesiger zirka 15.00 bis 00.00 Mark, Braugerste Wetterauer (gelb gunb unegal) 16.50 Mark, Braugerste, Franken

(Ochsenfurter Gau) 17.50 -17.75 Mark, Braugerste, Pfälzer u. Ried 17.50-17.75 Mk. Hafer (je nach Qual, exquif. 25 bis 50 Pf. über Notiz) 14.50—15.00 Mark, Mais (gesundes Mxed) per März und April ca. 11.75-00.00 Mark; Weizenkleie 9.75-50.00 Mk., Roggenkleie ca. 10.00 bis 10.25 M., Malzkeime 9.75—10.00 M., getr. Biertreber 10.E0—10.75 Mark, Spelzenspreu per Gentner zirka 2.00 Mark; Haferhülsen 0.00- 0.00 Mark per Gentner; Heu (je nach Qual.) pr. Ctr. 0.00—0.00 Mark, Roggen­stroh (Handdrusch) 0.00- 0.00 Mk., Weizenstroh (ge­preßt) 0.00 Mk. pr. Ctr.; Weizenmehl (autom.) Nr. 0 25.50—26.00 Mk., Weizenmehl Nr.I 28.50 bis 24.00 Mk., Weizenmehl Nr in 21.50—22.00 Mk., Weizenmehl (exquis. Qual.) pr. Sack 1.50—2.00 M. über Notiz, Roggenmehl 0 22.50 bis 23.50 Mk., Roggenmehl 0/11.25 bis 1.50 Mk. darunter; Torsstreu 1.25 Mk. per Gentner. Dre Prerse verstehen stch per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stattonen bei mindestens 10,000 klwgramm.

, Weizen, daS Geschäft trat aus seiner nunmehr bereits habituellen Leblofigkeit auch heute nicht heraus. Roggen schwächte stch die Tender z etwas ab. Gerste kamen uns Umsätze nicht zu Ohre». Hafer begegnete wrtgesetzt guter Bedarfsfrage. Mais bei normalem Konsumverkehr keine Preisveränderung. Sonstige Futter­stoffe decken die Ankünfte den Bedarf reichlich. Mehl hatte befriedigendes Geschäft bei voll behaupteten Preisen.

Nermifchtes.

* Straßenscene. Betteljunge: „Ach, lieber Herr, schenken Sie mir doch eene Kleinigkeit, Vater und Mutter sind tobt unb haben nichts zu effen." --- Herr: »Aber, mein Kind, wenn sie tobt find, brauchen sie doch auch nichts!" — Betteljunge: „Das habe ich ja Muttern ooch gesagt, aber fe wollt'» nich glooben!"

* Das beglückende Händchen. Pantoffelheld (der von seinem Weibe eine Maulschelle erhalten): „Und um d i e Hand habe ich Esel einst gebettelt 1"

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