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JuL^öa, Mittwoch, den 5. Juni 1901.
28. Jahrgang.
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Stunde zurückblicken und Rang und Reichthum für diese friedliche Ruhe dahin geben würde.
Als die beiden Mädchen zu der Frühstücks« stunde in das Hau« zurückkehrten, fanden sie ihre Mutter mit bleicher, verstörter Miene am Tische sitzend; zwei geöffnete Briefe lagen vor ihr. „Mama," rief Klara erschrocken, „waSistpasstrt? Hast Du schlimme Nachrichten erhalten?" 1
„Nein, mein Kind, aber mir scheint, als ob die Tobten auferstanden wären. Ich bin so verwirrt, ich kann es Euch noch nicht erklären."
Mit liebevoller Sorge bereitete Klara den
Heidelberger Minister-Berathung, in der auf des preußischen Finanzministers Miquel Betreiben die Finanzminister der einzelnen Bundesstaaten über die sogen. Reichs-Finanzreform sich einigten und sogar die Dringlichkeit derselben in lebhafter Form hersorhoben. Der Reichstag wollte von der Dring, lichkeu nichts höre» und am Ende von der ganzen angeblichen „Reform" nichts wiffen, und ,o ist es denn die 8 Jahre hindurch auch ohne eine solche „Reform" gegangen. Es ist schwer, daran zu glauben, daß eine Mehrheit des Reichstages sich finden sollte, die das annähme, waS der Reichstag damals mit starker Stimmenmehrheit verwarf; das ist indeffen eine Sache für sich und gehört nicht in den Rahmen dieserBetrachtungen hinein.
Wunderlich klingt die von einigen Freihändler« Blättern ausgesprochene Vermuthung, die Minister- Berat hung bedeute ein Entgegenkommen der verbündeten Regierungen in dem Sinne einer freihändlerische» SinneSwandlung. Gerade in Süddeutschland wird ja der Gedanke noch viel
So sehr zu bedauern ist, daß die ganze An- gelegenheit augenscheinlich noch immer in dem Zustande der ersten Entwickelung sich befindet, verdient doch die Art und Weise dieser Be- rathuvg lobende Anerkennung. Dir einzelnen deutschen Bundesstaaten haben ein gutes Recht daran, durch ihre Vertreter bei der Ausarbeitung so wichtiger Gesetzentwürfe rnitzu- wrrken; deswegen bedeutet diese vom Reichs- i ranjler zusammenberufene Ministerberathung ein Entgegenkommen des Kanzlers im dem Smne dieses Rechtes und der entsprechenden Wünsche, eine Entkräftung des Vorwurfes, daß I
bea Doppeltarifs aufgebaut wurde; daß es als Gegenstück aber auch einen anderen Entwurf gebe, in dem auch nicht ein einziger Doppeltarifposten enthalten fei.
„Als ihr noch Kinder wäret," fuhr Frau Donovan fort, „erzählte ich Euch oft von meinem einzigen Bruder, Eurem Datei Albert, der bei einem Schiffbruch um's Leben gekommen war. Ich glaubte dies wenigstens seit mehr als zwanzig Jahren, aber ich irrte mich — dieser Brief ist von ihm. Er wurde damals gerettet und begab sich nach Indien."
„Ich weiß es nicht, Kinder, ich kann eS mir selbst nicht erklären. Er hat Indien verlaffen und weilt jetzt in London. Er schreibt, er habe
„Und warum schrieb er die ganze Zeit nicht an Dich, Mama?" fragte Klara.
immer verstört auf chre beiden Töchter.
„Mir ist, al» hätte ich einen Geist gesehen," sagte sie. „Von wem glaubt Ihr, daß dieser Brief kommt?"
• §i- AglkSonfer-nz soll nach der Meldung eine« politischen Berichterstatters ausschließlich
in all seinen Unternehmungen Glück gehabt und kehre als Millionär in die Heimath zurück."
Ein wunderbarer Strahl brach aus Miriam's Augen, während ihre Mutter fortfuhr: „Mein Stuber steht allein in der Welt, er wünscht unS ÄS seine Familie zu adoptiren."
Ein minutenlanges Schweigen trat ein. Klara sah bleich und bestürzt auS, sie dachte, um Rudolfs willen sei diese Nachricht nicht gut zu nennen — Miriam vergaß feiner vollständig.
„Mama! o Mama!" rief sie in einem GlückS- rausly, „also werden wir doch noch reich werden — alle meine Träume werden in Erfüllung gehen!"
„Von wem ist der zwette Brief?" fragte Klara.
„Von dem Anwalt, der früher Sir Hugo'S Angelegenhetten besorgte. Mein Bruder wandte sich an ihn, um meine Adreffe zu erfahren."
Die wunderbare Neuigkeit hatte Allen den Appettt zum Frühstück verdorben. Miriam schwelgte bereits in künfttgen Triumphen, Klara fragte sich wie bei jedem Vorfall: „Wie wird das Rudolf berühren?"
Als der Tisch abgeräumt war, setzte Frau Donovan sich nieder, um ihres Bruder» Brief zu beantworten. Die Gegenwart verschwand für sie während deS Schreibens, sie erinnerte sich nur der Zeit, da sie beide hilflose Kinder waren und in ihrer gegenseitigen Liebe den einzigen Trost fanden; sie gedachte der Trauer und Verlaffen« beit, welche nach Rudolfs Verlust ihr Loos gewesen ; sie schrieb ihm, als ob er noch der gleiche gutherzige, junge Bruder sei, von dem sie sich
schütz zu gewähren sei; wie sollten die süddeutschen Minister gerade dazu kommen, dem Reichskanzler Rathschläge im Sinne des Freihandels zu geben? Das ist ganz und gar nicht anzunehmen.
Sie konnten eS nicht erraihen und ihre Aufregung nahm zu.
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fir Jekrato X PargrlUf in Salta.
Erscheint täglich, gt. Ausnahme der Sona- und Feier- -tagt. Bierteljährl. prri, ohnevnngerlohn tmb Bestellgeld in Sutba und aus» wSrtSlMSOPs.
heilen in bei ikorn tu ischloffene gung.
Deutsches Keich.
Berlin, dm 4. Juni.
Zwei Winge.
Frei nach dem Englischen von «. Mtchola.
------ (Nachdruck verboten.)
10. Kapitel.
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Man hat die Besprechung, zu der der Reichskanzler die Minister einer Reihe deutscher Bundesstaaten nach Berlin eingeladen hat, mit dem Namen der Zollkonferenz bezeichnet. Jn- deffen niemals ist eine irgendwie zuverlässige . ,, _________________o
Meldung über das Programm dieser Be« die Reichsgesetze nur in Preußen und' von fprechung an die Oeffentlichkeit gedrungen. Es Preußen gemacht würden. Aber höchst wahrhandelt sich nur um die unwidersprochen gr- scheinlich würde die Angelegenheit schon weiter bliebene Vermuthung, daß der Hauptgegenstand gediehen sein, wenn der Reichskanzler eher zu der Berathungen die Gestaltung des neuen dieser Ministerberathung eingeladsn hätte • und Zolltarifs ist; und aus den bekannten man kann nicht einsehen, warum das nicht schon Aeußerungen des württembergischen Finanz« aanz erheblich früher hätte geschehen Ministers in der Abgeordnetenkammer zu Statt- können. Uebrigens ist die Erinnerung daran gart hat man den Schluß gezogen, daß auch die nicht überflüffig, daß vor zehn Jahren zur sogenannte Finanzreform eine bedeutsame Vorbereitung der Handelsverträge mit-Italien Rolle dabei spiele. Mehr zu vermuthen hat man Lunb Oesterreich-Ungarn eine entsprechende Be- keine Beranlaffung. rathung unter dem Vorsitze des bayerischen
Mehrfach ist ferner die Annahme in der Finanzministers in München abgehalten wurde. Preffe laut geworden, diese sogenannte Zoll- Man kann nur wünschen, daß dieser Brauch konferenz solle dem neuen Zolltarifentwurfe die dauernd und in häufiger Wiederholung sich verletzte Gestalt geben. Nach allen voraus- 6 ärgern möge.
gegangenen Blättermeldungen aber konnte man Dir letzte Minister.Zusammenkunft dieser Art schon selbst auf den Gedanken kommen, daß auch liegt bereits recht weit hinter uns. Das war die diese Annahme auf irriger Grundlage beruhe. " Nun wird von einer Seite, die man als glaubwürdig betrachten kann, ausdrücklich darauf hin- gewiesen, daß die Zolltarifangelegenheit noch nicht endgiltig spruchreif fei. Man ersteht das außerdem aus der äußern Form der Veranstaltung. Wenn die Dinge schon so weit gediehen wären, bann würde bereits die Gesummt- Hell des Bnndesrathes diejenige gesetzgebende Körperschaft sein, die sich mit dem Entwürfe be- faffen könnte. Leider aber ist es noch lange nicht so weit, obwohl die Thronrede bei der Eröffnung des Reichstages im November des Vorjahres die Be- rathung der Zollvorlage durch den Bundesrath bereits für den verflossenen Winter ankündigte. Da jetzt der Reichskanzler nur einen Theil der Minister -er Bundesstaaten zur Theilnahme an der Besprechung aufgefordert hat, kann es sich ja gar nicht um etwas Anderes als um eine Vorbesprechung handeln, und man kann nur den
einen Wunsch und die eine Hoffnung hegen, daß,-------------------- we,cvulil6 llvu, ulct
nunmehr endlich aus dieser Ministerberathung als lebhafter als in Norddeutschland befürwortet, daß fertiges Ganze die grundsätzlichen Grundlagen der Landwirthschaft ein ausreichend höherer Zoll, hervorgehen werden, auf denen der Entwurf nun 1 * * * -------------* ~ -
einmal wirklich aufgebaut werden kann — nämlich der Entwurf, der nachher dem BundeSrathe und später dem Reichstage zur weitem Berathung vorgelegt werden soll. An allerhand Entwürfen hat es wahrend der letzten Monate nicht gefehlt.
Aber sie konnten noch niemals die Billigung aller maßgebenden Stellen finden. So las man erst während der letzten Tage in einer Darlegung, die aus amtlicher Quelle stammte, daß ein Entwurf vorhanden fei, der vollständig nach dem System
vor mehr als zwanzig Jahren getrennt. Sie erzählte ihm von ihrer kurzen, glückliche» Ehe, von ihren Kindern, die ihr ganzes Glück aus- machten, von ihrem einfachen Heim inmitten einer herrlichen Natur, von ihren beschränkten Mitteln, die sie nöthigten, ein stilles, zurückgezogenes Lebe» zu führen. Dann hieß sie ihn mit solch herzlichen, liebevollen Worten tn der Heimath willkommen, daß Albert beim Lesen derselben seine Augen feucht werden fühlte.
„Das darf sie nicht wieder thun," fazte er, den Brief zusammen faltend. „Mein Herz ist kalt und hart geworden und so soll es bleiben.“
So erhielt denn Frau Donovan als Antwort nur einen kurzen, flüchtigen Brief mit der Mit- theilung, daß ihr Bruder wegen Ankaufs eines Landsitzes in Unterhandlung stehe, aber in etwa zehn Tagen in Leadale einzutreffen hoffe.
„In zehn Tagen," sagte Frau Donovan, „mir ist, als ob ich träume. Ich kann es mir nicht vorstellen, daß ich in zrh» Tagen meinen so lange tobt geglaubten Bruder wiedersehen soll."
Miriam seufzte tief auf. „Gott fei Dank, daß unsere Verbannung beendigt ist! Wenn Onkel Albert einen Landsitz kauft, Mama, werden wir wohl gleich bei ihm wohnen sollen. Welches Glück, endlich von Leadale fort zu kommen, ich habe für mein ganzes Leben Ruhe genug gehabt!"
Die nächsten Tagen vergingen den Bewohnern des Epheuhauses wie ein Traum. Miriam war zu keiner Arbeit fähig; rastlos wanderte sie von Zimmer zu Zimmer und fragte sich, ob sie wohl Gnade finden werde vor ihres Onkels Augen. Klara war traurig; ihr hübsches, einfaches Heim
I dem Zolltarif-Entwurf gewidmet fein. Nach dieser Meldung soll es sich dabei um die Hitze der Minimalsätze und um die Jchustriezölle handeln. Da« könnte richtig sein; denn die sogenannte Reichs- finanzreforrn hat ja ohnehin keine Aussicht au: eine Mehrheit im Reichstage. Aber es fehlt jegliche zuverlässige Kontrolle über die Richtigkeit der Meldung.
0 I«m rarrdwirMchafttiHer, Aottzstaud. Der Reichskanzler Graf Bülow hat in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident die Minister deS Innern, der Landwirthschaft und der Finanzen darum ersucht, alsbald eine ge« meinfame Bereisung der gefährdeten Bezirke vor- zunehmen.
X Neöersparrnle Köpfe. Die moderne Frauenbewegung hat vieles Berechtigte an sich. Leider thun die sogenannten Führerinnen dieser Frauenrechtlerbewegung alles Mögliche, um die Sache, der sie angeblich dienen wollen, ins Lächerliche zu ziehen ober gar verhaßt zu machen. Dazu trägt sehr viel die alberne Sucht bei, ^ich in alle, aber auch alle Dinge einzumischen; und jetzt ist sogar der Chinafeldzug zum Gegenstände einer Kundgebung von dreien dieser sogenannten Frauenrechtlerinnen gemacht worben. Was geht der Chinaftldzug die Frauenrechte an? In China sollen angeblich chinesische Frauen massenhaft der Rohheit deutscher Soldaten zum Opfer gefallen sein, und so haben sich drei dieser Damen berufen gefühlt, den preußischen Kriegsminister in einer besondern Eingabe darum zu ersuchen, „auf Grund genauester Nachforschung entweder da» tief erschütterte Zutrauen weiter Bevölkerungskreise zu der Haltung unserer Truppen wieder herzustellen, ober die etwa begangenen Verbrechen burch strengste Ahndung zu sühnen". Die berühmten Hunnen- briefe spuken augenscheinlich in den Köpfen der geehrten drei Damen, deren Namen zu ihrer größern Ehre nicht vergessen werden dürfen. Es sind Fräulein Dr. Anita AugSpurg, Frau Minna Cauer und Fräulein Lida Gustav- Hey mann, die sich berechtigt halten, den deutschen Söhnen, die sich soeben zur Heimkehr au« China nach Deutschland anschicken, „Brutalität und Ehrlosigkeit" vorzuwerfen. Sie warnen förmlich vor den deutschen Soldaten, die aus China heimkehren, als vor Menschen, die wegen ihrer Schand- thaten gegen da» weibliche Geschlecht in» Zuchthaus gehören sollen, ohne auch nur einen Augenblick darüber nachzudenken, daß derartige Rohheiten, wenn sie in China begangen wurden, doch nicht gerade von den deutschen Soldaten begangen zu sein brauchen. Außerdem ist es eine wundersame Auffassung von den Einrichtungen bei der deutschen Heeresverwaltung, daß diese erst von den drei genannten Damen aus ihre Pflicht aufmerksam gemacht werden müßte. Die sogenannten Hunnenbriefe haben sich fast durchweg als Schwindel erwiesen, und außerdem weiß man ganz genau aus bestimmten Einzelfällen, daß unter den deutschen Soldaten in China stets aller- strengste Feldjustiz geübt worden ist. Wenn der preußische Kriegsminister den Damen ein recht kräftiges Licht aussteckt in seinem Bescheide, wird et die überwältigende Mehrheit de« Volkes auf seiner Seite haben.
+ Gegenüber mehreren Blättern, welche die Mittheilung Über die Zulassung der Adi-
Anderthalb Jahre waren vergangen, seitdem Rudolf von Miriam daS Versprechen erhalten, Das ihr nun so schwer aus dem Herzen lag. Ihre wunderbare Schönheit entwickelte stch mit jedem ihre bewußt und | Win ueuevouer eorge oereuttk Klara den
frkbent ^8 * * immer düsterer und unzu« Thee für ihre Mutter und überredete sie, sich Sorge^nd es mit banget daran ju erquicken. Bald kehrte ein wenig Farbe
kehre fft sehnlichft, daß Rudolf zurück- tn das bleiche Gesicht zurück, aber sie blickte noch «rtnÄ*. i ^hoffte von seiner Gegenwart ein 11-------—c " ' -,c — - ■
°"-n Gefühle bei Miriam, aber
.(Mte Ftt-* iH ^rer ih» an ihre st-r^^MargenS begaben sich die beiden Schwe- °rt 'n den Garten. Klaraliebte 2' n»tr.5?en Tagesstunden in der schönen Natur “2 ”***” fte «uf gtaen StP’ «. «anzliche Gleichgiltigkeit
& a£Äm0'-^s & * stch ihrer bemächtigt;
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So»^«E>^-n?Eiligen Ruhe dieses herrlichen volle ®tunb?ens ~ä e8 ”?at ^e letzte ftiedenS- Xtiumpbe "leben sollte. Glänzende
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Lest sollte tmZ' root f£ nahegerückt, aber die, 1 8 fonunen' wo sie sehnsüchtig auf diese
mif Nnterfiaktungs Meitage „Zflustrirte Sonntags-Zeitung"
tudenten der HSerreakschnke« zum Studium der Medizin anzweifeln, erklärt die ,Nattonal-Ztg.' wiederholt auf das bestimmteste, daß die Abiturienten der Oberrealschulen unter der Bedingung einer ErgSnzungSprÜfung im Lateinischen zum Studium der Medizin zu» gelaffen werden sollen.
* Die prMchische Aerrtrak- Heuosseu- fchaftskasse versendet soeben ihren sechsten Geschäftsbericht für dasEtatSjahr 1900/1. Nach demselben hat sich der Gesammtumsatz der Kaffe von 3,361,478,343,41 Mark im Vorjahre auf 4.010,245.360,10 Mack in 1900 gehoben. Während 1899 bei dem gleichen Grundkapital (von 50 Millionen Mark) ein Bruttogewinn von 2,265,030,29 — 4,53 pCt. des Grundkapitals erzielt wurde, belief sich dieser im vergangenen Jahre auf 2,316,977,05 Mark = 4,63 deS Grundkapitals. Der Nettogewinn stieg von 2,064,685,25 Mk. (4,13 pCt.) auf 2,093,288,58 Mark (4,18 pCt.), beim Bruttogewinn ist aber ebensowenig wie beim Nettogewinn der Gewinn resp. Verlust auf die eigenen Werthpapiere mit berechnet. Zum ersten Male feit Bestehen der Kaffe konnte die volle gesetzlich festgelegte dreiprozentige Verzinsung des Grundkavitals an die Staatskasse abgeführt werden, während in den Jahren 1898 und 1899 erhebliche Koursverluste an den eigenen Werthpapieren (preußische und deutsche Reichsanleihen, landwirthschaftliche Pfandbriefe) dies unmöglich machten. Von welch' enormer Bedeutung die sogenannte „Preußen-Kasse" allmählich geworden ist, ergibt stch aus der Thatsache, daß dieselbe im Jahre 1900 mit 50 Vereinigungen und Verbandskassen eingetragener Erwerbs- und Wirth- schaftsgenoffenschafte», 6 landschaftlichen Dar- lehnskaffen, 281 öffentlichen Spar- und Kommunalkaffen und 117 einzelnen Personen und 125 öffentlichen Kaffen verschiedener Art in Verbindung stand. Ihren Zweck, den genoffen- schaftlichen personellen Betriebskredit zu fördert!, hat die Kaff« also in reichlichem Maße erfüllt. Zum Schluffe »och die Bemerkung, daß der Gewinn der Kaffe zum allergrößten Theile aus dem Diskont- und Zinsgeschäft erzielt wurde. Der Diskontgewinn betrug 1,053,966.76 Mrrk. der Zinsgewinn 1 235,588.69 Mark. Au P-ovifionen für Börfenausiräge wurden 26,763.50 Mark, auf die eigenen Werthpapiere 211,237.44 Mark gewonnen.
X Die Keil0eH»ndknng durch die In- vatideuverstchernn-aaustatte« nimmt erfreu» icher Weise immer mehr zu. Nach den Mitthellungen des Reich-velsicherungsamtS sind bei allen Versicherungsanstalten im Jahre 1899 nSgefammt 20 039 Personen mit einem ! kostenauswande von 4056975,19 Mark in Heilbehandlung genommen worden. Zu den 20039 im Jahre 1899 Behandelten gehören 6032 wegen Lungentuberkulose ständig rehandelte Männer, sowie 1666 lungentuberlu» ofe Frauen. Zweifellos läßt die Übernahme des Heilverfahrens durch die Versicherungs» anfialten sich auch noch ganz bedeutend erweitern. Ein Uebelftanb ist nut noch, daß die Familie, wenn der Ernährer eine solche Kur durchmacht, u mangelhaft unterstützt wird. Es muß dahin gestrebt werden, daß diese Familien daS
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