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MdaerMZeitung

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Jutöa, Montag, den 3. Juni 1901.

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-rrugoprei« vhne Bringerlohn und Bestellgeld in «ulda und aus» värtSlM.öOPf.

neue Jahr anbrach, fühlte sie sich von einer leisen Ungeduld erfaßt. Die Diamanten, die ihr stolzes Haupt schmücken sollten, blieben lange

Wangen, als sie diese Worte hörte. Konnte es fein? War die Zeit für Juwelen, für Luxus und Reichthum endlich gekommen?

„Sie haben Recht, Klara," bestätigte Rudolf strahlend, „ich bringe wirklich gute Nachrichten." Die beiden Mädchen traten an feine Seite, während er den Brief vorlas, in welchem Lord Norton auf die höflichste Weife um feinen Besuch bat. Er wünsche wegen seines Bildes mit ihm zu sprechen und ihm einen Auftrag zu et teilen, falls er Muße habe, denselben auszuführen.

„Dies ist der erste Schritt zum Reichthum, Miriam," sagte Rudolf, „ich wußte, meine „Un­gekrönte Königin" würde alle Herzen gewinnen, wie sie das meine gewonnen."

Aber Miriam antwortete nichts, ihr schönes Antlitz war von ihm abgewandt.

„Gute Nachricht über das Bild!" rief Klara bei seinem Näherkommen, „ich lese es in Rudolfs Gesicht." Eine hohe Röthe färbte Miriam's

Am nächsten Morgen eilte Rudolf mit ge­flügelten Schritten durch den Wald, dem Epheu-

„Jch möchte wissen, ob dies nach einem l-benden Modell gemalt ist," bemerkte Lord Norton.

drängte sich stets eine bewundernde Menge; alle waren entzückt von dem herrlichen Kolorit, der vollendeten Zartheit der Ausführung und der Lieblichkeit der Darstellung; selbst die strengsten Kunstkritiker hatten hierfür nur uneingeschränktes Lob. Es war der zwei e Tag der Ausstellung, und die Säle waren überfüllt. Vor Rudolfs Meisterwerk stand eine Gruppe von Herren, darunter Lord Norton, der Löwe der Saison. Er blätterte in dem Katalog und murmelte vor ______ ...........7 ________,_____ vii

stch hm: Nr. 37 „Eine ungekrönte Königin" I Haus zu. Er trug einen Brief in der Hand^und von Rudolf Blanche; welch' seltsamer Name für seine Miene drückte Glück und Befriedigung aus. ein Bild!" Dann haftete fein Auge wieder un»1 'a-1- -,it— «■— m>«-

verwandt auf dem wunderbaren Gemälde.

I breitet werden? Die Motivirung >es Antrages geht dabei von der Thatsache aus, daß durch den Norddeutschen Lloyd in Bremen die Schiff­fahrt auf dem Dang tse kiang in ganz hervor­ragendem Maße der deutschen Flagge zugeführt worden ist. Der Norddeutsche Lloyd läßt be­kanntlich bereits jetzt zweimal wöchentlich int Anschluß an seine ostasiatische Reichspostlinie Dampfer von Shanghai bis Han kow laufen und dehnt die Schifffahrt bis Chung king, etwa 1200 englische Meilen von der Küste entfernt, aus. Im Zusammenbange damit steht die Auf­nahme der Küstenschifffahrt in Hinterindien und zwischen Hindertndien und Shanghai sowie an der chinesischen Küste durch den Bremer Lloyd; ferner die Aufnahme der Schifffahrt nach den Philippinen, den Karolinen, dem deutschen Schutzgebiete der Südsee und die Verbindung von Hongkong mit Australien. Es ist damit ein ganz außerordentliches Netz von Linien ge­schaffen, welche unter der Flagge des Nord­deutschen Lloyd den deutschen Jntereffen im ge­summten Osten dienstbar sind.

* Angesichts der bevorstehenden IkückkeHr der Hauptmacht unser in China weilen­den Landtruppen und Seesoldaten werden folgende Angaben interesstren: Nachdem, die Dampfer „Kiautschau", „Stuttgart" und „Witte­kind" über 800 kriegsunbrauchbare Offiziere und Mannschaften der Heimath zugeführt haben, stehen im Ganzen noch kaum 22000 Mann auf chinesischem Boden. Die Truppen setzen sich aus folgenden Formationen zusammen: 3 Infanterie- brigaden und 3 Seebataillonen, im Ganzen 15 Bataillonen, 1 Reiterregiment zu vier Schwa­dronen, 8 fahrenden, 1 Feldhaubitz-, 1 Gebirgs- und 2 schweren Batterien, im Ganzen 12 Batterien mit 68 Geschützen, einem Pionier­bataillon, einem Eisenbahnbataillon, dazu Ma- nitions- und Prooiantkolonnen, Pferdedepot,. Feldbäckerei, Sanitätskompapnie. Von diesen Truppen bleiben in Nordchina rund 3500 Mann und in Tsingtau das dritte Seebataillon zurück. Da allen Anzeichen nach im Jangtse- gebiet, das noch einer scharfen Ueberwachung bedarf, außer den Kriegsschiffen ein starkes Detachement Infanterie auch fernerhin stationirt wird — seit der Ankunft des zweiten Expeditions- korps lagen ständig in Shanghai 400 Mann, — so ergibt sich für China ein künftiger Truppen, bestand von 5400 Mann.

* Die de«tfche Marine zählt nach der so- eben erschienenen Rangliste für 1901 2 Admirale, 7 Vizeadmirale, 12 Kontreadmirale, 54 Kapitäns zur See, 22 Fregattenkapitäns, 86 Korvetten- kapitänS, 209 KapitäileutnantS, 324 Oberleut­nants, 133 Leutnants zur See, 424 Fähnriche und 211 Seekadetten. Zäqlt man der Gesammt- zahl 1484 noch 539 Offiziere usw. des Beur­laubtenstandes hinzu, so erhalten wir die statt- liche Zahl von 2023, mit der bei einer Mobil­machung für Besetzung von Osfizierstellen ge- rechnet werden kann. Die Zahl der Fähnriche ist von 227 im vorigen Jahre bis auf 424 ge- stiegen. Im Gegensätze zu den Avancements- verhältniffen in der Armee fallt die lange Reihe von Jahren auf, in denen die Kapitäns zur See in dieser Charge verbleiben. Der älteste ist bereits über acht Jahre in seiner Stellung;

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<* Konservativ oder liberal?

In den Betrachtungen der Preffe über den Wahlausfall in dem pommerischen Wahlkreise Grimmen-Greifswald ist, wie bekannt, auch auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht worden, daß viele Leute deswegen liberal anstatt, wie bisher, konservativ wählten, weil sie annahmen, der Kurs , der Regierung werde fortan liberales Fahrwasser aufsuchen. Eine solche Annahme liegt durchaus nahe, ganz abgesehen davon, daß mehrere Zeitungen versichern, die Wahrheit dieser Voraussetzung sei ihnen aus dem Wahlkreise selbst bestätigt worden; und es liegt darin auch gar nicht eine Selbstoerspottung der Konservativen, wie einige nationalliberale Blätter meinten. Die leidige Thatsache ist doch sattsam bekannt, daß es in Deutschland genau so wie in allen anderen Ländern sehr viele politische Wetterfahnen gibt, die sich mit dem Winde drehen, wie er nun gerade von oben her weht; und gerade die nationalliberale Partei hat die Wahrheit dieser bedauerlichen Thatsache am eignen Leibe erfahren müssen, als sie vom eisernen Kanzler „an die Wand gedrückt wurde, daß sie quietschte". Vor diesem Re­gierungsdrucke zerstob die ehedem große national- liberale Partei wie Spreu in alle Winde; warum also spotten nationalliberale Blätter darüber, daß man annimmt, Aehnliches sei einmal ganz im kleinen Maßstabe im Wahlkreise Grimmen- Greifswald vorgekommen? Die Konservativen können doch schließlich nichts dafür, daß die Zahl der politischen Wetterfahnen eine so be­dauerlich große ist.

In der Freistnnspresse wird versichert, die Annahme könne nicht richtig sein, denn in den Wählerversammlungen sei von den freifinnigen Rednern nichts in diesem Sinne gesagt worden. Das beweist aber nichts. Wer sagt uns, wie dir stille Wahlarbeit der Freisinnigen betrieben worden ist.

An diese Vorgänge in dem pommerschen Wahlkreise knüpft sich nun eine weitere AuS-1 einandersetzung an, nämlich ganz int allgemeinen darüber, ob ohne oder gegen die Konser­vativen regiert werden könne oder nicht, und weiter darüber, wie das Centrum zu diesen grundsätzlichen Fragen sich stellt oder stellen würde. Ein nationalliberales Berliner Blatt, die .Nationalzeitung', leistete sich in einer ihrer Wahlbetrachtungen den Satz: „Noch einige liberale Wahlsiege — und die klerikale Freund­schaft für den Agrarkonservatismus dürfte sich erheblich abkühlen." Ein alter deutscher Spruch sagt: man suche die Leute gewöhnlich hinter den- irnigen Büschen, hinter denen man sich selbst »u verbergen pflege. Es kann ja also fein, daß die Art von Politik, wie sie die' .National- Zeitung' dem Centrum zuschieben möchte, ganz nach dem eigenen Geschmacke sein würde. Aber das ist sicher, daß sie nach dem Ge- Amacke des CentrumS nicht ist; denn das Centrum richtet seine Politik nach bestimmten Grundsätzen ein, nicht nach den wechselnden Eingebungen nackter Selbstsucht Die Sache würde ein anderes Gesicht bekommen, wenn die Konservativen den vom Centrum verfochtenen Grundsätzen überall oder meistentheils entgegen warer., di; Liberalen aber nicht. Dann würde

Es stellte eine liebliche Walsfzene dar, ein klarer blauer Himmel wölbte sich über den hohen Baumen, durch deren verschlungene Aestr man das goldene Sonnenlicht schimmern sah. Den Boden bildete ein Teppich von Blumen, blaue Glockenblumen, deren zierliche Glöckchen sich im Wind zu bewegen schienen, wilde Hyazinthen und der purpurfarbene Fingerhut. Mitten darin, von goldenem Licht umflossen, stand die hohe, graziöse Gestalt eines jungen Mädchens, in der Hand trug sie einen Strauß von Lilien, halb in grünen Blättern versteckt. Es war eine stolze, königliche Erscheinung mit einem wunderbar schönen Antlitz, auf das der Maler offenbar seine ganze Kunst verwendet hatte. Die Augen be­gegneten dem Blicke des Beschauers mit einem Feuer und einer Lebendigkeit, daß man sich kaum davon losreißen konnte.

Idir Parteigruppirung den Thatsachen gemäß eine andere sein oder werden. Aber so liegen die Dinge nicht. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben das Centrum sehr klar und deut­lich darüber belehrt, daß das Gegentheil der Fall ist, daß es für die überwiegende Mehr­zahl seiner Grundsätze und Forderungen besseres Verständniß und mehr Entgegenkommen bei den Konservativen findet, als bei den Liberalen; das Centrum würde also so etwas wie politi­schen Selbstmord begehen, wenn es auf einmal um die Freundschaft der Liberalen buhlen wollte. Allein der Hinweis auf die Gebiete der Kirche und der Schule genügt vollkommen, um die politische Verwandtschaft zwischen dem Centrum und den Konservativen als ein vollkommen naturgemäßes Verhältniß in das hellste Licht zu stellen, abgesehen von hundert anderen Dingen; auf diesen wichtigsten Gebieten findet das Centrum aber stets auf feinen Wegen die Liberalen als seine Gegner vor. Wie sollt? es dazu kommen, um die Freundschaft dieser Liberalen zu buhlen? Seinen Grundsätzen würde das unmittelbar widersprechen, seinen Zwecken würde es schaden; kurz und gut, es ist nicht zu begreifen; wie Jemand mit sehenden Augen und hörenden Ohren einen solchen Wider­sinn schreiben kann.

Was die Regierung und die Konservativen unter einander und mit einander zu thun haben, ist nicht die Sorge des Centrums. Aber es ist nicht anzunehmen, daß die Regierung die Lust verspüren sollte, eine neue Auflage der sogenannten „liberalen Aera" der siebziger Jahre zu veranstalten. Der erste Reichskanzler hat hin­länglich klar eingesehen, daß die „liberale Aera" ganz und gar nicht im Interesse der Regierung war; deswegen übte er ja eben jenen Druck aus die Nationalliberalen aus, bis daß sie „quietschten". Und was hat jene Aera den deutschen Katholiken gebracht? Den Kulturkampf! Man kann vollkommen überzeugt davon sein, daß eine zweite Auflage der „liberalen Aera" gleich bedeutend fein würde mit einer zweiten Auflage des Kultur- kampfes, wenn nicht in derselben Form wie da­mals, bann in ähnlicher Form; und solche Mög­lichkeiten zu befördern, kann nie und rnmmer zu den Wünschen des Centrums gehören.

DaS Centrum macht weder konser­vative noch liberale, sondern feine eigene Politik. Aber der naturgemäße Verlauf der Dinge kann nur der sein, daß die Bahn der Centrumspolitik näher an derjenigen der Konservativen, als an der der Liberalen entlang führt.

Zwei Mnge.

Frei nach dem Englischen von A. Mich ola.

------- (Nachdruck verboten.)

8. Kapitel.

^Jch glaube kaum," entgegnete Major Henderson, „warum interessirt Sie dies so sehr?" „Weil ich in diesem Fall ein fahrender Ritter werden und nach ihr suchen würde, bis ich sie gesunden," war die lachende Erwiderung. „Uebrigens eines steht in meiner Macht," fuhr er fort, „ich kann das Gemälde ankaufen."

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28. Jahrgang.

• i* yiand,e verbrachte bte nächsten Mo- aus, sie hatte auf dieses ermflbettbe Warten entern wahren Glücksrausche. Sein Bild nicht gerechnet, als sie an jenem Sommerabend Fortschritte, denn er arbeitete vom ihr bindendes Versprechen ergeben. Doch sie £2? J?°t0en bis rum späten Abend daran, beunruhigte Rudolf nicht durch Zweifel an seinem semr Wohnung in Leadale hatte er beibehalten, Erfolg. Sie hatte stets ein liebes Wort, ein ffnho. k” Atzten Theil des Tages brachte er im süßes Lächeln für ihn, aber in der Tiefe ihres beit 8U u,nb "irgends ging ihm seine Ar- Herzens klang von früh bis spät die gleiche

-l-bi-r. Frage: .Hätte ich ,z mch! b-sie- machen

2 £ wies tröbte das Glück dieser schönen können?"

nt*t‘fih a" zu kränkeln. Sie klagte Die Gemäldeausstellung wurde wie gewöhn-

1 schmerzen, a&er sie wurde bleich und lich im Mai, diesmal unter besonders günstigen arofi r^te, Augen schienen unnatürlich Aussichten, eröffnet. Die Saisoy versprach a&erafiHr “l“ ?^rl'chen Schwäche war sie äußerst glanzvoll zu werden. Zwei fremde stets t. opferwillig wie immer, sie suchte Fürsten waren in London anwesend; der junge Rudott!^Aeit, anderen Freude zu bereiten. Lord Norton hatte seine Volljährigkeit erreicht . die m2?^-rnst eine Skizze von ihr, die er und war damit in den Besitz eines ungeheueren hübsches ^ube nannte. Es war ein Vermögens gelangt. Die vornehm- Welt Lon- l Bilt> von Klara, die einen dons brachte seiner P-rson das regste Interesse iUfiefK bket £?nb Wett'“nb °Ue mußten entgegen, besonders waren es die Mütter schöner kein anbemrL reE NE „weiße Taube" wie Töchter, die sich in süßen Hoffnungen wiegten; »toe Sit . nie hatte es so viele großartige Festlichkeiten, so

lobten hi, iUm e Lariam an ihren Ber-1 glänzende Bälle gegeben, wie in dieser Sa son. wünscht- bafi,^Er^« ^g*rn erfüllte: sie! Die Ausstellung war von den ersten und br- Mutter 'aeh^ l.-läufig ihre Verlobung seiner rühmtesten Künstlern beschickt, aber Jedermann chen hatte di-^ e,m A" bem kleinen Städt-1 schwärmte von einem Bilde, das eine bis jetzt eine gewiss- N tnn Aufsehen erregt, was ihr unbekannte Größe gemalt hatte. Der Namr in s t digung gewahrte. Sie strebte | der Ecke war „Blanche" und man fragte eins

stellung klang an sich nicht unwahrscheinlich; nichtsdestoweniger hat sie wenig Glauben ge­funden. Auch in der ,Fuld. Ztg/ ist stets Einspruch gegen ihre Glaubwürdigkeit erhoben worden. Jetzt wird nun gleichzeitig durch zwei Offiziöse, merkwürdigerweise auf den Wegen über Karlsruhe und München versichert, daß niemand an eine Auflösung des preußischen Abgeordneten- bausts denke. So schreibt die .Süddeutsche Reichskorrespondenz' in Karlsruhe: „Alle Er­örterungen, die von der Annahme der Aus­lösung des preußischen Abgeordnetenhauses aus­gehen, sind und bleiben ein müßiges Spiel, das abseits von dem wirklichen Gange der Politik betrieben wird. Es kommt keine Aus­lösung." Und die Allgemeine Leitung' in München, deren offiziöse Beziehungen zu Berliner leitenden Stellen bekannt find, läßt sich in dem gleichen Sinne vernehmen: „Hie Annahme, ifafj die Ruhe der Sommerszeit durch eine Auf­lösung des preußischen Abgeordnetenhauses ge­stört werden würde, ist, wie wir bestimmt er­fahren, durchaus unbegründet . . ." Be­trübt darüber, daß mit ber Auflösung. nichts wird, sind die Freisinnigen; denn ste möch- ten gar zu gern mit ber Hilfe bet Sozial­demokratie in verstärkter Anzahl in das Ab­geordnetenhaus einziehen und auch der Sozial­demokratie aus Dank dafür zih einigen Sitzen verhelfen. Nun müssen sie sich noch ein Weil­chen gedulden, bis sie werben den Versuch machen können, ihre Hoffnungen zu verwirklichen. Es wird freilich auch bann sehr windig aus- sehen mit ber Verwirklichung.

+ Staatliche Fürsorge gegen die Aoth der La«drvirttzschäft. Nach einer Mittheilung aus amtlicher Quelle hat ber Reichskanzler und Ministerpräsident GrafBülow aus Anlaß der ungünstigen Nachrichten über den Saatenstand und die Ernte-Aussichten im preußischen Staatsministerium angeregt, alsbald inner­halb der einzelnen Ministerien „alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um angesichts der drohen­den Mißstände nach Möglichkeit die staat­liche Fürsorge eintreten zu lassen". Die Raschheit, mit ber diese Anordnung erfolgt, ist erfreulich. Hoffentlich entspricht nun auch die Handhabung der Sache in den einzelnen Mini­sterien der erforderlichen Beschleunigung und dem nothwendigen Umfange dieser staatlichen Fürsorge.

• Der KörsenansschnD ist nunmehr amt­lich zu einer Berathung am 11. Juni einberufen worden, und zwar „zur Berathung einer Re­form des Börsengesetzes". Der Börsenaus­schuß wird hoffentlich nicht die Thatsache über­sehen, das im Reichstage auf eine Mehrheit für seine erneute Verallgemeinerung des Differenz- sprele« an der Börse nicht zu rechnen ist, und danach seine Beraihungen einrichten.

X Die außerordentliche Ausdehnung der deutsche« Interesse« i« Hstafte« und insbe­sondere die Ausschließung eines TheilS des Yang tfe kiang durch die deutsche Schifffahrt hat den kolonialen Kreisen Deutschlands Anlaß gegeben, sich mit der Frage deutscher Kon­sulate im Dang tse-Gebiete nährt zu be­schäftigen. Em dahin zielender Antrag wird bem Vorstande b»r Deutschen Kolonialgesellschaft in der in Lübeck bevorstehendrn Tagung unter- ander, wer dies wohl sein könne. Niemand hatte je von ihm gehört. Vor bem Bilde

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Berlin, den 1. Juni.

X Die Anfkös««g des preußische« Av geordnetentzanfes sollte nach verschiedenen Zeitungsmeldungen in einiger Zeit zu erwarten fein. Der Kaiser sollte den Wunsch aus­gesprochen haben, daß die Auflösung erfolge; die Auflösung sollte aber verschoben werden, weil Graf Bülow darauf hinaewiesen habe, daß es für die Vornahme von Neuwahlen einiger Vorbereitungen bedürfe. Die Gedankenzusammen- durchaus nicht darnach, ihr Vethältniß^^^d^lf in die O.ffentlichkrit zu bringen — aus welchem Grunde, wollte sie sich selbst nicht zugestehen.

Als Weihnachten vorüber war und das

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Gott ui lgst Du ® bittet n* Dankbarke >,Pfarre« Berlin, j

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3. Parzelle» in S-lta. * mit Zlnterhattungs -Anlage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung!' peterszaS« Ur. 8 (Wrmoattk