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mit Zlnterhallungs-Meilage „Muflrirte Sonntags-Zeitung" B"‘ peterrgaSe llr. i (Darmomkt.

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JuLöa, Samstag, den 1. Juni 1901.

28. Jahrpang.

£ Die Mißernte von 1901.

Daß die Landwirthschast schwrren Schaden gelitten hat durch die Unbilden des litzten Winters, war längst allgemein bekannt. Aber von dem Umfange der Noth hat sich bisher kaum jemand die richtige Vorstellung gemacht. Eine amtliche Darstellung im »Reichsanzeiger' hat in diesen Tagen unheimliche Klarheit darüber ge­bracht. Aus den amtlichen Zahlen mögen hier diejenigen Platz finden, die die Verhältnisse der Provinz Westpreußen kennzeichnen; diese Provinz ist von allen deutschen Bezirken am aller­schlimmsten durch die Unbilden des letzten Winters betroffen worden. Von den 25 ländlichen Kreisen der Provinz haben nicht weniger als 19 die fast vollständige Vernichtung der Winter­saat zu beklagen. Der Schaden beträgt bei der Oelfrucht 98, bei dem Weizen 93, bei dem Roggen 75 und bei dem Klee 88 vom Hundert; und damit ist die Sache wahrscheinlich noch nicht abgethan. Man befürchtet ernstlich, daß von dem tm vergangenen Herbste bestellten Roggen noch mehr wird umgepflügt werden müssen — eine furchtbare Nothlage! Bis zur Mitte des Monats Mai mußten insgesammt im deutschen Reiche fast zwei Fünftel des angebauten Winter­weizens umgepflügt werden, das bedeutet eine Anbaufläche von 726400 Hektaren. Im ganzen genommen mußten bis zu demselben Zrilpunkte im Reiche 1471200 Hektare der angebauten Winterungsfläche umgepflüzt, also der Ver­nichtung preisgegeben werden: neun v. H. bei Roggen, beinahe elf v. H. beim Klee usw. Es fehlt nicht nur in dem angegebenen Maßstabe der Ertrag der Ernte. Der zweite Verlust für die Landwirtschaft ist der, daß fie das für die nächste Herbstbestellung nöthige Getreide zum größten Theile kaufen muß. Welche ungeheueren Mengen dazu nothwendig sein werden, geht wiederum am deutlichsten aus den westpreußischen Ziffern hervor. Die Landwirche der Provinz Wefipreußen allein werden für die Winterbe­stellung 13000 Tonnen Weizen und 63000 Tonnen Roggen antaufen müssen! Und weiter darf man nicht vergessen, daß durch dieses Un­glück gleichzeitig der Vrehstand bedroht ist.

Das Unglück und die Noth sind außerordent­lich groß und bedürfen ganz dringend schleuniger Abhilfe auf alle nur mögliche Weise: Stundung von Steuern und Zinsen, im dringendsten Noth- falle Nachlaß von Steuern, starke Herabsetzung der Bahnfrachten für Futtermittel und für Ge­treide und was e8 sonst noch an ähnlichen Hilfs­mitteln gibt. Man sollte auch auf die möglichst billige Beschaffung von Saatgetreide für die nächste Winterbestellung bedacht sein und eine Einrichtung derart treffen, daß solches aus dem Auslands be­zogenes Getreide, das für die Aussaat bestimmt ist, von dem Einfuhrzoll befreit bleibe und als­dann noch möglichst frachtfrei oder zu einem ganz billigen Frachtsätze an den Ort des Bedarfs ge­

bracht werde. Selbstverständlich müffen auch die Kreditquellen für die Landwirthschast so reichlich wie möglich fließen, und so staatliche Gelder noth­wendig sind zur Aushilfe, müffen sie unverzüglich und in ausreichendem Maße zur Verfügung ge- stellt werden. An der nachträglichen Genehmigung durch die Landtage der einzelnen Bundesstaaten ist nicht im geringsten zu zweifeln. Auch die Presse des Händlerfreisinns empfiehlt die ent­sprechende Unterstützung der Landwirthschast. Manchem dieser Blätter dämmert jetzt sogar die volle Wahrheit auf, gegen die man sich bisher mit planmäßiger und eigensinniger Hartnäckigkeit verschloß. „Es gibt — so schreibt beispielsweise die freisinnige Berliner ,Vosfische Zeitung' — viele, viele Grundbesitzer, die sich nur mit Mühe und Noth zu behaupten vermögen, und sie alle sind jetzt verloren, wenn sich nicht der Staat zu finanziellen Opfern entschließt. Kein Finanz- mir.ister und kein Staat macht gern Zuwendungen ä Fonds perdu; allein man wird sie gewähren müffen, um die Landwirthschast vor einem ver- hängnißoollen Verfall zu bewahren. Auh die weniger verschulveten Besitzer werden sich aus eigener Kraft kaum zu helfen vermögen . . ."

Jas warum denn nicht? Trotz der richtigen Erkenntniß der gegenwärtigen furcht­baren Lage fehlt den Freisinnsblättern die rechte Antwort auf diese Frage: weil die Verhält­nisse, unter denen bei uns im allge­meinen die Landwirthschast arbeiten muß, für sie außerordentlich ungünstig sind. Die deutsche Landwirthschast befindet sich in einer so ungünstigen wirthschaftlichen Lage, daß jeder einzelne vorübergehende Unglücksfall sie an den Rand des Verderbens bringt, wenn nicht unmittelbar in das Verderben hineinstürzt; und jeder Mann von einigermaßen gerechter Ge­sinnung muß unbedingt zugeben, daß es eine Schmach für das deutsche Reich, eine Schande für das deutsche Volk sein würde, wenn unsere Gesetzgebung der deutschen Landwirthschast die­jenigen Mittel versagen wollte, die sie aufs noth- wendigste braucht, um fich aus diesem auf die Dauer-unerträglichen Zustande be$ Hangens und Bangens in schwebender Pein wieder herauszu­arbeiten zu einem Dasein, das auf festen Grund­lagen aufgebaut ist und nicht durch jeden unvor­hergesehene« Stoß von außen her erschüttert wird bis zur drohenden Gefahr der Vernichtung oder gar bis zur völligen Vernichtung selbst. Die Ge­setzgebung verfügt über das hauptsächliche Heil­mittel: hinreichende Erhöhung der land- wirthschaftlichen Schutzzölle. Diese ver­weigern würde gleichbedeutend fein mit der Ge­fahr des vollkommenen Zufammenbruches der deutschen Landwirthschaft — eine zwar alte Wahrheit, aber leider noch immer neu für gor zu viele Leute. Möchte die furchtbare Norh, die durch die Ungunst de§ letzten Winters und dieses Frühjahrs aufS neue über die deutsche Land­wirthschaft hereingebrochen ist, ein Blitzlicht der Erkenntniß des Nothwendigen werfen in die Nacht der Unkenntniß bei denjenigen, die dieser Noth- Wendigkeit bisher noch immer sich zu verschließen suchten!

Deutsches Keich»

Berlin, den 31. Mai.

• Die K träger Iriedensversammkung kann noch immer nicht sterben, obwohl sie leider ja auch nicht leben konnte. Jetzt hat der Reichs­kanzler dem Bundesrathe und Reichstage die in der genannten Versammlung am 29. Juli 1899 unterbreiteten und bereits bekannten Ab­kommen zur Kenntniß vorgelegt. Der Geschichts­schreiber wird jene Benützung niemals anders nennen können als einen unsäglichen Hohn auf die gleichzeitigen Ereignisse der Zeitgeschichte.

* Die Todesursache des Hrafe« Wik- He!m Aismarck war eine Bauchfellent­zündung, der er nach sechstägigen qualvollen Leiden erlag. Die Beisetzung in Varzin findet am nächsten Montag, also an demselben Tage statt, auf" den die Enthüllung des seinem Vater in Berlin errichteten Denkmals angesetzt war. Die Enthüllungsfeier des Denkmals ist verschoben worden.

* Die Neste«ern«g in de« deutsche« Staate«. In der von Professor Julius Wolf in Breslau herausgegebenen .Zeitschrift für Sozialwissenfchast' veröffentlicht der badische Finanzminister Dr. Buchenberger eine Ab­handlung über die Bisteuerungsoerhältnisse der einzelnen deutschen Staaten. Nach dem Aussätze Buchenbergers beträgt die Belastung mit direkten Staatssteuern auf den Kops der Bevölkerung in Preußen 4,95, Sachsen 7,81. Bayern 5,73, Württemberg 8, Baden 7,98 Mark. Einschließ­lich der sogenannten Verkehrssteuern (Stempel, Taxen, Gerichtsgebühren, Erbschaftssteuern, Lot­terie u. s. w.) ergeben fich folgende Zahlen: Preußen 8,36, Sachfen 9,87. Bayern 10,73, Württemberg 10 80, Baden 10,98 Mark. Sachsen und die süddeutschen Staaten haben außerdem noch partikulare Auswandssteuern (Fleischsteuer, Bier- und Weinsteuer, Malzaufschlag), unter deren Errechnung die Gesammtkopfbelastung mit Landessteuern aller Art durch folgende Zahlen wiedergegeben wird: Preußen 8,36, Sachsen 11,17, Bayern 16,51, Württemberg 16,16, Baden 17,64 Mark. Preußen verdankt seine begünstigte Stellung hauptsächlich den hohen Eisenbahnüber- schüffen, Die den allgemeinen Landesfinanzen dienstbar gemacht find. Bei einem Vergleich der steuerlichen Kopfbelastung mit dem Auslande kommt Deutschland sehr gut weg. Finanzminister Buchenberger zitirt als Beweis hierfür folgende Ziffern aus Adolfs WagnerS im vorigen Jahre erschienener Broschüre „Die Flottenverstärkgng und unsere Finanzen": An Zöllen und innern Verbrauchssteuern entfallen auf den Kopf der Bevölkerung in den Jahren 1896/98 im Deut­schen Reiche 15,28, Frankreich 33,72, Groß­britannien und Irland 25,12 Mk. Auch mit Einrechnung der VerbrauchsinlardSsteuem in ein­zelnen deutschen Staaten (Mer- und Weinsteuer) tn der Höhe von beiläufig 5—6 Mk. auf den Kopf bleibt die Kopfbelastung an innern Ver­brauchssteuern in Deutschland hinter derjenigen von Frankreich und Großbritannien immer noch namhaft zurück. Auch das Verhältniß der Ge- sammtbelastung mit Zöllen und Verbrauchssteuern einerseits, mit direkten Steuern (Erbschaftssteuern

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Zwei Mnge.

Frei noch dem Englischen von A. M i ch o l a.

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Ihr zu Liebe entwarf er farbenreiche Schil­derungen von der Pracht und dem Lvxns, wie sie an pruulliebenden Höfen entfaltet würden, von herrlichen Schauspielen und Opernoor- stellungen, wo Auge und Ohr in Entzücken schwammen, und Mniam lauschte seinen Worten wie gebannt.

»Das ist meine Welt!" rief sie begeistert, «Du, Mama, magst Poesie und Kunst hoch- schatzen, mir Überlasse den Reichthum, der mir Genüsse verschaffen kann!"

Mit königlicher Miene warf sie den stolzen ^ops zurück, aber s^'groß war der Zauber, Der ’^auäging, daß Rudolf Blanche sie um Worte willen nur noch mehr bewunderte.

dem Heimweg verfolgte ihn unablässig 1?. r l e8 G'sicht. ®r war zu jung, um tiefer ?; 'Ehen, sonst würde er sich gesagt haben, daß ®‘e Liebe, die so plötzlich von ihm Besitz 8 Nom men, verhängnißooll für ihn werden könne. «4 wollte sich selbst nicht zugestehen, daß dieses ''^. ehrgeizige Mädchen mit seinem unbe-

e? Verlangen nach den rauschenden W*lt so unerreichbar für ihn sei Äck o*n»e am Himmel. Willenlos gab er te? flohen ft und legte fein edles Herz lich, wenn iu Füßen, tagelang glück-

sSchgUN, Ülte

Er weilte nun schon einen vollen Monat in Leadale, ohne daß fein Bild erhebliche Fort­schritte gemacht hätte.

Im Ephenhause betrachtete man ihn nicht mehr als einen Fremden, feine täglichen Besuche hatten ihn gleichsam zu einem Hausgenossen ge­macht. Wenn der Himmel umwölkt war und das Skizziren unmöglich machte, so brachte er interessante Bücher und las den Damen vor. Manchmal erzählte er auch von seiner Mutter, einer schönen, traurigen Frau, die er noch selten lächeln gesehen. Seinen Vater hatte er nicht gekannt, er war vor seiner Geburt gestorben. Frau Blanche wohnte ganz allein, sie wünschte keinen Verkehr, ihr ganzes Leben ging in dem ihres einzigen Kindes auf. Frau DonovanS Herz erwärmte sich mit jedem Tage mehr für Den edlen jungen Mann, und auch die stolze Miriam fühlte sich endlich von seiner Liebe be­rührt. Es liegt eine Macht in einer gewaltigen Leidenschaft, der nur Wenige widerstehen können.

Rudolfs Charaktergröße, feine vornehmen Gesinnungen fingen an, sie zu beeinflussen; seine poetische hochsinnige Naiur beschämten ihren weltlichen Ehrgeiz, ihr Verlangen nach ReichtMm. Sie entdeckte, daß die Liebe zu ihm in ihrem Herzen erwache, aber es geschah gegen ihren Willen. Die hatte sich gesagt, daß ihre Schönheit einen hohen Preis werih sei, daß sie ihr zu Rang und Reichthum verhelfen müsse. Nun erfaßte sie die Versuchung, alle ihre ehr­geizigen Pläne aufzugeben und Siebe mit Siebe zu erwidern. Ein heftiger Kampf entspann fich in ihrem Innern — würde ihr guter Engel den Sieg daoontragen?

Es war ein herrlicher Abend im September, als Rudolf Blanche den Entschluß faßte, die be­deutungsvolle Frage an Miriam za richten. Er traf sie im Garten und bat um die Erlaubniß, sie bealeiten zu dürfen. Em einziger Blick in fein Gesicht verrieth ihr, daß der halb gefürch­tete, halb ersehnte Augenblick gekommen war.

In glühenden Worten gestand er ihr feine Siebe. „Werden Sie die Meine, Miriam," bat er, „ich will Sie auf Händen tragen, ich will alle Ihre Wünsche erfüllen. Wie eine junge Fürstin sollen Sie von Pracht und SvxuS um» ■geben fein, denn Sie sind ja meine Königin!"

Sie blickte zu ihm auf, die dunkeln Augen voll freudiger Ueberrafchung. „Wie," rief sie, wie könnten Sie mir all dies geben?"

„Gott hat mir Genius und Talent verliehen, von Ihnen, Miriam, erwarte ich Inspiration. Meine Bilder sollen weltberühmt werden, und die Kunst ist gewinnbringend heutzutage, Miriam!"

„Aber es würde lange Jahre dauern, bis sie solchen Erfolg erreicht," sagte sie gedehnt.

„Nicht so sehr lang, mein Siebling. Ich fühle die Kraft zu Großem in mir. Willigen Sie ein, Miriam, werden Sie mein geliebtes Weib!"

Die eitle Seele des Mädchens war er» schüttert, für diesmal triumphirte ihre bessere Natur.

„Ich will es," sagte sie einfach, ihm die Hand reichend, und in diesem Augenblicke beugte sie ihr stolzes Haupt und gelobte fich, dem Manne, der fie so namenlos liebte, eine treue, hingebende Gattin zu werden.

einbegriffen) anderseits ist im Deutschen Reiche wesentlich günstiger als in anderen europäischen Staaten. Es entfallen auf den Kops der Be­völkerung in den letzten Jahren: 1) direkte Steuern (einschließlich Erbschaftssteuern) in Preußen 6.07, in Bayern 5,90, in Frankreich 16,59, in Großbritannien 16,15 Mk.; 2) Zölle und Verbrauchssteuern (in Bayern einschließlich Malzaufschlag) in Preußen 15.28, in Bayern 21,06, in Frankreich 33,52, in Großbritannien 25,12 Mk. Mit anderen Worten: Die Gesammt­kopfbelastung an direkten und indirekten Steuern ist im Deutschen Reiche nur etwa halb so hoch wie in Frankreich und Großbritannien.

+ Ao« der Wahr i« Hreifswald- chrimme« sagt Die »Deutsche Tageszeitung, mit vollem Rechte, daß z i dem für die Konser­vativen so ungünstigen Wahlausfalle augen­scheinlich sehr viel der Umstand beigetragen hat, daß der konservative Wahlbewerber ein Sand­ra t h, ein Beamter war. „Wir machen — so bemerkt das genannte Blatt in diesem Sinne — kein Hehl daraus, daß uns die konservative Kandidatur nicht recht geeignet zu sein schien. Gewiß ist Herr von Behr ein überaus tüchtiger und fast überall beliebter Mann, aber gerade jetzt hatte eine Sandrathskandidatur ihre Be­denken." Möglicherweise hat auch die .Kölner Volkszeitung' recht mit einer noch andern Ver- muthung: Die Freisinnigen hätten den Schein hervorzurufen gewußt, daß die Konservativen es mit der Regierung verdorben hätten, und daß nächstens die Liberalen ans Ruder kommen würden; mancher Wähler werde deswegen vorgezogen haben, die Konservativen zu verlassen und mit der Partei der Zukunft zu gehen . . . Beides zusammen und außerdem eine ganz augenscheinlich ungeeignete Art der Wahlbetreibung durch die Konser­vativen des Wahlkreises reichen vollkommen hin zur Erklärung der konservattoen Niederlage. Daß an dieser die Schutzzollpolitik nicht die Schuld trägt, fleht jedenfalls fest. Darüber wird auch die Regierung keinen Augenblick lang im Zweifel fein.

X A»r ASHMe der Wshnmtgsuotß können die Sandesverstcherungsanstalten beitragen durch leihweise H ergäbe von Geldern; Die Krankenkassen sind dazu nicht in der Sage. In einem einzelnen Falle, als der Vorstand der Ortskrankenkasse in einer norddeutschen Stadt einen Theil des Reservefonds zum Erwerbe von Antheilen eines vortrefflich geleiteten Spar- und Bauvereins benützen wollte, wurde die Geneh­migung dazu von der Sandeszentralbehörde ver­sagt. Dieser abschlägige Bescheid wurde damit begründet, daß „die Bestimmungen des Kranken- versicherungSges-tzes die Möglichkeit einer solchen Anlegung des KuffenvermögenS nicht gewährten und eine Erweiterung durch entsprechende An­wendung der Vorschriften eines anderen Reichs- gesktzes (Invalidenversicherung!) bei ihrer klaren und erschöpfenden Fassung nicht erfahren könnten." Die ,Soziale Praxis' sagt im Gegensätze dazu ganz richtig, daß es ja im eigenen Interesse der Krankenkassen liege, auf gesunde Wohnungs- oerhältniffe hinzuwirken, da ihnen in manchen Fällen eine Ermäßigung ihrer Saften daraus

7. Kapitel.

Frau Donovan war nicht besonders über­rascht, als sie das junge Paar langsam den Gartengang daher kommen sah. Sie hatte Rudolfs Siebe ja längst erkannt, aber bei dem stolzen ehrgeizigen Charakter ihrer Tochter kaum zu hoffen gewagt, daß diese erwidert werde. Jetzt Überraschte sie der Ausdruck in den beiden schönen Gesichtern: Rudolf sah strahlend glück­lich auS, während sich in Miriams Zügen eine zarte, fast schüchterne W ichheit auSprägte, wie sie ihre Mutter nie zuvor gesehen.

Sie traten in das kleine Wohnzimmer ein und Rudolf eilte auf MiriamS Mutter zu. „Gratuliren Sie mir, Frau Donovan," sagte er sanft, „ich bin der Glücklichste aller Menschen, aber auch der Reichste, denn ich habe einen großen Schatz gefunden, Miriam hat mir ihre Hand zugesagt. Wollen Sie mir Ihre Tochter für das Sehen anoertrauen, Frau Donooan? Sie werden es nie zu bereuen haben."

„Gerne will ich Ihnen mein Kind geben, lieber Rudolf," sagte Die Dame tief bewegt, „ich weiß, daß ich sie keinen besseren Händen an­vertrauen könnte. Golt gebe, daß sie den Werth Ihrer Siebe zu schätzen weiß!"

Sie schloß Miriam in ihre Arme und drückte Dann einen mütterlichen Kuß auf Rudolfs weiße Stirn. Der Abend brach jetzt rasch herein und die drei glücklichen Menschen — Klara war ausgegangen — verbrechten die trauliche Dämmerstunde in lebhafter Unter» Haltung. Rudolf sprach von seinen Hoffnungen und Plänen für die Zukunft, von dem vräch» tlgen Heim, das er feiner jungen ®attin