Einzelbild herunterladen
 

Sorten,

Saht.

Znseratr: Di» X M einspaltige Petit.

■rtfri Jbu HUi .A. - zeile oder bereu

PiTlIit n ss«wt

KT. ■ W ■■ ■■■■ zeile 25 Pfg.; bei HL, JHL> JgL. HL, HJK Wiederholungen

wird entsprechend.

Rabatt gewähr^

■ Fuldaer

'Pffalit

•«ÄfSRSXÄir*' mit Anterhaltungs-Beilage „Allustrirte Sonntags-Zeitung"

I ärtnrr.

m 124.

Jut-a, Samstag, den 1. Juni 1901.

28. Jahrgang.

te

Ende, schimmerte eine

David — er hat die

e.ute

50

5*'e

80

70

täbtt ibn «

50

20

50

10

20

50

155.30

129.40

3)

50

billigst der öct« utsohe gingen.

106.50- 222.—

177 20

177 20 17810 210.80

kate vor­leicht« mpfichlt ilda.

Fahr-

30

30

50

Da in der Laube, am bunte Uniform. „Elisabeths „Kurt!" „Geliebte, — Onkel Kaution!"

Lachend und weinend

69.

28.

ten zwölften Jahre begangene« strafbaren Hand­lung verdächtig find, haben die Beamten der Staatsanwaltschaft der zur Stellung des An­trages auf Fürsorgeerziehung zuständigen Behörde Mittheilung zu machen. Auch wenn jugendliche Personen selbst die Verletzten find, ist zu prüfen, ob die Gefahr der Verwahrlosung besteht, die eS «othwendig erscheine« lassen kann, diese Jugendlichen aus ihrer bisherige« Umgebung herauszuheben. Bet Gefahr im Verzüge haben die Beamten der Staatsanwaltschaft auch dem VormundschastSgericht direkt Mttheilung zu machen. Durch besondere Maßnahmen ist dafür Sorge getragen, daß die Strafsache«, die zur Einleitung einer Fürsorgeerziehung Anlaß geben könne«, einer ständigen Kontrolle unterliegen.

So scheint denn alles gethan, um der Abficht der gesetzgebenden Faktoren gerecht zu werden, der Verwahrlosung der Jugend, besonders der städtischen, einen Riegel vorzuschieben, um dem gegen Zucht u«d Ordnung sich auflehnenden Theile der Gesellschaft die Gefolgschaft nach Kräften zu verringern. Mit genauer Ermittelung der Fürsorgebedürfttgen muß die sorgfältige Aus­wahl der zur Uebernahme der Erziehung bereiten Familien, Lehrherren, Arbeitgeber und Dienst-

orei, nfabrik, 12.

Herr Badeniur, Elisabeths Vater, hatte eben einige nicht unbedeutende Verluste gehabt und so war es einfach unmöglich!

Das faltenreiche Gesicht Onkel Davids nimmt einen hilflosen Ausdruck an. Seine Gedanken kehren immer wieder zu dem Bruder zurück, der, seiner Familie entfremdet, nur eine Viertelstunde entfernt, in derselben Stadt lebt. Der hätte zwei, auch drei Kautionen! Aber was nützt das! Ein verknöcherter, alter Egoist, nur sich allein, oder höchstens noch seinen Bildern lebend! Er hatte es verstanden, was ihm, David, als Beamten nicht gelungen war, durch seinen Kaufmannsstand wieder zu Retchthum zu kommen. Freude schien er indeß nicht viel daran erlebt zu haben. Von Natur ernst, verschlossen, zur Empfindlichkeit geneigt, überwarf er fich bei jeder Gelegenheit mit Schwester und Bruder; immer weiter wurde die Kluft zwischen ihm und Jenen. Erst durch Fremde erfuhren die Geschwister dann gerüchtweise, wie Johannes eine furchtbare Enttäuschung bei seiner ersten und einzigen Liebe erfahren habe. Von da ab war und blieb er erst recht ein verschlossener Sonder­ling. Ein einziges Mal kam er mit den Ge­schwistern noch zusammen. Ein verstorbener Ver-

ktch, zur größten Ueberraschung Aller, steht Jo­hannes Womblock mitten im Kvoise der Seinigen. I« seinen sonst so kühl blickenden Augen blinken Helle Thränen- Langsam tritt er auf den Bruder zu und schließt ihn fest in die Arme. Seine Stimme bebt. „Bruder David, — auch Du, Schwester, vergebt mir! Ich bitte Euch Alles, Alles ab!" Wieder und wieder drückt er der Geschwister Hände, noch einmal legt er die Arme um Davids Nacken. „O, Bruder, — Bruder, — wie bist Du so reich an Liebe!"

Dann nimmt er des Alten Arm und führt die Geschwister ins Haus. Hülflos und verlegen, ganz betäubt von Ueberraschung und Freude, folgt David. In dem traulichen Zimmer angelangt, meiden dessen scheue Blicke aber die vermeintlich leere Wand.

Sanft bittend »endet fich Johannes an ihn.

„Willst Du, — willst Du nicht doch mal ein bischen nach oben sehen, David?"

„Johannes! — Ach Gott, Bruder Johannes!"

Umwoben vom Sonnenlicht hängt der „Ruis- >ael" a« seinem alten Platz. Der Hirt legt die Hand über die Augen, der Wirth lacht, — Onkel David aber, der gute Alte, weint Freudenthränen.

361.

350.

296.

60 50 .50

Gestalt Herrn Womblock's, Der fitzt und flaut auf das Bild.

„40,000 Mark."

„'s ist mein, schicken Sie es mir sofort!"

Er hat entschieden den Preis nicht gehört. Der Kunsthändler aber macht ein rasche« und ein­trägliches Geschäft.

Frau Badentus traut ihren Augen nicht, als fie auf einmal ihren Bruder Johan«« vor fich sieht.

„Johannes, Du!" ruft sie verwundert.

„Dnvid ist in Roth!«

„Wie,--wie so!"

„Ist in Roth, sage ich Dir, in Roth!"

Aeußerst aufgeregt stößt er es hervor. Hierauf erzählt die gute Frau Alles, was sie von dem Bruder weiß. Er lebt so nett und behaglich da­bin. Und fie spricht auch von den Verlusten, die ihr Mann gehabt, aber von Roth sei deshalb noch lange keine Rede. „Die Kaution — die natürlich, — wegen Elisabeths Leutnant, —"

Johannes horcht auf. „Aha, David« Lieb­ling!" Ihm dämmert schon die Wahrheit. Harmlos, ohne alle Hintergedanken erzählt die Frau weiter. Sie jammert nicht einmal in Elisabeths Namen, ©te ist zu stolz, und fruchtlos wäre es doch ge­wesen bei dem Egoisten und Geizhals.

Sehr langsam steigt dann Herr Johannes die Treppe herab. Nun sieht er anders aus. Sinnend und verblüfft blickt ihm die Schwester nach. Dann ruft er noch was herauf.

„Ihr seid wohl am Sonntag bei David im Garten?"

Hatte nicht die Stimme gezittert? Sonderbar!

Der Frühling ist bt. Jede der Sonntags­glocken scheint es noch besonders ins jung grünende Land hineinzutragen. Die Weidenkätzchen und gelben Würstchen der Haselsträuche, die ersten Veilchen und die aufbrechenden Hyazinthen und Crocus in den Beeten, Alle scheinen fie auSzu- athmen: Der Frühling ist da! Die Kirchenglocken klingen dröhnend auch in David Womblock« Garten. Elisabeth nebst Eltern sind, wie jeden Sonntag da versammelt. Das Helle Kleid, das Erstere auf besonderen Wunsch des Onkels ango- zogen, scheint auch auf sie selbst fast heiter zu wirken. Ihr ist so eigen, so frühling-mäßig, — hoffnungsfroh — und doch beklommen!

Onkel Davids gütiges Greisengesicht strahlt ganz glücklich. „Lütje Deern", sagt er dann zu Elisabeth, „unverhofft kommt oft! Im Garten, ich glaübe, da ist was Besonderes."

Sie wird blaß und roth. „Was könnte das sein?"

Und beflügelten Schrittes, aufgeregt athmend, durchquert sie die schimmernden Gartenwege; sie späht in jede Ecke, am Boden, unter jeden Strauch.

kehren sie zu den An­deren zurück. Aber^ weder zu Dank noch zu irgend welcher Aufklärung kann cs jetzt kommen. Plötz-

Das Fürsorgegesetz.

Da« am 1. April d. I. in Wirksamkeit ge­tretene Gesetz über die Fürsorgeerziehung Minder­jähriger vom 2. Juli 1900, eines der wichtigsten neueren preußischen Gesetze, fordert die thätige Mitarbeit eines großen Theils der staatlichen und kommunalen Behörden. Wie große Hoffnungen die Staatsregierung auf dieses Gesetz setzt, das hat fie erst kürzlich im Landtage ausgesprochen. Und um den betheiligten Beamten durch mündliche Aussprache Gelegenheit zur Beseitigung aller in der Praxis so oft auftauchenden Zweifel zu geben, «m ihnen die Absichten und Zwecke des Gesetze« mehr als es durch das gedruckte Wort und trockene Girknlarverfügungcn möglich ist, vorzuführen, werben in ben einzelnen Provinzen Konferenzen berufen, und es flnb auch gemeinsame Schritte ber geistlichen unb weltlichen Behörden geschehen oder bevorstehend, um die Fürsorgeerziehung in die Wege zu leiten.

Die Verwahrlosung der Heranwachsenden Jugend, namentlich in den größeren Städten, trat im letzten Jahrzehnt als bedenkliches Zeichen ber Zeit immer deutlicher zu Tage. Daß ihr mit dem Gesetze vom 13. März 1878 bett, die Unterbrin-

bringung sofort der Strafverbüßung anschließen, — Von allen Fällen weiter, in welchen Minder­jährige, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, der Verwahrlosung verfallen oder von der nahen Gefahr der Verwahrlosung bedroht erscheinen, oder einer vor dem vollende-

Wenn möglich fT £ m W8«J“ setz-», die Fürsorae-?,'i.n bie Unterbringung in geerziehung ober die vorläufige Unter-

gung verwahrloster Kinder und mit der im § 56 Abs. 2 des Strafgesetzbuches gebotenen Möglich, leit, jugendliche Personen bis zu 18 Jahren, wenn fie wegen mangelnder Verstandsreife von der Anklage einer von ihnen thatfächlich began­genen strafbaren Handlung sreigefprochen werden mußten, in eine Erziehung-- oder Besserungs- Anstalt zu bringen, nicht begegnet werden konnte, darüber bestand nirgends ein Zweifel mehr. Nur wie neben der privaten und vereinSmäßigen Für­sorge der Staat selbst helfend einzutreten habe, und wie die vorauSstchtlich ungeheueren Kosten staatlicher Erziehung zu beschaffen seien, war die Frage. Die Roth hat auch hier schließlich den richtigen Weg gewiesen, und alle pekuniären Be- denken schwanden angesichts der übergroßen Ge­fahr, die dem gesammten Staatsleben aus ber Verrohung und Verwahrlosung der Jugend und damit »eiteret Volkskreise entstand. Und men darf fich auch der Hoffnung hingeben, daß die Berechnungen über die möglichen Kosten von der Wirklichkeit auf die Dauer wenigstens nicht wer- de» erreicht werden. Die moralische Wirkung des Gesetzes wird sich hoffentlich bald genug zeigen.

Bisher begnügte fich im Allgemeinen der Staat mit der Bestrafung jugendlicher Uebelthäter, so- bald diese daS 12. Lebensjahr vollendet hatten. Die humanen Strafen, welche das vergangene Jahrhundert geschaffen hatte, verloren aber auch bei Kindern der untersten Volksschichten sehr bald ihr Abschreckender, dar böse, stttenfchädltche Bei- spiel häufig der eigene« Angehörigen und der Straße verdarb schließlich All-s, und so sah man denn 14- und 15jährige Kinder häufig genug Ver­brechen mit einer Dreistigkeit und Geriebenheit begehen, die man nur alten, rückfälligen Ver- brechern hätte zutrauen können. Die Insassen der Strafanstalten für Jugendliche weise« er- schreckende Beispiele dafür auf, wohin die Jugend gerathen kann, wenn ihr die feste Zucht und Hand elterlicher Erziehung fehlt. Und das Schlimmste war, daß man mit ansehen mußte, wie ein solch« Mgendlicher Gefangener nach sein« Entlassung aus dem Gefangenenhause in den frühere« Pfuhl zurückkehrte, ohne, selbst wenn er die Absicht, pd, i« bessern, hegte, wenn et sich ekelte vor dem Laster und dem Gefängnisse, doch die Möglichkeit KU Haven, ein neues Leben in anderer Umgebung, t« besseren Kreisen zu beginnen.

Das soll und muß andeoS werden und eS »st wahrlich die höchste Zeit. Zwar ist auch letzt »och nicht die so wünschenSwerthe Hinauf- tückung des Strafmündigkeitsalters von 12 auf f*roa erreicht, auch in Zukunft sind ^der, die etwas Strafbare- begehen, jie bie zur Erkenntuiß der Strafbarkeit «forderliche Einsicht besitzen, zu bestrafen; aber die Strafvollstreckungsbehörde auf. "^Höchsten Erlasse- vom 23. Otto« ? Erwartung günstiger Erfolge bft ffliSSÄ”6 d» Aussetzung der Strafvoll, i» fc5Lm t Aussicht auf spätere Begnadigung ift bfe 3« Fällen dieser Art

über di. des Vormundschaft-rtzchter-

zufübre» ®nl2tunJ btt Farsorg«uiehung'herbei. bei sdhL's eine vorläufige Unterbringung S« Ml8ett S1 *ug- zu fassen. Ebenso Kr6? M?efäl9xi6D0,fte^r' wenn fie eine Äaelen8«?“"8 eine8 jugendlichen Straf.

Vermischte».

♦ Die längsten Hosen. Solche dürfte ein Schneider­meister in der Wallstraße in Berlin machen. Der an- cheinend nicht sehr federgewandte Herr hat an der Thür seines HanseS ein Pappschild aufgehängt, auf rem in großen, schwerfälligen Buchstaben geschrieben teht: „Hier werden Hosen drei Treppen hoch gemacht."

* Ermnthigend. Heu: „Haben Sie mich der Gnädigen gemelbet?" — Stubenmädchen: „Ja, Sie werden erwartet, denn fie sagte: „Der hat mir heute noch gefehlt!"

pr. Pfd. r zerr

133.-

413 131. 140*< 131.5

99.

113.

litt! eseitigt jedem

-Rock, ich. n bei

Ier, ier, je 7. Kleider ange- [2153

te, forte, wähl »grback

lärmen die Spatzen, Finkenschlag schmettert von! Und welch' prächtiges Paar hätte es ge- den Gärten herüber, die den lärmenden Frühlings-l gebe»! Denn auch der Herr Leutnant ist ein schmuck noch mehr ahtWl als sehen lassen. Die I herrlicher Mensch. Das dumme Gelds! Wie die

frisch aufgegrabene Erde der Blumenbeete riecht I Hellen Lichtet auf dem Bilde lagern. Onkel

eigenthümlich scharf, und der Duft mischt fich mit I David legt auf eine Weile die Hand vor die

dem der prachtvollen Hyacinthen, die der alte I Auge», wie der Hirte da vor ihm. Wie er fie

Womblock am Fenster zieht. I weguimmt, find feine Finger feucht. Mit ge-

„Adieu, Onkel David r I falteten Händen tritt er dann vor das Bild,

„Adjü» min lütje Deern, . . . Kopf oben, I fein scharfer Blick scheint fich nochmals das Kopf oben!" I Kleinste fest einprägen zu wollen. Dann besteigt

Aufs neue steigen Thränen in die braunen I er einen Stuhl unb nimmt ben „RuiSdael" sorg- Mädchenaugen. Sachte zieht der Greis den schönen | sarn von ber Wand. Fast bringt er da- schwere Kopf an seine Brust. I Bild nicht allein herunter. Wie lieibkosend

„O, Onkel David, ... im Frühling wollte gleitet feine runzliche Hand über die nun im er kommen . ... da sollten wir uns verloben, I Schatten wie gleichmäßig schwarz lackirt er- . . . o, nun ist Aller, Alles au«!" I scheinende Fläche. Um Lippen unb Brauen

Stumm drückt der Alte ihr die Hand.--1 zuckt eS in dem alten Gesicht wie Wetterleuchten.

Unruhig, in langen Schritten, wandert Herr I-------------

David Prosper Womblock in der großen, vomI „Es kann doch nicht fein! Einen echten Sonnenlicht durchflutheten Stube auf und ab. Er I Ruisdael, eine Landschaft von RuiSdael!" denkt de« früheren Reichthum« der Womblock'«. I „Bitte, Herr Wamblock, hier!" Der Kunst- Eines Tage« Hatte da« alte Haus bei einem I Händler schiebt eilig eine Staffelei mit dem Bilde großen Kaffeekrach fallirt. Dann waren alle der I darauf in das rechte Licht. Herr« Johannes Reihe nach gestorben; nur die immer etwas feind-1 Wamblock'S bleiches glattes KaufmannSgeficht lichen Brüder David und Johannes waren am! wird dunkelroth; er scheint aus'S Äußerste erregt Leben geblieben und eine Schwester, die fich „gut" I zu fehl.

verheiralhete. Wa« heißt das heutzutage? Und! „Aber da« ist ja,--mir scheint--

noch dazu bei Kaufleuten! Nun kann sie nicht les ist fk der Ruisdael meines Bruders!" einmal der einzigen Tochter Herzenswunsch er- ! Der Andere zuckt die Achseln. „Mir nicht füllen und ihr den Geliebten geben. Die Kaution | bekannt!" fehlt! Wäre die jetzt zur Stelle, würde Alle« gut! „Wie viel?"

fein! Der junge Herr Leutnant sollte sogar später j Der Kunsthändler überlegt, und sein schlauer noch erben. Aber sie Ml nun einmal nicht da! Blick gleitet über die plötzlich zusammengesunkene

g fcerei.

’trafje,

roanbter hatte testamentarisch bestimmt, daß ein kostbares Bild, ein herrlicher „Ruisdael", unter den drei Geschwistern verloost werden sollte. Zur Ziehung fanden sie fich beim Notar ein. David, ein Kunstfreund, wie Johannes, aber nicht, wie Jener, in der Lage, dieser Passion durch Gemälde- Ü « I r -----r ankauf nachzugehen, war der glückliche Gewinner.

Herren, Hand in Hand gehen. Wird gleich im, Thränen der Freude in den Augen, wollte er dem

Anfänge mit fester Hand zugegriffen unb ben bie I Bruder bie Hand reichen und ihn bitten, doch Erziehung der Kl» der gewissenlos vernachlässigen. | wieder in die Familie zurückzukehren. Johannes den Eltern gezeigt, daß ber Staat mit Ernst unb aber wandte sich ab und ging mit kurzem Gruß Strenge die Kinderzucht gehandhabt wissen und | davon.

sich schlimmstenfalls selbst der Erziehung der her-! * *

anwachfend« Jugend durch seine Organe unter« I _ ,, _ , ,, ,

ziehen will, so wird dies anderen pflichtvergessenen I Onkel David murmelt vor sich hin, scheint

Erziehern zur heissamen Lehre gereichen. Die j 8“ rechnen unb zu überlegen. Immer rascher Fälle ber Fürsorgeerziehung, bes kann man sicher j &ni!d)mtfjt er bas Zimmer. Im goldigen Zick­fein, werben sich von Jahr zu Jahr nerminbern; 18a« simmert die Sonne an der Wand hin, breit der anfänglich beträchtliche Kostenaufwand wird und voll legt sie sich ans daS große Bild. Der sich allmählich verringern. Aber einem so hohen, Ruisdael!! Der Alten Augen bohren sich förm- wichttgen Ziele gegenüber, wie eS hier in Frage 1 ix das Gemälde. Eine der seltenen Land- steht, kann dem Kostenpunkt überhaupt keinerlei I Raffen des Meisters. Eine Dorfstraße, auf der ausschlaggebende Bedeutung beigemessen »«ben. I S. I^de Ruine, jeben Schatten kennt. Die

I Gänse unb Hühner scheinen zu schnattern unb hu gackern, unb das flimmernde Mittagslicht, Orth daS ben Hirten dort die Hand vor die Augen [egen läßt, scheint fast mit dem der Wirklichkeit Bon Max Arad. I identisch zu sein. Und dann der behagliche

IlÄn-i Mtdch«,!- Ä

Sie hat sich abgewendet, damit der alte Mann Ton Farbe und Äckmun^ voll 8 iSft n bie Thränen nicht sehen soll. Dann reckt fie ben b ° ^-chnung. voll bes intimsten

einen Kopf mit einer stolze« Nackenbewegung inI .. ,,... .. , .

die Höhe. I Onkel David bleibt stehen, öffnet die zusam-

„DaS ist nun einmal so. Alles vorbei!" I mengepreßteu Lippen und lispelt etwas. Dann Die gütigen Augen des Greises verfinstern sich. I 22$* «lauter im Tone des aufrichttgsten „Immer das Gleiche! Immer und immer da«!

alte Lied! Immer das elende Geld! Uns hat es! - "Jy* 2la6enichts anderes, — nur daS, — nicht Glück gebracht, wenn wir je ein« hatten; | ro e ~ ld} atD}-. . . . ,

Johannes . . . warst Du bei Onkel Johannes?" I, - fein einziger wirklicher Schatz,

Wie zögernd kommen die letzten Worte heraus. I ^e,ne etn*l9e merthvolls Habe.

Höchst erstaunt, ohne ein Wort zu erwidern, sieht! Die Sonnenkringel tanzte« auf und nieder; ihn da» junge Mädchen an. ! das Bild scheint sich zu verschieben. Ein schöner

„Ja, ja, . . . Du hast Recht'. . . hahaha!" I MSdchenkopf mit naßgeweinten, sehnsüchtigen Bitter klingt das Lachen. Elisabeth setzt den laugen taucht an des Bildes Stelle auf. „'s ist zut auf unb schickt sich zum Gehen. Verträumt I aus!" Er hört wieder bie traurige flickt fW dabei aus dem offenen Fenster. Unten! Stimm«.

fr 32

Mk. 1.70