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M 119.
Iuröa, Samstag, den 25. Mai 1901.
28. Jahrgang.
Wochen-Wrrnöschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 25. Mai.
Am 18. Mai hat in M e tz eine beachlenswerthe Kundgebung stattgefunden. Der Kaiser war in Metz. Er hatte die Parade abgehalten, und nach dieser Parade fand er sich bei einem Prunkmahle ein, das im allgemeinen Offizierskasino veranstaltet war. Der Kaiser erschien dabei in russischerGeneralsuniform, auf dem Wege dorthin lebhaft von der versammelten Menge begrüßt. An jenem Tage feierte nämlich der Kaiser von Rußland seinen Geburtstag, und deswegen galt ihm auch der Trinkspruch des Kaisers. Der Kaiser nannte es „eine alte und liebe Ueberlieferung des preußischen Heeres", die Festtage der russischen Monarchen mitzufeiern; außerdem sprach er namentlich.von dem Verhältnisse Deutschlands zu Rußland in der Behandlung der China- Frage. Der Kaiser erinnerte daran, daß vor bald einem Jahre unter Zustimmung aller Mächte dem Grafen Waldersee das Oberkommando in Petschili übertragen worden sei; und dann fügte er mit besonderer Betonung hinzu: Wenn jetzt Hoffnung darauf vorhanden sei, daß die Hauptmacht der Verbündeten Truppen bald in die Heimath werde zurückkehren können, so wäre dies nicht zum kleinsten Theil dem Vertrauen zu danken, das der Kaiser von Rußland dem Grafen Waldersee geschenkt und bewahrt habe. Auch der russische Botschafter war aus Berlin nach Metz gereist, um an dem Mahle theilzunehmen, was ganz selbstverständlich ist; denn der russische Botschafter nimmt stets an dem Mahle Theil, das an dem fraglichen Tage vom Kaiser veranstaltet wird. Aber mehrere nationallistische Blätter haben sich diesmal über diese hergebrachte Thatsache aufgeregt, als ob es sich dabei um etwas ganz Besonderes bandele. Aufgeregte Stimmung bei diesen Blättern ist man indessen bereits hinlänglich gewöhnt, so daß sie diesseits der Vogesen keinen Eindruck mehr macht. Von Elsaß-Lothringen ist der Kaiser nach Berlin gereist, um der Beisetzung der verstorbenen Prinzessin Luise von Preußen beizuwohnen, hernach nach der Provinz Posen. Am 3. Juni wird er der Enthüllung des Bismarck-Denkmals vor dem Reichstage beiwohnen; für den 13. Juni hat er sein Erscheinen zugesagt bei der Eröffnung der Wanderausstellung der Deutschen Land w irths chaf tsge s el l- schaft in Halle an der Saale. Das würde der erste Besuch des Kaisers in der alten Saalestadt sein.
Von hervorragender Bedeutung wird eine Besprechung am 4. Juni sein, zu der der Reichskanzler Graf Bülow die zuständigen Minister von Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg und Hessen nach Berlin geladen hat. Es handelt sich dabei um eine Besprechung über den Entwurf des n euen Zollt arifes.
In der Budgctkommission des Reichstages war bei der Berathung des letzten Marine-Etats mehrfach die Rede gewesen von der Errichtung eines Panzerplatten-Werkes durch das Reich, um nicht die übertrieben hohen Preise für die Panzerplatten an die Firma Krupp in Essen zahlen zu müssen. Man hat sich darüber an den zuständigen Stellen der Reichsregierung berathen, ist aber, wie zu erwarten war, zu dem Ergebnisse gelangt, daß die Errichtung eines solchen Reichswerkes sich nicht empfehle. Augenscheinlich ist Neigung dazu niemals bei der Regierung vorhanden gewesen. Amtlich ist das verneinende Berathungsergebniß damit begründet worden, daß es dem Reiche an den geeignet geschulten technischen Kräften fehlen, und daß dem Reiche der Ankauf der Krupp'scken Patente zu theuer kommen würde. Aber man will, wie berichtet, wird von der Firma Krupp verlangen, daß das Deutsche Reich die Panzerplatten zu demselben Preise erhalte wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist nun freilich recht wenig verlangt. Eigentlich müßte die Firma Krupp dem deutschen Reiche niedrigere Preise machen als den Amerikanern; verdienen würde sie auch nachher noch genug an den Panzerplatten.
.Die Frage einheitlicher Postwerth- zerchen im Reiche ist unlängst in der württem- bergischen Abgeordnetenkammer erörtert worden. Diese Erörterungen haben ergeben, daß in Württemberg Neigung dazu besteht, diese Neuerung emzuführen. Nach einer Erklärung des Minister- prastdenten vonBreitling finden gegenwärtig auch »Verhandlungen darüber zwischen den zuständigen Regierungsstellen in Stuttgart und Berlin statt; da vwse Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, konnte der Minister keine Auskunft darüber geben.
Ätzern will man von einer solchen Neuerung nach wie vor nichts wiffen. Eine offizielle Feder in wtunchen konnte angesichts der Verhandlungen in r«.J^8art ^stellen, daß die bayerische Staats- L;*.tuti9 ?er Einführung einheitlicher Postwerth- "ach wie vor ablehnend gegenüberstehe; rbe bayerische Abgeordnetenkammer ihre Einwilligung dazu doch nicht geben.
utiger Zweikampf zwischen Mainr wieder stattgefunden, diesmal in
dem Dberirot« ™nem Husaienleutnant Vogt und
ment. Dre^°f>n"E Achter vom 88. Jnfanterieregi- jehn Mal soll Kugelwechsel stattgefunden
haben, Oberleutnant Richter liegt schwer krank im Hospital darnieder in Folge der erhaltenen zwei Verwundungen an der Schulter und an der Hüfte. Die Veranlassung war die Frau des Oberleutnants Richter, die mit dem Leutnant Vogt mehrfach allein Spazierritte unten ommen hatte. Die leichtsinnige Frau ist abgereist, der Beleidigte liegt auf den Tod verwundet darnieder — das ist nun die „Gerechtigkeit" des Zweikampfes! Leutnant Vogt befindet sich indeß nicht in Untersuchungshaft.
In Berlin find wiederum zwei Hypothekenbank-Direktoren verhaftet worden, die Direktoren Fritz Romeick und Wilhelm Schultz von der Pommerschen Hypoth eken-Aktienbank. Auch hier handelt es sich augenscheinlich um allzu hohe Beleihung von Grundstücken. Die Verhaftung der Direktoren erfolgte auf Veranlassung der Regierung, deren Vertreter von den Ergebnissen ihrer Prüfung nicht befriedigt waren. Man kann nicht leugnen, daß diese Vorgänge, die sich in so kurzer Zeit bei so bedeutenden Hypothekenbanken in Berlin wiederholen, recht bedenkliche Zeichen der Zeit sind.
Die erste jüdische Ackerbau-Kolonie soll noch im Laufe dieses Sommers in Deutschland gegründet werden von einem Verein, der sich „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" nennt. Man will ein Landgut ankaufen, zur Musterwirthschaft einrichten und jüdische Zöglinge in der Landwirthschaft und im Gartenbau darauf ausbilden. Auf die Erfolge kann man gespannt sein!
Eine bedeutende politische Kundgebung ist alljährlich mit dem Empfange der parlamentarischen D e- legationen beim Kaiser von Oesterreich verbunden. Diesmal ist die Ansprache des Kaisers kurz ausgefallen. Sie berührt aber angenehm durch die besonders kräftige Betonung des Einvernehmens aller Mächte, auch in der Behandlung der chinesischen Angelegenheiten, und der unerschütterlichen Festigkeit deS Dreibundes. Der Reichsrath darf nunmehr als gesichert in seiner Arbeitsfähigkeit angesehen werden; in diesen Tagen baden die Obmänner der Parteien eine Berathung über das Arbeitsprogramm des Reichsrathes abgehalten und sind dabei zu vollkommenem Einverstandniß gelangt. Eine neue Vorlage, die auch im Auslande interessirt, fordert vom österreichischen Reichsrathe die Genehmigung einer Steuer auf Eisenbahnfahrkarten. Diese S:euer soll 12 v. H. des Fahrpreises bei den Ha ptbahnen, 6 v. H. bei den Nebenbahnen und 3 v. H bei den Kleinbahnen betragen; sie soll ausschließlich non dem Käufer der Fahrkarte getragen werden. Auf diese Weise wird die Niedrigkeit der österreichischen Bahnfahrpreise ausgeglichen, und zwar auch bei den vielen Privatbahnen zu Gunsten der Staatskasse. Der Gedanke ist klug ersonnen.
Von der bereits neulich erwähnten Zusammenkunft der Könige von Griechenland und Rumänien in Abbazia ist nachträglich nicht mehr viel die Rede gewesen. Dennoch hat man anzunehmen, daß der Zusammenkunft eine erhebliche Bedeutung zukommt, und zwar in einem Sinne, der der österreichischen Balkanpolitik günstig ist.
Die Hoffnung auf einen serbischen Thronerben ist zunächst vernichtet. Königin Draga muß vorläufig auf Mutterfteuden verzichten, vermnthlich für alle Zeiten; und damit würde das Haus Obre- novits mit dem gegenwärtigen König Alexander aussterben. Das Haus Obrenovits ist in Serbien keineswegs volksthümlich. Es könnte sein, daß schwere Thronfolgekrisen über das Land hereinbrechen, noch ehe der jetzt junge König ein alter Mann geworden sein wird.
In dem Postkonflikte in Konstantinopel hat die Pforte vollständig nachgegebcn und den frühern Zustand unter angemessener Entscheidung wieder hergestellt. Der Sultan muß sehr übel berathen gewesen sein, als er versuchte, den europäischen Mächten in dieser Postangelegenheit eine Kraftprobe abzulegen.
Der Ausfall der Wahlen zum Volksrath auf der Insel Kreta ist keine Freude für den Gouverneur der Insel, den Prinzen Georg von Griechenland. Dieser möchte so gern die Insel mit Griechenland vereinigt sehen; aber die Wahlen haben eine ganz außerordentlich große Mehrheit von Autonomisten ergeben, also von solchen, die die Insel als selbständiges Land erhalten wollen.
Eine Ordensauszeichnung für Arbeiter ist in Italien gestiftet worden. Es ist ein goldenes, mit grünem Email geschmücktes Kreuz, das an grün-roth-grünem Bande getragen wird. Das Kreuz trägt die Inschrift: „Al merito del Lavoro“ — „Dem Verdienste der Arbeit". Es sollen jährlich achtzig Verleihungen stattfinden. Der Gedanke ist so übel nicht.
In Spanien hat die Regierung, wie immer bei dem spanischen Wahlapparate, auch diesmal bei den Neuwahlen zur Volksvertretung gesiegt. Die neuen Cortes werden bestehen aus etwa 250 Anhängern der liberalen Regierung und aus rund 150 Gegnern desselben. Natürlich ist es auch diesmal nicht ohne Unruhen abgegangen; aber ernstere Bedeutung haben dieselben nicht, ausgenommen in dem ewig unruhigen Barcelona, wo die kaum unterdrückten Aufruhrgeister von neuem loszubrechen drohen. Auch die „liberale" Regierung des Herrn Sagasta wird mit ihnen nur fertig unter Anwendung roher Gewalt. Leider ist auch wieder von Gewaltthätigkeiten zu berichten, die gegen die Kirche verübt wurden. In Barcelona ist ein ganzes Maristenkloster zerstört worden; in anderen Städten kameri gefährliche Pöbelangriffe gegen Kirchen und Klöster vor.
Ein seltenes Ereigniß hat sich am 3. Mai in London vollzogen, das seit 343 Jahren in England nicht mehr dagewesen ist. An dem genannten Tage
hat König Elduard sämmtliche katholischen Bischöfe Großbritanniens in gemeinsamer Audienz empfangen. Seit dem Tode Maria oer Katholischen i. I. 1558 war kein katholischer Bischof mehr offiziell am britischen Hofe empfangen worden.
In Südafrika wird nicht nur weiter gebrannt von den Engländern. Neuerdings machen diese Helden der Kultur der Neuzeit auch noch Waffenbrüderschaft mit den Zulukaffern. Diesen soll erlaubt sein, gegen die Buren zu raub en, zu morden, zu sengen, zu plündern — das „stolze Albion" sichert ihnen im voraus Straflosigkeit zu. Bei den Buren selbst aber macht sich von neuem kriegerische Rührigkeit lebhaft bemerkbar; auch im Gebiete der Kapkolome erscheinen wieder bewaffnete Burenschaaren, vermuthlich unter Christian de Wet's Führung.
Ob, wie berichtet wird, Feldmarschall Graf Waldersee bald aus China in die deutsche Heimath wird zurückkehren können, bleibt abzuwarten. Zu wünschen ist es recht sehr in seinem und im allgemeinen Interesse.
tiE Altersversorgung für Arbeiter in Frankreich.
Die französische Abgeordnetenkammer hat in diesen Tagen endlich die Berathung deS Gesrtz- entwurses in Angriff genommen, der den Arbeitern eine Altersversicherung verschaffen soll. Acht Jahre hat es gedauert, bis der Entwurf nach seinen allerersten Anfängen des Licht der Welt erblickt hat — acht lange Jahre der gesetzgeberischen Vorbereitung. Aber fast doppelt so lange Zeit ist verflossen seit der ersten Anregung, die in diesem Sinne im französischen Parlamente erging. Es ist werthvoll, festzustellen, von wem jene erste Anregung ausging: von zwei katholischen Abgeordneten, dem B.schof Freppel und dem bekannten Parlamentarier de Mun.
Merkwürdig ksingt eS den Ohren von heute, wenn man vernimmt, wie damals — erst vor fünfzehn Jahren! — die vortreffliche erste Anregung der genannten katholischen Kammermitglieder ausgenommen wurde. Man war ganz einfach entsetzt darüber. Man wollte nichls hören davon und von sehr vielen Seiten her wurden die genannten Männer, die ganz allein im französischen Parlament den rechten Blick hatten für die Bedürfniffe der Zeit, gerade wegen ihrer richtigen sozialpolitischen Erkenntniß verdächtigt und verleumdet. Man sagte, sie wollten durch ihre Altersversorgungspläne nur „die Republik in Verwirrung bringen", ste wollten „der Republik schaden durch die Nachahmung des für Frankreich unmöglichen deutschen Slaatssozialismus" — ein neues, fchlagenoes Beispiel dafür, wie große Gedanken im Leben der einzelnen Bürger und ganzer Völker häufig gewaltsam durch Unvernunft und Engherzigkeit zu Boden getreten werden.
Seit dem Jahre 1893 erst hat man in Frankreich ernsthaft von der Einführung der Altersoerficherung für die Arbeiter zu sprechen begonnen. Dann kam die Sache allgemach in Fluß; und die Gesetzvorlage, an deren Berathung die französische Abgeordnetenkammer nun wirklich und ernsthaft herangegangen ist, ist der sünfunddreißigste Plan seiner Art! Alle Parteien gleichmäßig haben sich nach und nach an der Gestaltung des neuen Entwurfes be- theiligt. Nach den Bestimmungen desselben soll jede Person in Frankreich, die täglich zwei Franken und weniger verdient, einen Sou (gleich tünf Centimes oder vier Pfennige) an die Ver- sicherungskoffe abgeben; diejenigen Arbeiter, die täglich mehr als zwei Franken verdienen, sollen zwei Sous entrichten, 3 Sous endlich solche, deren Tagesverdienst fünf Franken übersteigt. Die Arbeitgeber sollen genau denselben Beitrag für jeden Arbeiter an die staatliche VerstcherunzSkaffe zahlen
'Aus den dreiprozentigen Z nsen des Kaffen, vermögens sollen allen Arbeitern, die älter als 65 Jahre werden, Renten gezah't roectei im Betrage von 360 Franken jährlich und ebenso an solche Art eiter, die bereits in einem frühern Alter durch besondere Umstände arbeitsunfähig werden. Für diejenigen Arbeiter, die bereits früher das oersorgungibedürftige Alter erreichen als die neue Kaffe ii Thäugkeit treten kann, sollen alljährlich im Staatshaushalte 15 Mill. Franken ausgeworfen werden, um ihre dringendsten Bedürfniffe zu befriedigen. Man sieht, eS handelt sich um die Schaffung einer Altersrente, von der Jemand unter bescheidensten Ansprüchen sein Leben fristen kann.
Im allgemeinen blickt aber der französische Bürgerstand der neuen Abgabe mit großem Mißtrauen entgegen, um nicht zu sagen nvt Besorgniß. Der französische M ttelstand ist in keiner bester» Lage, als ter unserige in Deutschland ; möglicherweise ist er noch mehr mit' Abgaben belastet, noch mehr bedrängt als der deutsche durch die moderne wirthschaftliche Entwickelung. Es kommt dazu, doß Hande! und
Gewerbe grade gegenwärtig sich in einer Rrtfe sich befinden, und außerdem zahlt der franzö' fische Bürger erheblich mehr und mannigfachere Steuern als der deutsche.
Die französtsche Staatseinnahme beträgt jährlich 3* /» Milliarden. Davon werden drei Millarden durch Steuern aufgebracht; Die übrigen fünfhundert Millionen Franken stammen aus den Monopolen. Und zu dieser riesenhaften Last der Staatssteuern treten dann noch die Kommunalabgabcn hinzu. Er ist ein« ach ein toller Unsinn, den die Mehrheit der ranzösischen Sozialdemckcaten mit ihrer Gegner- chaft gegen die Altersversicherungsvorlage und mit ihrem gleichzeitigen Verlangen begeht; ohne alle besonderen Beiträge sollte ganz einfach die Staatskaffe die Verficherungsrenten für die alten und invaliden Arbeiter bezahlen. Man sieht darin in Frankreich dasselbe Schauspiel sich wiederholen, das wir schon aus unserer deutschen Parlamentsgeschichte kennen: die Sozialdemokratie bringt mit ihren übertriebenen und vielfach von vornherein vollkommen unmöglichen Forderungen dem Berufsstande der Arbeiter keine Vortheile, sondern gefährdet vielmehr deren Interessen dadurch, daß ste das ganze soziale Reformwerk an den Rand des Abgrundes drängt. Die regierungsfreundlichen Sozialisten von der besondern Farbe des Handelsministers Millerand unterstützen übrigens die Vorlage, so daß man hoffen darf, daß die Berathung derselben endlich zu handgreiflichen Ergebnissen führen werde.
Prrmifchtes.
* Der Schulaufsatz im Grenzgebiet der deutschen Sprache zeitigt trotz der opferwilligen Mühe unserer Lehrerschaft immer noch Blüthen, die allgemeine Heiterkeit erregen. Die .Straßb. Ztg.' bringt einige bedenkliche Proben dieses neuen Deutschthums: „Wir Aale sind fteudick, wann der Kaiser kommt," schreibt ein patriotisch gesinnter Knabe. Wenig erfreulich klingt die Eröffnung: „Pfingsten gehen wir in die Stadt, weilen wir auf Belangen unseres Bruders ein Affokat bestehlen müssen." „Pontius war der Bruder des Pilatus," was nicht überall bekannt fein dürfte. „Das Heidenthum lebte vor Christus," belehrt uns ein anderer Schüler, der fortfährt: „ES war wie der Name besagt sehr dumm denn es hatte fremde Götter, welche theilweise sogar aus Frauen bestanden. Diese wurden von Götzendienern bedient, diese aßen Kinder wie der Moloch ober brüteten sich Jünglinge im Feuerofen u. s. w." Bester klingt eine Beschreibung des Waldes: „Der Wald ist eine Menge von Bäume und Pflanzen durch welche man gehen kann. Dazwischen leben oft wilde und noch öfters zahme Thiere. Wo keine Bäume stehen heißt man den Wald Lichtung." „Ich ergreife die Feder zur Hand, um dem Herrn Lehrer die Biene zu beschreiben. Sie ist ein Säugethier mit eint Rüssel, wo Honig macht. Sie sticht, sie lebt von Blüthen und wohnt in einem Korb oder Haus."
Gottesdienstordnung in Fulda.
Sonntag, 26.Mai. l Pfingsten.)Dom.5,6u.7Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, ‘/»IO Uhr Bischöfliches Hochamt, 12 Uhr heilige Messe, 1'/» Uhr Andacht, 4 Uhr Bischöfl. Vesper. — Ktsdipfarririichr. 6 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uyr heilige Messen, 8 Uhr Amt und Predigt, 9*/i Uhr Hochamt mit Diakonium und Chorgesang, 2 Uhr Feftpredigt und Andacht. — Pfarrkirche pim hl. Grifte. 8 llbr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Frauenberg. Heilige Meflen um 5 Uhr (mit Maiandacht) und */i7 Uhr; um 8 Uhr Rosenkran,messe, 9 Uhr feierlicher Militär- gottesdtenst mit Aussetzung, um 2 Uhr Predigt und Andacht mit Umgang für die Fünf-Wunden-Biudkr- schaft. Ertheilung der Generalabsolution an die Terztaren nach dem Gottesdienst um 5, */s7 und Nachnr um 2 Uhr.
Pfingstm onta g, 27. Mai. Dom. 6, 6 u.7Uhr hl. Meffen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, l/ilO Uhr hl. Messe, nach derselben Predigt des Hochwürdigsten Herrn Bischofs und Firmung, 12 Uhr hl. wiest«. l‘/i Uhr Andacht, 4 Uhr Abendandacht. — KtadtpfarrKirche. 6 Uhr hl. Messe und Pndigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 9*/i Uhr Amt und Predigt, 8 Uhr Andacht. — Pfnrrkirchr $ma hl. Seifte. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Jungfrauen Kodalttat. 6’:« und 2*,« Uhr Marienlapelle. — Fraurnbrrg. 5 Uhr hl Messe mit Maiandacht, 1,8 und */s7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Rosenkranzmcffe, 9 Uhr feier!. Amt, 2 Uhr feierliche Vesper mit sakram. Segen.
Hvangokischer Gottesdienst. Borm. 8 Uhr: Herr Pfarrer Hattendorf. Barm. 9',, Uhr: Herr Superint-udent Ruhl.
Reklame«- ««d Anzeigeutheil.
Sparierstöcke, stets Neuheites.
Casseler Schirmsabrik,
Fulda, Buttermarkt 14.
Handarbeiten?^:"^
"-äs?- r.v.Srünfeli
Eigene Weberei • •
LiDdeshut(BchL) Berlin Wi, Leipzigers tr.25.