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M 119.

JuLöa, Samstag, den 25. Mai 1901.

28. Jahrgang.

Wegen des hl. Pfingstfestes wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Dienstag ausgegebe».

38 Pfingsten.

Die katholische Kirche hat nicht je ein be­sonderes Fest eingesetzt zur Anbetung jeder der drei göttlichen Personen; denn es soll offen­kundig sein, daß Gott Vater, Sott Sohn und der Heilige Geist doch nur Ein Gott ist. Und in diesem Sinne darf man Pfingsten nicht bezeichnen als das besondere Fest deS Heiligen Geistes; man muß es vielmehr be­trachten als das Fest der Herabkunft des Heiligen Geistes. Das Pfingstfest soll uns erinnern an die Beziehungen der dritten Person der dreieinigen Gottheit zu uns Menschen. Dem Wirken des Heiligen Geistes jn der Kirche gilt das Fest, das diese feiert.

Eine reiche Fülle großartiger Gedanken ist es, zu denen das Pfingstfest uns anregt. Auch wenn Pfingsten nicht in die Zeit des Frühlings fiele, die vor allen anderen geeignet ist, uns das großartige Walten der göttlichen Kraft in ihren Werken vor Augen zu führen, müßte doch die Erkenntniß von dem inneren Wirken Gottes, die auch dem nur halbwegs religiösen Menschen mit stets erneuter Gewalt sich aufdrängt, zur Entfaltung der einen oder anderen geistigen Blüthe oder Frucht führen.

Derselben unendlichen Liebe Gottes zu der sündigen Menschheit verdanken wir die Herab- kunft des Gottessohnes als Erlöser und die Herabkunft des Heiligen Geistes. Und durch diese Herabkunft des Heiligen Geistes soll das vollendete Werk der Erlösung in seinem Be­stände für alle Menschen und für alle Zeiten gesichert, es soll die Heilsanstalt, die uns Jesus Christus hinterlaffen hat, die heilige Kirche, vor Jrrlhum und Untergang bewahrt werden. Der Heilige Geist wirkt und maltet fortgesetzt und ohne Unterlaß in der einen und allgemeinen, der katholischen Kirche. Niemals ist diese durch einen Jrrthum entstellt worden, keine Macht ihrer Feinde hat ihr je verhängntßvoll werden können. Wie sollte es auSsehen mit dem Erbe des göttlichen Heilandes, wenn es anders wäre? — wenn nicht Jeder von uns die Ge­wißheit hätte, daß in der Kirche, deren Glieder wir uns nennen mit Stolz und mit Freude und mit Dank gegen GotteS Güte, das kostbare Gut der ewigen Wahrheit unver­fälscht und unversehrt rein behütet und bewahrt wird? Wenn wir diese Gewiß­heit nicht hätten, woran sollten wir uns halten? Welcher der vielen Sekten, die eine unausbleib­liche Frucht des Abfälle- von der göttlichen Autorität der einen Kirche find, sollten wir uns anschließen? Oder welchem der ungezählten Theologieprosefforen, die alle ihre persönliche Meinung über Gott und Religion zum

Zwei Mnge.

Frei nach dem Englischen von A. Michola.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

Die meisten Paffagiere befanden sich auf dem Verdeck in fröhlicher Unterhaltung begriffen, denn an einem solch herrlichen Tag konnte ja Niemand sich trüben Gedanken hingeben. Etwas abseits von den Uebrigen saß eine junge Dame, mit träumerischen Blicken den sanften Wellenschlag beobachtend. Biel der Vorübergehenden warfen einen wohlgefälligen Blick auf daS zarte, liebliche Gesichtchen, in dem sich eine eigenthümliche Me­lancholie auSdrückte. Das goldene Haar war von der reinen weißen Stirn zurückgestrichen, in den blauen Augen mit den dunkeln, schön ge­schwungenen Brauen lag eine Welt voll Liebe und Schwärmerei.

Jetzt näherte sich ein schlanker Herr der ein­samen Träumerin und fragte lebhait: „Habe ich Dich lange allein gelaffen, Ella? Ich plauderte mit einem der Matrosen und lachte über seine düstern Prophezeiungen bei diesem prachtvollen Wetter. Diese große, tiefe Ruhe des Waffers gefällt ihm nicht, er verglich sie mit dem trüge­rischen Lächeln einer falschen Frau. Wie findest Du diesen Vergleich?"

„Sehr hübsch, Albert, aber hoffentlich nicht zutreffend."

„Natürlich nicht. Seeleute find stets voll Aberglauben, ich höre gern ihrem Geplauder zu. ^ber wie nachdenklich Tu bist, Ella, hast Du «rnsten Träumen nachgehangen?"

Besten geben, sollten wir unser eigenes so viel geringeres Wiffen, unseren schwäche­ren Scharfsinn unterordnen? Wir würden ddmtt vor eine vollkommen unmögliche Wahl gestellt werden, und die Meisten von uns würden alsdann überhaupt darauf verzichten, eine tiefere Glaubensauffaffung sich anzueignen, vielmehr nur noch ganz im Allgemeinen ein Denken und Fühlen mit christlichem Anstriche in verschwommenen Umriffen sich bewahren. Die Religion aber würden sie als ein geheimniß- volles Etwas betrachten, das der menschliche Verstand doch nicht zu durchdringen vermöge, und das man deswegen am besten ganz links liegen lasse.

So traurig sieht es nun wirklich dort aus, wo die Lehrautorität der Kirche verlaffen wurde unter der Losung, daß jeglicher Mensch ein Recht habe auf die „freie Forschung". Hätte dieser Grundsatz von jeher gegolten, dann würde von der Kirche Christi heute vermuthlich nickt mehr viel vorhanden sein. Und wenn es noch so widerspruchsvoll klingt, so bleibt es doch wahr, daß der Protestantismus vom Katholizis­mus lebt. Nur der katholischen Kirche und dem festen Rückgrat, das diese innerhalb der All­gemeinheit aller derjenigen bildet, die sich Christen nennen, ist es zu danken, daß alle jene Anderen noch so viel vom Christenthum gerettet haben, wie sie eben noch besitzen. Die kathcp lische Kirche, geleitet vom Heiligen Geiste, muß auch für die irrenden und abgetrennten Glieder den Schatz deS Glaubens bewahren. Die feste Autorität der vom Geiste Gottes regierten Kirche, errichtet auf dem Felsen Petri, ist es ganz allein, die die völlige Auflösung der christ­lichen Gemeinschaft verhindert, sie bildet ganz allein die wirksame Schutzwehr gegen bett voll- kommenen Zusammenbruch christlichen Glaubens und christltcher Sitte und damit der ganzen christlichen Welt und christlichen Gesellschafts­ordnung überhaupt. Weil wir das wiffen, laffen wir uns auch nicht um eines Haares Breite abdrängen von dem festen Boden der kirchliche« Lehrautorität, wie die katholische Kirche sie annimmt.

Und die Werke können sich sehen laffen, die in dieser Kirche vollbracht werten. Die Liebe feiert in ihr die höchsten Triumphs in den Tausenden und Abertausrnden der Engel der Barmherzigkeit, die ein Leben steter Selbst­verleugnung führen, um Gott und ihren Näch­sten zu dienen, und in den Missionaren, die ihr Leben wagen, um den am allergeringsten geach­teten Menschen die Lehre der Heils zu verkünden. Die Wahrheit in ihr ist nur die eine und gleiche auf dem ganzen Erdkreise, gleichmäßig bekannt und geglaubt von Millionen von Menschen. Und nur dort kann ewige Dauer sein, wo die Liebe alles überwindet und die Wahrheit niemals unterliegt!

G Die Maulwürfe an der untern Donau.

Im November des letzten Jahres wurde in Bukarest ein Prozeß geführt, der von

„Ja, Albert; wie wunderbar ist doch diese Welt des WafferS! Ich suchte mir das tiefe, schaurige Schweigen auf dem Meeresgründe vor­zustellen, eine ewig stille Nacht, ich möchte sie sehen, wr-nn dies möglich wäre."

Albert lachte, aber Ella fuhr ernsthaft fort:

„Frau Mervyn erzählte mir gestern, daß ihr erster Gatte im Meere sein Grab gefunden — denke Dir dieses Rauschen der Wogen als ein «immer endendes Requiem, Albert! Glaubst Du, daß es wahr ist, was man sagt, daß eine Leiche, die man ins Meer versenkt, immer tiefer, immer tiefer fällt, bis sie jenen geheimnißvollen Grund erreicht, der mich schaudern macht und doch wieder anzieht, und nie wieder emporkommt? Stellers Dir vor, Albert, dieses stille, langsame Hiuab- sinken durch das dunkle Waffer!"

„O stille, Ella, welch' düstere Phantasie«»!" sagte Albert, sie besorgt anblickend. „Sprich nicht weiter hiervon, Du machst mich traurig."

Aber sie schien feine Worte nicht zu hören, sondern fuhr fort: „Wenn ich ertrinken müßte, Albert, so möchte ich von Deinen Armen fest umschlungen sein, der Tod würde dann die Hälfte seines Schreckens verlieren."

„Kein weiteres Wort mehr will ich hören, Ella! wir werden beide nicht ertrinken müffen. Du darfst nicht länger in das Waffer schauen, richte Deinen Blick zum Himmel hinauf. Und wenn Du träumen mußt, mein Liebling, so träume von unserm schönen, neuen Heim in dem sonnigen Spanien."

Sie wandte ihm lächelnd ihr zartes Antlitz zu, alle Traurigkeit war daraus verschwunden.

„So ift's recht, so solltest Du immer aus­

neuem recht bedenkliche Schlaglichter warf auf die politischen Umtriebe an der untern Donau. Eine Reihe von Bulgaren, die man in Bul­garien Politiker nannte, nach unseren Begriffen aber kaum einen anderen Namen als mörderische Banditen verdienen, hatte sich dort zu verant­worten wegen Umtrieb-n der allerwüstesten Art. Die Ermordung verschiedener politischer Per­sonen, so besonders des rumänischen Professors Michaelianu, ist noch in allgemeiner Erinnerung; sie war auf das Banditenkonto dieser Leute zu setzen. Außerdem aber ist durch die Gerichts­verhandlungen in Bukarest in leider unzweifel­hafter Weise nachgewiesen worden, daß die bulgarisch - makedonischen Komitees auch die Ermordung des Königs Carol von Rumänien auf ihr Programm gesetzt hatte». Man wollte dabei gar nichts den Rumänen selbst thun. Man wollte nur eine großartige Verwirrung anrichten und diese Verwirrung zu dem Zwecke ausnützen, um Makedonien in Bul­garien einzuverleiben. So roh und wüst diese Anschläge waren, so kindisch waren sie eigent­lich auch gleichzeirig — als ob niemand sonst da wäre, der sich um derlei Dinge kümmerte!

Aber daß recht mächtige Leute alle die Vor­gänge an der unteren Donau sehr aufmerksam verfolgen, hat Graf Goluch owSki, der gemein­same Min.ster des Auswärtigen von Oesterreich- Ungarn, in diesen Tagen den unruhigen Geistern in Bulgarien und Serbien zu Gemüthe geführt, und zwar in erfreulich eindringlicher Weise. Denn daß auch in Serbien der Gedanke der Landes­vergrößerung, der „großserbische" Gedanke, rech?ausgiebig gepflegt wird, ist Thatsache, wenn diese Art der politischen Agitation auch noch nicht den gefährlichen Charakter' der bulgarisch - make­donischen Verschwörer angenommen hat. Aber alle Länder, deren Bewohner zum Serbenstamme gehören, zu einem großserbischen König­reiche zu vereinige», macht einen Lieblings-Ge- danken sehr vieler Gerben aus, und man kann ihnen das schließ ich nicht übel nehmen. Es ist menschlich und etttärlich. Aber da die Ausfüh­rung solcher Pläne, ebenso wie eine gewaltsame Vereinigung von Makedonien mit dem stammver­wandten Bulgarien zu einem großbulgarischen Königreiche nickt ohne bedeutende Folgen auch außerhalb der Grenzen der fraglichen Gebiete vor sich gehen könnte und ganz geeignet dazu sein würde, den gefürchteten Funken in das bekannte große Pulverfaß an der unteren Donau zu schleu­dern und es zur Explosion zu bringen, sorgen die auswärtigen großen Mächte dafür, daß dem natio­nalen Herzensdrange der Serben und Bulgaren Zaum und Kandare angelegt werden. Es ist nothwendig, daß die intereffanten Völkerschaften an der unteren Donau noch für lange Zeit von der Verwirklichung ihrer Völker- und Staats-Ideale absehen, damit nicht etwa ein verheerender euro­päischer Kriegsbrand emporlohe.

Zu den serbischen Länder« im Sinne der großserbischen Pläne gehört auch Montenegro. Wenn das Haus Obrenooits mit seinem letzten, um seine Hoffnung auf Nachkommenschoft be­trogenen Sprossen Alexander ausgestorben oder beseitigt wäre, würde der Fürst der schwarzen Berge mit seinem Geschlechte nach dem Sinne

sehen, Ella — ftoh und glücklich Du hast mir trübe Bilder entworfen, ich will Dir nun ange­nehmere vor Augen führen. Siehst Du die große, alte Stadt Cadix, in dem weichen Licht des spanischen Himmels?"

„Ja, ich sehe sie!"

„Folge mir aus der lärmenden, geräuschvollen Stadt dorthin, wo der blaue Fluß sich um einen steilen, mit Bäumen bestandenen Hügel windet. Am Fuße dieses Hügels steht, halb versteckt zwi­schen Weinberge», eine niedliche kleine Villa, um­geben von Myrthrn- und Orangenbäumen, mit goldenen Früchten und silbernen Blütben; von Blume», welche dir Luft mit ihrem Dufte er­füllen. Dies wird unser Heim sein, Ella — das Heim, wo ich Dich lehren will. Deine traurige, einsame Vergangenheit zu vergeffen uid dem Glück und der Liebe zu leben. Ist dies nicht bester, als die Meerestiefen?"

„O, Albert," flüsterte sie, sich an ihn schmiegend.

„Die Erde scheint mir wie ein Paradies," fuhr er fort, mit strahlenden Augen um sich blickend. Denke nur, welch' gold'ae Zukunft vor uns liegt; wer weiß, wie der Himmel uns noch segnen wird! Ich glaube, der schönste, glück­lichste Tag in der ganzen Welt war jener, der Dich nach RavenSsell brachte, mein Liebling! Doch nun laß uns ei» wenig auf dem Verdeck einhergehen. Du mußt des Sitzens müde ge­worden sein."

Sie erhob sich augenblicklich und vergaß an der Seite des geliebten Galten bald alle trüben Gedanken und Träumereien. Viele bewundernde Blicke folgten dem schönen Paare; sie sahen so jung, so glücklich aus, Niemand ahnte, welch

der Großserben der geeignete König des neuen Großserbiens sein. Und auch in Petersburg ist mau, wie männiglich bekannt, dem Oberhaupte von Montenegro in allergrößter Huld zugethan. Die Entwickelung der Dinge um den Balkan herum ist also durchaus angethan dazu, die all­gemeine Aufmerksamkeit Europas auf sich zu ziehen, auch wenn man annimmt, daß an ernstere Meinuugsoerschiedenheitendarüber zwischen de« leitenden Staatsmännern in Petersburg und Wien gegenwärtig nicht zu denken sei. Man hat es schon einmal, nämlich während der Re­gierung deS Prinzen Battenberg in Bul­garien, erfahren müssen, daß die Uebereinstim- mung zwischen dem Zarenreiche und Oesterreich- Ungarn nicht immer hinreicht, um gewaltthätige Ereignisse zwischen den einzelnen kleineren Bal­kanstaaten zu verhindern.

Auf diese Gefahr hat nun wiederum Graf Goluchowski in seiner Rede über die aus­wärtige Lage in der ungarischen Delegation aufmerksam gemacht. Die politische lieberem« stimmung zwischen Rußland und der habs­burgischen Monarchie in der Beurtheilung der Balkanfragen ist seit 1897 gut und ungestört gewesen; aber — sagt Graf Goluchowski —- „so anerkennenswerthe Dienste dieses Einver­nehmen den Friedensintereffen leistete, wäre eS doch Schönfärberei, dieses enge Zusammengehen als eine Panacee — als eine unüberwindliche Schutzwehr — gegen alle Ueberraschungen hin­zustellen. Die Verständigung (zwischen Wien und Petersburg) von 1897 bietet sehr werthvolle Bürgschaften gegen eine schädliche Rückwirkung der Balkanereignisse auf die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungar» und Rußland. Es wäre aber Vogel-Strauß-Politik, daraus zu folgern, daß sie alle Ausbrüche fern zu halten vermöge."

Mit denselben Dingen haben sich augen­scheinlich auch die Könige von Rumänien und Griechenland beschäftigt, als fie neulich in Abbazia beisammen waren. Oesterreich aber, so hat Graf Goluchowski mit ganz besonderer Entschiedenheit betont, wird auf keinen Fall Verschiebungen der bestehenden poli­tischen Ordnung an der unteren Donau dulde». Diese unversehrt zu wahren, wird vielmehr der springende Punkt in der Orient- Politik von Oesterreich-Ungarn sein. Darin hat Oesterreich-Ungarn das verbündete Deutsch­land hinter sich. Und daß der Dreibund unerschütterlich fest steht, hat auch Graf Golu- chowSkioon neuem in lebhaftesterSprechweise betont.

Die Serben und Bulgaren, namentlich diese Letzteren, sind also gewarnt. Sie würden nirgends für VergrößerungSgrlüste irgendwelche Unterstützung finden!

Deutsches Drich»

Berlin, den 24. Mai.

+ Der Kaiser, die Kure« »nd Aastor vor» Kodelschwiugh. Der protestantische Pastor von Bodelschwingh sollte angeblich bei dem Kaiser in Ungnade gefallen sein, weil er eS unternommen habe, vor dem Monarchen die Burensache zu vertreten und dem Kaiser darzu­legen, wie die allgemeine Volksstimmung in

furchtbares Geschick ihnen näher, immer näher rückte.

Albert war in den letzten Wochen sehr vom Glück begünstigt gewesen, denn sein Suchen nach einer passenden Stellung hatte schon nach kurzer Zeit guten Erfolg gehabt: Er kannte verschiedene emflußreichr Person in London, darunter auch Herrn Lorton, einen reich.»n Kaufherrn, dessen Sohn dasselbe Gymnasium mit ihm besucht hatte. Herr Lorton hatte gerade eine Stelle zu ver­geben, wie Albert sie suchte: die Leitung einer Filiale seines Geschäftes in Cadix, die er dem Freunde seines Sohnes gern ütertrug. Ehe Albert England verluß, brachte er noch zwei Monate in dem Londoner Hause zu, um sich mit feinen neuen Obliegenheiten vertraut zu machen. Dann segelte er mit seiner jungen Gemahlin nach Spanien ab.

Schön und hoffnungsvoll lag die Zukunft vor ihnen, beide fühlten kein großes Bedauern, die Heimath zu verlaffen. Albert hätte gern von feiner Schwester Abschied genommen, aber er wünschte nicht, daß sie von seiner Vermählung mit Ella erfahre, so lange sie noch in Raoensfell weilte. Sobald sie in Cad x sich häuslich einge­richtet hätten, wollte er Helene zu sich rufen, da­mit sie Sonnenschein und Glück mit ihm Iheile, wie sie auch in den trüben Tagen ihrer Jugend­zeit seine treue Gefährtin gewesen.

4. Kapitel.

Die schwüle Mittagsstunde nahte heran, die Hitze nahm immer mehr zu, der Himmel wurde noch tiefer blau und ein dumpfes, brütende- Schweigen lag über dem Waffer. Die Paffagiere