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mit ZlnterHatümgs -Anlage „JTußrirte Sonntags-Zeitung" peterrgaff« Ur. 2 lDarmomel.
M 117.
Jrrtöa, Donnerstag, den 23. Mai 1901.
28. Jahrgang.
von Adel, soll er durch einen summarischen Prozeß zum Galgen verurlheilt, das Urtheil an ihm vollzogen und der Körper so lange ent Talgen bleiben, bis er von selbst abfällt. Wenn ein Duellant nachträglich an den Folgen der im Zweikampf erhaltenen Wunden stirbt, so soll der Adlige in der Stille an unehrlichem Orte durch den Todtengräöer, der Nichtadlige durch den Schinder verscharrt werden, dem überlebenden Duellanten wird die Tefängnißstrafe um einig« Jahre erhöht. Die Sekundanten und Kartellträger werden den Herausfordernden gleichgestellt; diejenigen, welche zu Duellzwecken Hilfsdienste leisten, je nach Berhältnrß mit zwei oder drei Jahren Gesängniß bestraft.
Der zweite Theil des Ediktes enthält Anordnungen darüber, wie Ehrenbeleidigungen, welche den Anlaß zum Durll zu bilden pflegen, zu ahnden und zu sühnen seien. Zuvor wird darauf aufmerksam gemacht, daß das „sowohl in Gottes Wort als auch in den weltlichen Gesetzen, Reichs-Co kfftitutionibus und Kriegs-Art!culn hoch- verbothene Laster der Trunckenhrit und Völlsrey" zum „Duellnen, Rauffen und Schlagen gar offt und fast müstsntheils Anlaß und Ursach gibt" und die Mahnung ausgesprochen: „Insonderheit haben diejenigen sich vor andern hiebey in acht zu nehmen, welche den Trunck nicht vertragen können, und wann sie sich damit, zu Duett Öen und Zänckrreyen geneigt seyu und Ur- fach geben." Srlbstoerschuldete Trunkenheit soll kein Mtlderungsgrund bei Beleidigungen sein; derjenige, welcher in solchem Zustande jemand beleidigt, soll eine „recht hertzliche und ernstliche Reue bezeugen", ist aber deshalb nicht vollständig straffrei, jedoch soll in solchem Falle nach Befund der Umstände verfahren werden. Schließlich wird noch erklärt, daß eine Milderung der im im Estkt auf den Z seikampf und was sich darauf bezieht, festgesetzten Strafen unter keinen Umständen erfolgen und daß es bei Vermeidung der königlichen Ungnade verboten sein soll, bei irgend welchen Anlässen, wie Geburt eines Prinzen, Hnrath in der königlichen Familie, ein Gesuch um Begnadigung oder Milderung einzureichen.
Trotz der entschiedenen Sprache, welche dieses Edikt führt, dürfte es schwerlich zur vollen Durchführung gelangt sein: immerhin aber hat eS die Folge gehabt, daß das Duell zunächst aus der preußischen Armee verschwand und, von sehr vereinzelten Fällen abgesehen, erst in der Zeit nach Friedrich dem Großen wieder auftauchte. In der napoleonischen Zeit schlugen sich die französischen Offiziere wegen des geringsten Anlaffes auf Degen, und dies Beispiel hat allmählich auch in Deutschland Nachahmung gefunden und zu dem „Ehrep.kodex" Veranlassung gegeben, gegen den sich erfreulicherweise jetzt die öffentliche Meinung auch in Offizierskceisen mehr und mehr auflehnt.
Deutsches Usich»
Berlin, den 22. Mai.
* Die Krirmerimg an den Bremer Zwischenfall hat der Vorsitzmde des deutschen Kriegerbundes, General der Infanterie von Spitz, auf einem in Osnabrück am Montag ab
Zwei Mnge.
Frei nach dem Englischen von A. Michola.
2 ------ (Nachdruck verboten.)
Endlich war es heraus und Sir Hugo sank mit sehr erleichterter Miene in feinen Sessel zurück.
In Alberts feinen Zügen prägte fich Schmerz und Staunen aus, als er tief verletzt .ausrief: .»Ich, Onkel, ich sollt? eine Dam., die ich nie gesehen, um ihres G-ldes willen heirathen, einerlei, ob sie mir gefallt oder nicht? Ich kann nicht glauben, daß Sie im Ernst gesprochen."
„In vollem Ernst. Du bist in Pracht und Luxus ausgewachsen. Du weißt nicht, was es heißt, in irgend einer Weise Mangel zu leiden, aber Du hast kein Vermögen, keinen Beruf. Im Besitz von Fräulein Millers Reichthum könntest Du ms Parlament gelangen. Dir Ruhm und Ehren erwerben. Alle Wege würden Dir offen stehen."
„Niemals werde ich mir Ehren mit dem Eelde einer Frau erkaufen, Onkel! O, ich möchte so gerne glauben, daß Sie im Scherz gesprochen, daß Sie mich nur auf die Probe stellen wollten, um zu sihrn, ob ich gewinnsüchtig fei." d
.... "Du wirst sogleich finden, daß es mir <""7 Ernst mit meinem Vorschläge ist. Noch
ich Dir die Sachlage klar machen. SV“ in unsere Wünsche ein, so kann 4>ei<.n. bei unZ bleiben und ich werde sie aus-
statten, wenn sie sich verheirathet; andernfalls sind unsere Beziehungen zu einander für immer aufgehoben. Du mußt für Dich und Deine Schwester anderswo ein Heim suchen. Ich dränge Dich nicht zu einer Entscheidung, überlege Dir alles reiflich, Deine Zukunft steht auf dem Spiele. Ich habe nichts mehr hinzusügen. Du kannst uns verlaffen."
Tiefer Kummer sprach aus Albens Zügen, als er raschen Schrittes das Gemach verließ. Nicht um zu üoerlegen, dessen bedurfte es für ihn nicht; feine Entscheidung war getroffen. In seinem Herzen lebte das Bild eines holden, jungen Wesens mit sanften, traurigen Augen, eines Wesens, das er liebte mit der ganzen heißen Innigkeit einer ersten Liebe. „O Ella, mein armer Liebling," flüsterte er vor fich hin, „wenn Du wüßtest, welch' unwürdiges Verlangen man an mich stellte!"
2. Kapitel.
In großer Erregung suchte Albert sein eigenes Zimmer auf. Die Zumuthung, welche der Onkel ihm gemacht, hatte seinen Stolz aufs Tiefste verletzt und es schien ihm nach diesen Vorgängen ein Leichtes, RavenSfill zu verlaffen, wo er so wenig Liebe genoffen, eine solch traurige Jugendzeit verlebte. Die vergangene» Jahre stiegen lebhaft in seiner Erinnerung auf. Dos Bild des Vaters war feinem Gedächtniß entschwunden; dieser, ein tapfgrer Offizier, war auf dem Felde der Ehre gefallen, ehe der kleine Albert fein drittes Jahr vollendet hatte. Unter Thränen hatte die zarte, junge Mutter den
Wie man ehedem in Preußen das Duell bestrafte.
Dieser Tage ging durch die Blätter die Angabe, der Kaiser wolle zur Verhütung der Duelle im Heere die Ehrengerichte mit Strafbefugnissen ausrüsten. Ob die Meldung sich bestätigt, muß abgewartet werden; aber nicht ohne Interesse ist, jetzt daran zu erinnern, wie der erste Preußenkönig, dessen Bildniß auf den Jubiläumsmünzen dieses Jahres neben dem Wilhelm» II. prangt, den Zweikampf bestraft wissen wollte. In Abänderung und Erläuteruna eines kurfürstlichen Ediktes vom 6. August 1688 erließ er, wie die .Köln. Volksztg/ mtttheilt, unter dem 28. Juni 1713 ein langes, im schwülstigen Stile der damaligen Zeit uns athemlos langen Perioden gehaltenes „Mandat wider die Selbstrache, Injurien, Friedensstörungen und Duelle", welches in dem Abdruck von Johann Christian Winter, königl. Universitätsbnchdrucker in Frankfurt a. b. O., 19 Quartseiten umfaßt. Zunächst wird dargelegt, wie das Duell gegen göttliche und menschliche Gesetze verstößt, und dem gemeinen Besten unersetzlichen Schaden zusüge und sodann werden die Strafen gegen das „Duellieren, Z-veybalgen und Schlagen" festgesetzt. Diese bestimmen im einzelnen folgendes:
Hohe und niedrige Offiziere, Hof- oder Civil- beamre, Vasallen und Unterthauen, auch Fremde und Durchreisende sollen, wenn sie zum Zweikampf herausfordern, auch wenn das Duell nicht wirklich erfolgt, aller ihrer Chargen und Bedienungen (Aemter) auf ewig verlustig sein und nach Befinden entweder mit einer ansehnlichen Geldbuße zu milden Zwecken ober mit dreijährigem harten Gesängniß bestraft werden. Wenn sie aber keine Bedienungen haben, sollen sie der Hälfte ihrer Einkünfte auf drei Jahre verlustig gehen, wovon die Hälfte dem Fiskus, die andere Hälfte dem nächsten Hospital zufließen soll. Wenn jemand, der zum Kartelltragen aufgefordert wird, der Behörde davon keine Anzeige macht, verfällt er selbst den oben erwähnten Strafen. Kommt es aber zum Duell, aber nicht zur Töotung, so sollen beide Duellanten im summarischen Verfahren, wenn sie höheren Standes sind, zu je zehnjährigem Grsängniß, die ersten fünf Jahre bei Wasser und Brod, verurlheilt werden, Personen geringeren Standes zu achtjähriger Festungszwangsarbeit; alle sollen zugleich ihre Aemter verlieren. Während dieser Zeit sollen alle ihre beweglichen und unbeweglichen Güter dem Fiskus anheimfallen, welcher die daraus fließenden Einnahmen mit Abzug der Kosten für den nothwendigsten Lebensunterhalt des Sträflings und seiner Familie bezieht. „Wenn aber jemand von solchen frevelhaften Balgern auf dem Platze bleiben sollte", so soll der Körper des Entleibten, wenn er höheren Standes war, an dem Oite des Duells selbst ober an einem „anderen unehrlichen Ort" von dem Schinder eingescharrt, wenn er nicht von Adel war, „anderen zum Abscheu und Exempel aufgehanaen" werden. Wenn beide Duellanten auf der Wahlstatt bleiben, sollen sie dasselbe unehrliche Begräbniß erhalten. Wer jemand im Zweikampfe tövtet, soll seine Aemter verlieren, sofern er von Adel ist, fein Degen zerbrochen, er selbst aber mit dem Schwerte hingerichtet und sein Körper auf dem Richtplatze eingescharrt werden. War er nicht
gehaltenen Kriegertags in seiner Kaiserrede wieder wachgerufen. Wie man von dort berichtet, führte er unter Anderem Folgendes aus:
Wenn erzählt wird, daß nur eine kleine Beschädigung der Allerhöchsten Person stattgefunden habe, so ist daS nicht wahr. Wir selber haben gesehen, wie diese Narbe auf dem Knochen feftfitzt, die unser Kaiser und König für sein Leben tragen wird. Sein Leibarzt, Professor Dr. von Leuthold, sowie andere Herren sagten: Es hätte eines Biertelzolles Breite nur bedurft, und dem Kaiser wäre der Schädel rettungslos zertrümmert worden. DaS sind authentische Nachrichten. Das Instrument, mit welchem geworfen wurde, war mit solcher unerklärlichen Gewalt geschleudert worden, daß, wie mir Dr. v. Leuthold sagte, ein Herr, der weit davon stand und einen dicken Winterpelz anhatte, noch eine bedeutende Kontusion an dem Arme davongetragen hat. Wir können also der Wahrheit gemäß und ohne irgendwie etwa? bemänteln zu wollen, sagen, daß Gott der Herr unseren Kaiser aus wirklicher Lebensgefahr errettet hat!
Man vernimmt hier zum erstmmale, daß von demsilben Sissnsiücke, durch das der Kaiser verletzt wurde, ein Herr aus dem Publikum getroffen worden ist. Weigandt harrt mittlerweile noch immer in der Irrenanstalt zu Bremen, der er zur Beobachtung seines Geisteszustandes überwiesen worden ist, der Entscheidung über sein ferneres Schicksal.
* In Koblenz ist am Samstag eine Versammlung des nationaWeralen Cmtralkomitees für die Rheirpwvinz abgehalten worden, uns der Bbg. Dr. Sattler hat bei dieser Gelegenheit über die neugeschaffene politische Lage eine längere Rede gehalten, in der er dazu aufforderte, schon jetzt sich für eine Aussässug des Ksttöls-ss zu rüsten. Man könnte nach dem Ministerwechfe! konstatiren, daß ein „An- fana zum Besseren" vorhanden fei. Ob aber die Zukunft alles zum Besseren wenden werde, wiffr man freilich nicht. Bei den Nationalliberalen ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Noch wahrscheinlicher ist, daß die Regierung die Kanaloorlage vorläufig rühm läßt, und dann liegt zur Auflösung kein Grund vor. Die Wahlperiode des Abzrordnrtrnhauses läuft erst 1904 ab.
X Die Mcküktzr der Ktzluatkuppe« soll nach den Meldungen verschiedener Blätter den hauptsächlichsten Inhalt der Metzer Verhandlungen des Reichskanzlers mit dem Kaiser gebildet haben. In seiner dortigen Rede sprach der Kaiser ja auch davon, daß jetzt Hoffnung vorhanden sei, „daß das Gros der vorhandenen Truppen bald in die Helrnath werde zurückkehren können". Wie die .Deutsche Zig/ aus Offiziers!reffen hört, sei sogar die kaiferllche Genehmigung zur stafselweisen Zurückziehung der Truppen erfolgt.
*Für die Ausrüstung der Armee mit dem verbesserte« Infanterie Heweßr (Modell 98) ist ein erheblich längerer Zeitraum vorgesehen als früher bei der Einführung eines neuen Gewehres. Die ersten Gewehre des neuen Systems, welche im vorigen Jahre bis zum Sommer fertig wurden, erhielten unsere ostasiatischen Truppen; sodann wurde im Lause des Herbstes das Gardekorps mit der neuen Waffe ausgerüstet. Weiter sind seitdem noch keine neuen Gewehre ausgegeben worden. Die drei preußischen Gewehr-Fabriken in Spandau, Erfurt und Danzig, welche nebst einer privaten Waffen-Fabrik (Mauser in Obern»
Kindern oft von dem Verlorenen erzählt, bis sie, von Schmerz und Sorgen aufgerieben, in eine schwere Krankheit verfiel. Den Tod vor Augen sehend, hatte sie mit zitternder Hand an den Pflegebruder geschrieben und ihn gebeten, zu ihr zu kommen. Sir Hugo kam und erleichterte die letztkn Augenblicke der Sterbenden durch das fiste Versprechen, sich ihrer verwaisten Kinder anzunehmen. Albert war fünf, Helene erst drei Jahre alt, aber es waren frühreife kluge Kinder, die bald empfanden, daß man sie in Ravsnssell als eine Last betrachte, daß sie Jedermann und überall im Wege seien. Als Sir Hugo sich verheiratheie, wurden die Geschwister zum erstenmaie getrennt; beide besuchten ein Pensionat, wo sie auch die Ferien zubringen mußten. Dann kam eine Zeit, wo in ihrem jungen Leben eine Pause einzutreten schien. Beide hatten ihre Studien beendet und kehrten nach Ravensfell zurück, wo sie sehr bald die peinliche Erfahrung machen mußten, daß sie für Lady Marchmont nur lästige Eindringlinge waren.
An Alberts trübem Himmel sollte jedoch bald ein Heller Stern aufgehen. Seine Tante hatte als Erzieherin ihrer drei Töchter die verwaiste Tochter eines Prioatgelehrten engagirt, welche ihr von einer bekannten Instituts- Vorsteherin in Paris warm empfohlen worden war. Die Dame schilderte Ella Villars als ein sehr wohlerzogenes, fein gebildetes Mädchen von bescheidenem zurückhaltendem Wesen und erwähnte als besonderen Vorzug, daß sie ganz allein in der Welt stehe.
dorf) allein mit der Herstellung des Modells 98 beschäftigt sind, arbeiten mit normalem Betriebe ohne Ueberstundrn und ohne Nachtschichten. Die Spandauer Fabrik, welche vermöge ihrer Einrichtungen von den staatlichen Instituten dieser Art die leistungsfähigste ist, liefert jetzt täglich 120 Gewehre, also im Jahre etwa 36,000 Stück. Bei der Fabrikation des Modells 88 wurden in Spandau allein täglich 1000 Stück fertig gestellt; außer den staatlichen Fabriken hatten damals auch bte Loewr'fche Fabrik und die Werndl'sche Waffen- Fabrik in Steyr große Aufträge. Damals nahm die vollkommene Ausrüstung der Armee mit dem Gewehr Modell 88 rund 3 Jahre in Anspruch. Die neue Ausrüstung hat diesmal indeffen kerne besondere Eile, weil in den Depots noch gewaltige Mengen des alten Modells lagern, die ohne Schaden für die Wehrhaftigkeit unserer Truppen neben den neuen Gewehren weiter verwendet werden können, da die Munition beider Systeme dieselbe ist. Auch erhalten die Truppen erst bann das neue Gewehr, wenn das alte in Folge Abnutzung nicht mehr felddienstfähig ist. Wegen dieser Umstände ist eine beschleunigte Fabrikation des ver- befferten Gewehr-Modells nicht geboten.
* Die greife für Fanzerpkatte«, welche der Staat an die Prioaiwerke zu zahlen hat, sind bekanntlich f. Z. bei der Berachang der Angelegenheit in bet Vudgetkommisfion des Reichstages Gegenstand lebhafter Erö terung gewesen, wobei auch die Frage behandelt wurde, ob es nicht zweckmäßig sei, ein staatlicher Panzerplattenwerk zu errichten. Wie em Berliner Blatt nun will zuverlässig mitthnle» können, ist man an den maßgebenden Stellen zu einer negativen Entscheidung gelangt, da eine Verbilligung der Panzerplatten durch staatliche Fabrikation nicht erreicht werden würde. Andererseits hat man die Sache nach der Seite geprüft, ob es für die Regierung Mittel gibt, die Panzerplatten zu demselben Preise zu erhalten wie die Vereinigten Staaten. Dtcs ist zu bejahen. Die Möglichkeit dazu ist durch die Annahme des Flottengesetzes gegeben, denn nunmehr ist die Regierung in der Sage, Lieser ungkkontrakte in groß m Umfange abzu- schlteßen' während sie bisher zum Detailemkauf gezwungen war. Wir glauben, daß weniger diese Gründe, als das entschiedene Auftreten des Reichstages und der Budget- kornmffsion die Panzerplatten-Fabrikanten veranlaßt hat, niedrigere Preise zu fordern.
* Im Reichstagsgebäude fand heute unter dem Vorsitz des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg die diesjährige Hauptoer- sammlung des Hauptverbandes Deutschs» Ikottevversive im Rustands statt. Der Herzog eröffnete die Sitzung und schloß mit einem begeistert aufgenornmenen Hoch auf den Kaffer, durch Allerhöchst dessen Bestimmung dem Hauptoerbande nunmehr ein bestimmtes Ziel in der Erbauung von Fiußkanonenbooten gesetzt worden ist. Die Hauptversammlung beschloß hierauf dis Absendung ernes Ergebenhsits - Telegramms an Seine Majestät sowie auch den hohen Protektor des Hauptverb andes, Seine Hoheit den Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg. Der Jahresbericht ließ die erfreuliche Entwickelung der ausländischen Flottenvereine erkennen.
Lady Elvira war angenehm überrascht, als sie. daS anmuthige junge Mädchen zum erftenmal sah und gewann Ella bald so lieb, als es sich mit ihrer kühlen Natur vereinbaren ließ.
Vom ersten Tage an hatte Albert sich zu der sanften geduldigen Erzieherin seiner kleinen Koustnen hingezogen gefühlt und ehe einige Monate vergangen waren, hatte er sich Ella i ernste reine Neigung gewonnen. Seiner Schwester sagte er nichts von seiner Liebe; Sir Hugo S Zorn sollte sich nicht über ihrem unschuldigen Haupte entladen, falls fein Geheimniß entdeckt werden würde. Er entwarf herrliche Zukunftspläne, wie er durch eigenen Fleiß ein Heim gründen wolle, in welchem Ella als liebliche junge Hausfrau schalten und walten sollte.
Da traf unerwartet ein harter Schlag die jungen Herzen. Ella fing an zu kränkeln, bte Übernommenen Pflichten waren zu anstrengend für ihre zarte Griundheit. Mit schwerem Herzen vermahm ste den Ausspruch des Arztes, daß sie einer Erholung dringend bedürfe. Sie hatte ja Niemand mehr auf der Welt, der fich ihrer an- nehmen konnte und ihr Weggehen von Ravens- fell bedeutete für ste zugleich eine gänzliche Trennung von dem geliebten Mann.
Aber Sibert wußte Rath. Er kannte in London eine Same, die Mutter seines liebsten, früh verstorbenen Jugendfreundes, welche junge Damen zeitweise in Pension nahm. Hier mußte Ella ein Unterkommen finden, bis über ihre Zukunft entschieden war. Auf eine Anfrage Alberts erklärte sick Frau Esmond mit Vergnügen bereit, Fräulein Villars bei sich aufzunehmen