Einzelbild herunterladen
 

Äkügluh, »hmeder S»wi- und Feier­tage. Biertellährl. f»jugipreie ohne Bringerlohn und Bestellgeld in

Fulda und auS- VürtSlM.bOPf.

Ku Idaer-MZeitung

snsrralrr ®it einspaltige Petit« »eile oder ttrren Raum 15 Pfg.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechen!». Rabatt gewährt.

fü» Snltiait J. Parzelle» in Salta. ** mit Ztnterhattungs -Meilage „Mukkrirte Sonntags-Zeitung"

M 116. Julöa, Mittwoch, den 22. Mai 1901.

G China.

Wenn »«ei Deutsche sich jetzt über die Wirren in China unterhalten, stimmen sie jeden­falls in einem Punkte überein, in dem Punkte nämlich, in deffen Brurtheilung kürzlich auch die Abgeordneten Fürst Herbert Bismarck und Eugen Richter einer Anschauung waren, und dem im Stillen sicherlich auch der Reichskanzler Bülow dieselbe Beurthrilung angedeihen läßt. Die Kennzeichnung dieses Punktes läßt sich kurz und kräftig in den Worten zusammenfassen: Wenn wir nur erst mit An stand aus China wieder heraus wären und unser Geld wieder hätten, das wir dafür avsgegeben haben und noch ausgeben müffen! ES mag über den Chinafeldzug Jemand urtheilen, wie er wolle, diese beiden Wünsche hegt er jedenfalls. Von einer Chinabegeisterung, wie sie im Sommer des vergangenen Jahres in unglaublich uuge- schickler Weise künstlich erzeugt werden sollte, ist in Deutschland auch nicht eine Spur vor­handen. Wir effen den säuern Apfel, weil wir müssen, weil uns gar nichts Anderes übrig bleibt.

Jetzt ist gerade ein Jahr vergangen seit der Zeit, in der die ersten zuverlässigen Nachrichten über blutige Boxerunruhsn aus China eintrafen. Militärische Helventhaten auszuführen haben die deutschen Truppen nur in einem Falle Gelegen­heit gehabt, gleich im Anfänge des Felszugrs bei der Erstürmung der Taku-Forts. Nachher glich der ganze Feldzug mehr einem Polizei­kriege gegen feige Räuber, nur unterbrochen durch mehrere sehr unliebsame Ereignisse un­kriegerischer Art: Explosionen, heimtückische Uebersälle und Brände, tei denen mehrere unserer hervorragenden Offiziere in schnöier Weise ihr Leben lassen maßten. Freude hat an dem ganzen Feldzuge Niemand erlebt, am wenigsten jedenfalls der deutsche Oberfeldherr Grnrralfeldmarfchaü Graf Wilderst, der durch den Brand des Kmf-rpalastes in Peking persön­lich so schwer geschädigt wurde und selbst kaum dem Flammentode entging.

Das hindert nun aber nicht, daß wir allen, die an der China-Sache in thätiger Weise be- thsiligt sind, Soldaten und Diplomaten, unsere Anerkennung für ihr Verhalten dabei auszu­sprechen ; und namentlich auch dem Graten Waldersee gebührt diese Anerkennung in erster Reihe. In hervorragender Weise hat dieser gleichzeitig als Felsherr und als feiner Diplo­mat gewirkt; und wer weiß was eingctreten wäre als die Ruffen und die Engländer in Tientsin drohend einander gegenüberstanden, wenn nicht Graf Waldersee schleunigst seine soeben angetretene Reise nach Tsingtau unter­brachen hätte und als erfolgreicher Friedens­stifter nach Tientsin zurückgekehrt wäre. Nicht der Empfang überschwänglicher Begeisterung wird dem Oberbefehlshaber in China zufallen, wenn er in seine deutsche Heimath zurückkehren wird; aber warme An­erkennung hat er um so mehr verdient, als die Verhältnisse, unter deren Einflüsse er seine Aufgaben auszuführen hatte, so ungünstig und

Das Brustkreuz des Kardinals Sanselice.

Als im Jahre 1884 in der großen Stadt Neapel die Cholera furchtbar hauste, Hunderte an einem Tage erkrankten und starben, Tausende flohen, da waren die Armen am schlimmsten daran; denn ihre erbärmlichen Wohnungen waren der Hauptsttz der furchtbaren Krankheit; man mied sie und überließ die Armen ihrem Schicksal, sodaß sie manchmal die Wahl hatten zwischen dem Tod durch Hunger oder durch Cholera.

In jenen Tagen zeigte sich wieder, was der katholische Priester ist. Der verstorbene Kardinal- Erzbischof Sanfelice von Neapel war nichh nur persönlich überall thätig, um den armen Erkrankten beizustehen, sondern er hatte auch zur Linderung der Noth Alles beigetragen, was er an Geld und Ueberflüfsigem besaß, sodaß seine Kaffe vollständig erschöpft war, und zwar auch für die nächste Zukunft.

„Verhungern läßt uns der liebe Gott nicht", sprach er lächelnd.

Die Noth war fast vorüber, da kam von Sizilien herauf die Schreckenskunde, daß am Fuße des Aetna, in und um die alte Stadt Catania ein Cyklon (Wirbelsturm, die heftigste Art von ^clan) gehaust und entsetzliches Unglück unter Dausenden angerichtet habe. Der Erzbischof von Catania erließ einen Aufruf um milde Gaben,

unleidlich wie möglich waren. Diese An- et Innung wird ihm von keinem ehrlichen Deutschen versagt werden. Es gehört unstreitig zu seinen Verdiensten, daß die chinesische Frage nicht noch weit größeren Umfang angenommen hat, als dies ohnedies der Fall gewesen ist. Jetzt hofft man, daß der Feldmarfchall bald zurückkehren und daß die Rückkehr unserer Truppen aus China im Laufe des nächsten Monats beginnen werde. Alle diese Truppen werden indeß nicht den Heimmarsch antreten können; man muß sich gefaßt machen darauf, daß eine gemeinsame Truppenmacht der Staaten dauernd in China bleibt. Ohne eine solche be­waffnete Vertretung der Mächte im Reiche der Mitte würde dieses letztere schwerlich die Zah­lungsverpflichtungen genau erfülle», die ihm aus dem Kriege erwachsen. Und diese Verpflich­tungen sind groß: es handelt sich, wie bekannt, im Ganzen um etwa 1200 Millionen Mark, die China als Kriegsentschädigung insgesammt an die verschiedenen Mächte zu zahlen hat. China hat sich bereit erklärt, diese Entschädigung zu leisten. Aber darüber, wie diese Zahlungen ge­leistet und auch verbürgt werden sollen, ist noch keine Vereinbarung erzielt. Man muß sogar gefaßt sein darauf, daß noch einige Zeit ver­streichen wild bis zur Erzielung einer solchen Einigung.

Als Reichskanzler Graf Bülow im Spät­herbste des veraangenen Jahres im Reichstage sein politisches Chinaprogramm entwickelte, hat er den lebhaften und ungeteilten Beifall des Reichstages dafür erhalten. Man muß zugeben, daß Graf Bülow innerhalb der Grenzen dieses Programms sich gehalten, daß er es verstanden bat, mit Klugheit und Umsicht den vielen Klippen aus dem Wege zu gehen, die sich dem deut'chen Staatsschiffe entgegenstellten. Die deutsche Chinapolitik trägt den Charakterzug der Besonnenheit und Mäßigung an sich; abenteuer- liche Züge wenigstens find ihr erspart geblieben, und das ist unter den obwaltenden Umständen ein nicht zu unterschätzendes Verdienst an sich. Daß die Engländer allen Grund haben, bei Deutschland für deffen Verhalten in der oft» asiatischen Frage sich ganz besonders zu be­danken, ist und bleibt freilich dabei eine unleug­bare Thatsache. Wer weiß, ob wir jemals ent­sprechenden Dank dafür von den Engländern einernten!

Immerhin ist eS kein schlechtes Zeichen für die Art unserer Chinapolitik, daß wir den Briten gefällig sein können, ohne uns die Ruffen zu Feinden zu machen!

Buße oder Schadensersatz?

Von Arthur Brückmann.

------- (Nachdruck verboten.)

Man macht nicht selten die Erfahrung, daß ganz erhebliche gesetzliche Rechte und Vergünsti­gungen von einem großen Theil der Berechtigten nicht in Anspruch genommen werden. Der Grund ist in der Regel einfach die Unkenntniß des Laien­publikums in Bezug auf die einschlägigen gesetz­lichen Vorschriften.

So bestimmt unser Strafgesetzbuch: in dem Falle der Beleidigung, die dadurch begangen wird, daß man in Beziehung auf einen Anderen eine Thatsache behauptet oder verbreitet, die — ohne nachdem er seinerseits bereits Alles geopfert, war er besaß.

Der Kardinal von Neapel las die Bitte mit den erschütternden Einzelheiten. Traurig stand er vor seinem Schreibtisch, in welchem auch nicht mehr ein Fünf-Lire-Billet lag; und noch trauriger sah er drein, als sein Verwalter erklärte, er habe nicht einen Soldo (*/ao Lira — 4 Pfg.) mehr, um ihn nach Catania zu senden. Tief betrübt sah er sich im Zimmer um, ob er nichts veräußern könne, um Beistand zu leisten, und unwillkürlich preßte er die Hand an die Brust. Sie berührte etwas Hartes: das Brustkreuz, welches bekanntlich die Bischöfe, Kardinäle und Kirchenfürsten stets tragen. Da leuchtete fein Auge hell auf. Er eilte zu ehern Kästchen und entnahm demselben ein zweites Brustkreuz an goldener Kette. Prachtvoll funkelten die Brillanten in der Sonne. „Du bist mir das Theuerste nach meiner Seele und den mir Anvertrauten auf Erden", flüsterte er, das prächtige Kreuz anblickend: „aber der heilige Ambrosius hat einst die Klrchengefäße verkauft für die Armen, warum ich nicht mein Eigenthum?" Damit nahm er es, packte es eigenhändig ein, schrieb einen kleinen Brief, daß das Beiliegende fein Almosen sei für die Verunglückten in Catania, und adressirte cs an den Erzbischof von Catania. Abends schwamm das Päckchen schon auf dem Schiffe über'- Meer hinüber nach Sizilien zu.

Das Brustkreuz aber, welches darin lag für

daß der Beleidiger ihre Wahrheit beweisen kann, — denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung hersbzuwürdigen geeignet ist, sowie im Falle der verleumderischen, d. h. wider befferes Wissen begangenen Beleidigung und Kredit- gesährdung kann auf Verlangen des Be­leidigten auf eine an ihn zu erlegende Buße bis zu 600 Mk. erkannt werden, wenn die Be­leidigung nachtheilige Folgen für die Vermögens- verhältniffe, den Erwerb ober das Fortkommen des Beleidigten mit sich bringt. Desgleichen kann in allen Fällen der Körperverletzung, und zwar sogar ohne die für die Beleidigung aufgestellte Voraussetzung der materiellen Schädigung, auf eine Buße bis zu 6000 Mk. erkannt werden.

Die Fälle aber sind zu zählen, wo das Publikum von diesen Rechten Gebrauch macht. Woher kommt das? Weil die Verletzten in der Regel nur als Zeugen bei dem Straf­verfahren betheiligt und insofern immer ohne Rechtsbeiftand sind und sich oft, wo sie als Privatkläzer auftreten können und auf treten, wie z. B. bei allen Beleidigungen und den ein­fachen Körperverletzungen, auch keines Anwaltes bedienen, und weil sie schließlich vom Straf­richter, der objektives Schweigen über seine An­sicht zu bewahren hat und das Geheimniß der unter Ausschluß der Ö ffentlichkeit vor sich gehenden Berathung nicht durchbrechen darf nicht wie vom Amtsrichter in Zivilsachen zur Stellung zweckdienlicher Anträge angehalten werden dürfen.

Deshalb sei in Kurzem auf die gesetzlichen Vorschriften hingewiesen:

Eire Buße kann nur verlangen, wer selber klagt. Also der Belastungszeuge, der Verletzte schlechthin hat diesi sRecht nicht. Will erBuße haben, so muß er als Privatkläger austreten. Aber auch wo die Staatsanwaltschaft von Amts­wegen vorgebt, weil sie fr bet, daß nicht nur das eigene Interesse bei Geschädigten, sondern auch die öffentlichen, allgemeinen Interessen verletzt sind, ober* roo sie überhaupt eivschrerten muß (rot* z. B. bei schweren ober gefährlichen Körperverletzungen), kann und muß er in das Verfahren eintreten. Das timt er, indem er sich als Nebenkläger dem Verfahren a^ichließt Hierzu braucht er nur eine schriftliche Erk drang bei dem Gerichte eivzureichen, die etwa so lautet:

An das König!. Amtsgericht I zu Berlin.

In der Strafsache gegen den Maurermeister 3H.XD“ wegen vorsätzlicher Körperverletzung beabsichtige ich, als Verletzter, von dem Ange­klagten eine Buße zu verlangen und mich zu diesem Zwecke dem Verfahren als Nebenkläger anzuschlreßen.

H. K, Schiffbauer, z. Z. im Krankenhause zu R.

Wird er zugelaffen, so erlangt er alle Rechte eines Privatklägers, muß aber den Antrag auf Zuerkennung einer Buße und kann ihn nur bis zur Verkündung des Urtheils erster Instanz unter Angabe der Höhe des beanspruchten Betrages stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann er ihn auch zurücknehmen, den zurückgenommenen aber nicht mehr erneuern.

Das Recht auf Buße aber ist unter Um­ständen ein zweischneidiges Schwert. In den Fällen nämlich, wo dem Verletzten ein größerer Schadensersatzanspruch aus der strafbaren

die Armen von Catania, war das Kostbarste, was der Kardinal besaß. Denn erst vor wenigen Wochen hatte es ihm Papst Leo XIII. eigenhändig geschenkt, als er ihn zum Kardinal geweiht hatte. Es war ihm so werth, wie einem ergrauten Staatsdiener der höchste Ordens- stern, rote einem siegreichen Generale em kost­barer Ehrendegen seines Königs. Aber der katholische Priester hat ein» für allemal sich Gott geopfert mit Leib und Leben, mit Hab und Gut, Christus gleich für feine Mitmenschen; und wie er von den Banden der Familie sich frei­halten muß, so muß er auch geistig sich von der Anhänglichkeit an allen Besitz frei erhalten so daß er in jedem Nothfalle denselben dahi'nzu- geben bereit ist, roo es Gottes Ehre und des Nächsten Heil erfordert.

Von diesem Gesichtspunkte haben Taufende von deutschen katholischen Priestern freudig und, ohne sich zu besinnen, Einkommen und Pfründe- geuuß für nichts geachtet, rur um im „Kultur­kampf" ihrer Kirche treu zu bleiben. Und diese Selbstlosigkeit und Opferroilligkeit wird ebenso lange blühen, als die katholischen Geistlichen durch die Ehelosigkeit sich freier von den Banden irdischer Sorgen und Anhänglichkeit erhalten, als Andere. Diese Tugenden, »u welchen jeder gewöhnliche Priester sich verpflichtet, ersterben aber nicht unter dem violetten oder roihen Kirchenfürstengewande, sondern sie entfalten sich da imGegentheil zur rechten hohen Vollkommen-

28. Jahrgang.

Handlung erwachsen ist, muß ihm vor Stellung eines Antrages auf Buße abgerathen werden. Eine noch so gering erkannte Bußsumme nämlich schließt jeden weiteren Schadens­ersatzanspruch aus. So kann man z. B. nach den Regeln des bürgerlichen Rechts SchadenS- ersaß in Gestalt einer Geldrente verlangen, wenn in Folge Körper- ober Gesunbheitsverletzungen die Erwerbsfähigkeit oerminbert wirb, ober bie Bebürfniffe sich erhöhen. Man wirb eS sich hier zweimal überlegen müffen, ob man die Buße — also eine einmalige Abfindung — beantragen soll, bie vielleicht hinter dem Werth der Rente be­deutend zurückbleibt. Auf der anderen Seite aber wird man bie Buße beantragen, wenn ber er­wachsene Schaben nicht ober nur schwer im Ein­zelnen bargethan werden kann, ober vielleicht — z. B. bei Körperverletzungen — ein Schaden gar nicht entstanden ist.

Nermifchtes.

* Saris, 21. Mai Bekanntlich sind Reisen auf Kosten Anderer längere Zeit hindurch sehr im Schwange gcw-sen. Man begab sich auf die Reise, in­dem man ankündigte, ohne Geld durchkommen zu wollen. ES fanden sich auch immer Mittel und Wege, das nun einmal unenlbehrliche Geld von Anderen zu erlangen. Zuletzt ist jedoch diese Kunst fehlgeschlagen. Deshalb hat ein Engländer, Beresford, die Sache anders angefZngen Er verkündete, um 50000 Dollars gewettet zu Haden, zu Fuß um die Welt zu re-fen und dabei nur von dem Ertrage seiner Borträge zu leben. In Le Mans wurde Beresford/jedoch verhaftet. Er war im ersten Gasthof abgestiegen, hatte seinen Bortrag durch riisize Maueranschläge angekündigt, verschwand aber, ohne denselben zu halten und ohne seine Rechnung im Gasthof zu bezahlen. Es stellt sich nun heraus, daß Beresford schon seit 10 Mo aten sich in Frankreich herumtreibt, schon zwölfmal verhaftet, aber stet? wieder freigelassen wurde, da sein Vergehen gegen keinen Ar­tikel des Strafgesetzes verstößt. Das Gericht in Le Mans ist denn auch unschlüssig Der Bertheidiger macht geltend, Beresford sei kein Betrüger noch Land­streicher, da er stets in e-ften Gaühäusern abfteige und verkündige, daß er ohn» Geld reife. Die angekündigten Vorträge nicht halten, fei kein Vergehen.

* Jarle Rücksichtnahme. Sie: „Richt wahr, mein Schatz, Du wirft nie von mir fordern, daß ich selbst kochen soll!" Er: „O n in, gewiß nicht! Ich habe so wie to keinen guten Magen."

* Kiu Kenner. „Also Ihr Sohn will sich schon verheirarhen? Der könnte schon noch warten, bis er etwas klüger ist." — „Ja wenn er klüger ist, heirathet er gar nicht!"

Literarisches.

Gebetsperlen aus den Schriften des hl. Al Phons M. von Liguori. Ein Andachtsbuch mit besonderer Rücksicht auf die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres. Aus dem Italie­nischen übersetzt und herausqegeben von P. Joseph Alois Krebs C. Ss. R. 16°. 500 Seiten. Preis gebunden 1.50 Mark. A. Laumann's ch e Buchhandlung Dülmen i. W.

Einen durchaus glücklichen Gedanken muß man die Herausgabe obigen Gebetbuches in deutscher Sprache nennen. Es sind Perlen aus den Schriften des großen heiligen Kirchenlehrers Alphons von ßigoutf, den man in letzter Zeit so schmählich verdächtigt hat. Wer solche Gebete und Betrach­tungen verfaßt, der muß treu in seinem Glauben und rein in seiner Lehre sein. Dadurch,, daß be­sondere Rücksicht auf die einzelnen Feste genommen wurde und wirklich herrliche, erhabene und doch leicht verständliche Betrachtungen überall beigefügt sind, dürfte dieses Gebetbuch sich viele Freunde erwerben; es verdient ganz besonders der katholischen Männer­welt empfohlen zu werden.

beit. Das hat ber Kardinal-Erzbischof von Neapel gezeigt.

Des andern Tages erhielt der Erzbischof von Catania bas Packet, und mit Thränen in den Augen las er bie rührenden 3 dien deS Begleit­schreibens und küßte baS nun doppelt kostbare Kreuz. Aber dabei blieb es vicht. Er erzählte von der Liebesgabe sofort dem Hilfs-Komitee von Catania, und dieses theilte rs dem Volke mit. Dieses wußte bie hochherzige That des Kardinals gleich hochherzig zu erroibern. Trotz ber schweren Opfer, bis Alle schon für bie Verunglückten ge­bracht hatten, kauften fie bas Kreuz um 2000 Lire, welche sofort ber Sammlung zukamen, und . den folgenden Tag wanderte das nun dreifach geweihte Kreuz mit dem Ausdrucke der glühend­sten Dankbarkeit wieder an den Kardinal von Neapel zurück.

Das ist bie Geschichte von bem Pektorale bes Karbinals Sanfelice. Der Geist des Priester- thums ist nicht erstorben, wie bie Feinde sagen; in ben Tagen ber Noth flammt er erst recht auf unb ist da stets bie Feuersäule, welche allein das Volk richtig zu führen versteht. Denn nicht um« sonst ist der katholische Priester geweiht durch ein eigenes Sakrament, das nur Apostel- ober Apostelnachsolzerhanb spenden kann. Ur,b das, was Kardinal Sanfelice that, ist nur ein Beispiel aus tausenden von priesterlicher Opferroilligkeit.