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X Die soziale« Gasessrage« des Woiks- Vereins für das Katholische Dentschlaud, die bekanntlich den Zweck verfolgen, für gemein­nütziges soziales Wirken im Klerus wie Laien­stande führende Männer zu werben, diesen prak­tische Anregung und Belehrung zu bieten, sind neuerdings wieder um mehrere Hefte bereichert worden. Von denselben behandeln die Hefte 19 bis 22 (Preis 40 Pfg.): „Katholische Arbeitervereine, ihre Nothwendigkeit, Aufgaben und Mittel"; zu­nächst die Nothwendigkeit derselben einmal zum Schutze der katholischen Arbeiter gegen Glaubens­gefahren sowie zur Heranziehung derselben zu einem christlicheu Leben, sodann zur Förderung auch der wirthschaftlichen Lage der Arbeiter. Demgemäß gliedert die Schrift die Aufgaben der Arbeiter­vereine in religiöse, wirthschaftliche und allgemein kulturelle, unter denen sie namentlich die geistige Hebung der Arbeiter hervorhebt. Als Mittel zur Erfüllung dieser Aufgaben werden endlich ange­geben: Vorträge in den Vereinsversammlungen, Mittel zur Pflege einer edlen Erholung und Ge­selligkeit, Verbreitung einer guten Arbeiterzeitung, Bibliotheken, soziale Unterrichtskurse, soziale Kom­missionen. Die innere Verwaltung in den Ver­einen wird besonders noch erörtert, ferner ist dem Schriftchen der Entwurf eines Musterstatuts eines katholischen Arbeitervereins bsigegeben. Ein An­hang gibt noch einen kurzen Üsberblick über die Geschichte der katholischen Arbeitervereine. Mit dem vorliegenden Merkchen ist einem langgefühlten Bedürfniß abgeholfen. Für die katholischen Ar­beitervereine in Deutschland fehlte es bisher an einer zusammenfaffenden Darstellung der Auf­gaben —, Thätigkeit und inner» Einrichtung der­selben. Dieser Mangel machte sich um so fühl­barer, als die geistlichen Präses der Arbeiter­vereine häufig wechseln und die neuernannten Präses sich immer von neuem in die oft recht schwierige Leitung eines -Arbeitervereins hinein­arbeiten müffen. Das vorliegende Büchlein wird jedem Präses ein praktischer Wegweiser und un­entbehrlicher Rathgeber in der Leitung des Ar­beitervereins sein, ebenso wie die Vorstandsmit­glieder der Arbeitervereine in demselben eine Richtschnur für praktisch-soziale Arbeit finden werden. Für alle in den Arbeitervereinen thätigen Geistlichen und Laien wird das Schriftchen ein willkommener Führer auf dem Gebiete der sozialen und religiösen Bestrebungen der katholischen Ar­beitervereine sein. Die folgenden Hefte 23-24 (Preis 20 Pfg.): Die Unfallversicherung, Inhalt und Bedeutung des Unfalloersicherungsgesetzes com 30. Juni 1900 behandeln die neuen Best-m- mungen dieser Novelle, die bekanntlich wiäitge Aenderungen gegenüber der früheren Fasiung des Gesetzes gebracht hat. Für die Leiter sowie T eil- nehmer an sozialen Unterrichtskursen dürfte das Schriftchen höchst willkommen sein. Die sozialen Tagesfragen können nur direkt von der Cemral- stelle des Volksvereins für das katholische Deutsch land gegen Einsendung des Betrages bezogen werden.

* Metz, 19. Mai. Das heutige Parade- d?ner gewann besonders dadurch Bedeutung, Laß dasselbe gleichzeitig der Geburtstags­feier des Kaisers von Rußland galt. Ausgehend davon, daß es eine alte Tradition des preußischen Heeres sei, die Festtage des russischen Monarchen mitzufeirrn, erinnerte der Kaiser in der bei diesem Diner gehaltenen Ansprache daran, daß cor bald einem Jrhre dem Generalfeldmarschall Grafen Waldersee das Oberkommando in Petschili übertragen wurde. Wenn jetzt die Hoffnung vorhanden sst, daß das Gros der Verbündeten Truppen bald in die Hei- math zurückkehren könne, so wäre dies nicht zum kleinsten Th-il dem Vertrauen zu verdanken, welches der Kaiser von Rußland dem Grafen schenkte und erhielt. Mit dem Wunsche, daß die in China besiegelte Waffenbrüderschaft der großen Sache des F siedens zu Gute kommen möge, brachte der Kaiser am Schluffe der Rede das Hoch auf den Kaiser Nckolaus aus. — Nachmittags Uhr reiste der Raver im Sonderzuge ab. Der Reichskanzler war zur Verabschiedung auf b:m Bahnhofe anwefind. Die Herren der russischen Botschaft reisten aegen 6 Uhr mit dem fch-planmäßigen Schmllmge »ach Berlin ab. Die Kaiserin ist nrchBadm- Baden abgereist.

A«sLa«r«

+ Loudo», 19. Mai. Ein neuer Gewalt­akt der Engländer gegen die Buren ist wieder zu verzeichnen; ein Mitglied der gesetzgebenden Körper­schaft von Natal theilt nämlich mit, daß unter Mitwiffen der höchsten militärischen Behörden des Landes Schritte unternommen seien, die Ein­geborenen auf den schon demoralisirten Feind loszulaffen und ihnen zu gestatten, zu rauben und zu plündern. Die Zulus seien von Offizieren des britischen Heeres angewiesen worden, in den Distrikt Vryheid einzu­dringen; 1000 Stück Vieh seien von ihnen den Buren geraubt und dem Oberst Bottomley aus- geliefert worden, der den Zulus gestattet habe, 10 Prozent all' ihrer Beute zu behalten. In Folge dieser Vorkommniffr seien die Stämme DintzuluS und Ustpubus wieder auf dem Kriegs- pfad. Auf einen wegen dieser Vorgänge beim Premiermiiister eingereichten Protest antwortete dieser, daß die betreffende Militär-Behörde ihre Instruktionen über schritten habe und daß dem charakterisirten Verhalten der Engländer Einhalt gethau werde.

0 Stockholm, 19. Mai. Die Militär- Organisation in Schweden rückt stetig voran.

Nachdem bereits, wie früher schon gemeldet, der allgemeinen Wehrpflicht durch die erste Kammer zugestimmt worden ist, hat nunmehr die zweite Kammer nach langer Debatte die RegierungS- Vorlage, in welcher die Militärdienstzeit auf 12 Monate festgesetzt ist, abgelehnt; dagegen gelangte ein Abänderungkantrag mit Festsetzung dec Dienstzeit auf acht Monate zur Annahme.

* Budapest, 18. Mai. Die Regierung legte einen Gesetzentwurf betreffend in Bos­nien zu bauende Bahnen vor und zwar die Linien von Sarajewo einerseits bis zur Grenze drS Sandschaks bei Uvac, andererseits abzwngend bis zur serbischen Grenze bei Vardistie. Der Kostenaufwand für diese Linien soll 75 Millionen Kronen betragen. Nach Fertig­stellung dieser Linien werden die Linien Samac- Doboj und Bugojna—Arzano gebaut werden.

X Belgrad, 18. Mai. Das König­reich Serbien geht möglicherweise einer sehr ernsten Zukunft entgegen. Der junge König Alexander ist der Letzte seines Stammes. Wenn er ohne Leibeserben stirbt, erlischt mit ihm das HauS Obrenowitsch, und der Streit um die Thronfolge inSerbien könnte ganz wohl zu sehr bö sen Zwistigkeiten nicht nur in Serbien und an der untern Donau selbst, sondern auch zu gefährlichen Miß- Helligkeiten zwischen denjenigen Mächten führen, die sich für die Entwickelung der Dinge an der untern Donau intereffiren. Unter diesem Ge­sichtswinkel muß man die Dinge betrachten, über die der Draht gegenwärtig aus Belgrad br- richtet, nicht nur in dem Sinne derjenigen Sensationsblätter, die die Frage, ob Alexanders Gattin Draga Mutter werden könne oder nicht, als willkommene Gelegenheit zum Skandaliren und zu widerlichem Klatsch ausschlachten. Amt­lich ist nunmehr auch die Thatsache vor der Oeffentlichkeit sestgestellt, daß vorläufig an eine Nachkommenschaft des jungen Königs Alexander nicht zu denken ist, und darauf kommt es bei der Beurthei ung der Dinge einzig und allein an. Die Untersuchung darüber, ob die Königin Draga ihren mindestens zwölf Jahre jünger» Gatten irregeführt hat oder nicht, geht die Oeffentlichkeit wenig an. Es scheint so, als wäre dies nicht der Fall. Allermindestens sprechen die Umstände nicht dafür, daß die ver­breiteten Gerüchte von einer beabsichtigten oder beabsichtigt gewesenen Kindesunterschiebung that- sächliche Unterlage haben; und Thatsache ist es ferner, daß hysterische Frauen mitunter selbst die feste Ausfiast haben, auf Nachkommenschaft rechnen zu können, während das im Ernste gar nicht der Fall ist. Der König Alexander hatte bereits fest auf einen Leibeserben gerechnet. Das serbische Parlament hatte in der auge- genehmen Voraussicht der Nachkommenschaft, die kommen sollte, bereits das Thronsolgegesetz umgeändert, sodaß nunmehr auch die weibliche Thronfolge gesichert war; und jetzt sind derbe, König uud Volk, aufs unangenehmste ent'Suf tt.

* Wem ZZork, 18. Mai. Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Edwin F. Uhl ist gestorben. Uhl entstammt einer deutsch - amerikanischen Familie. - Im Jahre 1892 ernannte ih» Cleoeland zum Gchflfen des Staatssekretärs und als solcher leitete Uhl nach dem Tode Grehsam's die Geschäfte des omeri- kanischen auswärtigm Amtes, bis Olney Staatssekretär wurde. Nach Berlin kam Uhl als Vertreter der Vereinigten Staaten am 27. März 1896 als Nachfolger Runyans, doch blieb er nicht lauge auf diesem Posten, denn schon am 12 Juni 1897 wurde er von Herrn Andrew D. White, dem j tzigea amerikanische» Botschafter, abgelöst.

Aus dem Jahresbericht der Handelskammer zu Hanau.

IV.

Die geschäftliche Entwickelung der Spiri­tuosen-Branche in Hanau weist nach dem Berichte der Handelskammer nachstehende Ziffern des dortigen stäotischen Steueramtes auf: Im Etatsjahre 1899/1900 betrug die Einfuhr 559,838 Str. r. A und die Ausfuhr 480,402 Str. r. A; zu gewerblichen Zwecken wurden 582,389 Str. r. A. und zur Eisbereitung 118,098 Str. r. A. verwandt.

Die Absatzverhältnisse waren in diesem Be­richtsjahre nicht ungünstig und der Umfang der Betriebe hat sich erweitern körnen.

Die Kartoffel-Ernte des Jahres 1900 erwies sich als außerordentlich gut, doch ver­mochte dieser Umstand nicht mehr in der früheren Weise zum Ausdruck zu gelangen, da die „Cen­trale für Spiritus - Verwerthung" in Berlin für die Preisbestimmung seit dem 1. Oktober 1899 maßgebend ist; die hohen Sommerpreise find von hr im Saufe der Monate November und Dezem­ber etwas ermäßigt worden uni im Laufe der ersten Monate 1901 ist ein weiterer Rückgang eingetreten.

Auch die Obsternte brachte ein ungewöhn­lich gutes Ergebniß in Bezug sowohl auf die Menge, als auch auf die Güte, so daß ein reich­liche- Material zu Brennzwecken zur Verfügung stand, um die klein gewordenen Bestände zu er­gänzen.

Für den Weinhandel bilbete die im All­gemeinen sowohl nach Qualität als auch nach Quantität befriedigende Wemernte Deutschlands ein günstiges Moment. Stellenweise erzielte der Weinhandel des Handelskammer - Bezirkes einen gegen den vorjährigen erhöhten Umsatz. Eine in Fulda domizilirte Firma erachtet ein gesetzliches Verbot der Herstellung von Kunstwein als erwünscht.

Die Produktion von Obst-Konserven war in Folge der reichen Obsternte deS Jahres 1900 günstig. Für die Mehrausgaben der um 20 bis 3O°/o im Preise gestiegenen Blech- und Glas- Emballagen, sowie für die erhöhten Löhne, die dem weiblichen Personal zu gewähren waren, konnte ein Ausgleich, wenn auch nicht durch erhöhte Ver­kaufspreise, so doch durch günstigen Einkauf deS Rohmaterials gefunden werden.

Stadtverordneten - Versammlung.

□ Fulda, 20. Mai.

B;i der am Samstag abgehaltenen außer­ordentlichen Sitzung der Stadwerordneten-Ver- sammlung waren 24 Stadtverordnete und als Vertreter des Magistrats Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni und die Herren Aug. Müller uns Stöhr zugegen.

Es wurden folgende Punkte der TaMord- nung erledigt:

1) Verpachtung eines Grundstückes. Das betreffende 3180 Quadratmeter große Grundstück wurde zum Preise von 10 Mark jährlich an den seitherigen Pächter weiter ver­pachtet.

2) Antrag aus Gewährung einer Vergütung für die Promenadekonzerte. Herr Stadtverordneter Knittel beantragte, eine Vergütung von 600 Mark jährlich zu bewilliaen. Herr Stadto. Kind stellte den Antrag, die V-r- gütung abzulehnen, da es aus prinzipiell m Gründen bedenklich fei, nachdem der Etat ge­nehmigt ist, nachträglich noch einen solchen Be­trag einzustellen; auch dürste eine solche Ver­gütung leicht auf dem Wege der Zeichnung von privater Seite aufzubringen fein. Herr Stadto. Siebert stellte den Antrag, die Vergütung auf die Summe von 300 Mrrk festzustellen. Nach­dem ein Antrag auf Schluß der Debatte ange­nommen worden war, wurde der Antrag Knittel mit allen gegen 11 und der Antrag Siebert mit allen gegen 10 Stimm'« abgelehnt, womit der Antrag des Stadto. Dr. Kind an­genommen erschien.

3) Herstellung des Bürgersteiges am unteren Horaserwege. Es handelt sich um eine 350 m lange und 2,50 m breite Strecke Die Kosten find auf 3500 Mark be­messen. Dem Antrags des Stadto. Fritz, diese Kosten in der genannten Höhe zu bewilligen mit dem Zusatz-, daß sie aus den vorjährigen lieber- schüff-n bestritten werden sollen, wurde einstimmig angenommen.

Die beiden letzten Punkte der Tagesordnung: Ankauf eines Grundstückes hinter den Löhern und eines Grundstückes zur Er- »eiterung bet Gasanstalt wurden in ge­heimer Sitzung berochen.

Schluß der öffentlichen Sitzung 8’/* Uhr.

Aus Kirche und Schule.

Inkda, 20. Mai. Vom 1. Juni c. ab ist Herr Pfarrer Ludwig Martin in Rotenburg a. F. zum Stadtpfarrer i» Naumburg, Kreis Wolfhagen, kanonisch bestellt worden.

ßokales«

Fulda, 20. Mai.

tt Am heutigen Tage begannen am hiess AN Leh cerseminare unter dem Vorsitze des Hrn. Provinzialschulrathes Dr. Otto die zweite« Lehrerprüfnuge«, zu denen 10 Lehrer sich ge- stellt haben. Die mündliche Prüfung beginnt am Donne stag.

* Behufs Errichtung eines Krhokungs- tt»b ZlrlarrSsHeiurss für deutsche Loko­motivführer bereift gegenwärtig auf Ver­anlassung des Zentralvorstandes des Verbandes deutscher Lokomotivführer eine Kommission meh­rere durch ihre landschaftliche Lage ausgezeichnete Orte in Thüringen, im Harz, in Hesse» usw., um ein geeignetes Terrain zu ermittel». Das zu errichtende Heim soll jährlich wenigstens 1000 Mitgliedern Aufnahme gewähren. — Das wäre so etwas sür Fulda!

* Rückfahrkarten im Sfingflverkehr. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die am Donnerstag den 23. Mai und de» fol­genden Tagen (sowohl vor als nach dem Feste) gelösten Rückfahrkarten bis einschließlich 3. Juni gelten. Die Rückfahrt muß spätestens am 3 Juni bis 12 Uhr Mitternachts angehxtm und darf nach Ablauf dieses TageS nicht mehr unter» Krochen werden.

* Z»rsrchWe Klassen-Lotterie. Dir Er- Neuerung der Loose zur ersten Klasse 205. Lotterie ist jetzt bei allen Lotterie-Einnehmern im Gang. Die offizielle Reservirungsfrist läuft am 28 Mai ab. Auf Wunsch können die Loose erster Klaffe von den Lotterie-Einnehrnern auch länger aufgehoben werden. Die Auszah. lang der Heinen Gewinne 4. Klaffe 204. Lotterie in Höhe von 236 bis 500 Mark erfolgt sofort nach Erscheinen der offiziellen Gewinnliste, d. i. ungefähr vom 23. Mai an. Die höheren Treffer werden einige Tage später auSbezahlt. — Mit der neuen Ziehung tritt bekanntlich eine Aenderung deS Spielplanes ein. Wie schon früher mitgetheilt worden, werden nämlich von jetzt ab die niedrigsten Gewinne der zweiten, dritten und vierten Klaffe um je vier Mark verringert und dadurch ermöglicht, in der vierten Klaffe die Zahl der Gewinne zu 1000 Mark um 105 und der Gewinne zu 500 Mark um 1161 Stück zu erhöhen. Hierdurch ist

der Plan wesentlich günstiger gestaltet worden, so daß ein Gewinn von 500 Mark und darüber auf jedes 37. Loos und ein den Ein­satz übersteigender Gewinn schon auf jedes 33. Loos entfällt und dabei doch jedes zweite Loos mit einem Gewinn gezogen wird. Der planmäßig zu zahlende Betrag der niedrigsten Gewinne wird aber trotz jener Ermäßigung von 4 Mark, namentlich in der vierten Klaffe einen Ueberschuß über den Einsotzbeitrog ergeben, durch welche» die etwaigen Portokosten rc. der Spieler gedeckt werden.

Die der Stadt Fulda gehörige Hemeinde- jagb, die seither für 180 Mark jährlich ver­pachtet war, wurde heute Vormittag an Herrn Julius Spatz in Kohlhaus für 222 Mark ver­pachtet.

-r Der vorige Samstag sollte nach den An­gaben des Wetterpropheten Falb ein kritischer Gag erster Hrdrmrrg, ja „der kritischste Tag des ganzen Jahres, verstärkt durch eine Sonnen» finsterniß" fein. Nun hat aber der Samstag uns auch nicht die allergeringste Ueberraschung in der Witterung gebracht. Falb hat also wieder einmal, wie das ja meist der Fall ist, gründlich daneben gehauen. Wie oft mag wohl Falb »och einen solchen Hereinfall erleben müffen, ehe der Glaube san diesen sonderbaren Wetterpropheten überall erschüttert wird? Gibt es doch immer noch gewiffe Blättchen, die ihren Lesern regel­mäßig ankünden, welches Wetter Falb ankündigt. Gewiffe Leute werden eben nicht „alle".

Kus dem KachbargebieL.

W Koras, 19. Mai. Mit dem heutigen Tage hat eine für Horas recht gnadenreiche Zeit ihr Ende erreicht. Auf Anregung unseres hochw. Herrn Pfarrers Hausmann wurde näm­lich in den letzten acht Tagen hier eine hl. Mission abgehalten. Drei Franziskanerpatres erklärten täglich zu drei verschiedenen Stunden die Heilswahrheiten unserer hl. Religion, wo­durch die Gläubigen im Glauben bestärkt und manches verirrte Schäflrin wieder auf den rich­tigen Weg gebracht wurde. An dem Sakca- mentenempfang beteiligten sich wohl sämmtliche Erwachsenen der Gemeinde; zählte man doL an einem einzigen Tage nicht weniger als 500 Kommunionen. Besondere» Dank verdient unser hochw. Herr Pfarrer, der uns die hl. Mission abhalten ließ. Dank den hochw. Patres für ihren Eifer in der Abhaltung derselben, Dank aber auch den Mitgliedern der Gemeinde, daß sie diese gnadenreiche Zeit nicht unbenutzt vor- Übergehe» ließe». Möge dieselbe gute Früchte tragen und die Wirkung recht nachhaltig fein.

△ Höerfeld, 18 Mai. Die meisten Gr- markunge» ka'bolischer Ortschaften unseres Ful­daer Landcs sind mit einem Feldkreuz ge­schmückt. Den Bemühungen unseres Herrn Bürgermeisters nebst vielen Wohlrhätern hat auch unser Ort eine solche schöne Zierde jetzt erlangt. Das Feldkreuz ist 5 an hoch und aus rothem Sandstein in srühgothischem Stil angefertigt. Der Ko pus ist in franz. Kalkstein ausgeführt. Besonders heroorzudeben ist der sehr schöne Ge- sichtsaurdcuck des Christus. Das Ganze muß als ein wohlgelungenes Werk bezeichnet werden und macht dem Künstler alle Ehre. Dasselbe entstammt der christlich?n Kunstanstalt von Christoph Ständer in Fulda.

V Kerrsekd. 19. Mai. Herr Malkmes ist zum Bürgermeister von Lautenhausen aus eine weitere Amtsdauer von 8 Jahren w ledergewählt und amtlich bestätigt worden.

* Aersseld, 18. Mai. Im Anschluß au dis alljäh liche Versammlung der akademisch aebildeten Lehrer unserer Provinz hielt auch der im vorigen Jahr gegründete Provinzial­verein des deutschen Neuphilologen­verbandes seine Jahresversammlung unter dem Vorsitz d.-s Oberlehrers Dr.Roßmann- WirSbaden ab. Aus den Verhandlungen seien folgende Punkte von allgemeiner Bedeutung er­wähnt: N .chdem der französische Usterrichts- Minister im Einverständniß mit der Akademie eine ganze Reihe wichtiger Aenderungen auf dem Geirrte der französischen Syntax und Orthographie verfügt hat, erschien eS natürlich, daß man auch in unseren Schulen aus diese Neuerungen Rücksicht nimmt, und so nahm die Versammlung einstimmig einen Antrag an, die Behörde um bestimmte Anweisung zu bitten, wie sich die Schule gegenüber diesen Reformen zu verhalten habe. Ferner besprach die Ver­sammlung im Anschluß an die Erörterung eines von Dr. Breul in Cambridge auggearbeiteten Planes zur Gründung eines deutschen Reichs- infiituts sür Lehrer des Englischen lebhfft die Frage der Fortbildung der im amte stehenden Lehrer der neuerei Sprachen. Allseitig wurde dabei.aus die Wichtigkeit der Studienreisen im Ausland hingewresei, deren zunehmende Aner- kenru-g besonders aus der Thatsache erhellt, daß seit den letzten Jahren nicht bloß der Staat reichlichere Mittel für diesen Zweck angemiefer Hst, sondern daß auch viele Städte alljährlich zum Theil recht bedeutende Summen dafür aufwenden.

* * Schlüchtern, 18. Mai. Bei der in dieser Woche am hiesigen evangelischen L.hrerieminar abgehaltenen Lehrerprüfung haben von 41 Prüfst igen nur 27 bestanden.

(*) Hrv, 19. Mai. Bitter wird es in den. Kreisen der hiesigen Kaufmannschaft empfunden, daß unsere Stadt in der Handelskammer zu Hanau noch keinen eigenen Vertreter hat, während unsere Kreisstadt Gelnhausen drei Vertreter in