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mit Zlnterhaltungs -Aeikage „Zlluflrirte Sonntags-Zeitung" peteresaAe Nr. 2 CBarmonUf.

M 113.

JuLöa, Samstag, den 18. Mai 1901. 28. Jahrgang.

O Von der Branntweinsteuer.

Die Herren von der freisinnig-sozialdemo­kratischen Obstruktion haben sich bet der dritten Lesung der Novelle zum Branntweinsteuer- Gesetze so angestellr, als ob es sich dabei um ganz entsetzliche Dinge handele. Wie steht es denn eigentlich damit?

Herr Obergenosie Singer hat von einem „unheilvollen Gesetze" gesprochen, und mehrfach haben seine Parteifreunde und ouch die Obstruk- tionsgenoffen aus den Reihen der Frei­sinnigen sich so angestellt, als sollte den „Agrariern" mit dieser Aenderung der Brannt­weinsteuer eine sogenannte „Liebesgabe" gemacht werden zum Schaden der Kaffe des „armen Mannes".

Zunächst muß festgestellt werden, daß dieser sogenannte „arme Mann", von dem es sich hier handelt, doch nur der SchnapStrinker sein kann. Ob es ein Ruhm für die Herren von der Obstruktion ist, im deutschen Parlamente die ^ntereffen der SchnapStrinker zu vertreten? Kaum; darüber, daß das nicht der Fall ist, werden im ganzen Reiche die Ansichten schwerlich gelheilt sein. Die Sozialdemokratie hat freilich ein Partei-Jntereffe daran, daß in den Reihen unserer Arbeiter der SchnapSgenuß nicht ab­nehme. Denn diejenige» Arbeiter, die den SchnapSgenuß meiden, begeben sich aus den Weg, der zur Befferung ihrer wirthschaftlichen Lar« und damit zur Zufriedenheit ihrer Lage führt; und das ist nicht nach den Rezepten der Sozialdemokratie, deren Weizen nur blühen kann, wenn die Unzufriedenheit ihre ver­giftenden Einflüsse auf den Sinn der Arbeiter­schaft auSübt. Das ist nicht daS erste Beispiel dafür, daß die Sozialdemokratie allen Be­strebungen abhold ist, die dem SchnapSgenuffe Fehde bieten. Man weiß bereits aus den Ver­handlungen sozialdemokratischer Parteitage, daß btt sozialdemokratische Parteileitung nichts hören will von der Bekämpfung der Schnapspest. Der sozialdemokratische Vertrauensmann und Hetz­apostel in dem Gewände des kleinen Kneip- nnrtheS, der mit dem Schnapsgiste auch das politische Gift an den Mann bringen soll, ist zur ständigen Figur geworden. WaS sollte aus der Sozialdemokratie werden, wenn niemand mehr trinken will?

Von einer Vertheuerung derjenigen Spiritus, der im Haushalte zur Beleuchtung und zu gewerblichen Zwecken verwendet wird, ist Lei der vorgeschlagenen Aenderung der Brannt­wein-Steuer gar keine Rede. Es könnte für den Unkundigen int ersten Augenblicke befremdlich klingen, wenn er von einer Erhöhung der Brenn­st euer um die Hälfte hört. Aber die Sache hat, genauer besehen, gar nichts weiter auf sich, als «ine ganz geringe Verschiebung der Steuerverhält- »iffe. Die sogen. „Brennsteuer" ist ja nur «in Theil der gesummten Besteuern ng des Spiri-

Roman auS dem Wiener Leben.

von L. v. N e i d r g g.

70 ------ (Nachdruck verboten.)

Thöricht genug, zu meinen, Urbach suche etwaS anderes, als sein kaltherziges Benehmen damals bei ihrer Trennung gut zu machen, und ein ruhig freundschaftliches Verhültniß wieder anzubahnen? Und war sie gar selbstsüchtig genug, LiebeSge- danken nachzuhängen, jetzt wo Ehre und Leben deS Vaters vielleicht gesährdet war? Kühl und gemessen klang ihre Antwort, die der Kopf ein- gab, daS Herz aber verwarf.

»Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Groß- mmh, Herr von Urbach. Kann ich sie je ver- gelten" . . .

ÄAnnen Sie, indem Sie mir verzeihen." ung! Das war also Alles, was er wollte, und sie hatte einen Augenblick gemeint Beschämt über die eigene Schwachheit, erwiderte fie noch frostiger: „Das habe ich längst gethan"

Er sah fie traurig an: „Sonst haben Sie mir nichts zu sagen?"

Sie schüttelte den Kopf. „Nichts, als daß ich Sie bitte, dem Vater zu Helsen .... Die Tante kommt endlich. Bewegen Sie sie zur Eile, sagen Sie, daß sie daS rechte thut."

Er versuchte keine wettere Einwendung. Der Augenblick dazu war jetzt wenigstens nicht ge­kommen.

Sinnend blickte er ihr nach, als sie daS Zimmer verließ. War eS vielleicht nur die Ausschließlich­

tus und des Branntweins. Wir haben die Maischraum-Steuer, die nur von den land- wirthschaftlichen Brennereien erhoben wird, also von denjenigen Brennern, die ausschließlich Ge­treide und Kartoffeln verarbeiten, die Rückstände in der eigenen Wirthschaft des Besitzers verfüttern und den Dünger für diese Wirthschaft verwenden. Dann haben wir die Verbrauchs-Abgabe, und diese ist es, welche die Hauptmasse der Ein­nahmen aus der Branntwein-Besteuerung liefert. Diese Steuer ist bei der Uebergabe für den freien Verkehr zu enttichten und beträgt 70 J(>. für das Hektoliter. Für eine bestimmte Menge Trtnkbrannt- wein, die alle 5 Jahre neu vertheilt wird, daS sogen. Kontingent, ist diese Hektoliter-Abgabe auf 50 Jk. ermäßigt. Die Brennsteuer aber trifft nur dnj-nigen Brennereien, welche jährlich mehr als 300 Hektoliter Spiritus erzeugen. Sie ist eine Staffel-Steuer, die mit 50 für das Hekto­liter beginnt und bis zu 6 M. aufsteigt. Dieser höchste Satz wird von den Hefe-, Material- und Melasse-Brennereien bei einer Jahreserzeugung von 1700, von den übrigen Brennereien erst bei einer Erzeugung von 3000 Hektolitern jährlich er­reicht.

Wenn man also diese Brennsteuer erhöht, be­lastet man nur die großen Betriebe, nicht die kleinen. Er würde sich im ganzen nur um 1640 Brennereien im ganzen Reiche handeln, und diese würden dann einen halben Pfennig bis zu drei Pfennigen mehr als bisher Brennsteuer für das Liter reinen Alkohols entrichten. Die gejammte Mehreinnahme für das Reich würde nachher nur etwa zwei Millionen Mark jährlich betragen. Im gesammten Durchschnitte würde da­für das Liter reinen Alkohols eine Mehrbelastung von nur einem halben Pfennig ausmachen, oder von nicht einem Fünftelpfennig für das Liter Trinkbranntwein. Die Mehreinnahme würde aber d?r Reichrkaffe gar nicht zufließen, sondern nach den Bestimmungen des Gesetzes als Rückvergütung Verwendung finden für aurgeführten und denatu- rtrten Spiritus. Der Verbrauch von denaturirtem Spiritus, also von Spiritus zu gewerblichen Zwecken, würde also auf diese Weise nur ge­fördert werden. Außerdem sollte ja die ganze Maßregel nur für ein einziges Jahr gelten; und die nebenher beabstchtigte Herabsetzung des Kontingentes für neue Brennereien würde nur Großbetriebe, niemals kleinere Betriebe betroffen haben. Daß dabei von einer „Liebes­gabe" für die Agrarier durchaus nicht die Rede sein kann, versteht sich ganz von selbst.

Und deswegen Räuber und Mörder! Aber was hat nun eigentlich die Obstruktion mit ihrem unsinnigen Verhalten bezweckt?

Das Branntweinsteuergesetz läuft mit dem 30. September ds. Js. ab. Mit dem 1. Oktober tritt also eine Lücke in der Gesetzgebung ein. Was wird nachher geschehen? Alle Brennereien» die noch nicht dem Spirtturringe angehören, werden nothgedrungen diesem beitreten, und dann ist der Spiritusring vollkommen Herr der Situation. Die klugen Leute von der Ob­struktion bekämpfen sonst immer diesen Spiritur- ring. Jetzt haben sie demselben durch ihr unbe­schreiblich wenig kluges Verhalten einen außer­ordentlichen Dienst geleistet. Rach dem 1. Oktober

leit ihrer Sorge um den Vater, die ihre Kälte verursachte, oder hatte sie ihren Lebensplan sich fertig zurecht gelegt, in dem für ihn kein Raum sich fand? Darüber mußte er durch Frau Gruber Auskunft zu erhalten trachten. Hoffentlich nahm ihr Bedauern Über das viele Geld, das verloren ging, ihre Gedanken nicht ausschließlich in Anspruch.

36. Kapitel.

Ganz anders als ihr Mann trat Stephanie aus. Wo er Verwirrung gezeigt, war sie keck und zuversichtlich; wo er sich widersprochen, blieb sie standhaft bei ihren Behauptungen und verstand, Eindruck zu machen.

AIS die Sertchtspersonen ihre Wohnung be­traten, zeigte sie durchaus keine Aengstlichkeit, sondern lächelte nur über den sonderbaren Ver­dacht und schlug sofort eine Durchsuchung ihres Schreibtisches vor: außer unbezahlten Rech­nungen würde man wenig dort vorfinden, scherzte fie. Ein Staatsbeamter mit feinem geringen Gehalt brächte eS nicht zum Millionär.

Auch beim UnterfuchungsÄchter verlor sie keinen Augenblick die Faffung. Ohne Stocken, dabei im natürlichsten Tone der Welt sagte fie die Lektion her, die fie fich eingelernt. Ehe fie ihre Wohnung verlassen, hatte fie die Srlaubniß erbeten und erhalten, aus ihrem Schreibtische GruberS vielbesprochenen Testamentsentwurf mit- nehmen zu dürfen, — jenen Talisman, dem fie schon manchen Erfolg verdankte. Diesen vor- weisend, erzählte sie jetzt daS Märchen von einer ihr geschenkten Obligation und betonte, wie nichtig dieS Geschenk fei gegen dasjenige, was chr zugedacht gewesen.

wird nun eine kurze Krise, nach dieser Krise aber die Alleinherrschaft des Spiritusringe» eintreten. Und darüber freuen sich jetzt die klugen Leute von der Obstruktion — sie sind um ihre politische Klugheit wahrhaftig nicht zu beneiden.

Deutsches Keich»

Berlin, den 17. Mai.

+ Ireiherr von Aammerstei«, der neue Minister des Innern in Preußen, bildet nach wie vor eine interessante Persönlichkeit für die Tagrspreffe. Ja einem Blatte, von dem man sagt, daß man bisweilen die persönlichen An­schauungen des Reichskanzlers Grafen Bülow darin ausgesprochen finde, wird dem neuen Minister die Vorhersage gemacht, er werde ein zweiter Puttkamer werden. Das gedachte Blatt ist der .Hamburgische Korrespondent'. Da- nach hat „seit dem Ausscheiden deS Herrn von Puttkamer aus dem Ministeiiam deS Innern, jetzt vor 13 Jahren, keiner seiner Nachfolger die Zügel der Verwaltung ganz fest in der Hand gehalten . . . Weder Herr von Köller, noch Freiherr von der Recke haben es verstanden, durchzugreifen, und wenn Freiherr von Rhein­baben heute das Palais im Kastanienwäldchen (Finanzministerium) bezieht, so geschieht es offen­bar nicht nur, weil er für einen vorzüglichen Finanzminister gilt, sondern weil im Ministerium des Innern eine härtere energischere Persönlichkeit walten muß, um der Auf­gabe, den strammen Gehorsam deS preußischen BeamtenthumS . . . wiederherzustellen, gerecht zu werden . . ." Daß Freiherr von Rhein­baben „geflogen" wäre, wenn er nicht einge­willigt hätte, Finanzminister zu werden, ist jedenfalls in dem genannten Hamburger Blatte richtig gekennzeichnet. Aber ob Freiherr von Hammerstein erfreut fein wird über die Vorher­sage, die ihm da gemacht wird? Schwerlich!

+ Zur Mervesserrmg der Motznmeg*- «erhaktuiffe schreibt die halbamtliche .Berliner Korrespondenz': Der Minister der öffentlichen Arb.^rn hat das Interesse der staatlichen Bau­beamten auf die gemeinnützigen Bestrebungen zur Verbesserung der Wohnungsverhältniffe hin- gelenkt. Die Beamten find veranlaßt worden, letzteren nach Thunlichkeit durch Gewährung von Rath und Auskunft, insbesondere bei Aufstellung der Bauentwürfe, der Kosten- und Rentabilitäts­berechnungen förderlich zu sein, ferner in geeig­neten Fällen die gemeinnützigen Baugesellschasten und Bougenoffenschaften darauf aufmerksam zu machen, daß fie sich, sofern ihnen ein bau­technischer Beirath nicht zur Verfügung stehen sollte, an die besonders namhaft zu machende» staatlichen Banbeamten, die sich zur Unterstützung der gemeinnützigen Bestrebungen bereit erklärt haben, wenden können.

X Die Sozialdemokratie und die Soler». Die Sozialdemokratie ist niemals im Stande, ihre Lehren und Grundsätze in die That umzu­setzen. Das hat man nun schon bei jeder wich­tiger» Gelegenheit erfahren, das ersieht man von neuem aus der wundersamen Art, mit der die Sozialdemokratie mit der Polenfrage fich ab zu-

Befragt, ob sie nicht mehr erhalten, leugnete sie hartnäckig. Aufmerksam gemacht, daß ihr Mann anders ausgesagt, daß et genau jene Summe genannt, welche Frau Gruber ver­misse, erwiderte sie, daß er bann wohl ihren alberne» Scherz falsch aufgefaßt haben müsse, er sei eben in letzter Zeit oft höchst . . . höchst sonderbar; das hinge mit . . . mit feiner un­seligen Prssion zusammen. Seufzmd flüsterte fie das Wort Morphium.

Nur einen kurzen Augenblick verließ fie ihre Zuversicht, als man erwähnte, die Srubersche Magd, deren Aufenthaltsort man ermittelt, wolle deutlich gehört haben, wie rasch die Thür zum Geldschrank abgeschlossen worden sei, gerade ehe sie mit dem Brausepulver eingetreten. Schnell hatte sie sich aber gefaßt und erwiderte mit großer Kattblütigkeit, wie sie doch zu dem Schlüssel hätte kommen sollen, den Gruber, wie Allen bekannt, immer an sich getragen? Ein Geräusch, das Jemand gehört zu haben glaube, sei doch wohl kein BelastungSgrund. Unter­suchungsrichter wie Protokollführer wußten nicht recht, was sie au8 der Frau machen sollten, die so zuversichtlich auftrat. WaS sie vorbrachte, klang ja ganz plausibel, nur war es das Segentheil von dem, was ihr Mann auSgesagt hatte. Da blieb nichts anderes übrig, als beide einander gegenüber zu stellen, wobei sich jeden­falls das bessere Gedächtniß deS schöneren Se- schlechtes siegreich betätigen würde, meinte galant bet Untersuchungsrichter.

Stephanie nickte und hielt mit gewaltsamer Anstrengung daS Lächeln auf den Lippen fest. Nun nahte also die Stunde der Entscheidung:

finden sucht. Kürzlich hat in Breslau di« schlesische Sozialdemokratie ihren Partei, tag abgehalten. Man wäre der Polenfrage so gern auS dem Wege gegangen; aber eS war mcht zu machen. Einige deutsche „Genossen" aus Ober- schießen hatten den Antrag gestellt, der Part«- tag möge erklären, daß die Sozialdemokratie die polnisch-sozialistische Partei als selbständige Partei- Organisation neben der sozialdemokratischen Partei Deutschlands nie anerkannt habe unb nte > malS anerkennen werde. Die polnischen Sozialdemokraten bekämpften diesen Antrag durch einen andern, in dem sie erklären, daß sie bte polnisch-sozialistische Partei als vollständig selbständige Organisation betrachten und ent- schloffen sind, an dieser Selbst äidigkeit niemals rütteln zu lassen. WaS hat nun der schlesische Parteitag der „internationalen" Sozialdemokratie gethan? Er hat einen Beschluß gefaßt, der kte wundersamsten Widersprüche in sich selbst ent­hält. Mit einem einzigen Athemzuge wird darin der Grundsatz von der „internationalen" Sozial­demokratie aufgestellt und gleich danach wieder umgefloßen. „Die Sozialdemokratie ist nicht national, sie ist international; eS ist deshalb nicht angängig, innerhalb eines Staatengebildes be­sondere nationale Gruppen zu bilden" - f» lautet der eine Satz. Gleich danach aber erklärt bet Parteitag „den um ihre nationale» Rechte kämpfenden Polen feine vollste Sym­pathie". Des RäthselS Lösung ist die, daß die Herren Obergenoffen große Furcht davor Haven, die polnischen Sozialisten ärgerlich zu mache». Sie mögen sie nicht leiden, doch ihre Stimme» möchten sie gern, und deswegen müffen sie wieder einmal ihre Ausflucht zur politischen 6eu* chelei und Zweideutigkeit nehmen. Di« Sozialdemokratie kann nicht einmal innerhalb einer ^einzigen preußische» Provinz ihre „internationalen“ Grund­sätze durchführen; sonst müßte fie an ihre» eigenen Grundsätzen scheitern. DaS ist die Moral der Geschichte.

• Der polnische Sprachunterricht au den Gymnasien der Provinz Posen soll nicht aufgehoben werden, wie neulich gemeldet wurde. Der Unterricht soll nach der ergangene» Verfügung deS preußischen Kultusministers viel­mehr nur an denjenigen Anstalten ruhen, an denengeeignet erscheinende Lehrkräfte nicht zur Verfügung stehen! Solch« Schüler, die bereits des Polnische» mächtig sind, dürfen an diesem Unterrichte im Anfänge nicht theilnehmen, sondern nur diejenigen, die bte pol­nische Sprache erst erlernen wollen. Der Unter­richt soll erst mit ber Untertertia beginnen. I» den oberen Klaffen dürfen auch die von Hattte auS polnischen Schüler darin theilnehmen. ES würde intereffant sein, zu erfahre», was die Re­gierung unter „geeignet erscheinenden Lehrkräften versteht. Man kann eS fich ja nämlich kaum vorstellen, daß in ber Provinz Posen nicht genug Lehrkräfte vorhanden sein follten, die des Pol­nischen mächtig find.

+ Sitzgelegenheit für kaufmännische Angestellte i» offene« A-rkanf-steffe«. Die Durchführung der unter dem 28 November 1900 erlassenen BundeSrathSverorb»ung

würde ihr Mann fie verstehen und emgehen auf ihre Winke? Oder würde er sie Lügen strafen, und fie stand da, gebranbmarft als Diebin, nachdem fie dasjenige vernichtet, um deffentwillen fie Alles gewagt? Aeußerlich ruhig, innerlich von den quälendsten Zweifeln gefoltert, wartete fie auf das Erscheinen ihres ManneS.

Minuten verrannen; der Untersuchungsrichter fing an, einige Ungeduld zu zeigen. Endlich hörte man hastige Schritte, lautes Durcheinander- sprechen auf dem Gange, ein verstörtes Gesicht schob fich zur Thüre herein, der Richter wurde hinauSgerufen.

Nach langer Zett trat er wieder ein; er sah sehr ernst aus unb streng; unwillkürlich erzittert« Stephanie vor seinem Blicke.

„Der Herr Hofrath liegt in einer Betäubung, aus der man ihn nicht wecken kann,“ sagte er.

„Todt?“ Ihre Zähne schlugen hörbar an einander; so war also ber Mund verstummt, der gegen fie hätte aussagen können, aber um welche» Preis.

„Nein, »och nicht. Erwähnte» Sie nicht vorhin einer . . . einer beklagens werthe» An- gewöhnung? Des ArzteS wegen ist eS »oth- wendig, dies zu wissen."

„Morphium? Ja wohl. Oft habe ich ih» gewarnt . . . Kann man daran sterben?"

Der Richter sah fie mit durchbohrendem Blicke an. „Man kann, aber man muß nicht unbedingt. Man kann auch gerettet werden und Aussagen mache». Kommen Sie, ich führe Si« zu ihm, gnädige Frau."

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