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Znlerar«, $W einspaltige Petit* «eil« oder deren RaumlöPfg.,Re» kramen die Petit* zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird »ntsprechendtz Nabat» gewahrt.
28. Jahrgang.
Muköa, Samstag, ben 4. Mai 1901
M 102
verschiedenen Kreisen,
und die Jubiläums«
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feier legt diese Frage besonders nahe, — wenn die jetzige hochverdiente Vorsteherin und Leiterin der Anstalt über kurz oder lang aus irgend einem Grunde ihr höchst mühevolles und beschwerliches Amt aufgeben sollte? Jede menschliche Arbeitskraft hat ihre Grenze, und die verehrte Jubilarin, wenn sie auch gottlob noch rüstig und leistungsfähig ist, hat doch ein Recht darauf, nach etwas mehr Schonung ihrer Kräfte und nach Erleichterung ihrer Arbeitslast auszuschauen.
Sollte es unter solchen Umständen nicht an der Zeit sein, daß die städtische Behörde sich mit obiger Frage beschäftigte? Es wäre doch gewiß in hohem Grade wünschenSwerth und im allgemeinen Jatereffs gelegen, daß die Stadt sich die Erhaltung einer fo segensreich wirkenden Anstalt bei Zeiten zu sichern suchte. —
Möge das Werk, dos Fräulein Scharf begründet hat, unserer Stadt erhalten bleibe«! Möge die von der gefeierten Jubilarin angelegte und durch 25 Jahre in unablässiger Arbeit und treuer Hingabe gepflegte und zur Blüthe gebrachte Pflanzschule tüchtiger Lehrerinnen sie überdauern und noch in ferner Zukunft dem Namen der Gründerin zur Ehre gereichen! Das walte Gott!
(Freitag) Mittag 1 Uhr angesetzt war, nicht mehr abgehalten. Präsident von Kröcher theilte nach Eröffnung der Sitzung sofort mit, daß durch ein Schreiben des Staatsministeriums eine gemeinsame Sitzung beider Häuser des Landtages anberaumt sei, in der der Schluß der laufenden Tagung erfolgen werde. Nach dem üblichen Geschäftsberichte, erstattet durch den Präsidenten, sprach Abg. Fritz en*Borken (Centrum) dem Präsidenten den Dank des HauseS aus für die umsichtige und unparteiische Geschäftsleitung. Der Präsident dankte für die Anerkennung und bezog in diese auch die beiden Vizepräsidenten ein. Nach einem von dem Präsidenten ausgebrachten Hoch auf den Kaiser wurde die Sitzung um Via Uhr geschlossen.
+ Die Mei«Kommission des Aeichs- tages hat heute (Freitag) den von dem Centrums- abg. Baumann verfaßten Bericht verlesen und genehmigt. Die Kommission hat beschlossen, beim Plenum mehrere Resolutionen zu beantragen. Die eine derselben ersucht um die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln durch Bestellung besonderer Beamten; die zweite wünscht ein Relchrgesetz, das den Verschnitt des Weißweines mit Rothwein verbietet und die öffentlichen und Marine- und Militärverwaltungen anweist, ihren Bedarf an Rothwein nur bet Leuten zu kaufen, bei denen ein Verschnitt von Weißwein mit Rothwein ausgeschloffen ist; die dritte ersucht eine Verzollung der ausländischen Weine nach dem Alkoholgehalte derselben; die vierte Resolution endlich bittet um ein Reichsgesetz, das einen kleinsten Raumgehalt für die Weinflaschen vorschreibt.
• Handwerker «>d Kenlratgenoffen- schaftskasse. Die Handwerker machen im Allgemeinen nur sehr geringen Gebrauch von dem Kredit, der ihnen bei der preußischen Ctntral- genoffenschastskaffe und durch dieselbe zur Verfügung gestellt ist. Als Grund dieser Thatsache wird die fehlende Kenntniß angesehen in der Handhabung der äußeren Formen. Jetzt plant man, dieser Unke nlniß abzubelfen durch die Veranstaltung von Unterrichtskursen. In der nächsten Zeit soll in Beili r eine Berathung darüber stattfinden, an der nie Vertreter aller Handwerker- kümmern theilnebmen werden.
s Ein silbernes Jubiläum sestener Art wird am 12. dS. Mts. im hiesigen Stadtsaale gefeiert werden, wozu sich ohne Zweifel zahlreiche Theilnehmer und insbesondere Thellnehmerinnen von nah und fern einfinden dürften. Gilt es doch, der hochverdienten und hochverehrten Vorsteherin Fräulein Elise Scharf, welche vor 25 Jahren die bis dahin von den Englischen Fräulein geleitete höhere Töchterschule übernahm und damit eine Lehrerinnen- Bildungsanftalt, den sog. Kursus, verband, die in treuem Gedenken bewahrte Hochschätzung, Verehrung und Dankbarkeit auch äußerlich zu bekunden.
Es haben fich zu diesem Zwecke die früheren Schülerinnen der Fräulein Scharf und insbesondere die von derselben für ihren Beruf ausgebildeten Lehrerinnen vereinigt, um der verehrten Jubilarin durch eine öffentliche Festfeier zu beweisen, wie sehr sie zu schätzen reiften, was sie ihr verdanken, und wie große Liebe und Anhänglichkeit sie ihr in treuem Herzen bewahren.
Die Stadtbehörde aber hat in gerechter Würdigung der großen Verdienste, die Fräulein Schars sich um die Heranbildung der weiblichen Jugend erworben, bereitwilligst den Stadtsaal für diese Feier zur Verfügung gestellt. Und so dürfte denn wohl, da die Vorbereitungen in guten Händen liegen und allerlei Ueber- raschungen musikalischer und theatralischer Art zu erwarten sind, das Fest einen erwünschten Verlauf nehmen und den Theilnehmern viel Schönes bringen, sowohl ernster als heiterer Art. —
Als in den unseligen Tagen des Kultur- kampfs im Jahre 1876 auch die Engl. Fräulein Fulda verlassen und ins Exil wandern mußten, da war es ein Glück für die Stadt und für die Eltern, welche schulpflichtige Töchter hatten, daß eine bewährte weltliche Lehrerin vorhanden war, welche die röthige Erfahrung und Befähigung besaß, alS Vorsteherin und Leiterin die Töchterschule der Engl. Fräulein, an der sie schon vorher rühmlich gewirkt halt-, selbständig zu übernehmen und fortzuführen.
Wie Fräulein Scharf dieser Aufgabe gerecht geworden ist und welche Erfolge die Scharf- sche Töchterschule, die lange Jahre in dem früheren Schulhause der Benediktinerinnen in der nordöstlichen Ecke der Schulstraße bestanden, aufzuweisen hat, das lebt noch im dankbaren Ge- dächtniß aller Betheiligten.
Daß aber Fräulein Scharf neben der höheren Töchterschule auch noch den sog. Kursus zur Ausbildung von Lehrerinnen einrichtete, beweist einen Muth und eine Arbeitskraft, die das gewöhnliche Maß der LeistungSsähigkeit weit übersteigt. Denn wer nur einigermaßen zu bemessen versteht, welche Arbeit und geistige Anstrengung die gute Leiiuüg auch nur einer dieser Anstalten erfordert, auch wenn die röthige Zahl von Hilfskräften vorhanden ist, der kann der verehrten Jubilarin seine Bewunderung nicht vorenthalten, wenn er weiß daß es an der Hilse tüchtiger Mitarbeiter vielfach fehlte und daß die Vorsteherin ihre beschwerliche Lehr- thätigkeit ost auf das Doppelte und Dreifache des gewöhnlichen Maßes steigern mußte. Versuchte es doch die damalige Regierung zu Kaftel, den beiden Herren Gymnasial-Direkter Dr. Goebel und Professor Dr. Koerber, welche einige Unterrichtsstunden an dem Kursus übernommen hatten, auf Grund einer Kurheft. Min.-Verf. vom 15. August 1835 dieses zu verbieten, bezre. diese Thätigkeit an der Privat- schule der Frl. Scharf zu beanstanden, was aber auf erhobenen Rekurs zufolge Erlasses des Herrn Ministers Falk vom 26. Januar 1877 unterbleiben mußte. Der Gymnasial-Direkter Dr. Goebel konnte daher seine 2—3 Litleratur- stunden an der Anstalt bis zum Jahre 1896 unbehindert weiter ertheilen. —
Als die Engl. Fräulein nach Beendigung des Kulturkampfs das Brod der Verbannung nicht mehr zu essen brauchten und Erde der 80er Jahre nach Fulda zurückkehren dursten, wo sir ein neues schöneres Heim gründeten, da gab ihnen Frl. Scharf, obwohl sie von verschiedenen Seiten aufgefordert wurde, die von itzr selbst so viele Jahre geleitete höh. Töchterschule beizubehalten und fortzuführen, in opferwilliger Weise die Töchterschule wreder zurück und widmete sich seit dieser Zeit ausschließlich dem sog. Kursus, dieser unter ihrer alleinigen Leitung und Verantwortung stehenden Lehrerinnenbildungsanstalt, die sowohl für das Elementar, als auch für das höhere Lrhrerinnen- Cxamen vorbereitet.
Römische Briese.
xv.
in Rom, 1. Mai 1901.
Im Laufe der vergangenen Wochen hat der Hk. Vater mit der Wiederbesetzung derjenigen Posten der Kurie begonnen, welche direkt oder indirekt durch die Ernennung einiger Kardinäle frei
Drntsches iteixfy.
Berlin, den 3. Mai.
X Das preußische Abgeordnetenhaus
Die geschäftsmäßige Sitzung, die auf heute
Oebübrntfle".
Der natl. Abg. Iiasserman« hält diese Streichung für uunöthig Der Cenlrumsabg. Dr. Aachem empfiehlt den Antrag Riff lebhaft.
Der Antrag wird darauf einstimmig angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes nach den Vorschlägen der Kommission und die beiden von der Kommission vorgeschlagcnen Resolutionen. Die Resolutionen ersuchen um alljährliche statistische Hebe« sichten über die Zahl der Invaliden, ihr «ltec und die Art ihrer Invalidität und um baldmögliche Revision der gesammten Militärpensiors Gesetzgebung.
Es folgen noch mehrere Petrtionen. Eine Petition um Erlatz eines Gesetzes zur Regelung des Verkehrs mit Honig soll nach dem Vorschlag« der Kommisston der Regierung zur Erwägung überwiesen werden.
Abg. Semker beantragt Ueberweisung zur Berücksichtigung. Nach längerer Debatte gelaugt dieser Antrag gegen bte Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten zur An »nähme.
Um 5*/8 Uhr Abends vertagt sich das Haus.
Samstag 1 Uhr: Dritte Lesung des »riegs- invaliden-Gesetzes. Dann Petitionen.
geworden waren. So erhielt der bisherige Minutant im Staatssekretariat, Della Chiesa die Stellung eines Substituts dieser Behörde, welche bisher der zum Kardinal creirte Mgr. Trepepi inne gehabt hatte. Nachfolger des gegenwärtigen Kardinals Gennari als Assessor der Inquisition wurde der bisherige Korrektor der Poenitenziarie Canestrari und Kardinal Cavagnts erhielt den Delegaten und außerordentlichen Gesandten bei den Regierungen von Bolivien, Peru und Ekuador; Gasparrt als Nachfolger auf feinem Posten als Sekretär der Kongregation für kirchliche außerordentliche Angelegenheiten. Außerdem wurde ein neuer päpstlicher Auditor (als Rathgeber bei neuen Bifchofr- ernennungen) in der Person des bisherigen Promotor des Glaubens, Lugari ernannt. Ueber den Nachfolger des Majordomus verlautet noch nichts.
Der hier eingetroffene Pariser Nuntius Lorenzelli hatte wiederholte Besprechungen mit dem Staatssekretär Kardinal Rampolla und wurde auch vom hl. Vater empfangen. Wie vorauszusehen war, wird der Nuntius wohl noch einige Zeit in Italien verbleiben, wenigstens wissen die hiesigen vatikanischen Blatter bereits von einem längeren Besuche zu berichten, welchen Mgr. Lorenzelli feinen Verwandten in Bologna abstatten will. Von den sonst bei dergleichen Sachen üblichen „Gesundheitsrücksichten" verlautet bi» jetzt noch nicht».
Der bekannte Unterhändler in Sachen der theologischen Fakultät an der Straßburger Universität, Prof. Freiherr von Hertling hat nach verhältnißmäßig kurzem Aufenthalt Rom wieder verlassen. Trotz alles „wohlwollenden" Entgegenkommens sonst einflußreicher und maßgebender Kreise scheint er dem franzosenfteund- lichen Kardinal Rampolla wieder gelungen zu sein, die Angelegenheit, einstweilen wenigstens, — hiu- zuhalten.
Nachdem die beabsichtigte Feier schon einmal wegen Unwohlseins de» Kardinals St ein Huber verschoben werden mußte, fand dieselbe, al« Nachfeier de» 50jährigen Priesterjubiläum» de» deutschen Kirchenfürsten, am Sonntag statt. Am Morgen celebrirte der Kardinal die hl. Messe am Ailare de» hl. Ignatius in der Jesuskirche und empfing sodann in seiner Wohnung zahlreiche Glückwünsche, namentlich von den in Rom au- säfsigen Geistlichen deutscher Nationalität. Mittag» war Festessen im Kollegium Germantcum, an welchem u. A. der Jesuitengeneral P. Martin, der Bischof von Straßburg, Titularerzbischof Zardetti, Missionsbischof van Reeth (Seiten), die beiden. deutschen gelehrten Jesuitenpatres Ehrte und Grtsar, der Rektor des deutschen Campo Saute Dr. Anton de Waal, Dr. Wilpert rc. theilnahmen. Um 51/« Uhr versammelten sich Alle sowie eine große Anzahl Geladener im großen Saale de« Kollegiums, wo eine große Bühne mit der sinnigen Inschrift: „In delectatione disciplina“ aufgeschlagen war. Kardinal Steinhuber saß in der Mitte de» Zuschauerraumes, umgeben von den bereits genannten Bischöfen, Prälaten rc. Der Rektor P. Biederlack machte in liebenswürdigster und umsichtigster Weise die Honneurs des Haufe». Zur Aufführung gelangten 6 lebende Bilder au« dem Leben und Wirken des hl. Bonifatius, de« Apostel« der Deutschen. Diese Szenen wurden von Alumnen des Kollegiums in prächtigen Kostümen vorgeführt. Diese Bilder, welche die Abfahrt der Heiligen nach Rom, die Sendung derselben nach Deutschland durch Gregor II., die Bekehrung der Friesen, seine Bischofsweihe, den Sturz der heil. Eiche und endlich den Tod des heiligen Manne« darstellten, waren vom Germaniker Dr. Ude, einem qebornen Steyermärker entworfen, während die Oberleitung in den Händen de« hochw. Dr. Händler (Diöz. Seckach lag und Dr. Loenartz, ein geborner Koblenzer, als „Regisseur" wirkte. Die Figur des hl. Bonifatius wurde in bester Weise durch Dr. Lux aus Neisse dargestellt. Die Musik hatte einen Haupttheil an der Vorstellung. Chöre und Soll waren von dem bekannten Kölner Dom- kapellmeister Fr. Koenen. Eröffnet wurde die Feier durch einen Prolog und einen Festmarsch für Klavier und Streichquartett von P. Piel. Viel Applaus erntete der Alumne Honecker aus Dresden mit seinem Klavrervortrag. Dialoge und Monologe, lotein sch und italienisch von Alumnen vorgetragen, hatten auf den Gang der Handlung auf der Bühne Bezug. Zum Schluffe wurde eine Rede auf den Jub lar gehalten.
Unser Landsmann, der Franzrskanerpater Hartmann von An der Lan-Hochb-unn ist zum Direktor der hiesigen Musikschule auf der Piazza Sta.-Clara ernannt worden und hat seine Stellung bereits heute angetreten. P. Hartmann kehrte erst vor kurzem aus Petersburg zurück, wo sein neueste« Oratorium St. Franziskus im Beisein des kaifer- ltchen Hofes mit größtem Beifall aufgeführt wurde. Eine besondere Bedeutung gewinnt die Ueber- nähme der Direktion durch P. Hartmann dadurch.
Diese nunmehr seit 25 Jahren bestehende Privat-Anstalt der Frl. Scharf hat vom Jahre 1880, reo die erste Prüfung von Zöglingen stattfand, bis Ende 1900 nicht weniger als 182 Schülerinnen, und zwar 102 für das Elementar- und 80 für das höhere Lehrerinnen-Examen, im Durchschnitt also jährlich 9, mit bestem Erfolge vorbereitet. Es waren darunter einerseits 52 einheimische (aus Fulda gebürtige) und 130 auswärtige, andererseits 157 katholische, 22 evangelische und 3 jüdische Schülerinnen.
Die Prüfung wurde seither in jedem Herbste (September) vor der Prüfungskommission zu Erfurt gleichzeitig mit den Zöglingen der dortigen höheren Töchterschule abgelegt, findet aber in Zukunft alljährlich um Ostern zu Kaftel statt, so in diesem Jahre in der Woche vom 6. bis 11. Mai.
Es ist gewiß ein Beweis für die vortrefflichen Leistungen der hiesigen Anstalt, daß alle ihre Zöglinge, die sich in Erfurt zur Prüfung gestellt haben, diese ohne Ausnahme, und zwar meistens mit vorzüglichem Erfolge, bestanden haben.
Obgleich der Kursus in dem schönen Neubau der Engl. Fräulein zur Zeit feine Schulräume hat und die auswärtigen Schülerinnen sich meistens bei jenen in Pension befinden, so steht doch die Anstalt als solche mit dem Institut der Engl. Fräulein in keinem weiteren organischen Zusammenhang, sondern ist lediglich Privatanstalt der Frl. Schars. Diese allein ist die Trägerin der staatlichen Konzession.
Die Anstalt hat auch keinerlei staatlichen oder städtischen Charakter, obwohl sich nicht verkennen läßt, daß beide, sowohl der Staat als die Stadt, an ihrem Bestehen ein großes Interesse haben. Bei dem zunehmenden Lehrermangel und dem ausgesprochenen Bedarf an Lehrerinnen würde der Staat ohne solche willkommene Hilfe, wie die Privat-Lehrerinnen- Bildungsanstalt sie ihm bietet, sich ohne Zweifel bald genöthigt sehen, aus eigenen Mitt-in für ein Lehrerinnen-Seminar auch in unserer Provinz zu sorgen. An solchen fehlt es bekanntlich noch gar sehr. Gegenüber der großen Zahl von Lehrer-Seminaren, deren 123 im Etat aufgeführt werden, fällt es auf, d.ß in der ganzen Monarchie nur 10 — sage zehn — staatliche Lehre rinn en-Seminare bestehen. Diese Zahl ist ungenügend, und eS ist auch von der StaatSregierung beschlossen, mit der Neugründung weiterer Anstalten vorzugehen.
Ebenso wie der Staat hat aber auch die Stadt an dem Bestehen der Scharf'schen Anstalt ein nicht geringes Interesse. Es bedarf dieses keiner längeren Ausführung. Denn es leuchtet ohne Weiteres ein, welcher Srg n und welche Vortheile in geistiger und materieller Beziehung der Stadt aus dieser Anstalt unmittelbar wie mittelbar erwachsen. Ein Blick auf die große Zahl ihrer Töchter, die ohne nennenswerthe Opfer sich für daS Lehrfach in dieser Anstalt befähigen konnten, — wenn auch nicht alle sich später dem Lehrberufe gewidmet haben — und auf die vielen auswärtigen Schülerinnen, die zu dem gleichen Zwecke alle hier am Orte mehrere Jahre zubrachten, genügt, um jenes zu erkennen und die Bedeutung der Anstalt für unsere Stadt einzusehen.
Airs dem Reichstage.
*O> 87. Sitzung vom 3. Mai.
DaS sehr schwach besetzte Hau» hat zunächst bie zweite Lesung des Fürsorgegesetzes für die Kriegsinvaliden und deren Hinterbliebene zu erledigen.
Die ersten acht Paragraphen werden unverändert genehmigt.
Nach § 9 soll die Zulage für die Nichtbenutzung oes CivtloersorgungsscheineS nur dann gewährt werden, baß der Anspruch auf den Versorgungsschein durch aktiven Dienst von 12 Jahren erlangt werde.
Zwei Abänderungsanträgs der Abgg. Rickert (freis. Bg.) und Schwarz-München (sozd.) werden abgelehnt.
Ein Antrag deS elsässischen Abg. Riff (freis. Bg.) wünscht einen neuen Paragraphen einzuschalten, wonach die Jnvalidenbeihilfen auch den elsaß-lothrin- Sischen Landesangehörigen und deren Hinter- lieb en en gewährt werden können, die in den Jahren 1870 und 1871 im französischen Heere kriegs-
mit ZluteryaltungsMeilage „ZMflrirte Sonntags-Zeitung
invalide und später Reichsdeutsche geworden sind.
Schatzsekcetär Freiherr e. Thiermann erklärt unter Beifallsrufen von mehreren Seiten, der Antrag • , ■ , t , .erscheine den Verbündeten Regierungen annehmbar,
WaS aber wird geschehen, so fragt man in^ wenn auch mit einem Vorbehalte. Wenn nämlich der Antrag sage, es sollen Beihilfen bewilligt werden können »bis zum Betrage der durch dieses Gesetz gewährten Tebührniffe", so müßten doch auch der Grad der Erwerbsunfähigkeit und die Vermögensverhältnisse in Betracht gezogen werden. Es empfehle sich also Streichung der Worte „bis zum Betrage der betreffenden