Jutöa, Dienstag, den 30. April 1901
28. Jahrgang.
wie sollte denn der
X Schutz des heimische» Kohkevr-r--
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28. Kapitel.
IfflBL. >
im sich
Roma» au- dem Wiener Leben. Bo» L. v. Neidegg.
------ (Nachdruck verboten.)
tischen Schwenkung plötzlich und unvrr« seh» ns gemacht werden, t ‘ */'. 1____
Versuch zur Thal gedeihen? Eine riesengroße Mehrheit des Reichstages würde ein ganz entschiedenes Nein solchen Versuchen entgegensetzen, und Niemand kann auch nur einen Augenblick lang im Ernste mit der Möglichkeit rechnen, daß durch eine Auflösung der Reichstages und Vornahme von Neuwahlen eine Aenderung in der Zusammensetzung der deutschen Volksvertretung zu erreichen sei« würde. Mit wem sollte dann eigentlich Politik getrieben werden — etwa mit den Freisinnigen und Sozialdemokraten zusammen gegen Konservative, Nationalliberale und Centrum? Der fürchterliche Unsinn liegt klar zu Tage. Und außerdem würden die Regierungen der übrigen, vor allem der süddeutschen Bundesstaaten solche Bocksprünge in der ReichSpolitik sich äußerst nachdrücklich verbitten.
in + Neöer de« Kk-l«-«edek mit Kerze« ist dem BundeSrathe ein Gesetzentwurf zugegangen. Danach sollen Packungen mit Stearin- und Paraf- finkerzen im Einzelvrrkehr nur in bestimmten Einheiten der Gewichtes und unter Angabe der Gewichtsmenge gewerbsmäßig verkauft oder feilge- halten werden. Al« Einheiten werden zugelaffen
förderung durch Tarifmaßregeln zu sichern. Die Meldung ist räthselhaft. Erstens muß man fragen: was für Tarifmaßregeln — Zolltarif, Frachttarif oder was sonst? Zweitens fragt man sich einigermaßen erstaunt, ob e« denn unserem Kohlenbergbau nicht sehr gut gehe, und ob denn dieser Bergbau überhaupt nach irgend einem besonderen neuen Staatsschutze ein Verlangen ausgesprochen habe? Wenn überhaupt etwa« Wahres hinter der Meldung ist, wird e« sehr interessant sein zu erfahren, in wa« diese« Etwa« eigentlich besteht.
Packungen mit 500 und 330 Gramm, und für Packungen, bei denen die einzelne Kerze weniger als 25 Gramm wiegt, auch 250 Gramm. Auf der Außenseite der Packungen muß sowohl da« Bruttogewicht als auch das Nettogewicht in leicht erkennbarer Weise angegeben werden.
angenehm sein, wenn auch andere Leute, die anderer Meinung sind, sich darüber ärgern. Aber auch im allergrößten Aerger sollten diese anderen Leute nicht solchen Unsinn machen, zu behaupten, daß das Centrum an einer „Fronde" unter der Führung des Fürsten Herbert Bismarck betheiligt sei, um den gegenwärtigen Reichskanzler zu stürzen!
Daran freilich kann kein Zweifel sein, daß die politische Lage außerordentlich sich verwirren würde, wenn der Wind, der von oben h:r bläst, einen Systemwechsel in den wirthschaftlichen Grundsätzen bringen sollte. Ein Reichskanzler, der wiederholt die ganz bestimmte Versicherung abgegeben hat, daß der Landwirthschast derjenige Zollschutz zu Theil werden soll, den sie ganz unbedingt nothwendig braucht, um aus der Krise sich wieder empor zu arbeiten, könnte unmöglich auf einmal eine Politik vertreten, die in der entgegengesetzten Richtung sich bewegt und sreibäadlerische Bahnen verfolgen möchte. Aber selbst angenommen, in Berlin sollte der Versuch e.ner solchen poli-
geprägt, sprachen von inneren Kämpfen, die er bestanden, die ihn älter, strenger, schwerer zugänglich zurück,elassea hatten.
«ebung auszusch!
Rach Aeußerungen deS Staatssekretärs Graf und deS bayerischen Bevollmächtigten ». Aermnn» wird der Antrag Richter abgelrhnt
„Die Liebe," unterbrach er.
„Alter Thor." dachte sie und sagte laut: „Liebe, richtige Einsicht, nennen Sie eS wie Sie wollen: jedenfalls kommen sie ans Ziel."
„WaS macht sie nur so spröde? Eine Liebe etwa?"
Stephanie besann sich. Am Ende blieb rS wch besser, die Wahrheit zu sagen: „Ja, eine Neigung wenigstens.'
„Zu »em denn? Erwürgen könnte ich den Kerl."
„Jedenfalls will ich sie gründlich pudiren," antwortete sie mit resignirtem Ausdruck: es durchrieselte sie aber kalt bei dem bloßen Se- danken an ihr Auftreten.
„3ch sehe schon, wir werden einander verstehen . . . ., immer besser hoffentlich." Er begleitete die Worte mit einem süßen Blick.
Wieder kehrte die EiseSkälte in Anna'« Se- sicht zurück. Herr Direktor, vergessen Sie nicht, i Mlr kommt ein genialer S S in Anem anderen als dienstlichen Ber- tippte sie sich auf die Stirne, haltniß zu Ihnen stehe." 1 »- - ------- -
Er fühlte sich entlassen und ging.
Draußen lauerte ihm Stephanie auf. die ihn in ihr Zimmer zog. „Nun wie wars Caneri?" »Wie es war? Ich bin wie Robert der Teufel zwischen Alice und Bertram. Bertram find sie, Alice ist da drinnen." Er deutete auf die Thüre nach Annas Zimmer. „Das Mädel! das Mädel! Wenn nur der Umweg über das Theater sie wirklich in meine Arme führt!
„Zweifellos. Sie sind ihr wohlgesinnt, folglich wird sie angefeindet werden, wird mit In» triguen zu kämpfen haben; ich kenne das. Da bedarf sie Ihres Schutzes. Zuerst kommt Dankbarkeit, dann Vertrauen, dann". . .
„Ja, wenn das nur möglich wäre!" versetzte sie giftig. „Zu Franz Urbach."
„Zu dem hochmütigen Patron? Sollte der mir den Rang ablaufen wollen? Drr ist im Stand und holt sie mir von der Nase weg."
„Schwerlich. Dazu ist er viel zu sehr Mo- | raltrottel und Theaterverächter. Wir wollen ihm zum Urberfluß gründlich die Suppe versalzen. Mir kommt ein genialer Gedanke." Fröhlich -•TY-* r- r-i —i „Sie habe« ja
alles mögliche Federoolk in Sold. Bestellen Sie doch Artikelcheu, wie ich sie Ihnen angeben werde, und schmuggel« Eie sie in verschiedene Blätter, vor allem in die Theaterzeitung."
„Liest er sie denn?"
„Wie kindlich Sie fragen können, Carneri! Man streicht die Artikel hübsch roth an, und schickt ihm die Zeitung zu. Das wollen wir gleich besprechen."
Derrtsches Keich.
Berlin, den 29. April.
h Bon Ireiherr» v. de« ehe-
maligen Staatssekretär und gegenwärtigen deutschen Botschafter i« Konstantinopel, berichtet die »Münch. Allgem. Ztg.', daß er „als eventueller Nachfolger des Grafen v. Bülow nicht in Bettacht kommen könne" - «ein, sicherlich nicht. Aber nach dem genann-
„Dann danke ich Ihnen herzlich", «rwtderte Anna mit ungleich freundlicherem Gefichtrausdruck „Ich meinerfeit« will mir alle Mühe geben, den übernommenen Verpflichtungen besten« nachzukommen. Nennen Sie mir jemand, der mich unter- b!ttiM "Önnte' <n be”' WaS Spiel, Bewegungen
„Ihre Mutter ist eine vorzügliche Schau- fprelertn..."
„Die nicht", unterbrach Anna mit unversöhnlicher Abneigung in Blick und Ausdruck.
„Wie doch Weiber, — selbst gute —,» hassen verstehen! dachte Carneri. „Da« alte Fräulei« Wiesenthau hat schon mancher Schauspielerin richtiges Agiren beigebracht", sagte er nach kurzem Besinnen. „Ich kann das Nöthige mit ihr besprechen."
, "ickte beistimmend: „Ich werde gewissenhaft bemüht sein, so zu spielen, daß Ihne« durch mich kein Schaden erwachse. Bitte schicken Sie mir auch die Partitur der Sylouna."
„Bei Ihrer Treffsicherheit wird es Ihnen ein leichtes sein, die Gesangspartie durchzustudiren und ihr gerecht zu werden. Mit dem Spiel wird e» anfang« tüchtig hapern. Sobald Sie gelernt haben, auf der Bühne zu stehen und zu gehen, wollen wir aber gleich eine Probe ansetzen. Ich denke, Ihre Relle wird Ihnen zusagen."
O „Die Fronde.
Eine Reihe von Blättern ist auf der Suche nach einem neuen Reichskanzler und nach einem Ersätze für Herrn Minister von Miquel. Daß nun dieser Letztere über kurz oder lang au« dem Amte scheiden wird, versteht sich von selbst. Die Jahre fordern schließlich ihr Recht.. Wenn also die Krisenpropheten nächstens einmal recht bekommen werden durch einen Personenwechsel im preußischen Finanzministerium, so haben sie dami noch keinen Anspruch darauf zu behaupten, daß ihre Prophezeiungen richtig gewesen seien. Es können ja auch noch Jahre vergehen, bis der Wechsel sich vollzieht; und im Interesse der Finanz- wirthschaft kann auch derjenige, der sonst nicht für Herrn von Miquel und seine Politik schwärmt, ganz gut den Wunsch hegen, daß die Zahl dieser Jahre noch recht groß sein möge.
Nun aber die Kanzlerkrise! Da gibt e« eine Lesart, wonach das Centrum und die Konservativen eine parlamentarische Verschwörung angezettelt haben sollen, um den Bau des Mittellandkanal» auf fünf bi« sechs Jahre hinauszuschieben, um die leitenden Staatsmänner im Reiche und im preußischen Staate zu beseitigen, wenn sie nicht für einen ausreichenden Zollschutz für die Landwirthschast Sorge tragen wollen usw. usw. — eine recht unschuldige Erfindung! Der sehr ungefährliche Charakter dieser Erfindungen wird schon durch das wunderliche Gerücht gekennzeichnet, der frühere Staatssekretär und jetzige Botschafter in Konstantinopel, Freiherr Marschall von Bieberstein, sei zum Nachfolger des Grafen von Bülow im Reichskanzleramte ausersehen, und auch durch die andere Mär, Fürst Herbert Bismarck sei der Führer dieser neuesten „Fronde", die aur dem Centrum und den Konservativen bestehen soll. Man könnte meinen, derlei Dinge seien nur in Witzblättern zu lesen gewesen. Leider begegnete man ihnen in diesen Tagen in ganz ernsthaften Blättern und in ganz ernsthafter Bearbeitung.
Dabei scheint nun ganz übersehe« zu sein, daß der Abgeordnete Herold im Namen der Centrums am letzten Freitage in der Kanal-Kommission des preußischen ^Abgeordneten- Hauses bereits die ganz bestimmte Erklä- run g abgegeben hat, vaß das Centrum die Entscheidung über den MUtella«d - Kanal um 5—6 Jahre hinauSgeschoben sehen möchte. Wie kann man von Verschwörung, von Fronde und dergleichen Sachen auf der Grundlage von Bestre- bungen reden, die ganz offen, ganz klar und ganz bestimmt von einem Abgeordneten in der Segen- wart von Ministern und einer zahlreichen parlamentarische» Zuhörerschaft dargelegt werden? Das Eine w rd man dem Centrum hoffentlich noch ge- statten wollen, daß es seine eigene Meinung haben und auch äußern darf; und wenn dann konservative und freikovservative Politiker zu der- selben Meinung sich bekennen, so kann daS dem Centrum doch höchstens nur schmeichelhaft und
„„ Der § 120 Mit die landeSgefetzliche Monopolisirung öffentlicher Anstalten für den Betrieb bestimmter Brr- sicheruugsgefchäfte aufrecht.
Abg. Aichler hält e« mindestens für geboten, eine weitere Ausdehnung dieser Monopole durch Landesgesetz. «ebung auszuschließen.
Ungeduldig blickte er auf, als es an seiner Thür klopfte. Ziemlich kühl brwillkommte er den einttetenden Marburger.
„Du weißt wohl nicht, daß es keinen aktiven Hauptmann Urbach mehr gibt?" fragte er diesen nach den erste« Begrüßung^ warten. „Ich habe meinen Abschied genommen."
„Ich hab'« gestern gehört und bin deshalb heute hergekommen."
„Heute? Vor der Morgenröthe aufgestanden, wegen mir? Ej geschehen Zeichen und Wunder. Du entwickelst Dich zum Muster eineS FreundeS."
„Bist wirklich innerlich fo fidel?" fragte Marburger und sah ihn zweifelnd an. „Kommst mir so sonderbar vor"
Die mühsam erzwungene Heiterkeit verflog. „Nei», ich bin nichts weniger als fidel. Ich habe gethan, »aS unter den Umständen noch- wendig war und werd« es eie bereuen, aber schwer ist'S mir gefallen, sehr schwer. Der Soldatenrock »ar wie ein Stück von mir."
„Und ich war so ftoh, al« ich ihn loskriegte. Du armer Kerl! Sag' mir, was ist'S mit der Anstellung?"
„Die fliegt vom Himmel nicht herunter. Zu- erst heißt'« einen — zum Glück ganz kurzen — praktischen Kursus in Baresch mitmachen, dann habe ich die Wahl zwischen zwei Anstellungen. Die weniger schlechte wird angenommen, die Möglichkeit, eine Frau zu ernähren, ist gegeben, dann wird geheirathet."
„Also bestimmt angestellt bist Du «och nicht?"
„Leider nicht."
„Gott sei Dank!"
Franz saß an seinem Schreibtische, Studium vertieft; ab und zu unterbrach er im Lesen, um Bemerkungen und Auszüge zu machen. Er arbeitete mft dem fieberhaften Eifer eine« Menschen, der lästige Gedanken abschütteln will, die — wie die Sorge noch durch'S Schlüffelloch hereinschleicht — trotz aller Willens- kraft sich immer wieder aufdrängen. Die tiefe« Fallen, die sich auf seiner Stirn eingegraben, der harte Zug um die schmalen, eng geschlossenen Lippe«, drr sich gegen früher noch schärfer ans-
Die ganze Mär von der angeblichen neuen
b?fiOmr.n Hk*“"sonnett,I"Die'»Nationallib. Korrespondenz''glaubt Jemand aus solch? Wa^ivorst/llunae^b^i n!* beri$ten können, e« fänden zur Zeit Verhand- fS 6Äel nirfane? ?anl Ib r «u £ 'W« darüber statt, ob und wie weit es sich anderen Seite würde ^di- rechtfertigen dürfte, der Schutz des einheimischen
i^n eiaen»n TI Kohlenbergbaues bejw. der heimischen Kohlen-
eine Gelegenheit benützen wollte, um im Reichs!'- - Ess durch Tarifmaßregeln zu sichern, tage, bevor dieser auseinander geht, noch einmal recht klar und bestimmt vor versammeltem parlamentarischem Volke auseinander- setzen wollte, wohin die Reise gehe« soll. Eine solche Eiklärung würde ein wirkfames Mittel sein gegen immer erneute Legendenbildungen
während der reichstagslosen Sommerszeit.
aussichtslos." Diese Kennzeichnung deS Kölnischen BlatteS trifft daß Richtige. Wunderbar bleibt es, daß die Regierung selbst noch immer sich so anstellt, als sehe sie die Dinge mit anderen Augen an. Sie könnte nach und nach wirklich auch dazu britragen, daß ein Ende mit dem grausamen Spiele gemacht werde. Statt dessen verwahren sich die Halbamtlichen mit erstaunlichem Eifer gegen die Angabe, daß man Aussicht habe auf einen Schluß der Tagung bei preußischen Landtages bis zum Pfingstfeste. Ja, warum denn aber? Der Landtag kann, wenn die Kanalvorlage ausscheidet, ganz gut mit seinen noth- wendigen Arbeite« bi- Pfingsten fertig werde«.
S 5«r Snvvenkiott bet ofiafri»««ischeu Zfostdampfer ist dem Bundesrathe ein Nachtrag zugegaugen. Es handelt sich dabei um eine Veränderung des FahrtenplaneS,
ten Blatte soll Freiherr v. Marschall gern wieder nach Berlin kommen wollen, und sein Name soll in jüngster Zeit in unterrichteten Kreisen bei der Erledigung eines StaatSsettetariateS genannt worden sein. Die Meldung möge der Vollständigkeit wegen auch hier verzeichnet sein.
© Der Diktalnrparagraph i« Allah- Lothringen soll nach vorliegenden Zeitungsberichten aufgehoben werben während eine» Aufenthaltes de» Kaiser» in Straßburg im Anfänge be«. Monats Mai. Der Gedanke ist hübsch, hat aber dennoch einen großen Fehler, nämlich den, daß er der Wahrheit nicht entspricht.
-h Die preußische Aanakvorlage wirb beisplelsweise auch von der »Köln. Volksztg/ als aussichtslos bezeichnet. Nach der Anschauung der genannten Zeitung wird die Regierung entweder vorläufig auf eine Entscheidung verzichten und sich mit einer Vertagung einverstanden erklären, ober aber mit einem Theile ber Vorlage sich begnügen müssen. Dieser Theil wäre ein RheimDortumnd-Kanal, und zwar die Lippe-Linie, nicht die E.r,scher - Linie, und die verschiedenen Regulirungen an drr Oder, Spree und Havel. „Der Mittelland-Kanal ist einstweilen
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Rabatt gewährt.
Airs dem Reichstage.
•O 83. Sitzung vom 29. April.
Die am letzten Donnerstag wegen der Beschluß» Unfähigkeit des Hauses abgebrochene Berathung über die privaten BersicherungSunternehmunge» wird fortgesetzt. Es ist zunächst zu berathen über den Antrag Richter zu 8 81, die Bestimmungen zu beseitigen, wonach die Kosten für daS Auffichtsamt zur Hälfte von den Unternehmern getragen werden sollen. Das Haus ist besser besucht, als am Donnerstag, augenscheinlich aber noch nicht beschlußfähig. Präfident Hraf Nalkestrem erhält die Einwilligung des Hauses für de» Vorschlag, die ausgesetzte Abstimmung in einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkte vornehmen zu lassen.
Mit großer Mehrheit wird sodann ein Antrag deS konf. Abg. Dietrich angenommen zu § 108, der mit Strafe bedroht denjenigen, der unh-fnzt einen Ber- sickeruagsvertrag abschließt oder vermittelt. Die Rom« mrssion schlägt vor, die Bestrafung davon abhängig zu machen, daß der Betreffende Kenntniß hat davon, daß die für solche Verträge erforderliche Erlaubniß nickt ertheilt ist. Nach dem Anträge deS Abg. Dietrich soll diese Bestimmung wieder gestrichen werden,
Nunmehr wird zu dem § 81 jutücfgegriffen und bet Antrag Richter abgelehnt. ES bleibt also bei dem Beschluffe der Kommisfion, wonach die Kosten deS AufstchtssmteS zur Hälfte von den VerficherungSgesell- schaften zu tragen sind.
Eine längere Debatte entsteht über § 115. Nach der Regierungsvorlage wird darin angeordnet, daß ein Berficherungsunternehmen in solchen Bundesstaaten, auf die eS seinen Betrieb erstreckt, ohne darin zu domizllire», auf Verlangen deS Staates einen Hauptbevollmächtigten stellen muß.
Der CentrumSabg. Zehnter beantragt, die Bestimmung wieder herzustellen, aber mit der Maßgabe, daß der Bevollmächtigte nur bei hinreichend umfangreichen, oder doch entsprechend umfangreich geplante« Geschäftsbetriebe in dein bett. Staate bestellt werden muß. Bei etwa entstehendem Streite soll der yundeS- rath entscheiden.
@egen den Antrag sprachen die «bgg. Richter lfreis. 8p.), Müller- Meiningen (freis. Bp.), Schmidt-Warburg (Etr.) und Schrader (freis. 8g.); für denselben die «bgg. Lehr (natl.). Opfergelt (Etr.) und der bayerische Ministerialdirektor v. Hermann ein.
Staatssekretär Graf ^osadows«« erklärt: Wenn ber bayrische Bevollmächtigte für den Antrag eingetreten ist, fo gar tr damit durchaus der Anschauung gejammten Bundesrathes Ausdruck gegeben.
Der Antrag Zehnter wird sodann angenommen.
In 8 119 bestimmt der RegierungSentwurf, daß dem vorlregenden Gesetze die öffentlichen «er- lc^m nicht unterliegen sollen.
Ach einem Beschlüsse der Kommission soll die« «ngeschränkt werden: eS sollen wenigstens gewisse Vorschriften deS Gesetzes auch für die öffentlichen Anstalten brndend sein.
Nach krr,er Debatte wird unter Ablehnung deS KommtsfionSvorschlaeeS der RegierungSentwurf wieder hergestellt. Die Minderheit besteht au« Freifinnigen, Sozialdemokraten und drei EentrumSab- georbneten.
für Iak-rat» J. Parzelle» tu jhttoamit ZlnterHaktnngs -Beilage „Ilkustrirte Sonnlags-Zeilnng" peterozaAe Ur. 2 (Darmsnies.
-Erscheint täglich, M
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[ WärtSIM-SOPf.