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mit Anteröattungs-Aeikage „Allustrirte Sonntags-Zeitung" “““Ä“ T'XX"“'“

B3

Jutöa, Samstag, den 27. April 1901.

M 96.

Wochen-Wunöschau.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 27. April.

Wer noch daran gezweifelt hat, weiß es jetzt: $tr Entwurf des neuen Zolltarifs gelangt sitzt Nicht mehr an den Reichstag, wahrscheinlich auch noch lange nicht an den Bundesrath. Eine Meldung aus München will sogar wissen, die bayerische Regierung »ertrete den Standpunkt, daß sie vor dem Monat Dezember schwerlich ihre Berathungen mit Sachver­ständigen über den neuen Zolltarif und namentlich über die Getreidezölle beendet haben würde. Danach würden wir also froh sein können, wenn der Bundes­rath endlich im Januar des nächsten Jahres zur Lerathung dieses hoch wichtigen Gesetzentwurfes ge­langen würde; und in diesem letzten, nunmehr ver­gangenen Winter sollte das nach der Ankündigung der Reichstagsthronrede geschehen. Dabei weiß eigent­lich kein Mensch, warum auf einmal der Karren des Zolltarifes stecken geblieben ist; wahrscheinlich wird »an es auch nie erfahren. Dann darf sich aber die Regierung auch nicht wundern, wenn ihre Ver- ^«chungen keinen Eindruck mehr machen und ihre gxtorität schwindet. Was für Ordnung herrscht in einem Staate, wo die verantwortlichen Minister und leitenden Staatsmänner Versprechen über Versprechen, Versicherungen über Versicherungen geben, und diese dennoch alle miteinander nicht gehalten werden?

Der Reichstag hat die Gesetzentwürfe über da« Urheberrecht und Verlagsrecht in zweiter Be- rathung erledigt, ohne an den Entwürfen noch er­hebliche Aenderungen vorzunehmen. Alsdann ist das Gesetz über die Besteuerung der künstlichen Süßstoffe ix erster Lesung durchberathen und an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen worden. Grundsätz­liche Einwände hatten nur die Sozialdemokraten und Freisinnigen dagegen zu machen. Der Sozialdemo­krat Wurm entwickelte dabei in bereits bekannter Manier Anschauungen, wie sie wohl am Platze sind bei einem Vertheidiger der Interessen des in der Industrie arbeitenden Großkapitals, nicht aber bei einem Vertreter des Berufsstandes der Arbeiter. Rach den Ansichten des Herrn Wurm ist der gute Zucker nicht für die kleinen Leute da; diese sollen sich vielmehr nach seiner Ansicht an das schlechte Saccharin halten. Herr Wurm war sehr aufgeregt, als ihm nachgewiesen wurde, daß er vor wenigen Jahren genau das Gegentheil gesagt habe. Aber an dor Wahrheit dieser Thatsache konnte er damit doch nichts ändern.

Eine anarchistische Verschwörung soll entdeckt worden sein. Die Verschwörer haben angeb­lich die Absicht gehabt, den Deutschen Kaiser, den Zaren und das italienische Königepaar umzubringen. Ein gewisser Romagnoli sollte zum Mörder des deutschen Kaisers ausersehen und von Argentinien nach Deutschland herüber gekommen, aber bereits verhaftet sein. Der Plan zu der Verschwörung sollte in dem Anarchisten-Neste Paterson in Nord­amerika ausgeheckt worden sein. Ob die Meldungen wahr find, weiß man vorläufig nicht.

Der Führer der Centrumsfraktion des Reichs­tages, Abgeordneter Dr. Lieber, nimmt vorläufig au den parlamentarischen Arbeiten noch nicht Theil. Et geht ihm gut. Aber zunächst hat er sich noch zu einer weiteren Kur nach Bertrich an der Mosel begeben.

Das hohe Alter von 80 Jahren hat am letzten Sonntag der Hochwürdigste Bischof von Hildes­heim erreicht, Wilhelm Sommerwerk genannt Jakobi. Der Hochwürdigste Herr wurde am 21. April 1821 iu Minden aeboren und am 13. April 1871 zum Bischof von HrldeSheim gewählt. Er ist somit an Alter und an Amtsdauer der Senior unter den preußischen Bischöfen.

Eine erfreuliche Ernennung ist diejenige des Geheimrathes Dr. RenverS zum Regierungspräfi- dexten von Arnsberg, und zwar deswegen, weil der Genannte ein überzeugungstreuer Katholik ist, der aus seiner Ueberzeugung niemals einen Hehl gemacht hat. Bisher war Dr. RenverS Rath im preußischen Kultusministerium. Hoffentlich erhält er dvrt auch einen katholischen Nachfolger. Ursprüng­lich sollte der Genannte Regierungspräsident in Trier »erden. Daraus wurde dann aber nichts. Warum, iß Unbekannt.

Der Errichtung von Arbeitskammern hat ix der württembergischen zweiten Kammer Minister de» Innern von Pischek das Wort geredet: Diesen Bestrebungen steht nach den Worten des genannten Ministers die Landesregierung durchaus srenndlich gegenüber. Da kann.man nur das Eine wünschen, daß die Württemberger recht bald im Bnndesrathe Schule machen möchten. Weniger er- srenlich ist der Beschluß derselben zweiten Kammer, »»nach in Württemberg die Feuerbestattung v»n nun an gestattet sein soll. Für die Erlaubniß haben gestimmt die Demokraten, mit Ausnahme des Abgeordneten Schuhmacher, die Natwnallideralen und die Sozialdemokraten, die meisten Ritter und der evangelische Prälat Dommler; dagegen das Crntrum, Mehrere evangelische Prälaten und die Bauern- dündler, sowie der demokratische Abgeordnete Schuh­macher.

In der hessischen Ständekammer hat der Abgeordnete Köhler-LangSdorf einen wichtigen Antrag eingebracht über die Regelung der Thron­folge im Großherzogthum. Nach dem An­

träge sollen die Erbfolgeverträge aufgehoben werden, die mit mehrerenStaaten geschlossen wurden. Die Prinzessin Elisabeth, die einzige Tochter des regierenden Großherzogs, soll zur Thronfolgerin er­klärt werden. Die kleine Prinzessin ist im Jahre 1895 geboren.

Der König von Sachsen hat in verhält- nißmäßig guter Gesundheit seinen 73. Geburtstag gefeiert. Das Land hat diesmal mit besonderer Wärme an btr Feier sich betheiligt.

Die Dresdener Stadtverordnetenbaben mit 81 gegen 23 Stimmen beschlossen, beim Rathe der Stadt die Einführung einer Kleiderordnung zu beantragen, wonach die Schleppen an den Straßenkleidecn der Damen verboten werden sollen. Recht haben die Herren. Aber ob sie auch äußerlich Recht behalten und mit ihrem Schleppenverbote bei der höhern Instanz durchdringen werden, bleibt abzu­warten.

In den polnischen Gegenden des Königreiches Preußen spielen gegenwärtig Geheimbunds-Pro­zesse gegen polnische Gymnasiasten eine wunderliche Rolle. Vor einigen Tagen wurden einige Sekundaner des Gymnasiums in Schrimm wegen Geheimbündelei zu je 300 Mark Geldstrafe bezw. Haft biS zu sechs Wochen verurtheilt. Natür­lich wird der Haß gegen das System, das diese Ver- urtheilung mit sich bringt, niemals wieder aus den Herzen der Verurtheilten weichen.

Mehrere bewaffnete Expeditionen sind im Schutz­gebiet Kamerun gegen aufsässige Eingeborenen- Stämme unterwegs. Im Norden und im Süden des Schutzgebietes- muß mit Waffengewalt eingeschritten n erben, um bie gestörte Ruhe herzustellen. Von bet Entsendung der längst geplanten Expedition nach dem Tschad-See kann deswegen vorläufig keine Rede sein.

Am 23. April hat das Großherzogliche Paar von Luxemburg in erfreulicher Frische und Rüstigkeit seine goldene Hochzeit gefeiert, aber nicht in der luxemburgischen Residenz, sondern in dem son­nigen Abdazia an der Küste des adriatischen Meeres. Großherzog Adolf war einstmals, wie bekannt, Herzog von Hessen-Nassau, und verlor seinen ererbten Thron durch den deutschen Bruderkrieg im Jahre 1866. Erst nach dem Tode des Königs Wilhelm III. von Holland fiel ihm die luxemburgische Krone zu, da in Luxemburg Frauen nicht zur Erbfolge berechtigt find. Die Großherzogin Adelheid ist eine geborene Prinzessin von AnbaU. Die Tochter des Jubelpaares, Prinzessin Hilda, ist seit 1885 mit dem Großherzog Friedrich von Baden vermählt.

Von dem 83 Jahre alten König Christian von Dänemark wird erzählt, er sei irgierungs- müde; und man kann das einigermaßen begreifen, wenn man die neuesten Ereignisse in Dänemark be­trachtet. Die Neuwahlen zum Volksthing am letzten 3. April bedeuteten einen großen Sieg der Opposition; die Regierungspartei verfügt nur noch über 8 Sitze. Trotzdem verbleibt das konservative Ministerium int Amte, da der König keine neuen Gesichter um sich sehen will. Der Kronprinz zählt auch bereits 58 Jahre. Es kann wohl sein, daß der greise König es diesem überlassen will, sich mit der Opposition aus­einander zu setzen.

DaS bedeutendste Ereigniß in unserem Nachbai- lande Oesterreich ist eine Kundgebung des Thronfolgers zu Gunsten des katholischen Schulvereins, dessen Protektorat er übernommen hat. Der Thronfolger hat zu dem Vorstände des Vereins, den er in Audienz empfing, in lebhafter Weise für die Sache Partei genommen, die der Verein vertritt, namentlich also für eine Volksschule auf christlich konfessioneller Grundlage, in der auch der Kirche der Platz wird, der ihr gebührt, und gleich­zeitig hat der Thronfolger die Los von Rom-Bewe­gung so gekennzeichnet, wie sie es verdient, nämlich als eine Bewegung, die richtiger „Los von Oester­reich" heißen müßte. Darüber entstand nun großes Wehklagen bei den Leuten, die unter dem Molto „LoS von Rom" marschiren, und sie suchten im öster­reichischen Abgeordnetenhause einen Sturm zu ent­fesseln. DaS mißlang üjnen aber vollkommen. Mit starker Mehrheit hat das Abgeordnetenhaus es abge­lehnt, in einer Debatte nut dieser Angelegenheit sich zu beschäftigen. Dafür hat aber Wien eine Kund­gebung für den muthigen Th ronfolger ge­sehen, tote sie großartiger nicht gedacht werden kann. Am Schluffe einer mehrtägigen Mission im altehr- würdtgen Stephansdome gingen menr als zehntausend Männer im Zuge einer Prozession durch die Straßen von Wien, immer zu vier und vier gereiht, Genossen­schaften, Zünfte, Arbeitervereine, Meistervereine, Jünglingsvereine, Unterrtchtsanstalten usw. usw., ka­tholische Studenten, katholischer Adel, darunter Prinz Alois von Liechtenstein, Erbprinz Johann von Schwarzenberg. Lautlos ging der Riesenzug durch die Straßen der alten Kaiserstadt, dieser und der Welt beweisend, daß die Wiener Bügerschaft in ihrer ganzen Mehrheit zu ihren katholischen Ueberlieferungen hält, nicht zu den Juden, Liberalen und Alldeutschen.

Nun ist auch die Verfügung erschienen, mit der die Regierung von Portugal gegen di« kirchlichen Kongregationen vorgeht. In Zukunft sollen nur noch solche Bereinigungen zulässig sein, die der Wohlthätigkeit, dem Unterricht ober der Ausbreitung bes Glaubens und ber Civilisation, letzteres nur in ben Kolonien, sich toibmen. Die Letter ber Ver­einigungen müssen portugiesische Staatsangehörige fein. In Folge dieser Verfügung wurden sofort sieben Klöster geschlossen, in denen Franziskaner, Jesuiten und Benediktiner ihr Heim halten. — Für die Säku- larisirung ist den gestatteten Niederlassungen eine Frist von nur sechs Monaten gegeben.

Die Wirren in China haben dem deutschen Heere einen seiner tüchtigsten Generale genommen. Bei einer großen Feuersbrunst, die den größten Theil

Römische Briese.

XIV.

□ Rom, 22. April 1901.

Am 19. dieses Monats beging Kardinal- diakon Andreas Steinhuber, das einzige Mitglied deutscher Nation des in Curia rest. birettben Kollegiums,sein goldenes Priester- jubiläum. Am 11. November 1825 in Uttlau, einem Dorfe in der Dtözese Passau, ge­boren, machte er seine ersten Studien in Passau und trat dann ins hiesige Kollegium Serma- nicarn ein, wo er zuerst acht Jahre als Zögling und sodann noch einige Zeit verblieb, um den damaligen Rektor in der Leitung des HauseS zu unterstützen, nämlich von 1845—1853. Auch im Jahre 1848 verblieb der 23jährige Stein- Huber mit Wenigen in Rom. Am 19, April 1851 empfing er die Priesterweihe und wurde bald darauf Religionslehrer in der Familie des Herzog» Mox in Bayern, des Vaters der ver­storbenen K «ferm von Ö sterreich. In den Jahren 1854—1857 wirkte Steinhuber in der Seelsorge in Passau und trat sodann 1857 in ben Orden der Gesellschaft Jesu ein und zwar als Novize in Baumgarten (Oberöfterreich). Er bekleidete da auf eine Professur der Philo­sophie und späte- der Theologie an der Staats» Universität Innsbruck und wurde 1867 Rektor des römischen GermanieumS. Zugleich bekleidete er feit 1873 die Stelle eines Theologen der Pönitentiarie, legte 1880 seinen R-ktorposten nieder, wurde Konlultor der Kongregatwnen der außerordentlichen kirchlichen Angel? grnheiten der Propaganda, sowie der Inquisition. Im Kon» sistorium vom 16. Januar 1893 creirte der heilige Vater P. Steinhuber zum Kardinal, releröirte ihn aber in petto und erst am 18. Mai 1894 wurde seine Ernennung zum Diakon publUtrt, bei welcher Gelegenheit ihm der Titel der Diakonie 8. Agathe alla Subnrra, wo das Herz O'ConnellS ruht, verliehen wurde. Kar­dinal Steinhuber ist gegenwärtig Präfekt der Kongregation des Index und Protektor des Cäcilienvereins, sowie der Englischen Fräulein, sowie Mitglied der Kongregationen: Konfistoriale, Bischöfe und Regulare, beide Propaganden, Riten, Ablässe und Reliquien, Stadien und außerordentliche kirchliche Angelegenheiten. Der Kardinal hat seine Wohnung bekanntllch noch immer im Germanicum, welches sich seiner Gönnerschaft in hohem Grade erfreut. Ec kennt jeden Einzelnen, welcher diese Mufleranstalt be­suchte, persönlich, wobei ihm sein erstaunlich gutes Gedächtnrß zu statten kommt. Trotzdem Kardinal Steinhuber wenig gereift, besitzt er dennoch eine eingehende Kenutniß der deutschev kirchlichen Verhältnisse. Bekanntlich ist er der Verfasser der Geschichte des GermanicamS. Die Kirchen St. Stefano und San Saba ließ er in freigebigster Weise reftauriren und unterstützt auch sonst in derselben Weise wissenschaftliche und archäologische Arbeiten. Im Uebugen gibt es wohl fein Mitglied des geheiligten Kollegiums, welches ein zurück ^ezog-neres Ledei führt, al» Kardinal Steinhuber.

Am 18. ds. Mts. fand in der hergebrachten Weise das öffentliche Korsistorium statt, in welchem Papst Leo XIII. den neuen Rar» dinälen, soweit sie in Rom anw.send waren, ben rothen Hut aussetzte, sowie unmittelbar darauf ein neues geheimes Konsistorium, in welchem der Papst an den neuen Rarhinfikn bie Zeremonie ber Schließung unb ber Öffnung des Mundes vornahm, ihnen den Rar bitt atet in g ansteckte, ihnen ihre Kirchentitel verlieh und eine große Anzahl Kirchen neubesetzte, als Fort- setzung der bereits im geheimen Konsistorium vom 15 ds. staltgehabten Ern »nungen. Da­mals wurden 21 Kirchen neubesetzt und zwar 13 wirkliche Diözesen und 8 Tilularkirchen. Von den er fieren waren drei Metcopolitavkirchen und zehn Kathedralen. Von diesen entfielen neun auf Italien, zwei auf Rußland, je eine auf die

des Kaiserpalastes in Peking einäscherte, ist General Groß von Schwarzhoff in den Flammen um­gekommen, als er noch einmal in das von ihm be­wohnte brennende Gebäude zurückkehrte, um augen­scheinlich wichtige Dokumente zu retten. Feldmarschall Graf von Waldersee ist nur mit großer Roth vor ähnlichem Schreckenstode bewahrt geblieben. Im ersten Augenblick glaubte man, es liege Brandstiftung vor. Es ist aber nachgewiesen, daß der Brand auf eine Nachlässigkeit in der Küche des Oberkommandos zurückzuführen ift.

England hat schwer zu tragen an dem Buren­kriege; dr eiMilliardeuMark kostet ihm dieser Krieg bereits; jede Kriegswoche verschlingt jetzt die Riesenausgabe von 30 Millionen Mark! Da mußte man zu neuen Steuern greifen; mit 183 gegen 121 Stimmen hat das Parlament eine Erhöhung des Ein­fuhrzolles für Zucker und mit nur 171 gegen 127 Stimmen einen Ausfuhrzoll für englische Kohlen an­genommen. Nun erst wird den Engländern ganz klar, was dieser Krieg eigentlich für sie bedeutet!

28. Jahrgang.

österreichisch-ungarische Monarchie und Kolumbien. Unter den zu Titularbischöfen ernannten Persön» lichkeiten befanden sich u. A. ber neue Weih- btschof von Wien, Dr. Gottfried Marschall, der Salzburger Weihbischof Dr. Balthasar Rattner, sowie fein Kollege von PrzemySl Dr. Fischer. Der neuernannte Kardinal Riboldi wurde Erz­bischof von Ravenna. Im geheimen Kon» sistorium vom 18. April wurden 35 neue Bischöfe ernannt, bezüglich ihre theilweise bereit- durch Breve erfolgte Ernennung bekannt ge» geben. Unter diesen neuen Kirchenfürsten be­finden sich 19 wirkliche Diözesanbischöfe und 16 solche in partibus; unter den letzteren sind zwei Patriarchen, diejenigen von Konstantinopel und Antiochien, deren Titel zwei römischen Mon­signori verliehen wurden. Der Nationalität nach entfallen auf Frankreich 13, auf Italien 8, auf Spanien 5, auf Südamerika 4, auf Deutschland 2, ebenso auf Großbritannien und Irland, auf Belgien endlich eine Ernennung. Als Deutsche fbb ber bereits durch Breve er­nannte neue Bischof von Passau, Dr. Heule, bisheriger Generalvikar ber Diözese Augsburg, sowie der geborene Straßburger P. Rane» mann, apostolischer Präfekt des Senegal, zn nennen. Letzterer erhielt den Bischofstitel. I» Spanien wurden zwei Kardinäle versetzt: der Kardinalerzbsschof von Valladolid kam nach Saragossa und der Kardinalbtschof von Urgel nach Barcelona.

Am Nachmittage leisteten die neuen Bischöfe, soweit sie hier anwesend waren, den Eid in die Hand des Kardixalotzekanzlers der 8. R. C., Parucchi, und bie Erzbischöfe, sowie bie neuen Bischöfe von Marseille und Pavia erhielten durch den Ersten Kardinaldtakon, Großkanzler der päpfflichen Ritterorden, Macchi, bie Pallien. Den neuen Kardinälen aber überbrachte der Geh. Kämmerer und Garderobier de» Papste-, Mgr. de Samper, die großen seidenen Hüte, welche der hl. Vater ihnen am Vormsttage im öffentlichen Konsistorium feierlich auf- Haupt gefetzt halte.

Aus dem Berichte über die Ber- . waltung der Stadt Fulda.

XXVI.

Wasserwerk.

DaS städtische Wasserwerk hat sich in der BerichtSperiode in erfreulicher Weise weiter ent» roiädt und eS trotz ber relativ hohen Anlagekosten nicht nur zur Rentabilität, sondern zu Ueber- schüffen, welche an die Stadtkaffe abgeliefert wer» den konnten, gebracht.

ES waren an daS Wasserwerk angeschlvssen

von denen 1364 das Wasser nach Waffermeffern, 30 nach Einschätzung entnahmen

Sämmtliche Nmanschlüffe wurden durch bai Wasserwerk auSgeführt.

Entsprechend der Zahl ber Konsumenten ist auch ber Wasserverbrauch bedeutend gestiegen, wie die folgmbe Tabelle ersehen läßt:

ES ist also im Jahre 1899 gegenüber de» ersten vollen Betriebsjadre 1893/94 eine Steige­rung des Konsums um 60,5 °/o und in den ersten 3 Quartalen 1900 gegenüber den gleiten Quar­talen 1899 von 22 4°/. eingetreten. Der Wasser­verbrauch für öffentliche Zwecke (Laufbrunnen, Straßensprengen, Feuerlöschzwecke), welcher auf mindesters 30,000 Kubikmeter jährlich zu berechnen ist, ist in den obigen Summen nicht berücksichtigt.

Vom 1. Oktober 1899 ab ist das neue Ar­tillerie-Kasernement an die Wasserleitung ang^ schloffen. Beabsichtigt ist auch der Anschluß de» diesigen Bahnhofes mit einem Bedarf vo« etwa 350-400 Kubikmeter pro Tag an die staatliche Wasserleitung. S« wurden bei dieser Gelegen­heit noch wettere Radattsätzr eingeführt.

Der durchschnittliche Geiammt-Waffervrrbrauch betrug 1898/99 pro Tag b34 Kubikmeter, t» Jahre 1899 pro Tag 581 Kubikmeter. Auf ben Tag unb Kopf ber Bevölkerung berechnet, würben im Jahre 1898/99 34,7 Liter und im Jahre 1899 37,5 Liter abgegeben. Scheibet man die G oßkonsumenten anS, so ergeben sich auf den Tag und Kopf der Bevölkerung irn Jahre 24,1 Liter, im Jahre 1899 25,5 Liter.

im Jahre:

1892

1895

1900

960 Konsumenten, 1150

1394 „

1893/94

133.423 Kubikmeter,

1894/95

149 513

N

1895/96

163,055

*

1896/97

170,494

n

1897/98

188 067

H

1898/99

185,226

n

1899

214,206

N

1900

—■

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