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mehr und bei keiner Gelegenheit nach dem Bekenntnisse gefragt werden. Aber daS würde — abgesehen von vielen anderen Ge» sichtSpunkten — praktisch vollkommen un» durchführbar fein. So muß doch unbedingt, wie Abg. Gröber hrrvorhob, wenigstens bei der Erhebung von Kultusumlaqen, der Kirchen« steuern, wo solche eingeführt sind oder werden, daS Religionsbekenntniß deS einzelnen Staatsbürgers festgestellt werden. Diese Anträge mußten deswegen auch sammt m.d sonders ab gelehnt werden.
Der zweire Paragraph handelt von der religiösen Erziehung der Kinder. Der national« liberale Abg. Dr. Hieb er hatte den Antrag gestellt, diesen Paragr- phen zu streichen und dafür ein besonderes Gesetz einzuführen. Aber er hat feinen Antrag wieder zurückgezogen. Von allen Seiten mußte er den Vorwurf hören, daß ja er es fei, der mit seinem Gesetzentwürfe Zwang und Unduldsamkeit obenauf bringen wolle und schließlich zog er sich mit der Entschuldigung zurück, daß er seinen Entwurf nach den Grundsätzen des Berliner Universttätsprofessors Kahl ausgearbeitet habe. Das läßt lief blicken! Profeffor Kahl ist gegenwärtig einer der angesehensten protestantischen Kirchenrechtslehrer in Deutschland; Prof. Kahl's Grundsätze erscheinen damit auch in einer ganz eigenartigen, nichts weniger als vortheilhaften Beleuchtung.
Bei dieser Gelegenheit hat das Wort von der „allein seligmachenden Kirche" wieder einmal die richtige Würdigung gefunden. U^kenntniß und Unverstand möchten immer und immer wieder das Wort anlegen, als würde es nur von der römisch-katholischen Kirche und in dem Sinne angewandt, daß derjenige von der Gemeinschaft mit Christus ausgeschloffen sei, der nicht dieser römisch-katholischen Kirche angehöre. Die Centrumsabgeordneten Dr. Pichler, Gröber und Dr. Bachem haben Gelegenheit gehabt, in der Toleranz-Kommission des Reichstages von neuem die vollkommene Haltlosigkeit dieser unverständigen Verdächtigung nachzuweisen. Luther sowohl als auc» Calvin haben ihrerseits geradezu g sagt, daß „von de. Zugehörigkeit zur Kirche (also natürlich zu ihrer Kirche) nicht bloß das Heil abhänge, sondern daß es keinen andern Zutritt zum Heile gebe, als durch die Kirche." Und ganz genau dasselbe sagt daS Buch, das für den Konfirmanden-Unterücht der Protestanten gegenwärtig in der Provinz Brandenburg im Gebrauche ist. Es heißt darin: „Die Seligkeit hängt ab von dem Glauben an Jesum Christum. Es ist nicht gleichgiltig, welche äußern Kirchengemeinschast man ange> hört. Denn der Glaube an Christum kommt aus dem Worte Gottes. Die lautere Verkündigung desselben aber hat die evangelische Kirche." Das ist so und daS war so. Schon in der württembergrschen Ehegerichtsordnung von 1867 ist ganz klar und uuzweiftl- die Rede von „der allein selig machenden evangelischen Kirche." Die katholische Kirche hat dagegen immer anerkannt, daß auch solche der innern geistigen Gemein- schäft mit Christus theilhaft fein können, die der äußern Kirchengemeinschast nicht angehören!
„Ich! ich! Bin ich Dir etwa Staub unter den Füßen? Gelte ich Dir weniger als diese augenverdrehende Prinzeß?"
Sarnen wurde angst und bange bei dem hysterischen Lachen, daS diese Worte begleitete; er sah einen Sturm voraus und griff nach seinem Hute.
„Uederleg' Dir die Sache, Buschmann, und komm' zu einem vernünftigen Entschluß. Ich möchte meine Vorbereitungen nicht umsonst ge- macht haben. Eigentlich ist's sehr nobel von mir, um dasjenige zu bitten, waL ich erzwingen . . . hörst Du?" fuhr er mit erhobener Stimme fort, „erzwingen könnte!"
„Du siehst, wohin Du es gebracht hast," schluchzte Stephanie, al» die Thüre sich hinter Carneri geschloffen. „Er geht im Zorne, der voll bester Absichten kam!"
„Bester Absichten! Der! Bei dem ist Alles Berechnung."
„Was kann er mehr für Dich thun, als Dir Geld in Aussicht stellen? Daß er feinen Vortheil nicht vergißt, ist selbstverständlich, eS thutS ein jeder. Ebenso natürlich ist'S, daß er seine großen Ausgaben nicht umsonst gemacht haben will, wäre ein Narr, wenn er anders handelte. Wir brauchen Geld . . . vergiß daS nicht."
„Durch weffen Schuld?"
„Ach laß die dummen Vor würfe. Durch unser Beider Schuld, wenn Du'S wiffrn willst. Weißt Du andere Mittel, einiges herbei zu schaffen?"
Er fand keine Antwort. Die Augen gesenkt.
* Aufwendungen des Iiskus fftr Airchen- var»terr. In dem Berichte des Herrn Minister» der öffentlichen Arbeiten an den König über die Verwaltung der öffentlichen Arbeiten in Preußen 1890—1900 findet sich auf Seite 137—139 eine sehr interessante Uebersicht über die Aufwendungen de» Fisku» für Kirchenbauten in den letzten 10 Jahren. Hiernach betragen die Aufwendungen für evangelische Kirchen: Willibrordi - Kirche Wesel: 1,400,000, Huckarde 149,700, Fulda 190,000, Schleswig (Dom) 477,100, Halle (St. Stephan) 182,800, Wittenberg 900.000, Staßfurt 169,500, Halberstadt (Dom) 440,000, Luckerwalde 216,300, Glienicke 100,200, Neuendorf 136,000, Wilmersdorf 280,900, Markgra- spieske 104,100, Berlin (Heilandskirche) 369,400, (Nazarethkirche) 452,400, (Gnadenkirche) 825,900, Rummelsburg 249,300, Frankfurt«. 8.O.139,000, Kunzendorf 92,500, Laurahütte 147,300, Königshütte 204,200, Bereut 131,100, Schwetz 225,700, Insterburg 403,300 und Villuhnen 102,900 A. Außerdem betragen die Anschläge für noch im Bau begriffene evangelische Kirchen: Brotterode 113,100, Wilhelmshaven 319,000, Berlin (Dom) 10,000,000, (Golgathakirche) 279.600, (St. Jo- Hann Evangelist) 218,900, LeobschÜtz 138,900, Liebermüll 115,000 und Wormditt 104,000 A Für katholische Kirchen wurden in demselben Zeiträume aufgewendet: Lütgen - Dortmund 189,400, Heyerode 107,800, Breslau (Mauritius) 129,400. Schweidnitz 224,800, Walsen 101 900 und Alt - Kirchau 108,600 A. Es ist in Ausführung Münsterberg mit 183,000 A. Die Gesummt- ilufwendungen für evangelische Kirchen betragen mithin: 20,378,100 A, für katholische dagegen nur 1,044,900 A. Für evangelische Kirchen in Berlin wurden allein 12,146,200 A. ausgewendet.
* Hsrravrück, 16. April. In einer gestern Abend tm Osnabrücker Vereinshause abgehaltenen Versammlung der Vorstands-Mitglieder der Lokal» ausschüffe zur Vorbereitung der 48. Ge- neral-Versammlung der Katholiken Deutschlands, welche die Heuen Graf Droste-Vischering als Präsident deS Central- Komitee's und Prälat Dr. HülSkamp aus Münster mit ihrer Theilnahme beehrten, wurde u. A. beschlossen, den Termin der 48. General» Versammlung Hierselbst, vorbehaltlich jedoch der Zustimmung des Hoch«. Herrn Bischofs von Osnabrück, auf Sonntag den 25. August festzufetzen. Herr Domdechant Schoo, sowie der Präsident deS Lskal-Komiter's, Herr Amtsrichter Engeln, sprachen den genannten Herren den Dank für ihr Erscheinen auS, wie für die Anregungen und Winke, die sie für die Sache gaben.
Austaud»
s London, 26. April. Roo s »General, wo bis vor Kurzem Schalk Burger und die Regieruna der Buren ih.en Sitz hatten, wurde am Montag von Oberst Pullemy besetzt. Der Landdrost und 50 Mann ergaben sich sofort, später haben sich noch 50 Buren ergeben. Aber auch die Buren haben den Engländern eine Schlappe beigebracht. Der englische Major Twysort ist nämlich mit einer kleine» ES korte auf dem Wege von Machado- dorp nach Lydenburg in der Nähe von gekommen ist. Anna war es natürlich nicht entgangen, daß im elterlichen Hause keine geordneten Verhältnisse herrschten, doch war sie weit entfernt, sich des Vaters Lage so verzweifelt vorzustellen. Wie versteinert hörte sie daher auf die Stiefmutter, die mit schonungsloser Deutlichkeit ihr di- Verhältnisse schilderte, — dabei immer wieder betonte, wie ihre Stimme allein Rettung bringen könne. Sie setzte Anna von dem mit Carneri getroffenen Utbereinlommen in Kenntniß, und erklä te mit dürren Worten: Wenn sie sich 'weigere, auf dasselbe einzugehen, müffr der Vater Abschied nehmen von Allem, was seinem Leben Werth verlieh. Mit der Aussicht auf Beförderung, mit feinem Ansehen, ja mit feiner Stellung, ja mit Allem fei e8 vorbei. Und da er em Mann fei, dem das Urtheil der Welt über Alles geh-, so würde er feine verpfuschte Existenz wohl nicht »eiter tragen.
Anna überlief eS eiskalt bei diesen letzten Worten, die Stephanie hingeworfen, als sage sie Selbstoerfländliches. Elend und Roth, Der- lust deS Ansehens, und Verachtung der Mensche» vermochte sie in ihren Gedanken ergeben zu erfaffen, nur das eine nicht, das die Sttef- mutter so kaltblütig als .unüberwindbar be- zeichnete.
Und gerade diese Frau war es, die den Jammer herausbeschworen. Und wenn Anna sich dem Vater opferte, wenn sie Zukunft und LebenSclück hingab, indem sie sich dazu verstand, sich Menschen, die ihr verächtlich dünkten, zu gefallen, so genoß diese verhaßte — in diese»
Deutsches Deich.
Berlin, den 26. April.
+Im Zteichstags-Wahkkreife Httrveiker- St. Mendel, in dem früheren Wahlkreise deS Freiherrn v. Stamm, ist als Centrnms-Kandidat der Landtags-Abgeordnete Kaufmann FuchS aus Köln aufgestellt worden. Herr Fuchs, bekannt als einer der besten VolkSredner deS CentrumS, hat früher bekanntlich den Bochumer Wahlkreis im Reichstage vertreten. Bei der letzten Wahl im Kreise Ottweiler-Tt. Wendel hatte der Centrurns- Kandidat Dr. Hille beinahe die Stimmenzahl deS Freiherrn v. Stumm erreicht. Wenn in dem genannten Wahlkreise also die entsprechende und auch entsprechend rührige Thätigkeit entfaltet wird, so ist gute Hoffnung darauf vorhanden, daß Herr Fuchs als Sieger auS der Wahl hervorgehen und dem Centrum damit ein neuer Wahlkreis erobert werde.
• Die DersorgiMg der Ariegsinvaliden und der Kriegshinterbliebenen ist von der Budgetkommission des Reichstages am heutigen Freitag in zweiter Lesung nach den Be- schlüffen der ersten Lesung angenommen worden. Nach einer Mittheilung der Regierung erhöht sich in Folge des neuen Gesetzes der jährliche Ausgabebedarf für die Invaliden um 14600000 Mark. Die in der ersten Lesung angenommene Resolution wurde wiederum gutgeheißen, wonach in der nächsten Tagung des Reichstages die Re- vifionsgesetze vorgelegt werden sollen über die Militärpensionen und über die Versorgung der Militärhinterbliebenen. Außerdem wurde noch eine neue Resolution beschlossen, die jährliche Vorlegung von Uebersichten über die Invaliden- und Pensionsgewährungen verlangt.
+ Der zweite Paragraph des Goke- ra«z-Antrages des Centrums ist heute (Freitag) von der zuständigen Kommission des Reichstages nach dem neuen Vorschläge deS Centrums unverändert und einstimmig angenommen worden. Dieser Paragraph lautet in der neuen Fassung folgendermaßen:
„Für die Bestimmung des religiösen Bekenntnisses, in dem ein Kind erzogen »erden soll, ist die von den Eltern vor oder nach Eingehung der Ehe getroffene Vereinbarung maßgebend. Die Vereinbarung ist auch nach dem Tode deS einen oder beider Elternthrilr zu befolgen."
Mit allen gegen' drei Stimmen wurde sodann auch § 2a nach dem Centrumsantrage angenommen wie folgt:
„In Ermangelung einer Vereinbarung der Eltern gelten sür die Bestimmung de» religiösen Bekenntnisse», so weit nicht nachfolgend ein andere» vor- geschrirben ist, die Voilchriflen de» Bürgerlichen Gesetzbuches über die Sorge für die Person des Kindes. Steht dem Vater oder der Mutter das Recht und die Pflicht, für die Person des Kinder zu sorgen, neben einem dem Kinde bestellten Vormund oder Pfleger zu, so geht bei einer Meinungsverschiedenheit über die Bestimmung de» religiösen Bekenntnisses, in dem das Kind zu erziehen ist, die Meinung de» Vaters oder bei Mutter vor. Das religiöse Bekenntuiß kann weder von dem Vormunde, noch von dem Pfleger verändert werden."
Die Berathungen werden am Dienstag fortgesetzt.
an bet Unterlippe nagenb, ein Bild unmännlicher Schwäche, stand er da.
Herzhaft fuhr sie fort: „Du weißt keine. Schau' also ben Antrag mit unbefangenen Augen an und fasse einen rnuthigen Entschluß: entweder ein bettelhafteS Dasein und Bruch mit Carneri, ober Wohlleben uns Eingehen auf ben Vorschlag."
Er gab lange keine Antwort, blickte nur finster vor sich hin. Als er zu Stephanie aufsah, schwankte er nicht länger, nur vor einem bebte feine Feigheit noch zurück: der Tochter den Entschluß milzutheiler'.
„Anna . . . Anna ... wie wird fie eS aufnehmen?"
„Anna! Die überlaß mir,“ antwortete fie mit innerlichem Frohlocken, denn nun war ihr Sieg entschieden. Ich tbeile ihr sowohl Deinen Entschluß mit, als die Gründe, welche Dich bestimmen. Dann aber laß Dich nicht etwa wankend machen durch ihre Schmeichelreden und bekümmerten Blicke."
Was hätte er antworten sollen, er, der sich erniedrigt fühlte bis in ben Staub? Er nickte blo» mit bem Kopfe.
Verkauft! Verkauft! DaS eigene Kinb verkauft ! klang eS vorwurfsvoll in feinem Innern, als er fich still in fein Zimmer begab.
27. Kapitel.
DaS Alter hat ben zweifelhaften Vorzug, daS Uiglück voraus zu sehen, und so gleichsam doppelt zu verkosten, während die Jagend es erst ahnt, wenn es unmittelbar an sie heran-
IuLöa, Samstag, den 27. April 1901.
28. Jahrgang.
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-E Zum Toleranzantrage des Centrums.
Die Verhandlungen der Kommission des Reichstages, der die Vorberathung des Toleranzantrages des CentrumS überwiesen ist, bedeuten eine fortlaufende Reihe von Erfolgen deS CentrumS. Man überzeugt sich allgemach davon, baß bas Zentrum gar nicht daran gedacht hat, mit dem Anträge etwas Anderes anzustreben als die Be- feitigung von Zuständen in einzelnen deutschen Bundesstaaten, die dem Geiste unserer Zeit, die aller Toleranz auf» gröblichste widersprechen. Sogar der nationalliberale Abgeordnete Dr. Hieb er, in der ganzen Kommission ohne Zweifel derjenige Abgeordnete, der dem Centrumsantrage am wenigsten freundlich gegenübersteht, hat zu- geben müssen, daß in einzelnen Ländern veraltete Bestimmungen des Staatspolizetkirchenthums bestehen, die beseitigt werden müssen; und Herr Dr. Hieber hat sich zur Mitarbeit bereit erklärt. Ausdrücklich hat er auch festgestellt, daß die Vorgänge in Wechselburg im Königreiche Sachsen nicht denjenigen Grundsätzen der Toleranz entsprechen, wie er sie für richtig hält. In Wechselburg war bekanntlich der katholische Gottesdienst in der Schloßkoprlle gegen ben Zutritt von außen burch Gendarmen abgesperrt worden, weil der Gottesdienst im Schlosse nicht als „öffentlicher" gehandhabt werden dürfte!
Obwohl die beiden nationalllberalen Abgeordneten Dr. Hieber und Dr. Hasse als die einzigen Mitglieder in der Kommission gegen den ersten Paragraphen de» Gentrumsantrage» gestimmt haben, so ist doch die Thatsache festzuhalten, daß da» nicht au» grundsätzlichen Bedenken geschehen ist, sondern au» äußerlichen, au» formellen Gründen. Abg. Dr. Hieber hat ausdrücklich erklärt, daß er für eine Resolution zu haben fein würde, die die Abstellung der bestehenden Mißstände in den einzelnen Bundesstaaten fordert, also namentlich in Sachsen, Mecklenburg und Braunschweig; und sein Parteigenoffe Dr. S a 111 e r hat mehrfach hervorgehoben, daß der Grundgedanke des ersten Paragraphen de» Centrumsantrages allgemeine und ungetheilte Zustimmung gefunden hat. Dieser Paragraph tautet bekanntlich, im Anschlüsse an den zwölften Artikel der preußischen Verfassung, folgendermaßen:
„Jedem Reichsangehörigen steht innerhalb des Reichegebiete» volle Freiheit des religiösen Bekenntnisses, der Vereinigung zu Religionsgemeinschaften, sowie der gemeinsamen häuslichen und öffentlichen Religionsübung zu. Den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten darf durch die Ausübung der Religionsfreiheit kein Abbruch geschehen."
Also nur das will da» Centrum damit für das ganze Reich erlangen, was in Preußen bereit- geltendes Recht ist.
Einige Abänderungsanträge, von Freisinnigen und Sozialdemokraten gestellt, wollten noch weiter gehen und namentlich die Bestimmung einführen, es sollte überhaupt niemand
Ion Stufe zu Stufe.
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. Sleibegg-
63 ------ (Nachdruck verboten.)
„Hörst Du'S Edi? So etwas findet sich nicht wieder."
„Sie wirb in Prachtkostümen erscheinen," rebete Carneri weiter.
„Bei Dir bebeutet Kostüm ben Mangel einer solchen," fuhr Buschmann auf.
„Meinst Du, ich würbe ihr solches zumuthen?" versicherte Carneri mit so ehrlichem GestchtsauS- drnck, baß Buschmann ihn erstaunt ansah.
„Sprichst Du im Ernst," fragte er zweifelnd.
„ES ist mein heiliger Ernst. Sie wirb es gut haben bei mir .... in jeder Beziehung. Außer bem Gehalt bekommt fie Tantiemen, so oft daS Haus ausverkauft ist. Und auSoerkaust wird's sein. Wer fie einmal gehört und gesehen, kommt wieder. Jenes HauS hat gerade die richtige Größe für ihre Stimme und der Komponist hat Bedacht nehmen müffen, daß sie nicht überangestrengt wird. So kann sie beinahe Abend für Abend singen, und ich habe immer ein volles HauS." Der Geschäftsmann in ihm regte sich, vergnügt rieb er fich die Hände.
„Sie wäre eine Gans, wenn sie so ein Glück von sich wiese," fiel Stephanie erbittert ein. „Wenn mir vor Jahren so etwa- angeboten worden wäre!"
„Ja, Du!"
mit Anterhaktungs -Anlage „Zllustririe Sonntags-Zeitung"