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mit Unterhaktungs -Meitage „IMstrirte Sonntags-Zeitung

JuLöa, Freitag, den 26. April 1901

1877

1883

1886 | 1890

1895 1899

Pr. Zoll

Zoll!

175

35

168

10

168 10 143 30 171 50 124 35 152 35

148 5;186 15 172 22» 140 20 162 20

133 10 131 15 163 40 |128 28 155 28

Weizen Rozgev Gerste Hafer

Pr.

198

Pr. 153

veianIir.rtliP: LS» dir Redaktion Jos. San«, für Inserate I. Parzelle» in Lnlda.

Pr. 2c4 188 188 165

28. Jahrgang.

Zoll.

10 I

Zoll 60

»rnck »nd Verlag der Luldaer Acttendruaeret petersgaffe Ur. S (Darmoniel.

+ No« freu MrirtvrrfSkfchrmgeir handelt der vierte Absatz des zweiten Paragraphen der Novelle zum Weingesetze. Dieser Absatz ist gestern (Mittwoch) von der Wrinkommission deS Reichs­tages in zweiter Lesung in einer von der ersten Lesung nicht unerheblich abweichenden Fassung angenommen worden. Nach diesem neuen Be­schlüsse der Kommission hat der bezeichnete Absatz nunmehr die nachfolgende Fassung: „Als Ver- fälschung oder Nachmachung des Weine« ist nicht anzusehen der Zusatz von technisch reinem Rohr-, Rüben- oder Invertzucker, technisch reinem Stärke­zucker, auch in wässeriger Lösung; jedoch darf ei» solcher Zusatz nur erfolgen, um den Wein zu verbessern, ohne seine Menge erheblich zu vermehren. Auch darf durch den Zusatz wässeriger Zuckerlösung der Wein seiner Beschaffenheit und i seiner Zusammensetzung nach, namentlich auch in seinem Sehalte an Extraktivstoffen und Mi,i- malbestandtheilen; nicht hinter dem Durchschnitt von ungezuckerten Weinen de» Weinbaugebieter, dem der Wein nach seiner Benennung ert'prechen soll, zurückbleiben." r*

hk Getreidezölle und Getreidepreise.

Die Leute, die mit dem Übeln Schlagworte „Brodwucher" haustren gehen und die Maffen aufzuregen suchen durch die verkehre Behauptung, als sei mit einer Erhöhung der bestehenden Ge­treidezölle ein Beutezug geplant gegen die Taschen der armen Leute zu Gunsten reifer Großgrund, befitzrr, unterlassen stets, die Preise des Getreides mitzutheilen, wie diese waren zu der Zeit, als es noch keine Getreidezölle gab, und später unter dem Einflüsse der Einfuhrzölle für Getreide.

Wer nur einigermaßen Bescheid weiß in diesen Dingen, weiß genau, daß bei uns in Deutschland da« Brodgetreide in der zollfreien Zeit thrurer war, als nachher unter der Herrschast der Zölle. Nichtsdestoweniger ist rS gut, die Ziffern, die ganz genaue« Bescheid darüber geben, sich immer wieder in das Gedächtniß zurückzurufen, um gegen die Herren von der Brodwucher - Agitation ge­wappnet zu sein.

Inserate: ®f« einspaltige Petit­zeile oder deren Äaum 15 Pfg.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Aus diesen Darlegungen ist der erfreuliche Schluß zu ziehen, daß auch die badische Re­gierung diese vornehmste wirthschaftljche Frage der Gegenwart richtig beurtheilt.

Fassung de« genannten Absatzes vom Plenum S»r Auszahlung deS Lohnes, nötigenfalls auch deS Reichstages gutgeheißen werde.

• V9eir««s de* Ile-r-rni»-*ßezirkes Antsüevg. Daß der westfälische Regierungs­bezirk Arnsberg getheilt werde« soll, wird nun- mehr auch halbamtlich bestätigt. Nach dieser halbamtlichen Mittheilung steht die Errichtung einer neuen Regierung in Dortmund in naher Aussicht. Der neue Bezirk Dortmund soll de» industriellen Theil des jetzigen Regierungsbezirkes umfasse«, in dem gegenwärtig eine Bevölkerung von zwei Mil­lionen lebt. Bei Arnsberg sollen diejenige« Landstriche bleibe», die« wie da» Sauerland, vorwiegend von landwirthschaftlicher Bevölkerung I bewohnt sind.

Theorie und Praxis bei den Sozial­demokraten.

ii.

durch die der Zukunftsstaat en miniature antizipirt werden sollte. (Arbeiterglarhütte in Albi, Kolonie de« Dr. Rossi „Cecilia", die „Jkariergemeinde" Cabet« u. A.) Alle haben sie ein trauriges Fiasko erlebt trotz de« grundlegenden Sozialismus, der doch nach Bebel ’) ist „die mit klarem Bewußt­sein und voller Erkenntniß auf alle Gebiete der menschlichen Thätigkeit angewandte Wissenschaft". Und die äußeren Bedingungen waren oft so glänzend (herrlicher Grundbesitz, fruchtbare« Land, Geldmittel, zielbewußte und billige Arbeiter), daß man sich allgemein sagte: Es muß entweder ein brillanter Erfolg oder ein kläglicher Bankerott werden. Der Bankerott ist stet« mit unheimlicher Geschwindigkeit hereingebrochen. Eine Chicagoer Zeitung zog bei einem derartigen Krache (1895) einmal das für einen Amerikaner doch vielsagende Facit: „Solange nicht der Schöpfer der Welt durch ein allmächtiges Fiat die Natur der einzel- weslichen Menschheit nach einer rein kommuni­stischen Theorie umschaffen wird, muß nothwenbig diese« Schicksal sich in jedem neuen Falle wieder- I holen, solange Gras wächst und Wasser fließt."

») Bebel, „Die Frau', 8. Aufl, S. 204.

I zur Bereitstellung von Speisen und alkoholfreien Getränken vorhanden sein, da sonst Anlaß vor- liegt zum Aufenthalt in Wirtschaften, besonders auch bei nasser und kalter Witterung zum starke» Genüsse von Branntwein. Zur Aufklärung der Arbeiter über grsundheitsmäßige Lebensweise, | Werth und Unwerth des AlkoholgenuffeS könne» die Vorstände der Fabrikkrankenkaffen und deren Aerzte durch Belehrung im persönlichen Verkehr wie h> Vorträgen in erfolgreicher Weise wirke«; wichtig ist dabei die Einwirkung auf die Kassen­ärzte dahin, daß diese bei der Verordnung von alkoholischen Getränken als Heilmittel möglichst sparsam vergehen. — Bei dieser Gelegenheit sei nochmals aus die tteffliche Schrift „Mäßig- kettSbestrebunge«, ihre Bedeutung, Aufgaben und Mittel" htnaewiesen. (So­ziale Tagesfragen Nr. 14—15, Preis 20 Pfg^ zu beziehen von der Centralstelle deS „Volks- Vereins für daS katholische Deutschland in M.- Gladbach.)

1901? Ri*et* e*twee “* 'S»»- M-natSheste- (Februar

Derrtfches Keich.

Berlin, den 25. April.

Dre sozialistische Partei Hot aber nicht etwa kopflos und unüberlegt gehandelt, sondern mit Wer Berechnung. Schon Karl Marx hat seine Anhänger belehrt, „daß sie immer und überall m-hr verlangen müßten, als die übrigen Parteien geben können." „Wir haben«, so Bebel auf dem Parteitag in Erfurt (Prot. S. 174), „stets den Standpunkt vertreten: ES hantelt sich nicht darum, dieses oder jenes zu erreichen, für uns ist d;e Hauptsache, daß wir gewisse Forderungen stellen, die keine andere Partei stellen kann." Und späterhin von Prof. H tz- im Reichstage ge- fragt, ob sie, falls ihe Partei die ausschlag- gebcnde würde, derartige Gesetze wiederum an ihrem Widerspruch- scheitern lasse« wollten, gaben die Herren ein einstimmiges, schallendes „Ja­wohl!" zurück. „Selbst die Möglichkeit ooraus- gesetzt", fehlt bitte Sieger seinem Freunde Bebel m Erfurt (Prot. S. 199), „daß wir durch par- lam «larische Thätigkeit etwas Vernünftiges er­reich?« könnten, so würde diese Thätigkeit. »othwendigerweise zur Versumpfung der sozial­demokratischen Pa; tri führen müssen." Und der Singer von 1891 ist 1901 noch nicht aus seiner Haut gefahren, bat er doch jüngst auf einer Konferenz der soz'aldemokratische« Gemewdever- treter der Provinz Brandenburg mit unglaub­lichem Gl-ichmuthe erklärt, er sei nicht dafür, daß »an den A 6eitern bessere Wohnungen beschaffe; den« „Leute, die erst ruhig in ihren eigenen Häusern sitzen, sind abgestumpft uni) für den ÄmffenLmpf nicht mehr zu haben." o. dW widerlicher Konsequerz begeifern die'e e 6“e*' was von anderen Parteien zum Wohle des Ardeiterstandes unternommen wird. ~^fer Tage hat sich in Berlin als Uuterorgani- satton der jüngst in Paris gegründeten „inter- "«TaL”«Gesellschaft für Arbeiterschutz" die „Gesellschaft für soziale Reform" aebilvet, welche „die soziale Reform auf dem Gebiete der Lohn­arbetterfrage in Deutschland durch Wort und Schrift fördern" will. Die hervorragendsten Sozialpolitiker aller Parteien haben ihren Beitritt | erklärt, auch eine große Zahl von sozial n Ver- ermn, u. A. auch die kathol scheu Arbeiterorgani- sationen und christlichen Gewerkschaften nahezu vollständig sind bngetrelen. Die Sozialdemokraten aber stehen naserümpfend zur Seite und haben nur verächtliches Achselzucken und bubenhaste Randglossen, wie, diese Gesellschaft „ist eine Bildung beten Kraft im umgekehrten Verhält- tuffe zu der sie fiiernden Reklame steht"?) Tie Sczialdewokratie hat eben Thalen, nicht bloße Wor-e. Aber auch bei ih>er Praxis muß Theorie und Praxis wieder scharf geschieden werden. Die Sozialdemokraten weilen g.-rn hin auf die ge­waltige Gewerkschast«org«»isation, die unter ihren Sittichen groß geworden. Aber war dein nicht gerade die sozialdemokrattsche Par:ei von Anfang an bet geschworene Feind der Gewerkschaften? Man denke an Köln 1893, wo ein „Genosse" konstatirte, die Verhandlungen deS Parteitages hätten doch „die Guillotine für die Gewerk- Mafien bedeutet«. Effi als die Arbeiter doch Earst machten, da lenk e man ein und versicherte sich 'm Sm.reffe der polttischen Agitation der gewerischafilichm Organ satioren. Seuher prunkt die Partei gern mit den praktischen L-isturge« dieser Vereinigungen, und vor allem der i« Leipzlg so schnö e behandelte Buchdruckerverband — der nebenbei mit der sozialdemokratischen Partei gar nichts mehr zu thun haben will — muß bei der- art^m Auszählungen immer herhalten mit seinen »roßen Summen, tie et für seine arbeitslosen und ravaliden Mitglieder zahlt. Sind die „Ge- »offen" aber unter sich, dann geht es dem stSwschen Buchdruckerverband herzlich schlecht, »k« er nicht panrm will, sondern praktische »rbett sucht uni leistet. '

E praktische Arbeit ist einmal da« Feld der „Volk«beglücker" nicht. Wer zählt all die traurigen „Leichen" der von der Partei im Lanfe der Jahre mit mehr oder weniger Eclat MS Leben gerufenen Jnstttntionen?! „Muster- anstalten" sollten da« immer werden, und da« wurde« sie auch, Muster nämlich dafür, wa« wir im Zaknuftsstaate zu erleben hätten. Wir wollen gar nicht reden von den Anstalten, die namentlich von den etwas phantastischer angelegten Franzosen «nd Italienern u A. auf ganz streng sozialistisch, kommunistischer Basis in« Leben gerufen wurden,

Vermischtes.

• Aie Bilanz »•« Monaco. Die soeben ver­öffentlichte diesjährige Spiel-Bilanz von Monte Earl, er,ab im Vergleich mit dem vorigen Jahre eine Ab- nähme von 60000 Mark. Die Sesammt-Sinnahmen b»° tragen 19104000 Mk. Die Dividende ist um 8 Mark gesunken, bekommt doch der Fürst jetzt jährlich 1400000 Mk. gegen 1 Million Mk , die er früher erhielt. Albert von Monaco sind außerdem weitere 500 000 Mark für die Erhaltung seiner Leibgarde zugestande« morden, sowie dre Bezahlungen der Ausgaben des Hofes.

* An« der Kinderstube. Die Mama: . Alf» nachdem Dornröschen 100 Jahre geschlafen hatte--«

Lieschen (einfallend): „Aber Mama — da war sie ja eine alte Jungfer!"

+ Der d rit t eKougreß de rchristttcho» Gewerkschaften Deutschlands findet, wie ! schon bekannt sein dürste, zu Pfingsten d. IS. in Krefeld statt. In der Sitzung deS Aus­schusses des Gesammtverbandes der christlichen Gewerkschaften vom 18. d. Mts. wurden drei Tage für den Kougreß in Aussicht genommen. AIS Einleitung deS Kongresses soll am ersten Pfingsttage Nachmittags 3 Uhr eine große öffentliche Gewerkschaftsversammlung stattfinden, in welcher einige christliche Gewerkschaftsführer Referate über einschlägige Fragen halten werden. Nach dieser Versammlung findet gleich die Konstttuirung deS Kongresses statt. Derselbe wird dann am 27. Mai (Pfingstmontag) Vor­mittags von 9 bis 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, am Dienstag Morgen- von 9 bis 1 Uhr und am Mittwoch Vormittag« von S bis 1 Uhr und Nachmittag« vo« 3 bis 5 Uhr tagen. Dienstag Nachmittags soll eine besondere

Ja den Jahren von 1871 bis 1880, in denen ein Einfuhrzoll für Getreide nicht erhoben wurde, war der Durchschnittspreis für die Tonne Roggen 173, für Weizen 223 Mark. Während deS folgenden Jahrzehnts dagegen, in dem Getreide- rolle erhoben wurden, hatte daS Getreide bei uns m Deutschland einen weit niedrigem Preis. Im Durchschnitte dieses Jahrzehnts von 1881 bis 1890 betrug er für Roagei 150 und für Weizen 176 Mark. Noch erheblich niedriger wurden die Sekeidepreise während der Jahre 1892 bis 1898, bei dem herabgesetzten Zolle von 3,50 Mark für den Dopvelzentner. Ihr Durchschnitt betrug 126 Mark für die Tonne Roggen und 160 Mark für die Tonne Weizen, dar heißt er betrug rund 60 Mark weniger für Weizen und etwa 50 Mark weniger für Roggen, als in den Jahren von 1871 bis 1880, in denen ein Zoll überhaupt nicht erhoben wurde.

Die badisch-offiziöse .Süddeutsche Reichs- korrespondenz^ hat in diesen Tagen eine ähnliche Aufstellung für die Getreidepreise im Groß­herz,gthum Baden gebracht. Ein Theil derselben fei hier wiedergegeben:

I Generalversammlung des Gesammtverbandes der Gewerkschaften stattfinden, zu welcher nur die­jenigen christlichen Gewerkschaften Zutritt haben, die dem Verbände beigetreten find und den Beitrag abgeliefert haben. Die Tages­ordnung deS Kongresses wurde wie folgt festgesetzt: 1) Bericht des Ausschusses deS Gesammtverbandes über seine bisherige Thätizkeit. 2) Referat über die Frage: „Die Stellung der Kartelle und Arbeiterschutzoerbände zu den Zentralorganisationen." Referent: Herr Stegerwald-München. 3) Referat über: „DaS Unterstützungswesen in unseren Gewerkschaften.« Referent: Herr Wiedeberg-Berlin. 4) Referat über die Frage: „Verleihung von Korporations­rechten an Berufs vereine." Referent: Herr Brust« Alteveffen. 5) Referate über: „Reform der Ge­setze betreffend die Krankenverficherung und Ge­werbegericht.« Referenten die Herren GieSbertS« M. Gladbach und Ellerkamp-Lage in Lippe. 6)

I Erledigung etwaiger einlaufender Anträge. — । Zum Kongresse werden alle christlichen Gewerk­schaften, Landeskartelle und Ardeiterschutzverbände eingeladen. Etwaige Anträge derselben sind bi* spätestens 3 Wochen vor dem Kongresse an den Vorsitzenden deS Gesammtverbandes, Herrn Aug. Brust-Alteneffen, einzureichen. Vor dem Kongresse soll auch eine neue Statistik über die christlichen Gewerkschaften aufgestellt werden.

X AkäßigstsilsvestreSmege» mtb Ar- «eiig-Ser. In der Bekämpfung des Al- koholismus bricht sich erfreulicherweise immer mehr die Erkenntniß Bahn, daß eS nicht allein mit Ermahnungen gethan ist, sondern auch posi­tiver Leistungen bedarf, um den Alkoholmiß­brauch wirksam einzudömmen. Sehr wichtig ist in dieser Hinsicht die Mitwirkung der Ar­beitgeber, da gerade das Trinken während der Arbeit und in den Arbeitspausen in den meisten Fällen schon zum gewohnheitsmäßigen Atkoholgenuß führt. Der Genuß von Brannt­wein auf der Arbeitsstätte sollte streng verboten werden. Da in vielen Berufen besonderes Be« | dürfniß zur Stillung des Durstes herrscht, müssen gutes Trrnkwaffes, billiger und guter Kaffee ober Mineralwasser und andere alkoholfreie Getränke zur Verfügung gestellt werden. Der Verkauf von Bier und noch mehr von Schnaps durch Meister, Vorarbeiter und andere Personen, vo» denen die Arbeiter sich abhängig fühlen, mutz untersagt werden. Die Verwaltung der Fabrik« kantine« darf nicht der Envrrbsfpekulation eine* Wirthes überlassen werden, diese find vielmehr wie die übrigen Wohlfahrtseinrichtungen gemein« »ützig und besonder* ohne jede«, auch verdeckte» Trmkzwang zu verwalten. Nicht minder ist die Aufmerksamkeit des Arbeitgebers auf die Ver­hütung der mit der Arbeit verknüpfte» Anlässe zum Alkoholgenuß zu richte». Er hat für gesunde Arbeitsräume zu sorgen, die möglichst frei find von Staub, Gasen und Dämpfen, Nässe, übermäßiger Hitze; Ueberan- streugung, insbesondere durch übermäßige Ar­beitszeit, ist zu vermeide«. Die LohnauSzahlung ist möglichst vom Samstag auf einen andere» Wochentag zu legen. Bei Arbeiten im Freie» „ müssen Schutzhüllen oder Schutzzelte zum Auf-

Man- nimmt an, daß diese enthalt beim Essen und bei ungünstiger Witterung,

Die Zollsätze geben den Einfuhrzoll für die Tonne au, wie auch die verzeichneten Preise auf die Tonne sich beziehen. Ans dieser Tabelle steht man auf einen Blick vollkommen klar, daß die Einführung der Getreidezölle keine Steigerung der Gekeidepreise hervorgerufen hat. Unter dem Einflüsse des höchsten Getreidezolles, den wir bisher gehabt haben, haben die Gekeidepreise noch nicht die Höhe erreicht wie im Jahre 1877, | da* vollkommen ohne Sekeidezölle war. Höch­sten* könnte man als, sagen, daß die Zölle ein »och weitere« Sinken der Preise verhindert haben. In diesem Sinne erläuterte auch da* bezeichnete! halbamtliche Organ in Baden seine Tabelle. „Wenn die Einfuhrzölle — so schrieb die ,Südd. Reich« korr/ — ein noch weitere* Sinken der Gekeidepreise, welche dermalen die Produktion*, kosten kaum mehr decken, verhindert haben sollten, so wäre die* int Interesse der in Süddeutschland nnb insbesondere int Großherzogthnm Baden votcherrschenden klein- und mittelbäuer- lichen Bevölkerung und im Interesse der landwirthschaftichen Arbeiter nur zu begrüßen".

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Die ein sichtigen Kreise der I n d u st r i e stehen auf demselben Standpunkte. In dem neuesten Berichte der Zentralstelle zur Förderung Unternehmungen im Osten ift bte Arbeit eine* Fabrikanten in Posen enthalten, die die Ueberschrift trägt: Die Stadt Posen und die Getreidezölle' Der Ver- faffer weist mit überzeugenden Worten nach, daß die Landwirthschaft für die Provinz Posen der wichtigste Erwerbszweig ist und in absehbarer Zeit bleiben wird. Auf Posen* Handel und Gewerbe wendet der industrielle Verfasser da­altbekannte Wort an: Hat der Bauer Geld, hat '« die ganze Welt. „Je mehr die Provinz Posen zur Kornkammer wird — schreibt der Posener Fabrikant — desto größer die Kaufkraft und Wohlhabenheit ihrer Bevölkerung, desto mehr Gelegenheit für Handel und Industrie, Absatz für ihre Waaren zu finden." Was aber für die Provinz Posen gilt, trifft genau ebenso zu für alle anderen landwirthschaftlichen Bezirke im Deutschen Reiche und mittelbar für das ganze Reich. Nur Mangel an Einsicht und einfettige Beurtheilung können Asußerungen Hervorrufen wie die, welche der nationalliberale Abg. von

I Eynern kürzlich in der Kanalkommission des > preußischen Abgeordnetenhauses that, daß die Ver- treter der westdeutschen Industrie im Reichstage gegen die Erhöhung des Getreidezolles stimmen würden, wenn das preußische Abgeordnetenhaus den Mittelland-Kanal ablehnen sollte. Denn da­mit würden Herr von Exnern und etwa vor­handene Gefinnungsgenoffen auch den badischen, württembergischen und bayerischen Bauern dafür strafen, daß eine Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses nicht die riesen­große Verantwortung auf sich nehmen wollte, die ihnen mit der Kanalvorlage zugemuthet wird. Und da* würde ohne Zweifel eine Ungerechtig­keit sondergleichen sein!

Erscheint täglich, gt. Ausnahme der , Sonn-und Feier­tage. Biertesiährl. «t}«gsprtis

i ohne Bringerlohn ' und Bestellgeld in ■ Fulda und aus­

wärts 1 M.60 Pf.

Zolli Pr. Zoll 35 --- —