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für Inserate I. Parzelle» t« Fulda. mit Nnteryalümgs-Beilage „ILustrirte Sonntags-Zeitung"

Druck und Verlag der Fuldaer Xctteudr»t«»»t petersgaffe llr. 3 (Harmonie).

^2

Julöa, Mittwoch, den 24. April 1901.

28. Jahrgang.

Zickzack!

„ES bestehen keinerlei Differenzen hinsichtlich des neuen Zolltarifs zwischen den beteiligten Instanzen. Das Werk ist in voller Ueber» einstimmung aller Mitarbeiter schon fertig gestellt, und die Reichs! mckerei ar­beitet Tag und Nacht an der Drucklegung . . / — so sprach der Rrichsschotzsekretär Freiherr von Thielmann vor drei Monaten im Reichstage. Aus München wird jetzt berichtet, die bayerische Regierung habe in Berlin erklären lasten, daß namentiich die Erhöhung des Getreidezolles einer löngern Prüfung bedürfe; daher wüste sie erst den neuen Zolltarif mit Sachverständigen berathen, und sie könne sich kaum vor Dezember darüber äußern.

Wenn diese Meldung richtig ist, wirst sie ein eigenthümlicheS Licht auf die Zustände innerhalb der Verbündeten Regierungen. Soll man denn wirklich annehmen, dsß die bayerische Regierung bisher keine Ahnung hatte von dem Inhalte des neuen Zolltarifentwurfes? Soll man glauben, daß dementsprechend eine einzelne Berliner Re­gierungsstelle ganz allein in dieser hochwichtigen Sache gearbeitet habe? Das kann man nicht annehmeu. Die vorher angeführten Worte des Herrn Schatzsekretärs beweisen daS Gegen- thril. Wie also soll man sich die Vor­gänge hinter den Kulisten erklären? Um Antwort wird gebeten! Wenn die einzelnen deutschen Landesregie ungen noch dieses ganze Jahr hindurch mit dem Zolltarif sich beschäftigen wollen, kann dieser vom BundeSrathe nicht vor dem nächsten Jahre in Angriff genommen werden. Der nächste Zeitpunkt dafür würde der Januar 1902 sein. Dann aber würde der Gesttzentwurs nicht vor dem März deS nächsten JahreS an den Reichstag gelangen; und wenn man sich nun vorstrllt, daß dann die angekündigte Ob­struktion der Freisinnigen und Sozialdemo­kraten beginnen wird, so gelangt man auf diese Weise dazu, das Ende der Zolltarisbercthungen im Reichstage in den Hochsommer des JahreS 1902 zu verlegen, wenn alles gut gehen sollte. Das würde eine Verzögerung der Entscheidung über diese hoch wichtige wirthschaft- liche Frage um ein volles Jahr bedeuten.

Daß die Vorarbeiten zum Zolltarif nicht vor dem Herbste abgeschlossen werden könnten, hat erst vor einigen Tkigen auch ein Berliner OffiziosuS versichert — und nun sage noch Einer, es gebe keinen ZickzackKur» mehr in unserer Politik. Leider können die Folgen dieser in ihrer Art fast unglaublichen Schwankungen recht verhängnißvoll werden. Denkt daran Niemand? Die Autorität der Regierung aber muß ja auf diese Weise unter­graben werden. War sollen die Staatsbürger dazu sagen, daß es am Ende immer und immer anders kommt, al» nach den Aussprüchen der verantwort­lichen Minister und leitenden Staatsmänner anzu­nehmen war? Die Regierung wird dadurch in eine so schiefe Sage gebracht, daß es gar nicht anders möglich ist, als daß die einzelnen Staats­männer derselben schnell verbraucht werden; und nun macht man die leidige Erfahrung, daß diese Zustände, die unter dem Grafen Caprivi und unter dem Fürsten Hohenlohe die öffentliche Kritik herausgefordert und das Ansehen der Regierung schwer geschädigt haben, auch unter dem Grafen Bülow ihre Fortsetzung finden. Soll denn das immer so bleiben bei uns im Deutschen Reiche?

□ Preußische Hypothekeu- Aktien-Bank.

Die Psandbriesbrsitzer und die Aktionäre wer­den jetzt zur Beschlußfassung über einen zwischen der Schutzoereinigung, der Psandbriefvcrtretung und dem Kuratorium verabredeten ReorganisationS- plan zu drei getrennten Versammlungen auf den 10., 12. bezw. 18 Mai rc. einberufen. Der Plan geht dahin, das Aktienkapital von 23,000,000 Mark im Verhältniß von 10 zu 1 zusammenzu­legen, sodann die Mittel zur Auffüllung und Vrrbefferung der Pfandbriefunterlagen sowie zur Deckung der Kosten und des Vorschufles der Schutzoe.'einigung für den diesjährigen, Januar und April fällig gewesenen, aber gestundeten Koupon durch Verzicht der Pfandbriefbesttzer au die gefammten Pfandbriefzinsen für das Halbjahr 1901 (Juli- und Oktober-Koupon) und auf 20 pCt. der Zinskoupons für weitere 10 Jahre vom 1. Januar 1904 ab gerechnet zu beschaffen. Weiter aber ist die Neubeschaffung des für den Pfand- btiefumlauf gesetzlich erforderlichen Aktienkapitals

nothwendig. Ts liegt nun ein Plan vor, der den Besitzern der Pfandbriefe zwei Wege offen

läßt. Der eine beruht auf dem Gedanken, die Zinsen der als Pfandbriefunterlage dienenden Hypotheken auf 2 Jahre (1902, 1903, insge- ammt ca. 26 Millionen Mark betragend) zur Einzahlung auf neue Aktien zu verwenden, in liefet Zeit Psandbriefzinfen nicht zu zahlen, und die so entstehenden Aktien bezw. deren Erlös päter ratirlich auf die Koupons zu vertheilen. Der andere Weg geht dahin, daß die Schutzver­einigung für Rechnuna der Pfandbriefgläubiger, )!e sich ihr angeschloffen haben, die dem zehn- ährigen ZinSverzicht unterliegenden 20 pCt. ihrer Pfandbrüfe in die Preußische Hypotheken- Aktien-Bank einbringt, welche dagegen 15 pCt. Aktien ausgibt. — Die restlichen 80 pCt. erhol­en dann schon eine vom 1. Juli bezw. 1. Ok- ober 1901 ab laufende Verzinsung und die Aktien sind vom 1. Januar 1902 ab dividenden- »erechtigt. Für die so umzutauschenden Pfand­briefe hört die im ersten Plan vorgesehene Ver­wendung ihrer zweijährigen Hypothrkenzins- eingänge zur Einzahlung der Aktirn auf, während ie für die übrigen Pfandbriefe fortdauert. Das Refultat bei Annahme dieses letzteren PlaneS würde sein, daß die Mitglieder der Schutzorr- einignng 80 pCt. ihres bisherigen Nominal­betrages mit Verzinsung vom 1. Juli bezw. 1. Oktober 1901 ab und 15 pCt. in Aktien der völlig gesundeten Gesellschaft erhalten, dagegen )ie der Schutzoereinigung nicht angehörenden Pfandbriefe zwar von dem Nominalbeträge ihrer Forderungen nichts eirbüßen, aber für zwei Jahre auf ihr? vollen Zinsen und außerdem auf den fünften Theil ihrer Zinsen für fernere zehn Jahre verzichten müssen Der Verzicht auf ein jalb Jahr Zinsen für 1901 bleibt für ffimmt« iche Pfandbriefe in Kraft. Der Zutritt zu der Schutzvereinigung steht vorläufig noch jedem Be­iher von Pfandbriefen frei. Das Zustande- fommen - es ganzen Planes ist davon abhängig, raß der für dir Grundschuldbank vorgeschlagene Sanirungsplan in der Versammlung der Real­obligationäre vom 29. ds. zur Annahme gelangt, weil nur in diesem Falle der Vergleich zwischen 1 er Grundschuld-Bank und der Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank perfekt werden kann. Praktisch gestaltet sich die Sache folgender- maßen: Derjenige Pfandbriefbesitzer, welcher den Vorschlägen der Schutzvereinigung beitritt, erhält für je 8000 Mark Pfandbriefe 6400 Mark Pfandbriefe zum bisherigen Zinssätze, verzinslich vom 1. Juli bezw. 1. Oktober 1901 ab, 1200 Mark Aktien mit Diotdendenberechtigung vom 1. Januar 1902 ab. Ans diese Weise treten die Pfandbriefbesitzer in kürzester Zeit wieder in die Verzinsung von il& ihres Kapitals. Dadurch, daß sie für den greifbaren Rest Aktionäre ihres Unternehmens werden, fließen ihnen im Wisent- lichen alle Chancen aus der Verbesserung der Verhältnisse oder aus einer die gegenwärtige Schätzung übersteigenden besseren Vrrwerthung der Objekte der Bank zu. Die Aktionäre, die im Falle des Konkurses völlig leer auSgehen würden, retten wenigstens einen bescheidenen Antheil ihres Besitzes. Der Pfandbriefumlauf beträgt gegenwärtig ungefähr 340 Millionen Mk. Bei Annahme des von dem Vorstände der Schutzvereinigung seinen Theilnehmem empfohle­nen Weges würde der Nennbetrag der Pfand­briefe auf 272 Millionen herabgesetzt werden. An Stelle der restlichen 68 Millionen Mark erhalten sie, falls alle beitreten, Aktien im Ver­hältnisse von 15:20 (b. i. 3/t)

gleich einem Aktienkapital von 51,000,000 Mk. wozu bann noch bie aus bet Zusammenlegung der alten

Aktien resultirenden c-r. . . 2,300,000 „

kommen. Die neue Gesellschaft wird bann mit einem Aktien­

kapital von ca. . , . . . 53,300,000 Mk. arbeiten, dkffcn Höhe den umlaufenden Pfand­briefen bie Eigenschaft erstklassiger Kapitrls- cnlage gewährleisten dürfte. Für diejenigen Pfandbriefgläubiger, die sich dem Vorschläge der Schutzoereinigung nicht anschließen, würde sich der Werth ungünstiger gestalten, sie erhalten sich zwar den Nennbetrag der Pfandbriefe, diese werden aber bis 31. Dezember 1903 überhaupt nicht und von da ab auf 10 Jahre, also bis 31. Dezember 1913 nur mit 9/i» des ^Koupouk- betrages verzinst. Um das Obige an einem Beispiel klar zu machen, fügen wir Folgendes hinzu. Ist der Besitzer von 8000 Mark vierprozentiger Preußischer Hypotheken-Pfand- btiefe Mitglied der Schutzvereinigung, so erhäll er 6400 Mark vierprozentige Pfandbriefe mit ZinSlanf vom 1. Juli tesp. 1. Oktober 1901 ab, sowie 1200 Mark Aktien mit Dioidenden- lauf vom 1. Januar 1902 ab, bleibt er außer­halb bet Schutzvereinigung, so behält et seine 8000 Mark vierptozentige Preußische Hypotheken- Pfandbriefe im Kapital unverkürzt, verzichtet aber zunächst auf 2 Jahre Zinsen ganz, wogegen er nach Ablauf derselben 1280 Mark Aktien er-

Aus dem Berichte über die Ver­waltung der Stadt Fulda.

xxni.

Kanäle.

Die für unsere Stadt so dringliche Reukanali- ation ist innerhalb der Berichtsperiode um ein nichtiges Stück näher- gerückt worden. Am 27. tooember 1897 erstattete der Berichterstatter in der Kanalifationsangelegenheit den städtischen Körperschaften einen eingehenden Bericht. (Seite 176—178) mit entsprechenden Anträgen zur Er- angung von Projekten, welche vom Bürgeraus­chuß am 17. Dez. 1897 genehmigt wurden.

Es wurden nunmehr die Unterlagen für das Zreisausfchreiben im Bauamte bearbeitet und mit en in Aussicht genommenen auswärtigen Sach­verständigen in Verbindung getreten. Die Herren Oberbaurath und Professor Baumeister in Karlsruhe und Stadtbauräthe Höpfnet zu Kassel und Steuernagel zu Köln übernahmen mit den von den städtischen Körperschaften noch weiter er­wählten hiesigen Herren das Preisrichteramt und mit denselben wurde dar Seite 179 und 180 mitgetheilte Programm zu dem Preisausschreiben jur Erlangung von Entwürfen für die Reukanali- irung der Stadt Fulda vereinbart.

Am 15. Juli wurde das Seite 180 mitge­theilte Preisausschreiben erlassen und in den verschiedenen Zeitungen veröffentlicht.

Da» Preisausschreiben hatte einen guten Er- ölg, da bis zum 1. Februar 1900 nicht weniger als 16 Projekte eingegangen waren. Dieselben wurden in der. damals gerade kurze Zeit leer trhenden, früher von Fabrikant Sp atz bewohnten Parterrewohnung im Schlöffe übersichtlich ausge- egt. Am 12. Februar traten die Preisrichter zur Beurtheilung der Projekte zusammen; in drei- ägiger mühevoller und eingehender Arbeit wurde die Sichtung der eingesandten Projekte vorge­nommen und hierüber das Seite 181—183 mit-

M, und zwar 1200 Mark in natura, 60 Mk. durch Verwerthung dieser Spitze zum Kours- werth in baat, und er verzichtet auf fernere ehn Jahre auf 20 pCt. seiner Zinsen; seine ifanbbriefe werden also für diese zehn Jahre - .2prozentig.

die Gemeidewahlen da? System der Zwölfteln ng zu Grunde zu legen. — Köln. Eine folgenschwere Explosion hat auf der Wahnerhaide stattgefunden. Zwei Personen wurden durch eine Geschoßexplofion getödtet, drei schwer verletzt.

* Hine DolkszS-kung hat am 25. März in Frankreich stattgefunden, denn Ergebnisse jetzt thril- weise bekannt werden. Die Zählung dokumentirt die­selben Erscheinungen, wie bei den früheren Zählungen: Abnahme der ländlichen Bevölkerung und Zunrchme der Einwohnerschaft einiger großer Industrie-Städte und Bezirke. In mehreren Großstädten ist die Bevölkerung ebenfalls zurückgegangen; hier handell eS sich aber nur um eine Verschiebung aus den Zentren nach den Vor­orten hinaus, wie in Lyon, dessen Bevölkerung von 466 028 Einwohnern im Jahre 1896 auf 458145 ge­sunken ist, während die umliegenden Gemeinden stark zugenommen haben. Bordeaux ist auf seiner Ziffer von 1896 stehen geblieben; es zählt 257471 Seelen, was eine Zunahme von 565 in den letzten fünf Jahren ausmacht. Von anderen größeren Städten zählen (die Ziffern von 1896 in Klammern daneben): Rouen 116 677 (113 219), Le Havre 128679 (119470), AmienS 90038 (88 731), Rennes 74 006 (69 765), Orleans 67 539 (66 215), Le Mans 62 948 (60 075), Rochefort 35538 (84 892) u. s. w Die Landbezirke von Aoetot, Rochefort, Mende «. s. w. haben beträchtliche Einwohnrreinbußen erlitten, der erste von nicht weniger alS 5681 Seelen, sodaß er das Recht verliert, zwei Abgeordnete in daS Parlament zu entsenden. Ueber die P ar if er Ziffern verlautet noch nichts genaues; dagegen sind die einiger Vororte bekannt und weifen beträchtliche Erhöhungen auf, so Saint-DeniS mit 59 541 Einwohnern 5109, LevalloiS-Perret mit 58( 62 Einwohnern 10498, Vincennes mit 27450 Ein­wohnern 2886, Aubervielliers mit 81094 Einwohnern 3811, SainttQuen mit 35 097 Einwohnern 4582.

• Aevertrnmpft. „Mein Papa reist morgen in die Alpen." — „Erst? Unserer ist schon abgestürzt"

* Rache ist süß. Michel kommt Abends schon etwas angeheitert zum „Sternwirth" und verlangt Bier, das ihm verweigert wird. Erst steht er einen Moment verdutzt, dann geht er stillschweigend fort. Mitten tn der Nacht wird der Sternwirth durch heftiges Klopfen us dem Schlafe aufgescheucht. Erschreckt Reibet er ich an, sperrt auf und tritt in die schneidende Racht- uft hinaus. Da steht der Michel. „Sigst' es, Stern­wirth", sagte er ttiumphirend, „iatzt hab' i' do' mein' Rausch!"

* Verdächtig. Fremder: „Kannst Du Deinen Vater nicht 'mal rufen?" — Schlächterssöhnchen: „Nein, der ist beim Wurstmachen — und da schließt er sich immer ein!"

* Der widerlegte Schiller. Schusterjunge (irn Spiegel eine große Beule betrachtend, die ihm sein Meister beigebracht): „Ick habe uff Schillern immer jroße Stücke jehalten; aber nu' iS't alle! Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten? ... Na — wenn bet noch keen Jebilbe iS?!" —

geteilte Protokoll aufgenommen.

Gleichzeitig arbeiteten bie auswärtigen Sach­verständigen Oberbaurath und Professor Bau­meister, Stadtbauräthe Höpfner und Steuer­nagel al« weitere Richtschnur für bie definitive Bearbeitung des Kanalisationsprojektes die Grund­züge für bie Kanalisation der Stadt Fulda aus S. 184—188), welche bereits in der ,Fuldaer Zeitung' veröffentlicht wurden.

Rach langen und eingehenden Verhandlungen mit den in Frage kommenden Persönlichkeiten schlug diese nach Mehrheitsbeschluß zur Bearbeitung Oes Projektes den Jngenier Hugo Mayrich in Gotha vor. Nach eingehenden und lebhaften, in mehreren Sitzungen hierüber geführten Debatten stimmte die Stadtverordnetenverfammlnng am 4. Februar 1901 diesem Anträge zu. Das Projekt wird bis Herbst 1901 abgeliefert werden, und es ist zu hoffen, daß die weiteren Beschlüsse und Verhandlungen sich so rasch abwickeln werden, daß im Frühjahre ober Sommer 1902 mit dem Bau der Kanäle begonnen werden kann.

Vermischtes.

(♦) jkteitt# Nachrichten. Koblenz Der Stadtverordnete Ludwig Wirth, der langjährige Ber- waltungsrath der Köln-Düsseldorfer Schifffahrts-Gesell­schaft, ist gestorben. - Goch. Der Ortskranken- kafsen-Readant A. von hier, welcher nach Unter­schlagung von 5000 Mark geflüchtet war, wurde von der belgischen Behörde wegen Mittellosigkeit über die Grenze geschoben, von der Polizeibehörde in Eupen verhaftet und in daS kgl. Gefängniß zu Cleve über­führt. — Eleve. Die behördliche Abnahme der Kleinbahnstrecke Cleve-Emmerich hat bereits zweimal verschoben werden müssen und findet nunmehr am 30. April statt. Ob der Bau danach sofort tn An­griff genommen werden kann, ist noch zweifelhaft. — Arnsberg. Der Durchstich des Tunnels durch den Lüsenberg, an dem seit mehr als einem Jahre ge­arbeitet wurde, ist erfolgt. Böllerschüsse verkündeten den Anwohnern am 21. April das Ereigniß — Dresden. Der Antisemit Graf Walther Pueckler sollte sich heute wegen Vergehens gegen den § 130 ver­antworten. Da er ohne genügende Entschuldigung dem Termine fernblieb, beschloß daS Landgericht einen Haftbefehl. — Karlsruhe. Einige hundert Ar­beiter der Gießerei der Maschinenfabrik Gritzner in Durlach sind tn den Aus st and getreten, da die Direktion einen Lohnabzug von 10 bis 15 Prozent vor­genommen hatte. — Breslau. Wegen „Gittlich- keitsvergehen" find hier, wie die .Volkszeitung' meldet, etwa 30 Buchhändler, Wirthe und Barbiere an­geklagt worden, weil sie die Fastnachtsnummer des ,Simplizissimus' verkauft oder ausgelegt haben. Tie Anklageschrift ist ihnen schoiz zugestellt worden. — Sydney. Eingeborene ermordeten zwer eng­lische Missionare am gly-River auf Nru-Gumea. — M-Gladbach. In der Stadtverordneten-Ber- sammlung wurde mit 18 gegen 9 Stimmen beschlossen, in Zukunft der Abgrenzung der Wählerabtheilungen für

Warktkrrichte.

• Iraukfurk, 22. April. Amtliche Notrrung der Bieh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 414 Ochsen, 45 Bullen, 717 Kühe und Färsen (Sttere und Rinder), 355 Kälber, 3 2 Schafe und Hämmel und 1406 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen: a. vollfleischige, ausgemäsietr höchsten SchlachtwerthS bis zu 6 Jahren 67 69 M.,- b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 62—64 M., e. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58—60 M., d. gering genährte jeden MterS 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten SchlachtwertbeS 53—55 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 49—50 M., c. gering genährte 09—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, auSgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 60-62 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 55—57 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickele jünger-. Kühe und Färsen (Sttere und Rinder) 43 —45 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Sttere und Rinder) 32—33 Mk.. e. gering genährte Kühe und Färsen (Sttere und Rinder) 30-31 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollm. Mast- und beste Saugkälber 78—80 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 70—73 Pf., c. geringe Saugkälber 60 bis 63 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 58-60 Pf., b. ältere Masthämmel 54-56 Pf. c. mäßig genährte Hämmel und Schaf« (Märzschafe) 00—00 Pf. Schweine: a. vollfleischigc der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l‘/< Jahren 59-00 Pf., b. fleischige 57—58 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 50—00 Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —.—. Pf. Bezahlt wurde für ein Pfund Lebend­gewicht: Kälber a. 46- 49 Pfg. b. 42—44 Pfg., Schweine a. 46—00 Pf., b. fleischige 45 Pfg. — Aus Oesterreich standen 120 Ochsen und 4 Bullen zum Verkauf. Geschäft gut, Markt geräumt.

und Juni lostet die reichhaltig- und täglich erscheinende.Fuldaer Zeitung' nur

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