28. Jahrgang.
Iuköa, Mittwoch, dm 24. April 1901
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besteht. Gerade dieses Verbot der Surrogate hat nicht wenig dazu beigetragen, dem bayerischen Biere den Weltruf zu verschaffen, deffen es sich erfreut.
Und außerdem soll man doch ja nicht glauben, daß es nicht auch Freisinnige und Sozialdemokraten genug gäbe, die sehr gelassen erhöhte Einnahmen aus dem Biere ziehen, wenn es ihnen vortheilhast erscheint. Erst ganz kürzlich haben wir das erfahren aus den Verhandlungen de» Parteitages der Württemberger Sozialdemokraten, die der kommunalen Biersteuer allerhand gute Dinge nachzusagen wußten. Die Stadtverwaltung von Nürnberg, die sich ganz und gar in den Händen der freisinnigen Partei befindet, wirthschaftet unentwegt mit indirekten Gemeinde-Abgaben, ebenso wie der Breslauer Freisinn mit der Abgabe auf das Fletsch durch eine kommunale Schlachtsteuer; und dieses Beispiel wird nachgeahmt von den Sozialdemokraten, die in der Nachbarstadt Fürth das Heft in Händen haben. In Fürth ist sogar Wf den Antrag eines sozialdemokratischen Mitglied-« des Gemeindekollegiums der städtische Bieraufschlag erhöht worden!
Der Gedanke, das „Bier bluten zu lasten", ist also gar nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Nur müßte das ebenso geschehen, daß mit einer solchen Aenderung der Brausteuer auch Verbesserungen in volksthümlichem Sinne verbunden werden und die Bürgschaft dafür gegeben ist, daß das Bier für den Biertrinker dadurch nicht vertheuert werde. Man sagt, im Reichsschatzamte liege bereits ein fertiger Entwurf über eine andere Brausteuer, ausgearbeitet nach bayerischen Grundsätzen. Vielleicht erblickt dieser Entwurf im Laufe der nächsten Tagung des Reichstages das Licht der Welt!
Inj eraikr ©Ä einspaltige Petit* »eilt oder deren Raum 15 Pffl.,Re* Kamen die Petit* zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen ivird»nlsprechend» D'.abati gewahrt.
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Moch etwas von der Biersteuer t Durch frühere Vorschläge, die Biersteuer r««.rbalb des Gebietes der norddeutschen Brauerei- aemeinschast ganz einfach zu erhöhen, ohne an ■Sm System der Besteuerung Aenderungen vornehmen und ohne danach zu fragen, ob dadurch nickt dos Bier entweder vertheuert oder aber «rrschlechtert werden würde, hat der Gedanke, die Biersteuer ertragsreicher zu gestalten, in vielen Kreisen der Bevölkerung den Anstrich einer ge- wisten Gehässigkeit bekommen. Auch jetzt sind freisinnige und sozialdemokratische Blätter sofort mit wüstem Geschrei über die Anregung hergefallen an der bestehenden Biersteuer Aenderungen vorzunehmen und diese Steuer ertragreicher sür die Reichskaffe zu gestalten. Man stellt sich dabei so an, als sollte „dem armen Manne der Biertrunk vertheuert werden". Die alte Redensart kennt man schon. Aber natürlich wird ein Freund volksthümlicher Politik und Volks- freundlich« Maßnahmen gegen eine solche Bierbesteuerung sich sträuben, deren voraussichtliche Folge unter anderem auch die Vertheuerung des Breres sein würde. Der Biertrunk des Volkes darf auf keinenFall vertheuert werden. Aber man vergißt oder übergeht absichtlich immer und immer wieder die Thatsache, daß Bayern mit seinem Malzaufschlage die Brauerei weit kräftiger besteuert, als dies in der norddeutschen Brauereigemeinschaft geschieht, und daß dabei noch in Bayern das Bier nicht nur nicht theurer als in Norddeutschland ist, sondern vielmehr billiger und dabei im Durchschnitte erheblich schmackhafter, reinerund beffer. Wenn man also gleichzeitig den Ertrag aus der Brauereisteuer erhöhen und auch bewirken könnte, -daß das Bier beffer würde, ohne theurer zu sein, rfe Müßten doch alle die jetzt erhobenen Einwände gegen eine Reform der norddeutschen Brausteurr schwinden,
Die Abgeordneten Speck (Centrum), Dr. Paasche (nationalliberal) undRoesicke-Deffau (wildliberal) hatten bereits im Dezember vorigen Jahres einen Antrag im Reichstage eingebracht, Äer die Malzsurrogate verbieten will unter gleich- zeitiger Herabsetzung der Brausteuer für die kleineren und mittleren und entsprechend-r Erhöhung der Abgaben für die großen Brauereien. Much das entspricht dem bayerischen System, «onach Malzsurrogate längst verboten sind, das Bier nur aus Waffer, Malz und Hopfen be- stehen darf und die großen Betriebe stärker zur Steuer herangezogen werden als die kleinen. Leider ist aber der Antrag nicht aus der Kommission herauSgekommen, weil die Zeit zur Be- rathung im Plenum des Reichstages zu knapp geworden war. Jetzt ist eS Zeit, wieder daran -zu erinnern, und gleichzeitig darf man nicht unerwähnt laffen, daß die Mehrheit der nord- deuifchen Brauereien selbst ein Verbot der Surrogate bei der Bierbereitung in derselben Weise anstrebt, wie es in Boyern bereits
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. N e i d e g g.
M ----- (Nachdruck verboten.)
Der Arzt, der in diesem Augenblick eintrat, «schien ihr wie ein Gottgesandt«. Eiskalt überr eselte ei sie «6er, als er nach der Untersuchung sehr bedenklich drein sah: Er habe einen ähnlichen Vorfall wohl immer befürchtet, sagte er, doch nicht so bald, und nicht so heftig. Ob der alte Herr etroa eine Gemüths- Bewegung gehabt, irgendwie seine Nerven überreizt habe?
„Leider ja!" bestätigte Stephanie. „Eben entdecke ich hier den eigenhändig geschriebenen Entwurf zu einem Testament, daS er heute legali- stren laffen wollte."
Wie um ihre Angabe zu bekräftigen, schellte « jetzt, und der Notar wurde gemeldet.
„Kann «... kann der arme Onkel daS Papier nicht unterfertigen?" fragte sie den Xijt Ich sehe, es fehlt nichts alS die Unter» schüft."
„Der? Sehen Sie ihn doch nur an, gnädige Frau. Er ist ja nicht recht bei sich, kann die Hand kaum regen "
„Wie denn, wenn man sie ihm führte? Seine letzten Wünsche in Vorahnung deS Loses geschrieben, sollten uns heilig fein. Darf ich den Molar nicht heceinrufen?"
„Schicken Sie lieber um den Geistlichen und lelegrophiren Sie um Frau Gruber."
<< Snt und Perlag d» Saldaer
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oder 106,5 Prozent staltgesundrn hat. Der Schwarze Adlerorden ist viermal verliehen worden, gegen neunmal im voraufgegangeven Jahre.
* Der herein zur Avlerstützung studi- reuder deutscher A.tholikeu hat seinen Sitz in Tri«; Kasfirer ist Weingutsbesitzer Hartrath und Schriftführer Rechtsanwalt R-uscher, beide in Trier. Diözesanvorstände sind gebildet in Breslau, Köln, Limburg und Münster; Vertreter sind: Dr. med. R. Croee, praktischer Arzt,' Breslau, Paulstraße 11; Oberstleutnant a. D. Thomä, Köln, Altenbergttstraße 14; Amts- gerichtsrath Gerhardus, Limburg-Lahn und Pro- seffor Dr. Mausbach, Münster i. W. Der Verein hat leider noch viel zu wenig Mittel und wiederholt mußte «deshalb eine Reihe von wohlbegründeten Gesuchen unberücksichtigt laffen. Neue Mitglieder sehr willkommen; je höher der Jahresbeitrag gezeichnet wird, desto beffer! Doppelt gibt, wer schnell gibt!
O Der Golsrauz-Autrag des Keutrums hat heute (Dienstag) wiederum die zuständige Kommission des Reichstages beschäftigt, und zwar bei dem zweiten Paragraphen des von dem Centrum beantragten Gesetzes. Derselbe lautet bekanntlich folgendermaßen:
„In Ermangelung einer Vereinbarung der „Eltern sind für die religiöse Erziehung „eines Kindes die landesrechtlichen Vor- „schriften desjenigen Bundesstaates maßgebend, „in deffen Bezirk der Mann bei der Eingehung „der Ehe seinen Wohnsitz hatte. Nach beendetem „zwölftem Lebensjahre steht dem Kinde die Ent- „scheidung über sein religiöses Bekeuntniß zu." Der sozd. Abg. von Vollmar will dem ersten Satz folgende Fassung geben:
„Die Bestimmung über die religiöse Erziehung „eines Kindes steht ausschließlich den Eltern, „wenn der Vater gestorben ist, der überleben- „den Mutter oder dem Vormund» zu."
Abg. Dr. Hieber von den Rationalltberalen hat einen vollständigen Gesetzentwurf beantragt über die Konfession der Kinder au» gemischten Ehen. Zu einer Abstimmung ist e» am heutigen Dienstag noch nicht gekommen.
, X Die N-rs-rg««- der Kriegs - In Sä- titze« undKr,egs-HinterbliebeneNtst ooü der Aüdget - Kommission brs Reichstages durch- brrathen. Auf den Antrag des nationalliberalen Abgesrdneten Graf Oriols wurde mit groß« Mehrheit eine Zusatzbestimmung folgenden Wortlautes angenommen: „DieKriegSverstümmelungS- und Alterszulagen, sowie sämmtliche auf Grund dieses Gesetze« zu gewährenden Bezüge unterliegen weder dem Konkursverfahren, noch der Pfändung oder Zvangsvollstreckung." Einstimmig fand die folgende, von demselben Abgeordneten beantragte Resolution Annahme: hben Reichskanzler ji ersuchen, in der nächsten Session des Reichstages für eine so frühzeitige Vorlegung dn in Aussicht genommenen, durchaus erforderlichen allgemeinen Revisions-Gesetze bezüglich der Militär-Pensionen und des MilUär-RellktenwesenS Sorge tragen zu wollen, daß dieselben noch während der nächsten Session zur Verabschiedung gelangen." Die zweite Lesung in der Kommission soll am Freitag vorgenommen werden.
® Aon her Novelle znm Meiugesetze
Bestellgeld in und aus- F YnslMbOPf.
mit Zlnteröaktungs-Meilage „Mnstrirte Sonntags-Zeitung
sind heute (Dienstag) von der zuständigen Reichs- taqskommisfion die ersten beiden Paragraphen unverändert nach den Befchlüffen der ersten Lesung angenommen worden.
h Der zukünftige chetreidezoll soll nach den Absichten der verbündeten Regierungen od« aber nach den Plänen der Berlin« Regierung im Minimalsatze sünf Mark betragen, so ließ sich vor einigen Tagen der «Hannoo. Rourtet aus Berlin berichten, und ein Widerspruch ist nicht erfolgt. Vielmehr ist die, Münchener Allgem. Ztg. inzwischen mit einer Notiz auf dem P.ane erschienen, welche die Nachricht des vorher genannten nationalliberalen Blattes zu bestätigen l^emt. Das genannte Münchener Blatt hat aber offiziöse Beziehungen in Berlin; deswegen muß man die Meldung doch wohl erwähnen, so unglaublich sie auch zu sein scheint. Sollte dos Rrichskanfl« Gras Bülow unter einem „angemessenen Getreidezoll" verstanden haben? Sollte das d« Zollichutz sein, von dem der konservative Abgeordnete Graf Klmckowst'öm vor einigen Monaten in einer landwirthschaftlichenVersammlunq versicherte, daß die Regierung mit ihm die Bedürfmff-der Landwirthschast befriedigen werde? Das klingt zunächst ganz unglaublich
Karralöauten und Hetrerde Kinlnyr. D« nationalliberale Abgeordnete von Eynern hat am letzten Montag in der Kanalkomm ssion des preußischen Abgeordnetenhauses eine Aeuße- rung gethau, die recht deutlich beweist, daß gewiffe Leute von der Veiyuickang der Kanalfrage mit der Zollpolitik nun einmal nicht loskommen. „Rein Abgeordneter aus den Industrie» bezirken des Westens wird im Reichstage für den erhöhten Getreidezoll stimmen, wenn der Mittelland-Ranal keine Annahme findet" — s» sagte Herr von Eynern. Das sind die Ausführungen des vorher gegebenen Versprechens, die Kanalvorlage als eine wachschaftliche Frage und für sich allein zu behandeln; das ist die politische Gerechtigkeit eines der Wortführer der Nationalliberalen, an dn Landwirthschast des Deutschen Reiches sich dafür zu rächen, dasi eine voraussichtliche Mehrheit des preußischen '-•tenbaufeS sich nicht dazu ent* Ubg-eorv»— m-rantwortung
schließen tatttl, dis UdA-yenr- der Kanaloörläge äyf sich zü Nehmen! Aber nicht aCe Pcrrtttgenosten des Hrirü von Eynntt stehen auf dieftm Standpunkte der Engherzigkeit und der Verbtfferhrit. Kürzlich hat dec nationalliberale Landtagsabgeordnete Landa-richtsrath Gey del in dem nationalliberalen Wahlvrretn des schlesischen Wahlkreises Hirschberg-Schönau die Gefahren anerkannt, die aus dem Bau bestimmter Wafferstraßen für die deutsche Land» wirthschaft entstehen können. Herr S'ydel sagte: „Wenn die Aalage der Kanäle verbilligend auf die Fracht wirkt, so würde das Ausland, das jetzt schon sein Getreide abgabefrei zn Sch ff auf den großen Strömen, namentlich auf dem Rhein und auf der Elbe, bi« ins Herz Deutschlands einführt, für den Absatz feine* Getreides in Zukunft den größten Vorthel zum Schaden unserer deutschen Lrndwirthschaft von den Karälen haben, wenn nicht ein höh«« Ge- treidezoll schützend dazwischen tritt." DaS ist die richtige Auffaffung!
Frau Gruber angekommen, ihr daS Felo räumen zu wollen. Von ihrer Magd u Iler stützt, die man am nächsten Tage von der Stadt heraus» schicken würde, und mit Z» h lfeuahme ein« Kreuzschwester, könne sie dann nach eigenem Er» messen duPflege leiten. Er wolle mit seinerFrau und den jüngeren Töchtern in aller Frühe nach der Stadt zurück, Anna dürfe noch bis zum übernächsten Tage bleiben, der alten Taute ein wenig an die Hand zu gehen, dann aber müsse sie den Eltern folgen.
Es war eine unruhige Nacht. Buschmann und Anna wachten beim Kranken, während die Dienstboten packten. Stephanie, deren Nerve« zu aufg«egt waren, das Wachen zu vertragen, flüchtete nach AnnaS Stübchen, weil eS dort am ruhigsten sei. Dennoch versicherte sie am nächsten Morgen, kein Auge zugethan zu hab«. Jedensalls ersah Anna auS der charakteristische» Unordnung, in der sie nach der Stiefmutter Abreise ihr Zimmer wiederfand, daß dieselbe darin ihre Sachen gesichtet und gepackt habe» müffe; allerhand umhergestreute vergeffene Gegen- stände legten davon Zeugniß ab.
Auch ein zerknittertes Blatt Papier mit Ziffern, von des Onkels Hand geschrieben, fand sie zu ihrem Erstaunen unter dem Bette liegen; wie mochte das nur hingekommen fein? SS war jedenfalls unwichtig, dennoch konnte eS nicht schaden, es aufzuheben. Sobald des OnkelS Zustand sich gedeffert, wollte sie es ihm od r der T ante z urück stellen. Jetzt war dazu nicht der richtige Augevblick. Tante Pepi, todt- müde nach der auf der Eisenbahn zugedrachte» Nacht, von Angst gequält, war nicht in der
BMSsnasaasBBBBsaa gebracht. Um wie viel zweckdienlicher war Änna's Gegenwart, die von einer Dienerin unterstützt, sich still um den Kranken bemühte, umsichtig allen gegebenen Weisungen nachkam, und ihre Theilnahme durch die That kusdgab, nicht durch Reden, wie die Hoftälhin immer zu thun beliebte.
Stunden waren vergangen; Gruber hatte die heiligen Sterbesakramente empfangen, der Arzt war zu wiederholten Male« bei ihm gewesen, endlich am Nachmittage trat eine leichte Besserung ein. Zugleich kam eine Depesche von Frau Gruber, worin sie ihr Kommen für den nächsten Morgen anzeigte. Der Kranke schien sich diese über Aussicht zu freuen, war überhaupt theilnahmsvoll«, verlangte nach diesem und jenem, wünschte, daß man seine Schlüffe! unter sein Kopskiffen lege, und vermißte jammernd einen davon, an dem ihm besonders lag.
„Geben Sie ihm den ersten besten;" rieth flüsternd der Arzt
„Wozu den Kranken belügen?* tadelte Stephanie, die mittlerweile mit ihrem Manne heimgekommen war, und einen Reisesack voll von ihests nützlichen, theilS unnöthigen Dingen mitgedrackt hatte, die sie für den lieben Onkel angeschafft. „Lieber wollen wir suchen, bis wir ihn finden."
Sie suchte und fand, und übe«eichte dem Onkel den Schlüffe!, den er wie ein kleines Kind fest in die Hand nahm, worauf er ihn umklammernd, in Schlummer fiel.
Da der Arzt nicht müde wurde, äußerste Ruhe zu predigen, «klärte Buschmann, sobald
Deutsches Keich.
Berlin, den 23. April.
K Das KismarA D-«Smak vor dem Zieichstaqe sollte nach dem ursprünglichen Plane am 10. Mai enthüllt werden. Nach den neueren Bestimmungen ist die Enthüllung auf einen noch näher zu be>eichnenden Tag am Ende des Monats Mai ov« iht Anfänge deS Monats Juni verschoben worden, weil der Kaiser dtt der Enthüllung theiljunehmen wünscht. Der Kaiser wirb aber während des ersten TheileS des Monats Mai in Westdeutschland und Süddeutschland weilen.
* Die Zahl der Stavdenerhöhnvge« war in Preußen im Jahre 1900 ungewöhnlich groß. ES wurden nach einer Zusammenstellung der ,Vossischen Zeitung' verliehen ein Herzogstitel (Fürst zu Trachenberg), 2 Fürstentitel (Graf Eulenburg, Graf von Dohna-Schlobitteu und v. Inn- und Knyphausen), 2 Grafentitel, 43 Personen «hielten das Adelsprädikat gegen 9 im Vorjahre, 3 im Jahre 1898, 8 im Jahre 1897. Die Zahl der preußischen Orden und Ehren- zeichen. die 1900 verliehen worden find, war nicht ganz so groß wie im vorigen Jahre. Sie beträgt 10,690 gegen 10,975 im Jahre 1899, 9185 im Jahre 1898, 7786 im Jahre 1897, 7038 im Jahre 1895 und 5177 im Jahre 1890, so daß in zehn Jahren eine Zunahme um 5513
„Ist er denn unrettbar verloren?"
„DaS will ich nicht sagen. Möglich ist's, wenn auch unwahrscheinlich, daß er sich herausreißt."
„Und wenn er zu sich käme, dürfte er jenes Papier unterfertigen ?"
„DaS Testament scheint Ihnen sehr am Herzen zu liegen, meine Gnädige;" meinte der Arzt. „Vorläufig wollen wir nur an daS eine denken, dem Kranken äußerste Ruhe zu gönnen. Ich will selbst hinausgehen, dem Notar sagen, wie die Dinge stehen."
NIS er daS Zimmer wieder betrat, war Stephanie daraus verschwunden. Die Hof- räthin habe gesagt, sie müffe schnell nach der Stadt, den Herrn Hofrath felbst auf das traurige Ereigniß vorzubereiten, berichteten die Dienstmädchen. Zufällig streifte der Blick deS Arztes den Schreibtisch, der TestamrniS-Ent- wurs fehlte.
Sonderbar, daß sie ihn weggenommen hat, dachte der Arzt; jedenfalls wird er Verfügungen zu ihren Gunsten enthalten. Dann wird sie Augen machen, wenn fie entdeckt, daß er nicht mehr werth ist, als ein Blatt Löschpapier.
Er war ein trockener alter Herr. Stephanie's unwahres Wesen hatte ihn oft ungeduldig gemacht, da er nicht an die Aufrichtigkeit ihrer Gefühle für den alten Datei zu glauben vermochte. Daß sie fortgegangen, wunderte ihn nicht im Geringsten; er setzte voraus, sie habe dem Aufenthalte im Krankenz mm«, und allem waS drum und dran hing, ousweichen wollen, und eS war ihm recht lieb, fie daraus entfernt zu wissen; sie hätte doch nur Unruhe hinein-