Fuldaer
Jutöa, Samstag, den 20. April 1901,
M 90.
28. JahrgMg.
e
142.
102
11120
13.—
14.8»
41.50
28*80
130.5»
67.6»
49 50
27.5 J
130.11
14Ü
132.21
unter | «orig» Cour«
"3 10
32.50
17710 176- 179 25
210.50
I. Aprt
/» Uhr
! Saale
107 60
21820
Dwt xnb Verlag btw flalbaet Xctteii6Ti* <d Pe>«r»»-Se Hf. « <»armoni*
10.— 22 80 83.50
81.5c
86.20 14.50
16 59
55*- 56.— >780
!6 6'J >7.40 !6.43
1‘/«
30.-
41*20
31.80
Die Angelegenheit der Kreuze in der Unk versität zu Budapest hat noch ein recht wundersames Nachspiel gehabt. Ungarische Damen hatten den katholischen Studenten für ihr muthiges Eintreten für da» Kreuz einen prachtvollen Kranz gewidmet, und die Studenten wollten diesen Kranz in der Wiener Kaisergruft auf dem Sarge der Kaiserin Elisabeth niederlegen. Eine Abordnung der Studenten reiste nach Wien, um den Beschluß auszuführen, wurde aber durch den Guardian des Kapuzinerklosters, in dem die Kaisergruft bekanntlich sich befindet, daran verhindert. Die ungarische Regierung hatte beim Oberhofmeisteramt Vorstellung dagegen erhoben; es sollte sich nach ihrer Ansicht um eine „politische Kundgebung" handeln! Man sieht daraus wieder einmal recht deutlich, zu wie großer Macht die Freimaurer und Juden in Ungarn gelangt sind, und in welcher kleinlicher Art und Weise sie diese Macht ausüben.
Am 15. April hat der Papst ein geheimes Konsistorium abgehalten und in seiner Ansprache von neuem Ausdruck gegeben seinem Schmerz über die Angriffe, die in verschiedenen Ländern gegen die Katholiken gerichtet werden. Der hl. Vater hatte dabei in erster Linie das französische Kulturkampfgesetz gegen die Orden im Auge und außerdem einen im italienischen Parlament eingebrachten sozialdemokratischen Gesetzentwurf zu Gunsten der Ehescheidung. Nicht minder verwies das Oberhaupt der Kirche wiederum auf die unwürdige Lage, in die der Papst durch die Beraubung seiner weltlichen Macht versetzt ist. Leider gewinnt ja unter dem neuen liberalen Ministerium Sagasta auch in Spanien die kirchenfeindliche Bewegung immer mehr an Einfluß. Am 12. Mar werden in Spanien die Neuwahlen zum Parlament stattfinden. Das Parlament soll dann am 20. Juni eröffnet werden.
Von den Friedensverhandlungen in Südafrika
vaal. Der Ort selbst erfreut sich außerordentlich starker natürlicher Befestigung.
Eine blutige Mordthat ist vor den Thoren von Peking verübt worden. Hauptmann Bartsch, Kompagniechef im zweiten ostasiatischen Infanterie-Regiment, ist von Chinesen bei einem nächtlichen Heimritt nach seinem Quartier meuchlings vom Pferde geschossen worden. Den Hauptübelthäter hat man wenige Tage nach der That gefaßt, ebenso einige andere Chinesen, die bei der Uebelthat geholfen haben.
präkonistrt. „Friede und Eintracht machen stark, Unfriede und Zwietracht verzehren das Markgoldene Worte waren es, die Bischof Wilhelm am Tage der Präkonisation gesprochen; Einigkeit im Handeln und opferfreudige Hingabe an Kirche und Vaterland, das waren auch die Leitsterne, die dem neuen Bischöfe und seinen Diözesanen in der langen Zeit seines Episkopates voran- leuchteten.
Durchdrungen von der Ansicht, daß ein katholischer Bischof nur in engster Verbindung mit dem heiligen Stuhle zu Rom kraftvoll und segensreich wirken könne, hat Bischof Wilhelm fttts in nahen Beziehungen zum heilige« Vater gestanden; ii der festen Überzeugung auch, daß ein segensreiches Wirken nur dann möglich sei, wenn Frieds zwischen Staat und Kirche herrsch«, hat er diesen Frieden als kostbares Gut sorgsam gehegt und gepflegt; stets ist er ein FriedenSdischof gewesen, der nur dann in den Kampf etntrat, wenn die Ihre Gottes und das Wohl der Kirche es er- orderten. Leider ist ihm dieser Kampf auch nicht I erspart worden und als Bekennerbtschof hat er alle persönlichen Leiden geduldig ertragen. In den lösen Tagen des Kulturkampfes wurde sein Geialt gesperrt, er selbst wiederholt gepfändet; schließ- ich wurde er sogar aus seiner Kurie verwiesen. In verwaisten Gemeinden hielt er selbst den Sonntagsgottesdienst ab und verrichtete die nothwendigsten Pfarrgeschäfte. Als dann aber'
Inleraikr Dt« einspaltige Petit- «eile oder deren RaumI5Pfg.,Re- tiomen die Petitzeile 25 Pfg.; bei - Wiederholungen ivird »ntfpredienb. Nabate gewahrt.
schein' täglich, E Ausnahme der
rtiu
April et
Uhr "
Eoizitt
Z. V. Aus dem Alltagsleben einer Zeitung.
Die Kommisfionsberichte zu den Gesetzesentwürfen über das Verlag«, und Urheberrecht find vor kurzem erschienen. Aus dem Kommijffor.sbericht über das neue Verlagsrecht ist jedoch zu ersehen, daß die berechtigten Wünsche
ikN!(.
r Uhr. ähnlich.
ichen Abe»
In friedlichem Sinne ist auch zu deutin eine Reise, die demnächst der ftanzösische Minister des Auswärtigen, Herr Delcasse, antreten wird, , nämlich nach Petersburg. Man erwartet in Petersburg Herrn Delcaffö am 22. d. Mt«., und «ngeblich soll ein Hauptzweck der Reise sein, eine Verständigung zwischen Rußland und England herbeizuführen. Das klingt nicht unwahrsckeinlich. Den Engländern muß unter den obwaltenden Umständen außerordentlich viel daran gelegen sein, nach allen Seiten hin günstige Verhältniffe sich zu schaffen.
eruna «»r. 21.
piek. I
»3 Uhr bej g lHinter.
[1979 Erschein«,
. April lüge«, es Konzertt o erden, •stand.
| Und in Oberschlesien und im Saarrevier sieht es ganz ähnlich aus. In entsprechendem Maße lassen auch die Einnahmen der Staatsbahnen einen Rückgang gegen das Vorjahr erkennen. Auf die fetten Jahre folgen nun die mageren —* weit schneller, als man das vorher sich hatte träumen lasten!
Die HerrenEngländer haben sich eine neue Unliebens- Würdigkeit geleistet gegen die Deutschen, die sie bei Beginn des Burenkrieges aus Transvaal hinausgedrängt haben. Im Grundsätze hat die britische Regierung ihre Entschädigungspflicht anerkannt. Aber die Aufforderung, den Ausgewiesenen zur Hebung ihrer nichts weniger als beneidenswerthen Lage einen Vorschuß zu gewähren, hat sie schroff zurückgewiesen. Nun werden die Deutschen aus Transvaal beim Deutschen Reiche betteln müssen, bis es später auch der britischen Regierung belieben wird, ihre Zusage zur That zu machen.
Ueber das Befinden des Königs von Bayern war in einigen Blättern wieder einmal berichtet worden, daß es sich verschlimmert habe. Eine amtliche Meldung hat dieser Behauptung aber unmittelbar danach widersprochen; danach „gibt das Be- | finden des Königs zur Zeit zu Befürchtungen keinen Anlaß".
In Nürnberg ist ein Mann gestorben, der ehedem viel von sich reden machte: der protestantische Pfarrer K r a u s s o l d. Er gehörte zu den unliebsamen Erscheinungen derjenigen protestantischen „Gottesgelehrten", die es sich bewußt oder unbewußt zur Aufgabe setzen, das Christenthum selbst zu untergraben, anstatt es zu fördern und zu vertheidigen. Herr Kraussold gehörte als Vertreter des Wahlkreises Bayreuth in der ersten Legislaturperiode des Reichstages von 1871 bis 1874 diesem als Mitglied der Fortschrittspartei an.
Nachfolger des verewigten Bischofs Dr. von Ramps in Passau wird Domkapitular und Generalvikar Dr. Henle in Augsburg. Gleich seinem Vorgänger steht Dr. Henle in hohem Ansehen als katholischer Gelehrter. Wann er nach Passau übersiedeln wird, ist noch unbekannt.
Die Darstellungen der Vorgänge, welche den Rücktritt des württembergischen Ministerpräsidenten und Kriegsministers Freiherr Schott von Schotten st ein veranlaßt haben, war in den allermeisten Blättern durchaus übertrieben. Der Minister führte ein tadelloses Familienleben und ließ sich nur einmal vor drei Jahren zu einer unvorsichtigen Handlung hinreißen nach dem Genüsse von W-in und Sekt. Der wegen Kuppelei angeklagte Gast oirth hat bereits auf das Zeugniß des ehemaligen Ministers als vollkommen unerheblich verzichtet. Zmu Ministerpräsidenten in Württemberg ist nunmehr der Justizminister Dr. von Breitling, zum Krieg-Minister Generalleutenant von Schnür len ernannt worden.
Eine Umgestaltung des Heerwesens steht in Schweden bevor. Es scheint eine übereinstimmende Meinung aller Parteien zu sein, daß auch Schweden die allgemeine Wehrpflicht einführen müsse; aber gleichzeitig will man nicht die Ausgaben für das Heer der breiten Masse des Volkes als neue Last auferlegen. Wahrscheinlich wird der schwedische Reichstag im Herbste zu einer außerordentlichen Tagung einberufen werden, um in der Lösung dieses schwierigen Problems sich zu versuchen.
Die Sozialreform macht nach dem Beispiele Deutschlands Fortschritte auch in Schweden: der Reichstag hat einem Gesetze zugestimmt, wonach die industriellen Arbeiter gegen Unfälle versichert werden sollen.
35730
347."
296 60
2580
Von großem Interesse war die Nachricht, die mrzlich in der Presse auftauchte, daß nämlich Prinz Louis Napoleon nahe daran sei, sich l mit der russischen Prinzessin Helene zu verloben, der Tochter des Großfürsten Wladimir und der l' Großfürstin Maria Paulowna, geborene Herzogin zu Mecklenbmg. Der Prinz ist russischer General; das «acht die Sache bedeutungsvoll. Denn man würde, l sollte diese Verbindung wirklich zu Stande kommen, sie allgemein deuten als eine neue Anwartschaft auf den französischen Kaiserthron unter russischer Be- | Sunstigung. Vorläufig aber ist die geplante Reise des Prinzen Napoleon zu der Prinzessin Helene, die Mnwärtig mit ihrer Mutter an den sonnigen Gestaden der Riviera weilt, vertagt worden.
Im Innern des Reiches sind Vorgänge von hervorragender politischer Bedeutung kaum zu berechnen. Wenig erfreulich sind die verschiedenen berichte über den wirthschaftlichen Niedergang, der dem vorausgegangenen Aufschwünge! LDl9t. In den verschiedenen Werken der Riesen- arrna Krupp ist im Ganzen rund 5000 Arbeitern je ünbigt worden, und aus verschiedenen anderen j -von oen Mevensverhandlmi »?" Reiches laufen ähnliche Nachrichten ein. ist es wieder ganz still geworden." Die Meldungen in i Kohlen verkehr macht sich der Nieder- diesem Sinne waren augenscheinlich ebenso unbegründet O bemerkbar. Aus den rhemrsch-westfälischen wie alle ähnlichen Nachrichten vorher. ®ie Suren«
flnb wahrend des letzten Monats März ! regierung von Transvaal hat ihren Sitz von
m* . Tonnen Kohlen weniger versandt worden, Pietersburg nach Leydsdorp verlegt, da Pieters- b£u,*m. Elchen Monate des Vorjahres; das be- bürg in die Hände der Engländer gefallen ist. Der
e,nc Abnahme um mehr als 7 vom Hundert. Bezirk von Leydsdorp ist einer der reichsten in Trans'
In Toulon, wo die lateinischen Nationen von Italien und Frankreich unter Rußlands Wohlwohlenden Blicken sich verbrüdern sollten, ist es weit kühler zugegangen. Das war dort alles diplomatische Höflichkeit, aber keine Herzlichkeit, äußere Form aus politischer Berechnung; und unmittelbar nach den Festtagen von Toulon, nach dem Höflichkeitsaustausche zwischen dem Präsidenten Loubet und dem Oheim des italienischen Königs, des Herzogs von Genua, spotteten bereits italienische Blätter über allerhand Vorkommmffe bei den Tou- louer Festen. Immerhin ist die Annäherung zwischen Italien und Frankreich unleugbar; und vermuthlich wird sie namentlich auf wirthschaftlichem Gebiete auch handgreifliche Erfolge hervorbringen in der Gestalt eines neuen Handesvertiages zwischen beiden Ländern. Uns Deutschen kann das nur recht sein. Den» das ist eine weitere Bürgschaft für die Erhaltung des europäischen Friedens, ohne daß die Stellung des Dreibundes und der Staaten innerhalb des Dreibundes zu einander auch nur im Geringsten beeinflußt würde. Das ist eine bessere Friedensbürgschast als die nunmehr wirklich erfolgte Bildung des internationalen Schiedsgerichtes in der holländischen Residenzstadt, von der der niederländische Minister des Aeußern in diesen Tagen den Mächten Anzeige gemacht hat al» der einzigen und leider recht dürftigen Frucht des großartig angelegten internationalen Friedenskongresses im Jahre 1899.
J-r. Bischof Dr. Wilhelm Sommerwerck von Hildesheim.
«in Lebensbild und Gedenkblatt zum 80. Geburtstage.
------ (Nachdruck verboten.)
Am 21. April dieses Jahres begeht ein hervorragender Kirchensürst Preußens seinen 80. Geburtstag, der Hochwürdigste Herr Dr. Wilhelm Sommerwerck, genannt Jacobi, Bischof von Hildesheim. Aus der langen Reihe preußischer Oberhirten, die zur Zeit die Härten des Kulturkampfes kennen gelernt haben, ist er der letzte, welcher heute noch in seltener Rüstigkeit seines Amtes waltet. Nicht nur seine Diözesanen gedenke« an diesem Tage ihres geliebten Bischofes und seiner Verdienste, die in guten wie in bösen Tagen erworben, sich als einzelne Blätter zu einem Lorbeerkranze winden; auch die Katholiken Preußens insgesammt würdigen die Verdienste, die dieser seiner Kirche und seinem Baterlande gleich treu ergebene Bischof der katholischen Sache geleistet hat. Auf daß sein Leben, sein Wirken als katholischer Bischof auch außerhalb seiner Diözese be- kannt werde, dazu möge das heutige Gedenkblatt beitragen.
Bischof Dr. Wilhelm Sommerwerck, genannt Jacobi, ward geboren zu Minden am 21. April 1821 als Sohn eines praktischen Arztes. Nach dem Tode seines Vaters leitete der Bruder feines Stiefvaters, Karl Jacobi, damals Pfarroerweser i« Mitgelheim, die Erziehung des talentvolle« Jünglings. Deser veranlaßte auch, daß sein Name, in Verbindung mit dem elterlichen durch Genehmigung der Regierung rechtlich auf Wilhelm Sommerwerck überging. Mit hervorragenden Geistesanlagen auSgestattet und von W ffens- drang getrieben, besuchte und absolvirte der Jüngling mit Auszeichnung das Gymnasium Josephtum zu Hildesheim. An der philosophisch theologischen Lehranstalt zu Hildesheim widmete er sich zunächst theologische« Studien und besuchte dann nach Empfang der Diakonatsweihe, da ihm zur Priesterweihe noch das erforderliche Alter fehlte, zum Studium der Philologie und Geschichte die Universität Bonn u«d späterhin die Universität Göttingen.
Nach Ablegung des Staatsexamens in klas. stscher Philologie und Geschichte empfing er am 24. September 1846 die heilige Priesterweihe und entfaltete dann eine 17jährige segensreich« Thätigkeit als Lehrer der studirenden Jugend am Gymnasium Josephinum zu Hildesheim. Im Jahre 1863 wurde Profeffor Sommerwerck- Jacobi zunächst Domkapitular, dann Generalvikar der Diözese Hildesheim. In letzterer Stellung entwickelte er eine bemerkenSwerthe und erfolgreiche Tyätigkeit auf allen Gebieten der Diözesan- Verwaltung und so kam eS denn auch, daß nach dem Tode des bisherigen Bischofes im Jahre 1870 ker damalige Generalvikar zunächst zum Kapitels- Vikar und am 13. April 1871 einstimmig vom Domkapitel zum Bischöfe erwählt wurde. Am 31. Dezember 1871 wurde der neue Oberhirte
> l die Wogen des Streites sich glätteten und der Friede zwischen Staat und Kirche sich anbahnte, ' da begrüßte er diesen Zeitpunkt mit gri ßer Freude.
Auch jetzt zwar mußte er noch ein Opfer bringen > und er brachte eS, wenn auch mit schwerem Herze», indem er seinen, in schlimmer Zeit erprobten t treuen Freund und Berather, Generalvikar G eorg
Kopp, den jetzige« mit ihm in engster Freundschaft verbundenen Kardinal-Fürstbischof von BreS- lau, der Diözese Fulda als Bischof abtrat. Er hat dieses Opfer gebracht, weil er, wie er selbst sagte, hierdurch hoffte, dar große Werk des Friedens zu fördern. Von Bischof Wilhelm kann mit Recht gesagt «erden, er hat sich bewährt als standhafter Streiter für die Rechte der heiligen katholischen Kirche, er hat sich bewährt als guter Patriot, der seinem Vaterlande und seinen Herrschern treu ergeben war.
WaS Bischof Wilhelm in der langen Zeit seines Episkopates gethan, welche persönlichen und materiellen Opfer er gebracht hat, davon wiffen die Blätter der Diözesan-Geschichte gar Vieles zu erzählen. Seiner Fürsorge erfreuten sich und erfreuen sich noch die Armen, Waisen und Kranke» und besonders sein Klerus; daS katholische Vereinsleben ist stets von ihm eif'iq gefördert worden. Zahlreiche Gotteshäuser, Klöster und Schulen verdanken Bischof Wilhelm ihre Entstehung. Al- großer Förderer der kirchlichen Kunst hat er sich unvergängliche Verdienste erworben; insbesondere die Ausschmückung der Godehardt-Kirche zu Hildesheim und die Errichtung des Bernward-Denkmal- ebendaselbst sind herrliche Schöpfungen, die spätere» Geschlechtern von dem großen Kunstsinne de- Bischofs Wilhelm Kunde geben werden. Ein herrliches Ruhmesblatt im Kranze der Verdienste de- wohlthätige« Oberhirten, welches der Verborgenheit entrissen zu werden verdient, bildet auch noch die großartige Schenkung der ihm bei Rückgabe der Sperrgelder persönlich zugefallenen Summe imBelrage von 111,150 Jk an bedürftige Kirchen und wohlthätige Stiftungen des Bisthums.
Wie sehr sein mühevolles und segensreiche- Wirken von seinen Diözesanen sowohl wie auch von Andersgläubigen geschätzt wird, welcher Liebe, Dankbarkeit und Verehrung sich der edle Greis erfreut, dies wurde in vollstem Maße bezeugt am 24. September 1896, an dem Tage, an welchem Bischof Wilhe-m das Doppelfest feine« 50jährigen Priesterjubiläums und seine- 25jährigen BischofSjubiläums beging; es war dies ein Fest, wie dies HildeSheim in feiner Großartigkeit vormals wohl noch nie gesehen; an diesem Tage zeigte es sich, wie das Band, welches die Diözese mit ihrem Bischof umschließt, im Feuer der Liebe gehärtet und gestählt worden ist.
Reiche Auszeichnungen sind Bischof Wilhelm zu Thril geworden. Seine Heiligkeit der Papst ernannte ihn zum Hausprälaten und Thron« assistenten. Die Akademie Münster ehrte ihn durch Verleihung der Würde eines Doktors der heiligen Theologie. Der frühere König von Hannover, der ihm schon während seiner Lehr« thätigkeit sehr geneigt war, zeichnete ihn mehrfach aus, desgleichen auch der Prinzregent von Braunschweig, welcher seiner Werthschätzung durch Ordensdekorationen Ausdruck gab. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der greife Bischof bei unserem Herrscherhause. Kaiser Wilhelm I. und "Kaiser Friedrich bekundeten ihm mehrfach ihre hohe Werthschätzung und verliehen ihm hohe Orden, neben mehreren anderen auch den Kronenorden zweiter Klaffe. Kaiser Wilhelm II., welcher vor einiger Zeit in Hildesheim weilte, verlieh ihm den Kronenorden erster Klaffe und berief ihn kurze Zeit darauf durch allerhöchstes Vertrauen auf Lebenszeit in- Herrenhaus. Bemerkenswerth waren die Worte, die Seine Majestät an den greifen Bischof richteten, als letzterer dem Herrscher ein Kreuz, geschnitzt aus dem Holze des tausendjährige» Rosenstockes Überreichte; der Kaiser sagte: „Schon von meinem Groß mter und meinem Vater habe ich viel Gutes von Ihnen gehört und habe den herzlichen Wunsch, daß der liebe Gott einen so verdiente« würdigen Prälaten, der immer ein Muster für anbete gewesen ist, noch lange am Leben erhalte."
Diesen Kaisrrworten schließen auch wir uns von ganzem Herzen an; möge Gott der Allmächtige den greifen Oberhirten der Diözese Hildesheim auch fernerhin stärken und schirmen; möge ihm ein sonniger L-bensabend beschieden fein.__
Wochen-Wunöschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 20. April.
„Als mein Pathenkind und Sohn meines be- Mrten Freundes, Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm, ist mir seine Anwesenheit doppelt lieb, und sein Besuch ist für die herzlichen Beziehungen beider Häuser und politische Intimität beider Reiche von höchstem Werthe. ... Auf die herzliche Freundschaft beider Häuser erhebe ich mein Glas. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm lebe hoch!" — bas find herzliche und bedeutungsvolle Worte aus dem Munde des Kaisers Franz Joseph von Oesterreich, gesprochen bei dem Festmahle in der Wiener Hofburg zu Ehren de» deutschen Kronprinzen. Und nicht minder bedeutungsvoll klingt ti aus der Erwiderung des jungen deutschen Thronfolgers heraus: „Mich beseelt der innige Wunsch, di«'Gefühle herzlicher Verehrung und heißer Freundschaft für Eure Majestät und Ihr Haus, die meinem Haufe längst eine liebe Tradition geworden sind, auch meinerseits in treuer Waffenbrüderschaft und Kameradschaft voll und ganz hier aussprechen zu dürfen." Das alles klingt nicht nach Erklaltung der Beziehungen zwischen Wien und Berlin ; und die helle Stimme des jungen deutschen Kronprinzen, der zum ersten Mal als fürstlicher Gast an einem fremden Hofe weilte, hat hoffentlich die Unkenrufe von dem Lockerwerden des Bündniffes zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland für lange Zeit hinaus zum Schweigen gebracht. Deutschland will und braucht den Nachbarstaat zum Bundesgenossen und wird alles thun, was in seinen Kräften steht um des Bundesgenossen Macht und Ansehen zu erhöhen und zu kräftigen.
'-»jugaprei, ebneSringeriogn n«b Bestellgeld in «nlda und au6* ArtrlM.büPs.
yt mH« ii w littet, >1 <«,!«>. Mmt os.
-3 W : Speise, nach reich
-struasfl 1 krmlxai
•amer.
[stell
staatl appr. mlö.lakor 12; 2-5.
3.P«f»<ll«f in Anl»a. mit Ilnterkaltungs -Anlage „Issnffrirte Sonntags-Zeitung
mwart.
ifel.