28. Jahrgang
Iulöa, Samstag, bett 20. April 1901
M 90.
47
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. N e i d e g g.
------ (Nachdruck verboten.)
„schehen."
Abänderungsanträge wurden abgrlehnt. Die Berathung wird Dienstag fortgesetzt werden.
4- Die Kauslkommissto« des ASgeord- «ete»tza«ses hat nach einer Pause von drei Wochen am heutigen Freitag wieder die erste Sitzung gehalten. Zur Berathung stand der von dem CentrumLabg. Dr. am Zehn hoff ringe, brachte Antrag, die Regierur g um Mitthetlung des Kostenanschlages einer leistungsfähigen Wasserstraße zu ersuchen, die herzustellen sein würve durch Begradigungen deS F ußlaufeS der Ems caf der Strecke von Papenburg bis Leer. Der Redner führte in der B gründung seines Antrages aus, daß die Verhältnisse dort unhaltbar seien, wie er sich persönlich überzeugt habe. Es sprachen zu der Sache mehrere Re. gierungSkommissare und auch der Verkehrsminister ! von Thielen, die alle Einwände gegen den
setzung im österreichischen Abgeordnetenhaus- gegeben, so daß man es nunmehr mit öffentlich an. erkannten Worten zu thun hat.
Der Erzherzog hat, um den Thatbestand kurz zu wiederhole«, daS Protektorat über den katho- lischen Schulverein angenommen, hat seinen Vorstand in besonderer Audienz empfangen und dabei hervorgehoben, daß er die Wirksamkeit des Vereins gutheiße, daß er seine patriotische und religiöse Thätigkeit anerkenne, und zwar namentlich in dieser Zeit der Los von Rom- Bewegung, welche gleichzeitig eine Los von Oesterreich-Bewegung sei und nicht genug bekämpft werden könne. Der Erzherzog sagte dem Schuloerein zu, ihm ein Protektor nicht nur dem i Namen nach, sondern auch mit aller Thal« kraft zu sein; er «olle dem Verein mit Rath I und Thal bei vorkommenden Fragen und Schwierig-
. einem Regierungsvertreter vor ihm, daß man eine Besserung der Schifffahrt eher erzielen würde mit Durchstiche»; aber ein dringendes Bedürfniß liege doch nicht vvr. Der Minister ertheilte die Zusicherung, daß die Frage em. gehend geprüft werden sollte; aber die Ausnahme der Kosten in das-vorliegende Gesetz sei zur Zett unthunlich. Nachdem die Abgg. Schmieding (natl) und Frhr. von Zedlitz (sreikons.) den Antrag für berrch. tigt erklärt hatten und Abg. Schwarze vom Cestmm darauf hingewiesen hatte, daß der Noth-
der Annahme gedrängt, daß hinter den Kulissen Dinge vorgehen und Einflüsse ihre Wirkung ouSüben, von denen die Otffentlichkeit nicht» erfahren soll; und niemand wird behaupten wollen, daß die Erweckung solcher Annahmen die öffentliche Meinung günstig beeinflussen könnte. Denn davon — nochmals sei es her- vorgehobe»! — kann nicht die Rede sein, daß eine Beschleunsgung der hech wichtigen Angelegenheit einer Ueberstürzung derselben gleich erachtet werden köunte. Die Angelegen- heit ist vorher hnr eichend gründlich erwogen und vorbereitet worden, daß man durchaus nicht einsehen kann, was den» nun j -tzt noch zu ihrer Erledigung fehlen sollte. Warum also wird sie nicht erledigt? Oder wenigstens, wenn wirklich stichhaltige Gründe für die erneute
M Kanal-Borlage und Zolltarif.
Durch die sehr willkommene Feststellung im Reichsanz/ ist der Treiberei mit dem angeblichen Kaiserworte vom „Konalschluckm" ein Ense gemacht worden. Der Kaiser hat diesen Ausspruch nicht gethan; das muß jeder loyal gesinnte Mann annehmen. Nur ist zu bedauern, daß die entschiedene Feststellung dieser Thatsache so spät erfolgte und dadurch den Leuten, die mit der vorgespiegelten Aeußerung des Kaisers krebsen gingen, so viel Zeit gelassen wurde, mit der Person des Monarchen entgegen dem allgemeinen Interesse für ihre besonderen Zwecke Fischfang zu treiben. Es ist dies um fo mehr zu beoauern, als ja die gejammte Lage danach angethan ist, solchen Quertreibereien einen gewissen Anschein von Berechtigung zu geben. Gerade deswegen konnte man es auch versuchen, diesen richt gerade feinen politischen Fischzug zu unternehmen.
Man vergegenwärtige sich einmal die Ent- ' Wickelung der Dinge seit der Eröffnung d-S Reichstages im November de« letzten Jahres. In der Thronrede, mit der der Reichstag eröffnet wurde, ist angekündigt worden, daß der Entwurf des Zolltarifgesetze- im Laufe des Winters zur Beratyung an den Bundesrath gelangen werde. Schatzsekretär Freiherr von Thielmann hat bei der zweiten Lesung de« Etat« ganz bestimmt gesagt daß die Arbeiten im Reichsschatzamte dicht vor ih.em Abschluffe seien, und daß der Gesetzentwurf baldigst an die Bundesregierungen gelangen solle. Aber der Winter ist vergangen, ohne daß der Bunde«rath die Vorlage erhielt; und nach jener bestimmten Erklärung des Herrn Schatz- sekrelär bei der zweiten Etatsberathung ist bei der dritten Berathung desselben Staatssekretärs über dasselbe Thema eine weit weniger bestimmte Erklärung gefolgt. Dabei ist es geblieben; der Bundesrath hat den Entwurf noch immer nicht, und kein Mensch weiß etwas davon, wann der Bundesrath ihn wohl ungefähr bekommen könnte, oder wie überhaupt die Dinge stehen.
Diese Unsicherheit, diese vollkommene Unsicherheit der Lage muß unbedingt peinlich wirke». Man wird dadu ch mit Gewalt zu
Druck und Verlag ix» Fuldaer Xdten6ni4<tti peUreaati« Nr. 2 (Harmonie).
Inserate: Dt« , einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg.,Reklamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
leint täglich, __ usnahmeder Sona-und Feiertage. Bierteljährl.
»hneBnngerlohn «nd Bestellgeld in Kulda und auswärts 1M.50 Pf.
Deutsches iteidp
Berlin, den 19. April.
+ Der Toleranz-Antrag des Gentrums hat am heutigen Freitag wiederum die neunte Kommission des Reichstages beschäftigt. Nach längerer Debatte wurde mit ollm Stimmen gegen die beiden nationall?b?ralen Abg. Dr. Lieber und Dr. Hasse der erste Paragraph in der ursprünglichen Fassung des C ntrums- antrages angenommen. Dieser lautet bekanntlich folgendermaßen:
„Jedem Reichsangehöligen steht innerhalb der „Reichsgebietes volle Freiheit deS religiösen Br- „kenntnisses, der Vereinigung zu Religionsgemem- ,schafren, sowie der gemeinsamen häuslichen und „öffentlichen Religionsübun« zu. Den bürgerliche« „und staatsbürgerlichen Pflichten darf durch die „Ausübung der Religionsfreiheit kein Abbruch ge-
„Carneri hat mch beleidigt!" rief mit blitzenden Augen Anna, die wie ein Bild empörten Mädü-enstolzes neben Gruber stand.
„(Sarnen war unverschämt;" antwortete der alte Mann. „Er verfolgte Anna schon immer mit faden, unpassenden Komplimenten, dann plötzlich — hier vor mir — rückte er mit einem HeirathS-Antrag hervor. Als sie taktvoll die Sache wie einen schlechten Scherz behandeln wollte, gerieth er in Zorn und versicherte: er würde sie zu zwingen wissen, so spröde sie auch thue."
„Darin hat er gefehlt, wenn er leider am die Macht hat, seine Drohung wahr zu machen;" sagte Stephanie traurig. „Anna hingegen hätte berücksichtigen sollen, daß die höchste Ehre, die der Mann dem Weibe erweisen kann, ist, sie zur Ehe zu begehren." t
„Aber die Pistole setzt man einem doch nicht auf die Brust;" ereiferte sich Gruber. „Obendrein so ein alter Mensch wie Carneri! Ich bin ganz irre an ihm geworden, hielt ihn bisher für einen guten Kerl .... Weine nicht, mein Schätzer!, wandte er sich an Anna» bei der nun die Reaktion folgte, die sich in Thränen äußerte; töetne nicht, wir wollen Dich vor ihm schützen."
Er nahm ihre Rechte zwischen seine recht welk und zitterig gewordenen Hände und streichele sie. Ein wohlwollender Ausdruck lag dabei auf dem
daron wissen wollen."
„Ich kann mit meinem Gelds doch machen, was ich will," bestand Gruber eigensinnig. „Am besten, ich nehme die Aenderung gleich vor, ehe Pepi zurück ist. Einen Notar müssen Sie mir bestellen," fuhr er nachfinnend fort, „und was noch . . . was noch? Ich vergesse . . . mein Gedächtniß wird so schwach . .
„Zwei Zeugen etwa?"
Richtig. Wissen Sie das auch, Sie ge«
Dir Los von Rom-Bewegung aber hat von Anfang an politische Fragen mit solcher kirchlicher Natur verquickt und theilweise in einem Sinne behandelt, daß der Thronfolger das un- bestreitbare Recht hat, sie als eine „Los von Oesterreich-Bewegung" zu braidmarken und zu verurtheilen. Den Liberalen und den Leuten in Oesterreich, die sich dir Alldeutschen nennen, mag das recht unbequem sein. Aber es war geradezu eine erlösende That, daß der Erzherzog-Thronfolger endlich einmal den Leuten ihren rechten Namm gab. Auch alle Protestanten, die gerecht zu denken und in die Gedankenfolge des österreichischen Herrscherhauses sich hineinzuversetzen vermögen, müssen dem österreichischen Thronfolger im Grunde genommm recht geben.
mit Unterhaltungs-Beilage „Illuflrirte Sonntags-Leitung
«* Vom katholischen Schulwesen in Oesterreich.
Sie Aeußerungen des österreichischen Thronfolgers, des ErzherzogsFranz Ferdinand,
WDWWMMWWWMVWMWDMWWW alten gänzlich veränderten Gesichte, dessen frische Hautfarbe einem ungesunden Selb Platz gemacht hatte. Schlaff und hinfällig geworden, hatte er dasjenige erlangt, was ihm bis dahin gefehlt: ein ehrwürdiges Aussehen; es war als wische die Hand deS nahenden Todes eine feiner Lächerlichkeiten nach der anderen weg.
„Geh' in Dein Zimmer und b rühige Deine Nerven;" befahl Stephanie, indem sie die Stiess tochter zur Thüre geleitete......Hör' mir auf
mit dem dummm Faxen!" flüsterte sie ihr dort zu, worauf sie bann freundlich lächelnd zu dem alten Manne zurückkehrte.
„Was war das, was Sie vorhin sagten, Stephanie: daß es in Carneri's Macht liege, seine Drohung zu verwirklichen?" fragte Gruber mit bekümmerter Miene.
Neben seinem Sessel auf die Rniee geglitten, den Kopf an die Armlehne bergend, seufzte Stephanie auf: „O Onkel Ignaz! Onkel Ignaz! ich meine oft, die Sorge bringt mich um."
Er strich mit der Hand über ihr Haar: „Ja, was gibt's denn Stephanie? Kann der alte Nazi nicht helfen?"
Ohne auszublicke«, schüttelte sie verneinend de« Kopf: .Nein; uns kann niemand mehr helfen, wir stecken zu tief dr n. Ach, Edi ist so leichtsinnig; es drückt mir oft das Herz ab, wenn ich sehe, wie er wirthschaftet und dabei an die Zukunft denke." . ,
Edi allein? Sind Sie vielleicht nicht auch ein klein, klein bischrn Schuld, Stephanie?"
„Vielleicht. Warum ließ er mich aber glauben, er sei reich und habe ein Vermögen zu erwarten? Warum regte er mich zu unüberlegten Ausgaben
reiten; was läßt sich aber machen; da kann nichts helfen, als em unmöglicher Glücksfall, ein Lotteriegewinnst etwa . . ."
Ach was, das find eitle Hoffnungen, mit denen die Menschen sich nur noch tiefer hinein- reiten.*
Ich weiß eS wohl," versetzte sie traurig, an" was klammert sich ein Ertrinkender aber nicht. Die Hoffnungen, die wir auf Anna- Stimme gesetzt, erfüllen sich nicht . . . . wa- bleibt also? Oft bin ich der Verzweiflung nahe.
„Den Muth nicht sinken laffen, Slefferl. Große? Loos kommt freilich keine«; was andere- könnte aber kommen: eine Erbschaft."
Ihr Herz klopfte höher; sie stellte sich aber, als habe sie ihn nicht verstanden: »Auf den Tod feiner Mutter hoffen? .... o Onkel Nazi!"
Nicht so, eine andere. Wenn ich Sie zu Erben einsetze — nach Pepis Tode natürlich — und es Carneri mittheile, Sie sollen sehen, ^wa- ! er bann für ein bequemer Gläubiger wird.
„O Onkel Ignaz, nein, nun! Nie können wir das annebmen. Nie würde Eduard etwas
an? Ich wäre mit einer Hütte zufrieden gewesen, mit trocken Brod als Nahrung an seiner Seite; es gibt ja nichts, das ich ihm zu lieb nicht thäte. Aber wenn ich zu Einschränkungen rathe, ve sichert er, es würde seinem Kredit schaden, w:nn man an der bisherigen Lebenshaltung etwas verändere."
Gruber schüttelte mißbilligend den Kopf: „Was ifl's denn aber mit Carneri?"
„Edi steckt bei Carneri drin; wie tief weiß ich par richt. Sobald es diesem beliebt, fleht’« ihm frei, den Strick zusammenzuziehen. Mit der Carri-re ist's dann aus, mit Allem aus."
Diesmal waren es echte Thränen, die ihr unaufhaltsam über die Wangen rollten, denn es handelte sich um ihr liebes Ich, für welches daS behagliche Leben in Fraae stand. Es geschah nicht oft, daß sie ernstlich über ihre Lage nachdachte, dann aber ergriff fie Mitleid mit sich selbst und sie gerieth in ganz verzweifelte Stimmung. Ihre Thränen schnitten dem alten Freunde ins Herz.
Glauben Sie wirklich, Carneri könne gemein genug sein, Anna moralisch zur Heirath zwingen zu wollen?"
I" „Er ist verliebt wie ein Narr." „Aber wie ein rasender, böswilliger Narr,
In dem Einlaufe der ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses nach den Osterferien, also | am letzten Donnerstag, befand sich nun eine Interpellation der deutschen Volkspartei über diese Angelegenheit. Die Interpellation behauptete, daß eine solche Stellungnahme des Thronfolgers Beunruhigung Hervorrufe, und lärmend stimmten die Alldeutschen dieser Abgabe der Interpellation bei. Einige liberale Blätter hatten stürmische Auftritte im Parlamente angekündiqt. Aber das, was man im österreichischen Reichsrathe unter „stürmischen Auftritten" versteht, ist nicht eingetroffen. Ministerpräsident von Roerber sagte, es handele sich hier um eine persönliche Handlung des Erzherzogs, die ohne Kenntniß der Regierung geschehen sei, und er rief tzleich- i zeitig da- monarchische Gefühl des Reichsrathes an. Der gewünschte Erfolg blieb nicht aus. Der Antrag des Abgeordneten Malik, eine Debatte über die Ausführungen des Minister- Präsidenten zu eröffnen, wurde abgelehnt, so daß die Herren, die die besagten „stürmischen Auftritte" erzielen wollten, in der Erfüllung ihrer Wünsche sich getäuscht sahen.
Um die Sache richtig beurteilen zu können, ! muß man wissen, was der Katholische Schul-. nfr£in will. Ec will für die Einsührung konfessioneller Volksschulen wirken, bei deren Leitung der Kircke das Recht eisgeräumt wird, da« ihr dabei gekkührt. DaS heißt also, auf dem Pro- gramm des katholischen S-tulvereins stehen dieselben Forderungen, die bei uns in Deutschland das Crntrum und die überwiegende Mehrheit der i ~~ Monte aleick
M 16« 8-6«« E-b« haben. Die Sache ist also durchaus nicht gefährlich. Und dann darf man nicht vergessen, doß der sogenannte Deutsche Schulverein vorhanden war, bevsr der Katholische Schul-
I verein entstand. Dieser Deutsche Schulverein hat aber von jeher nicht etwa nur gekämpft für die Erhaltung des Deutschthums in Oesterreich. Ungarn, sondern gleichzeitig auch für alle möglichen liberalen und kircher feindlichen Grundsätze in der Schulverwaltung. Der Katholische Schulverein ist also nichts weiter, all eine vollkommen berechtigte Abwehr gegen kirchevfeindliche Angriffe.
Verzögerung vorhanden sind, warum erfährt man i zu dem Vorstands des katholischen SchulveretnS kein^ Sterbenswörtchen, warum erhält man nicht die geringste Andeutung über die Art dieser Gründe? " * **"*
Und thatfächlich drängt die Zeit. Die Gefahr liegt nahe, daß in Folge Der gegen- wärtigen Behandlung der Zolltarifangelegenheit die bestehenden Handelsverträge nicht werden zu rechter Zeit gekündigt werden können, so daß sie alsdann noch minsestenS ein Jahr länger in Kraft bleiben müssen, als es nöthig sein würde, wenn letzt alles den Gang gegangen wäre, den dir Sache nach den voraufgesandten wiederholten Erklärungen in der Thronrede und vom Tische des Bundesrathes wirklich nehmen sollte. Eine Mehrheit im Parlamente und dementsprechend eine ebenso starke Mehrheit im deutschen Volke wünscht dringend eine Verbesserung der bestehenden Handelsverträge, und Reichskanzler Graf von Bülow hat in seiner letzten Reichstagsrede,, . , .. , -
selbst die Verbesserungsbedürftigkeit derselben feiten zur Verfügung stehen, hervorgehoben. Die unnöthige Hinausschiebung ~ *""" °
einer nothwendigen Verbesserung kann unmöztich gut gehe'ßen werden, und deswegen fordert die geheimnißvolle Verzögerung in der Behandlung des neuen Zolltarifs den öffentlichen Tadel in starkem Maße heraus, man mag nun die Sache drehen und wenden, wie man wolle.
Das Schlimmste dabei ist, daß aus diese Weise stets von Neuem der Argwohn erweckt wird, als wollten gewisse Regie- run gSk reise dennoch, trotz aller gegen: theiligen Versicherungen einzelner Minister, durch die Hinausschiebung der Zolltarifangelegenheit einen Druck ausüben auf die Behandlung der Kanalvorlage im preußischen Landtage. Und gerade die Möglichkeit dieses Argwohns ist es, die peinlich wirkt. Zunächst würde es — man muß dies immer wieder h r- vorheben! — un qerecht fein, einer noth- wendigen Maßnahme ter Rrichspolitik Hinder nisse zu bereiten du ch eine Sache, die lediglich den preußischen Staat etwas angeht. Dann aber muß man sagen, daß ein solches Verfahren auch unmöglich dem Zwecke,! der damit gefördert werden sollte, förderlich sein könnte. Welcher auch nur einigermaßen selbständig denkende Parlamentarier könnte ohne charfen innerlichen Widerspruch die Vorstellung ertragen, daß ihm ein solches Joch auf erlegt werden sollte. Die Kanalstimmung bei der Mehrheit des preußischen Abgeoroneten- Hauses müßte auf solche Weise unfehlbar ver- schlechtert, könnte dadurch sicherlich aber niemals verbessert werden.
Liegt der preußischen Staatsregierung etwas daran, diesen unerquicklichen Argwohn zu beseitigen, so möge sie durch bestimmte Erklärungen ihrer berufenen Vertreter und gleichzeitig durch die geeigneten Maßregeln ihn beseitigen. Vorläufig kann man leider noch nicht sagen, daß Dies bereits geschehen sei. ___________________
polterte Gruber.
Er wiederholt immer, Anna müsse sein werden. Auf den Knieen habe ich ihn gebeten, von dem Kinde abzustehen, das zweifellos sich opfern würde, um den Vater zu retten.
„DaS dürfen Sie unter keinen Umstanden er- _
IaU%®ÄÄ* «IW 16««, «m d«i «Md »» ! ,ch->dtt?Kib-üs"'s«Lch MN S-Ä>» .