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Fuldaer

I

mit Anleryattungs-Beilage „IlluSrirte Sonntags-Zeitung

28. Jahrgang.

Iuköa, Freitag, dm 19. April 1901.

M 89.

Wilhelm, I. B.

An den ReichStanzler.

Roman au» dem Wiener Leben.

W eder Hüttelüorf empfangen, Gespräche-

bige* Tode des Stabsarztes Schmelzkopf durch (-rtrinken die oberste Leitung der sanitären Maß­regeln übernehmen mußte. Später wurde er ali Zerather in allen Medizinalangelegenheiten für >e» Dienst in den Kolonien in das Auswärtige Amt berufe». Im Jahre 1892 wurde Kohlstock um ReichSkommiffar für die Slromüberwachung >e» ElbegebietS kommandirt und fand für die Organisation dieses zur Bekämpfung der Cholera bestimmten Dienstes besondere Anerkennung. Mit Geheimrath Koch ging er dann zum Studium der Rinderpest in oaS südafrikanische Schutzgebiet, das durch seine Impfungen von der Pest that« Schlich befreit wurde. Auch in China sand er auf hygienischem Gebiet eine segensreiche Ver­wendung. Jbm ist eS zu verdanken, daß beim Ausbruch der Rinderpest die regelmäßige Ver­pflegung der Truppen mit gesundem Fleisch keine törenden Unterbrechungen zu erleiden hatte. Kohlstock war mit einer Tochter des General- leutnantS von LivoniuS, Kommandanten von Posen, verheirathet. Seine Gattin begleitete ihn auf seinen Reisen m Afrika und schenkte dort nach zehnjähriger Ehe einem Knaben daS Lebe». Wenige Wochen darauf starb sie selbst an Blut­vergiftung, während daS nunmehr elternlose Kind am Leben blieb.

Bon L. v. Neidegg.

------ (Nachdruck verboten.) einmal hatte der Direktor sich in eingesunden. Obwohl freundlich war er doch vom Verlaufe seines mit Stephanie sehr unbefriedigt; saß er vor ihr, dem Hut in den

Som-und Feier. tage.BierteyLhcl. Hejugsprei, ohne Bringerloh» und Bestellgeld in Fulda und au». »MtglM.ö0Ps.

am 21 April 1894zum Oberstleutnant, am 22. März 1897 »um Oberst. Mitte oer 90er Jahre war v «roß Chef der Stabe- de- XIII. Armeekorps (KSnigl. WürttembergifcheS) in Stuttgart unter dem kommandirenden General v. Lindequist. Als Oberst kommandirte er das 5. Thüringische In- sanierte Regiment Nr. 94 (Sroßherzog von Sachse») in Weimar, Eisenach und Jena AlS Major war er beim Seneralstabe des X. Armeekorps unter Oberstleutnant Liebert, unserem jetzigen Souoer- nrur von Deutsch-Ostafrika. Als Hauptmann tm Großen Generalstabe war er mit dem Freiherr» d. Hoiningen gen. Huene Militär-Attach« bei der Botschaft in Paris. General Schwarzhoff wurde om 7. Eepiember 1850 zu Magdeburg als «oh» deS späteren Generals der Infanterie und körn- rnandirendenG nerals deS 3. Armeekorps, JuliuS v. Schwarzhoff, geboren, hat also nur ein Alter von 50 Jahren erreicht.

Besonders auffallend erscheint die Nachricht, daß das gerade zum Schutz gegen F-uersgefahr bestimmte ASbesthauS völlig nievergebranut ist. DaS ASbesthauS bedeckte einen Fachen- raum von 210 Quadratmetern, bei einer Front von 17 Metern und einer Firsthöhe von 5 Meter». Das Häuschen enthielt sieben ge- räumige Zimmer, von denen drei an der Vorder- und vier an der Hinterseite lagen. Beim Ein­tritt durch die mit einem Windfang versehene Thür befand man sich im Empfangsraum, an den rechts das Zimmer für zwei Ordonnanzen, links das große Arbeitszimmer deS Frldmar. schalls stieß. Dahinter lag daS Schlafzimmer, von hier aus gelangte man durch das Toiletten- und Äadegemach zum Schlafzimmer des per­sönlichen Adjutanten, an welches sich dessen Wohnzimmer anschloß. Das Gebäude selbst bestand aus Holzfuchwerk. drffen Felder von einem Quadratmeter Größe mit ASbestschiefer- platte» ausgelegt waren. Die Außenwände hatte» eine doppelte Plattenlage mit dazwischen gelagerter Luftichicht Das Dach bestand gleich­falls aus ASbrstskdiefer in Diagonaldeckung. Dieser Schiefer sollte durchaus feuer- und wasserfest fei» und sich durch sein vorzüg­liches J'oliroermöge» besonders für Tropen- baute» eignen.

Angesichts des Unglücksfalles schreibt die Deutsche Tageszeitung': „Es wird Zeit, daß wir ans China wieder heraus, kommen. Biel Ruhm ist dort nicht za hole». Bis jetzt sind mehr Menschen durch Unalücks- fälle Mord oder Krankheiten a'S im Gefecht umg'ekommen.« Auch die.Kreuzzeitung' schreibt: Diese Unglückksälle tragen wesentlich dazu bei, de» Wunsch aller Deutschen z« bestärken, daß e» recht bald gelingen möge, die chinesischen Wirren zum Abschluß zu bringe»." , , .

In den letzten Tage» haben die Wirren t» China auf deutscher Seite noch ei» weiteres schwere- Opfer gefordert. Oberstabsarzt Professor Dr. Kohlstock ist al- ein Opfer seines Berufe-, erst wenig über 40 Jahre alt, am 15 April i» Tientsin an einer Blutvergiftung in Folge von Utterleib-typhuS gestorben. Er war zuerst her­vorgetreten al« Begleiter Wiffmann's bei bet Niederwerfung des AraberaufstanbrS in Deutsch. Ostasrika im Jahre 1888, wo er nach dem dal-

ikonservirt."

Stephanie streifte mit flüchtigem Blick baü gerne « Gesicht beS Mannes, und verglich eS mit Buschmanns trotz allem Verfall- »och immer schönen Züge».

„Ja der Regel suchen junge Mäicke» ihre Ideale nicht unter den AlterSgenoffe» deS Vater-;" spottete sie.

„Man kann aber auch ohne Ideale fort- kammen;" wandte er mürrisch ein, „kann sich einem guten Rath zu^äagUch zeigen, und den sollten Sir geben, mrine Gnädige. Sie wiffen am beste», waS Ahe- für Sie auf dem Spiele

Sie gewahrte, daß sir in ihrer Spottlust zu -wett gegangen und lenkte ein. „Wenn es auf

„Ich möchte »och nach dem alten Nazi schauen," sagte er dann in verändertem Tone, „nur fürchte ich feine Pepi."

„O, die ist neulich telegraphisch zu threm schwer kranken Bruder, dem Bergrath , »ach Klagenfurt berufen worden. Ste entschloß sich ungern zur Abreise, denn Gruber geht eS nicht brillant." , „ _ , , .

Die alte Gruberin fort? Da besuche ich

ihn »och einmal so gern. Darf ich jetzt zu ihm hinein?" -

gceilid» . . . Carneri ... Sie könnte» mir "einen Gefallen than. Machen Sie Gruber darauf aufmerksam, wie gut er eS hier hat uns wie man keine Kosten scheut, ihm alle Bequem­lichkeiten zu verschaffen, wir . .

„Aha, daher weht der Wind!"

«je thot, als habe sie die Bemerkung nicht gehört: „Unter Anderem . . . Sie verstehe» waS von Juristerei . . . Geben Sie mir einen

Sc studirte ihre Züge: „Und der wäre?«

„Der gute Onkkl will durchaus ein Testa- m ^^oM* ju Ihren Gunsten! Eine heikele Sache; nehmen Sie fi4 in Acht.«

Wanrm beim? Was kann ich betir, wenn bet alte Mann seine» Willen durchsetzen will? Kann ich ihn baran hindern . .? Wie Härte er da- anzufangen?" .

„Arn besten, er schriebe eigenhändig seine Verfügungen »übet, zwei Z uqen bestätigten dann feine Schrift und Unter,christ . . .. «der niemand von den im Testamente Beihetuglert

t beige auwt

heilen Haiden drehend.

„Ich sehr gar nicht ein, we-halb Ihre Tochter mich zurückiveisen sollte;" knurrte er. „Sie wäre dar erste Märchen nicht, da- einen Älteren Man» heirathete. Ich bi» nur um weniges älter a'S Buschina»» und beffer

mich anfärn?, wäre die Heitath befchloffene Sache; Anna hört aber in nichts, i» gar nichts aus' mich, und ste wird nichts davon wiffen wollen.«'

„So schicken Sie doch Ihren Edi vor."

Eluard ist schwer zu nehmen, wo eS sich rm feine geliebte Tochter handelt," erwiderte sie würdevoll.«

„Dann muß man ihm daS richtige Vtrständ- »!ß "beibringen; da« kaun ich auf mancherlei Weife." Er sah ganz drohend drein.

„Lasten Sie vernü»stig mit sich reden, Saniert. Siegt eS i» meinem Jntereste, baß Anna Ihre Fcau wird?"

„U- streitig, ja."

„Haden Sie mich je etwas thun sehe», wo- bei ich den eigenen Dort heil außer Acht ge- laste» hätte?"

Ec lachte: „Dafür sied Sie ei*e viel zu kluge Frau."

Also! Dann sollten Sie sich srlver sagen, daß "ich weit entfernt bi», Ihnen Schwierigkeiten zu bereite», atf Anna wie auf Edi nach beste» Kräften einwiiken werde. Zur Hürath zwingen kann ich daS Mädchen aber nicht. . Heulzttage wird keine Braut wider ihren Willen zum Altar geschleppt — selbst auf dem Theater ist's nicht mehr Mode. Sesulden Sie sich also und lasten Sie die Zeit wirken."

„3d meinen Jahren!" seufzte er in ermschendrr Seldsterkenntniß. >

Zeit und Umstände. Wir haben ,a noch ein "anderes Esten im Feuer: daS Theater- Pojekt."

„Damit darf man ihr gar nicht kämme»; ich hab'- problrt. Auch Buschmann wurde ganz wild, als ich davon sprach."

Ist Ihnen nichts bekannt vom Tropfen, der den Stein döhlt? Mit de» Koazert.Engagkm.-nts will's ja nicht recht ziehen . . . Jritriguen unb Feindschaften stecken dahinter, behauptet Eduard! So waS stimmt herab und ebnet die Pfade für anderes." Sie sah Carneri scharf en.

Er hielt ihren Blick ganz unbefangen auS. Jntriguea ? Wohl möglich. Jedenfalls müßte Stimme wie Vortrag allgemeine Anerkennung finden, wenn die Sängerin erst bekannt wird.

„Sind Sie davon wirklich überzeugt? fragte Stephanie bisfig. „Der Stimme fehlt eben doch die Kraft. Könne» Sie sich Anna vorstelle»: Hojttohoh! in de» Saal htnein- fchmettrrnd? Gewiß nicht. Ja, wenn meine Stimm: noch ihre» alten Säm-lz hätte . . .!

Carneri lächelte spöttisch: „Ma» müßte von AnnaS Stimme aber keine Krastleistungen ver­langen. Ich ließe eine Rolle für sie schreiben, in der sie wenig zu agire», nur durch bte Grazie ihre« Wesens das Auge zu entzücken hatte; ihre goldene Stimme thütr da- übrige; süße, weiche Melodiren müßte man für sie erfinden. Mw schwebt etwas vor, da- für sie paßte, eine Rolle, in der ihre Lieblichkeit zur Geltung käme . . -

„Sie werden poetisch i" spottete Steph wie. Mi: sünfzig Jahren steht daS schlecht, lieber dteU„®ie haben Recht; ich vergessedas Sprich- wort von den Perlen, bie man nicht - - - weg' werfen soll," versetzte er zornig unb stand auf.

«6 Druck und Verlag bei julkter HdftnbruMtt • pettragaffe llr. » (»armeinel.

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* grelle Steuern i« Sicht! Als IN de MsttwochS«Sitzung der Budget - Kommission be‘ Beginn der Berathnng des Gescheut«urfeS betr. Versorgung der Krieg-invaliden unb Kriegshinter­bliebenen Abg. Müller - Saga» eine Klarstellung ber Deckung der Mehrausgaben zur Sprache brachte, erklärte Schatzsekretär Freiherr v. Thielmann, er erkenne zwar an, daß auch sür die weitere Zu­kunft au- der Vorlage erhebliche Mehrkosten zu gewärtigen seien, zu deren Ausgleich der Reichs- Invalide» sonds nicht ausreichen werde. Schon für ben «tat 1902 seien aber so beträchtliche anberroeitige Anforderungen zu gewärtigen, baß es sich nicht lohne, eine solche Kleinigkeit, wie bie Deckung der Kosten au- der vorliegende» Gesetzes-Vorlage (13 Millionen Mark) für sich besonder- vorweg zu nehmen. Für 1902 werde dem Reiche der Vorjahrs - Uederschaß von rund 30 Millionen Mark fehlen. Die AtterS- unb Jn- valiben-Berficherung werde einen Mehrzuschuß von mindestens 5 Millionen Mark erfordern. Bei den Einnahme» auS Zöllen und Verbrauchs-Steuern wüste sich daS Reich auf einen erheblichen Rück- gang gefaßt machen. Alles Momente, die eine Balancirung des Etat- erschwere» würden. Um so mehr, da in verschiedenen Richtungen be­deutende Mehrausgaben nicht zu umgehe» wären. Um für den nächsten Etat die nothwen- digen Deckungsmittel bereit zu stellen, würden daher Maßnahmen zur Erschließung weit ausgie­bigerer Einnahme-Quellen erschlaffe» werden müffe», all nach den vorliegenden Schätzun­gen in Frage kommen könnte».

* Motzu»»»»vermittetn«g für kische Sf deute« in Aertt«. Sowohl bie @ltern katholischer Studenten, wie die junge» Leute selber wandten sich bisher häufig vergeblich nach Berlin, um bei katholische» Leuten unterzu­kommen. Wußte nicht gerade zufällig ein Kam- Million ober sonst ein Freund zu helfe», so war es ihnen unmöglich gemacht, ihren Wunsch er­füllt zu sehe». Um den vielfache» Anftage» Rechnung zu tragen, hat nun die Marianische Kongregation für Akademiker eine Stelle im ka­tholischen VereinShause geschaffen, bei der sowohl bie Zimmervermiether ihre Adressen abgeben, ali auch Studenten solche erfahren können. Nach- f agen nimmt der Portier des katholischen Ver- etnshauseS in ber Niederwallstraße 11 entgegen.

X Kiek, 18. April. AuS Anlaß des Diensteintrittes deS Prinzen Adalbert i» bie Marine fand heute Vormittag 10 Uhr ein feierlicher Gottesdienst statt, woraus bie Eides­leistung deS Prinzen erfolgte. Der Kaiser unb bie Kaiserin nebst den kaiserlichen Prinzen und dem Gefolge begaben sich darauf an Bord des Schulschiffes „Charlotte", auf welchem bekanntlich Prinz «dglbert eingestellt wird, um mit demselben in den nächsten Tage» die Reise »och dem Norden anzutreten. Um halb 12 Uhr begab sich der Kaiser an Bord de- DampserS „Kaiser Wilhelm", während bie „Charlotte" den Kaisersalut abgab. Auf dem „Kaiser Wilhelm" fand ein Frühstück statt. ' Die „Charlotte" hißte bei bet Ankunft bes Kaisers bie Kaiserstandarte unb bie große Admiralsflagge. Um halb 2 Uhr begab sich ber Kaiser in Begleitung des Prinzen Heinrich unb deS Staatssekretärs von Terpitz nach der kaiser-

«, bU Ktixttioa a-s-

Deutsches Keich-

Berlin, den 18. April.

* Kaiserlicher Da«ü a« die Ztzeich»- üa«ü. Der .Reichranzeiger' veröffentlicht fol« gtnben allerhöchsten Erlaß:

Ich habe von dem BerwaltungSbericht der Reichs bank für daS Jahr 1900 und von der Mir mit Ihrem Bericht vom 20. vorigen Monats überreichten Denkschrift über die Entwickelung der ReichS- bank in d-n ersten 25 Jahren ihre- Bestehens mit großem Jntereste Kenritniß genommen. Die Geschichte der Bank gewährt zugleich einen willkommenen Urber- blick über die Entwickelung der wirthschasllichen Ber- hällnisse innerhalb des Reiches in der verichtsperiode und bestätigt dir erfreuliche Thatsache, daß trotz mancher Unterbrechung durch Zetten deS Stillstandes tm Gauzrn ein stetiger Fortschritt in der Entfaltung und wtrthfchaftlichrn Ausnutzung der ma­teriellen Mittel deS Land,» stattgefunden hat. Daß die Reichsbank eS verstanden hat, die namentlich in den letzten 5 Jahren eingetretene außerordentliche Entwickelung des Handels und des gewerblichen Unter­nehmungsgeistes an ihrem Thetl zu fördern und durch mancherlei Maßnahmen zu erleichtern, erkenne Ich gern an. Insbesondere habe Ich mit Befriedigung ersehen, mit welcher Sorgfalt die Bank dir Ausbildung des Eiro- und Abrechnungsverkehr- gefördert hat und durch die Pflege des DeposttengeschäftS ihre Dienste auch für den kleinen Kapitalisten nutzbar zu machen bestrebt ge­wesen ist. Indem Ich die ReichSbank zu der gedeih­lichen Entwickelung beglückwünsche, die sie ix dem ersten «ierteljahrtzundert ihres Bestehens gewonnen hat, be­auftrage Ich Sie, den Beamten dervauk Meine Anerkennung und Meinen Königlichen Dank für ihre ersprießliche Thättgkeit au-zu- sprechen.

Berlin, den 10. April 1901.

Die Wirren in China.

Ei» böse- Geschick verfolgt bie Deutsche» in ®bina. Zuerst wurde der deutsche Gesandte von Kettelet in Peking ermordet; vor einigen Wochen erlitt ber deutsche Haupt- mann Bartsch dasselbe Schicksal von einem chinesischen Mordbuben. J-tzt liegt nun schon wieder eine Unglücksbotschaft au8 Peking vor. Gestern traf vom Grafen SBalberfee fol­gende Depesche auS Piking ein:

„Bester Theil deS Winierpalastes in vergangener Rächt durch Feuer zerstört; General Schwarz- Hoss hat dabei den Tod gefunden; Ursache unauf­geklärt. Französische Garnison und Japaner leisteten bereitwilligst Hllfe. General von Sayl, Oberst­leutnant von Boehn, Major Lauenstein, Hauptmann Wilberg, Leutnant von Rauch und ich haben fast ganze Habe verloren.«

Balo nachher trafen von anderer Seite fol­gende weitere Depesche» ein:

Peking, 18. April. Der vom Feldmarschal be­wohnte Thetl deS Kaiserpalastes einschließlich ASbest- hauses völlig abgebrannt. Soweit bekannt, kein Ver­lust an Menschenleben.

Peking, 18. April. Feldmarschall mit knapper Roth durchs Fenster auS Asbest- tzauS gerettet. General von Schwarzhoff vermißt, anscheinend beim Wiederbetreten der Brandstätte um- aekommen, nachdem er bereits ins Freie gekommen war. Sonstige Unglücksfälle bisher nicht bekannt. Feuer soll in Wohnung bei abwesenden MajorS Lauen­stein auSgrkommen sein. Brandstiftung veimuthet.

Das Wolff'sche Bureau versandte gegen Abend noch folgende Depesche au8 P king:

ES ist keine Hoffnung mehr, daß General Groß «on Echwarzhoff gerettet sein könnte. Die Leiche ist nicht gefunden, man muß annehmen, daß sie völlig verkohlt ist. Nach den bisherigen «rmittc- luugen ist der General daS einzige Opfer deS BrandeS. Da- Feuer wurde unter kräftiger Hilfe der Franzosen auf zwei Höfe beschränkt, deren Gebäude niedergebrannt stad. Die Akten sind gerettet. Der Feldmarschall Graf Walders-e befindet sich wohl und bleibt zur Zett noch in dem großen «ebäudekomplrx, der »om Feuer ver­schont geblieben ist. Nledergebrauut sind außer der Wohnung deS Feldmarschalls die Wohnungen der Oifiziere Groß von Echwarzhoff, Gayl, Boehn, vrixe», Wilberg uns Rauch.

Eine genaue Angabe ber Zeit, wann ber Brand anSgebrochen ist, ob bet Tage ober in -er Nacht das Unglück hereingebrochen ist, sucht man in all diesen Meldungen vergebe»-. Heber die Ursache deS Brande- wird nur in einer De­pesche bie Vermuthnng ausgesprochen, daß Brand- stiftung (von chinesischer Seite?) vorliege.

General-Major v. Groß, genannt ». Schwarzhoff, war Chef bei StabeS bei Grafen Waloersee. Et hatte seiner Zett unter dem General-Leutnant » Leffel die erste ostafia- -tische Brigade »ach China geführt, bie er, »ach- dem er von diesem Posten abberufen unb Chef bei Stabes betrafen Waloerfee geworden war, an den General-Major v. Trotha abgegeben hatte General Major v. Groß b-fehligte in Deutschland zuletzt die 33 Infanterie-Brigade i» Alton,, er ist erst am 18. April v. I. zum General-Major --fördert worbe». Ec hat eine ungemein rasche Karriere gemacht; während deS Krieges 1870 (IS August) wurde er Leutnant, erwarb sich daS eiserne Kreuz, am 14 Januar 1879 aoancirte er zum Oberleutnatt, am 23. Dezember bereit- zum Hauptmann, am 13.Novemdir 1888 zum Major.