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"xfrtalfx Parzelle» t« Suita. mtf Anterhaktungs -Weikage „Illullrirte Sonntags-Zeitung"

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'M 87.

Jutöa, Mittwoch, den 17. April 1901.

28. Jahrgang.

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0 Krankenkassen und Aerzte.

Nicht nur die Zustände in der Leipziger Orts« krankenkaffe fordern die öffentliche Kritik in schärfster Keife heraus. Ueberall da, wo die Sozialdemo« kratie in den Vorständen der Krankenkassen die Herrschaft erlangt hat, machen sich Mißstände geltend, die geradezu nach Abhilfe schreien. DaS ist in Berlin genau ebenso wie in Leipzig und KÜncheu; nur fehlte es bisher noch an Veran­lassungen zu offenen Zwistigkeiten. Aber die Nei­gung zur Herrschsucht und zur gewaltsamen Be­handlung von Leuten, die für ihre Leistungen oder Lieferungen Geld von der Krankenkaffe beziehen, ist genau ebenso vorhanden wie anderwärts. Etwa S0 Krankenkaffen von Berlin und Umgegend haben von den Apotheken Rabatt verlangt; die Apotheken sollen ihnen die Medikamente billiger ablaffen, als anderen Leuten. Dieses Verlangen ist von den «eisten Apotheken abgelehnt worden; und nun wollen die Krankenkaffen eine Liste von Apotheken und Droguenhändlern herausgeben, von denen die Mitglieder der Krankenkassen ganz allein kaufen sollen. Wen» anderswo etwas entnommen wird, soll eS von den Krankenkaffm nicht anerkannt werden.

Diese ganze Art und Weise der Verfahrens wird auf die Dauer unerträglich. Man stelle sich vor, daß die Folge davon nicht nur eine Gewaltherrschaft der Krankenkaffrn über alle diejenigen bedeutet, die mit ihnen in geschäft­licher Verbindung stehen; auch die Kaffenmit­glieder werden' in der unleidlichsten Form vergewaltigt. Sie sollen nur einem ganz be­stimmten Arzte sich in Behandlung geben; nie­mand fragt danach, ob sie gerade zu diesem einen Arzte Vertrauen haben, oder nicht; niemand kümmert sich sich darum, ob nicht in diesem oder jenem Sondersallr ein anderer Arzt besser am Platz' wäre, als derjenige, ben. der Vorstand dtt Kranken kaffe vorschreibt. Und gleichzeitig herrscht der Grundsatz die Entlohnungen für ärztliche Bemühungen immer tiefer Herabzu­drücke», so daß unter de» Aerzten die Redens, art sprüchwörtltch geworden ist von dem Dienst- manur, der mehr verdient durch das Hebet« bringe« deS Rezeptes nach der Apotheke, als der Arzt, der das erkrankte Krankeukaffenmitglied behandelt.

Aerzte sollen nicht die Krankheiten ihrer Mit« Menschen dazu ausnutzen, ihnen mehr Geld als Honorar für ihre ärztlichen Bemühungen abzu- nehmen, als recht und billig ist. Aber planmäßig die Aerzte in ihrem Einkommen herabzudrücken, ist ebenso unrecht; und wenn die deutschen Aerzte in ihrer Gesammtheit sich zusammenschließen, um gegen solche Vergewaltigungen sich nach Möglich­keit zu wehren, so kann ihnen das auf keinen Fall verdacht werden. DaS System der Krankenkafsen- Borstände mit sozialdemokratischen Mehrheiten kommt vollständig der Ausbeutung von industriel­len Arbeitern durch gewiffenlose Unternehmer gleich: nicht nur sollen die Aerzte durch Gewaltmittel zur billigeren Hergabe ihrer Arbeit gezwungen wer­den, sie sollen auch gleichzeitig fühlen, daß die

Vorstände der Krankenkassen die Herren, sie aber deren Knechte find.

Neuerdings regt eS sich auch innerhalb der Mitglieder der Krankenkaffen gegen die Gewalt­herrschaft, die die Vorstände auszuüben suchen. An den Rath der Stadt Leipzig find bereits Kundgebungen von Gruppe« der Kaffenmitglieder gelangt, die Widerspruch erheben gegen die beab­sichtigte Abschaffung der fteien Auswahl unter den Kaffenärzten und Anstellung bestimmter Bezirksärzte. „Wir wollen — so heißt es in einer solchen Kundgebung — in der Wahl deS Arztes nicht von dem Gutdünken des Kaffenvor« standeS abhängen und protestiren daher energisch gegen diese Aenderung, durch die wir in gesund­heitlicher Beziehung ganz entschieden unser Jn- tereffe und daS unserer Familie beeinträchtigt sehens Ohne Zweisel! Die Berechtigung dieser Proteste ist so klar wie die Sonne, ebenso klar wie daS Unrecht, das die Kassenvorstände gegen die Mitglieder der Kaffen und gegen die Aerzte gleichzeitig begehen wollen.

Die Krankenkaffen mit ihren Einrichtungen sind eine große Wohlthat für die überwiegende Mehrheit deS Volkes. Mehr als 36 Millionen Deutsche erhalten durch sie freie ärztliche Be­handlung in Krankheitsfällen. Und gerade darum, weil es sich hier um eine so außerordentlich segensreiche und wohlthätige Einrichtung handelt, sollte man darauf bedacht sein, dieselbe für die Zukunft vor der Gefahr zu schützen, durch ge­wiffenlose und herrschsüchtige Kaffenvorstände aus einer Wohlthat in eine Plage verwandelt zu werden. Die bevorstehende Revision deS Kranken- kaffen-Gesetzes wird die geeignete Gelegenheit dazu fein, diese Schutzmaßregeln auszuführe».

Deutsches Keich.

Berlin, den 16. April.

X AdokSert tritt am 18. April seine erste Seereise an. Prinz Adalbert, der dritte Sohn de» deutschen Kaiserpaares, wird am 18. April in Gegenwart seiner Eltern in Kiel in feierlicher Weise in seinen Dienst in der Marine an Bord des Schulschiffs „Charlotte" emgeführt.

O

MM

Won Stufe zu Stufe.

Roman aus dem Wiener Leben.

Bon L. v. R e i d e g z.

44 ------ (Nachdruck verboten.)

Gewissenhaft kam Franz der übernommenen Aufgabe nach. In aller Morgenfrühe ging oder ritt er in dem weiten Besitz umher, besichtigte hier und dort, und sammelte Auskünfte, wobei ihm feine Kenutniß der Landessprache sehr zu gute kam. Martens, der die ersten Tage nur einen unschädlichen Schwärmer i« ihm gesehen, fing an, ihn mit argwöhnische» Blicken zu be­trachten und den Augenblick seiner Abreise herbei­zuwünschen. Er hatte Gründe genug, eis scharfes Auge zu fürchten, denn wohin Franz blickte, bei- nahe überall entdeckte er Unordnung, woran nicht immer Unredlichkeit, sondern oft auch Unkenntniß Schuld war. MartenS, dem anfangs hauptsäch­lich die Leitung der Eisenwerke anvertraut ge­wesen, hatte im Laufe der Jahre, während wel- cher er seinem Amte v^rgestanden, und seinen Brodherrn zu befriedige« gewußt, «ach und nach alle Gewalt an sich gezogen, bis er sich endlich zum Posten deS Administrators aufzuschwingen verstanden. Dieser Aufgabe war er aber nicht gewachsen, sie diente nur dazu, die in ihm schlum­mernde Gewinnsucht zu wccken. In dem Maaße wie seine Macht zunabm, wurden seine Leistungen ungenügender, seine Begierde sich zu bereichern, ungeregelter. Bis auf wenige Ausnahmen wußte et die Beamtenstellen an seine Kreaturen zu ver­

geben. Als Oberförster war ein träger, leicht­lebiger Ungar angestellt, beffen Forstverwaltung einer Forstverwüstung gleichkam. Mit dem Oeko- nomie-Verwalter. bem Gruben-Jnspektor, beibes Deutschen, dem Schafmeister, einem Bosnier, lag er in beständiger Fehde. Sie waren ehrliche Männer, die aber ernstliche Klage zu führe» hatten. Oekonomie-Verwalter und Gruben-Jn­spektor beschwerten sich, baß ber Administrator ihnen die nöthigen Arbeitskräfte verweigere, und Hobe» hervor, daß man i« Sokolovic niedrigere Löhne zahle, als i» der ganzen Nachbarschaft. Der Schafmeister klagte, daß ma» wahre Pracht- hämmel um Spottpreise verkaufe und die schöne Raffe verkümmern laffe; und so gab es überall Klagen und Tadel.

Dar alle« konnte Franz nach einigen Tagen seinem Freunde berichten. Dieser schimpfte und jammerte, behauptete, er zahle Taglöhner und Arbeiter genug, daß man ganz Bosnien und Ungarn dazu damit bewirthsckaften könne; darauf beschränkte sich aber seine Thätigkeit. Zu that- kräftigem Eingreifen fehlte ihm Umsicht sowohl wie Willensstärke.

„Was soll ich denn nur thnn, Franz?" ant­wortete er kläglich auf dessen Vorstellungen, ee nicht beim bloßen Jammern bewenden zu lassen.

„Aufpassen; gegebenen Fall» Deinem Marten« den Abschied geben. Ein lockerer Zeisig ist er ohnehin; man erzählt von ihm ganz sonderbare Dinge."

„Letzteres wäre mir einerlei, wenn er sich nur al« tüchtiger Wirthschafter zeigte."

„Da» «ar kein schöne« Wort, Aiphon«. Hier,

Aus diesem Anlaß geben wir unfern Lesern bet­stehend da« Porträt des Prinzen. Derselbe ist zur Zeit 16 Jahre alt und bekleidet in der Marine den Rang eines Leutnant« zur See. Der Kaiser hat bestimmt, daß der Prinz während seiner Aus­bildung an Bord des Seekadetten-Schulschiffer die Uniform der Seekadetten mit folgenden Abweichungen zu tragen hat: Auf der Jacke und dem Jackett die Offiziersachselstücke und auf den Unterärmeln die geschlagene Kaiserkrone, ferner die Seeoffiziers- mütze und zum Dolch das Portepee der See­offiziere. Die vollständige Offiziersuniform ist nur bei besonderen Gelegenheiten anzulegen. Die See­reise wird sich zunächst in die Ostsee erstrecken, dann kehrt das Schiff zur Kieler Woche (Juni) nach Kiel zurück, von wo aus später die Fahrt nach der Nordsee und demAtlantischen Ozean geht. Jnrgesammt dauert die Reise lie zum März nächsten Jahre«.

* Die diesjährige« Maisermarröver zwischen bem I. Armeekorps (Ostpreußen) unb bem XVII. Armeekorps (Westpreußen) versprechen nach mehr als einer Richtung hin hochintereffant zu werden. Die Kriegstechnik unb bie Kriegs- Wissenschaft machen unausgesetzt Fortschrittes; Neuerfinbungen werben fortwährenb gemacht, und zu ihrer Ausnutzung im Heere werden neue Einrichtungen geschaffen. Es wird sich bei den Kaisermanövern jetzt zu zeigen haben, wie weit einzelne dieser Neueinrichtungen sich bewährt haben. Die Frage der Benutzung der Selbst­fahrer ist »och nicht vollständig gelöst. Bis jetzt steht bie Armeeverwaltung der Angelegenheit günstig gegenüber; im allgemeinen waren auch befriedigende Ergebniffe mit den Selbstfahrern festzustellen. In der Luftschiffertechnikhat sich eine große Umwälzung vollzogen. An Stelle des bisherigen KugelfeffelballonS, der nur bei ru­higem Wetter verwendbar war, wird tefp. ist der auch bei windigem Wetter gebrauchsfähige 600 obm-Drachenbällon als Normalballon für sämmtliche Feldluftschifferabtheilungen eingeführt. Das Brie stauben wesen soll in der Armee bedeutend erweitert werben; man hälr eS zur Vorbereitung für kriegsmäßige Aufgaben für «othwenbig, bie Brieftauben in größerem Um­fange bei ben Hebungen der Truppen zu ver­wenden. Bekanntlich haben wir bei ber Armee bis jetzt nur fünf Maschinengewehr ab- tHeilungen; die Armeeverwaltung hält daran fest, sämmtliche Armeekorps mit solchen auszu« rüste». Vielleicht bietet sich bei ben Kaiser- manöoer», da ja Maschiuengewehrabtheilung 1 bei bem I. Armeekorps (Ottelsburg), Maschinen- gewehrabtheilung 4 bei bem XVII. Armeekorps (Kulm) errichtet ist, diese Einrichtung gründlich zu probiren.

* Zur MckÜehr der Khi«a - Krieger, über welche wir gestern berichteten, läßt sich dir .Franks. Ztg/auS Hamburg noch Folgendes melden: „Der kommandirende General v. Maffow begrüßte die Soldaten mit einer Ansprache, worin er gänz­lich Erwerbsunfähige aufforbeite, sich zu erinnern, daß daS Vaterland für sie sor­gen werbe. Soweit bie übertrieben strengen Ab- sperrungs - Maßregeln einen Uederblick gestatten, befinden sich sehr schwer Verwundete unter den Leuten. Die Hälfte des Transportes wurde wegen epidemischer Erkrankungen auf Jsolir- Stationen überführt."

wo die Menschen an sklavische Abhängigkeit ge­wöhnt sind, hat der Herr die Pflicht, ihnen un­bescholtene Beamte vorzusetzen, keine solchen, deren Beispiel korrumpirend wirkt. Ich wiederhole noch­mal«: „Fort mit Martens."

„Das geht über meine Kraft. Besorge Du dar, Franz!"

Franz hatte Mühe, seinen Unwillen zu be- meistern. Diesem Genußmenschen, der selber keinen Finger rühren mochte zur eigenen Rettung, sollte er aus der Roth helfen, — sollte Zeit und Mühe für ihn opfern, während dieser im trägen Wohl­leben weiter seine Existenz »erträumte — die Auf­gabe schien ihm zu undankbar. Er hatte große Lust, auszupacken und nach Sarajewo zurück zu kehren. Schon war er im Begriff, diese Absicht kund zu geben, als eine mitleidige Regung ihn überkam- Ihn dauerte der alte kränkliche Mar­burger, der ein Ehrenmann durch und durch war; ihn dauerten die braven Leute, bie unter des Administrator« Härte litten. Etwas vom Päda­gogen zugleich vom wahren Menschheitsfreund lag in seiner Natur, ihn lockte die Aufgabe, Unrecht zu bekämpfen, Mißbräuche abzustellen, die Rolle de« Richter« zu spielen, ber salomonische Urtheile fällt. —

Am Morgen nach dieser Unterredung trug er feinen Plan fertig im Kopfe, Ehe Alphons noch ans Aufstehen gedacht, hatte Franz zwei Briefe geschrieben unb durch Extra-Boten fort­gesandt, darauf einen Rundgang durch bie zu­nächst gelegenen Felder gemacht. Beim Früh­stück, das er stets allein mit seinem Gastfreunb einnahm, überraschte er diesen mit der Bitte, ihn

* 50,000 neue Seitengewehre. Vom Kriegsministerium ist der Waffenindustrie z« So­lingen die Lieferung von 50,000 Seitengewehren Modell 98 übertragen worden, nachdem mehrere Firmen von der Feldzeugmeisterei Muster de« Seitengewehres zugesandt erhalten hatten und die Lieferung der Probeklingen zur Zufriedenheit aus­gefallen war. Dem Auftrage war ein Begleit­schreiben beigefügt, das besagt, daß der Auftrag zur Deckung eines einmaligen, nur für dieser Jahr u. s. w. vorliegenden außerordentlichen Be­darfes dienen soll.

• K-rr Memmingen und der Mmrd de* Lnndwirthe. Herr Memminger in WürzburS erklärt nunmehr, der bayerische Abgeordnete Lutz, Mitglied des Vorstandes de« Bundes der Land' wirthe, habe ihm das bekannte Angebot gemacht, 50 Mark für jeden Vortrag und 70 Pfennige für jedes Jahresexemplar feiner Zeitung zu zahlen. Der engere Vorstand des Bundes der Landwirihe hat nach einer Mittheilung der Deutschen Tages­zeitung' dieses Angebot weder veranlaßt, noch hat er vorher, bevor Herr Lutz es machte, Kenntniß davon gehabt. Das Angebot, so sagt das genannte Blatt, ist also nicht im Auftrage der Leitung de« Bundes gemacht worden, sondern nur von dem Abgeordneten Lutz selbst.

+ Die wohtthSlige« Wirkungen de» SchntzzoK» auf die Entwickelung der deutschen Industrie werben in trefflicher Weise gekenn­zeichnet bmch die Verhältniffe ber Eisenindustrie und ihre Veränderung durch ben Uebergang von ber Politik bes Freihandels zu der des Schutz­zolls. In ben zwanzig Jahren von 1860 bis 1880 ist ber Eisenoerbrauch im Deutschen Reiche, berechnet im Durchschnitte auf ben Kopf ber Bevölkerung, von 25.2 Kilogramm auf 39,3 Kilogramm im Jahre gestiegen, also um etwa bie Hälfte. Während ber nächsten zwei Jahr­zehnte aber, von 1880 bis 1900, hat sich ber Eisenverbrauch im Reiche verdreifacht. Er ist während dieser Zeit ber Schutzzollpolitik von 39,3 auf 131,7 Kilogramm jährlich in die Höhe gegangen. Die bergmännische Gewinnung von Eisen hat in diesen letzten zwanzig Jahren ebenso stark zugenommen, nämlich von 61,2 Kilogramm im Jahre 1880 bis auf 152,2 Kilogramm im Jahre 1900. Und nun kommt das Interessanteste, wenn man diese beiden Zah­lenreihen mit einander in Zusammenhang bringt. Von den 152 Kilogramm erzeugtem Eilen wurden in Deutschland selbst im Jahre 1900 nicht weniger als 131,7 Kilogramm ver­braucht, also mehr als 85 v. H. der gefammten Eisenerzeugung. Der Eisenverbrauch im In­lands Aber trifft somit bie Ausfuhr von Eisen nach dem AuSIande um bas Sechsfache; ber In- lanbmattt ist also für bie deutsche Eisen­industrie bie Hauptsache, nicht bie Aus­fuhr nach bem AuSlanbe. Und biefeS wohlthätige Berhältniß verdanken wir i« ber großen Hauptsache der guten Einwirkung unserer Schutzzollpolitik.

X Theorie ««d Praxis Sei der Sozi«!- demoßralie. Unendlich lang ist bereits die Reihe ber Beispiele für bie Widersprüche, bie entstehe», wenn bie Sozialdemokratie ihre Lehren in die That umsetzen will. Heber ein neues, ganz besonders intereffantes unb für die Unbe«

am Nachmittage nach Varesch fahren zu taffen, er wolle dort einige Tage beim Direktor der Staats-Eisenwerke verbringen, den er in Sara­jewo kennen gelernt.

„Du läffest mich in Stich!" rief ber er- schrockms Marburger.

„Im Gegentheil. Gerade in Deinem In- tereffe will ich «ach Varesch. Ich bin eben um eine kleine. Urlaubsverlängerung eingetommen, um meinen Plan auSführen zu können. Erst wenn ich in den dortigen Werken mich gründlich nmgefehen, kann ich über Deinen MartenS ein richtiges Urtheil fälle». Aber reinen Mund ihm gegenüber über daS Ziel meiner Fahrt, bas sag' ich Dir."

„Selbstverständlich. Sind denn noch Zweifel möglich an feiner Unredlichkeit?"

„Nein; ich weiß nut nicht, wie weit sie geht. Seine eigentliche Domäne, das Hüttenwerk, ist mir nicht recht geläufig. I» Varesch kann ich feststellen, wie so was betrieben werden sollte."

„Guter Kerl! das thust Du alles für mich."

„Nein, AlphonS, ich will mich nicht beffer machen als ich bin; nicht für Dich allein, auch für mich selber. Ich ... ich gehe schon einige Zeit mit dem Gedanken um, an einem ähnlichen Betrieb eine Anstellung zu suchen."

„Du? Der Sohn des reichen Windhager Schloßherrn?"

„Wer weiß, was mir von bem Reichthum noch Übrig bleibt; ber Vater ist im Stande, Alles zu verkaufen, und auf Leibrenten zu setzen . . . davon will ich aber nicht reden; zurück zur eigenen Angelegenheit. I» ber Nähe von