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Fuldaer M Zeitung
mit Anterhaltungs -Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung" Pete«sa8e Nr.^i (Darmomt).
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28. Jahrgmg
Juköa, Dienstag, dm 16. April 1901
M 86
© Toulon und Wien
II
Besuch bei
Ein träges, thörichteS Kind bis ins Alter, dachte Franz unwillig. Nach kurzem Besinnen verlangte er aber nichts desto weniger Urlaub, und war am nächsten Tage auf dem Wege nac i Sokolooice.
In Podlagowi erwartete ihn ein mit feurigen Pferden bespannter Kutschirwagen; ein Landes» lind, das nur mühsam einige deutsche Worte hersorbrachte, diente als Rofselenker. AlS der fremde Herr ihn aber in seiner Muttersprache anredrte, da grinste der Mann von einem Ohr zum andern, brachte dienstfertig deffen bescher- denes Reisegepäck unter, das sein, an die Riesen koffer seines Herrn gewöhntes Auge in Erstaunen versetzte — und fort ging die Fahrt.
Drei und eine halbe Stunde ist eine lange Zeit, lange genug für ein wohlwollendes Gemüth, um selbst einem Bosniaken menschlich näher zu treten. Frauz studtrte neben dem Kutscher sitzend, zuerst die Gegend. I« der Nähe der Station zeigte sie sich anmuthig freundlich, als eine gut bebaute Landschaft, in der ouS Zwetschen- bäumen neben bosnischen Hütten auch stattliche Häuser der Ansiedler hervorsahen; nach und nal > aber wurde sie bergiger. Die Gangart der Pferde mußte verlangsamt werden, und Franz fand nun Muße, sich mit dem Kutscher zu unter»
Roman auS dem Wiener Leden.
Bon L. v. N e i d e g g.
------ (Nachdruck verboten.)
Ngolostämme beauftragt worden.
* Der neue Zolltarif ist, wie sich das ,Berl. Tagebl.' aus „unterrichteten Kreisen" melden läßt, gegenwärtig im Druck. Daß der Reichstag sich noch in dieser Tagung damit befaßen kann, ist vollständig ausgeschlossen. Der Bundesrath wird sich mit dem Entwürfe
Deutsches Keich*
Berlin, den 15. April.
X Zwei Strafexpeditionen sind gegenwärtig in Kamernn auf dem Marsche. Hauptmann v. Schimmelpfennig ist Mitte Januar mit 2 Offizieren, einem Arzt, sechs Unteroffizieren und Feldwebeln und 140 farbigen Soldaten aufgebrochen, um denjenigen räuberischen Stamm bei Daunde zu bestrafen, bei deffen Bekämpfung Ober« eutnant Sequi« gefallen ist. Außerdem ist nach >em ,Kolonialblatt' Hauptmann Guse mit der Unterwerfung der „immer noch revoltirenden"
deutschen Kronprinzen in Wien hinzu ^)ie Pariser Blätter heben ganz richtig hervor, daß die Veranstaltungen und Feste, mit denen Kaiser Franz Joseph den deutschen Thronfolger ehrt, mehr die Art eine« Familienfestes an sich tragen, als politische» Charakter. Aber daß der Besuch auch des politischen Beigeschmackes nicht entbehrt, geben sie ebenfalls zu. Und das kann auf keinen Fall geleugnet werden, könnte es auk) dann nicht, wenn der deutsche Kronprinz nicht, wie tr gethan hat, ausdrücklich in seinem Trink» spruche beim großen Festmahle in bet Wiener Hofburg auf die treue waffenbrüderliche Kameradschaft hingewiesen hätte, die die Völker von Oesterreich» Ungar» und Deutschland mit einander vereint. Deutschland will seinen nächsten Verbündeten stark und mächtig sehen. Das will eS eben dieser treuen Kameradschaft
Anlagen. Das Wohnhaus lag inmitten eines hübschen, aber nicht sonderlich gepflegten Gartens. An der Hausthüre, in rothen Flanell gekleidet, eine grellrothe Seidenschärpe um den Leib, mit dem übermodischen Anzug in Widerspruch zu der ländlichen Umgebung stand AlphouS Marburger.
Jubelnd streckte er Franz beide Hände entgegen. Diesem fiel auf, daß auf dem ausdrucksvollen Gesicht sich Sorgenfalten einge» graben hatten; es mußte mit den Geschäften also thatsächlich nicht gut stehen, denn eS bedurfte eines kräftigen Anstoßes, um auf dies oberflächliche leichtsinnige Gemüth einen Eindruck hervorzubringin.
„Nun bin ich geborgen," frohlockte Marburger, während er Franz nach deffen Zimmer führte. „Du kannst und mußt mir helfen. Der Kerl, der Martens, ist ein Vampyr; ich weiß eS, kann ihm aber nicht beikommen. Dir wird's gelingen."
„Angenehme Aufgabe. Woher kommt denn auf einmal diese gewaltige Aufregung?"
„Er verlangt Vorschüffe, immer Vorschüffe. Woher daS Geld nehmen? Mein Altrr schreibt wüthende Briefe. AlleS hier herum florire, behauptet er nur, ich brächte es zu nichts. Unser Vermögen steckt in der Geschichte, Franz!" — Seine Hellen Augen di ckten ganz kläglich. „Gibt? einen Krach, muß ich in Sokolovic bleiben mein Lebelang . . . lieber schieß' ich mir eine Kugel vor den Kopf."
„Schlecht gntug wärst Du dazu, aber zum Glück für Dich selbst dazu zu feig", war Franzens
wegen; das will eS im eigenen Interesse. Und wo polittsches Jntereffe und der HerzenSzug der Völker gleichzeitig dasselbe wollen und bedingen, da gibt es Bündnisse, die fest geschmiedet sind wie Eisen und Stahl.
In Toulon verbeugte man sich höflich vor einander auS politischer Berechnung. In Wien chüttelte man einander herzlich die Hände. Da» st der Unterschied.
wurde, erfolgte die Ankündigung einer Denkschrift über die Alters- und Sterblichkeits» verhältniffe der Lehrer an den höheren Schulen. Die Veröffentlichung dieser Denkschrift hat ein wenig auf sich warten (affen, so daß in der Presse allerhand bedenkliche Vermuthunge» laut wurden, warum man damit so lange zögere. Unter anderem wurde der Argwohn ausgesprochen, die Regierung wolle deswegen nicht mit der Denkschrift heraus, weil die Ziffern sehr ungünstig ausgefallen wären. Nunmehr aber steht nach einer Meldung der Berliner ,Nat.-Ztg.' das Erscheinen der Denkschrift in nächster Zeit bevor.
* Verschiedene Aeuderuuge« im MUitär- wesen sind em 1. April in Kraft getreten oder werden es demnächst. Sehr bemerkenswerth ist, daß Genesungsheime für das 4. Armeekorps in Suderode und für das 7. Armeekorps in Driburg errichtet werden sollen. Für Sanitätsoffiziere können besondere UebungSreifen unter Leitung von General- stabsosfizieren angrorbnet werden. Die Fortbildungskurse der aktiven Sanitätsoffiziere in Berlin werden von 3 auf 4 Wochen verlängert. Zu einzelnen Kursen in anderen Universitätsstädten dürfen nach näherer Bestimmung der Medizinalabtheilung des Kriegsministeriums auch Stabsärzte des aktioen Dienststandes herangezogen werden. DaS Honorar der Lehrer des Kadettenkorps für eine wöchentliche wissenschaftliche Ueberstunde ist von 84 auf 110 Mark erhöht worden.
(!) Auch eine „Mervrüderrmg" — aber zwischen Buddhisten und Christen, dem Namen nach wenigstens, hat am Ostermontage in Berlin stattgefunden, und die Berichte, die man darüber liest, zeigen, daß die Reichshauptstadt, oder doch gewiffe Kreise derselben, den höchsten Standpunkt der — Kultur erreicht zu haben scheinen. Die in Berlin wohnenden Japaner feierten zum ersten Male den Geburtstag ihres Religionsstifters Buddha. Damit aber die Sache nach außen hin nicht gar so heidnisch klinge, hatte man der Veranstaltung auch den Namen „Fest der Blumen" ober FrühlingSfest beigelegt. Seinen eigentlichen Charakter aber des heidnischen Religionssestes behielt es doch; das zeigten Gestaltung und Verlauf desselben. Zu dem Feste waren auch Deutsche geladen und erschienen, und einer derselben feierte eS als eine Errungenschaft, als einen Beweis „für die Mächtigkeit des Fortschritts und baS Aufblühen weltstädtischer Gesinnung in der Hauptstadt des deutschen Reiches", daß dieses Fest habe gefeiert werben können. Aus diesen Worten ist nicht klar zu entnehmen, ob er den mächtigen Fortschritt auf die Japaner in der ReichShaupt- stadt, oder auf die Bewohner derselben bezog. Beides aber ist gleich bezeichnend. Dan» lauschte die Gesellschaft dem Vortrage eines japanischen „Religionsphilosophen", der einen Vergleich zog zwischen dem am Osterfeste aus dem Grabe erstandenen Helland und dem heidnischen Götzen- priester und Beide so etwa auf einer Stufe behandelt, und die anwesenden „Christen" schienen sich daran zu erbauen, nachdem schon einer von ihnen die Anhänger ÄuddhaS Über die „westlichen Kulturen" gestellt hatte. Die Folge
dieser „Verbrüderung" wird wohl sein, daß Japan »emnächst eine Anzahl Buddha-Missionare »ierher entsendet, um die Berliner zu — beehren.
V A«rki«, 15. April. Der Kaiser wird auch in diesem Jahre eine Nordlandreise antreten, welche unmittelbar im Anschluß an die Kieler Woche unternommen und die gewöhnliche Dauer haben wird. Die kaiserliche Zacht Hohenzollern wird wahrscheinlich von einem schnellen Kreuzer und mehreren Torpedobooten alS Depeschenboote begleitet werden. — Der Kaiser hörte heute Bormittag den Bortrag deS Reichskanzler» Trafen Bülow in dessen Wohnung und besuchte darauf den neuen Dom. Um 11 Uhr nahm er den Bortrag de» Geheimrath von Lucänus entgegen. Zur gestrigen Früh- tückstafel beim Kaiserpaar war der König von Württem- >erg, der Erbprinz zu Wied und der Reichstags-Abgeordnete Dr. von Siemens geladen. — Die Kaiserin mit den Prinzen August Wilhelm und OSkar begab sich heute Nachmittag 1 Uhr 30 Min. vom Lehrter Bahnhofe nach Plön. Der Kaiser begleitete die Kaiserin und die Prinzen zur Bahn. Auf dem Bahnhofe war auch der Reichskanzler Traf Bülow erschienen. — Der ,Reichs-Anzeiger' veröffentlicht die Berleihung de» Ber- dienstordenS der preußischen Krone an den General- Oberst Freiherrn von Loe. — Reichskanzler Graf Bülow ist gestern Abend von feiner Reise nach Italien hierher zuruckgekehrt. — Zum Fleischbeschau- Gesetz werden nach Mittheüung der »Nationallib. Rott/ die Ausführungsbestimmungen dem Bundesrath erst im Herbst zugehen. — Abg. Graf Klinckow- ström ist nach der ,Berl. Börs.-Ztg.' an Benenver» kalkung so schwer erkrankt, daß ein ferneres Ausüben seine? parlamentarischen Mandats vorläufig als absolut ausgeschlossen erscheint. — In Kamerun ist au» Zweckmäßigkeitsgründen für den Sitz deS Gouvernements der Name gewechselt worden. Die Ortschaft Kamerun führt fortan den Namen Duala.
• Stuttgart, 15. April. Wie ber .Schwäbische Merkur' erfährt, würbe ber Ministerpräsident Schott ».Schotten- stein, General ber Infanterie und Staatsminister des Kriegswesens, auf sein Ansuchen in Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste, von feinem Amte enthoben und in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Belastung ä la suite deS Grenadier- Regiments Königin Olga Nr. 119 mit Pension zur Disposition gestellt. — Der Staatsminister Dr. von Breitling wurde zum Präsidenten des Staatsminist-riums, der Kommandeur der 25. Division Generalleutnant von Schnürten zum Staatsminister des Kriegswesens ernannt. Herzog Albrecht von Württember g, Kvmiimndeur der 51. Infanterie» Beigabe, wurde mit der Führung der 26 Division und Oberst von Muff Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 126 mit der Führung der 51. Infanterie- Brigade beauftragt.
®ie Festtage von Toulon find vorüber. . »rflWfen und Italiener haben sich mehrere Nswürdigkeiten gesagt, und Rusten und «Ser haben gern und höflich dabei zugehört, «der beim allerbesten Willen kann man nicht r,.,« daß Präsident Soubet im Namen Frank» S'unb ber Herzog von Genua als Der» kreier Italiens in ihren gegenseitigen Ansprachen Über daS hinauSgegangen wären, was die Höflichkeit zwischen Völkern vorschreibt; und die Leute, die vorher von einer eigentlichen Verbrüderung der lateinischen Völker geträumt und auch in den Zeitungen ihren Träumen öffentlichen Ausdrrck verliehen halten, können das Gesühl einer kräftigen Ernüchterung unmöglich verbergen. Italien und Frankreich grollen einander nicht mehr und werden sich in der nahen Zukunft vielleicht mehr einander auf wirthschaft- fjchem Boden nähern — das ist das wahre Er- gebniß, die richtige Kennzeichnung der Tage von Toulon; und wenn daS auch für beide Thelle recht erfreulich ist, so ist das durchaus keine Veranlassung zu irgend welchen politischen Zu» kunstSschwärmereien. Den anderen beiden Dreibundstaaten aber kann eine Annäherung dieser Art nur angenehm sein; denn sie bildet eine weitere Bürgschaft für die Erhaltung des europäischen Friedens. Auch die allerhitzigsten Pariser Hitzköpfe sind still geworden mit ihrem Gesä watz, daß die Festtage von Toulon den Anfang vom Ende deS Dreibundes bedeuten sollten. ^Gerade in diesen Tagen hat man es in Rom för rö hig erachtet, die Mitthettuna in die Preffe zu bringen, daß die maßgebenden Persönlichkeiten in Rom von durchaus dreibundtreuen Ge- finnungen sich leiten lassen und auch in der Za- fünft bei ihnen verharren wollen. Und daß man in Italien theilweise gar keine Empfindungen großer Freundschaft durch die Tonloner Festtage in sich aufleimen fühlt, beweisen mehrfach bie Aeußerungen italienischer Blätter: ein bedeutendes Blatt in Venedig meint, man sei in Italien überrascht von der Kälte, mit der man die Italiener tu Toulon aufgenommen habe; und mit drißendem Spotte ergeht sich die Mailänder Zeitung ,La Sera' über „den Sanbauer mit hinkenden Gäulen", in den man in Toulon den Herzog von Genua gesetzt habe!
Und nun kommt noch der
Ausland»
X Mie«, 15. April. Alle Blätter bringen spaltenlange Berichte über die Anwesenheit deS deutschen Kronprinzen am kaiserlichen Hose, so daß man glauben könnte, der Besuch habe nicht einen privaten, sondern einen hochpolitischen Hintergrund. Der Kronprinz wurde vom Volke zu verschiedenen Malen mit lauten Beifallsbezeugungen begrüßt. Im Laufe bei Tages stattete der Kronprinz verschiedenen Fürstlichkeiten Besuche ab und besuchte auch die Kopuzinergruft, wo er am Grabe der Kaiserin Elisabeth, des Kronprinzen Rudolf und deS Erzherzogs Albrecht prachtvolle Kränze niederlegte. SSSSSSWMSSSSSSSSSSSSSSSSSWSSSSSS gelaffene Antwort. „Sei ein Mann. Ist der Red der Lump, als welchen Du ihn schilderst, schüttele ihn ab, leg’ die Hand an den Pflug und arbeite selbst."
Marburger seufzte auf: „Ich bring's nicht zu Wege. Du aber, laß' Dich warnen; gib acht, daß Martens Dich nicht einseift. Er ißt mit unS zu Tisch. Der ganz; Gentleman . . . feingebtlbet ... ein Ostpreuße."
„Der vermuthlich nichts mit den Menschen hier herum gemein hat, am allerwenigsten den Glauben. Ihr guten Leute, wenn es schon ein Ausländer fein muß, den Ihr zu Hilfe ruft, weshalb denn nicht jemanb aus dem katholischen Westen?"
„Er war sehr warm empfohlen, geht mit dem Zeitgeist voran" . . .
„Und bringt Dein Geschäft zurück. Sei un« besorgt, ich werde dem Zauber seiner Unwiderstehlichkeit nicht erliegen."
Beim Mittagstische, der dem lukullischen Sinne deS Gastgebers entsprechend vorzüglich war, erschien der Administrator, ein etwa vierzigjähriger stattlicher Mann, an deffen Aeußerem nichts auSzusetzen war, als übergroßes Selbst- bewußisein im Auftreten, und ein süffisantes Lächeln, das jedes seiner Worte begleitete. Er begegnete Franz ohne Mißtrauen; der Offizier dünkte ihm ungefährlich. Unterrichtet, weiter- fahren, zeigte er sich als angenehmer Gesellschafter. Erst dann trat ber Gegensatz zwischen ihm und Franz hervor, alS er, von den Landesbewohnern sprechend, sie schlankweg als „bosnische Hunde" bezeichnete.
halten, ber, glückselig über die Leutseligkeit deS Herrn, seiner Beredtsamkett freien Lauf ließ. Franz wurde es nicht schwer, auS deffen Reden zu erkennen, daß Marburgers Untergebene ihren Herrn mit etwas wie geringschätzigem Mitleid bettachteten, während der Abministrator, Herr MartenS, der Gegenstand unverhüllter Furcht und Abneigung war.
AIS der Weg von der Varescher Sttaße abzweigte, fiel es Franz auf, wie schlecht er gehakten war. Stephan, der Kutscher, zuckte die Achseln und meinte: für Wegebauten habe der Herr Administrator kein Gelb.
Er wies mit der Peitsche nach im Walde halb verborgenen Holzhütten, aus denen der Lärm eifrigen Klopfens und Hämmerns drang.
„Das sind unsere Majdans, in denen die Leute daS Eisen zu Pfannen und Hufeisen hämmern. In den Kareser Werken bekommt man guten Rohstoff für billiges Geld, der H-rr Administrator gibt schlechten Stoff und theuer. Wer soll da was kaufen?" Ec spuckte aus und mm melle einen Fluch.
Sie hatten den Rücken eines Hügels hinter sich, ein weites, von bewaldeten Bergen mit ziemlich gelichtetem Holzbestand begrenztes Thal dehnte sich vor ihnen aus. An einem Flüßchen welches dasselbe durchströmte, lag Sokolovic. Das einfache einstöckige Wohnhaus bildete den Mittelpunkt der Ansiedelung; etwas davon lagen die Wirthschastsgebäube. Noch weiter entfernt, mit ihrem herüber dringenden Rauch und Lärm nichts desto weniger eine unange» nehme Nachbarschaft, befanden sich die Hochofen-
voraussichtlich bis tief 'in den Herbst hinein zu beschäftigen haben, es kann darüber sogar Winter werden. — Irgend etwas Neues wird uns da nicht gesagt.
+ Der Aopfeuzokk, den gegenwärtig daS Deutsche Reich erhebt, wird von den deutschen Hopsenbauern längst schon als nicht mehr genügend angesehen. Namentlich die süddeutschen Landwirthe verlangen dringend eine angemessene Erhöhung auch dieses Zolles. Der deutsche Hopfen ist durch einen Zoll von 14 J6 geschützt. Rußland erhebt vom Hopfen einen Einfuhrzoll von 68 und die Vereinigten Staaten von Nordamerika gar von 111Ä; und unter dem Einflüsse dieser träftigen Zölle sind die beiden genannten Länder neuerdings in die angenehme Sage gekommen, Hopfen auszuführen, anstatt, wie ftüher, Hopfen auS dem Auslande zu beziehen. Die deutsche Hopfen-Ausfuhr aber ist feit dem Jahre 1886 um mehr als als die Hälfte zurückgegan- gen, nämlich ron mehr als 350,000 auf etwa 150,000 Ceniner, während gleichzeitig die Einfuhr fremden Hopfens nach Deutschland um mehr als daS Doppelte in di, Höhe gegangen ist. In England und in Holland ist der deutsche Hopftn zur starken Hälste während des letzten Jahrzehntes durch andern Hopfen verdrängt worden, ber aus Amerika und Rußland stammte; und unsere Hopfen- Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat von 1886—1899 von 63,860 Cent- nern bis auf 11,040 Ceniner abgenommen. Das sind bedenkliche Ziffern. Sie lehren mit zwingender Ueberzeugungskraft, daß auch wir dem deutschen Hopfen einen besseren Zollschutz gewähren müssen.
X Atter **b Sterblichkeit der Lehrer a* höhere* Schule«. AIS im preußischen Abgeordnetenhause der KultuSetat berathen