Einzelbild herunterladen
 

gemischten Rathes, der die Absetzung des Patriarchen ausspricht, gutgeheißen wird.

• Pretoria, 14. April. Hier in Johannes­burg und einigen anderen Städten Transvaals sollen vyn jetzt ab provisorische Civilge- richte an die Stelle der Militärgerichte treten. Die Verhandlungen finden in englischer Sprache statt. Die Gerichte in Pretoria, Potschefstroom, Johannesburg, Krügersdorp und Bocksburg können Strafen bis zu 3 Monaten Gefängniß, 10 L. Geldstrafe und für Eingeborene 12 Hiebe ver­hängen. In Schulden-Fällen, die vor diese Ge­richte kommen, dürfen die Beträge nicht über 200 bezw. 500 L. gehen. Für Pretoria und Johannes­burg werden besondere Kriminalgerichte ein­gesetzt, die au« 3 Mitgliedern bestehen und ohne Geschworene urtheilen, aber Strafen über 12 Monate Gefängniß oder 100 L. oder 25 Hiebe nicht verhängen können.

+ Ma»il«, 14. April. Die Amerikaner haben zwar durch die Ueberlistung des Haupt­insurgentenführers Aguinaldo den Philippinos einen schweren Schlag beigebracht, wodurch die Weiterführung des K^iegts für die Eingeborenen sehr erschwert worden ist. Abrt die Hoffnung haben auch sie gleich den südafrikanischen Buren noch nicht aufgegeben. In der Person der Ge­nerals Sandiko ist bereits ein Nachfolger des gefangenen Aguinaldo erwählt worden. Wenn derselbe mit gleichem Geschick wie sein Vorgänger den Au'stand zu leiten und hin­zuhalten weiß, so können sich die Amerikaner noch auf manchen blutigen Strauß gefaßt machen.

Aus dem Berichte über die Ver­waltung der Stadt Fulda.

XVJI.

Stadtschloß.

Die Wohnungen im Stadtschlosie waren wäh­rend der Dauer der Berichtsperiode immer gut vermiethet, so daß keine Wohnung leer stand. Da die Miethpreise für b-ffere Wohnungen in hiesiger Stadt in den letzten Jahren stark ge­stiegen waren, so wurden vom 1. April 1900 ab sämmtliche Miethen um 10"/, erhöht.

Vom 1. Januar 1898 ab muß die Kaufs­summe für das Stadtschloß statt bisher mit VI2 °/o vertragsmäßig mit 3°/o verzinst werden. Trotz der hierdurch um 6750 Mk. erhöhten Ausgaben bat die Verwaltung des Stadtschloffes in keinem Jahre eine Defizit aufzuweisen gehabt, da die Ausaaben durch die eingegangenen Miethen und die Zinsen aus dem durch den Verkauf des Hof- kückengartens gewonnenen Kapitale von zur Zeit 88399,40 Mk. gedeckt wurden.

Dies letztere Kapital wird in nächster Zeit noch eine Vermehrung dadurch erfahren, daß von dem zum Schlosse gehörigen Grundstücke, auf welchem die alte Wildpretverwiegerwohnunq steht, etwa 900 Quadratmeter zum Preise von 20 Mk. an die Stadt zur Erbauung einer Osfizierspeise- anstalt abgegeben werden.

Seit dem 1. April 1896 ist die Verwaltung des Schloßgartens vom Stadtschlosie abgetrennt worden, da derselbe als öffentliche Anlage zu be­trachten ist.

Am 1. Mai 1900 stad die bisher im sog. neuen Rathhruse .am Friedrichsmarkt unterge- bracht gewesenen Büreauräumlichkeiten mit Aus­nahme der Spar kaffe und Kämmerei in b;8 Stadtschloß verlegt worden. Da diese Angelegen, heit seinerzeit viel Staub aufgewirb?lt hat, folgt eine eingehende Darstellung der Vorgänge ($. 127—134), welche manches Interessante bieten

Die Einnahmen und Ausgaben für das Stadt­schloß weisen in den letzten Jahren folgende Summen auf:

Einnahmen: Ausgaben:

1896/97 . 21680,18 Mk. 20528,48 Mk.

1897/98 . 20559,08 „ 19803,20 „

1898/99 . 21589,37 „ 20842,04 „

1899/1900 20310,10 „ 19997,68 „

Elementes innerhalb der obersten Leitung wirken.

+ Der australische Ibeizeuöa« hat sich während der letzten 40Jahre verachtfacht und allein während des letzten Jahrzehntes um 60 v. H. zugenommen. In Deutschland hat der Zu­wachs während desselben letzten Jahrzehntes nur den zehnten Theil davon, nämlich 6 v. H., bc- tragen. Nach den Berichten der dortigen land- wirthschaftlichen Sachverständigen in Australien wurden dort mit Weizen bestellt:

Hektare Hundcrttheile des Ackerlandes 18^1/62 297,000 53.6

1881/82 1,363,000 60,7

1899/1900 2,383,067 57,5

Nicht also der Weizenbau innei halb des austra­lischen Getreidebaues hat zugenommen, sondern die gesummte Ackerfläche überhaupt und mit ihr stt dt mselben Verhältnisir der Anbau des Weizens. Aber die Rolle, welche der Weizen in Australien pielt, ist eine ganz andere als die, welche ihm n Deutschland zufällt. In Deutschland nimmt »er Weizenbau nämlich nur 7,8 v. H. der ge- ämm'en Ackerfläche ein, und er ist gegenwärtig n der Abnahme begriffen. Es wird höchste Zeit, »aß er durch angemesienen Zoll gegen den an- türmenden Wettbewerb vom Auslande her ge- chützt wird.

* Die Aetze gegen die chetreidezöKe scheint bei der Redaktion der „Frankfurter Zeitung" eine so bedauerliche Geistesver­wirrung hervorgerufen zu haben, daß sie die Herrschaft über die vier Spezies, die in Deutschland jeder Völks schüler mit Sicherheit erwirbt, vollkommen verloren hat. Man höre und staune: Die erwähnte Zeitung schreibt im Abendblatte vom 9. April:

„Wenn 25,000 Besitzer 1,850,000 Tonnen Brod- getreide verkaufen, so treffen auf den einzelnen im Durchschnitt 74000 Tonnen. Bei einem Zoll von 85 Mark ergibt das für den einzelnen den un­geheuren Mehrerlös von 2,590,000 Mark, bei einem Zoll von 60 Mark würde dieser Mehrerlös sogar auf 4,400,000 Mark steigen. Umgekehrt aber verbleiben für die 5,5 Millionen Betriebe unter 100 Hektar zur Abgabe an die nichtlandwirthschaftliche Bevölkerung — 6. h. zum Berkaus — nur 2,780,000 Tonnen, da? ist auf den einzelnen Betrieb fast genan eine halbe Tonne und demgemäß ein durchschnittlicher Mehrerlös in Folge deS Zolles von 17,50 Mark oder — bei einem Zoll von 60 Mark — von 30 Mark. Man braucht nur diese beiden Zahlen — 17,50 Mark und 2,590,000 Mark — gegenüberzustellen, um den Kern­punkt der ganzen Zollfrage vor Augen zu haben."

Der geneigte Leser hat sofort gesehen, daß der Adam Riese der.FrankfurterZeitung' drei Nullen angehängt hat und, anstatt 74, 74,000 Tonnen für den einzelnen Großgrund­besitzer, d. h. für jeden Besitzer über 100 Hektar, herausrechnet. Das Erheiterndste aber tst dabei, daß dem fanatischen Getreidezollgegner auch die fabelhaften Zahlen, die er auf Grund seines vertausendfachenden Rechenfeh­lers herausrechnet, nicht auffallen. Obwohl ihm Dr. Dade, den er zitirt, vorgerechnet hat, daß für die Ernährung der deutschen Bevöl- kerung 9,690,000 Tonnen jährlich erforderlich find, läßt er die 26,000 Besitzer über 100 Hektar mit je 74,000 Tonnen 1,850.000,000 Tonnen jährlich bauen, und dafür nicht etwa als Gesammterlös, sondern als Mehrerlös in Folge deS jetzigen Zolls von 3,50 Mark 64,750,000 Mark gewinnen. Zu diesen Zahlen wär« er wenigstens gelangt, wenn er weiter multiplizirt hätte. Bei den Besitzern unter 100 Hektar rechnet er richtig. Da fehlen die drei Nullen, und bei dec an sich unsinnigen Berechnung des Zollvortheils macht sich die Gegenüberstellung von einer halben Tonne für den kleinen Mann und 74,000 Tonnen für den Großgrundbesitzer sehr hüb ch. Wir sind neu­gierig, ob die urtheilslose freisinnige oder sonstige srethändlerische Presse den Unsinn kritiklos nachdrucken wird.

* Kreme«, 12 April. In auffallender Weise nimmt der P a ss agier v erk e h r na ch fremden Weltheilen zu. Im März d. IS. sind über Bremen nicht weniger als 15 459 Personen über See befördert gegen 12,929 tm Vorjahre, 7734 im Jahre 1899, 7604 und nur 3255 im Jahre 1897. Ein ähnlicher Zuwachs betrifft auch das ganze erste

Währung hat. Sie werden einmal erfahren, was. Aber da kommt die Pepi . . warst lange fort, Frau. An'S Geschäft."

Es wurde schnell abgewickelt. Als aber Ste­phanie sich entfernte mit der Bemerkung, sie wolle den lieben O ikel am nächsten Tage selbst ob holen, waren ihre Gedanken noch bei dem rätselhaften Packele.

22. Kapitel.

Ein Paar Monate war nun Franz in Sa­rajewo. Von Tag zu Tag machte er sich vertrauter mit Jbem Gedanken, seine Offiziers- karriere aufzugeben und in diesem Lause sich eine Stellung zu suchen. Mit der eisernen Ent- schlojsenheit, die ihm inne wohnte, war er be­müht, die Kenntnisse zu erweitern, deren er als Civil-Jvgenieur zu bedürfen glaubte.

Marburger hatte in der Zeit seinen Rath oft eingeholt, unbekümmert darum, ob er dem viel­beschäftigten Freunde nicht lästig falle. So große Anforderungen aber Fcanz von deffen Seite auch gewöhnt war, er konnte feine Ungeduld nicht ganz bezwingen, als er eines Tages wieder einen Brief erhielt, jamme» voller denn je, in dem jener ihn beschwor, kurzen U laut» zu nehmen und nach Sokolovice zu kommen, er w.ffe sich nicht mehr zu helfen.

(Fortsctzung folgt.)

Quartal. Befördert wurden in diesem Jahre 34,307 gegen 26,162 im v. I. in 1898 15,531 in 1899, 14,724 in 1898 und 6623 in 1897. Seit vier Jahren hat sich der Verkehr nahezu verfünffacht, was auf die Geschäfte der beiden großen Dampfergesellschaften in Bremen und Hamburg — in Hamburg zeigt sich ganz dieselbe Erscheinung — einen günstigen Einfluß ausübt. Auffallend«»: Weise tst an dieser ver­stärkten Auswanderung das deutsche Volk gar nicht betheiligt. Deutsche wanderten über Bremen im 1. Quartal 1901 nur 1696 auS gegen 1847 im selben Zeitraum des vorigen JahreS und 1509 gleichzeitig in 1897. Oester­reicher und Ruffen machen den ganzen Zu­wachs aus. Auch für ganz Deutschland ist die Auswanderung auf sehr niedrige Zahlen zurück­gegangen. 1881 und 1882, zur Blüthezeit der Bismarckschen Handelspolitik, betrug sie jährlich über 200,000 Personen. Von 1883 bis 1893 schwankte sie zwischen 83,000 und 173,000. Seit 1897 dagegen hat sie noch nie die Zahl von 25,000 erreicht. Darin liegt ein glänzendes Zeugniß für die Politik der Handelsverträge. Wie immer geht fast der ganze AuSwanderer- strom nach den Vereinigten Staaten.

Ausland.

* Aaag. 13. April Der Minister des Aus­wärtigen ließ als Präsident des VerwaltungS- rathes des internationalen SchiedSgerichts- hofes allen europäischen und außereuropäischen Mächten die Mittheilung zugehen, daß der Schieds­gerichtshof gebildet sei. Eine formelle Einsetzung finde nicht statt. Die SchiedsgerichtskonoentioN ist von China, Luxemburg, Mexiko und der Türkei noch nicht ratifizirt.

* ISieie, 13. April. Wie man die Katho­liken Oesterreichs zum Protestantismus bekehrt, dafür bietet ein Vorkommniß in Kutscherau in Mähren den rechten Weg. Man be­richtet nämlich der ,Reichspost' aus Wischau: Jüngst sollte auch das benachbarte Oertcheu Kut­scherau seinen Abfall bekommen. Mit Pauken und Trompeten ging es los, still, sehr still hat es ge­endet. Fünf Herren hatten die Agitation in der Hand und ihrem geschäft-ordnungsmäßigen Fleiß gelang es denn auch, die Unterschriften von 113 Personen auf einem Abfallsbogen zusammen zu bekommen; darüber stürmischer Beifall in der schöneriantschen Presse, und wer ferner stand, mußte glauben, der Wischauer Bezirk habe nichts Besseres zu thun, af§ protestantisch zu werden. Als nun die guten Leute in Kutschrrau erfuhren, was für Tausendsassa fie seien, da waren sie sehr erstaunt. Die meisten hatten nämlich gar nicht gewußt, um wa« es sich handle, als sie den Bozen unterschrieben, allen war die Unterschrift auf mehr oder minder gemeine Weise abgelockt worden. So kam es, daß alle ihre Unterschrift widerriefen und die fünf Agenten ihrer Bogen bei der Bezirkshauptmannschaft zurückziehen'mußten. So wird der Abfall gemacht.

*Lo»do«, 14. April. Am nächsten Donners­tag wird der Schatzkanzler sein Budget für das nächste Jahr einbringen. Dann wird man auch erfahren, wie er die ungeheuren Ausgaben für den Krieg in Südafrika decken will. Für Kriegszwecke (ausschließlich der Ausgaben in China) hat England iw den letzten 18 Monaten bis Ende Mäiq d. I 90,736,000 Lstr. berechnet, so daß dec Schotzkanzler 148,966,000 Lstr. aufbringin muß — eine Summe, wie sie seit dem Schluffe des Kriege t mit Frankreich nicht mehr vom Parla­mente verlangt worden iff. Das Defizit für 1901/2 wird auf 57,310,000 Lstr. geschätzt, wo­von der Sckatzkanzffr dem ,Dai y Telegraph' zu­folge 10 Millionen Sir. durch neue Steuern und 47,300,000 Lstr.- durch eine Anleihe ausbringen will. Die Annahme ist allgemein, daß die Zölle auf Thee und Tobak erhöht werden sollen und deshalb haben d'e Kaufleute auch in den letzten 3 Mo« aten vor dem 31. März d. I. 96,193,000 Pfd. Thee gegen 64,025,830 Pfund in der gleichen Zeit des Jahres 1899, 29,894,034 Pfund Tabak gegen 24,007,326 Pfund aus den Zollniederlagen ge­nommen.

X London, 14. April. Gegen den Mahdi des Somalilandes soll ein ge­meinsamer Feldzug unternommen werden. Das Auftreten dieses Mahdi bedroht die Sicherheit der englischen Karawanenstraßen von Znla und Berbers nach Inner-Abessinien und die Rohe des abesstnishen Gebietes vonHarrar. .Kleinere Zusammenstöße haben bereits vor Wochen statt- gefunden. Das j tzt geplante Unternehmen soll für den Mahdi vernichtend wirken. Die Abessinier stellen 20000 Mann ins Feld, die Engländer 1550. Der Vormarsch der Eng- länder wird von Adadleh, 80 Kilometer westlich von Berbera, ausgehen, wo O »erstleutnant Swap ne nothdürftig Somalitruppe!» ausbildet. Eine Kolonne Engländer, die bereits vor Wochen schon von Süden vorgedrungen ist, zählte nur 400 Mann, litt schwer unter der Malaria und verlor im Kampfe an 70 Tod'e und Ver­wundete, unter ersteren auch der Oberstleutnant C B. Maitland. Der Handel in den Küsten­städten leidet natürlich außerordentlich unter diesen Unruhen.

* Ao»ka«ti«opek, 13. April. Ein Wölfi­sches Telegramm meldet von hier: Im Auftrage des Sultans begab sich der Direktor im Kultus­ministerium Ziver Bey tn das ökumenische Patriarchat und forderte den Patriarchen auf zu demissioniren, was dieser verweigeite. Hierauf wurde ein kaiserliches Jrade verlesen, in welchem der Beschluß der Mitglieder des Synod und der'

Lokale».

Fulda, 15. April.

△ In Münster i. W, starb im Alter von 35 Jahren unser Landsmann, der kgl. Maschinen- inspektor und Leutnant d. R. im Eisenbahn, regiment Nc. 3 Herr Aaik Kerner. Sein frühzeitiger Tod wir) von seinen zahlreichen Ver­wandten und Freunden babier ausS Tiefste be­dauert. Die Beerdigung findet morgen Nach­mittag hier in Fulda statt. B. i. p.

8. Am Samstag Abend fand unter dem Vorsitz des Herrn Lardtagsabgeordneten Ge­he.men Regierungs-Rath Dr. Goebel eine Sitzung der „BerKehrsvereinirnng" statt. Aus der Tagesordnung stand im Wesentlichen die Besprechung drs diesjährigen Sommersahr- planeS. Der Vorstand hatte sich latt Beschluß der letzten Versammlung mit einer Eingabe vcm 26. Februar an die hi'size EisenbahnverkchrS- Jnspektion gewandt und die Wünsche der Be­völkerung der Stadt Fulda untr der Umgebung in Bezug auf die Fahrzeiten der E.senbahrzüge im nächsten Sommer fahr plan mitgeihült mit der Bitte, dieselben der Königlichen Elsenbadn- direktion in Frankfurt 0. M möglichst zur Be­rücksichtigung empfehlen zu wollen. Als be­sonders dringendes Bedürfniß war die Roth- wendigkeit bezeichnet, die Fahrzeit aller in Fulda einmündenden Personer-züge so zu legen, daß den Arbeitern, welche ihren Wohnsitz in den umherliegenden Oitschaften haben, eS er« I möglich t würde, die Bahn zu benutzen und

rechtzeitig an der Arbeitsstelle einzutreffen und daß andererseits ein entsprechender Pe»> sonenzug am Abend die Heimfahrt zulasse. Die Vereinigung erachtete die Festlegung der Fahr, zeit im Sinne der Eingabe aus voltSwirth. schaftlichen und moralischen Gründen für dringend geboten. Verschiedene andere Wünsch, von Jntereffenten wurden der Königlich,,, Eisenbahnverwaltung zur möglichsten Berück­sichtigung noch mitgetheilt. Die Königlich, Eisenbahndirektion ist nun in anerkennenswerther Weise den Wünschen der Vereinigung entgegen- gekommen und hat laut Schreiben vom 18. März Anordnung getroffen, daß bereits vom 15. März im Interesse der Arbeiter auf den in Fulda ein mündenden Bahren an allen Werktagen folgende Morgenzüge mit III. und IV. Klaff? versuchsweise befördert werden:

Zug 1015 a Zug 1026 a

Sütter ab 580 Sangenbieber ab 557

Fulda an 6«8 Fulda an 61#

Zug 521 a

Großenlüder ab 58S

Fulda an 6

Dieselbe bemerkt weiter, daß auf der Streck?

Hünfeld-Fulda der beantragte Zug zur Zeit nicht eingelegt werden könne, auch fei es aus

Betriebsrückfichten nicht angängig, bei dem Morgengüterzuge 9122 Hünfeld-Fulda Personen­beförderung einzurichten, worauf in der erwähn­ten Eingabe hingewiesen war. Auch für die Rückfahrt der Arbeiter werden versuchsweise zwei Züge eingelegt. Einige besondere Wünsche von Jntereffenten konnten mit Rücksicht auf die entgegenstehenden allgemeinen Jntereffen nicht erfüllt werden. Die Vereinigung beschloß, der Kgl. Eisenbahndirektion den Dank für das be­wiesene Entgegenkommen auszusprechen und dem Wunsche wiederholt Ausdruck zu geben, dofl entsprechende Einrichtungen eS auch den Arbeitern von Marbach usw. ermöglichten, die Bahn Morgens zu benutzen. Es wurde dieser Wunsch als besonders dringend im Interesse einer großen Zahl von Personen erachtet. Hoffentlich wird der diesjährige Sommerfahrplan die gewünschte Aenderung bringen.

? Es ist in der letzten Zeit wiederholt vor­gekommen, daß Arbeitgeber ihre Arbeiter nichts oder nicht in der gehörigen Weise zur Ara«- ßenverficherungoLasse angemeldet haben. Die Ersteren werden daher tn ihrem eigenen In­teresse darauf aufmerksam gemacht, daß in aller Kürze eine polizeiliche Revision im hiesi­gen Kassenbezilk stattstndet und eine Versäumniß eine empfindliche Strafe nach sich zieht (§ 10 der Statuten). W-ibliche Dienstboten, die nur theilweise im Gewerbe beschäftigt werden, müsse» ebenfalls angemeldet werden; es ist daher drin­gend geboten, in Unterlassungsfällen das Ver­säumte sofort nachzuholen.

2 Keeidigung von S»chversta«dige« für gerichttiche A»gelege»Heite«. Der § 2 Abs. 2 der Allgemeinen Verfügung vom 5. Februar 1900 über die Beeidigung von Sach­verständigen für gerichtliche Angelegenheiten er- hielt folgende Fassung: „Besteht für die Inter- effenten an den Angelegenheiten, für welche die Beeidigung erfolgen soll, eine staatlich geordnete Vertretung (Handelskammer oder sonstige kauf­männische Korporation, Sandwirthschaftskammer, Gewerbekammer, Aerztekammer, Apothekerkammer, Handwerkskammer und bergt), so ist diese zu hören. Sins an den Angelegenheiten, für welche die Beeidigung erfolgen soll, mehrere Vertretungen interesflrt, so erfolgt die Anhörung einer jeden von ihnen. Im Falle eines Be­dürfnisses zur allgemeinen Beeidigung von Sachverständigen find die Vertretungen um den Vorschlag befähigter Personen zu ersuchen. In­wieweit freie Vereinigungen der Jntereffenten zu hören ober zu Vorschlägen auszufordern sind, bleibt dem Ermessen der LandesgerichtspräfiStn- ten Überlassen."

Aus dem DachbargedieL.

□ Kroßevküber, 13. April. Herr Dr. med. Lang wird demnächst von hier nach Salz­schlirf übersiedeln. Derselbe hat in dem immer mehr aufstrebenden Badeorte ein Haus angekauft.

—* Hrö, 14 April. Am 24. April wird auf dem kgl. Srndrathsamt in Gelnhausen das Restaurant dis hiesigen Bahnhofes ver­pachtet werden. Die Pachtzeit beträgt 6 Jahre. Die Möbel für die 9llftauratlo*8räame werden von der Bahnoer waltung gestellt.

(*) Küdingew, 14 April. Binnen kurzem wird am hiesigen Bahnhofe wieder eine Restauration eingerichtet werden und dadurch einem längst gefühlten Bedürfnisse abgeholfen. Der frühere Inhaber soll die Restauration mit bestem Erfolge betrieben haben.

d chroß Anheim, 13. April. Nach dem Bericht über die General-Versammlung der hiesigen allgemeinen Versicherungs - Tterbekaffe zählt das nun seit zwei Jahren bestehende In­stitut 177 Mitglieder. Bisht sind an die Hinterbliebenen von zwei verstorbenen Mitgliedern Sterbegelder ausgezahlt worden. Gegenwärtig verfügt die Kaffe über ein Baarvermözen von 3348,15 Mk. Hiervon sind verzinslich angelegt 3252,72 Mk, Kaffenbestand 135,43 Mk. Die Ausdehnung der Kaffe auch auf andere Orte wurde nach eingehender Beiprechung und Be­gründung einstimmig beschlossen. Sitz und Ver­waltung der Kaffe bleibt nach dem neuen Statut unwiderruflich in Gr.-Auheim. In allen £);ten des deutschen Reiches können Zahlstellen errichtet werden, welche von einem Raf fiter verwaltet