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mit Nnterhatülngs -Anlage „Illiistrirte Sonntags-Zeitung
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28. Jahrgang.
JuLöa, Samstag, bett 13. April 1901
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Ethr häufig hört oder liest man heutzutage Klagen über die Zunahme dec Vergehen und Verbrechen. Nun find diese Klagen ganz gewiß in einem Sinne berechtigt, nämlich wegen der ' fortgesetzten und geradezu unheimlichen Ver- mehrung der strafrechtlichen Vrrurtheilung jugend. , ljcher Personen. Aber die moderne Kriminal- statistik entbehrt doch nicht vollkommen der Lichtblicke. Dies beweist eine soeben im.Preußischen Staatsanzeiger^ veröffentlichte amtliche Zusam- msnstrllulig der ZuchthauSgefangene» in Preußen und ihrer Verhältnisse im Etatsjahr 1899/1900. Man ersteht daraus, daß die schweren Ver- brechen, die Verurthetlung zu Zuchthaus- Prafen nach fich ziehen, während der letzten Z-it an Zahl abgenommen habe»; unv was für -das Königreich Preußen durch diese Zusammenstellung in unzweifelhafter Weise vachgewiesrn wird, trifft jedenfalls auch für die Verhältnisse in den übrigen Bundesstaaten zu.
Rach dieser Zusammenstellung ist der tägliche Durchschnittsbestand an Zuchthaus- gefangenen für das Königreich Preußen von 21764 i. I, 1882/83 gesunken auf 16151 im Vorjahre und auf 15680 im Berichtsjahre 1899/1900. Seit 1869 ist, abgesehen vom Jahre
Altersstufen während der letzten zehn oder zwanzig Jahre, und der Verbrechen derselben. Der Vergleich liegt so nahe, daß man sich darüber wundern muß, wie eS möglich sein konnte, ihn bei dieser Statistik zu vergessen.
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Ferner foninl» lualität
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. N e i d e g ------ (Nachdruck verboten.)
M Woher stammt die Zuchthaus- Bevölkerung?
zulaffen, und zwar: die Mannschaften de» Beur laubtenstande» gegen Vorzeigung des Gestellungsbefehls oder anderer Militärpapiere, die Mannschaften des Landsturms innerhalb de» betreffenden Korpsbezirk» auf Grund ihrer mündlichen Erklärung, daß sie dem Landsturm angehören und eingezogen sind, Kriegsfreiwillige und Freiwillige de« Landsturm» auf Vorzeigung einer Bescheinigung der Ortsbehörde über Zweck und Ziel der Reise. Der Ausweis oder die mündliche Erklärung erfolgt den Organen der F-Hrkarienkontrolle gegenüber. Von Beibringung der Ausweise kann abgesehen werden, wenn gegen die mündlichen Angaben über Zweck und Ziel der Reise Bedenken mcht bestehen. Die Eisenbahw Verwaltungen sollen für diese Stiftungen im Mobilmachungsfall durch Gewährung von Pauschsummen entschädigt werden.
+ Hrnukenheit, A-vensdsner ttsd Aer- ßrechen. Noch immer werden bei uns dre Müßigkeitsbestrebungen vielfach mißverstanden. Im allgemeinen strebt man ja bei unS in Deutsch- laud nicht nach der Erzielung vollkommener Enthaltung von alkoholartigen Getränken, so bei» spielt weift von Wein und Bier, sondern man will in den meisten Fällen nur die U»Mäßigkeit im Senuffe dieser Getränke bekämpfen. Wer diese Bestrebungen verspottet, legt damit also nur ein Zeugniß ab für seine eigene Unverständrpkett oder für seine Besorgniß, in dem eigenen Hange zur Unmäßitzkeit gestört zu werden. In Wren tagt gegenwärtig ein Internationaler Anti- Alkohol-Kongreß, deffenVerhandlungen der Aufmerksamkeit der Zeitungsleser gar nicht genug empfohlen werden können. So ist im allgemeinen wenig die Thatsache bekannt, daß di- Erfahrimgen der LebenSverstchkrungs-Gesrllschasten deutlich die Thatsache beweisen von der Verlängerung des Lebens durch die Enthaltung vom Alkohol. Die Verhandlungen der genannten Wiener Der» sammlung am letzten Donnerstag haben auf Grund amtlicher Zahlen den Beweis dafür erbracht, daßder» jenige, der nicht trinkt, im allgemeinen Aussicht darauf hat, sechs b iS sieben Juhre länger zu leben, als der Trinker. Während der letzten dreißig Jahre haben die LebenroerstcherungSgesellschasten in Erfahrung gebracht, daß bei den Leuten, Äe nicht trinken, von den erwarteten Todesfälle« nur siebzig vom Hundert eintreffen. In der Schweif gewähren die Lebensversicherungen denen, die Nicht trinken, sogar einen Prämie^ Nachlaß von vier vom Hundert! Sehr lehrreich ist eine Statistik, die in derselben Versammlung Privatdozent Dr. Löffler mittheilte: nach dieser Zusammenstellung waren in Wien von 258 Mensche», die wegen Gewaltthaten ver» urtheilt wurden, 198 betrunken, und bei 130 Verurtheilungen wegen schwerer Körper» Verletzung war in 76 Fällen Ebenfalls Trunkenheit die äußere Vrranlaffu-rg. Aehn» liche Zählungen sollte man einmal für alle Verurtheilungen vornehmen. Alle Welt würde daraus in deutlichster Werse über die unheilvollen Folgen der Unmäßigkert im Alkoholgenuffr belehrt werden, und über die Vermehrung der Vergehen und Verbrechen durch die Trunkenheit.
* Verdächtige auekändische
Im Reichsamte des Innern ist ein neues Ver»
beiden Geschlechtern. Der Antheil derjenigen Sträflinge an der Gesammtz^ffer, die vor dem Eintritte ins Zuchthaus Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahre Dauer verbüßt '.hatten, ist bei Männern von 3415 vom Hundert in 1889/90 auf 54,44 im Jahre 1899/1900 und bei den weiblichen Gefangenen in demselben Zeiträume von 27,23 auf 38,26 gestiegen. Beinahe neun Zehntel aller ZuchthauSgefangenen des Jahres 1899/1900 waren vorbestraft beinahe drei Viertel bereits viermal und öfter; und fast allen Entlassenen wurde von den Anstaltsbeamten daS traurige Zeugniß ausgestellt, daß sie wahrscheinlich rückfällig werden würden. Die Zuchthäuser sind also auf keinen Fall als Besserungsanstalten zu betrachten. So traurig das ist, so hat daS doch die angenehme Kehrseite, daß^der Zugang zu dem Verbrecherthum auS der übrigen Bevölkerung heraus während der letzten Zeit fortwährend abgenommen hat. Am traurigsten hat eS damit ausgesehen während der sogenannten liberalen. Aera nach d m ftanzösischen Kriege bis 1881. In ftnen Jahren haben die Verbrecher, unausgesrtzt zugenommen; von 1881 ab, nach jener Periode, beginnt die Befferung.
Eine weitere Frage ist die: welche Berufe liefern die meisten Zuchthäusler? Auch darauf gibt die Zusammenstellung Antwort. Im Etats- jahre 1899/1900 sind 5324 Sträflinge neu in die preußischen Zuchthäuser ausgenommen worden Von diesen gehörten nur 591 der Lind- und Forstwirthschaft und Gärtnerei an, 1669 dagegen der Industrie, dem Bergbau und Bauwesen. 678 Sträflinge entstammten den Handel- und Verkehrsgewerben und 2054 der Gruppe „häusliche Dienste und wechselnde Lohnarbeit.«
Dann handelt eS sich um die Heimath und den letzten Wohnort der Strafgefangenen, und dabei spielen natürlich die großen und größeren Städte eine wenig erfreuliche Rolle. DaS ist eine alte Erfahrung, deren Wahrheit stets von neuem Bestätigung findet. Und daß diejenigen LandeStheile, in denen die polnische Nationalität einen großen Theil der Bevölkerung ausmacht, verhältnißmäßig mehr Verurtheilte tiefem als die Übrigen, ist auch längst nichts NeueS mehr. DaS sollte sür die Regierung stets von neuem ein deutlicher Hinweis auf die Nothwendißkeit sein, den Religionsunterricht und die Seelsorge bei den Polen so sehr wie nur irgend möglich zu fördem und in ihrer Eigenart dieser Nationalität anzupaffen, nicht aber aus allerhand mißverstandenen Rücksichten zu erschweren.
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. . . Weib, halte mich aber nicht zum besten I" schrie er plötzlich förmlich auf, daß sie erschrocken zusammenfuhr. »Meine Ehre hängt daran.
Sie blieb ganz gelassen, sah ihn mit sanftem Vorwurf an: „Ist Deine Ehre nicht auch die meine?"
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«rschei»! »glich, mMusnahmeder Sonn-und Feier« tagt. Biertessährl. g,,ug-pret.
ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auS» wär»1M.b0Pf.
Lüder fehlt bei dieser Zusammenstellung sitfchen Zuchthäusern ein Vergleich inalität der verschiedenen
21. Kapitel.
„Alte, daS gibt einen Abschied," sagte Gruber zu feilet Frau, sich mit einem langen Blicke im Zimmer umsehend, das er am nächsten Tage verlassen sollte, um nach Hütteldorf zu Busch» manns zu übersiedeln.
Stephanie wollte ihn selbst in einem Fiaker abholen. „Wir fahren wie Prinzen in der Equi» page hinaus," hatte sie gesagt zur großen Entrüstung non Frau Prpi, der jene Verfeinerung in den LkbenSgewohr heilen wie eine Vorstufe zur Hölle erschien, deren Einwendungen aber mit überlegener Miene abgewiesen wurden. ,
„Wie meinst Du das, Ignaz?« fragte Pepr besorgt. ■ ..
Man kann halt nie wissen, wie man zurück- kommt. War halt doch eine kleine Mahnung an .... an .... Du verstehst mich schon. DaS verhaßte Wort „Tod" mochte er nicht auS» sprechen.
Frau Gruber erschrak und war tief bekümmert, um keine Welt hätte sie aber ihre weiche Stirn» wung offenbaren mögen. — „Wenn Du fürchtest, eS ginge dem Ende zu Ignaz, so bleib' doch bei mir; geh' nicht zu dieser gemalten geschminkten Jezabel."
Hätte sie ihn zu Stephanie hindräugen wollen, sie hätte eS nicht anders anfangen
1871, in leintm der Vorj ihre der tägliche Durchschnittsbestand an Zuchthausgefangenen in Preußen so niedrig gewesen wie in dem Jahre 1899/1900. Aus den Zahlen feit 1869 gewinnt man das Ergebniß, daß die schwere Kriminalität non da bis 1871 gesunken, dann unaufhörlich biS 1881/82 in die Höhe gegangen und von 6a ab wieder stetig gefallen ist. Berechnet man daS Derhältniß bet Zahl der ZuchthauSgefangenen zu bet Zahl bet Einwohner, so findet man, daß dieser Vrrhä'.tniß für 1899/1900 um 31,5 v. H. bisset gegen das Iaht 1869 und um 49,5 v. H. bester als im Iahte 1881/82 gewesen ist.
Bon hohem Interesse ist ferner die Ermittelung darüber,wie viele derZuchthausgef avgenen bereits vorbestraft, und darüber, wie sie vorbestraft sind. Dabei ergibt fich nun die unerfreuliche Thatsache, daß das Gewöhn- heitS-Verbrecherthurn zunimmt. Der Antheil der Vorbestraften an den neuen Zugängen zu bet Bevölkerung der Zuchthäuser ist gestiegen von 83,76 vom Hundert im Jahre 1889/90 auf 85,17 vom Hundert in 1892/93 und 87,33 vom Hundert in 1899/1900 bei den männlichen Gefangenen, die bekanntlich bei weitem die größte Mehrzahl aller Zuchthäusler auSmachen. Bei den weiblichen Gefangenen schwankte dieses Verhältniß während des letzten Jahrzehnts. Aber die Verhältnißzahl der schon mehr wie einmal vor dem Eintritte ins Zuchthaus bestraften Stute, also der eigentlichen Ge- wohnheittverbrecher, ist während der letzten Jahre unaufhörlich in die Höhe gegangen bei
Damit sprang er zu Stephanie'« Befriedigung zu einem andern Gegenstands über. Es war doch Sut, daß sie Anna durch den Vater hatte ver- ieteu lasten, irgendwen in ihr SBertrauen zu ziehen; e3 wäre geradezu entsetzlich gewesen, wenn der thörichte alte Mann eS sich in den Kopf gesetzt hätte, die Vorsehung zu spielen und die Sieben» ben zusammen zu bringen.
Im selben Zuge mit ihrem Manne fuhr Stephanie nach Hütteldorf zurück. Auf dem Rückwege von bet Bahn theilte sie ihm mit wa£ st« in Betreff GruberS auSgernacht. Er He2m den Plan keineswegs mit Be-eisterung
2atrte allerlei Bedenken, ausgesprochene und
unaurgesprochene. Dem Selbstling bangte vor
Undequemlichkeiten, die ihm durch den Gast
aN/Erlegt werden würden; auch beun» Pttnh! !$n " f^nen Geldnöthen der Kosten» .. »3ch dachte, Gruber sei Dein Freund,"
ni? » 1 MH Stephanie. „WaS Übrigens Grifft, läßt er sich'« nicht nehmen, v«S reichlich zu entschädigen.«
ro®te &aMn kein Freundschaftsdienst *e’r' ledern gemeiner Eigennutz.« weti^r1 2 * * * * * 8^”1 "ichi M! Schon der Kinder
8 n önd wir es unS schuldig, auf feinen
wegen der Mandschurei schien sich ein Zwist zu entwickeln zwischen dem Zarenreiche auf der einen, mehreren anderen Mächten aus der andern Seite; in Tientsin aber standen die russischen und die englischen HeereShaufen feindlich einander gegenüber und nicht viel fehlte zum offenen Widerstreite zwischen ihnen. Heute herrscht nach diesen Gewittern wieder Sonnenschein; und Japan, das am liebsten gleich gegen Rußland den Krieg eröffnet hätte, muß seine feindseligen Fanfaren wieder zu freundlichen Friedensmelodien herab, stimmen. Rußland hat auf den Abschluß des Mandschurei-Vertrages mit China verzichtet; aber man darf sich nicht täuschen Über den inner« Werth dieses Verzichtes. Nicht nut die Russen selbst stehen dabei auf dem Standpunkte, daß sie nur ihre Zeit ab warten wollen, um einmal später ihre Absichten auf die Mandschurei zu verwirklichen; auch mehrere andere Mächte theilen diesen Slandpunkt und werden nicht mehr daS Allergeringste gegen die Besitznahme der Mandschurei durch Rußland einzuwenden haben, wenn außerdem genügende Bürgschaften geboten sein werden für die Zahlung der Entschädigungssummen durch China. Jetzt erörtern die Feldherren der Mächte unter dem Vorsitze des Feldmarschalls Grasen Waldersee schon die Frage von der Räumung Chinas durch die Truppen der Mächte, und die Engländer fangen an, ihre HeereSmacht in China zu verringern. Aber freilich wird auger-scheinlich «och geraume Zeit vergehen, biS die Schiffe mit den fremben Heeren an Bord ihre Kiele wieder heimwärts lenken werden. England hat eS damit besonders eilig, denn England denkt an Südafrika und an feine Verlegenheiten dort! Eine wenig erfreuliche Meldung ist dagegen die von der Sammlung eines neuen Heeres durch den Prinzen Tuan und Tu n g f u f i a n g in der Mongolei, um gegen den Friedensschluß zu wirken. Aus das Wirken dieses Heeres kommt gegenwärtig viel an.
* Die der Karo
linen für den deutschen Handel tritt klar zu Tage in dem Bericht des Bizegouverneurs Hohl über >ie Entwickelung des Ostkarolinen (Ver- waltuttgSfitz Ponape). Danach hatte dir Einfuhr in den östlichen Karolinen in dem Jahre 1. April 1899/1900 einen Werth von nur 183,912 Mark. Davon aber stammten aus Deutschland nur „deutsche Zündhölzer und einige Riffen Konserven und Getränke", und die werden natürlich auch in erster Reihe nur von den auf Kosten deS Reiches unterhaltenen Beamten verbraucht. Die Ausfuhr erreichte eine Höhe von 101,466 Mark. Davon kamen auf Kopra 91,315 M., auf Schildpatt 2387 M., auf SteinnÜffe 2125 M. Von der Kopra wurden verschifft: für 51,240 Mark nach Japan, für 19,600 Mark nach Hamburg, für 20,475 Mark nach Sibau.
• Am Iakke einer Mvvikmachnng sollen nach einer dem Bunde»rath ^gegangenen neuen Vorlage zur MilitärtranSport-Ordnung alle Eisenbahnen Deutschland» verpflichtet sein, während de» mobilen Verhältnisse» die Einberufenen der bewaffneten Macht (Heer und Marine) und de» Landsturm» ohne Fahrkarte zu kostenfreier Benutzung der Bahn nach dem Bestellungsort zu-
• „Geh' nur, geh'! „rief sie in hellem Zorn". Stelle mich bloß vor Pep', raube dem armen alten Gruber, der auf unsere Freundschaft baut, die letzte Freude. Nachdem Dein Leichtsinn uns zu Grunde gerichtet, schlage die letzte Aussicht auf Hilfe in den Wind. . . ."
„Mein Leichtsinn, Stephanie? Sag' lieber- der Deine."
„Vorwürfe auch noch! Hab' ich da» verdient, Eduard? Ist da» der Lohn für meine Siebe und Treue? Glänzende Heimchen habe ich ausgeschlagen um Deinetwillen ... nun klagst Du mich an, die Ursache Deines Ruin« zu sein."
„Wann hätte ich das gesagt, Stephanie?"
„O, die bloße Andeutung genügt! Ich kann in Deinen Gedanken lesen, und wa» ich da entdeckte . . . e» drückt mir das Her» ab"
„Steffi, sei doch vernünftig. Ich bitte Dich darum. . . ."
Der Anfall seiner Hestigkett war vorüber; nun galt e», ihn durch Sanstmuth zu gewinnen.
„Eduard, Du wiederholst immer, unsere Verhältnisse feien sehr traurig; kannst Du e« mir verargen, wenn ich eine Wendung in unserem Schicksal herbeiwünsche, — wenn ich die Au»sicht darauf freudig begrüße?"
Er blieb lange die Antwort schuldig, endlich, ohne ihr in'« Gesicht zu sehen, sagte er: „Willst Du mir versprechen, nie — auch nicht indirekt — zu versuchen, Gruber zu beeinflussen?"
War er leichtgläubig? stellte er sich nur so? Wie dem auch sein mochte, ihr Zweck war erreicht: „Dab will ich gern versprechen, be- theuerte sie.
„In Gottesnamen denn hab Deinen Willen
Snftrait: einspaltige Petitzeile oder Deren RaumI5Pfg.,Re* fiamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen rnird entsprechend. Rabatt gewahrt.
rag.
lich zu Punkte iehen.
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Herrische» Keich.
Berlin, bett 12. April.
h. Die ber in H Kaste« sah einen Augenblick lang bedrohlich genug au9:
Vorschlag eirzug hen. Nirgends sä »de er übrigens die Bequemlichkeit wie bei uns, wenigstens nicht so lange der geizige Drache, die Pepi, ihn bewacht. Außerdem . . . zögernd fuhr sie fort — „vielleicht bestimmt ihn dir Freundschaft, die wir ihm erweisen, eine Aenderung in seinem Testamente vorzunehmen."
Buschmann blieb stehen, und soh sie mit durchdringendem Blicke an: „Erbschleicher«? Ist daS etwa die geheime Ursache Deiner Menschenfreundlichkeit?"
„Beleidige mich nicht Edi. Ich habe den alten Mann sehr gerne. Wenn er alleinstehend und ohne Erben, wie er ist, uns in seinen letzten Willen bedenken wollte, was wäre da Schreckliches dran?"
„Er hat eine Frau."
„Gott sei Dank lebt die nicht ewig. Nach ihr meinetwegen."
„So weit reicht also schon Dein Plan? Und das soll unter unserem Dache ausgemacht werden? Bedenkst Du nicht, welches Licht eS auf uns würfe, wenn eS scheinen könnte, als hätten wir den Säst beeinflußt. Mein Ruf wäre dahin."
„Paprrlapap! Wir würden damit niemand, nahe treten. Niemand bedarf des Geldes so nö'.hig wie wir. Es steht schlimm mit uns, Edi. Wenn einer kein Geld hat, so schaut kein Mensch ihn an, mag. er Tugenden haben, so viel et will; hat er aber welches, fragt niemand woher eS kommt."
„Ich aber würde mich täglich fragen, ob es rechtlich erworben ist. Ich hätte gute Lust, urnzukehrrn und Gruber abzusagen."
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