täglich, m. Ausnahme der B*nn- und Feier» 'age. Lierteljährl.
vhneBringerlohn uud Bestellgeld in Fulda und auS» vartS1M.b0Pf.
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’tiftrst«: Di« einspaktige Petit» i,eile oder deren Raum15Pfg.,Si«. tutmeit die Petit» teile 25 Mg.; bei Mederholungea nrird »nlsprechend, Slabaü ^ersahrt.
28. Jahrgang.
Iuköa, Mittwoch, den 10. April 1901.
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Deut eb» »erla, bei Sitlixur JUtfc«»'»* «d pcteroiutgt ne. 8 t>arui»aiA
“.JX'-’ü."' mit Ztnteri-altungs -Anlage „Ilülstrirte Sonntags-Zntung"
Deutsches Keich.
Berlin, den 9. April.
* Die «»tßerordeEiche englische che- sandtschafl zur offiziellen Ankündigung der Thronbesteigung König Eduard VII. ist am Sonntag, Abends 11 Uhr, von Petersburg kommend, hier einaetroffen und heute vom Kaiser in ferer- licher Audienz empfangen worden. Die Gesandtschaft besteht auS dem Führer HeMg v. Aber- corn, General Archibald Hunter, Oberst Graf Kintore, Kapitän Marquis of Hamilton rmb Mr. George P. Clarke vom Auswärtigen Amte tn London. , , m ,r
* Die deutsche Ankeih« soll, wie in Pariser Bank- und Finanzkreisen verfichert wird, von französischem Kapital allein viermal gezeichnet worden sein. Angeblich sollen bie Zeichnungen hauptsächlich von den geistlichen Orden ausgehen, die ihren Besitz an französischenWerthrn veräußern und den Erlös in deutscher Rente anlegen. Das wird indeß selbst non der ,Boff. Ztg/ als nur theilweise richtig erklärt. Auch Private, die nichts mit den Orden gemein haben, suchten deutsche Geldanlagen.
* Das Befinden deS Abgeordneten Ar. Ai-S-r ist, wie die.Germania' erfährt, gegenwärtig so gut, wie es seit Jahren nicht mehr gewesen ist, sodaß nunmehr begründete Hoffnung auf volle Wiederhersüllung seiner Gesundheit besteht. Herr Abg. Dr. Lieber dürfte demnach nach Ablauf der Osterferien sich an den parlamentarischen Arbeiten wieder betheiligen.
S Der Reichsanzeiger veröffentlicht heute eine Bekanntmachung, betreffend Ausuahme« vor» de« Aestimmnuge« üöer die Somrtagsrrrtze gemäß § 105 e Absatz 1 der Gewerbeordnung. Darin werden besondere Bestimmungen für Betriebe mit Wind oder unregelmäßiger Wafferkraft getroffen.
+ Hege« de» A««d der Lsudwirihe veröffentlicht Anton Memminger in Würzburg, der Herausgeber der ,Neuen Bayer. LandeSztg.', eine intereffante Erklärung. Darin heißt es: „Der Bund der Landwirthe ließ mir 1893 für jede Versammlungsrede 50 Mark, außerdem Reife- fpefen, dann 70 Pfg. jährliche Vergütung für jedes Exemplar meiner Zeitung anbieten. Das hätte für mich per Jahr an 100,000 Mr. Mehreinnahme ausgemacht, ich habe sie bestimmt abgewiesen." Ja, der Bund hat reichlich Geld für die Agitation zur Verfügung, wenn es auch nur von nothleidenden Landwirthen stammt.
* Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht eine von den beteiligten Ministern erlassene „Anweisung über Unterbringung in Privatanstalten für H-1fleskr<wk-, Kpikeptischeund Idiote»«. Zu den privaten Anstalten im Sinne dieser Anweisung gehören, wie ausdrücklich bemerkt wird, insbesondere auch die von geistlichen und roelt- lichen Orden, Genossenschaften, Stiftungen u. s. w. begründeten und betriebenen Anstalten. , ,
4- Auf die LeHrlirrgsvrryaltaiffe im KarrdrverK weisen von den Birichten der deutschen Gewerbeaufsichtsbeamten stets in besonderem Maße die bayerischen bin, weil in Bayern auch die handwerksmäßigen Betriebe der Gewerbeaufsicht unterstehen. Erfreulich ist nun
Ion Stufe zu Stufe.
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. N e i d e g g.
37 --(Nachdruck verboten.)
In Sarajewo angekommen, gab es für Franz viele dienstliche Beschäftigung. In seinen Mußestunden aber studirte er mit offenen Augen Land und Leute. Nach und nach machte er sich mit dem Gedanken vertraut, in diesem Lande, in dem es große Kulturaufgaben zu vollbringen gab, sich einen Wirkungskreis und Erwerb zu suchen. Es spornte ihn die Vorstellung an, daß, indem er sich für sich selbst bemühte, er auch den allgemeinen Nutzen förderte; die gutmüthige, intelligente, durch lange Unterdrückung aber denkfaul gewordene Bevölkerung war ja bereit, sich vcn solchen führen und belehren zu laffen, die ihr Wohlwollen bezeigten und sie nicht als bloßes AuSbeutungS-Objekt behandelten.
Zu diesem Zwecke suchte er vor Allem der Landessprache mächtig zu werden, zugleich diejenigen Kenntniffe sich anzueignen, die ihn befähigen konnten, einem industriellen Unternehmen vorzustehen. Dabei vergaß er seines Marburger gegebenen Versprechens nicht, sich über den Betrieb von Eisenwerken zu unterrichten. Es war dies nöthig, denn dieser hilflose Mensch bedrängte ihn förmlich mit Briefen voll Klagen und Anfragen. Ab und zu kam er auch selbst, angeblich sich Rath zu holen — in Wirklichkeit, um die Zerstreuungen/ welche Sarajewo zu bieten oer-
zunächst im Bericht für Oberfranken die Mittheilung, daß ein Bedürfniß nach Vertiefung des gewerblichen Fortbildungs- schulunterrichteS, namentlich was das Fachzeichnen anbetrifft, immer mehr anerkannt wird, wie zugleich die Nothwendigkeit, diesen Unterricht nicht auf die Abendstunden, sondern auf arbeitsfreie Vor- und Nachmittage zu verlegen und den Besuch der Schulen durchwegs obligatorisch zu machen. „Eine derartige Ausgestaltung deS Fortbildungsschulwesens", bemerkt der Bericht, „verdient hin und wieder nach beachtenswerthen Auslaffungen den Vorzug vor der Errichtung besonderer Fachschulen, die meist schon aus wirthschaftlichen Gründen nur einem kleinen Kreise zu gute kommen können". Von besonderem Interesse ist auch die Mittheilung, daß im dortigen Bezirke der Lehrlingszüchterei mit Hilfe der einschlägigen Bestimmungen der Handwerkeroovelle vom Jahre 1897 nachdrücklich entgegengewirkt wurde. Man ersieht hieraus, wie das Handwerker-Gesetz in seiner jetzigen Form schon manchen Nutzen stiften kann, wenn man es nur zur Durchführung zu bringen fucht. Hierhin gehört auch die Mittheilung des Beamten für Mittelfranken, daß der Abschluß eines Lehrvertrages seit ernsterer Entwickelung der Innungen immer mehr in Aufnahme zu kommen scheine; dagegen scheint, wie wiederholt auch sonst konstatirt wird, die Zahlung eines Lehrgeldes, sowie die Gewährung von Kost und Wohnung an den Lehrling im Hause deS Meisters immer mehr in Abnahme zu kommen. Aus einigen Gegenden wird berichtet, die Durchführung des Handwerker-Gesetzes oomJahre 1897 begegne wegen Unkenntniß seiner Bestimmungen seitens der in Betracht kommenden Kreise namentlich auf dem Lande Schwierigkeiten; es ist jedoch zu hoffen, daß mit der Wirksamkeit der Handwerkskammern, die in Bayern bekanntlich erst später alS' in Preußen ihre Thätigkeit begonnen haben, auch hier durch eine systematische Aufklärungs-Arbeit eine Wandlung zum Bessern sich wird herbeiführen laffen.
* Schweri«, 9. April. Großherzog Friedrich Franz IV. vollendet heute sein 19. Lebensjahr und ist damit nach dem mecklenburgischen Hausgesetze großjährig geworden. Heute Vormittag fand nun der Einzug des Großherzogs anläßlich der Uebernahme der Regierung statt. Der junge Großherzog hat eine Proklamation erlaffen, in welcher er alle Hof- und Staatsbeamten in ihren Aemtern bestätigt. Der Großherzog gedenkt sodann der stets hingebenden Fürsorge seines entschlafenen Vaters, des Großherzogs Friedrich Franz III., für fein Land, dankt dem Herzog - Regenten für die aufopfernde Hingabe, mit welcher er bie Geschickes des Landes zu reichem Segen gelenkt hat, und spricht die Versicherung aus, daß die Liebe zu dem angestammten Lande und die Sorge um das Wohl seiner Untertanen ihn stets beseelen und leiten werde. In Treue wolle er halten zu Kaiser und Reich, Glück und Wohlfahrt des Landes solle fein Ziel fein. — Das Regierungsblatt veröffentlicht auS Anlaß des Regierungsantritts des Großherzozs Friedrich Franz IV. einen Gnadenerlaß. Allen Personen,
mochte, zu genießen; wenn er dann abreiste, war es mit einer Miene, als würde er zum Schaffst geschleift. Niemals kam er aber, ohne über seine Angestellten bittere Klage zu sühren, vor Allem über den Oberbeamten, der zugleich Hüttenmeister und die Seele des Ganzen war. Franz geizte nicht mit seinen Rathschlägen, hatte aber allen Grund, zu glauben, sie würden nicht befolgt.
So verging die Zeit. Hörte er auch nicht- von Anna und schrieb er ihr auch nicht, so lag der Gedanke an sie doch all' feinen Bemühungen zu Grunde. Und nach und nach wuchs in ihm die Zuversicht, daß er auf dem rechten Wege fein könne, sich und ihr ein Daheim zu gründen.
19. Kapitel.
Der Frühling war vorüber, ein ungewöhnlich heißer Sommer folgte ihm. Drückende Hitze lag über der großen Stadt und hüllte sie in einen Dunstkreis von Rauch und Staub. Die weißen Häuserwände strahlten Gluth aus, das Pflaster brannte unter den Füßen; auf den Straßen bewegte sich erhitzt und staubbedeckt nur wer gezwungen war, feiner Beschäftigung nachzv gehen, während hinter herabgelaffemn Rollvorhängen Müßiggänger sehnsüchtig des Sonnenunterganges harrten, um sich in's Freie zu wagen. Wer es sich leisten konnte, floh auf das Land oder wenigstens in eine der in der Nähe der Stadt gelegenen Sommerwohnungen.
Auch Hofrath Buschmann hatte mit seiner Familie die Stadt veilaffen. Auf dem Lande aufgewachsen, verlangte ihm nach dem Zauber unoerkünstelter Natur, nach frischen Wiesen und
gegen welche bis zum heutigen Tage wegen ^Übertretungen auf Hast oder Geldstrafen oder wegen Vergehen auf Freiheitsstrafen von nicht mehr als sechs Wochen oder auf Geldstrafen von nicht mehr als 150 Mark rechtskräftig erkannt wurde, ist diese Strafe, soweit sie heute noch nicht vollstreckt ist, erlaffen. — Der Groß- Herzog, der bisher ä la suite des Garde-Kürassier» Regiments staüd, wurde vom Kaiser aus Anlaß seinen Regierungsantritts zum Obersten i la suite des gedachten Regiments ernannt.
• Mzza, 9. April. Präsident Loubet weilt zur Zett in unserer weltberühmten Riviera- stadt. Feste auf Feste werden ob dieser Gelegenheit zu Ehren des bürgerlichen Staatsoberhauptes gegeben. Der Präsident legte am Grabe Gam- bettas einen Kranz nieder und sprach die Hoffnung aus, daß die Ueberreste des Tobten in absehbarer Zeit auf Grund eines Parlaments- beschluffes ins Pantheon nach Paris übergeführt werden möchten.
* Lovdo«, 9. April. Die Engländer machen wieder Fortschritte. Rach einem Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria hat Plumer Pietersburg besetzt und zwei Lokomotiven und 39 Eisenbahnwagen erbeutet. Die Buren leisteten nur geringen Widerstand. Auf Seiten der Engländer wurden zwei Mann getöbtet unb einer verwundet. Die Buren räumten die Stadt in der Nacht vor dem Eintreffen Plumers, sie sprengten zwei Wagenladungen mit Munition in die Luft. — In der Nähe von Srniethfield am BoSmannSkop wurden 16 Buren mit 50 Pferden und Vorräthen von den Engländern gefangen genommen. — Im Norden von Aberdeen wurde eine Abtheilung von etwa hundert LancerS und Yeomanry- Mannschaften etwa 10 Meilen von der Stadt von vierhundert Buren angegriffen. Nachdem sie vo t Tagesanbruch bis 11 Uhr Widerstand geleistet hatten, wurden sie umringt unb gefangen genommen. Nur 25 Mann enttarnen. Zweifellos ist diese letztere Nachricht stark übertrieben, wenn sie nicht gar das gerade Gegentheil besagen soll. Solch ein Stück Arbeit würbe sogar für Helben etwas schwer sein. Die Telegraphenzensur wirb wahrscheinlich ihrer Pflicht gewaltet haben.
* Kopenhagen, 9. April. Die Kaiserin- Wittwe von Rußlanb und bie Königin von England sinb heute Vormittag von hier abgereift. Sie fahren zusammen bis Neumünster; von hier reist bie Kaiserin-Wittwe nach Petersburg, bie Königin begibt sich zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Cronberg.
Die Wirren in China.
H-ute liegen wieder einige beunruhigende Nachrichten über bie Sage in China vor. Wie Lonboner Blätter aus Peking melier, ist dort neuerdings eine Bestätigung der Nachricht von einer beginnenben Rebellion in der Mon- gol-ei eingetroffen; man befürchte, daß Tung» fuhsiang unb Tuang bie Anstifter biefer Bewegung sinb.
schattigen Bäumen. Hütteldorf konnte ihm das allerdings in vollem Maße nicht geben, immerhin lag dort seine Wohnung mitten in einem Garten, und in leicht erreichbarer Nähe winkle ein Wald, der fetnm erquickenden Duft herübersandte. Fünfzehn Minuten Eisen Kahnfahrt brachten ihn auS diesem Paradiese täglich in die Stadt. Zu dieser Art Villeggiatura konnte selbst Stephanie sich verstehen, so unempfänglich sie auch für Naturfreuden war; brauchte sie ja in Folge der Anwesenheit zahlreicher Sommerfrischler der Geselligkeit nicht zu entbehren. Zerstreue n; tbat ihr noth, da sie verstimmt und reizbar geroorfr n war; sie konnte dieselbe weniger denn je vermisfin
Seit Anna ihren Willen erklärt hatte, an ihrem Verlöbniß mit Franz unverbrüchlich festzuhalten, hatte Stephanie ihren Gleichmuth nicht wiedergefundem Eine zweite h ftige Auseinandersetzung mit der Tochter war gefolgt, wobei diese insofern Siegerin geblieben, als der Vater, welcher dazu gekommen wie die Stiefmutter sie mit beleidigenden Vorwürfen überschüttete, der keifenden Frau Schweigen gebot. Im Laufe ihrer Ehe hatte er kaum ein paar Mal ihr gegenüber sich zur Heftigkeit hinreißen laffen; dann war aber sein Zorn so übermächtig aufgetreten, daß Stephanie, von Angst ergriffen nachgegeben hatte. Ohnehin wußte sie jetzt, daß nach jedem solchen Ausbruch er demüthiger denn je zu ihr zurückkehrte. Sie verließ also das Zimmer und ließ ihn mit Anna allein.
In freundlichen Worten fetzte Buschmann nun feiner Tochter nochmals auseinander, wie feine Vermögenslage es ihm unmöglich mache.
Einer anderen Pekinger Meldung des Rmter'schen Bureaus zufolge geht in chinesische» Kreisen das Gerücht, Tung-suhfiang habe die Fahne der Empörung erhoben und marschire mit großer Streitmacht gegen Krlgan. Eure Bestätigung des Gerüchts liegt noch nicht vor.
Auch Räuberbanden machen den intet» nationalen Truppen noch immer zu schaffen. Neuerdings meldet Generalseldmarschall Graf Waldersee aus Peking vom 6. d. MtS. „Nach Zersprengung der Räuberbande nordöstlich Tienrfin, wobei etwa 20 Räuber getöbtet und ein Geschütz' sowie 29 Wagen mit Munition unb Waffen erbeutet wurden, find die Truppen in ihre Standorte zurückgekehrt."
Die Generale der verbündeten Truppen scheinen aber allen diesen alarmirenben Mel- düngen keine allzu große Bedeutung beizumeffen, da fie hinfichtlich der Verminderung der internationalen Truppen einen bedeutungsvollen Beschluß gefaßt haben. Dem Reuterichen Bureau wird aus Peking gemeldet. In einer unter dem Vorsitz des Grafen von Waldersee stattgehabten Versammlung der Generale ist beschloffen worden, daß neun Punkte an der Peking-Schanhaikwan-Eisen- bahn dauernd von 6000 Mann Truppen besetzt gehalten, daß außerdem zweitausend Mann in Peking stationirt werden sollen und daß die Zahl der jetzt rn Chma befindlichen Truppen der Verbündeten entsprechend den Wünschen der betreffenden Regierungen her abgesetzt werden soll. Die Eisenbahn Pao ingfu--Pekrng soll, daß fie keine Verbindungslinie mit der Gebildet, nicht überwacht werden. Der amerikanische General Chaffee und der rusfische General Wogack waren abweichender Meinung. Chaffee meinte daß nur zwei Punkte zwischen Peking und !d« See, nämlich Yangtsun und Twntsin, und drei Punkte zwischen Tientfin und Schanhaikwan zu besetzen erforderlich sei, wofür insgesammt 2000 Mann, außer den Truppen in Peking, genügten. In Tongku seien Truppen nicht nöthig, da sich dort stets Kriegsschiffe befänden und auch immer Ablösungsmannschaften sowohl auf der Ausreise, wie auf der Rückreise dort pasfirten. Wogack war der Ansicht, daß nur Tientsin und Schon- baikwan zu besetzen feien, wozu 1000 Mann g.« ufigter. Die Ansichten der Mehrheit werden den Gefandlen mit dem Ersuchen unterbreitet werden, unverzüglich die nöthigen Maßregeln zu treffen, da die Generale glauben, daß, wenn China m diese Bedingungen und auch m bie Zerstörung der Forts von Schanhaikwan, Peitang, Taku, Tonaku Peitsang und Yangtsun ein will,gt, dies oollftänbige Unterroerfun 8 ^brnten roflrbe unb daß bann Bestimmungen wegen ber Zurück tiehuna bes größeren Theils der Truppen aus China getroffen werden^ sollten. Ferner berieten bie Generale über ^e Maß nahmen, die nach FriebenSfchluß zu treffen s zwecks Uebergobe ber Verwaltung der von den fremden Truppen besetzten Theile PetschiliS an bie chinesische Zivilgeroalt, schließlich wurden noch verschiedene Fragen von geringerer Bedeutung erörtert. — Nach telegraphischer Mittheilung vom Kommando bes Ostastatischen Erpeditionskorps ist mit Reichspofldampfer „Stuttgart , der am 30. Mär, von Schanghai abgegangen, em^roei^ bas Geringste für sie zu thun. Er forderte sie auf, in der Ausübung ihrer Kunst Trost zu suchen für bie verlorene Siebe, und setzte hmzu, sie könne ihn von mancher Sorge befreien, wenn sie es zu reichen Einnahmen bringe. Das Seben Biele ihm Übel mit, klagte er, und ost wünschte er sich hinlegen und sterben zu können, nur käme ber Tod nicht, wenn man ihn rief. sah recht welk und müde aus, als er sprach, und tief erschüttert gelobte Anna Mrs zu thun. was er von ihr verlange. Nur um eines bat sie: Wenn er ihrer nicht mehr bedürfe, ihr za erlauben, Franz anzugehören. Seufzend e - widerte er: An ihren Träumereien könne er sie nicht hindern, schärfte ihr aber,em mit Niemand darüber zu reden. Dann küßte er sie aus die Stirne und ging in gedrückter Stimmu g ^Seitdem war läigere Zeit verstrichen. An ihrer Siebe festzuhalten, hatte der Vater Ann« stillschweigend erlaubt; um seinetwillen bemühte sie sich das Hangen und Bangen und Erwarten in Geduld zu ertragen. Diese «bfijt rotrltc beruhigend auf sie, nach und nach ge g ihr, ihre Heiterkeit roieberzufiiden. Sie war wieder eifrig bestrebt, sich in ihrer Kunst wetter zu bilden, bie für fie etwas Erhabenes b-deutete. Wahrend Stephanie den Klang ber Stimme m Gulden unb Kreuzer umsetzte, versenkte sich Anna in die Schöpfungen großer Meister, drang in ihren Geist ein, und vergaß darüber bi- Küwmerniffe ber Gegenwart.
Vor ber Ueberftebelung nach Hütteldorf hatte fie ihr erstes Konzert gegeben. Der Beifall war