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mit Zlnterhaktungs-Anlage „IssuKrirte Sonntags-Zeitung"

M 72.

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M Der Dreibund.

Seit der Thronbesteigung des gegenwärtigen Königs von Italien beschäftigen sich französische und auch italienische Blätter fortgesetzt in einer SBeife mit dem Dreibunde, die ganz danach an- gethan sei» würden, Verdacht zu erwecken gegen die dreibundtreue Gesinnung der gegenwärtigen leitenden Größen im Königreiche Italien, wenn nicht die erst kürzlich erfolgte und ganz bestimmt gehaltene Erklärung des deutschen Reichskanzlers vom Gegentheil vorläge. Von dem jungen König ist schon häufig behauptet worden, er sei kein überzeugungstreuer Anhänger des Drei­bundes. Sodann wird stets von neuem behauptet, Italien werde dadurch, daß eS zum Dreibunde gehöre, wirthfchaftlich geschädigt; denn die Drei­bundsabmachungen schrieben ihm vor, Heer und Marine in einer bestimmten Stä-.ke zu erhalten; und außerdem leide eS auf wirthschaftltchem Ge­biete auch sonst unter seiner Abhängigkeit von Deutschland. Die französische Preffe gefällt sich aber ganz besonders in solchen Betrachtungen, seit Herr Zanardelli sein neues Ministerium mit Herrn Prinelli als Minister des Aeußern errichtet hat. Seitdem wird vie angebliche Drei- bundmüdigkeit Italiens in mehreren französischen Zeitungen in einer Weise behandelt, daß man fast versucht sein könnte zu glauben, diese Zei­tungen seien selbst durchdrungen von der Wahr­heit ihrer geäußerten Betrachtungen und Ver- muthungen.

Nun hat sich Herr Zanardelli das Ver­gnügen gemacht, einem nordamerikavischen Zeitung?mannr gegenüber Aeußerungen zu thun, die freundlich gegenüber Frankreich klingen; und das ist für die französiiche Preffe daS Zeichen gewesen zu erneuten Betrachtungen über den Fehler, den Italien damit begehe, daß es dem Dreibunde treu bleibe. Wunderliche Dinge kommen dabei zum Vorschein. Da wird gesagt, Italien müffe als Dreibundmacht stets zwei Armeekorps bereit halten, um diese für den Fall eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich über den Brenner nach Deutschland zu senden als Hilfe gegen Frankreich. Dem König wird gleichzeitig die Aeußerung in den Mund gelegt: Er glaube nicht verpflichtet zu sein, italienische Truppen außerhalb Italiens einer andern Macht zur Verfügung zu stellen.

Reichskanzler Graf Bülow hat, wie schon gesagt, erst in der allerjüngsten Zeit im Reichs­tage in bestimmtester Form hervorgehoben, daß an eine Erschütterung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Italien gar nicht zu denken sei. Und ganz ähnliche Erklärungen hat Herr Za­nardelli in der italienischen Deputirtenkammer abgegeben. Man weiß also nicht recht, wie es kommen kann, daß die Zeitungsbetrachtungen über daS Gegentheil und über eine angebliche Drei­bundmüdigkeit Italiens immer wieder gläubige Leser finden. Das ist aber thatsächlich der Fall, und wohl auch auS diesem Gefühle heraus hat man eS bei der Berliner Regierung für paffend erachtet, in einem offiziösen Blatte einige der falschen Darstellungen von den Verhältniffen Italiens im Dreibur.de zu widerlegen. Danach haben die Verbündeten Italiens diesem letztern zu keiner Zeit Bedingungen auferlegt oder auch «SSSSSSSSSSSS^SSSS^^^SSSSSSSS

Don Stufe zu Stufe.

Roman auS dem Wiener Leben.

Bon L. d. Neidegg.

28 ------ (Nachdruck verboten.)

„Don Ihrer Stimme getragen, wird es jeden­falls feinen Weg machen. Wie heißt es?"

„Willst Du ... / Sie brach verlegen ab, und reichte ihm, ohne zu vollenden das Noten­blatt.

„Willst Tu Dein Herz mir schenken?" las er holblaut .... Anna . . . ."

Langsam erhob sie den Kopf bei dem seit- fomen Klang seiner Stimme, und ihre Auge« be­gegneten den seinen. Heiße Bitte lag in den­selben, zugleich aber auch etwas Herrisches Heber» wältigendeS, dem sie sich nicht zu entziehen ver­mochte. Es war ein Manu, der, die Tiefe feiner Empfindungen sich bewußt, um ihre Liebe flehte, der entschloffen war, dasjenige an sich zu reißen, worin er sein Glück erkannte.

„Anna, willst Du Dein Herz mir schenken?4 fuhr er leise aber mit leidenschaftlichem Aus­druck fort.

Sie sah ihn zaghaft an. Noch scheute sich ihr Mund, das Ja auSzusprechen, das freudig in ihrem Herzen erklang, das bereits aus ihren Augen sprach.

„Es ist nicht möglich;" flüsterte sie. Wir kennen uns ja kaum; . . . . Drei Tage! . . ..

„Drei Tage? Jahrelang! ewig! Ihr ganzes Leben liegt vor mir wie ein offenes Buch. Mir

JuLöcr, Donnerstag,

nur Wünsche geäußert über die Verwendung der italienischen Truppen ober über die Stärke der italienischen Streitkräfte zu Lande ober zu Wasser. Die Bestimmung der HeereSstärke soll vielmehr lediglich eigene innere Angelegenheit jedes der drei Verbündeten sein: Außerdem aber wird auss bestimmteste der Ausstreuung entgegenge­treten, als hingen die finanziellen Schwierigkeiten Italiens mit den Verpflichtungen zusammen, die der Dreibund ihm auferlege. Solche Verpflich­tungen — sagt die halbamtliche Kundgebung — gibt eS nicht.

Die unrichtigen Behauptungen werden dadurch schwerlich zum Schweigen gebracht werden. Mit unermüdlichem Eifer werden sie uns seit mindestens zehn Jahren schon stets von neuem aufgetischt; man kann darum überzeugt sein, daß sie bald genug wiederkehren werden, ebenso überzeugt wie davon, daß die italienischen Radikalen niemals aufhören werden, gegen den Dreibund zu wettern und dies damit zu be­gründen, daß derselbe dem Lande Italien Opfer auferlege, die zu tragen ihm schwer werde. Die Wahrheit besteht im Gegentheil: wenn Italien nicht zum Dreibunde gehörte, müßte es ver- muthlich mehr Truppen halten als jetzt. Und wenn einer der drei Verbündeten Vortheile vom Dreibunde hat, dann trifft das in allererster Reihe für Italien zu. Vom Deutschen Reiche aber kann man mit einiger Berechtigung sagen, daß es als Vormacht des Dreibundes genöthigt ist, besonders stark in seiner Kriegsrüstung sich zu erhalten.

Deutsches Keich.

Berlin, den 27. März.

h Das prevßifche Aerrerrhaus hat heute (Mittwoch) nach der Vereidigung von fünf neuen Mitgliedern eine Reihe von Rechen­schaftsberichten durch Kenntnißnahme für er­ledigt erklärt. Dabei sprach der BerkchrS- mimster von Thielen auf die Anregung des Herrn von Below-Saleske feine Bereit­willigkeit aus, dem H-rrenhause in feinem nächsten Berichte eine Uebersicht vorzul .en über die Getreidemaffen, die vom Auslande h? mit der preußischen Staatsbahn und in den Fl. tz- und Seehäfen ankommen. Nach dem Anträge der Kommtssion wurde der Antrag deS Grafen von Klinkowström auf Verstaatlich­ung der ostpreußischen Südbahn ange­nommen. Minister von Thielen erklärte doz", daß er die parlamentarische Behandlung dieser Sache sür wenig glücklich halte. Am Donnerstag beginnt die EtatSberathung.

* Die Nette Neichsattkeihe ist nunmehr in dreiprozentigen Kousols aufgelegt worden. Die Zeichnung findet am 3. April statt. Außer dem Preise haben die Zechner die Hälfte des für den Schlußschein verwendeten Stewpelbrtrages sowie die bis zum Tage der Abnahme der Stücke aus­gelaufenen Zinsen zu vergüten. Die Zeichner können die ihnen zugethellten Anleihebeträge vom 15. April d. I. ab gegen Zahlung deS Preises voll abnehmen, und find verpflichtet, in 4 Raten am 15. April. 14. Mai, 28. Mai und 30. Juli zu zahlen. Das Reich erlangt durch Begebung

ists, als hätten wir von jeher zusammengehört; mein Gefühl für Sie ist mit mir groß geworden."

Sie lachte schalkhaft auf. Erinnern Sie sich doch nur, waS für ein widerwäitiges Geschöpf ich war! Furie nannten Sie mich ein Mal! Und auch später haben Sie mir öfter Ihr Mißfallen deutlich genug zu erkennen gegeben."

Er lachte mit: „Siebe war das, Anna, Siebe schon damals, die sie so vollkommen sehen wollte, wie Sie eS jetzt geworden find Anna, ich verstehe keine rührseligen Reden zu führen, aber auS der Tiefe meines Herzens frage ich Sie: Wollen Sie mein werden?"

Ihr Entschluß stand fest; ehrlich und ohne Zaudern erwiderte sie daher: „Ja . . . . wenn mein Vater es zugibt . . . wenn Jh-e Eltern einwilligen."

„Die Mutter hat Sie geliebt vorn ersten Augenblick an, wo Sie vor sie hintraten . . . erinnern Sie sich wohl? Der Vater ... Er brach ab." Morgen kommt ja die Mutter; sie soll die erste fein, die von meinem Glücke hört; dann aber suche ich sogleich Ihren Vater auf."

Als er so sprach, klang seine Stimme innig und weich und sie fühlte sich bezwungen, beim ste liebte ihn. Ihre blauen Augen sahen glück­verheißend zu ihm auf, warmes Licht strahlte ihnen aus den seinen entgegen.

Da — ein Mißton in ihre Träume von Glück: Stephanie's schöne Stimme erklang. Sie war sehr übler Laune. Anna's Erfolg, so nothwen- big er zur Erreichung ihrer Pläne war, erfüllte sie mit einem Reid, den sie nicht zu überwinden

dm 28. März 1901.

in dreiprozentigen Konsols das Geld zu einem billigeren Zinsfuß, als wenn es 3^/^prozentige oder wie bei der letzten amerikanischen Anleihe 4prozentiae Papiere ausgeben wollte. Da die Reichsschuld von Jahr zu Jahr anwächst, so kann auch eine Tilgung durch Ankauf zum höheren Kurs oder durch Kündigung zum Nominalbeträge nicht in Frage kommen, abgesehen davon, daß bei einer Tilgung immer die höher verzinslichen Konsols im Finanzintereffe des Reiches zuerst an die Reihe kommen würden. Die Kurse der neu» begebenen dreiprozentigen Konsols haben einen erheblichen Spielraum für Steigerung im Falle einer allgemeinen Ermäßigung des Zinsfußes. Freilich ist auch ein Rückgang des Kurses mög­lich im Falle der Zinsfuß ein höherer werden sollte.

Yt Der Iuteruationakeu Zlniou znm Schutze des gewervkicheu Kigeulhums ist nunmehr auch das Deutsche Reich beigetreten, unter dem Vorbehalte der Zustimmung seiner gesetzgebenden Körperschaften dazu. Der Beitritt erfolgt erst jetzt, weil ehedem die genannte Ver­einigung Bestimmungen hatte, die im Widerspruche standen zu gewerblichen RechtSschutzbestimmungen Deutschlands. Jetzt sind in den Bestimmungen der Union entsprechende Aendernngen vorgenommen worden.

x Apotheüer Kammer« werden in Preußen jetzt eingerichtet als Berufsvertretung für die Apotheker, ähnlich den bereits bestehenden Aerzte- kammern. Für jede Provinz wird eine Apotheker- Kammer errichtet, deren Mitglieder gewählt wer­den. Wahlberechtigt und wählbar find diejenigen Apotheker, welche innerhalb des Wahlbezirkes ihren Wohnsitz haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Es wird nach Regierungsbezirken gewählt. Zu den Apothekern im Sinne der Verordnung gehören neben den Besitzern von Apotheken auch diejenigen appro- birten Apotheker, die als Verwalter oder Gehilfen in einer Apotheke thätig find, ein Pharmazeut sches Staatsamt bekleiden, oder auch den Apothekerberuf nicht mehr ausüben, wenn fie fich nur keinem an­dern Berufe zugewandt haben. Die ersten Wahlen sollen im November dieses Jahres erfolgen. Nach­her soll alle drei Jahre neu gewählt werden.

X Gegen das Mörsevspiek der Aauk- veamte« geht die Leitung der Reichsbank in lobenSwerther Weise vor. In Erneuerung einer früher bereits erlassenen Verordnung ist den Be- om en der Reichs bank von frischem auf das Strengste untersagt worden, das Börsenspiel zu betreiben und namentlich Differenzgeschäfte in Eff kten zu machen. Außerdem aber hat die Reichsbank bekannt gemacht, daß sie jeglichen ge­schäftlichen Verkehr mit solchen Bankhäusern ab- brechen wird, die Börsenspekulationen sür Reichs­bankbeamten aussühren sollten. Dieser Maß­regel gebührt ungeteilter Beifall. Man muß daraus den Schluß ziehen, daß auch die Ver­waltung der Reichsbank das Differenz­geschäft an der Börse als etwas Un­reell e8 betrachtet, das sich mit der Eigenschaft und Beamtenstellung eines Angestellten der Reichsbank nicht verträgt. Im preußischen Abgeordnetenhause hatte der HandelSminister Brefeld unlängst Aeußerungen gethan, die gavz danach klangen, vermochte. Dazu kam, daß sie fich nicht recht heimisch fühlte in diesem Hause, wo nur gewählte Gesellschaft fich zusammenfand — wo ihre Ge­treuen, urter anderen Gruber, fehlten Sie hatte fich olle Mühe gegeben, letzterem eine Einladung zu erwirken, — denn mehr denn je lag ihr da­von, fich seine Gunst zu erhalten, — war aber schroff abgewiesen worden.

„Ich weiß gar nicht, was der Frau einfällt," hatte Frau von Strombkck naserümpfend zu Stephanie's Abgesandtin gesagt; „ich dulde fie selbst nur um deS Mannes und der allerliebsten Tochter willen, nun möchte fie mir noch den lächerlichen Spezereikrämer aufhalfen." Die Aeußerung war Fran Stephanie hinterbracht worden, und tönte heute in ihren Ohren nach, so oft fie in das Gesicht der Hausfrau blickte; ste glaubte sie wieder zu hören, als sie Anna gegenüber stand, und den Zorn darüber verlieh ihrer Stimme einen besonders harten Kiang.

„Bleibst Du den ganzen Abend hier stehen, Anna? Es ist wohl Mafinger Art sich mit einem Bekannten in eine Ecke zu drücken wie eine Köchin mit ihrem Kanonier?" Dann zu Urbach gerne«, bet: „Ich höre wohl ein interessantes Gespräch?"

„Tin sehr intereffanteV gab Franz ruhig zur Antwort. „To interessant, daß Sie näch­stens den Inhalt erfahren sollen."

Er grüßte, wechselte einen Blick deS Einver­ständnisses mit Anna und ging. Wie beseligte ihn der Gedanke, fein Kleinod bald auS jbem Banne dieses gemeinen Weibes zu erlösen, sie in eine Atmosphäre entrücken zu können, wo nichts Unreines an sie herankommen, wo nur Siebe sie

28. Jahrgang.

als wolle er der Börsenspekulation den Gefallen thun, den Versuch der UnterwÜhlung der Bi- ftimmungen deS geltenden Börsengesitzes gegen die Differevzgeschäste zu machen. Man kann sich aber keinen schrofferen Gegensatz denken, alS den, der zwischen der neuen Verfügung der Ver­waltung der Reichsbank und solchen Neigungen besteht, das soeben erst eingeführte Börsengesetz zu unterwühlen. Was die Reichsbank als un­anständig ihren Beamten verbietet, und zwar unter Androhung strenger Disziplinarstrafen, sollte doch ein preußischer Minister niemals zu beschönigen oder zu verlheidigen, noch viel weniger aber zu fördern suchen. Umgekehrt sollte man darauf bedacht sein, die Bestimmungen deS Bör senge sitzes über das Differenzgeschäft und über die Terminspekulation noch fester zu stützen durch Strafen, die man einsitzt für die Uebertreter dieser Bestimmungen!

+ Hine einheitliche deutsche Flecht- fchret-««g ist feit langer Zeit schon das ersehnte Ziel vieler Wünsche und seit länger als einem Jahre sind bereits die Meldungen und Mittheilungen an der Tagesordnung, daß demnächst nun wirklich an die Ausführung der Absichten herangegangen werden solle. Aber noch niemals wurde Ernst daraus. Jetzt end­lich scheint auch dir bureaukratische Reichsschnecke den langen Weg von dem Willen bis zur Thal zmückgelegt zu haben. In der württemdergischen Kammer hat der Kultusminister von Weiz­säcker auf die Anfrage eines Abgeordneten mitgetheilt, daß im Saufe dieses Sommers auf die Anregung des Reichskanzlers hin eine Konferenz zusammen treten werde, um über die Einführung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung zu berathen. Die Grundlage soll die sogenannte Puttkamer'sche Rechtschreibung bilden. Von einer wirklichen Durchführung einer gemeinsamen deutschen Rechtschreibung kann ober erst dann die Rede fein, wenn die- selbe auch von der deutschen Schweiz und von Oesterreich angenommen ist. Zunächst handelt es sich augenscheinlich nur um die einheitliche Rechtschreibung im Deutschen Reiche. Gleich­zeitig ober wird aus Oesterreich berichtet, daß auch dort die Bestrebungen, zu einer einheit­lichen Rechtschreibung zu gelangen, neuerding- lebhafter fich regen. Eine von der Regierung veranstaltete Erhibung hat ergeben, daß die Schulmänner und die Vertreter der Preffe und des Buchhandels übereinstimmend eine Ver­einfachung der Rechtschreibung ohne einschneidende Umwälzung wünschen und jetzt ist beschloffen worden, eine gemeinsame Betreibung der An­gelegenheit mit den Ländern des anderen deutschen Sprachgebietes anzustreben. Es besteht einige Hoffnung, daß das erwünschte Endziel durch die bevorsiehenden Beralhungen ein wenig näher gerückt werde.

•• Stettin, 27. März. Der Kaiser hörte heute Bormittag im »uswärtigen Amte den Bortrag deS Reichskanzlers und von 10 Uhr ob im königl. Schloß die Borträge deS RegterungS - Präsidenten a. D. von Jagow und des Chefs deS Civilkadinets von LukanuS. Zur heutigen Frühstückstafel waren u. A geladen die Minister Freiherr von Rheinbaben und General-Major Graf Hüllsen.Häseler. - Zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit des Kaisers ist angeregt worden, dre Kutscher und Diener des kaiserlichen Wagens bei den AuSfahrt« mit Revolvern zu bewaffnen. — Die Einstellung deS

umgeben, und alle Bitterkeiten der Vergangen- heit sich auflösen würden, um wie Morgennebel vor der aufsteigenden Sonne zu vergehen.

Willst Du Dein tznz mir schenken So fang es heimlich an. Daß unser Beider Denken «ein Mensch errathen kann, klang kurz darauf die süße Stimme durch den Saal. Wie eine Verheißung zukünftigen Glückes tönte fie in Franzens Herz hinein; — er wußte: jetzt fang fie sür ihn, für ihn allein.

AIS ste geendet, fah er, wie sie umringt, hörte er, wie sie mit Schmeicheleien überschüttet wurde — und Eifersucht bedrückte ihn, so sicher er sich auch ihrer Liebe fühlte. Mit welchem Recht maßten sich Alle an, sie zu begaffen und fich mit faden Redensarten an sie zu wenden? Nein, nicht früh genug konnte er sie aus ihrer jetzigen Um­gebung loslösen; sie auf den Brettern zu sehen, hätte er nicht ertragen; der bloße Gedanke daran brachte sein Blut in Wallung.

Mit einem Ungestüm, das Aufsehen erregte,, drängte er sich an ihre Sei'e.

„Mein, ausschließlich mein!" flüsterte er ihr zu. „Aber nicht heimlich. Bald soll es alle Welt erfahren."

Seine Liebe war tyrannisch. Die Kraft und Tiefe seines Fühlens, die aus den Augen, ans dem Ton seiner Stimme sprach, versöhnte aber das Mädchen mit der Herrschsucht, die er offen­barte. Sie lächelte und daS Glück verklärte ihre Züge als fie ganz leise antwortete: „Bild, recht bald."