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Vtwnttiewtti*: Für die Ledektwn 3#f_ »«um, fir Iuter«te X Parzelle» in Faid«.

mit ZlnterhalKmgs Beilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung"

Leut uit» Verla, der Fuldaer Hctiuit'«*<d Peter«age Nr. ä (HermouM.

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JK71.

JuLöa, Mittwoch, den 27. März 1901.

28. Jahrgang.

27

Grmüthsruhe bewahren.

zu führen.

Roma» aus dem Wiener Leben, von 8. v. Neideg ».

------ (Nachdruck verbot«.)

Versuche Urbachs, die Ersehnte andern Tage- im Kinderpark anzutreffen, erwiesen fich als ver. geblich; weder am Morgen »och am Nachmittag war sie dort zu erspähen. Die verzogene« Schwesterchen waren mit einem Stubenmädchen da, und schnitten ihm Gesichter. Frau Gruber's scharfe Silhouette sah er von fern, von Anna tone Spur, «- blieb nichts übrig, al« fich in Geduld zu fassen u«d die Strombeck'sche Gesell­schaft abzuwarten.

Um keine Minute zu verlieren, fand Franz sich als Erster der Geladenen bei Strombeck's ein. Die Räume füllten fich allmählich, noch immer war die Bnschmann'sche Familie nicht erschiene«.

Sollte Stephanie etwa beschlossen habe», gar uicht zu komme»? Unruhig irrte er in den Zrmmern herum, verwundert angeschaut von j •Den, denen sein finsterer SefichtSauSdruck auf. | M Holzer rrrieth den Grund feiner Unruhe I und neckte ihn gutmüthig. Auch er schwärmte la für die Mafingrr Nachtigall, wie er Anna nannte, und hatte fich ihr zu Ehren eingefunden. Seine Schwärmerei trug jedoch durchaus keinen beunruhigenden Tharakter.

Endlich — Franz hatte schon alle Hossaung | •cfgegeben — dir Langersehnte. Sie war nun I

So beruhigend ihm die Mittheilung in ge- komme« jetzt au die Reihe, und wollen Sie Ihrem wrffrr Beziehung war, in diesem Falle hätte er Mozart gerecht werden, müssen Sie Ihre goldene gewünscht, daß eine Ausnahme von der Regel ' '

stüttgefunden. Das sagte er ihr auch mit dem Hinzufügen, daß durch ihr Fernbleiben der Hauptzweck seines Besuches verfehlt worden sei. Die Purpurwelle, welche bei diesen Worten ihr Gesicht übergoß, bewies, daß sie den Sinn seiner Worte rrrieth; ablenkend fragte sie nach seiner Mutter, ob sie gekommen, ob sie etwa an­wesend sei.

schorr häufig hervorgchoben worden und wird bei jeder Gelegenheit von neuem betont; und auch das ist nickt zu leugnen, daß die Schuld daran bei allen Ständen liegt. Gerade wiederum in der katholischen Presse wird der „Umsturz von oben- fortgesetzt gebrandmarkt, und die ka­tholische Presse verzeichnet darum dieses Wort des Kaisers mit großer und freudiger Genug» thuung als eine Bestätigung ihrer eigenen An­schauungen au« kaiserlichem Munde. Alle Katho­liken, alle katholischen Redner, Schriftsteller, Parlamentarier und Zeitungen bedürfen der Mahnung de» Kaisers kaum, stets und immer

„Im Augenblick dürfen Sie Alles, nur nicht sich mit einem DiSput erhitzen, Fräulein Anna;" mischte sich Meyrrsfeld ein, welcher hinzugetreten war und die letzten Worte gehört hatte. Sie

+ Tine A-rforgrm-s Kaffe für öcdürf- ti-e Schriftsteller und Tondichter und deren Hinterbliebenen war von Mitgliedern der Ceutrums-Fraktion in der Kommission des Reichs­tages für die Vorberathung des Gesetzentwurfes über das Urheberrecht in Anregung gebracht wor­den. Die Mittel für diese Kaffe sollten dadurch gewonnen werden, daß die Verleger frei gewor­dener Werke, beispielsweise der Werke von Goethe, Schiller re, bei neuen Auflagen eine Abgabe zah­len sollten. Die Kommission hat mit starker Mehr­heit eine Resolution in diesem Sinne angenommen. Leider aber hat die Regierung, wie verlautet, wenigNeigung dazu, dem in dieser Resolution ausgesprochenen Wunsche stattzugrben. Aber warum wohl nicht? Manche Verleger verdienen große Summen durch den Vertrieb von solchen Werken, ohne daß sie ein Schriftsteller Honorar zu zahlen brauchen, oder gerade deswegen, weil sie dazu nicht verpflichtet sind. Es würde für die Ver-

rechnungsfähigen Menschen ausgeführt wird. Der Unterschied ist nur der, daß der geistig gesunde Mensch dafür verantwortlich gemacht werden kann, der Unzurechnungsfähige aber nicht. Und ein Angriff gegen die Person deS Monarchen bleibt unter allen Umständen auch das, waS man eine „unselige Tart" zu nennen pflegt. — Die Untersuchung gegen den Attentäter Weiland ist übrigens nunmehr abgeschlossen. Neue 0e» fichtspunkte haben sich nicht mehr ergeben. Wei­land ist in das Krankenhaus gebracht worden, um dort genau auf seinen geistigen Zustand unter­sucht zu werden.

Er harte seinen Satz kaum vollendet so er­schien auch schon der Hausherr, Anna an's Klavier

Es war die Arie: Voi ehe sapete, ehe eosa 6 amor, die sie zu fingen hatte. Die Zuhörer, die viel erwartet, sahen ihre Erwartungen noch übertroffen. Im Gegensatz zu dem koketten Vor­trag mancher Theater-Sängerinnen klangen aus diesen Tönen kindliche Unschuld, und die Zweifel eines armen OemüthsS, das verwirrt vor einem

ungelösten Räthsel — der Siebe — steht.

Sauter Beifallssturm brach los, als sie ihr Sieb beendet. Franz, der fich neben MeyerSfeld

„Sie kommt höchst wahrscheinlich morgen. Ja Gesellschaft geht sie aber überhaupt nicht."

„Nicht? Das ist mir eine große Enttäuschung.

Da werde ich sie kaum sehen."

„Jsts denn wahr, was Fcau Gruber mir

sagte? Ich mochte es nicht glauben. Dürfen Sie meine Mutter wirklich nicht besuchen?"

„Leider ist es wahr."

„Auch nicht mit Frau Gruber fich verabreden, meine Mutter dort zu treffen? Sie ging gewiß gern hin. Sie zu sehen."

„Das würde man mir ebensogut verbieten."

„Verschleiern Sir ein wenig die Wahrheit...." er zögerte, fein Rath wollte ihm selbst nicht b » Hage«; eine Nothlüge .... Anderen eine Freude zu machen.

Sie schwankte: „Nein, nein!" ries sie endlich; ich glaube, das ist kein guter Rath; das darf man nicht....

0 Ein Wort des Kaisers.

Der Kaiser hat bei dem Empfange des Präfidiums des preußischen Abgeordnetenhauses Worte gesprochen, die Veraulaffung zu lebhaften Auseinandersetzungen in der Presse und im Parlament geworden sind.

Zunächst ist festzustellen, daß die ersten kurzen Mitthrilungen in der Preffe über die Worte des Kaisers diese letzteren nicht richtig oder doch nicht genau wiesergegebm haben. Scho« deswegen war e« geradezu nothwrudig, daß Herr von Kröchet, der Präsident des Abgeordnetenhauses, eine eigene Mittheiluug über den Inhalt der Aeußerungen des Kaisers machte. Danach hat der Kaiser gesagt: Gr sei durch den Vorfall in Bremen besonders darum so schmerzlich berührt, weil er die lieber« zeugung gewinne, daß seit dem Tode des Kaisers Wilhelm des Ersten die Achtung vor den Autoritäten im Volk« abgenommen habe, namentlich in der Jugend. Und dann hat der i Kaiser hrnzugefügt: „Wir alle, alle Stände! ohne Ausnahme können und dürft» uns da von einer Mitschuld nicht freisprechen, daß wir nicht genug durch Mittel, die allen zu Gebote flehen — der Kaiser wies dabei auch auf die Preffe hi», — danach streben, daß die Autorität in derartigen Dingen bleibt, wie es früher geschehen ist. Ich habe das Zutrauen zu dem Abzeord- netenhüuse und zu allen Parteien, daß alle Parteien nach ihren Kräften dahin wirken möchten, daß die Achtung vor der Autorität wieder so gewonnen würde wie es nöthig wäre."

Es ist nicht arzunehmen, daß Herr von | Kröchrr absichtlich die Aeußerungen de« Kaisers I falsch wiedergegeben habe. ES ist aber auch un­wahrscheinlich, daß Herr v. Kröchrr unabsichtlich, in Folge eines Mißverständnisses oder einer Ver- geßlichkeit, falsche Angaben darüber g muht haben sollte. Bei einer solchen Gelegenheit gibt sich jedermann Mühe, genau zu hören; und waS man genau gehört hat, vergißt man nicht binnen vierundzwanzig Stunden. Außerdem hat der zweite Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, der nationalliberale Abg. Dr. Krause, Herrn vo» Kröchrr auf deffen ausdrücklichen Wunsch be« «, daß dieser Letztere den Sinn der

rungrn des Kaisers richtig wiedergegeben habe. Der erste Vizepräsident, der CentrumS- abgeordnete Freiherr v. Heereman, ist leider erkrankt und war darum bei dem Empfange nicht zugegen.

Herr v. Kröcher hat also ohne Zweifel die Aeußemngr« des Kaisers nach ihrem Sinne richtig gekennzeichnet; und man muß sagen, daß jeder verständige Mensch diesem Sinne zustimmen muß. Der Kaiser hat die Wahrheit gesprochen. Unsere Zeit krankt in bedenklicher Weise an dem Schwinden der Achtung und bet Ehrfurcht vor den gegebenen Autoritäten. Namentlich in den Ausführungen katholischer Redner und in den Darlegungen katholischer Schriftsteller ist das

Atteutatsassekegeutzeit falsch behandelt worden fei. Wunderlicher Weise klammert sich der Führer der freisinnigen VolkSpartei bebe an ein einzelnes Wort: Der Präsident deS Abgeordnetenhauses hätte nach seiner Anfich nicht von dem Attentate als von einer „uw» seligen That," sondern nur wie von einem „Unfälle" sprechen sollen, der den Kaiser in Bremen betroffen habe. Der Präfident deS Reichstages Herr Graf von Ballestrem, soll, wie des Herrn Eugen Richter .Freisinnige Zeitung' zuverlässig erfahren haben will, in , - , seiner Ansprache an den Kaiser nur von einem

von neuem für dir Erhaltung der nothwendigen „Unfälle" in Bremen grsprocken haben, und

I Achtung vor den Autoritäten mit dem Aufgebote auch der Oberzeremonieumeister deS Kaisers allen Nachdruckes einzuLtettn, deffen sie fähig sind.! habe in feinem Schreiben an den Grafen von

Nuu fragt es sich nur, ob denn die modernen ■ Bakestrem diesen Ausdruck gebraucht. Nu» ist Regierungen so ganz frei von dem Vorwurfe seien, aber zunächst zu bemerken, daß Graf vo« Balle- auch ihrerseits zu der Verminderung gegebener strem nach dem Empfange beim Kaiser auf alle und von Gott eingesetzter Autoritäten beigetragen an ihn gerichteten Anfrage« über den Verlauf zu hab n. Die Geschichte der neuen Zeit lehrt des Empfanges jegliche Auskunft abgelehnt hat. leider das Gegentheil. Ein einziges Beispiel ge- Die „zuverläffize" Nachricht der .Freisinnigen | niig?, um zu beweisen, daß auch die Regierungen Zeitung' wird dadurch ein wenig fragwürdig, von dem Vorwurfe d«S Kaiser« getroffen werden, Und aus demselben Grunde können andere Zei- I ein Beispiel, das namentlich uns Katholiken nahe hingen auch keinen Ausspruch auf Glaubwürdig- liegt: die Vergewaltigung des Papstthums und kert machen, die behauptet haben, der Kaiser habe die Verfolgung und Unterdrückung der katholischen fich in seiner Erwiderung aus bie Ansprache des Kirche, bei uns in Deutschland der Kulturkampf. Grafen von Balleftrem über den Rückgang der ES ist nicht zu verwundern, wenn bei dem heran- monarchischen Gefinnung beschwert. Vorläufig wachsenden Geschlechte die Achtung vor den weiß man davon aber ganz und gar nichts. Autoritäten im allgemeinen sinkt, wenn das Volk Ferner ist es doch nichts weiter, als "spitzfindige sieht, wie durch die Regierungen, durch Monarchen Wortklatscherei, die Herr Eugen Richter betreibt, und andere Staatsoberhäupter selbst so ungerecht Ein Angriff ist doch auf jeden Fall gegen den und so gewaltsam gegen Autoritäten vorgegangen Kaiser ausgeführt worden/ Ein Angriff bleibt wird, die von Gott eingefetzt sind. Es ist ein Angriff, ob et nun von einem vollkommen kein Wunder, daß es fo ist, wenn die zurechnungsfähigen, oder aber von einem unzu- Lehrer unserer Jugend die Achtung vor den * - ■ - -

höchsten Autoritäten selbst nicht besitzen,

sie nicht nur nicht lehren, sondern vielfach dazu beitragen, sie planmäßig zu zerstören, und wenn die Regierurig nicht mit allem ihr mög­lichen Nachdruck dafür sorgt, daß dies endlich einmal anders werde, sondern die Hände in den Schoß legt und «nthäig zusieht, wie in uferen eigenen Schulen und Hochschulen die E csurcht vor den höchsten Autoritäten untergrab ober doch so mangelhaft gepflegt wirb, baß nr allge­mach dahinschwinbet und aus biefen Sci den ein Geschlecht heranwächst, das spottet über die Dinge, die den Vätern und Vorvätern heilig und Gegenstände der Ehrfurcht waren.

DaS ist der Punkt, in dem der Hebel ange- setzt werden muß, wenn es gelten soll, der Mahnung des Kaisers die entsprechende That folgen zu kaffen. Man schaffe vor allen Dingen wieder die christliche Schule! Man gebe der Kirche freie Bahn! Denn wo die Ehrfurcht fehlt vor den göttlichen Autoritäten, kann unmöglich die Achtung ge­deihen vor den Autoritäten der Welt.

Derrtsches Keich.

Berlin, den 26. März.

h Mit der Zähigkeit, die ihm bekannt ist, beharrt der freisinnige Abgeordnete Eugen Richter auf seinem Standpunkte, da» im preußischen Abgeordnetenhause die Kremer keine unbeachtete Persönlichkeit mehr, wurde viel­mehr sofort fteubig begrüßt und mit Kompli- menten überschüttet. Mit jungfräulicher Zurück­haltung nahm sie die Schmeicheleien entgegen. Ein Hauch von Reinheit lag über ihrem Wesen ausgegoffen, der zudringliche Aufmerksamkeiten zurÜckwieS.

Es gelang Franz nicht, gleich den Kreis zu durchbrechen, der sie umgab. „Ob wohl auch ihr die Hell lang dünkte, bis er sie erreichte?" fragte er fich. Ihr Gcröthen, das freudige Aufleuchten ihrer Augen, all er neben ihr stand, schienen die Frage zu bejahen.

„Wie sehr habe ich bedauert. Sie gestern bei meinem Besuche nicht zu Geficht zu bekommen," begann er.

„Ich war beschäftigt, bleibe auch meistens auf meinem Zimmer, wenn Besuch kommt."

deS ständigen Vorsitzenden deS Gewerbegerichtes.

h Bekanntlich ist der Kultusminister be« Großherzogthum« Sachsen-Weimar Herr va« Dawek plötzlich und unerwartet von seinem Amte zurückgetreten. Die Thatsache an fich ist für die Deutschen außerhalb der Grenzen be« genannten Bundesstaates weniger interessant, al« bis augenscheinliche Ursache dazu. Herr v. Pawel hat im weimartschen Landtage Aeußerungen ge­braucht, bie den Anschein erweckten von einer U n- einigkeit de« Gesammtministerium«, und zwar über einen recht wichtigen Gegenstand. Nach dem stenographischen Sitzungsberichte sagte Herr von Pawel zu dem Gesetzentwürfe über eine Aufbesserung der Geistlichen: „Ich habe mich ge­freut, Ihnen diese Vorlage zu machen, wobei ich gern noch etwas weiter gegangen wäre . . . 6« können nicht alle Bedürfnisse auf einmal befriedigt werben, und ich bedauere auch sehr, baß ver- schiebene Wünsche meines Ressort«, die sich unter anderem auf bie Ausbesserung ber Ge­hälter bet katholischen Geistlichen und auf die Vergütung ber Kirchenbier, sie ber Lehrer be­stehen, haben zurückgestellt werben müssen .. Der Herr Finanzminister hat Herrn von Pawel, wie dieser dann mittheilte, da« Konzept verdorben. Herr von Pawel war aus dem preußischen Dienste nach Weimar gekommen und wirb nun wieber in »en preußischen Verwaltungsdienst zurückkehren. Es könnte danach fast scheinen, als wollte man in Sachsen-Weimar nichts davon wissen, daß auch den katholischen Geistlichen ihr Recht werde.

X Oeisteskraisste und Epileptiker aus den ärmeren Klaffen werden in den meisten Fällen erst dann in Anstalten untergebracht, wenn es zu spät für eine Heilung ist und sie durch An- griffe gegen Andere fick als gemeingefährlich er­wiesen haben. In einer Zuschrift an die ,Nat. Ztg.' wird nun der Vorschlag gemacht, die Aerzte und die Angehörigen sollten verpflichtet wer­te«. jeden Fall von Geisteskrankheit ober Epilepsie ofort zur Anzeige zu brinxen; den Gemeinde« »der anderen Verbänden sollte die Pflicht aufer­legt werden, alle von ihre« Angehörigen nicht untergebrachten Kranken in Anstalten zu bringen, wenn dies von den Aerzten gefordert wird.

»iedergelaffep, hatte mit Entzücken zugehört. Ganz eigenartige Gefühle waren dabei in ihm aufgestiegen, — hatte sie in den Worten den eigenen Seelenzustand geschildert?

„Hm! hm!" meinte MeyerSfeld, den Kopf Kopf wiegend.

„WaS finden Sie auszusetzen, Herr Meyers- selb?" fragte Franz in einem Tone, als wolle er den Kritiker wegen Beleidigung zur Rechenschaft ziehen.

„Gar nichts. Sie hat wundervoll gefangen — aber feit neulich ist in ihre Stimme dal ein­zige gekommen, was ihr bisher gefehlt. Haben Sie es nicht auch bemerkt? Aber nein, für die

Herren Offiziere bestchm so feine Unterschiede nicht. Der Ausdruck, mit dem sie die Worte ge­sungen hat: Non ho pinpase, nolle ne äi (keine Ruhe find' ich mehr im Wachen ober im Traunch könnte auf die Vermuthung bringen, daß das Kind in einen Winkel feines Herzens geguckt und heraulgebracht hat: ehe l’ha nel car — die Liebe nämlich." Wohlgefällig belachte er feinen Einfall.

„Herr MeyerSfeld," meinte Franz entrüstet; das find Bermuthungen ....

„Gedanken find zollfrei, Herr Hauptmann, besonders die Gedanken eines alten Knaben, wie ich bin, und Beleidigendes liegt nichts in der­selben. Sine ausgezeichnete Sängerin bleibt das Fräulein, mag meine Vermuthung begründet fein ober nicht."

„Glauben Sie . . ." fragte Urbach etwas beklommen, „glauben Sie, daß sie als Opern- sängerin eine Zukunft haben könnte?"

MeyerSfeld zuckte die Achseln: „Die moderne»

leger also keine große Last sein, solche Abgabe« zu leisten, und eS würbe dadurch eine Lücke aus- gefüllt, die ganz entschieden vorhanden ist. Die verbündeten Regierungen sollten eS sich also noch sehr genau überlegen, bevor sie aus der Neigung zur Ablehnung einen ablehnenden Beschluß In aller Form machen.

+ Für dieGeWerkeKerichte als EinigungS- ämter macht die Kommission deS Reichstages, die über die Novelle zum Gewer begerichtS-Gefttze vor- berathen hat, einen wichtigen und allgemein intet» effunten Vorschlag. Diese Kommission hat näm­lich mit allen Stimmen gegen eine sozialdemokra- tischeStimme beschlossen, die Zusammensetzung des Einigungsamtes den streitenden Parteien zu überlassen. Nach diesem Vor­schläge sollen also dir Beisitzer deS SewerbegerichreS, wenn dieses als EiniguugSamt thätig fein soll, als solche zunächst gar nicht in Bettacht kommen. Jede der streitenden Parteien soll ihre Vertrauens- männer nämlich in gleicher Zahl als Beisitzer selbst ernennen, und diese sollen dann als EinigungS- amt wirken unter dem selbstverständlichen Vorsitze