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Rabatt gewährt.
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Julöa, Dienstag, den 26. März 1901
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mit Anteryattungs-ISrikagt „Issugrirte Sonntags-Zeitung!'
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28. Jahrgang.
Nächste Sitzun, Dienstag 12 Uhr.
Schluß ’M Uhr.
Das Abgeordnetenhaus wird seine letzte Sitzuna vor den Osterferien an diesem DienSta, haben. Die " Ferren sollen biS zum 23. April dauern.
«. Kuonagine eet s»sn> «86 Feier- gage.«erteljShrl. ß,,n,opr i, ,ßn»Lrinaerlohn ^Bestellgeld in Mta nxb an*»
„Ja warum denn um Gottes willen!"
»Weil die gräßliche Person, die Stephanie, dann mit ihr nicht- anfangen könnte. O die ist eine Schlange l Nazi will nicht- glauben, er denkt von allen Mensche» da- Beste, aber er ist doch so. Männer ftnd blind den hübschen Frauen gegenüber. Nazi ist so ein guter Mann, aber. . ."
Franz «ar nicht gesonnen, sich in die ehrlichen Zwistigkeiten der braven Frau einweihen zu lassen: „Sie habe» mir varhi» geheimnißvolle Zeiche» gemacht; weshalb?" unterbrach er sie.
„Well ich weiß, »aß die Stephanie da- arme Annerl nicht zu Ihrer Mutter laffen wird. Sie haßt die Krau von Urbach."
„Meine gatt Mutter Haffe»? Warum denn?"!
,,«&»» denn ein Mann reich bleiben mit der Frau? O man sagt mir nicht alle-, ich weiß aber mehr al» man glaubt."
„ES sollte mich wundern, wenn der Hof« rath, der doch seine Tochter liebt, fich ent« schließe» könnte, sie de» Gefahre» de- Theater« leben- auSzusetzen."
„Der Höfrath ist ei» Sie«Ma«nel"; erklärte Frau Gruber im Ts»e äußerster Verachtung.
„Einstweilen heißt- fteilich bloß: Die Anna solle Konzert-Sängerin werden, man müffe sie rin paar Mal in Gesellschaft finge» laffen, damit sie einen Name» bekäme und allein ihre Konzerte liefe. Da- ist nur Sand in die Auge» für de» Buschmann, da» redet mir kein Mensch ans. Die Stephanie hat ganz andere Dinge vor."
„Reden Sie Fräulein Ama doch vom
Deutsches Keich»
Berlin, den 25. März.
* Der deutsche Kronprinz wird am 15. April in Wie n eintreffrn, wo er am Bahn« Hofe vom Kaiser Frarz Joseph empfangen wird. — Ein Blatt hatte an die Nachricht, daß der Kaiser von Oesterreich den deutschen Kronprinzen zum Besuche nach Wien eingeladen hat, gleich Heiraths ged anken geknüpft und dem Prinzen eine österreichische Prinzessin zugedacht mit dem Bemerken: „Die Schwierigkeiten der Konfession sollten brseitigt werden, um eine Verbindung zwischen den Häusern der Habsburger und Hohenzollern zu ermöglichen." Der .Reich», bote' wittert gleich eine Jesuiten-Jntrigue und schreibt: „Es ist schon lange der Wunsch der Jesuiten gewesen, eine katholische Prinzessin auf de» preußischen Königsthron zu bringen; aber es wird ihnen hoffentlich jetzt ebensowenif gelingen wie früher; es gibt noch viele evangelische Prinzessinnen im deutschen Reiche." Gewiß, also nur ruhig Blut, guter Reichsbote.
+ I»» Krs-vttiß der Krmle 1900 im Deutschen Reich wird in den amtlichen.Statistischen Bierteljahrsheften' veröffentlicht. Es wurden im Deutschen Reich geerntet in Tonnen (1000 Kilogramm): Roggen 8 550659, (8 675 792 im Vorjahre), Weizen 4307512, (4 323542 i. 33.), Gerste 3002182, (2 983876 i. 33.), Haier 7091 930, (6882687 i. 33.), Kartoffel»40585 317, <38486 202 i. 33.) Rach der ,8ert. Äorr/ ergibt sich die Berechnung der im Deutschen Reich an Getreide und Kartoffeln verfügbaren Mengen unter Berücküchtigung der Ernte, der Aussaat und der Sin- und Ausfuhr und unter Umrechnung der ein- und ausgeführten Mehlmengen auf Getreide für da« Erntejahr vom 1. Juli 1899 bis 30. Juni 1900, daß für menschliche und thierische Ernährung und gewerbliche Zwecke zur Verfügung standen auf den Kopf dec Bevölkerung an Roggen 144,6, Weizen 82,3, Spelz 7,5, Gerste 68,5, Hafer 116,9 und Kartoffeln 581,1 Kilogramm.
* Erne Me*te*l>e Zunahme bee Arleit» losigkeit ist gegen da« Vorjahr zu loeftatiren. Die bezüglichen Ziffern für den Monat Februar Lesern dafür einen sprechenden Bewri«. Nach dem.Arbeitsmarkt' betrug im »orige» Monate bei 76 Arbeitsnachweise» die Zahl der offenen Estelle» 31,563 gegen 35,606 i» demselben Monate des Vorjahre»; dagegen die der Arbeitsuchende» 46,325 gegen 40,288. Demnach hat die Zahl der »Renen Stellen um 5600 abgenommen, die der Urbritsuchende» um 6000 zugeuomme». Bo» de» ainzeluen Arbeitsnachweisen hatte» 17 ei» »Sn stigens, 55 dagegen ein ungünstigeres Berhältniß alS im Februar 1900, und nur bei 15 überstieg &ie Zahl der offenen Stelle» die der Arbeitsuchenden, währrnd bei de» übrige» die letztere» über« woge». I» Bnli» kamen 377 (1900: 155) Arbeitsuchende auf 100 offene Stellen, i» Düffel- d»rf 322 (182), in München 147 (113). Die Datsache der Zunahme der Arbeitslosigkeit kann ja nicht überrasche», da der in der Industrie ehe» getretene Rückschlag im letzten Jahre immer größere Ausdehnung erfuhr. Ob die Verhältnisse mit der jetzt beginnenden günstiger,» Jahreszeit sich beffer» «erden, muß dahin gestellt bleiben. E» ist ja «llerdiug- in der jüngste» Zeit »o» verschiedenen
Arrslavd.
+ Aaag. 23. März. Hiesige Blätter veröffentlichen den Wortlaut mehrerer amtlicher Dokumente, welche grauenvolle Einzelheiten über die unmenschliche Behandlung der in englischer Gefangenschaft sbrfindlichen Burenfamilien enthalten. So geht beispielsweise au» diesen Berichten, die von englischen Aerzten unterzeichnet find, hervor, daß die Engländer die Burenfrauen und Kinder vielfach an Entbehrungen sterben laffen. Nahrung würde ihnen nur sehr spärlich gegeben. Durch Zeugniß der Aerzt, wird ferner bescheinigt, daß mehrere Buren« fronen an Hunger gestorben sind. — Präsident Krüger wird auf Rath der Aerzte im April für einige Zeit nach Hilversum (Nordholland) überfiedeln.
* 24. März. Im Unterhause
erklärte Chamberlain, es sei kein spezieller Einwand gegen irgend welche Bedingungen Küchen er- erhoben worden. Botho habe keine Gegenvorschläge gemacht. Die ein« sM Information, welche die Regierung außer jener, welche bereits veröffentlicht wurde, besitze, fei in einem Privat - Telegramm Kitchener» enthalten, welches meldet, daß Botho scharf gegen Milner Stellung »ahm.
X Sel-rsöurg, 23. März. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag ist auf den Ober» prokurator oes Heiligen Synods, PobjodonoS- zew, ein Attentat verübt worden. Der in der Sawarer Landesverwaltung angestellte Statt» Mer LagowSki feuerte in da» hell erleuchtete Arbeitszimmer de» Oberprokurator» zwei Schüffe ab, direkt in der Richtung auf den Schreibtisch, wo PobjedonoSzew beschästtgt war und darauf noch einen dritten Schuß in anderer Richtung. Sämmtliche Kugeln schlugen in die Zimmerdecke, ohne irgend jemanden zu verletzen. Der Attentäter der feine Miene machte, davon zu laufen, wurde sofort festgenommen und vor den Unter» suchungSrichter geführt, der in besonder» wichtigen Angelegenhette» die Untersuchung leitet.
h Anbapesi, 25. März. Irr der Budgetdebatte im ungarischen Reichs rach drückte Graf Ferdin and Zichy der Univer sitä tsjug end seine Sympathie au-, weil diese sich, wen» auch mit Außerachtlassung der Formen, für die Anbringung des Kreuzes in de» Hörsälen begeistert habe. Er bedauert die Aeußerung da» Kultusministers Dr. von Wlassttsch, er sei in einer Jdeensphäre ausgewachsen, welcher derartige Demonstrationen fremd gewesen. Am SamStag haben die Vorlesungen wieder begonnen. Au- allen Lehrsälen find bi, Kreuze entfernt. Eine Störung ist bisher nicht wieder vorgekomme».
® Kew • A-rü, 24. März. Der Oberß- kommanvirende, General Mac Arthur meldet aus Manila, daß der Philippinen-General Fullon fich mit den unter feinem Befehl stehenden Aufständischen ergeben hat. Damit sei der Aufstand auf der Insel Panay beendet.
»•man aus dem Wiener Leben.
Bon 8. e. 91 e i b e g g.
86 ------ (Nachdruck verboten.)
,0, wen» ich sie nur sehe» könnte!" seufzte Aünq,
.Richt» leichter wie das. Sie wohnt Prattt- ffraße 14, bei ihrer Tante, Fra» von Sterneaa. Besuchen Sie sie doch."
Da» Mädchen erwiderte nicht». Frau Gruber hüstelte und zwinkerte bedeutsam mit «i» Auge». Eine Pause entstand, während «elcher die Schläge einer Ktrchthurmsuhr und *a- Zwöls.Uhr-Läute» vernehmbar wurde».
Anna sprang auf: „Zwölf Uhr! Ich muß «ach Hause. „Vella, Mlrnal sprecht Euer Gebet und kommt mit mir."
Die Kinder, die fich mit ihren Alter-- twoffhme» köstlich unterhielte», machte» Schwierig« Ute» und entwickelte» große Unbotmäßigkett. «ährend Frau Gruber al- Pädagogin e»ftrat «ub sie derb abkanzelte, erkundigte sich Fran, bef Anna, um welche Zeit er ihren Vater wohl zu Pause autrüfe, und fragte, ob sie nicht bald »feder in einer Gesellschaft finge?
„So halten Sie mich also nicht für eitel, «enu ich mich in einer solchen hören lasse?" T*gte sie schnell.
„Als sie neulich da standen, anspruchslos, ffugend wie der Vogel singt, ohne ritte Neben« gedanken . . ."
Seiten gemeldet worden, daß in einzelnen In« dustriezweigen die Bestellungen und demgemäß auch der Absatz sich wieder vermehrten. Man kann nur wünschen, daß das zutrifft und eine günstigere Konjunktur sich allgemein ausbreitet, damit die Tausende unbeschäftigter Arbeiter, die gerne arbeiten möchten, wenn ihnen Gelegenheit dazu geboten würde, wieder Brod finde». Denn wenn auch im Sommer und Herbst die Arbeit»- lostgkeit anbauerte, könnte man jetzt schon nur mit Schrecken an die Zustände denken, die sich dann im nächsten Winter herausbilden müßten.
X Das neueste Vierteljahr-Heft zur Statistik de- Deutschen Reiches — I. Jahrgang 1901 — enthält unter der Uebnschrift: „Der Tabak im deutschen Zollgebiet" Nachweise über den GaSaü- va« und die Ga-aKerute im Erntejayr 1899 und vergleichenoe Zusammenstellungen für die letzten zehn Erntejahre. Bemerkenswerth ist die Abnahme des Tabakbaues. Die bebaute Fläche sank auf 14615 ha von 17 652 ha im Jahre 1898 und 21567 ha im Jahre 1897, also in drei Jahren etwa um ein Drittel. Al- Ursache dieses starken Rückganges werden in erster Linie die schlechten Preise genannt, welche die 97er und 98rr Ernte erzielten, ferner Mangel an Arbeitskräften und hohe Arbeitslöhne. Die sonst mit Tabak bebauten Felder wurden mit (Betreibe, Kartoffeln und Zuckerrüben bestellt, stellenweise auch mit Gemüsepflanzen, die von Konservenfabriken stark gefragt und gut bezahlt würben. Die Tabakernte war nach Güte im Allgemeine» wesentlich besser, als in drn letzte» Jahren, auch wurden für den 1899 geernteten Tabak wieder bessere Preise erziett. Für das ganze Zollgebiet find al- mittlerer Preis für I 1 dz trockenen dachreifen Tabakblätter 82,8 Maik (einschließlich der Steuer) ermittelt worden, gegen 75 3 Mk. im Jahre 1898 und 75,8 Mark im Jahre 1897. Der Menge nach war der durchschnittliche Ertrag wenigsten« größer al« im Vorjahr. E« wurden im Ganzen 30075 t Tabakblätter in trockenem, bachreifem Zustande geerntet, also 20,6 dz auf 1 ha, gegen 18,5 dz im Jahre 1898. Die Ein- und Ausfuhr von Tabakblättern ist etwa« kleiner al« im Vorjahr, ebenso die Au«fuhr von entrippten Tabakblättern; der Werth der Einfuhr ist auf 105,6 Millionen Mark (1898: 107,9 Mill. Mark), der Werth der »»«fuhr auf 5,3 Mill. Mark (1898: 6,6 Mill. Mark) geschätzt worden. Die Tabaksteuer hatte einen Ertrag von 12,7 Mill. Mark, der Eingangszoll vom Tabak 53,0 Mill. Mark. Rach »bzug der gezahlten Au»fuhrvergÜtungen verbleiben 65 4 Mi«. Mark ober 1,17 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung. Der Verbrauch on fabrikation-reifem | Rohtabak berechnet fich für die letzten vier Jahre durchschnittlich auf 1,64 kg per Kopf.
»Weil leichtsinnige Freu»» Alle Haffe», die ! besser find wie sie," war die trockene Antwort.
Franz erwiderte nichts. Dunkle Erinnerungen erwachten in ihm und ließen ihn den Grund von Stephanie- Haß ahnen.
„Sie gönnt dem Kinde nicht» Gutes", fuhr die unversöhnliche Fra» Pepi fort. Sie hat Schlimmes mit Anna im Sinn, wollte ich wetten.vielleicht eine Hriratb mit irgend einem reichen alten Sünder, oder sonst was."
„Glauben Sie, daß fie Fräulein Anna zum Theater gehen lassen will?"
Fran Gruber nickte statt jeder Antwort einige Male entschieden mit dem Kopfe.
„We-halb doch nur? Ihr Vater muß ja sein."
Theater ab, Frau Gruber!" rief Franz erregt. Machen Sie ihr klar, wa« da» für ein gefährlicher »oben ist,"
Das war ein Mann nach dem Herze» der alte» Frau: „Da- ist hübsch, daß Sie so denken Herr Hauptmann", lobte sie. „Was könnte Unsereins aber thun, wenn der Hofrach verlangte, fie solle zur Bühne? Man fielt ihr Alles so schön vor, baß sie nahe daran ist, selber Lust dazu z» bekommen. Sie haben'» eben selbst gehört. Und dem Vater thäte sie Alle» zu Liebe. Sie glauben nicht, wie gut da» Kind ist."
„Ich glaube von ihr Alle-, waS gut und schön ist," verficherte her Hauptmann mit lieber« zeugung, al- er ausstehend, sich von der eiten Stau verabschiedete.
Diese blickte ihm wohlgefällig »ach: „Sin braver Herr und gar nicht stolz. Nicht umsonst hat ihn der Nazi so gern. Wenn der Nazel, der fich auf Männer so gut auSkennt, bei ö en Frauen nur nicht so blind sein wollte.
Xw. Kapitel.
Frau von Urbach war nicht gekommen. Ei» neue» Telegramm brachte die Meldung, auf Wunsch chreS Mannes müsse sie ihre Abreise am einige Tage verschieden. Zu jeder andern Zeit hätte Franz de» Aufschub sehr empfunden; feit feiner Begegnung mit Anna war diese aber der Brennpunkt geworden, um de» fich fein Denken konzentririe. Das Gefühl, da- so urplötzlich in [einem Herzen aufioderte, ihn vollständig be. herrschte, — diese Empfindung, die er mit einem
Purpurroth erglüht unterbrach fie ihn: „Bei krau von Sttombeck find wir morgen Alle, ich soll dort fingen."
„Dort bin ich sehr gut bekannt," tief er reudia. „Da werde ich Sie also hören."
Sie lächelte, ihr Grsitztchen schien wie in Sonnenschein getaucht. Mit Worten aber gab le ihrer Genugthuung keinen Ausdruck; fie nahm ogar etwa» förmlich Abschied von ihm, um so sicher grüßte fie die und ging bann, die ungebetbige» Schwesterchen mH sich ziehend.
»Wie hat fich Fräulein Anna doch verändert," bemerkte Fran, z» Fran Gruber. „Wer hätte gedacht, daß fie so wunderhübsch würde!"
„Ich wollte, fie wäre häßlich wie die Nacht „„ unb hätte eine Stimme wie ein Rabe," aut« reich ft wartete die alte Frau mit ihrer Unglück- „K< verhrißendste» Miene.
- 56. Sitzung vom 23. Mär».
.bei heutigen Sitzung be« Abgeordnetenhäuser bildete der 6«mfaea be« Präsidium« beim Kaiser einen politisch sehr bemerken-werthen Therl der ver- ! Handlungen.
Tode de« hochseligen Kaiser« Wilhelm bis letzt die Achtung vor den Autoritäten im Bolte abgenommen habe, juamentlich bei der Jugend. Wir Alle, alle Stände ohne Ausnahme, können unb dürfen uns da von einer Mitschuld nicht freisprechen, daß mir nicht genug durch die Mittel, die unS zu Ge- bote stehen, gethan haben, daß die Autorität in der Werse gewahrt bleibt, wie eS früher geschehen ist. Sr habe da« vertrauen zu dem Hause der Abgeordneten und zu allen Parteien in demselben, und wünsche, daß alle Parteien nach ihren Kräften dabin wirken möchten, daß die Achtung vor den Autoritäten wieder so gehoben würde, wie es möglich ist.
. V». Michter (fif. Bp.) kritistrte die Mittheilungen deS Präsidenten im Hause ohne Anwesenheit eines verantwortlichen Ministers und protestirte zugleich gegen diesen Borgang, indem er weiterhin die That deS Weiland mit der des Hoedel und Nobiling im Segensatz zu den Aeußerungen des Präsidenten für unvergleichbar hielt.
Präsident v. Kröcher erwiderte, daß er die Bremer That nur ähnlich den früheren Attentaten bezeichnet habe. WaS die Mittheilung der Aussprache Sr. Md jestät im Abgeordneterhause angehe, so habe Se Majestät die beiden Herren nicht alS die Privatpersonen Dr. Krause und von Kröcher empfangen, sondern als Präsidenten deS Abgeordnetenhauses und denselben damit doch den Austra, ertheilt, seine Worte dem Hause mitzutheilen. (Betfall.) DaS habe er versucht zu thun und hoffe, daß eS thm gelungen sei, eS richtig darzustellen. (Beifall.) - Dr. Krause (natl., zweiter BizeprSfident) konstatirte als Zeuge, daß Präsident von Kröcher nichts andere» zu Er. Majestät gesprochen, alS wie er dem Hause davon Mittheilung gemacht habe. Man könne verschiedener Ansicht sein, ob dergleichen Mittheilungen dem Hause der Abgeordneten oder überhaupt einem Parlament zu machen sind. Er sei aber doch der Meinung, daß, wenn daS HauS daS Präsidium beauftragt, Sr. Majestät fein Mitgefühl auSznfprechen, daß dann wrederzugeben ist, was Se. Majestät darauf geäußert haben. ES handelt sich dabei nicht um einen Akt der EtaatSregierung und würde der Borgang auch nicht diikutirt werden können, sondern um eine Aeußerung des Monarchen, die kennen zu lernen allerdings die Mitglieder deS Hauses ein Jntereffe haben. (Beifall.) "
Ab,. Iritzen (Centrum) stimmte dem Abgeordneten Dr. Krause bei.
Ad, Aichter (freif. v.) geb sich nun theilweise zufrieden, glaubte aber doch in der Aussprache der Kaisers einen RegierungSakt erblicken zu müssen.
Präsident »•* Kröcher unterbrach den Aba. Rich- ter mit den «orten: Herr Ab,. Richter, ich bitte, die Worte Seiner Majestät nicht einer Kritik zu unterziehen.
Nach einigen »eiteren Bemerkungen feiten« be« Ab,. Richter trat da« Hau« in die Erledigung der Tagesordnung ein.
Die Gesetzentwürfe, betreffend die Bereinigung der Landgemeinde Saarden mit der Stadtgemeinde und dem Stadtkreise Kiel und betreffend die Bereinigung bet Landgemeinden Eckes y, Eppenhausen und Delstern mit der Stadtgemeinde und dem Stadtkrei« Hagen i. Wests, wurden in erster und zweiter Lesung ebne Debatte angenommen.
t felgte die erste verathun, deS Besetzentwnrf«. betreffend die Organisation der allgemeinen Landet- verwaltun, in den Stadtkreisen Berlin, «harlotte»- burg, Schöneber, und Mixdorf. (Oderpräsidert von Berlin.)
Minister de« Innern Freiherr *•* Stiehlt« wie« auf da« »achrthum Berlin« hm und bat, die Vorlage günstig aufnehmen zu wollen.
» dlbg. »o» Kania«, (Centrum): Meine politischen Freunde sind der Ansicht, daß ein dringende« Bedürf- mß besteht, die einheitliche Berwaltun, der Städte Berlrn, Eharlotteuburg, Schöneberg und Rirdorf aulzubaueu. Nach den Erklärungen de« SRiniftu» bet «eg einer »Heilung de« Regierungsbezirks Pat«- i b«n nicht ,an,bar. Wir stellen uuS auf den Boden
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