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ft» Maate 3. >M»»ette» in Stil«. mit Ilnterhattungs Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeilungi' - Pdmiafr
HL 69.
MuLöa, Samstag, den 23. März 1901.
28. Jahrgang.
Bit UMbtretinnotn s«^dtu KmM hltn-klsinträgkli nehmen in der Politik in der nächsten Zeit das größte Interesse in Anspruch. Auch die sonstigen * Verhandlungen im deutschen Reichstage und im preußischen Landtage find von großer Bedeutung für alle Stände der Bevölkerung. Unter solchen *' Umständen ist das Lesen einer Zeitung, die t ä g l i ch , über all diese Dinge rasch und zuverlässig berichtet, ein Bedürfniß für Jedermann, der für die Vorgänge auf der Weltbühne Sinn und In« tereffe hat.
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Die ,Fuldaer Zeitung' mit der achtseitigen Gratisbellage ,Jllustrirte Sonntagszeitung' ist [ das einzige täglich erscheinende Blatt der Cen- - trumspartei in der Diözese Fulda und im J Regierungsbezirk Kassel; sie behandelt ■ die neuesten Tagesfragen in allgemein verständlicher Weise. Die politischen Nachrichten sind kurz und über- > sichtlich zusammengestellt; den lokalen und provinziellen Vorkommnissen wird große Sorgfalt gewidmet und auf ein spannendes, sittlich reines Feuilleton besonders Gewicht gelegt. Zahlreiche zuverlässige Mitarbeiter in Berlin sowie in der Provinz setzen uns in den Stand, über alle wichtigen Ereignisse bedeutend früher zu berichten, als die anderen Blätter hiesiger Gegend.
Durch ausgiebige Benutzung des Fern- i sprechers sind wir in der Lage, über alle bedeutende Borkommnisie in der Welt rasch zu berichten. Durch Vertrag mit einem der großen Dqreschenbnreaus haben wir uns die Uebermitte- lung der
wichtigsten Depeschen «us dem An- ; «nd Anstande
gefichert. Diese Einrichtung hat bei unseren Lesern §oße Anerkennung gefunden und wird in nächster eit noch erheblich erweitert werden. Bei besonderen Anläsien erleichtert die »Fuldaer Zeitung' das Berständniß der Artikel durch
O Karten und Iünstratianen, © wie überhaupt weder Kosten noch Mühen gescheut werden, wenn es gilt, das Blatt zu vervollkommnen.
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Wochen-Munöschau.
------- (Nachdruck verboten.)
X Fulda, 23. März.
Die »weite China-Forderung der Ber- -ündeten Regierungen hat die Billigung des Reichstages gefunden, ohne daß die entsprechende Vorlage der Brchgetkommisfion zur Borberathung überwiesen «porden ist. Und doch beträgt diese zweite von dem Bnndesrathe aufgestellte China-Rechnung nicht mehr und nicht weniger als 123 Millionen — gerade als ob es sich gar nicht erst lohnte, über diese ungeheueren Summen noch ein Wort zu verlieren! Und wir haben es doch eigentlich gar nicht dazu, denn die Schuldenlast des Reiches wächst beständig in unheimlicher Weise. Reichskanzler Graf Bülow hat i» einer ausführlichen Rede dargelegt, daß die chine- fischen Seezölle eine parke Erhöhung vertragen tonnten, ohne daß der Handel dadurch geschädigt werden würde; daraus sollten wir dann unsere Wna-Aus gaben wiedererhalten. Aber «nßer un
wollen noch viele Andere Entschädigung baden, und vorläufig ist schwer zu begreifen, woher China alle die Gelder nehmen soll, um diese vielen Ansprüche zu befriedigen.
Recht erfreulich war es dagegen, vorn Reichskanzler zu vernehmen, daß wir uns über die Mandschurei ganz und gar nicht anfregen: „Ich wüßte nichts, das uns gleichgiltiger wäre, als die Mandschurei" — sagte Graf Bülow. Das ist schön. Es bleibt nur zu wünschen übrig, daß uns in Zukunft auch manches Andere im fernen Auslande ebenso gleichgiltig bleiben, und daß bei uns nicht die unglückselige Gewohnheit Oberwasser bekommen möge, uns in alle möglichen Dinge einzumischen, die uns im Grunde genommen wenig angehen.
Aber wann der China-Feldzug sein Ende erreichen werde, darüber wußte auch Graf Bülow nichts zu sagen, so wenig wie Kriegsminister von Goßler, der bei der zweiten Lesung der China- forderurg die Regierung vertrat. Es könnte sein, daß auch der China-Krieg zu den mancherlei „uferlosen" Dingen gehört, von denen man in unseren Tagen zu hören gewohnt ist.
Ebenso dunkel wie die zukünftige Entwickelung der China-Dinge ist die Entwickelung der neuen Zolltarif-Vorlage. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes sagte zwar schon vor mehreren Wochen, daß der Entwurf „baldigst" den Bundesregierungen zugehen solle, aber vorläufig ist das bis heute noch nicht geschehen. Es ist deswegen ein wenig zweifelhaft, ob die Tröstung eines Berliner Offiziösen der Wahrheit entspreche, daß nämlich sicherlich der Bundesrath „um Ostern herum" die Vorlage zur Berathung zugestellt erhalten werde. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, ist darauf zu rechnen, daß eine Mehrheit innerhalb der Verbündeten Regierungen vorhanden ist für die Einführung eines Doppeltarifs für die Agrarzölle.
Der russische Finanzminister von Witte scheint inzwischen auch eingesehen zu haben, daß er mit seinem heftigen Reiterangriffe gegen die deutschen Zolltarifpläne gar keinen Geniestreich begangen hat. Er hat sich nämlich mit den Klugen berathen und hat in mehreren russischen Zeitungen, die seinem Winke folgen, Beschwichtigungskundgebungcn erscheinen lassen. Die „Redaktionen" der Zeitungen, in denen die Angriffs-Artikel erschienen, sollen schuld daran sein, daß diese Angriffe so heftig ausfielen — na, etwas geistreicher hätte Herr von Witte sich auch entschuldigen können! Aber die Thatsache, daß er überhaupt wieoer einlenkt, ist deswegen nicht minder erfreulich.
Der Reichstag hat dieBerathungendes Etats erledigt und ist in die Osterferien gegangen. In der zweiten Woche nach Ostern wird er, wie bereits bekannt, seine Berathungen von neuem aufnehmen. Au Berathungsstoff fehlt eS ihm wahrhaftig nicht, um bis zum schönen Pfingstfeste recht fleißig zu arbeiten, auch dann nicht, wenn etwa wirklich der neue Zolltarif diesmal noch ausbleiben und bis zum Herbst zurückgestellt werden sollte.
Auch das preußische Abgeordnetenhaus hat den Etat in allen Lesungen durchberathen. Nunmehr ist die Reihe am Herrenhause, auch seine Zustimmung dazu zu geben. Aus den letzten EtatSbera- thungen des Abgeordnetenhauses ist als besonders wichtig hervorzuheben ein einstimmig gefaßter Beschluß des Hauses, die Regierung möge so bald wie möglich ein geeignetes Schuldotations-Gesetz vorlegen. Der Beschluß wurde auf einen von dem konservativen Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa eingebrachten Antrag hin gefaßt. Der Kultusminister Dr. Studt erklärte dabei, er könne den Zeitpunkt noch nicht angeben, an dem er ein solches Gesetz einbringen werde. Aber nach der übrigen Fassung der Ministererklärung ist Hoffnung vorhanden, daß die Regierung nun wirklich mit Ernst an die Lösung dieser Aufgabe herangehe. Das Centrum hat sich auch dem Anträge angeschloffen, jedoch mit der ausdrücklichen Verwahrung, daß es seine Annahme nur als einstweiligen Lückenbüßer betrachtet für ein allgemeines Volksschulgesetz auf christlich-konfessioneller Grundlage.
In der zweiten hessischen Kammer wird eS demnächst vermuthlich sehr lebhaft zugehen. Der berühmte parlamentarische Abend, an dem der Groß- Herzog mit dem sozialdemokratischen Abg. Ulrich sich unterhalten hatte, sollte angeblich nach einem Ver- sprechen des Kammerpräsidenten ohne monarchische Ovationen abgehen; so behauptet wenigstens daS Blatt des Abg. Ulrich. Unter dieser Bedingung nur hätten die drei Sozialdemokraten sich daran beteiligt. Nun wollen diese Letzteren Lärm schlagen, wenn es sich in der Kammer um die Bewilligung der Kosten handeln wird.
Der Lübecker Senat hat ein Einsehen ge» habt; er hat sein Serbat deS S treikposten- stehens wieder aufgehoben, da er gemerkt hat, daß er damit gegen bte Reichsgesetzgebung nicht durchdringt.
Unserem verehrten Parteiführer Dr. Lieber ist eine Auszeichnung deS Papstes zu theil geworden. Der hl. Vater hat Herrn Dr. Lieber zum Geheimen Kammerherrn di Spada e di Cappa ernannt, nachdem er den verdienten Centrumsabgeordneten kurz vorher durch die Verleihung der Komturkreuze, de» PiusordenS mit dem Stern ausgezeichnet hatte. Das Befinden deS Herrn Dr. Lieber macht nach der zuletzt überstandenen Krankheit sehr erfreuliche Fortschritte, so daß er nach den Osterferien sicher wieder an tun parlamentarischen Verhandlungen theilnehmen wird.
Diejenige deutsche Volksvertretung, in der die Sozialdemokratie verhälinißmäßig die meisten Mitglieder hat, ist der Gothais che Landtag. Ihm gehören neunzehn Sozialdemokraten an. Da» Präsidium diese» Landtage» wurde in diesen Tagen gewählt. Der freistnuige Dberbtrgere elfter Stebetrau
wurde Präsident, der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Bock Vizepräsident. Da wurde also wirklich ein Bock zum Gärtner gemacht!
Das österreichische Abgeordnetenhaus arbeitet. Mitunter gestaltet sich dieses Arbeiten freilich ein wenig eigenthümlich, unterbrochen durch das Ausflackern des bösen alten Streites. Aber seit der tschechische Schreihals Freßt Prügel bekommen hat im marmornen Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses, ist es wirllich besser geworden. Die Vernünftigeren unter den Tschechen begannen sich zu schämen und seitdem leisten sie ihre Beihilfe dazu, die wichtigsten Gesetzentwürfe unter Dach und Fach zu bringen. Das Rekrutirungsgesetz ist bereits geborgen, und jedenfalls wird es auch gelingen, die großen Berkehrsvorlagen ordnungsgemäß durchzuberathen und zu Gesetzen zu erheben. Der Kaiser Franz Joseph hat also die Freude, zu sehen, daß seine eindringlichen Ermahnungen zur Ruhe und Besonnenheit nicht vergeblich waren. Der Monarch weilte in diesen Tagen in München, um den Prinzregenten Luitpold von Bayern zu seinem achtzigsten Geburtstage zu beglückwünschen. Bei dieser Gelegenheit hat er den deutschen Kronprinzen, der zu demselben Zwecke ebenfalls in München weilte, in ganz besonders herzlicher Weise zu einem Besuche in Wien eingeladen.
Das Zarenreich glaubte die Seuche des Nihilismus überwunden zu haben. Aber die Studentenunruhen, die ganz neuerdings wieder in verschiedenen russischen Städten ausgebrochen sind, sehen ganz danach aus, als hätten sie einen recht gefährlichen Hintergrund. Ja Kiew fing es an, in Charkow, in Petersburg, in Moskau, in Odessa ist es weitergegangen, und es find nicht nur Studenten, die diese aufruhrartigen Kundgebungen veranstalten, sondern es schließen sich ihnen große Massen der armem Bevölkerung an, um dabei zu helfen. Das Beginnen ist Thorheit. Denn die armen Leute kommen doch zu keinem Ziele. Die Bewegung erstirbt unter den Hieben der Kosakenknute, und wirklich bleibt ja auch gar nichts Anderes übrig, al» die Gewalt durch die Gewalt zu bändigen. Aber es ist traurig, daß es überhaupt wieder zu solchen bösartigen Erscheinungen der noch immer nicht beseitigten politischen Krankheit gekommen ist; denn diese sogenannte Studentenunruhen find ein sicheres Anzeichen für das Vorhandensein einer tiefen Verstimmung gegen das herrschende Regiment. In Petersburg ist es bis zum Barikadenkarnpsej in den Straßen gekommen. Der Unterrichtsminister ist gestorben in Folge einer in Moskau erhaltenen Verletzung. Wer weiß, wann es gelingen wird, wieder Ruhe zu schaffen.
In China gibt es allerhand Streitigkeiten. Zunächst hatten die Engländer und die Ruffen Streit bekommen wegen des Anrechtes auf eine Nsenbahn- strecke von Tientsin aus. Jeder Theil behauptete, im Besitze der verbrieften Rechte zum Bau zu fein; schließlich hat es sich, als nun auch die Diplomatie eingriff, herausgestellt, daß die lügnerischen Chinesen wirklich allen beiden Theilen auch die entsprechende Erlaubniß gegeben hatten. Nunmehr ist eine freundschaftliche Verständigung erfolgt: Die Engländer bauen die Bahn, erkennen ober an, daß Rußland in diesem Gebiete im Allgemeinen das Vorrecht hat. Leider sind dafür unangenehme Zwiste ausgebrochen zwischen den Truppen der einzelnen Mächte; namentlich Engländer und Franzosen boxen sich in theilweise gefährlicher Weife in den Straßen von Peking und Tientsin. Gras Waldersee ist schleunigst von seiner Reise nach Tsingtau zurückgekehrt und wird nun hoffentlich bald wieder Ruhe stiften.
General Louis Botha hat sich als ein Mann bewiesen und die schmachvollen englischen Friedensbedingungen abgelehnt. Diese Hiobspost mußte Herr Minister Chamberlein selbst im britischen Unterhause verkünden, und nun muß daS englische Volk eine zweite Milliarde aufbringen für den frevelhaften Krieg in Südafrika, wenn nicht die Pest dem Kriege ein gewaltsames Ende macht. Die Buren zeigen sich wirklich als Helden. Gibt es denn gar keinen Retter für sie? im -----------
Aus den Fasten-Hirtenbriefen der deutschen Bischöfe.
v.
Der Hochmütigste Herr Fürstbischof voa BreSlau, Se. Eminenz Kardinal Kopp behandelt in seinem diesjährigen Fastenschrerben die Nothmendigkest einer bußfertigen Sestmmng zur Seroimuig. der Ablässe und speziell deS JubilävmkablaffeS. In dem Hirtenbriefe heißt eS u. A.
„Die Reinheit der Seele ist die erste und unerläßliche Bedingung, um an den Gnaden Antheil haben zu können, die daS Jubiläum den Gläubigen darbietet.
Nun ist eS richtig, daß uns, wenn wir wahre Reue und aufrichtige Bußgefinnung haben, im heiligen Sakramente der Buße Vergebung der Sünden zu Theil wird; wir treten dann in die Kindschaft Gottes zurück und erlangen seine Gnade wieder. Gleichwie aber die Beichtväter für die Jubiläumszeit außerordentliche Vollmachten erhalten, um in den Gewissen der Gläubigen vollständige Ordnung wieder- herzustellen, so sollen auch diese für die Jubiläums- beicht sich der sorgfältigsten Vorbereitung befleißigen, die gewissenhafteste Selbstprüfung vornehmen, die vollkommenste Zeiknirschnng des Herzen» emeck n, den aufrichtigsten Entschluß zur Trwe und Beharrlichkeit im Guten fassen und etwaige Mangel früherer Beichten zu heilen sich bestreben.
Jedoch auch wenn die Schuld jeglicher Sünde nachgelassen ist, bleibt der Sünder zumeist noch ein weiterer Schuldner der göttlichen Gerechtigkett. Getilgt sst durch das Sakrament die Befleckung der Seele und die ewige Strafe. Aber der Sünder hat sich und seine Fähigkeit in den Dienst der Sünde gestellt; er soll sie von nun an in den Dienst der Buße stellen, um die gestörte sittliche Ordnung in sich und außer sich wieder aufzurichten und zu befestigen. Um der göttlichen Gerechtigkeit volle Sühne zu leisten, soll das ganze Leben des Sünder» eine Buße fein, und dämm ruft die Kirche die Menschen immerfort zur Buße auf, und darum laden die Vorsteher der Kirche in jedem Jahre zn Begin« der Fastenzeit die ihrer Obhut anvertrauten Heerden ein, in reumüthiger Gesinnung sich mit der Buße zu vereinigen, die der Gottrnenfch zur Tilgung der Sündenschuld für die ganze Menschheit übernahm.
Vielfach sind die Mittel, die uns zu Gebote stehen, diese Buße zu üben und der göttlichen Gerechtigkeit für unsere Schulden genug zu thun. Wir leisten solche Genugthunng durch treue Erfüllung unserer Standes- und Berufspflichten in mühevoller Arbeit und Beschwerde; so will es Gott selbst, der diese Buße, als er die Pforte des Paradieses schloß, der ganzen Menschheit auflegte. Wir leisten sie durch geduldiges Ertragen der Leiden und Heimfuchungen, die Gott aus unseren Lebensweg streuet; so hat der Sohn Gottes die Schulden der Menschheit getilgt. Wir leisten sie durch freiwillige Verzichtleistung auf erlaubte Freiheit und Freude, durch Erweise thättger Liebe gegen einander; so lehrt uns der heilige Geist in den heiligen Urkunden, in denen die Wahrheiten des Glaubens unter seiner Eingebung niedergelegt worden find.
Also sollen wir gleich dem Knechte, der seinem H errn zehntausend Talente schuldig war, unser ganze» Leben hindurch bereit fein, unsere Schulden der göttlichen Gerechtigkeit abzutragen; allein wir können wohl wie jener dieses Versprechen geben und den Willen daz» haben. Wie aber vermöchten wir die Größe der Schuld durch unsere Buße auszugleichen, die ohnehin durch die Schwäche und Unbeständigkett unsere» Willens nur zu oft entwerthet wird? Da tritt die mütierliche Sorge der Kirche ein durch Gewährung von Ablaß.
Demnach ist der Ablaß gleichfam ein Al - mosen, das die Kirche unferm Unvermögen zuwendet. Sie erläßt uns nicht, was wir selbst können, sondern nur dasjenige, was wir nicht können. Es ist elf» nicht wahr, daß die Kirche mit dem Ablaffe die Trägheit und Nachlässigkeit fördere und uns ein bequemes Ruhekissen bereite. Sie gebraucht diese von Christus verliehene Macht keineswegs, um uns von der Buße zu befreien, sondern um uns zu ernsterBußgesinnung zu bewegen. Denn ohne diese, ohne wahre Rene kann keine Aussöhnung mit Gott, keine Vergebung der Sünden, mithin auch kein Nachlaß der Sünden- ftrafen stattfinden. So ist denn der Ablaß gerade eine Belohnung der Bußfertigen und darum ein Antrieb zu wahrer Buße und Lebensänderung; er fördert die Bußgefinnung, indem er vor Klcimnuth bewahrt und den Bußferttgen die Hoffnung eröffnet, tum ihren Sündenstrafen befreit zu werden, bevor sie vor den ewigen Richter treten."
Ebenso handelt der Hirtenbrief deS Hoch». Herrn Bischofs von Würzburg über Buße, „Bringet würdige Früchte der Buße!" ruft der Würzburger Oberhirt seinen D Kzefanen zu und fährt dann fort:
„Rufet euch, jeder sich selbst, an einem jeden Morgen bei der Erneuerung eurer guten Vorsätze und jeden Abend bei der GewiffenSerforschung die Worte zu: „Bringet würdige Früchte der Buße." Unterlasset diese Mahnung zur Buße an keinem Tage während der Fastenzeit. Die Fastenzeit hat ja ganz besonder» die Aufgabe, die Bußgefinnung zu wecken rmd zu kräftigen. Benützet alle Mittel, welch« auch in der Fastenzeit geboten werden, um euch bußfertig, reu- rnüthig zu machen, nm euch mit dem beleidigten Gotte zu versöhnen und euch zu treuen, allzeit anhänglichen Freunden Gottes zu machen; benützet die in der Fastenzeit sich bietenden Missionspredigten, Fastenpredigten, Fasten-Andachten durch regelmäßige THÄnahme an denselben. Gehet ohne Bangen in den Beichtstuhl zum Empfang des hl. Bußsakramenle», eilet ohne Verzug in den Beichtstuhl, besonders bann, wenn eine schwere Schuld auf eurer Seele lasten sollte und wenn deshalb für euch die Gefahr bestcht, durch einen etwa eintretenden Tod für eine ganze Ewigkeit unsagbar mic lücklich zu werden. Einen vernünftigen Grund, den Beichtstuhl, das Bußgericht zu fürchten, gibt es nicht. Sin Gericht ist wohl auch da» Bußgericht, aber kein Gericht zur Verurtheilung, zur Verkündigung der Strafe, sondern ein Gericht zum Zwecke her Freisprechung, zur Verkündigung de» Strasnachlasses, der Zurückgabe der verlorenen Reich- thümer der Seele, der verlorenen Würde eines Kinde» Gottes, des Erbschaftsrechtes auf die Freuden, die Herrlichkeiten des Himmels. „Bringet würdige Früchte der Buße!" Fürwahr, es ist bei gutem Willen nicht schwer, Früchte der Buße zu bringen, die dem «ll- barmherzigen Gotte genügen."
Der Hirtenbrief des Feldprvpstes der preußlschen Armee und der Marine, des Bischofs Dr. A ß m an n, handelt von der Uebung dreier Tugenden: »e« Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Die Verbindung derselben aber ist der Inbegriff unserer ganzen Christenpflicht. Jede der drei ist nothwendig und geboten; indessen ist und bleibt aber die erste, die größte, die herrlichste und unerläßlichste von ihnen die Tugend der Liebe.
Der Hirtenbrief des Bamberger Erzbischof» handelt von der Erlösung durch den Tod Christi. Am Schluffe wird die Feier der fiebenhm»dertjäh«grn