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Jutta, Montag, den 18. März 1901.
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es Deutschland nicht verargen könne, wenn dieses seinem Getreidebau den nothwendigen Zollschutz gewähren wolle; und daß uns von Om.rreich- Ungarn her keine Schwierigkeiten erwachsen werden, wissen wir ja im voraus. Und nun sehe man sich einmal die Werthe der Einfuhr von an« d ren Ländern her zu uns an und die Werthe unserer Ausfuhr von Deutschland nach ihnen hin während der letzten Jahre. Die russ. Einfuhr nach Deutschland betrug im Jahre 1899 nicht weniger als 701 Millionen, unsere Ausfuhr dorthin 396 Millionen Mark. Oesterreich-Ungarn führte während desselben Jahres für 730 Millionen Mark Werth bei uns ein, wir führten dorthin aus während desselben Jahres 1899 nur für 466 Millionen Die Einfuhr aus Italien betrug 197, unsere Ausfuhr dorthin 116 Mill. Mark; und während die Bereinigten Staaten von Amerika eine Einuhr nach dem Deutschen Reiche im Werthe von 907 Mill. Mark hatten, führten wir im Laufe des Jahres 1899 im Ganzen für nur 377 Mill. Mark Waare dorthin aus.
h Do« der Aötze der HelreidezSTe will ein Berliner Lokalblatt erfahren haben, daß „her Getreidezoll in der Höhe von 6 bis 61/« Mark gesichert sei", und daß die Industrie auf dem Standpunkte stehe, einen solchen Zoll bequem tragen zu können. Als sicher wird es ferner in der betreffenden Zeitungsnotiz bezeichnet, daß „der Handelsvertrag mit Rußland trotz des Zolles und trotz des vom russischen Ftnanzminister von Witte
ver- weiß ein alter Praktikus, wie ich, etwas zu Die Beurtheilung sagen. Und dann diese Schule! Es thut wohl, wieder einmal den bei canto zu hören, von dem bald niemand mehr als vom Hörsaaen etwas wissen wird."
* Die Ladengeschäfte haben vom 1.April ab für hinreichende -itzgetegeuhett der Angestettte« zu sorgen. Die bezüglichen Bundes- rathsbestimmungen lauten: „1. in denjenigen der offenen Verkaufsstellen, in welchen die Kund« chaft bedient wird, sowie in de« zu solchen Verkaufsstellen gehörenden Schreibstuben (Komp- toiren) muß für die daselbst beschäftigten Gehilfen ind Lehrlinge eine nach der Zahl dieser Per- onen ausreichende Sitzgelegenheit vorhanden ein. Für die mit der Bedienung der Kundschaft »eschästigten Personen muß die Sitzgelegenheit o eingerichtet sein, daß sie auch während kürzerer Arbeitsunterbrechungen benutzt werden kann. Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten Personen während der Zeit, in welcher sie mrch ihre Beschäftigung nicht daran gehindert ind, gestattet werden." Die weiteren Vorschriften iberlassen es den zuständigen Behörden, zu be- timmen, welchen besonderen Anforderungen die Sitzgelegenheit in Rücksicht auf die Zahl der Personen, für die sie bestimmt ist, sowie Hinsicht- ich ihrer Lage und Beschaffe«heit genügen muß.
* Gegenwärtig finden Beratbungen über ! Ausarbeitung eines Moh»««g»gefehe» für das Königre ch Preußen zwischen Kommissaren der Ministerien des Innern, der öffentlichen Arbeite» und für Handel und Gewerbe statt. Ueber die
Daß es sich wirklich so verhält, wird neuerdings von einem Offiziosus bestätigt, der ein häufiger Gast im preußischen Finanzministerium ist. Die ,Berliner Politischen Nachrichten' nämlich bezeichnen die Meldung als richtig, daß zur Zeit im Rsichsschatzamte Verhandlungen ftatt- sinden zwischen Vertretern der verschiedenen zuständigen Reichsämter und des preußischen Finanzministeriums. Wenn keine Meinungsverschiedenheiten mehr beständen, brauchten auch keine Verhandlungen stattzufinden! Welche Minister oder Geheimräthe nun sür oder wider den Doppeltarif sind, darauf kommt es, in diesem Augenblick wenigstens, wenig an. Hauptsache ist hierbei der bedauerliche Umstand, daß ganz augenscheinlich eine Ewigkeit noch nicht erzielt, der Entwurf also auch noch nicht zur Begutachtung an die einzelnen Landesregierungen hinausgeaangen ist Eme Meldung dieser jüngsten Tage aus Oldenburg sagte auch geradezu im Widerspruche gegen eine andere Nachricht, daß die oldenburgische Regierung sich noch gar nicht über ihre Stellung zum Zolltarifzesetze habe äußern können, weil sie diesen Gesetzmt- Wurf noch gar nicht erhalten habe.
Die vorher erwähnte halbamtliche Mfttheilunz fügt hinzu: „Die Landwirthschaft kann erst dann die ihr so nöthige volle Beruhigung über ihr künftiges Schicksal gewinnen, wenn sie die Sicherheit hat, daß die landwirthschaftlichen Zölle nicht abermals das Kompensations-Objekt beim Abschlüsse neuer Handelsverträge bilden sollen." Ganz gut gesagt! Wenn man das aber s» klar einsieht, dann sollte man eublich der Landwirthschaft diese Beruhigung verschaffen, die fie wirklich nothwen- dig hat. Eine so wichtige Frage wie diejenige des neuen Zolltarif - Gesetzes darf man sicherlich in ihrer Behandlung nicht überstürzen; aber man sollte meinen, daß darüber schon Klarheit hätte geschaffen werden können, ob ver Doppeltarif maßgebend sein soll oder nicht.
Ein freihändlerisches Blatt meint zu jener halbamtlichen Notiz: „Daß diese „volle Beruhigung" (der Landwirthschaft) in Gestalt eines von vorn herein festgesetzten unabänderlichen Minimal- Tarifes die ganzen Handelsverträge kosten kann, kümmert das „Sammmngs"-Organ wenig. . ." Der alte Popanz! Gerade zur nämlichen Zeit versichern italienische Regierungsblätter, daß man
Das Fräulein bezeigte aber keinen Aerger, sondern lächelte nur. „Herr Franz", sagte sie, in den Ton der Kinderjahre zurückfallend, „hat nie mit der Wahrheit zurückgehalten, auch wenn sie bittet schmeckte. Im Grunde hat er ja auch Recht. Herrn Mepersfeld's Lob zum Beispiel hat mich mehr gefreut, als das aller anderen zusammengenommen."
bleibenden Betrag nicht einmal die Kosten des Druckpapiers gedeckt werden können."
Roman aus dem Wiener Leben.
Bon L. v. Reideg g.
------ (Nachdruck verboten.)
Form und den Inhalt des zu schaffenden Wohnungsgesetzes ist noch nichts bekannt geworden. )te Äeralhungen werden aber so eifrig gefördert, >aß ein baldiges Zustandekommen de» Ge- etzes zu erwarten ist
* Ioneutarif. Der Zentral - Ausschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und indu-
* Die Verhandlungen wegen der 300 Millionen d-eiprozeuttge Aetchsaukeihe sollen Ende nächster Woche mit der Reichsbank, der Seehandlung und dem Bankenkonsortium der letzten Emission beginnen. Es wird beabsichtigt, die Emission im ersten Drittel des April stattfindcn zu lassen.
ft Deutsche KarrdelsKammerrr im Aus- kaude. Die Budgetkommisston des Reichstages beschäftigte sich heute mit dem Anträge des nationalliberalen Abgeordneten M ünch- Ferb er, die Verbündeten Regieungen zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Errichtung von deutschen Handelskammern im Auslande herbeigeführt werde. Obwohl der Staatssekretär deS Auswärtigen Amtes, Freiherr von Richt- Hofen, der Direktor aus demselben Amte, Geheimrath von Körner und Generalkonsu Ma ton aus Petersburg gegen den Antrax sprachen, wurde dieser Antrag angenommen. Den Ausschlag oab augenscheinlich ein von dem Abgeordneten Müller-Fulda (Centrum) aufgestellter Gesichtspunkt, daß angesichts der steigenden Opfer für das Konsulatswesen, das seinen Aufgaben nicht durchaus genüge, der Antrag nicht von der Hand zu weisen sei.
.Betreff der Fürsorge - Erziehung Wivderzahriger wird in einer Zuschrift an die »Köln. Dolksztg.' darauf hingewirsen, daß die Provinzialbehörden von Westfalen für die Regierungsbezirke Minden und Arnsberg mit dem katholischen Erziehungsverein der Diözese Paderborn Vereinbarungen getroffen haben, um durch seine Mitwirkung die Fürsorgeerziehung verwahrloster Kinder zu veranlassen. Für den Reqie- I rungsbezirk Münster hat die Provinzialbehörde ähnliche Vereinbarungen mit dem Vincenz- d er ein getroffen; dieser wird die Unterbringung solcher Kinder in katholischen Familien oder Anstalten vermitteln. Der Verfasser der Zuschrift bemerkt dann wetter: „Gerade oer
Vir cenzverein wäre nach meiner Ansicht berufen, überall dort, wo keine brsonderen Erziehungs- vereine bestehen oder gegründet werden können, die für die neue Fürsorgeerziehung nothwendigen Aufgaben von katholischer Seite zu übernehmen, wie er das auch wie bisher schon in ähnlicher Weise an vielen Orten gethan hat, weil er mit den Verhältnissen der bette ffenben Bevölkerungs- kreise und einzelnen Familien am besten bekannt ist. Ts wäre wünschenswerth, wenn hierdurch zugleich einer Zersplitterung der Kräfte vorgebeugt würde. Ich schließe mit der Hoffnung, daß wie in Westfalen und Sachsen, so auch in । anderen Provinzen die betreffenden katho- 1 Achen Vereine recht bald in Beziehungen zu den Provinzialbehörden treten möchten, wenn dies nicht bereits geschehen ist." 5
Srscheiw täglich, an. Ausnahme der Form- und Feiertage. Lierteljährl.
K,,«g,prei» »hne Bringerlohn und Bestellgeld in «ulda und aus» Wärt« 1 M.50 Pf.
Bro das Vrrhältniß so beschaffrn ist, besteht wenig Neigung zum Zollkriege gegen Deutschland. Alle diese Länder mit ihrer starken Ein- fuhr nach dem Deutschen Reiche werden es ft* zehnmal überlegen, ehe sie einen Zollkrieg mit liefern anfangen; denn sie würden den Schaden davontragen. Alle die Schrrckschüssr mit Zoll- Stegen und ähnlichen Dingen brauchen uus also durchaus nicht bange zu machen und uns nicht im mindesten zu beeinflussen in unserem Urtheil über )te Angelegenheit des neuen ZolltariseS. Wir ind vollkommen in der Lage, bei der Ausge- taltung desselben unsere eigenen wirthschaft- ichen Interessen das maßgebende Wort sprechen zu lassen.
„Sagen's, wa8 Sie wollen!" bestand Stephanie eigensinnig, „es fehlt die Kraft, und die wird vor allem verlangt. Seit ich wieder
0 Wie steht es mit dem neuen Zolltarif.
Mit dem Zolltarif geht es nicht so schnell, wie man nach der Erklärung des Reichsschatzsekretärs bei der Berathung seines besondern Etats im Reichstage annehmen konnte. Aus Zeitungsmittheilungen, die augenscheinlich daraus beruhten, daß dieser oder jener aus der Schule geplaudert hatte, hatte man in diesen Tagen erfahren, dad verschiedene hohe Regierungsstellen noch uneinig darüber find, ob Einheitstarif oder Doppeltarif eingeführt werden soll. Der Reichskanzler ober hat sich über diese Frage noch gar nicht entschieden.
Deutsche» Deich«
Berlin, den 16. März.
* Beim Kaiser vollzieht sich nach der ,Nattonalzeltung- dis Heilung der Wunde in denkbar günstigster Weise: Der Verband ist bereits gewechselt «mb durch einen leichteren ersetzt worden. Die Anschwellung des Gesichts ist geschwunden und die Wunde beginnt sich bereits zu schließen und zu überhäuten. Noch klaffen allerdings die Wundränder etwas auseinander, doch hofft Geheimrath von Bergmann sie so wett zur Vereinigung zu bringen, daß nur eine
»je, $otm einer schmalen feinen Linie zurückbleiben wird. . Eine Entstellung des Gesichts ist von einer solchen Narbe in keiner Weise zu befürchten. Der Kaiser selbst ist in guter Stimmung, hört täglich Vorträge und arbeitet sehr viel. In etwa acht Tagen dürste dre Wunde vollständig geheilt fein. Die Aerzte! würden auch j-tzt schon kein Bedenken haben, wenn der Kaiser bei günstiger Witterung vorher I ausfahren würde.
„Mit dem bei canto lockt man heutzutage keinen Hund hinter'm Ofen hervor. Das hat ausgespielt," spottete sie.
„Das spräche höchstens gegen den jetzt Herr- schenden Gt schmack, niemals gegen vollendete Gesangstechnik. Uns Kennern," er betonte da» Wort, „bleibt es ei» Genuß, das Fräulein zu hören."
-nse-iir: DA einspaltige Petit- zeile ober beten Raum 15 Pfg.,Reklamen bte Petit» zeile 25 Pfg.; bet • Wiederholungen wirb entsprechend,... Rabatt gewahrt« -
äugen da» Gegentheil; lag aber auch nur ein Kritikers. In neu erwachter Munterkeit wurde Keim von diesen Eigenschaften in ihr — wie bald das Gespräch fortgesetzt.
Eden b e Einflüsterungen der Mutier und die Unterdessen hatte sich eben dieser strenge Richter Lobhudeleien der Bewunderer ihn entwickeln! im Nebenzimmer Stephanie genähert, um ihr zum . ,"®. k fonn so ehrgeizig, mein Fräulein, Erfolg der Tochter zu qratuliren.
daß Sre nach Beifall dürsten?" fragte er spöttisch. Sie rümpfte die Nase bei dem Lob, bas er „Meinen Sie, man dürfe gegen Lob oder Anna spendete. Mochten auch Alle sich vor ihm
Tadel glerchgUttg sein? Sie beide find doch gewiß beugen, ihr imponirte der Mann nicht, trotz auch froh über da» Lob Ihrer Vorgesetzten ... seiner spöttisch stechenden Augen, trotz seinem und mein Vorgesetzter ist das Publikum." überlegenen Wesen.
--Was mich betrifft, so bringe ich es nur zu „So, das Stimmchen gefällt Ihnen also? Büffeln", meinte Holzer. „Hier Ja, nicht Übel. Nur fthlt die Seele," antwortete
der Musterknabe aber weiß, wie Belobung schmeckt." fie geringschätzig.
. ,^r,ani *e{ßte. 64 jedoch nicht geneigt, auf „Die Seele! Im Gegentheil, meine Gnädige. Holzer« Scherz einzugehen. „Wie man auf Lob, Die reise Kinderseele höre ich wenigstens aus ja auf da« Urtheil einer gedankenlosen Menge den Tönen heraus. Wie selten das ist, davon etwas geben kann, habe ich nie begriffen", i ' '■ ~ - - - ■ - - 1
fetzte er steif und Drmlich. „Di. ^tHtl^üun8 und Wertschätzung einzelner maßgebenden Menschen ist'« allein, auf die man Gewicht zu legen hat."
„Hör' auf Pedant! Du beleidigst das Fräulein!" rief Holzer entrüstet.
* Die HsfiziSs-, suchen jetzt ihre Fabrikate unter den Selbstkosten zu vertreibe». Die »Freis. Ztg.- schreibt: „Bor uns liegt ein Cir- kular der Expedition der,Nord d. Allg. Zrg.-, in welchem oieselbe sich erbietet, auf den Abon- SS»? stegen die I ------ Lttnunzminmet von Witte
^^si^^P^si^^S^a^dur^e^bng abgebrannten Feuerwerkes zu Stande kommen
Der eigenen Kindheit gedenkend, erwiderte Franz sehr ernst: „Ich möchte schon diejenigen glücklich nennen, die wenigsten» die Kindheit hindurch sich ihre Illusionen bewahrt haben."
„Brr! Da» nenne ich eine gräßliche Lebens- Philosophie!" rief Holzer, sich schüttelnd. „Erzählen Sie lieber von Ihren Erlebnissen, Fräulein Buschmann; erklären Sie un«, wie e« kommt, daß S e, obgleich schon zwei Jahre in Wien, doch erst heute wie eine Rackete emporfieigen."
„Um nicht ebenso unterzugehen, will ich hoffen", scherzte sie. „Ich muß erst gründlich ausgebildet werden. Leider erkrankte ich bald an der Diphteritis wodurch meine Stimme sehr geschwächt würde; um so besser müsse sie nun geschult werden, meinte der Vater, al« ich mich endlich erholt hatte. Da hieß es tüchtig lernen."
„Und nun?"
„Nun werde ich mich wohl öfter hören lassen. 34 hatte mich sehr davor gefürchtet; da« ist jetzt vorbei."
„Da« will ich meinen, nach dem Erfolg."
„Nicht wahr?" sagte fie naiv. „Sie glauben 9<rr nicht, wie der erste Beifall mich neu belebt hat."
Sollte sie eftel und gefallsüchtig fein? fragte ttch »ranz. Noch bekundeten die klaren Kinder-
So viel Nachgiebigkeit mußte Franz entwaffnen, er lächelte, blickte sogar sehr freundlich und ver- ... gnfcjt darein; ja er gratulirte ihr zu den Lob- hergestellt bin, kann ich zeigen, was Kraft ist. fprnchen jene« Kenner« und gefürchteten Musik-1 Somit näherte sie sich dem Klavier.
i „Ader meine Gnädigste," wehrte bet erschrocken hinzueilende Hausherr. „Sie find zu freundlich, sich j.tzt bemühen zu wollen. Dem Programme nach ist'« jetzt an Herrn Berger, sich auf der Violine hören zu lassen."
„Gehen's, lautete nichtsdestoweniger die Erwiderung, „wir find ja keine bezahlten Leut', die man herumkommanbiren barf. Ein jedes singt aus Gefälligkeit, wie und wenn es mag."
Sie setzte sich ans Klavier. Sich mit gewohnter Kunstfertigkeit begleitend, fang fie eines der gehaltlosen Lied r au8 ihrem reichhaltigen Reportoire. Eia ftrafttffelt war die Leistung allerdings zu nennen: oie Stimme hallte schrill in allen Ecken des Saales wider; wie eine Sturzwelle kamen die Tö- über bie Köpfe bet geängsteten Zuhöret, v^i benen bie meisten ihren Rückzug bewerkstelligte'. Die Sängerin bemerkte die Fahnenflucht, uno fanb sich babutch zu noch größerer Kraftentfaltung veranlaßt — zuletzt, sich überschreiend, schloß fie mit einem Mißton.
„So ... den Gickser, da haben's auf dem Gewissen!" wandte sie sich mit gezwungenem Auflachen an Meyrrsfelb, „Sie und das Fräulein Tochter. Da sitzt fie" — fie beutete nach dem Nebenzimmer — „toquettirt mit zwei Offizieren . . . Kinderseele! man kennt bad!"
„Das waren Geißelhiebe für die Ohren", vertraute der Kritiker, als Stephanie sich entfernt, Herrn Netzer an. „Sie find Ihr Kollege gewesen, Sie sollten ihr klar machen, daß solche Produktionen nicht rathsam find."»
„Sie hätten die Frau Hofräthin nicht reizen sollen, Herr Mey-rrfeld", vertheidigte Netzer die
mit Zlnterhaktungs -Meikage „Ilrustrirte Sonntags-Zeitung!'
28. Jahrgang,
werde." Daran Hai im Ernste noch kein Mensch gezweifelt, auch diejenigen nicht, die jetzt das be- .annte Wettkriechen von Rußland veranstaltet haben und uns mit der Ungnade des Zaren drohen. Es fragt sich nur, ob man in Deutschland zufrieden »st mit einem Zolle von 6 Mark!
* Die Meiullommissto« hat am Sonn- abend nach langer Berathung einen § 5 a angenommen, der bestimmt, daß Schaumwein auf Etiketten und Korken eine deutliche, nicht verwifchbare Bezeichnung tragen muß, welche den Ort und das Land kennbar macht, in Welchem er auf Flaschen gefüllt worben ist; bei Schaumwein, bet aus Fruchtwein hergestellt ist, muß auf Etiketten und Korken bie Verwendung von Fruchtwein angegeben fein. Auf Antrag des Abgeordneten Freiherrn von Heyl wurde beschlossen, daß der Wortlaut des wich- Men Paragraphen des Weingesetzes in Abdruck an sichtbarer Stelle in den Kellern und Verkaufsräumen bet Weinbaubetriebe, Schaumwein- kellereien, Weinhandlungen unb Gasthöfen aufge- , hängt werben muß.
* IlafaKverstcherrmg für Land nnb IorstrvirtHschaft. Dem Herrenhaufe ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worben, welcher das preußische Gesetz zur Ausführung deS ReichsgesetzeS für Laub- unb Forstwirthschast redaktionell in Uebereinstimmung bringt mit dem neuen Reichsgesetze. Es wirb darin bie Be- fugniß betätigt, bie Geschäfte bet Bervfvgenoffen- schäften für bie Land- unb Forstwirthschast wie bisher ben Kommunalverbänden zu übertragen.