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M 63.

Juwa, Samstag, den 16. März 1901.

28. Jahrgang.

0 Bom Toleranzantrag des Centrums

Von der „ausgezeichneten Begründung des Toleranzantrages durch den Adg. Gröber" bat in der Reichstagskommission, der dieser Antreg zur Vorberathung überwiesen ist, der sozialdemokratische Abgeordnete Stolle ge­sprochen. Eire Anerkenrung, die ein Sozial­demokrat einem Cmtrumsmanne zollt, maß wohl berechtigt sein; denn gerade von dieser Seite werden dem Centrum und seinen Stuten Aner­kennungen sonst aus Grundsatz nicht zugestanden. Und auch nm deswegen wird diese Anerkennung hier angeführt.

Was der Abgeordnete Stolle unter dem Eindrücke der Gröber'ichen Erklärungen und Begründungen aussprach, dachte« ouzenscheinlich die übrigen Mitglieder der Kommission. Jeden­falls ist von keinem einzigen derselben unmittel­barer Widerspruch gegen den Centrumsantrag erhoben worden; und wenn sogar der national- liberale Abgeordnete Dr. Sattler die That- sache anerkennt, daß „in manchen Staaten des Deutschen Reiches noch Unzuträglichkeiten auf dem Gebiete der Religionsübung bestehen", unter denen die Katholiken zu leiden haben, und zur Beseitigung dieser Dinge „die Ausübung eines Druck s auf diese Staaten" empfichlt, so muß dem Anträge des Centrums unbedingt eine voll- kommm überzeugende Beweiskraft inuewohnen. Es kann keinen bessern Beweis dafür geben, als wenn sogar der Abgeordnete Dr. Sattler der Berechtigung dieses Antrages solche Zugeständ- niffe macht.

Und was hat Abg. Gröber in der Kom­mission namentlich ausgeführt?

Zunächst hat er in einer schriftlich aufgezeich­neten Erklärung nochmals erläutert, was der Antrag 'ins was er nicht will. Das Centrum will also mit diesem Anirage weder auf die Schule und ihre Verwaltung, noch auf die kirchliche Vermögensverwaltung irgend­welchen Einfluß auSüben. Das Zentrum hat, wie ja allgemein bekannt, Bedenken gegen allerlei Zustände, die auf diesen Gebieten bestehen; aber mit dem vorliegenden Anträge haben diese An­sichten und Bedenken des Centrums keinen Zu­sammenhang. Diese Dinge sollen auch nach der Ansicht des Centrums ausschließlich der Gesetz­gebung der einzelnen Bundesstaaten untergeordnet bleiben.

Der Antrag richtet sich gegen das Staats- kirchenthum — wie bte vom Abg. Gröber verlesene Erklärung sagt. Es gehört nicht zu den natürlichen Aufgaben eines Staatswesens, entscheidend in Glaubenssachen einzugreifen und die Ausübung der Religion zu regeln. Der An­trag will diese unberechtigten Eingriffe des Staates in die Religionsfreiheit der Einzelnen und der Gemeinden beseitigen und auch für die Zukunft verhindern; im übrigen will er die

Ion Stufe zu Stufe.

Roman aus dem Wiener Leden.

Bon L. d. Neidegg.

19 ------ (Nachdruck verboten.)

Er hatte sich wenig verändert, sein heiterer Sinn, seine Mittheilsamkeit waren die gleichen geblieben, noch immer hatte er das Herz auf der Zunge und seine Redefluth strömte unauf­haltsam.

„Nun erzähl' aber auch Du," unterbrach er sich endlich. „Vor Allem, wie geht's Deiner Mutter? Ist sie etwa auch hier? Dann führe mich schnell zu ihr; ich möchte sie begrüßen."

„Der Vater hat seine Stadtwohnung aufge- geben und ist meist auf Reisen;" antwortete Franz mit jener düsteren Miene, die er schon früher gezeigt, so oft seines Vaters erwähnt worden war. Die Mutter erwarte ich morgen; sie kommt vom Lande."

„Ah, von Windhag."

„Windhag ist oermiethet. Die Mutter ist in Baumgarteub-rg, einem Gütchen, das schon früher meinem Vater gehörte."

„Mit Deinen Schwestern?"

„Nein, die find verheirathet und haben einen der sehnlichen Wünsche deS Vaters erfüllt; ihre Männer find vom Adel."

Eine Pause entstand. Franz mochte nicht wetter von seinen Familienverhältniffen reden, denn er hätte nur Unerquickliches zu berichten gehabt. Er hätte erzählen müssen, wie seine vorsichtigen Schwäger sich eine reiche Mitgift

Stellung des Staates zu den Religionsgemein­schaften in keiner Weise regeln, auch daSsoll der Landesgesetzgebung nach wie vor vollkommen über­lassen bleiben.

Das Reich hat durch den Erlaß des Aus­nahme-Gesetzes gegen die Jesuiten bewiesen, daß es sich zunächst als zuständig auf dem Gebiete der kirchlichen Gesetzgebung betrachtet, und zwar gegen den Widerspruch des Centrums. Gerade das Centrum hat bei der Berathung des Jesuiten- Gesetzes im Reichstage sehr ernste Bedenken gegen die Zuständigkeit des Reiches geäußert. Da das Gesetz nun aber bald 30 Jahre besteht und die verbündeten Regierungen es ja auch durchaus nicht aufgeben wollen, so sollte man jetzt nicht mehr an der Berechtigung des Reiches zweifeln, um kirchenrechtliche Fragen sich zu kümmern.

Noch einen sehr wichtigen Punkt berührte Abg. Gröber, indem er nachwies, daß das Centrum oder seine Vorläufer stets den Grundsatz freier Religionsübung hochgehalten und verfochten haben. Als unwiderleglichen Beweis dafür wies er auf die Thatsache hin, daß der berühmte katholische Rechtsgelehrte v. Savigny im Jahre 1867 als Kommissar des norddemschen Bundes in einer abgegebenen Erklärung die Hoffnung ausdrückte, daß die im Staate Preußen herrschende Gesetz­gebung der religiösen Toleranz so viel werbende Kraft besitzen möge, um auch von den anderen Bundesstaaten angenommen zu werden. Leider nur hat diese Hoffnung bis heute sich noch nicht erfüllt!

Die General-Diskussion hat die Toleranz- Kommission am Donnerstag und am Freitag in Anspruch genommen. Die Einzelberathung soll am 18. April beginnen. Der konservative Ab­geordnete v. Staudy hat schon im voraus bei dieser General-Debatte zugegeben, der Antrag werde mindestens die kirchenrechtlichen Ungeheuer­lichkeiten aus der Welt schaffen, welche noch in einigen Bundesstaaten bestehen. Wenn nur das damit erreicht würde, so würde das allein sür die Katholiken schon ein schöner Erfolg sein. Hoffent­lich werden schließlich diese Erfolge noch ein wenig weiter reichen.

Der Bundesrath glänzte bei der Kom- missionS-Berathung durch Abwesenheit.

Deutsches Deich.

Berlin, den 15. März.

X Die Zulassung zum Studium her Aeikkttttde beschäftigt gegenwärtig lebhaft die ärztlichen Kreise. Die „Berliner Medizinische Ge­sellschaft" hat eine Entschließung angenommen, in der sie sich gegen die unbedingte Zulassung der Realschul-Abiturienten zum ärztlichen Studium ausspricht. „Die Gesellschaft — so sagt diese Ent­schließung — spricht ihren Wünsch dahin au», daß die Zulassung der Realschul-Abiturienten zu dem medizinischen Studium nur unter denselben Be­dingungen gewährt werde, welche für Juristen und Theologen vorgeschrieben werden." In ähnlichem Sinne haben sich während dieser Tage auch andere Aerzte-Vereinigungen ausgesprochen und theilweise gleichzeitig auch beschlossen, Petitionen in diesem Sinne an den Bundesrath und Immediateingaben

ausbedungen und sie erhalten, wie der Vater fein Vermögen geschädigt theils durch Ver­schwendung, theils durch Börfenspckalat'osen; wie dieser trotz den nothwendig gewordenen Einschränkungen sorlkuhr, sich selbst zu gönnen, waS immer nur anging, während die einsame Mutter sich alles versagen mußte. Noch Pein­licheres über seine eigene Entzweiung mit dem Vater hätte er enthüllen können. Der Mund verschwieg es, die finstere Miene deutete eS aber an, und Philipp, von Alters her mit den niedrigen Verhältnissen im Urbach'schen Hause vertraut, wandte rasch das Gespräch.

Lachend erzählte er, wie er sich beinahe um daS Wiedersehen mit Franz gebracht, in­dem er sein Hirn nach Ausreden zermartert, um dem alten Musikfex, dem Onkel Kästner, absagen zu dürfen.

„Aha, Du bist noch immer auf dem gleichen niederen Standpunkt," neckte Franz. „Eine Drehorgel, die Tänze fpielt, Tyroler die Schnada­hüpfeln fingen, bleiben für Dich der Inbegriff bezaubernder Mufik."

„Gewiß, ebenso wie Du jedenfalls noch immer aller erhabenen Mufik nachläufst. Freu' Dich nur auf heute Abend; der Onkel ist auch so ein „Verstiegener", will von nichts hören als von guter Mufik."

„Brav von ihm. Jetzt sei so gut ein wenig zu schweigen, wenn Du es fertig bringst. Nebenan wird präludirt."

„Für den Anfang kommt nie was Rechtes. Der kluge Onkel fängt mit Minder«aare an. Auswahl hat er ja."

„Pst!" mahnte Franz eindringlich.

an den Kaiser zu richten. Das ist auf keinen Fall zu bestreiten, daß ein Verständniß der medizinischen Kunstsprache nur demjenigen möglich ist, der Kenntniß der lateinischen und griechischen Sprache besitzt.

+ Die Kehattsvezüge der preußische» Kreisärzte bildeten heute (Freitag) Vormittag den Gegenstand einer Sitzung der Budgetkom­mission des preußischen Abgeordnetenhauses. Dieser Titel des Kultusetats war Donnerstag, wie be­richtet, von dem Plenum des Abgeordnetenhauses an die Kommission zurückoerwiesen worden. Die Kommission hat nun infolge der Haltung der Re­gierung zu dieser Frage ihre Stellung geändert: sie hat von dem Verlangen, Wohnungsgelb zu ge­währen, Abstand genommen und schlägt nunmehr eine Erhöhung des Durchschnittsgehaltes auf 2700 Mark vor. Dieser Beschluß ist mit Stimmen­gleichheit gefaßt worden durch die Entscheidung des Vorsitzenden. Der Beschluß, die Regierung um die Vorlage einer ausführlichen Denkschrift zu er­suchen über die Ausführung des Gesetzes vom 16. September 1899, ist aber aufrecht erhalten worden.

X Wie gut die Sozialdemokraten es mit den Landwirthen meinen, ist längst bekannt und an dieser Stelle oft genug erörtert und nach­gewiesen worden. Daß dieser Partei das Wohl und Wehe des Bauernstandes ganz gleichgiltig ist, zeigt neuerdings eine Auslassung des Stutt­garter Sozialisteuorgans, der schwäbischen Tage- wacht', welche sagt: „Die Landwirthschaft, speziell der Körnerbau, der Anbau für den Verkauf statt zum Selbstgebrauch wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt und geht unaufhaltsam in der Rentabilität zurück. Ein g sellschaftliches Be- dürfuiß, diesen Prozeß aufzubalten, liegt nicht vor, weil wir usw." D-s heißt: Es kümmert uns nicht das Allergeringste, wenn die ganze ein­heimische Landwirthschaft zu Grunde geht. Was liegt daran auch einem Sozialdemokraten? Je mehr Menschen proletarisirt werden, d. h. je mehr ihr Heim, ihren Grund und Boden v-rlieren und da­durch dem Lohnfklaventhum in die Hände fallen, desto lieber ist es den Genossen, denn diese Ent­erbten werden unzufrieden und laufen bann mit der sozialdemokratischen Masse als Wähler. Das ist die ganze Weisheit sozialdemokratischen Führer- thums.

X Ai« Beliebiger Kivwand gegen die Krhöhnttg der HelreidezöKe ist der: Deutsch­land sei zum Industriestaat geworden und habe auf gehört, ein Agrarstaat zu sein. Auf der weiteren Entwickelung zu ersterem werde die Landwirthschaft naturnothwendig immer wehr zurückgedrängt, an ihrem weiteren Rück­gänge könnten fie auch höhere Setreide- zölle nicht hindern. Gewiß ist die land- wirthschaftliche Bevölkerung im VerhSltniß zu der übrigen im Laufe der letzten Jahrzehnte zu- rückgegangen und zählt nunmehr nur noch 36 Prozent derselben. Man Übersieht bei der obigen Behauptung aber, wie die ganze Übrige Bevölkerung in hohem Grade von der Land­wirthschast abhängig ist, und darauf beruht ihre große Bedeutung für unser gesamm^es Wirthschaftsleben. Man lasse die Land­wirthschaft zmückgehen, wird dann vielleicht der auf den Absatz an dieselbe angewiesene Hand-

Das Vorspiel war zu Ende; eine Stimme hatte sich erhoben und fing an, eine Arie aus Sluck'S „Orpheus" zu fingen.

Es war sjn Mezzo^Son-an von nur mäßiger Stärke, aber bezaubernd durch Weichheit und Lieblichkeit des ToneS. Die Sängerin, be­fangen als sie zu singen anhsb, fand rasch den Muth wieder. Man merfft es Stimme und Vorttag an, daß hier eine echte Künstlerin war, welche sich in die Schönheit deS Meisterwerke-, das sie oortrug, so vollständig zu versenken ver­stand, daß sie, emporgetragen von ihrer Be­geisterung, sich selbst und die Zuhörer darüber vergaß.

Zurückgelehnt in seinen Sessel folgte Franz dem Gesang. Das war eine Stimme, keiner gleich von denen, die er je gehört; ihm klang es wie von höherem Leben beseelt, wie zusammen­gesetzt auS dm Leiden und Sichfreuen, dem Sehnen und Hoffen, dem Wünschen und Träumen, daS im Menschenherzeu sich regt. Ihr folgend, glaubte er zu schweben, höher und höher, in Regionen von unsagbarem Glanz.

Der Gesang war verstummt, stürmischer Beifall ihm gefolgt. In Franzens Ohren klangen die glockenreinen Töne noch fort. Wie aus einem Traume erwachend, fuhr er endlich empor, um Philipp zu fragen, ob er je Sehn­liches gehört?

„O ja, und unterhaltender," lautete die nüch­terne Anwort.

„Weißt Du, wer die Sängerin ist?"

„Keine Ahnung/'

Philipp fragte einen Nebenstehenden, der

wetter. Händler und Kaufmann gedeihen? Wird die landwirthschastliche Maschinenindustrie, welche einen nicht zu unterschätzenden Bmchtheil des gesummten Maschinenbaues darstellt, weiter be­stehen können, wenn ihre Abnehmerin, die Land­wirthschaft, aus Mangel an Betriebskapital in Folge Unrentabilität des Getreidebaues, zu einer intensioen Benutzung von Maschinen unfähig ist? Ueberhaupt stehen die Gewerbe, welche landwirthschastliche Rohprodukte verarbeiten, wie der Müller und Brauer, in engem Zusammen­hang auch mit der Landwirthschaft und sind an deren Wohl und Wehe leb­haft interessirt. Was des weiteren die Gesammtproduktion der Landwirth- schalt und Industrie anbetrifft, so kommt der Werth derjenigen öfterer der letzterer nahezu gleich. Nach neueren, bei Gelegenheit der Schilderung der deutschen Landwirthschaft auf der Pariser Weltausstellung angestellten Be­rechnungen bietet die Landwirthschaft durch ihre Produktion von Brotgetreide, Kartoffeln, Handels­gewächsen, Vieh ic. dem Nationalvermögen 7441 Millionen Mark an, dagegen die Industrie 8091 Millionen M^rk. Dabei bleibt wieder zu berücksichtigen, daß in der Produktion der Industrie wieder zum Theil die Verarbeitung der Rohstoffe enthalten ist, welche die Land­wirthschaft erzeugt. Wie man demgegenüber noch behaupten kann, daß Deutschland ein Industriestaat sei und von der weiteren Ent­wickelung zu diesem allein unsere Zukunft ab­hänge, ist unerfindlich. Nicht dadurch, daß man die Industrie einseitig fördert, die Landwirth­schaft dagegen in der Rolle des Aschen­brödels läßt, wahren wir unsere wirthschaft­liche Kraft, sondern indem wir Licht und Schatten gleichmäßig vertheilen. Die Landwirthschaft verlangt keine einseitige Be­günstigung auf Kosten der Industrie mit ihrem Verlangen nach einem gesteigerten Schutzzoll, sondern nur die Wahr un g undStärkung ihrer Existenz durch Staatshilfe da, wo die Selbsthilfe sie verläßt. Hilst der Staat durch eine Schutzzollerhöhung über ihre augenblickliche Nothlage hinweg, dann wirb sie, deS sind wir gewiß, in Zukunft bestimmt bestrebt fein, ihre Produktion weiter zu steigern zu Gunsten des einheimischen Be­darfs. Von einer erhöhten LeistungS- und und andererseits Kauffähigkeit der Landwirth­schaft werden die anderen produktiven Stände ihren nicht unwesentlichen Nutzen haben.

• Die Aerathnng des Weingesetzes ist heute (Freitag) von der zuständigen Kommission des Reichstages um mehrere Paragraphen geför­dert worden. Nach einem heute gefaßten Be­schlüsse der Kommission soll (§ 4) verboten fein die gewerbsmäßige Herstellung oder Nach­ahmung von Wein unter Verwendung von Säuren, säurehaltigen Stoffen, Bouquetstoffen, künstlichen Moststoffen ober Essenzen, von Gummi oder an­deren Stoffen, durch welche der Extraktgehalt er­höht wird/'

—P*—M— ebensowenig Bescheid wußte, und rief mit einem Male; „Hurah da kommt aber einer, der eS wissen wirb I Marburger, bie Allerweltschronik! Wtrd der fich freuen Dich zu scheu, Framl!"

ES war wirklich Marburger in Zwil- Reibung, affeftirt und gigerlhaft, mit weltmüdem Ausdruck, als trüge er die Last ungezählter Lebenserfahrungen auf feinen Schultern. A'S er Franz erkannte, wurde er jedoch für einen Augenblick zum gewöhnlichen Menschen, der fich herzhaft freuen und die Freude ungeschmeichelt äußern kann.

„Was ist aber daS? Wo hast Du Deinen Soldatenrock hingethan?" erkundigte fich Franz. Seit wann die Verwandlung?"

Sogleich fiel Marburger in den schleppenden Ton zurück: „Der mühsame Dienst... fich abrackern . . . auch hat's etwas gegeben . "

„Und nun privatisirst Du. Ober treibst Du ein Geschäft?"

„Geschäft? Lieber Freund... ich bitte."

„Ich wollte Dich nicht beleidigen. Etwas wirst Du ja wohl thun."

„Redest akkurat wie mein Alter. Der will mit aller Gewalt, ich soll mich nützlich machen, schickt mich da und dorthin ..."

Ein Ausruf Franzens, der ihm Schweigen gebot, machte seinen weiteren Mittheilungen ein Ende. Die unbekannte Sängerin hatte Schuberts „Neugierigen" angestimmt und Franz hätte keinen Ton deS Liebes verlieren mögen. Entzückt hörte er zu.

..Schöner und lieblicher als bie Dame den Schluß gesungen, kann man jhn nicht wieder- geben," rief er begeistert als fie zu Ende war.